Indiana Tribüne, Volume 25, Number 191, Indianapolis, Marion County, 4 April 1902 — Page 7
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O o o o o 5 Im Frieden-. VfMta von Sudwirr Httdicirt. GkOÄ3AGGä.Q&GO30CL"A.t (Fortsetzung.) 3. Kapitel. l?s war, als ob die Sonn? bcn ??esttcur mit begehen wollte, daß sie schon r aller Frühe gar so goldige Strahler vom wolkenlosen Himmel herabsandik und den im Frühlingsschmuck prangenden Fleck Erde wie in einen Zaubersaa! verwandelte, der heut' nur zu Lust und Freude bestimmt schien. Selbst du sonst so öde. reizlose Landschaft erhielt in dieser glänzenden Beleuchtung einer, Schimmer von Poesie. Von den Vewohncrn des Heidedorfes war ja auch Alles gethan worden, um ihre Straßk für den heutigen Festtag zu schmücken. Schon am Anfang der Dorfstraße befand sich eine große Ehrenpforte mit der Inschrift: Willkommen den Siegern!" Tas ganze Dorf entlang, b zum herrschaftlichen Schlosse, waren über die Straße grüne Guirlanden gczogen, aus einzelnen der niederen Hauser wehten sogar kleine Fahnen in den preißischcn und deutschen Farben; wurden doch nicht nur die jungen Freih'rrcn erwartet, sondern auch einig: Bauernföhne kehrten heut' aus dem Kriege mit heim und so hatte man das Möglichste gethan, um die Krieger würbig zu empfangen. Der. Kantor studirte schon in früheste? Morgenstunde seine lange Rede eisrig ein, mit der die Helden des glorreichen Kampfes begrüßt werden sollten, und die Schuljugend, die heut' einen Feiertag hatte, schwärmte lörmead umher, voll Ungeduld den Augenblick erwartend, wo die Soldaten dort unten aus dem Walde auftauchen und sie das Zeichen zum Hurrahschreien erhalten würden. Einige Buben waren schon am Morgen den heimkehrenden Siegern entgegengelaufen, obwohl diese erst in den Nachmittagsstunden erwartet wurden. Die sonst so stille Dorfstraße war heut' merkwürdig belebt, noch wurden hier und da Guirlanden gezogen, und wer früher einmal Soldat gewesen war, der vutzte gewiß einen alten Schießprüqel, um am Abend damit lustig zu knallen. Geschafft und gearbeitet in Haus und ffeld wurde heut' nur das Allernothwendigste. Augen und Gedanken wanderten immer wieder auf die Dorfstraße hinaus, ob sie nicht bald kommen würden. Auch das alterthümliche, in gothi schem Stil errichtete Schloß des Barons war schon festlich geschmückt und sah heut' mit seinen vielen Zmnen und Erkern viel freundlicher aus als gewohnlich, denn die von einem früheren Brande des Wirthschaftsgebäudes arg geschwärzten Mauern des Schlosses wurden heut' von der Frühlingssonne in freundlichere Farben gekleidet, aus einigen Fenstern wehten Fahnen, während von den anderen Teppiche und Tücher herabhingen, die vollends dem sonst so düstern alten Bauwerk einen freundlicheren Anstrich gaben. Auch im Ceffe herrschte seit der frühesten SRarwiftonbc die lebhafteste Bewegung. 'n?chl die wackere Frau Baus gestern ungewöhnlich spät zu Be! gegangen, war sie doch heut' die Ers'- wieder auf. .um mit ihrer rheinischen bhaftigkelAlle anzutreiben, sich zu tummeln; ihren hellen, scharfen Augen entging nicht die geringste UnregelMäßigkeit, und sie wußte überall geschickt und herzhaft mit anzugreifen, wo es noch etwas anzugreifen und zu verschönern gab; sie hatte an diesem Festmorgen nicht einmal Anlaß, viel über das sonst so faule Pack zu stellen, denn Alle schienen heut' in freudiger Erre qung zu sein und ihr Bestes leisten zu wollen, um wenigstens an diesem Ehrentage der strengen Wirthschaften kein Aergerniß zu geben. Ueberall war ein geschäftig Hin- und Herlaufen, ein eifriges Ausnützen der letzten Stunde; sollten auch die heimkehrenden Krieger erst am Nachmittag eintreffen, so wurden doch die Gäste aus Lindenau schon früher erwartet. Sogar der Baron wurde heut' von dem Freudenstrom, der berauschend über Alle hinwegging, ein wenig mit foraerissen; sein Gesicht zeigte nicht den gewohnten mißmuthigen und verdrießlichen Ausdruck, der sich bei ihm bereits festgesetzt hatte. Der Frühlinqstag war gar zu herrlich und weckte selbst in seiner sonst so gepreßten Bruft ein friscleres Athmen. Sollten nicht auch für ihn und die Seinen wieder fröhlichere, schönere Tage kommen, wie er sie in jener glücklichen Zeit am Rhein voll Lebensmuth genorjen hatte? Die Söhlie kehrten heim, gesund und wohlbehalten, wie durch ein Wunder allen Gefahren entronmn. Jrmgard stand ganz unerwartet am Ziel ihrer heißesten Wür sche und selbst das plötzliche Auftauchen fcc Bruders erschien ihm jetzt an diesem rostlichen, belebenden Frühlingsmoraen weniger beängstigend und bedrohlich als gestern. Heinrich hatte noch am vergangenen Abend und heut' den ganzen Morgen in seiner kecken, kein Hinderniß anerkennenden Weise über alle Bedenken hinwegzuhelfen gesucht, die in ihm aufsteigen gewollt. Hab' keine Angst, laß ihn nur kommen," hatte er dem Bruder lachend gesagt. Ich halte mich hinter Dir ein wenig versteckt und sobald er aussteiat.
ziarren uxmt, unser oeuischcs a:crland ist jetzt einig, wir mülsen es euch sein. In dieser großen Zeit verstummt und stirbt aller kleinliche? Streit und Hader. Glai'.bc mir. wenn ich ihm das sage, dann kann er nicht länger grcllen." In einem Winke! scines Innern nistete föofcl noch einigt- Bedenken; aber der Bruder war seiner Sache so sicker; er nahm an dem Geschick seiner Verwandten einen so warmm. herzlichen Antheil, daß der Baron nicht den Muth fand, ihn in feiner freudigen Zuversicht zu stören. Er hatte nur dem Bruder gesagt, daß er es für seine Pflicht gehalten habe, dem Grafen mitzutheilen, wen er heut' hier finden werde, und Heinrich war dainit wenig einverstanden gewesen und hatte ärgerlich ausge rufen: ,.Aö. welche Dummbeit! Das hättest Du nicht thun sollen' Ich wollte ihn überraschen, da konnte kr nicht ausweichen; er mußte mir die Hand zur Versöhnung geben. Aber jetzt? Wen?? er nun nich: kommt? Dickköpfig genug ist er." Ich war ihm die Wahrheit schuldig." Hm, die Wahrheit," hatte der Vruder entgegnet. Die kann man doch nicht immer Jedem auftischen! DaS ist auch so eine deutsche Marotte! Wer sich da drüben zwanzig Jahre herumgetummelt hat, der lernt die Auacn ordentlich aufmachen, da kommt man von selbst hinter jede Wahrheit." Seltsam lvie aufrichtig auch die Freude des Barons gewesen war, nach so langer Trennung seinen einzigen Bruder, den er bereits für todt gehalten, so unerwartet wiederzusehen, und wie sehr auch dieser seine Genugthuung zu erkennen gab, daß ihm die Ueberraschung gelungen sei, es hatten doch nur wenige Stunden des Zusammenseins genügt, um den jetzigen MajoratsHerrn empfinden zu lassen, wie groß die Kluft geworden, die sich in dieser langen Zeit zwischen ihnen aufgethan. Das war wohl noch derselbe Heinrich Ehrenfels 'voll unerschöpflicher Lebenslust, voll ritterlicher Gesinnung; aber der vornehme Schliff, der ihm früher trotz seiner Wildheit eigen gewesen, war doch da drüben" schon verloren gegangen; es kam nur zu leicht ein gar zu rücksichtsloses Benehmen zum Vorschein, ein Sich-gehen-lassen in Worten und Bewegungen, die den Edelmann vermissen ließen, und doch war seine Frische, sein keckes, übermüthiges Erfassen der Wirklichkeit so unwiderstehlich; es riß selbst den vergrämelten und so leicht zur Schwermuth neigenden Bruder mit fort. Heinrich schien den Triumph, den das deutsche Volk errungen, viel stärker zu empfinden, als selbst seine daheim gebliebenen Landsleute; er konnte seiner Freude über den Ruhm und die Größe seines Vaterlandes nicht stark und lebhaft genug Ausdruck geben. Die Baronin und ihre Tochter waren heut' ebenfalls früher als sonst thätig gewesen; es gab ja noch so viel zu ordnen gerade in den Zimmern mußte die letzte Hand angelegt und nach dem Rechten gesehen werden, damit eö auch an nichts fehle. Als Baron Heinrich, der in aller Frühe überall umhergestrichen war. 'die Beiden geschäftig hin- und hereilendell Frauen sah, rief er lachend aus: Ja. warum haspelt Ihr Euch ab? Das thut in Amerika die Frau des Hauses niemals. Für was habt Ihr denn Eure Leute?" Wir könner. unserer Käthe nicht Alles überlassen, sie hat es ohnehin seit gestern schwer genug." entgegnete die Baronin und fuhr in ihrer Hantiruna fort. Ihr habt Euch wohl dieses Menschenjuwel vom Rhein mitgebracht, denn hier wäre es nicht aufzutreiben.Die Baronin lächelte: Ja. wir sind sehr glücklich, daß wir wenigstens noch unsere 5iäthe haben und Tu hast wirklich nicht so Unrecht, sie ein Menschenjuwel zu nennen." Sie führt einen scharfen Besen; aber das ist hier nothwendig. Vorhin hörte ich, wie sie einen der Burschen: ,Du Tutendübben' schimpfte, da merkte ich gleich, daß sie eine Rheinländerin sein müsse." .Tübben' nennt sie jeden rasch; aber .Tutendübben' ist dann ihr Superlativ." bemerkte die Baronin heiter. Jetzt konnte auch Jrmgard ihre Heiterkeit nicht unterdrücken; sie stieß ihr helles, frisches Lachen aus, das heut' nock lüstiger' klang als gewöhnlich. ' Sie war ja so glücklich und selbst das plötzliche Auftauchen des Oheims konnte sie nicht allzu sehr beunruhigen; sie wußte wohl, daß es dem Vater Kurts nicht besonders angenehm sein würde, mit dem Manne zusammenzutreffen, den er noch immer zu Haffen sich förmlich verpflichtet fühlte; ich an diesem herrlichen Tage, da mußte doch aller kleinlicher Groll schweigen; der Heimgekehrte hatte wohl Recht, wenn er dies behauptete und darüber gar keinen Zweifel aufkommen ließ, daß über die alte längst vergessene Geschichte ein mächtiger Schwamm hinwrgfahren müsse. Ihr seid um . Eure Käthe zu beneiden," fuhr Baron Heinrich in guter Laune fort: .Die wäre in Amerika selbst für schweres Geld nicht zu haben." Ja. sie ist für uns ein großer Schatz, denn sie hängt an uns Allen mit wahrhaft rührender Treue." Die brave Käthe würde für jeden von uns das Leben lassen, aber doch wohl am freudigsten für Arnulf," bemerkte Jrmgard. Sie war seine Amme, und so ist er
ihr erkorener Liebling geblieben." fügte die Baronin hinzu. . Ah, dann begreif' ich," sagte der Baron. . " Die Gute hat sich um Arnulf während des ganzen Krieges mehr abgesorgt, als wir Alle, und nun stürmt sie nur so rastlos überall umher, um über die Stunde des ungeduldigen Wartens am besten hinwegzukommen." Darum bist Du wohl auch nur so geschäftig, liebe Nichte?" wandte sich der Baron scherzend zu Jrmgard. die bereitwilligst seine neckende Frage bejabte. Was sind doch solch' Verliebte für glückliche Menschen!" rief der Oheim aus. und seine Blicke ruhten voll Wohlgefallen auf dem jungen Mädchen, das auch in der That in seiner freudigen Geschäftigkeit einen entzückenden Anblick bot; es war selbst wie ein Stück verkörperter Frühling. Hei, wenn diese Zeiten noch einmal wiederkehren wollten," setzte er mit einem leichten Seufzer hinzu. Jetzt muß ich so lange warten, bis vielleicht mein Junge diesen Rausch durchmacht und mich dann daran ein wenig ergötzen, wenn überHaupt der Bursche einmal Feuer fcngt, was ich kaum glaube." Warum hast Du ihn nicht mitgebracht?" fragte die Baronin. Nicht mitgebracht?" wiederholte Heinrich lachend: Ja. wenn D glaubst, daß ein amerikanischer Bov. der schon siebzehn Jahre auf dem Rücken hat, sich so einfach mitbringen ließe! Die jungen Herren ,da drüben,' haben in diesem Alter schon ihren eigenen Willen." Er ist wohl ganz Amerikaner geworden?" Der Baron nickte, nicht ohne AnWandlung von Stolz, zustimmend mit dem Kopfe. Als ich ihm sagte, daß ich einmal über das große Wasser wolle, um endlich mein siegreiches Vaterland wiederzusehen, entgegnete er mir einfach: ,Well, Pa, dann werde ich den Onkel in Kentucky aufsuchen' und an dem Tage, an dem ich mich nach Europa einschiffte, dampfte er wohlgemuth nach dem Westen. Diese Kinder Amerilas sind eben ganz anders; sie stellen sich zeitig auf die eigenen Füße; aber ich hoffe, die Deutschen lernen dies jetzt auch, haben sie doch der Welt gezeigt, daß sie nicht mehr ein Volk von müßigen Denkern und Träumern sind, sondern das Zuschlagen verstehen." und der Baron machte bei diesen Worten eine bezeichnende Handbewegung. In den ehemaligen Majoratshcrrn schien da drüben" ebenfalls etwas Ünruhiges. Fahriges gekommen zu sein; er hatte das Rastlose des Amerikaners angenommen, es litt ihn nicht lange an einer Stelle; jetzt nickte er seinen Verwandten freundlich zu und dann verließ er ebenso rasch wieder den Saal wie er gekommett war. um von Neuem überall herumzustreifen und alte, ihm früher lieb gewesene Plätze aufzusuchen. Seltsam genug: er fand nirgends Ruhe. Wie oft hatte er sich in der kalten Fremde nach der Heimath gesehnt, die ihm desto verführerischer vor den Augen gegaukelt, je sicherer er sie auf immer verloren Jetzt war er wieder daheim und doch, wie fremd muthete ihn Alles an, wie anders war Alles in der langen, langen Zeit geworden! Wohl hatte ihn sein Bruder mifr alter Herzlichkeit empfangen, wohl zeigte ihm die Schwägerin, daß er hier ein willkommener Gast; aber wo war der lebenslustige Bernhard geblieben, der dort am Rhein mit seiner jungen Gattin sorglos in den Tag hineingelebt hatte? Die Sorgenfalten auf seiner Stirn waren zu tief eingegraben; sie konnten einem Manne am wenigsten entgehen, der von je gewohnt war, schars zu beobachten. Was mochte nur den guten Bernhard bedrücken? Hat er ihr, nicht durch den Verzicht auf das Majorat in eine glänzende Lage versetzt, während er selbst sich erst mit Anspannung aller Kraft ein neues Dasein erringen gemußt? Es war ihm erst nach langem harten Kampfe gelungen, sich auch da drüben" eine geachtete Stellung zu verschaffen. Bernhard dagegen, der es all' die Zeit über fo gut und bequem gehabt, war zum Kopfhänger geworden u:'Ä schien gar nicht zu wissen, wie weich ihn das Leben gebettet habe und wie verpflichtet er sei. sich glücklich zu fühlen. Nun, die Stundk würde schon kommen, wo er ihm ehrlick und rückhaltlos die Wahrheit sagev konnte. Ja, er war jetzt endlich wieder dayclm uno doch in der fremde Bild, das so lange vor seinen Augen gelebt, stimmte nicht mehr mit der Wirklichkcit üb::ein. Wohl war das alte Schloß so ziemlich unverändert gebliebcn. cl zi matt sah jetzt überall die nachbessernde Hand, die jedes Zeichen l-.:-Verfalles sogleich sorgfältig zu verwischen gesucht, während Heinrich gerade diese Spuren des Alters stets so ehrwürdig gefunden und sich ängstlick gehütet hatte, sie irgendwie zu beseitigen. Auch der Park war jetzt völlig verwandelt; er erinnerte in seiner englischen Anlage mit sv .::n grünen Rasenteppichen und seinen verschlungenen Wegen weit eher an einen wohlgepflegten Garten; die frühere Wildheit, die hier geherrscht, war verschwunden. Gerade hier hatten die Ahnen aus einem frühe? sumpfartigen Boden einen üppig wuchernden Wald hervorgezaubert, der von der magern Kieferheide merkwür dig abstach, die in dieser Gegend vorherrschend war; wohl standen hier und da noch einzelne Baumriesen, aber das war nicht mehr der köstliche Park, in dem er sich als Knabe herumgetummelt
und seine glücrlichsten runden venco: hatte. Wie fremd inuthete ihn Alles an, wohin der ehemalige Majoratsherr auch die Schritte lenkte und selbst von seinen früheren Dienstleuten war auch nicht einer mebr vorhanden. Hatten sie denn gar so wenig getaugt? Er war doch mit ihnen stets zufrieden gewesen; aber er mochte die Wirthschaften immerhin nach einem alten Knecht oder einer Magd fragen, er erhielt darauf stets dieselbe Antwort: Ach, die sind längst fort," und nur selten klang es dazwischen: Die sind gestorben." Ja, diese Käthe mußte hr ein sehr scharfes Regiment geführt Haien; der Baron hörte auch jetzt wieder ihre helle Stimme; sie sparte nicht mit ScheltWorten. Auch gegen ihn war die Rheinländerin kurz angebunden, und sie schien seine Anwesenheit nicht besonders gern zu fehen, denn sobald er sich ihr näherte und an sie einige Fragen richtete, sah sie ihn mit einem Blick an. als ob sie sagen wolle: Was läufst Du mir beständig im Weg herum?" und gerade dies unverblümte an den Tag legen ihres Mißmuthes machte dem ehemaligen Majoratshcrrn heimliches Vergnügen; sich hier jedoch so heimisch und wohl zu fühlen, wie er gehofft hatte, das wollte ihm doch nicht gelingen; er begriff es selbst nicht, aber schon heut', nachdem er kaum wenige Stunden in dem Schlosse seiner Väter zugebracht hatte, überschlich ihn die Anwandlung, als ob er hier eigentlich nichts mehr zu suchen habe und ein ungebetener Eindringling sei, der am besten thue, wen? er sobald wie möglich wieder seine neue Heimath aufsuche. Die Schwägerin und auch Jrmgard zeigten sich gegen ihn sehr artig und freundlich; aber es wollte dem Baron Heinrich doch bedünken. daß sie sich einen gewissen Zwanc auflegen müßten und ihre Freundlichkeit nicht recht aus dem Herzen käme. Es klang nicht fo hell zusammen, wie er es sich vorgestellt hatte. War er hie? doch kein willkommener Gast mehr? Ach, das waren ganz abscheuliche Gedanken! Der ehemalige Majoratsherr strich sich über die Stirn, um sie zu zerstreuen; er war ja nicht in die Heimatk zurückgekehrt, um an den aufrichtigen Empfindungen feiner Verwandten zu zweifeln, sondern um das Glück in vollen Zügen zu genießen, daß sich das altt Vaterland so plötzlich zu ungeahnter Macht emporgeschwungen. Diesen Freudenrausch wollte er persönlich mii durchmachen und dann gern wieder verschwinden. Der Baron war eben wieder rastlos überall umhergewandert, alZ müsse er endlich irgend einen Rest der alten lieben Vergangenheit wiedcrfinden. Jetzt sah er nach der Uhr, es wa: schon halb zwölf und um die Mittagsstunde wurdcn die Bredows erwartet. Da galt cs, sich bald zu ihrem Empfang bereit zu halten. Sollte er den Ueberfall noch immei wagen, trotzdem Bredow bereits von feiner Anwesenheit Kenntniß hattet Wie konnte nur der Bruder so unvorsichtig sein und durch seinen hübschen Plan einen Strich machen? Gleichviel, er wollte schon dzg atten Starrkopf herumkriegen, und Äaron Heinrich lächelte siegesgewiß vor sich hin; er eilte in das Schloß zurück und suchte das Erkerzimmer des linken Flügels auf. das der bequemsten und weitesten Blick auf dik Dorfstraße bot. Von dort mußten auck die Bredows kommen, denn gleich hinter oem Dorfe führte ein Seüenwec nach Lindenau, der hier von diesem Fenster aus ganz gut übersehen werden konnte. Jrmgard stand schon am geöffneten Fenster und blickte hinaus; bei dem Geräusch seiner Tritte wandte sie das schöne, blonde Haupt, und eine dunkle Röthe schoß in ihr Antlitz, das ohnehin jede Seclenregung deutlich widerspiegelte. Du brauchst Dich nicht zu schämen, fagte der Oheim lachend. Nicht wahr, was heut' die Sekunden langsam dahinschleichen!" Seine scharfen, unruhigen Augen wanderten dabei wieder vol Wohlgefallen über die anmuthige Er fcheinung hi::weg und ehe sie noch ein, Antwort ertheilen konnte, fuhr er ir seiner lebhaften, hastigen Weise fort Ucbriqens gönne ich Dich gar nichi ,dem da drüben.' Wie schade, daß Dick mein Sohn nicht mitgekommen. Ihi wäret ein hübsches Paar geworden." Nun mußte Jrmgard doch lachen Mein amerikanischer Kousin ist j nicht einmal so alt wie ich." Ah, Du solltest ihn nur sehen, er ist so groß und breitschultrig, daß ich gegen ihn zusammenschrumpfe und ich zähle doch wahrhaftig nicht zu den Kleinsten." .Der Baron reckte sich bei diesen Worten noch mehr in die Höbe. Und siebzehn Jahr!" Thut nichts; denke ja nicht, daß er noch ein unreifer Bursche ist; er stellt schon jetzt seinen Mann und besitzt eine Schlauheit und Willenskraft wie eine alte Rothhaut vor dem muß ich mich verkriechen, trotzdem ich früher wunder gemeint hab', was ein Kerl fei" und aus den Worten des Oheims sprach sein ganzer Vaterstolz. Jrmgard war höflich genug, an den gekühmten Eigenschaften ihres Kousins nicht zu zweifeln, sie machte nur ein erstauntes Gesicht, dann aber wandte sie wieder ihre ganze Aufmerksamkeit der Dorfstraße zu. Auf dem am Waldrande sich hinziehenden Seiternoege mußten ja bald die gräflichen Wagen auftauchen. Jetzt wirbelte dort eine leichte Staubwolke in die Höhe und in ihrem Schleier zeigte sich ein Gefährt. (Fortsetzung folgt.)
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