Indiana Tribüne, Volume 25, Number 188, Indianapolis, Marion County, 1 April 1902 — Page 7
Jndiana Uridune, R pril lVUS.
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Im Frieden. Q C $ c Vmnan von Sttdwifl abtritt. Z G -4 0A0l0A0A0A0AC0A0A0ACA0A0A0 (Fortsetzung.) Vlbcr wirst Du nicht einer Erfrischung bedürfen?" fragte jetzt die Baromn, verzeihe mir, daß ich nicht eher daran ,:edackt hab'." ..Da scige ich nicht nein. Ich gestehe : ehilich, dan tch einen tüchtigen Hunger mitgebracht hab' und wenn Ihr mir beim Esten, wie ich hoffe, Gesellschaft leisten wollt, so können wir gemüthlich weiter plaudern. Ich habe Euch viel zu erzählen und Ihr gewiß mir auch;" jetzt bot er doch mit jenem ritterlichen Anstand, den er da drüben" noch nicht ganz verloren hatte, seiner Schwägerin den Arm, um mit ihr den Speisesaal aufzusuchen. Der Baron und seine Tochter folgten den Boranschreitenden mit Gedanken und Empfindungen, über die sie sich in diesem Auaenblick selbst noch keine klare Rechenschaft geben konnten. Das pfotz licke Auftauchen des längst Verschölle nen war Beiden noch immer wie ein Traum; sie mutzten sich erst daran gewohnen, daß es Wirtlichkeit sei. 2. Kapitel. Tie Morgenfonne war noch nicht über den Kiefernwald emporgestiegen; sie sandte neugierig ihre ersten Strahlen zu dem hohen Giebeldach hinauf, das wie eine riesige, dunkelrothe Mutze über das breite Gebäude gestülpt war. Aus einer Künstlerhand konnte dies alte Bauwerk sicher einmal nickt gekommcn sein, denn es machte auf architektonische Schönheit auch nicht den mmdesten Anspruch. Hier hatte alles nur dem einen Gesetze dienen müssen der Zweckmäßigkeit. Ein großes, geräumiges WohnhauL herzustellen, in dem es sich bequem und behaglich Hausen ließ, das mochte dem ersten Erbauer des Schlosses vorgeschwebt haben und dies war auch erreicht worden. Epheu und wilder Wein hatten sich über die beiden Stockwerke beinahe bis zum Dach emporqerankt und das war der einzige, äußere Schmuck, dessen sich der Herrensitz des Grafen Bredow rühmen konnte, wenn nicht vielleicht der an der Nordfeite angebrachte große Balkon, der sich an mehreren Fenstern des ersten StockWerkes hinzog, doch als Schmuck mitzählen durfte. An der Nordseite des Schlosses befand sich auch der von einer hohen Mauer umzogene, ziemlich große Vorgarten, der mit seinen gradlinigen Wegen und seinen wenigen Bäumen nur geringen Schatten bot; dafür konnten die Blumenbeete, auf denen bereits Hvazinthen und Primeln ihre Junten Köpfe emporstreckten, um so besser gedeihen. Ein gerader Fahrweg führte vom Schlosse zu der Landstraße, die ein hohes, eisernes Thor von dem Garten, der einen ziemlich nüchternen Eindruck machte, ängstlich absperrte. Auf der Mittagsseite trennte ein weiter Hofraum das Schloß von den niedrigen, langgestreckten Wirthschcitsaebäuden. die zwei Flügel beinahe zu dem gräflichen Herrensitz schickten, der zuletzt noch von einem Heckenzaun völlig umfaßt wurde. Auf dem äußerst sauber gehaltenen Hofe war es, trotz der frühen Morgenstunde, schon lebendig. Mägde kamen bereits mit den vollen Melkeimern aus den Ställen und suchten eiligst im Milchkelle? des Schlosses zu verfchwinden; sie hatten zwar nicht den Herrn Grafen selbst bemerkt, aber es war ihnen doch gewesen, als ob dort in der Sckeune bei der Dreschmaschine der lange, blonde, ihnen nur zu wohlbe kannte Schnurrbart des gnädigen Herrn im Morgenwinde geweht habe und das genügte schon, um den Dirnen flinke Beine zu machen. Dort, vor der durch Dampf getriebenen mächtigen Dreschmaschine stand der Graf wirklich, den breiten Rücken dem Hose zugekehrt. Seine scharfen, grauen Augen verfolgten achtsam jede Bewequng des keuchenden und stampfenden Ungeheuers, während er dem Arbeiter, einem kurz gedrungenen, stämmigen Burschen, seine Befehle ertheilte, dann verließ der hochgewachsene Mann so rasch, wie er gekommen war, die Scheune, um nun ebenso unerwartet in einem anderen Wirthschaftsraume aufzutauchen und nach der Ordnung zu sehen. Wehe demjenigen, den der gnädiae Herr Graf auf einer Nachlässigkeit oder gar faulenzend ertappte, dann sauste gewiß die Reitpeitsche, die seine beständige Begleiterin war, auf den Rücken des Schuldigen sehr ungnädig herab. Ob Knecht, ob Magd, beim Grafen Bredow gab es in diesem Punkte keine Ausnahme. Alle Dienstleute fürchteten den Schloßherrn; sie mochten ihn sogar heimlich hassen; der Graf wußte es; aber sie zeigten ihm eine fast hündische Unterwürfigkeit und das allein war es, was er angestrebt und zu seiner großen Genugthuung auch erreicht hatte. Die Wenden vertragen keine andere Bchandlung, sie werden sonst übermüthig und faul" diese Anschauung war die Richtschnur qewefen, die schon seinen Vater geleitet und die er sich ebenfalls zu eigen gemacht hatte, als ihm durch das Hinscheiden des theuren Mannes hier die Zügel der Herrschaft in die Sande gefallen waren. Seit Jahren
schon hatte Graf Breöow nur nocq leiten Veranlassung, von seinem kräftiger Erziehungsmittel Gebrauch zu machen; die Leute hatten gelernt sich zu fiirdjten und trotz ihrer angeborenen Störrigkeit fies) unter das harte Jcch t: oucken. das ihnen hier auferlegt tourV; dennoch bzhielt der Gutsherr die alle Gewohnheit bei, und auf seinen Gängen durch die Wirthscbaftsräume blieb die mächtige Reitpeitsche seine ebenso getreue Begleiterin wie auf seinen Ausritten durch die Felder, und der Rücken cines nachlässigen Knechtes machte wohl weit leichter die Bekanntschaft derselben, als sein getreues Roß. Jetzt war der Rundgang beendigt; der Graf warf noch einen letzten mu sterndcn Blick über den ganzen Hofräum; er konnte nichts entdecken, was seinen Tadel verdient hätte, und nun wanderte er mit denselben langen hastigen Schritlen. mit denen cr gekommen war. der kleinen Pforte zu, die auf der Morgcnseite zwischen Schloß und Zaun angebracht war; er zog seinen Schlüssel, öffnete und stieg nun einige Stufen hinauf, die zu einem kleinen Treibhause führten. Seltsam genug, dieser Hüne, dessen ganze Erscheinung nur zu deutlich verrieth, daß er gewohnt war, hart und rücksichtslos aufzutreten und in dessen von Wind und Wetter gebräuntes Antlitz sich selten eine weichere Regung zu vericren schien, war ein leidenschaftlicher Blumenfreund. Hier war der Herr Graf ein Anderer; der scharfe, durchbohrende Blick, der forschend üderall umherschweifte und blitzschnell jede Unordnung entdeckte, verlor sich beim Betreten des kleinen Treibhauses und die großen, grauen Augen, die eben
noch alles mit unerbittlicher Strenge gemuitert hatten, ruhten jetzt förmlich mild und zärtlich auf seinen hier versammelten Lieblingen. Der hocligcwachsene Mann mußte sich bücken, als er auf dem bersten schmalen Gange des Treibhuses angelangt war; dort unter der grünenden, blühenden Menge standen zwei Rosenstöcke, an denen einige soeben aus der Knospenhülle geschöpfte Rosen prangten, die mit ihrem süß:n Duft alle anderen Gerüche beherrschen. Der Graf hatt? die Stöcke selbst okulirt, voll stolzer Freude ruhten seine Blicke auf den wunderschön geformten Rosen; er griff nach dem Messer; aber dann wie von Reue erfaßt, wollte er eiligst an ihnen vorüber, seine Blicke suchten irgend einen Ersatz; doch schör r i r rtnr F t. CT I nere vielen als Diqe 'caricyau gab es heute nicht; ohne weiteres Besinnen schnitt er die fünf Prachtercmplare ab, dann Verließ er mit seinem gewohnten rgsche Gange wieder das Treibhaus, um nun mit seiner Rosenbeute in das Schloß zurückzukehren. Nl'.n erst henimte der Graf ein wenig seine Schritte; ej wanderte auf dem langen Gange des Erdgeschosses beinahe bis an das Ende und trat jetzt in ein großes, geräumiges Zimmer, in dem schon eine noch ziemlich jugendliche ??rau am prühstückstische saß, die sich bei seinem Erscheinen erhob und trotzdem sie schon ein wenig zur Wohlbeleibtheit neigte, dem Eintretenden rasch entgegeneilte und seinen kurzen Morgengruß herzlich und freundlich erwiderte. Sie hatte sogleich die Rosen bemerkt, die ihr Manu neben seiner Reitpeitsche in der kräftigen Rechten hielt, und rief Voll Entzücken aus: Ach. sind die heut schön!" Etwas wie ein zufriedenes Lächeln glitt über das harte Antlitz des Grafen, und nicht ohne einen Anflug von Ritterlichkeit überreichte er seiner Gattin den Rosenstrauß mit der Rechten, während er die Reitpeitsch? in die Linke nahm. Es ist mir nicht leicht gefallen, sie abzuschneiden," bekannte er in seiner rückhaltlosen Offenherzigkeit, aber " Aber Du konntest docy erne ane Frau nicht ohne den gewohnten Strauß lassen," ergänzte die Gräfin, währenl: sie lächelnd und mit herzlicher Dankbarkcit zu ihrem Gatten aufblickte, dann nahm sie die Blumen in Empfang, fetztc sie sogleich in das auf dem Tisch schon dafür bereit stehende Gla: und fyzed: von Neuem ihr Entzücken aus über dic hellte so wundervollen Rosen, indem sie sich noch einmal über den Strauß hinwegbcugte und dann -en Duft einsog, den er ausströmte. Der mächtige Schnurrbart des Ärasen zitterte vor innerer Erregung, der große, noch mit prächtigen Zähnen vollbesetzte Mund öffnete sich und wie seine Frau den Blumenduft, so sog er. ohne ein Wort zu sprechen, mit sichtlichem Wohlgefallen das üücrschwängliche Lob ein, das ihm die Gattin spendete; dann nahm er ohne Weiteres ihr gegenüber am Frühstückstische Platz. Du bas? wohl schon gewartet?" fragte er, seine harie, rauhe Stimme zu möglichster Weichheit zwingend; cr sah dabei nack der Uhr. Wihrbaftig, ich habe tn'xd heut ein wenig verspätet." Das thut gar nichts," entgegnete du Gräfin in ihrer freundlichen einschmcichelnden Weise. Wenn Du mir solch herrliche Rosen mitbrr-vgst, warte ick gern noch länger." Ja. bist Du aber auch eine Blumennärrin!" rief cr lachend aus, und seine Blicke schweiften dabei halb mitleidig spottend, halb anerkennend über das noch immer frische, blühende Antlitz seiner Gattin, die trotz ihrer sechsunddreißig Jahre selbst an eine vollerblühtk Rose erinnerte; dann aber widmete er sogleich seine ganze Aufmerkfamkeit dem reich besetzten Frühstückstisch, denn er hatte auch heut wieder, wie immer, schon in dieser frühen Stunde einen ge
legneren Appetit mttgevraeyr, oesuu entging ihm auch das Lächeln, das um die vollen, blühenden Lippen feiner Gattin spielte. Ach, er wußte ja nicht und brauchte es auch nicht zu wissen, daß sie nur ihm zu Gefallen eine so schwärmerische Blumenfreundin geworden war; der sonst so scharfblickende Mann hatte davon so wenig eine Ahnung, wie davon, daß seine Gattin, die er nicht nur körperlich, sondern auch geistig weit zu überragen glaubte, doch all' ihren weiblichen Scharfsinn aufwandte, um mit einem so schwierig zu behandelnden, scharf ausgeprägten
Charakter dennoch in Harmonie zu kommen. Die Grafen Bredow, die sich vor einem Jahrhundert hier in der Lausitz angesiedelt, hatten ihre Eigenart, die sie aus der märkischen Heimath mitgebracht, nicht abgestreift; im Gegentheil, im Kampf mit dem fremden störrischen Element waren sie so scharf, hart und rücksichtslos aufgetreten, als sie es für nöthig gehalten; sie hatten hier ein eisern Regiment geführt und waren stets mehr gefürchtet als geliebt worden. Der jetzige Besitzer von Lindenau hatte keine Ausnahme gemacht, wenn er nicht die Zügel der Herrschaft noch etwas straffer angezogen als seine Ahnen. Auch die erste Ehe des Grafen Bredow tvar keine glückliche gewesen. Seine Gemahlin hatte das schroffe, harte Wefen ihres Gatten nicht ertragen können; sie war eine zu stolze, echte Aristokratin gewesen, die sich selbst vor ihrem Manne nicht bücken gewollt; es war schon in den ersten Jahren ihrer Ehe zu heißen Kämpfen gekommen, man dachte bereits an eine Scheidung, da erlöste der Tod die Gräfin von Fesseln, die sie nur widerwillig getragen; sie hatte ihrem Gatten zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, geschenkt. Der Graf war schon nach einem Jahre zu einer zweiten Ehe geschritten. Diesmal fiel feine Wahl auf eine schlesiscke Baroneß, die nichts weiter besaß, als ihren alten Adel und ein hübsches, frisches Gesicht und eine schlanke, biegsamc Gestalt, denn sie war die älteste Tochter eines mit vielen Kindern ge segneten BaronS, der auf seinem kleinen Besitzthum wacker zu kämpfen hatte, um sich mit seiner zahlreichen Familie gerade über dem Wasser zu halten. Für die arme junge Baroneß war es wohl ein großes Glück, daß der reiche, angesehene Graf Bredow sie zu seiner Gattin machen wollte, und doch hatten die Eltern nicht ohne Besorgniß das Geschick ihrer Tochter einem Manne anvertraut, der nicht gerade in dem Rufe eines verträglichen Ehemannes gestanden hatte und mit dem überHaupt, wie es allgemein hieß, nicht gut Kirschen essen sei. Alle Vorstellungen und Warnungen der Ihrigen vor diesem gewagten Schritt hatten jedoch bei der Tochter nichts gefruchtet; ihre Antwort war stets gewesen: Ich werde schon mit ihm fertig werden; er ist nicht halb so schlimm, wie er aussieht " und sie war mit dem Wagmuth ihrer achtzehn Jahre die Gattin des Grafen geworden. Seitdem waren andere achtzehn Jahre über ihrem blonden Scheitel dahin gestrichen; aber die heftigen Stürme, die man ihrer Ehe vorausgefagt, hatten sich nicht eingefunden; im Gegentheil, es war ihr gelungen, an der Seite des allgemein Gefürchtsken ein friedliches und ruhiges Dasein zu führen. Wie hatte es aber auch die jetzige Gräfin verstanden, die scharfen Ecken und Kanten ihres Mannes so geschickt und sorgsam zu umgehen, daß sie niemals davon unsanft berührt wurde und auch niemals bei dem eigenwilligen Gebieter irgendwie anstieß. Sie hatte ein wunderbares Talent, Allem auszuweichen, was seinen Zorn erregn konnte, und sie wußte immer gerade das zu sagen, was er gern hörte und ihm angenehm war, ohne daß er je ihre bestimmte Absicht deutlich gewahr wurde. Sie widersprach ihm nie sogleich; sie stimmte freundlichst und bereitwilligst seiner ausgesprochenen Meinung zu, als beuge sie sich nur seinem überlegenen Geiste und dann wußte sie später doch den günstigen Augenblick zu erlauschen, in dem es ihr möglich wurde, seine entschieden ausgesprochenen Ansichten sc leise und allmälig umzubiegen, daß er selbst nicht die geringste Ahnung hatte, wie seine so schroff und fchneidig vorbrachte erste Meinung schon eine Wandlung erfahren hatte und sein ursprünqliches Nein" nahe daran war, ein Ja" zu werden. All' sein Denken und Anschauen fand ihre lebhafteste Zustimmung; sie schien völlig von seinem überlegenen Geiste unterjocht zu werden und keinen eiqenen Willen zu kennen; der Graf war deshalb nicht wenig stolz und glücklich darüber, in seiner zweiten Lebensgefährtin eine Frau gefunden zu haben, über die er eine solch' unbedingte Herrschaft auszuüben vermochte und gerade das war das Band, das den sonst so rücksichtslosen Mann an seine Gattin fesselte. In den scharfen, durchdringenden Augen des Grafen, der so mitleidslos alle Schwächen und Fehler seiner Mitmenschen entdeckte und sie schonungslos tadelte, besaß seine Gattin nicht einen Fehler, den er nöthig gehabt hätte, ihr abzugewöhnen. S war ihm das Muster einer Hausfrau. Die früher so schlanke Gräfin neigte jetzt schon ein wenig zur Wohlbeleibtheit; sie war mit den Jahren etwas bequem geworden und hätte so gern am Morgen noch eine Stunde geschlafen; aber sie wußte, daß ihr Mann es liebte, mit ihr am Frühstückstisch zusammen zu sitzen, und wie schwer es ihr auch
fiel, sich fo früh von ihrem Lager zu er-
heben sie fehlte doch niemals zur gewohnten Stunde und ihrer frischen Gesichtsfarbe, ihrem munteren Wesen, wie ihrer ganzen äußeren Erscheinung konnte der Graf niemals anmerken, daß sie erst kurze Zeit vorher, seufzend und noch ein wenig schlaftrunken, ihr Bett verlassen hatte. Mit wunderbarem weiblichen Scharfsinn hatte die Gräfin schon im Beginn der Ehe herausgespürt, wie sie ihren Mann behandeln müsse, um seine liebe Frau" zu werden und den allgemein Gefürchteten an einem unsichtbaren Gängelbande zu führen. Sie hatte es verstanden, den Löwen so weit zu sänftigen, daß er wenigstens niemals gegen sie im wilden Grimm die Tatze erhob, mit der er sonst alles n'ederschlug, was sich ihm störend in den Weg stellen wollte. Deshalb auch war sie eine so eifrige Blumenfreundin geworden, wußte sie doch, wie gern er sich über ihre Schwäche lustig machte, die er nur zu sehr mit ihr theilte. Sobald sie über dfc erhaltenen Blumen eine solch' kindische Freude äußerte, schien er völlig zu vergessen, daß er selbst jeden freien Augenblick seinen Lieblingen opferte und er nicht wenig stolz war, wenn er seiner Gattin am Morgen einen Strauß aus seiner Blumenschatzkammer bringen konnte. Der MuMickstisch war' rrnk AUem reichlich besetzt, was der Graf zu dieser Stunde gern zu sich nahm. Es fehlte nicht an weichgekochten Eiern, an allerlei kaltem Aufschnitt, und die prächtigen Zähne des noch immer stattlichen Mannes begannen ihre Arbeit, um redlich alles zu' vertilgen, was die besorgte Hausfrau vorlegte. Wohl war die Stirn des Grafen hoch und förmlich scharfkantig, sie deutete auf einen nicht gewöbnlichen Verstand, während der sehr stark entwickelte untere Theil des Gesichtes einen unbeugsamen Wlllen verrieth. Die mächtigen Kauwerkzeuge schienen dazu angethan, alles leicht unt mühelos zu zermalmen, was ihnen zugebracht wurde. Es gewährte stets der Gräfin ein besonderes Vergnügen, ihren Mann essen zu sehen, fand sie doch in dem unermüdlichen Eifer, mit dem er alles vertilgte, was sie ihm hausmütterlich zurecht gemacht hatte, die beste Anerkennung. Heut mußte die überschwängliche Freude, die seine Gemahlin über die Rosen gezeigt, den Grafen in ganz besonders gute Laune versetzt haben, denn er schlürfte jetzt die Tasse Thee, die sie ihm eingeschänkt hatte, mit großem Behagen und sagte dann voll Anerkennung: Der Thee schmeckt mir doch nirgends besser als bei Dir. Du lieber Himmel! Was war das vorgestern Abend bei Sollbachs für ein Getränk, und die Frau will doch eine Hamburqerin fein!" Ja, der Thee kam aus der Küche und hatte fchon zu lange gezogen, dae darf er eben nicht. Das Sicherste bleibt, wenn man ihn selbst kurz vor dem Gebrauche zubereitet." Könntest ihr das einmal sagen." Ach, ich fürchte. Frau von Sollback würde mir dies schrecklich übel nehmen' entgegnete die Gräfin lächelnd. Warum? Das seh' ich nicht ein. Die Leute sind wirklich recht nett unr bescheiden, das muß ich sagen. Dei Mann fragt mich gern um Rath unt hinterher feh' ich doch, daß er auch klue genug ist, ihnu befolgen, während sc viele unserer tandesgcnossen in ihre: arenzenldsen Beschränktheit auf dem alten, abgetriebenen Gaule sitzen blei den. mit dem ne immer titter rn du Tinte hineinreiten." (Fortsetzung folgt.) Das verläßliche und erprobte EMERSON Zum Verkauf bei he -KENNEDY MUSICCO. John F. Sanders Sample Room, 228230 Ost WabasH Str. Beste lveine, (iquöre : : : und igarrer Telephon alt und neu. 955. Ton REDHOND. X0 Süd Illinois Straße. Feine Weine, Liquöre und Cigarreu. Geschmackvoller warmer und kalter Lunch. Theodore F. Smitber, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech- und Kiesdacher, Dächer von Asphalt nnd Gilsonit. Sngros .Händler in allen Arten von Dch chrialitn. Telephon : neu 61 ; alt green 2121. 301 West Maryland Gtt. Eüdroestt. Ecke von Senate ve. und Maryland Str.
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