Indiana Tribüne, Volume 25, Number 190, Indianapolis, Marion County, 3 April 1902 — Page 7

Jndiana Tridnne, S April 19.

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O Im Frieden. 5 O 5 Iloiiun von Ludwig Ht'ict7t. o OAOAOAOAOAOACOAOAOAOAOAOAO (Fortsetzung.) Bemitleide mich nicht," entgegnete dieser. Ich war niemals glücklich?? als dort 'im Lazareth." und ein seliges Lächeln spielte um seinen feinen, von einem dunklen Schnurrbärtchen gezierten Mund. Das glaub' ich gern," rief die Stiefmutter aus und sie lachte wieder. Konnte sie doch einmal ihrer Heiterkeit ungezwungen Luft machen. Eine solche Krankenpflegerin haben woh wenige Deine? Kameraden gehabt?" Der junge Graf nickte eifrig mit dem Kopfe. Was Jrmgard für mich gethan. das steht so groß, fo einzig da. daß ich noch immer nicht begreife, woher sie den Muth und die Kraft genommen hat," und die braunen, tief eingesunkenen Augen, die sonst nur zu deutlich dik körperliche Schwäch? verriethen, die ihm noch geblieben war, leuchteten seltsam auf. Ja, ich habe sie auch bewundert und was noch mehr sagen will, selbst Dein Vater" O, wie schroff und hart er sich auck qibt, er hat für jede Seelcngröhe ein volles Verständniß," unterbrach sie Kurt, und Jrmgard hat sich wirklich wie eine Heldin gezeigt. Ja, liebe Mutter," setzte er voll Eifer hinzu, als er ein Lächeln bemerkte, das um die Lippen der Gräfin spielte und das er anders deutete: Ja, für ein junges Mädchen in ihrer Lebensstellung gehört ein ungewohnlicher Heroismus dazu, als Schwester vom Rotben Kreuz zu gehen und für das Leben eines Menschen täglich, stündlich das eigene einzusetzen." Wenn es das Leben eines uns theuren Menschen gilt, dann fällt es dock nicht so schwer," erwiderte die Stiefmutter. Da hast Du recht, das hätte ich'auch gethan," rief ein junges, schlankes Mädchen, das unbemerkt in das Zimmer getreten war und mit der ganzen Lebhaftigkeit ihrer fünfzehn Jahre aus die beiden am Tische Sitzenden hinzueilte und ihnen mit einer etwaI zu hellen Stimme einen guten Morgen bot. Da läßt Du Dich heut auch schon sehen?" rief die Mutter und sie streichelte liebkosend- das blonde Haupt de? Tochter, die sich voll stürmischer Zärtlichkeit an ihre Brust geschmiegt hatte. Es ist ja heut endlich der große Festtag," entgegnete die Tochter lachend. Da scht ja auch schon der Herr Bräutigam und läßt es sich schmecken," und sie nickte mit kindlichem Uebermuth dem Stiefbruder freundlich zu. Mutter. ich hab' auch einen riesigen Hunger," und nach diesen Worten ließ sie sich ohne Weiteres auf einen Stuhl nieder und wollte sich sogleich der Schüssel mit dem kalten Aufschnitt bemächtigen. Dann bittet man erst um Erlaubnih," sagte die Mutter mir einem Blick auf den Stieffohn. Ach, der ißt ja am Morgen doch nichts von all' den schönen Sachen." entgegnete die Tochter und liebäugelte von Neuem mit den noch vorhandenen Herrlichkeiten. Nimm nur, was Dir schmeckt, Adelinde," sagte Kurt und seine Blicke ruhten voll Wohlgefallen auf der Schwester, die so ungezogen und so lieb sein konnte. Adelinde war noch keine Schönheit, wurde es vielleicht auch nie; sie war für ihr Alter ungewöhnlich groß und von einer fast erschreckenden Magerkeit; aber der junge unreife Körver schien wie aus Stahl geformt und durch allerlei Leibesübungen vollends gehärtet zu sein. Das beinahe in's Rötyliche schimmernde Haar, der ungewöhnlich frische Teint, der bei solcher Haarfarbe gewöhnlich anzutreffen ist, das scharf geschnittene, etwas eckige Gesicht, aus dem ein Paar graue, blitzende Augen unruhig die Zukunft und das Leben befragten, tai alles erinnerte an ihren Vatcr. nur der liebliche, reingcssrmte Muno mit den Perlenzähnen schien ein Erbtheil der Vcutter zu sein. Ich mache von Deiner liebenswürdigen Erlaubniß Gebrauch," wandte sich Adelinde mit ihrem gewohnten Uebermuth zu dem Bruder; sie bemachtigte sich rasch und eifrig der vor ihr stehenden Eßwaaren. Fleischpastcte. das ist mein Leben!" sie schob ein Stück davon in den kleinen Mund, den sie dabei so weit wie möglich öffnete und obwohl sie hastig darauf loskaute, fuhr sie doch in ihrer Plauderei lebhaft fort: Ja. Du glaubst wohl, ich schwärme nur für gutes Essen; aber wäre ich nur zwei Jahre älter gewesen, hätte mich nichts abhalten sollen, dann wäre ich zu Dir gekommen und hätte Dich gepflegt." Das junge Mädchen nahm dabei eine sehr entschlossene Miene an. Ich will es Dir schon glauben," entgegnete Kurt mit frzmdlichem Lächeln. freilich so gern hättest Du mich wohl nicht gesehen wie Jrmgard," schwatzte die Schwester in ihrer kecken, übermüthigen Weise weiter, ohne dabei nur einen Augenblick im Essen inne zu halten. Als ihr jetzt die Mutter abmahnend mit dem Finger drohte, wandte sie sich, ein wenig eingeschüchtert, sogleich zu dieser. Es ist doch so, wie ich sage und wie gut. daß Jrmgard die Kourage gehabt hat, sonst wären die Beiden niemals ein Paar geworden und sieh' doch, wie glücklich unser Kurt ist!

Qdcr bist Du es nicht?" fragte sie den

Bruder, sie sckaute ihm daber übermüthig lachend in das Antlitz, aus dem sichtbar eine große, innige Freude leuchtete. Ja, ich bin namenlos glücklich," bcstätigte Kurt. Da hörst Tu es, Mutter! Ist denn Jrmgard wirklich so hübsch? Ich habe sie ja immer nur von Weitem gesehen! Wie freue ich mich, daß ich sie endlich kennen lernen werde; aber sie soll sehr stolz sein, ist das wahr?" Adelinde richtete dabei die großen, grauen Augen unruhig fragend auf den Bruder. Wer hat dies gesagt?" fragte Kurt rasch zurück und ohne rie A.ntwort bei Schwester abzuwarten, setzte er hinzu: Sie ist lieb und freundlich gegen alle Welt." Wird sie es auch gegen mich sein?" Wie kannst Du fragen!" Ja. ich bin nicht wie alle Welt. Meine Freundin sagt imm, ich sei eine revolutionäre Natur, und das bin ich auch," setzte sie hinzu und warf das blonde, junge Haupt entschlossen in den Nacken, während sie dabei noch immer eifrig weiter kaute. Das dürfte der Vater wohl nicht hören." bemerkte Kurt und drohte freundlich lächelnd mit dem Finger. Ach, der hat mich ja dazu gemacht, er schimpft so weidlich selbst auf seine Standesgenossen und sieht alle Schwä-, chen und Fehler der Leute, und die ganze Weltordnung ist so wenig nach seinem Geschmack, da soll man nicht endlich Lust bekommen, sie über den Haufen zu werfen!" Sie stieß nach diesen Worten jenes helle Lachen aus, das auch der Mutter eigenthümlich war. Du baft den Vater ganz falsch verstanden." Erlaub lieber Kurt, daß ich Dir widerspreche ," entgegnete Adelinde mit der ganzen Gereiztheit eines fünfzehnjährigen Backfisches, ja. blinzle mir immer mit den Augen." wandte sie sich zu ihrer Mutter, und sie stieß ein kurzes. übermüthiges Lachen aus: Ihr glaubt, ich sei noch so ein dummes Gänschen und leb' nur so in den Tag hinein; aber ich mache mir über alles meine Gedanken und das Elend der Menschheit" jetzt ging die Thür auf, die Sprecherin warf einen nicht ganz angenehm überraschten Blick auf die Eintretende und anstatt den Satz zu vollenden, schob sie einen großen Bissen in den Mund, der ihr kaum erlaubte, den Morgengruß deutlich zu erwidern, den die Erschienene den Anwesenden bot. Kurt wollte sich erheben und der Eingetretenen entgegengehen; aber diese eilte rasch auf ihn zu und drückte ihn voll zärtlicher Bcsorgniß in den Sessel zurück. Ich hörte, daß Du beim Frühstück säßest und deshalb kam ich. um zu sehen, wie es Dir heute geht;" die schlanke hohe Gestalt bückte sich über den Bruder hinweg, um ihm voll Innigkeit in das Antlitz zu schauen. Du siehst heute wirklich sehr gut aus." sagte sie und ein freundlich Lächeln verschönte ibre ernsten, ein wenig strengen Züge. Stiefmutter und Stiefschwester schienen kaum für sie vorhanden zu sein; sie hatte Beiden wohl kühl höflich zugenickt, aber bani; i n ganze Aufmerksamkeit dem Bruder zugewendet. An meinem Verlobungstage muß ich wohl gut aussehen, das ist mein? Pflicht." versuchte Kurt zu scherzen. Meinst Du das nicht auch. Mutter?" wandte er sich zu der Gräfin, fogleich bemüht, sie mit in die Unterhaltung zu ziehen. Gewiß." bestätigte diese und sie lächelt fteundlich zu itzrem Stieffobn hinüber. Ach. meine Theuren. Ihr könnt es ja kaum begreifen, wie grenzenlos glücklich ich bin, und mir ist es manchmal wie ein Traum, daß ich sie endlich mein nennen soll, ohne die ich mir das Dasein nicht mehr denken könnte; aber willst Du eine Tasse Kakao mit mir trinken?", wandte er sich zu seiner Schwester, es ist noch genug vorhanden. Nicht wahr. Mutter?" Diese nickte mit dem Kopfe. Nein, ich danke, lieber Kurt, Du weißt, ich frühstücke stets auf meinem Zimmer." Entschuldige, lieber Kürt ich habe noch fo manches zu thun und ich laß Dich ja nicht allein," sagte jetzt die Gräfin. Während sie dem Stiefsohn mit großer Herzlichkeit die Hand reichte, nickte sie ihrer Stieftochter zwar sehr freundlich, aber doch etwas flüchtig zu und verließ dann mit rafchen Schritten das Zimmer. So warte doch," rief ihr Adelinde nach. Ich komme mit. Guten Morgen, Kurt," und dann stürmte sie mit dem letzten Bissen im Munde an ihrer Stiefschwester ohne Gruß vorbei und der Mutter hinterdrein. Wie hübsch, daß sie gehen; nun können wir doch ungestört miteinander plaudern," sagte die Komtesse; sie blickte mit einer gewissen Befriedigung auf du Thür, hinter der die Beiden verschwunden waren und nahm dann an der anderen Seite des Bruders Platz, als wolle sie absichtlich den Stuhl vermeiden. auf dem die Gv-iefmutter gesessen hatte. Du hast sie vertrieben. Ach. Wal. trud. Du thust ihr unrecht, sie ift wirklich gut und Du mußt selbst bekennen " Ich hab' sie nicht leiden können, als ich noch ein kleines Kind war, und meine Abneigung ist bis heute geblieben." unterbrach ihn die Schwester; ihre eben noch freundlichen Gesichtszüge erhielten einen finsteren, harten Aus-druck.

Mrr unbegreiflich." sagte Kurt kopfschüttelnd. Sie hat etwas Katzcnartiges," fuhr die Schwester, ohne auf diesen Widerspruch zu achten, nicht ohne Erregung fort. Sie weiß um Alle glatt und schmeichelnd herumzustreichen und gerabc das macht auf mich einen so widerwärtigen Eindruck. Mit einem Wort sie ist und bleibt mir unsympathisch, denn ich verlange von Jedem Wahrheii und Offenheit." In dem vornehmen, ausdrucksvollen Antlitz der Komteß malte sich jetzt deutlich der unausrottbare Widerwille, den sie gegen ihre Stiefmutter empfand. Sie hat auch für uns stets die aufopfcrndste und zärtlichste Sorge gezeigt." Aus Klugheit, um bei unserem Vater im glänzendsten Lichte zu erscheinen," warf die Schwester dazwischen. Ich kann es nicht begreifen, daß es gerade Dir, mit Deinem edlen, vornehmen Wesen nicht möglich geworden ist. ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und Du mußt doch selbst bekennen, daß sie uns zu allen Zeiten eine gute, liebevolle Mutter war." Liebevoll!" wiederholte die Komtesse; sie stieß ein kurzes sarkastisches Lachen aus. das an ihren Vater erinnerte, mit dem sie auch äußerlich manche Ähnlichkeit besaß, obwohl die scharfen, eckigen Züge des Grafen bei ihr viel abgemilderter und verfeinerter zur Erscheinung kamen, alv bei ihrer Stiefschwester. Sie liebt nur sich, diese naive Egoistin," fuhr Waltrud nicht ohne Bitterkeit fort, und natürlich noch ihren ,Augapfel.' ihr süßes Töchterchen, das sie völlig verhätschelt und verzieht, und sie hat es mit ihrer Schlauheit in der That erreicht, daß selbst unser Vater, der sonst so streng und scharfblickend ist, die Unarten dieses verwilderten Geschöpfes völlig übersieht." Du vergißt, daß es bei Adelinde die Unarten ihrer fünfzehn Jahre sind. die sie schon ablegen wird, sobald sie nur ein wenig älter geworden." Nein, die dann viel schärfer hervortreten werden," behauptete die Komtesse hartnäckig; aber warum sollen wir uns durch eine solch' unerquickliche Unterhaltung die schöne Stunde verderben?" rief sie, dies Gespräch abbrechend, lebhaft aus. Ach, Du ahnst es ja gar nicht, wie glücklich ich bin, daß der Vater Deinem Herzenswunsch nicht länger entgegentritt," und sie schaute dabei voll innigster Zärtlichkeit ihrem Bruder in das Antlitz. Ich sollte dies nicht wissen?" fragte Kurt, und die Hand der Schwester drückend, fuhr er mit großer Wärme fort: Hast Du nicht stets den innigsten Antheil an Allem genommen, was mich betrifft und wäre Jrmgard ohne Dich auf den Gedanken gekommen, mich aufzusuchen und zu pflegen?" Ja. eine von uns Beiden mußte es thun." entgegnete Waltrud, da sich Jrmgard sogleich dazu entschloß, überkieß ich ihr gern das Vorrecht, und jetzt erst sehe ich ein, wie gut ich daran gethan." Ein freundliches Lächeln erhellte jetzt ihre strengen Züge. Ja, so hat alles Schlimme zuletzt sein Gutes. Ohne meine schwere Verwundung und ohne Jrmgards Heldenmüthige Ausopferung würde der Vater niemals in unsere Verbindung gewilligt haben." Und wie ich Jrmgard kenne, wäre sie ohne diese Einwilligung niemals Deine Frau geworden, selbst wenn Du wirklich dem Vater trotzen gewollt hätte,V Da hast Du recht. Nun ist es-besser, daß es so gekommen." Nicht wahr, der Vater überläßt Dir Klein-Lindenau; er sprach wenigstens davon." Kurt nickte freudig zustimmend mit dem Kopfe. Dort wollen wir fleißig und tapfer wirthschaften und uns ein reines, stilles Glück schaffen." Die Augen des jungen Grafen leuchteten auf. Und nicht wahr. Du kommst dann recht oft zu uns auf Besuch?" Nem; aber ich siedle gleich mit Euch i das neue Heim." Den jungen Grafen litt es nicht länger auf seinem Sessel; er wollte sich vor freudiger Erregung erheben, fank aber dann doch zurück, während er seine eigene Schwäche nicht weiter beachtend, lebhaft ausrief: Das wolltest Du? Ach, das wäre herrlich! Aber was wird

der Vater dazu sagen? Wird er dies erlauben?" Ich will mit Euch gehen, weil Ihr mich brauchen könnt, während ich hier längst ganz überflüssig bin. Wenn auch der Vater meine Entfernung nicht gern haben dürfte, so wird sie unserer lieben Mutter um so angenehmer fein und die wird schon im entscheidenden Moment ihn umzustimmen wissen." Ein bitteres, sarkastisches Lächeln folgte diesen Worten. Kurt ergriff die Hand der Schwester. Ja, meine liebe, gute Waltrud, Tu verarollst Dich hier nur, das hab' ich längst bemerkt und bedauert. Wie glücklich wollen wir Alle sein! Ah, daß Du zu uns kommst, oa ist für uns ein großer Lebensgewinn! Wie wird sich Jrmgard darüber freuen!" Wir werden uns schon vertragen. Sie ist wohl aus etwas weicherem Stoff gemacht als ich; aber in unseren Gesinnungen stimmen wir doch wunderbar übercin. während ich hier" Sie vollendcte nicht, denn die Thür ward aufgerissen und der Vater stürmte mit allen Anzeichen heftiger Erregung in das Zimmer; er hielt einen Brief in der Hand. Sei dem unerwarteten Anblick des Sohnes und der ältesten Tochter

fragte er ein wenig verwirrt: Wo ist die Mutter? Ich glaubte, sie wäre noch hier." Sie ist soeben gegangen," antwortete Kurt. Der Graf schwankte einen Augen-

' blick, ob er sich dann ebenfalls entfernen oder bleiben solle. Er wollte schon den Geschwistern den Rücken kehren und ebenso hastig wieder hinausstürzen, wie er gekommen war, da wandte er sich kurz entschlossen noch einmal um und mit den hastig hervorgestoßenen Worten zu Kurt: Ach. was kann das helfen? Du mußt es ja doch erfahren. Ich denke, mich soll der Schlag rühren! Ist das eine verteufelte Geschichte! Da lies!" Und er legte den offenen Brief, den er in der Hand gehalten hatte, dicht vor dem Sohne hin. Kurt betrachtete erst ein wenig erstaunt das Schreiben. Was sollte das bedeuten? Er konnte die furchtbare Aufregung de Vaters nicht begreifen; es mußte jedoch etwas ganz Besonderes sein. Wie er bemerken konnte, rührte der Brief von seinem Schwiegervater her und nun überflog er rasch die wenigen Zeilen. Das war freilich eine überraschende und seltsame Nachricht. Der Bruder des Barons war gestern plötzlich zurückgekehrt. Durch den Kopf des Sohnes zuckte nur der eine Gedanke: Wie würde sich ' der Vater zu diesem unerwarteten Ereigniß stellen? Er schaute fragend und nicht ohne Bestürzuna in dküen Antlitz. Ja, was fagst Du?" brauste der Graf jetzt heftig auf: Taucht dieser Mensch hier auf und gerade jetzt! Ich kann ihn nicht sehen! Er mag erst seine Strafe abbüßen, dann will ich die Verganqenheit zu vergessen suchen." Was soll jetzt geschehen?" fragte Kurt leise, dem tausend unruhige Vorstellungen durch den Kopf wirbelten Ihr fahrt natürlich hwüber und feiert die Verlobung; ich habe einmal mein Wort gegeben und dabei bleibt's," antwortete der Graf ohne jedes Bedenken. Nur von mir verlange nicht, daß ich mitkomme." Du willst hier bleiben?" rief Kurt voll schmerzlicher Bestürzung aus. Und ich hatte mich so unendlich gefreut, daß mit dem heutigen Tage zwischen uns und den Ehrenfels alles in das schönste Geleis kommen würde!" Ich war ja Dir zu Liebe bereit, mich mit denen ,da drüben' völlig auszusöhnen. Jetzt ist es mir unmöglich! Ich rann nicht mit dem Morder meines Bruders zusammentreffen, der mit seiner alten übermüthigen Weise mir unverschämt in's Gesicht lachen würde, als wolle er sagen: Siehst Du, ich bin und bleibe ein ganz famofer Kerl. Ich schlage allen Gesetzen ein Schnippchen." Baron Heinrich hat Deinen Bruder im Duell gctödtet, das ist freilich sehr traurig; aber Mord " Wie willst Du das anders nennen?" unterbrach ihn der Graf heftig; Ehrenfels hatte die Wahl der Waffen, er wußte, daß mein Bruder ein sehr schlechter, Schütze war, und er entschied sich doch für die Pistole, die in seiner außerordentlich sicheren Hand eine tödtliche Waffe war. Ist das kein Mord?" und die großen, unruhig funkelnden Augen des Vaters ruhten fragend auf dem Sohne. Es sind über dies unendlich traurige Ereigniß jetzt zwanzig Jahre verflosskn," entgegnete Kurt leise und doch mit einiger Betonung. Ich weiß, was Du damit sagen willst, aber ich gehöre nun einmal nicht zu den Leuten, die vergessen können. Wäre er damals nicht feige entflohen, hätte er feine Strafe abgebüßt ich würde ihm verziehen haben; er hat es mir unmöglich gemacht, und ihn jetzt wiederzusehen, ihm vielleicht freundlich die Hand zu schütteln, als ob der Schatten meines gemordeten Bruders nicht noch zwischen uns stände, das geht über meine Kraft. Ich werde dem Baron schreiben, daß es bei der Verlobungsfeicr sein Belrenden behält. Ihr müßt mich schon entschuldigen Fahrt Alle. jkricfc bleibe zu Haus?" und als wolle er mit dieser ganz bestimmt abgegebenen Erklärung alle weiteren Bitren und Vorstellungen abschneiden, stürmte der Graf wieder hinaus. Das ist ein bitterer Wermuts, tropfen in unseren Freudenbecher! Wa werden Ehrenfels dazu sagen?" Mi, diesen Worten wandte sich Kurt niedergeschlagen und bekümmert zu seiner Schwester. Laß Dich nicht zu tief niederdrücken," ermähnt? die Schwester in ihrer ruhigen, verständigen Weise, mit der sie so oft über den Bruder den größten Einfluß gewonnen hatte, trotzdem sie beinahe fünf Jahre jünger war ai er. Hast Du die Vergangenheit verschuldet? Euch gehört die Gegenwart und die Zukunft und wein auch dieser letzte kleine Sturm vorüber sein wird, dann seid Ihr im Hafen." Kurt antwortete nicht; er drückte nui feiner Schwester die Hnd, und dann richtete er sich mit ihrer Hilfe in die Höhe, um nun ebenfalls das Zimmer zu verlassen; aber wie er auch die quälenden Gedanken zu verscheuchen suchte, er ging doch in einer viel trüberen Stimmung hinweg, als er gekommen war; wohl lachte auch jetzt noch ein helle? Frühlingshimmel herab, ihm jedock erschien er plötzlich grau und umwölkt. Auch der Zuspruch der Schwester konnte ihm die Sorge nicht verscheuchen, die auf ihm lastete Der Vater kam nicht mit. Wie würden die Ehrenfels dies Zeichen der alten Unversöhnlichkeit aufnehmen? Es war ihm unmöglich, jetzt noch heitl? in die Zukunft zu blicken. (Fortsetzung folgt.)

Varicocele.

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