Indiana Tribüne, Volume 25, Number 191, Indianapolis, Marion County, 4 April 1902 — Page 4
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Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der Gutenberg Es. Indianapolis, Ind.
Hrry C. Thudium Präftdent. Geschäftslocal: No. 31 Süd Dclaware Straße. TELBPHOrXE ss. Entered at the Poet Office of Indianapolis as second class matter. Tlicatcrskandal. Wie jüngst Madrid, Hat jetzt auch Lissabon seinen Tbeaterstanda! erlebt. (5s Handelt sich, wie von dort gefchriebtn wird, um das königliche OpernHaus Sao Carlos, das leine Vorste!lumM unterbrechen mußie, weil da Theater zu schmutzig war. und das Publikum sich weigerte, auf den Sitzen Platz zu nehmen. Die Schuld an diesem ZDiitzstande muß allerdings zum Theile den Lissabonern selbst zuge schrieben werden, da sie am letzien Carnevalstage Logen und Lehnsiühlc nicht nur mit Confetti, Serpentinen. Coriandoli und Blumen, sondern auch mit Mehl, ja, sogar mit Butter- und Cremekuchen beworfcn hatten, die nun an den Logen und den sammtenen Lehnsesseln kleben geblieben waren. Dieses eigenartige Gebühren hatte den Impresario Slgnor Pacini (einen Bruder der berühmten Sängerin), dermaßen in Wuth gebracht, daß er ras Th:ater einfach nicht wieder reinigen ließ. Bekannten gegenüber soll er sogar geäußert haben, je schmutziger, desto besser für das Publikum. Kurz, der Abend kam heran; es war GalaVorstellung. Die Herren wie die Damen der ersten Gesellschaftskre-se drängten sich in den auserlesensten Toiletten in den Saal; auch die i'önigliche Familie erschien in ihcer Loge, aber Niemand wollte Platz nehmen, weil Mehl. Kreide und Creme die Zuschauersitze fast unkenntlich gemacht hatten. Das Publikum wurde wi'd: es b.'gann zu stampfen und zu pfeifen, ohne sich um die Gegenwart des Königs zu kümmern, und als nun aar der Vorhang ausging, da flogen Stühle und Bänke auf die Bühne, man wollte den Impresario lynchen. Der Gouverneur erschien nun an der Brüstung seiner Loge und versuchte, die Zuschauer zur Ruhe zu bringen. Vergebliche Mühe.Er wurde hinausgetrampelt und beschimpft, und da er unmöglich gegen den portugiesischen Adel (auch viele Diplomaten waren mit ihren Damen erschienen) seine Polizeimannschaft anrücken lassen konnte, so mußte er sich unverrichteter Sache zurückziehen; er wird, wie es heißt, um seme Entlassung einkommen. DerKönig und die Königin verließen dasOpornhaus. und die Vorstellungen mußten auf unb.'stimmte Zeit unterbrochen werden. Jetzt sind die Löschmannschaften in das Opernhaus eingezogen und halten qroße Wäsche ab; hoffentlich gelingt es ihnen, zum Frommen der Musikliebbaber den furchtbaren Schmutz zu entfernen? 5irn einer Hoch'.cit im tnrolischcu riren-Tlial wird geschrieben: Zu der Hochzeit cines Metzgers und Grundbesitzers im Hopfgarten kamen nicht wenigor als 180 Festgäsle aus dein ganzen Brirenthal. aus St. Johann. Fiberbrun. Wörgl, Innsbruck und sogar aus Baiern. Um 8 Uhr früh versammcltcn sich dieselben zur Morgensuppe" und um 9 Uhr ging's paarweise in langem Zuge zur Kirche. Voran marschirten 30 Burschen, dann kam der Bräutigam, ihm folgten 40 Männer; 20 kleine und 30 erwachsene Kranzeljungfern bildeten das Geleite der Braut und 70 Frauen schlössen den Zug.. Nach der Trauung gingen alle um den Hochaltar herum, um zu opfern, und nippten dann von dem am Altar geweihten Wein. Mittlerweile hatte sich vor der Kirche die Musikbande aufgestellt, die nun den Hochzeitszug in das Has der Eltern desBräutigams, zum Zipfelwirthshause, führte. Unterwegs wurde von den Burschen allerlei Ulk. der sich auf das Brautpaar bezog, aufgeführt, z. B. Fensterln bei einer Kellnerin. Schweineschlachten u. s. w. Dabei wurde die Braut gestohlen", oie der Bräutigam nun sucken und auslösen muße. Vom Zipfelwirth, wo ein Mahl war, ging es dann über's Gaffel", das heißt die Paare zogen in Trupps von einem Gasthause zum anderen. Die Burschen und Männer hatten hier das andere Geschlecht freizuhalten. Uni 3 Uhr waren die Gasthäuser absolvirt. und nun folgte beim Zipfelwirth das eigentliche Hochzeitsmahl, welches aus 16 Gängen bestand und bis nach Mitternacht dauerte. Suppe. Aufschnitt. Brat-, Speck- und Leberknödel, But-terkrapfen.Kalbs-Rogout. Rindfleisch. Kaiser Pudding, Gebackenes, Kuftn, Punschtorte, gefüllte Kalbsbrust. Nierenbraten. Kaffc. FaschingsKrapfen. Holbippen mit Schlagsahne und Punsch bildeten das mehr als opulente Mahl. Welche Massen auf den 160 Gedecken vertilgt wurden und welche Mengen Wein denselben Weg gingen, davon schweigt der Berichte?statter. Während und nach dem Mahle wurde im anstoßenden Saale ge tanzt bis zum Morgen.
Fritz Hönia gestorben. Im nicht vollendeten 54. Lebensjahre ist der Hauptmann a. D. Fritz Honig, einer der bedeutendsten, wenn nicht überhaupt der hervorragendste Militärschriftsteller Deutschlands, aus seinem arbeitsreichen Leben abberufen worden. Ein langwieriges Uebel zwang ihn, sich einer Operation zu untcrziehcn, die er nicht überleben sollte, da seine ursprünglich sehr kräftigeKörPerkonstruktion durch langjährige Leiden. die Folgen der überaus schweren Verwundungen, die er im Kriege 1870 1871 erlitten, die alte Widerstandsfähigkeit eingebüßt hatte. In dem kleinen zierlichen Körper steckte eine fast übermenschliche Arbeitskraft; trotz peinigender körperlicher Schmerzen war er unermüdlich thätig, und zahlreiche angefangene wissenschaftliche Arbeiten werden nun unvollendet bleiben. Hönia entstammte einer rheinischen Gutsbesitzerfamilie, die in der Nähe von Köln ansässig war. Im Kadettenkorps erzogen, trat er 1865 in das Heer ein und machte als blutjunger Leutnant den böhmischen Feldzua. insbesondere die Schlacht bei Königgrätz, mit. Bald nach dem Friedensschluß kam er zur Garnison der Stadt Hannover. wo er eine überaus glückliche Zeit verlebte, von der er mit seinem unversiegbaren Humor gern zu plaudern pflegte. Noch mancher der älteren Bewohner Hannovers dürfte sich der tollen Reiter- und sonstigen Streik che entsinnen, die er dort ausgeführt hat. Hönig war als Leutnant einer der besten Reiter der Armee, und Maneher, der es später zu den höchsten militärischen Stellungen brachte, hat damals mit ihm auf dem grünen Rasen gestritten und ist von ihm geschlagen worden. Der schönen hannovcrschen Leutnantszeit ward durch den Ausbruch des Krieges 1870 ein jähes Ende bereitet. In der Schlacht bei Vionrille am 16. August ward Honig sehr schwer verwundet. Er genas, kehrte zu seinem Regiment zurück und wurde in den Kämpfen um Orleans, in denen er sich ruhmvoll hervorthat, abermals mehrfach verwundet, und zwar so schwer vom Pferde geschossen, im Steigbügel hängend bleibend, wurde er eine Strecke weit geschleift dag er jahrelangem Siechthum verfiel. Es war fast ein Wunder zu nennen, daß er genas u. mit halbwegs geflickten Glied' maßen wieder ein menschlich Aussehen bekam. Sein größter Kummer war, daß er, der tollkühne Reiter, nie wieder ein Pfe d besteigen durfte. Seine schwerste Lebenszeit wurde für ihn das Uebergangsstadium zu einem neuen Dasein. Nahezu erblindet, mußte er länger als ein Jahr in der Dunkelkammer ubriw'en. In dieser schwersten Periode seines Lebens, aufs Grübeln angewiesen, entdeckte er seinen Beruf als ilitärschriftsteller. In der Dunkelkammer schuf er in seinem Hirn fir und fertig sein erstes Werk, das er niederschrieb, sobald er wieder das Tageslicht schauen durfte. Es war eine Abhandlung über die Neutralität Hollands. Unter den vielen Werken, die er in einem Vierteljahrhundert geschrieben hat. nehmen die mehrbändige Monographie über Oliver Cromwell und sein Volkskrieg an Dr Loire" die ersten Stellen ein. Zu langwierigen Polemiken gaben seine Veröffentlichpgen über die Schlacht bei Vionville Anlaß. Honigs militärwissenschaftücbe Werke, die im Inland und besonders im Ausland allgemeineW'rdigung gefunden haben, zeichnen sich durch tiefes Studium und logische Hartnäckigkeit aus. Es konnte nicht ausbleiben, daß die Schärfe seines Uxtheils, das vielleicht manchmal ein zu subjectioes war, ihm viele Feinde, auch in den Kreisen seiner ehemaligen Kameraden. schuf. Andere, und darunter sind die besten und die höchststehenden, baben ihm gleichwohl ihre Freundschaft und ihr Wohlwollen bewahrt, denn sie wußten, daß Ueberzeugungstreue. Gerechtigkeitssinn und Streben nach Wabrheit die hervorstechendsten Charakterei(,:nschaftcn des Militärschriftstellers Hönig waren. Außer seiner rein militärwissenschaftlichen Thätigkeit hat Hönig auch in der Tagespresse eine ungemein fruchtbare Wirksamkeit als politischer und militarpolitischer Schriftstcll.er entfaltet. Der nationalen Sache, dem Heer und der Flotte hat er manchen guten Dienst geleistet. Zum Fürsten Bismarck vor und nach seiner Entlassung hat Fritz Hönig ohne Unterbrechung in ungetrübt freundschaftlichen Beziehungen gestanden, und oft weilte er als Gast in Friedrichsruh; doch war es nicht Honigs Art. diese Freundschaft schriitstellernd auszubeuten und zur Schau zu stellen. Mit den Besten seiner Zeit hat Hönig nahen persönlichen ulld schriftstellerischen Verkehr gepflogen, und eine ebenso umfangreiche, wie geschichtlich werthvolle Correspondenz, vermuthlich auch Aufzeichnungen von höchstem Interesse, dürften sich ift seinem Nachlaß vorfinden. Mit Fritz Hönig ist nicht nur einer der eigenar igsten Schriftsteller, sondern auch 'iner der besten und Virbenswürdig en Menschen dahingegangen. An seiner Bahre trauern seine Gattin und eine erwachsene Tochter. Seine zahlreichen Freunde werden ihm ein treues Andenken bewahren.
Galgenhumor. Nun. was laben Sie vor Ihrer Hinrichtung noch für einen Wunsch?" Delinquent: Ich möchte mir gern Muth trinken, daß ich bei der Geschichte . den Kopf nicht verliere."
Auf grausige Weise lotn übte in Rogers, Ark Frau R. F. Dyer, die Gattin eines angesehenen Geschäftsmannes, Selbstmord. Sie tränkte ihre Kleider mit Petroleum und zündete sie dann an. Eine Tochter der Frau und ein Dienstmädchen waren zur Zeit in dem Hause, allein sie vermochten 'da 3 Beginnen der Lebensmüden nicht zu vereiteln. Frau Dyer hatte seit einiger Zeit Spuren von Geistesstörung gezeigt. Das vierjährige Töchterchen des im Town Attica bei Jmlay City. Mich., ansässigen Farmers John Zellers fiel in einen mit heißem Wasser gefüllten Zuber und erlitt so schwere Brandwunden, daß es zwei Tage darauf starb. Der 88jährige Großvater des Kindes nahm sich den Tod seines Lieblings so zu Herzen, daß er sich ebenfalls zum Sterben hinlegte, und mit der Enkelin zusammen beerdigt wurde. Weil her in seinem eigenen Hause nicht rauchen durfte, hat du Farmer Nathaniel Houseman im Township Washington bei Belle Vernen, Pa., sich mit Laudanum vergiftet. Der Selbstmörder hinterließ ein Schreiben, in welchem er erklärte, seine Frau habe ihm das Rauchen im Hause nicht erlauben wollen, und das hätte er nicht länger aushalten können. Houseman stammte aus einer der besten Familien im Fayette County, war 63 Jahre clt und hinterläßt eine große Familie. Nach einer Entscheidung des Staats - Obergerichts von Virginia fallen Spielhäuser, in denen man nicht mehr als $20 auf einmal gewinnen oder verlieren kann, nicht unter iden Bann des Gesetzes und müssen deshalb von der Polizei unbehelligt gelassen werden. Um den Glücksrittern, welche bishsr unter dem Schutze des Gesetzes die kleinen Lämmer frank und frei scheeren durften, beikommen zu können, soll nun die Staatslegilatur ersucht werden, ein Gesetz gegen alle Spielhäuser zu erlassen, in denen um einen kleineren Einsatz oder überhaupt um Geld gespielt wird. Auseinemmerkwürdigen Grunde wollen die drei Töchter des lti Wilkesbarre, Pa., verstorbenen George Smith, der unter Uebersehung seiner Kinder sein Vermögen seinen Enkeln vermachte, das Testament ihres Vaters umstoßen. Vor dem Nachlaßrichter sagten sie aus. daß ihr Vater einige Wochen vor seinem Tode sie zu sich gerufen und ihnen gesagt habe: Barbara. dich werde ich von nun an Klapperschlänge, dich, Martha Schwarznattcr nennen, un'd Agnes' Name ist fortan Mokassinschlange." Bis zu seinem Hinscheiden habe er sie dann stets so genannt und daraus folgern sie, daß ihr Vater geistesgestört gewesen sei, als er das sie enterbende Testament abfaßte. Beim Ausgraben eineS Kellers in einer unweit von Marengo, Jll.. gelegenen Farm, entdeckten die Arbeiter ein menschliches Skelett, in dessen Schädel sich mehrere runde Löcher befanden, die offenbar von Revolverkugeln herrührten. Durch das Auffinden dieser Gebeine ist ein im Jahre 1884 an Geo. Dunn verübter Mord aufgeklärt worden. Dunn verschwand damals plötzlich von der Bildflocke, nachdem die Räuber sein HauZ durchsucht und die Summe von $3500 erbeutet hatten. Offenbar hatten die Schurken den Mann erschossen und die Leiche sodann in größter Hast im Keller eingescharrt. Durch einen Ring, den Dunn an einem Finger der rechten Hand zu tragen pflegte, wurden die Ueberreste als die des damals plötzlich versck'wundenen Mannes gekennzeichnct. Von den Räubern ist in der langen Spanne Zeit noch keine Spur entdeckt worden. Das Indianer - Territorium hat jetzt eine Bevölkerung von 391,960 Köpfen, wovon etwa 84.000 Mitglieder der sogenannten Fünf Na tionen civilisirte Indianer sind. Diese letzteren controlliren ein Gebiet von etwa 19.000.000 Acres und mit ihrer Sonder - Gesetzgebung etwa 300.000 Weiße, 'die als Nichtbürger keinen Antheil an der Regierung haben. Dies wird am meisten von denselben in dem Mangel an Schulen empfunden, infolge dessen Tausende von weißen Kin dern in schulpflichtigem Alter ohneUnterricht aufwachsen. Die Indianer sind in ihrer Souveränität durch die im Jahre 1866 abgeschlossenen Verträge geschützt, an 'denen festzuhalten in ihrem Interesse liegt, wiewohl die Entwicklung des Gebietes den Uebergang in den Territorial - Zustand rechtfertigte. Von seinem eigeneBruder erschossen wurde Oscar Dörflinger, ein Angestellter des Bundeslaboratoriums in der Navy Yard zuBrooklyn, in Huntington. L. I. Die Brüder waren eben von einem Jagdausflug zurückgekehrt und hatten am Bootstsg in Huntington angelegt. MlHelm, der noch im Boot war, reichte seinem Bruder die Gewehre und dabei ging auf noch nicht aufgeklärte Weise eine der Flinten los. Die volle Ladung drang Oscar in die linke Brust und riß ein fürchterliches Loch durch den Leib; da die Schrote das Herz förmlich zerfleischten, war der Unglückliche auf der Stelle todt. Wilhelm Dörflinger war außer sich vor Kummer und wollte Ha.id an sich selbst legen. Nur mit Mühe konnten die Augenzeugen des Unfalles ihn davon abhalten. Der Erschossene war 27 Iahre alt. i
Die neueste Pariser. Mode, der Dernier Eri", sind von zarter Frauenhand gestickte Westen, und ein moderner Pariser Elegant würde sich für ein Nichts halten, wenn er nicht wenigstens einige solcher gestickten Zeichen der Liebe aufweisen könnte; ein Mann der Welt muß eben unter seinen Freundinnen eine anmuthige Penelope haben, die ihm seinen Westenvorrath stets erneuert. In dem Schaufenster einer Pariser Firma sind gegenwärtig 17 prächtige Westen ausgestellt, die für einen Engländer bestimmt sind. Und welcher Luxus, welche Originalität in den verschiedenen Stickereien! Da sieht man rosenrothe, blaue, grüneMuster auf schwurzem Grunde. Eine Frau würde das kaum zu tragen wagen! Die französischen Parlaments - Eandidaten pflegen ihren Wählern als Souvenirs" verfchiedene Gegenstände und selbst verschiedene Lebensmittel zu schenken, die gewöhnlich in irgend einer zarten Beziehung zu der Industrie des Wahlkreises stehen. In den Bezirken Bourgogn und Franche - Comte lassen stch angesehene Wähler gern eine Repetiruhr schenken. Im Bezirk Auvergne ist der Kalbskopf ein sehr beliebtes Gschenk. In Flandres vertheilt man zur Wahlzeit in großen Mengen farbige Jagd- und Anglerbilder. In der Gascogne giebt es inen Candidaten, der seinen Wählern die Werke von Paul de Kock schenkt. Der heitere Politiker hat zu diesem Zwecke vor inigen Monaten sämmtliche Exemplare einer Paul de Kock - Ausgabe aufgekauft. Hamlet" ohne Ophelia aufzuführen, dies echte Schildbürgerstückchen hat die Direktion der Lortzing - Bühne in Münster, auf der die Künstler des Essener Stadttheaters zweimal in der Woche spielen, fertig gebracht. Als Gast trat Fumagalli in der Titelrolle auf, und um das um 6 Uhr begonnene Stück frühzeitig zu Ende zu führen, hatte die Regie kurz und bequem alle Ophelia - Scenen und den ganzen vierten Akt gestrichen. In voller Anerkennung dieser sicherlich epochemachenden Reform empfehlen wir der Lortzing - Bühne in Münster, nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben. Ist Ophelia für den Gang der Handlung überflüssig, warum nicht auch Hamlet selbst. Eine Hamlet"Aufführung ohne Hamlet, eine Faust" - Aufführung ohne Faust, das würde noch viel sensationeller klingen. Eine belgische Gesellschaft ist soeben bei der serbischen Regierung um die Ertheilung der Concession zur Errichtung einer Spielbank in dem zehn Minuten von Belgrad entfernten Topdschiderthale eingeschritten. Die Gesellschaft erbietet sich, dem serbischen Staate für die Concession jährlich eine Million Francs sowie 25 Proceyt vom Reingewinn der Spielbank zu entrichten und 5 Millionen Francs in Baulichkeiten und Parkanlagen zu investiren. Die Concession soll auf 50 Jahre ertheilt werden und nach Ablauf dieser Zeit würden alle Anlagen dem serbischen Staate verfallen. Den serbischen Staatsangehörigen solle der Besuch der Spielbank untersagt werden. Es ist nicht das erste Mal. daß die serbische Regierung solche Anerbietungen erhalten hat; man schlug sie aber alle rundweg ab, ohne sich in eine Besprechung der günstig erscheinenden Bedingungen einzulassen. U m eine unangenehme Erfahrung reicher und einen guten Kunden ärmer geworden ist ein Fabrikant in Nürnberg und das kam so. Der Mann empfing den Besuch eines ersten Londoner Hauses. Man war bereits über belangreiche Abschlüsse einig geworden, am nächsten Tage sollten weitere folgen. Abends führte der Fabrikant seinen Gast zur Erholung in das Apollotheater (Variete), wo man Zeuge der folgenden geistvollen Scene wird: Unter den Klängen eines Parademarsches stolzirt ein uniformirter Engländer einher. Plötzlich ertönt aus der Coulisse der Ruf: Die Buren kommen!" und der Engländer läuft so schnell er kann davon, natürlich unter frenetischem Hallo des Publikums. Der Londoner Herr hatte daraufhin nichts Eiligeres zu thun, als den ertheilten Auftrag zu annulliren, jede weitere Handlung abzubrechen und nach Paris abzudampfen, um dort seinen Bedarf zu decken. U ntersehrscharferBeobachtung stehen gegenwärtig die Berliner Anarchisten. Der politischen Polizei scheint daran gelegen zu sein, die Verbindungen der Anarchisten und ihre Einrichtungen beim Betrieb der anarchistischen Litteratur genau festzulegen. Personen, die die Geschäftsstelle des Anarchistenblattes betreten, werden nicht aus den Augen gelassen. Daselbst hatten sich dieser Tage zehn Anarchisten eingefunden, die später mit Packeten wieder zumVorschein kamen. Auf der Straße fand sich für jeden Genossen ein Abgesandter der Polizei ein, der ihn auf Schritt und Tritt begleitete. Als die Anarchisten sich zum schleunigen Fortkommen der Droschken bedienten, folgte man ihnen in derselben Weise. Sie erreichten ihren Zweck nicht, mußten vielmehr unverrichteter Sache wieder zurückkehren. Die Polizei dürfte neben der Srkundung der Verbindungen das Ziel befolgen, die Verbreitung anarchistischer Schriften überhaupt zu unterbinden.
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