Indiana Tribüne, Volume 25, Number 187, Indianapolis, Marion County, 31 March 1902 — Page 7

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o 0 o 5l Im Frieden. 9 2 C O s CV' o 5 l?omm von Luvwi fjabidtt. OAOAOAOAOAOAOOAOAOACUSAOAÖ (Fortsetzung.) Wohl hatte die Baronin in den e-ster Jahren ihrer Anwesenheit in diesei ländlichen Einöde nach Möglichkeit versucht, den Gatten wieder heiteren Sin nes zu stimmen, ihm die Sorgenfalt vo der Stirn zu streichen: aber ihn Bemühungen waren in der letzten Zeit immer weniger von Erfolg beglerlet gewesen und zuletzt gab sie dieselben auf. Sie begriff vollkommen, daß ihr guter Mann nicht mehr heiter sein konnte, dah er im Kampfe mit der gemeinen Alltäglichkeit das Lachen verlernt hatte und in ihr wurde es auch allmälig stiller. Zwar schwand nicht ganz der Sonnenschein aus ihrem Herzen, doch die Stunden, in denen sie noch ihre rheinische Heiterkeit und Lebenslust wiederfand, wurden immer seltener. Erst in der neuesten Zeit hatte sich ein reicher Bankier aus Berlin in der Nachbarschaft angekauft und mit diesen Leuten war ein leidlich angenehme: Verkehr möglich geworden. BesonderIrmgard hatte sich rasch mit der ein Jahr älteren Tochter des Herrn von Sollbach befreundet. Jetzt trat derjenige in's Zimmer, von dem Mutter und Tochter soeben gesprochen hatten und ein Blick der Baronin in das finstere, müde Antlitz ihres Vcannes sagte ihr schon, daß demselben wieder etwas sehr Unangenehmes wiverfahren sein müsse, er begann auch sogleich nach alter Gewohnheit sein Oerz gegen die Gattin auszuschütten. Ach. hier wird man doch seines Lebens niemals froh," und der hagere, hochgebaute Mann, der stets ein wenig gebückt ging, als laste beständig ein schwerer Druck auf ihm, stich nach diesen Worten einen tiefen Seufzer aus. Selbst seine früher klangvolle Stimme, seine frische, lebhafte Sprechweise war hier verloren gegangen und die Worte kamen schleppend und dennoch scharf, beinahe knarrend über die Lippen, wie dies gewöhnlich "bei Menschen geschieht, deren Dasein von Verdrießlichkeiten aller Art bestürmt wird. Was ist geschehen?" fragen Mutter und Tochter fast zu gleicher Zeit. Denkt Euch, ich habe den Leuten ausdrücklich befohlen, sich in den Baumen nicht so hoch hinauszuwagen, denn es sei ja gar nicht nöthig und nun ist doch der Christoph heruntergefallen." Ist er schwer verletzt?Das wohl nicht; aber das Bein ist gebrochen, und ein solches Unglück muß nur Passiren, damit uns der morgige Tag verdorben wird, auf den wir uns Alle schon so unendlich gefreut haben. Nu.l, das weiß ich schon, wenn ich mich auf etwas freue, dann ist irgend ein Unheil gewiß nicht weit," und um die feinen, welken Lippen des Barons zuckt! ein bitteres, müdes Lächeln, während seine von einer Brille bedeckten Augen mißmuthig vor sich hinstarrten. Ach. lieb Väterchen, so solltest Du doch nicht immer denken," begann sogleich die Tochter, sie legte liebkosend die Arme um seinen Nacken, und ihm zärtlich in das umdüsterte Antlitz blickend, setzte sie hinzu: Nimm Dir doch die Sache nicht so zu Herzen, ein Beinbruch ist nicht so schlimm und wird schon wieder völlig geheilt werden. Und warum sollten wir uns den morgigen Tag trüben lassen? Haben wi? dies Unglüä verschuldet? Das hat sich doch der Mensch selbst zuzuschreiben?" Ja, das sag' ich mir wohl auch,entgegnete der Vater; indem er sich sanft wieder von den Armen der Tochter frei mackt- und ihr zärtlich über das blonde Haar strich, fuhr er mit einer Stirn fort, die noch immer umwölkt blieb: Das ist mir heut', am Vorabend, geschehen; aber gebt Acht, es kommt noch etwas viel Schlimmeres, mir ahnt es." Jetzt stürmte eine sehr sauber gekleidete, etwas wohlbeleibte, ältliche Frau herein; ihr eckiges und doch nicht ganz unschönes Gesicht war purpurrot und sie begann sogleich: Verzeihen Sie. Frau Baronin, Herr Baron; aber das ist doch zu arg! Denken Sie, die Stina. dieses schreckliche Gespenst, hat den Herrlicken Tafelaufsatz vom Tisch geworfen, das schöne Kristall! Es liegt Alles in Scherben und dabei grinste das nichtswürdige Geschöpf noch vor sich hin, oll hätte sie wer weiß was Hübsches zu Stande gebracht." Siehst Du, lieber Bernhard, da geht Deine Ahnung schon in Erfüllung," wandte sich die Baronin zu ihrem Gatten und ein Lächeln verschönte ihre blassen, feinen Züge; hoffte sie doch durch t,ct scherzhafte Bemerkung seine Befürchtungen für den kommenden Tag am ehesten damit zu verscheuchen. Ach, der schöne Tafelaufsatz!" sagte der Baron bedauernd. Diese Wenden, das ist schon ein Pack!" fügte er sehr verdrießlich hinzu. Früher würde er einen solchen Unfall mit derselben vornehmen Ruhe hingenommen haben, wie seine Gattin. Die brave Wirthschaften dagegen war sehr erfreut, daß sie wenigstens bei dem Herrn Baron für ihren furchtbaren Unmuth über dieses von Stina angerichtete Unheil ein Verständniß fand, und mit jener Lebhaftigkeit, die sie noch aus ihrer rheinischen Heimath mitgebracht rzatte. rief sie sogleich: Ja. da

yaven feie irtecsit, Herr Jöaron! üjas ist nichtswürdiges Pack, diese Wenden, und ich bin überzeugt, daß Stina au reiner Bosheit und Tücke den Tafelaufsatz heruntergeworfen hat. Ich hab'

sie zwar gehörig abgekanzelt; aber toas macht sich dies dumme Stuck daraus Ich wollte deshalb Frau Baronin fragen. ob sie nicht auf der Stelle fortgejagt werden soll? Verdient hätte si es längst," und die Frau richtete ihr, noch immer zornfunkelnden hellgrauen Auq?n erwartungsvoll auf ihre Herrin. JUvtU Käthe, das wird nicht gehen antwortete die Baronin in ihrer milden, rubiqen Meise, wir werden sie für morgen nothwendig brauchen." Ach. da holen wir für moraen die erste beste Stallmagd herauf, ungejchiäter als dieser .Dübben' kann sie auch nickt fein." Wie ernst auch in diesem Augenblick die junge Baroneß gestimmt war. bei diesem Wort der alten Käthe brach sie doch in ein belustigtes Lochen aus und selbst um die Lippen ihrer Mutter spielte ein freundliches Lächeln, während die umdüsterten Züge des SchloßHerrn sich auch jetzt noch nicht aufhellten und er verdrießlich halblaut vor sich hinmurmelte: Ich wünschte, wir könnten das ganze faule Volk zum Henker jagen." Ja, Herr Baron, das wünscht' ich auch: denn !cai ich mich fchon mit dieser nichtsnutzigen Bande hab' herumärgern müssen, das weiß der Himmel!" stimmte die Wirthschafterin ihrem Herrn sogleich lebhast zu, und sie erhob dabei wie verzweifelnd die Hände. Ja, liebe Käthe, das wissen wir Alle," bestätigte die Baronin, dann wie beschwichtigend die schmale, feine Hand auf die breite Schulter der Alten legend, setzte sie hinzu: Hab' nur heut' und morgen ein bischen Geduld mit den Leuten und ich hoffe, es wird Alles gut gehen." Und diese Stina soll den kostbaren Aufsatz zertrümmern können, ohne daß sie fortgejagt wird?" rief die Wirthschafterin ganz verzweifelt aus. Na, da richtet sie morgen noch viel mehr Unheil an, da seh' ich nicht mit hin!" und auf ihrem vollen, geröteten Antlitz prägte sich deutlich der Unwillen aus, den sie über die übertriebene Milde ihrer Herrin empfand. Ihre Sprache, ihr ganzes Auftreten bewies, daß sie schon viele Jahre in den Diensten ihrer jetzigen Herrschaft stehen mußte und 'ich schon etwas herausnehmen dur te, wurde sie doch längst zur Familie gerechnet, denn der Baron sowohl wie die Seinen wußten, was sie an der alten Käthe besaßen. Sie war als Amme des Erstgeborenen vor mehr als fünfundzwanzig Jahren in das Haus des damaligen Gerichtsassessors gekommen und hatte bald so viele treffliche Eigenschaften gezeigt, daß sich die Baronin niemals mehr von dieser braven Frau trennen mochte.obwohl sie im Laufe der Zeit gewisse Herrschsuchtsgelüsie entfaltete, die manche Herrin gar nicht, oder nur schwer ertragen hätte. Die Baronin sah über die unangenehmen Seiten der alten Käthe freundlich lächelnd hinweg und hielt sich an die großen Vorzüge der vortrefflichen Frau, die unverkennl ar waren. War sie doch ihr und den Ihrigen blind ergeben und treu wie Sold; dabei rastlos thätig und was hier in dieser Gegend besonders zu schätzen war. von peinlichster Sauberkeit; sie hatte den Sinn dafür aus der Heimath mitgebracht und ihn tapfer bewahrt, obwohl es ihr an diesem neuen Orte die hartnäckigsten und sckwerste:' Kämpfe gekostet, bis sie dies malpropre Volk." wie sie es nannte, ein wenig zur Ordnung gebracht hatte. kkäihk Vallauf war die Frau eines Handwerkers; zu der Zeit, als die Baronin ihrem ersten Knaben das Leben geschenkt, war der armen Frau ihr eben erst geborenes Kind gestorben, und da ihr Mann, durch Krankheit verhindert, sehr wenig verdienen konnte, so hatte sie sich gern entschlossen, als Amme in das Haus der Baronin zu treten; sie brauchte für den Verlust, den sie eben erlitten, einen Ersatz und wirklich bewies sie für das Kind, das sie an ihrer Brust hielt, die ganze Liebe und Hingäbe einer Mutter. Die jungen Gatten mußten sich sagen, daß es unmöglich gewesen wäre, das Leben ihres Arnulf in bessere und treuere Hände zu legen. Käthe schien ganz vergessen zu haben, daß es nicht ihr eigenes Kind war, um das sie Tag und Nacht sorgte und das sie wie einen Augapfel hütete. Bei der geringsten Erkrankung des Kleinen wich sie nicht mehr von seinem Lager, und kein Opfer, keine Anstrengung war ihr zu groß, wenn es das Wohl und Wehe des ihr anvertrauten Kindes galt. Nach schweren langen Leiden starb der Mann Käthes, und nun verließ sie selbst dann nicht das Haus des Barons, als der Kleine nicht mehr einer Amme bedürfte. Sie hätte sich auch von ihrem Liebling gar nicht trennen können und wäre geblieben, gleichviel in welcher Stellung; wenn nicht schon die Pflicht der Dankbarkeit das junge Ehepaar an diese vortreffliche Frau gefesselt hätte, so würden ihre anderen sehr schätzenswerthen Eigenschaften hingereicht haben, sie festzuhalten. Käthe war in allen häusliehen Arbeiten erfahren, sie besaß einen lebhaften Sinu für peinlichste Reinlich, keit und bewährte sich zuletzt auch als Köchin. Unbeoenklich war sie dann auch in die. Ferne gefolgt; wie hätte sie auch anders gekonnt; es würde ihr das Leben gekostet haben. Arnulf nicht mehr zu sehen, an dem sie noch immer mit geradezu leidenschaftlicher Zärtlichkeit hing. Wohl bewies sie für die

ganze Familie des Barons' die rührende

Treue eines Hundes, der zu wachen und zu schützen sucht, so weit nur seine Kräfte reichen, aber sobald es sich um ihren Liebling, ihren einzigen Arnulf handelte, dann hätte sie zur Löwin werden können, die ihr Junges vertheidigt, war sie doch in jedem Augenblick bereit gewesen, ihr Leben für ihn einzusetzen, wie sie dies mehr als einmal bewiesen. Als die Wirtschafterin bemerken konnte, daß ihr erneuter Versuch, über das schuldige Haupt Stinas sofort ein strafendes Üngewitter heraufzubesebwören. keinen Erfolg hatte und selbst der Baron schwieg, zog sie sich mit heimlichem Groll rasch zurück, denn heute aalt es ohnehin, sich zu tummeln und überall nach dem Rechten zu eben, es war kein Augenblick zu verlieren, wenn morgen Alles am Schnürchen gehen sollte. Erst als die alte Käthe sich entfernt hatte, begann der Baron in seiner mißmuthigen, beinahe kopfhängerischen Weise: Was wird noch Alles kommen, um uns den morgigen Festtag zu trüben!" und er starrte mit den müden. halb eingesunkenen Augen finster vor sich hin. Lieber Bernhard, warum willst Du gerade jetzt nicht mehr glückliche Tage erhoffen, wo uns der Himmel so überauS gnädig war?" rief die Baronin lebhaft und init einer Stimme aus, die noch immer einen großen Wohlklana hatte. Wie wenigen Familien Wirt jetzt ein solcher Festtag beschicken sein, wie wir ihn morgen feiern werden. Un-. sere Söhne kommen heil und gesund zurück und unsere Jrmgard " sie sal dabei zärtlich auf ihre Tochter, konnte aber nicht weiter sprechen, denn diese warf sich jetzt in ihre Arme und sagte mit einem seligen Lächeln: Ja, Du hast Recht, Mutter. Es wäre undankbar von uns, wenn wir nicht unendlich glücklich sein wollten!" und sie blickte bei diesen Worten in das noch immer umdüsterte Antlitz ihres Vaters, als wollte sie denselben auffordern, sich ebenfalls dieser Glücksempfindung ohne Rückhalt zu überlassen. Der freundliche Zuspruch seiner Frau, noch mehr der freudestrahlende Blick seiner Tochter schienen auf den Baron nicht ohne Wirkung zu bleiben; die sorgenvollen, finsteren Züge hellten sich auf und indem er zu lächeln versuchte, was ihm freilich kaum gelang, sagte er zustimmend: Es ist wahr, wir hätten alle Ursache, uns glücklich zu fühlen." Dann wollen wir's auch sein, lieber Vater!" rief Jrmgard lebhaft aus, Mich wollten ebenfalls heut' bange Vorstellungen beschleichen; aber die Mutter hat ganz Recht, die Furcht vor einem großen Glück ist thöricht, dann würden wir ja niemals frei aufathmen! Meinst Du das nicht auch?" und jetzt lehnte sich die Tochter zärtlich an die Brust ibres Vaters und schaute selig lächelnd in sein sorgendurchfurchtes Antlitz. Die Augen des Barons wurden feucht; er schlang die Arme um sein geliebtes Kind und sagte tief bewegt: Möchtest Du all' das Glück finden, das Du erhoffst." und ein leiser Seufzer hob seine Brust; er hatte nun einmal verlernt, sorglos in die Zukunft zu schauen und selbst das künftige Schicksal seiner Tochter sah er nicht im rosenfarbigsten Lichte. Der Graf hatte ja nur widerstrebend seine Einwilliguno zu diesem Herzensbund gegeben und eir künftiges Zusammensein mit diesem harten, von Vorurtheilen befangenen Manne war gewiß für fein weiches, fein organisirtes Kind keine leichte Aufgäbe. Jrmgard wollte etwas erwidern, da wurde hastig die Thür aufgerissen und ein hochgewachsener Mann in hellen Reisekleidcrn trat herein, der jedock auf der Schwelle stehen blieb und trotzdem bereits eine leichte Dämmerung im Gemach herrschte, mit seinen scharfen, unruhigen Augen die Gruppe zu mustcrn suchte, die sich ihm bot, dann erst öffnete er die von einem starken, halbergrauten Bart umschatteten Lipper und rief lachend aus: Man wollte mict erst bei Euch anmelden; aber ich sagte, das sei durchaus nicht nöthig. Ick durfte mir doch die Freude nicht derderben lassen; denn nicht wahr, ich habe Euch überrascht!" und während ein noch kräftigeres Lachen seinen Worten folgte schritt er auf Vater und Tochter zu, du ihm zunächst standen. Heinrich. Du bist es wirklich? Ick erkenne Dich an der Stimme wieder! rief Baron Ehrenfels, und er eilte rnil ausgebreiteten Armen auf den Fremder zu. Jrmgard hatte sich bei dem uner warteten Eintritt des Mannes erschrocken von der Brust ihres Vaters losgelöst und blickte verwirrt auf den Besucher. Jetzt erhob sich auch die Baronin, sie kämpfte die furchtbare Bestürzung, die sich ihrer beim Ausruf ihres Gatten bemächtigt hatte, gewaltsam nieder, um nun ebenfalls ihren Schwager zu begrüßen; denn kein Zweifel er war ti wirklich auch sie erkannte ihn jetzt wieder, trotzdem er sich in der langen Zeit der Entfernung sehr verändert hatte. Wer anders sollte es sein, als Deir toller Bruder!" rief der Fremde aus. und er zog die hagere Gestalt des Majoratsherrn an seine breite Brust: Die großartige Ueberraschung, auf die ick mich so gefreut hab', ist mir also doch geglückt! Aber wie siehst Du aus Junge? Ganz elend! Bist Du krank?" und er blickte mit einer gewissen Besorgniß in das magere, sorgendurchfurchte Antlitz seines Bruders, das freilich jetzt ein freudiger Schimmer ein wenig belebte. Krank nicht gerade und doch auck

nrcvl lo gesund, wie ich es wünschen

mochte, war die Antwort de? Barons Das hör' ich nicht gern. Hoftentlich geht es Dir besser," mit diesen Worten wandte sich der Ankömmling zu seine? Schwägerin nd ergriff ihre Hand, die sie ihm gereic. hatte. Nichj wahr, ich hab' Euch gründlich überrascht?" setzte er fragend hinzu, er blickte mit seinen unruhig hin- und herflackernden Augen in das feine blasse Antlitz der Baronin. Die Vorstellung, ob ihm dies auch im vollsten Maße geglückt sei, schien ihn vorläufig ganz allein zu erfüllen. Wie sehr, kannst Du Dir wohl denken." antwortete sie, es gelang ihr auch wirklich, ein freundliches Lächeln zu zeigen, während ihre Seele über das plötzliche, ganz unerwartete Auftauchen ihres Schwagers eine große Vesorgniß beschlich, die sie vergeblich zu bekämpfen suchte. Welche Verwickelungen mußte sein Erscheinen im Gefolge haben. Und wie würde besonders Graf Vredow dies 'reigniß aufnehmen? Drohte dami'. nicht die Vergangenheit wieder ihr sinsicres Haupt zu erheben, den Frieder und das Glück zu vernichten, all' diese kostbaren Güter, die endlich errungen worden? Ah, und da ist Eure Kleinste, das Nesthäkchen, das damals noch gar nicht da war, als ich Euch Lebewohl sagte," mit diesen Worten wandte sich jetzt der plötzlich Heimgekehrte zu Jrmgard, die in sprachloser Verwirrung auf den Fremden schaute und es noch immer nicht fassen tonnte, daß er der nach Amerika entflohene und dort längst verschollene Oheim sein sollte. Seht einmal, wie groß und hübsch Euer Töchterchen ist. Darauf könnt Ihr stolz sein," und d großen, unruhig funkelnden Augen des Mannes schweiften musternd über die liebliche, anmuthige Erscheinung des jungen Mädchens hinweg. Wahrhaftig, Du bist ganz reizend, und ich wundere mich gar nicht, daß Du Dir schon einen Bräutigam gekapert hast. Na, werde nur nicht roth, kleines Dings!" setzte er auflachend hinzu: Ich hörte schon unten davon muntcln, daß es hier morgen eine Verlobung geben soll, und ich freue mich, daß ich da gerade hineinfalle. V so ich wünsch' Dir Glück;" er packte .)Ne Weiteres seine Nichte beim Kopf und drückte cinen herzhaften Kuß auf ihre Lippen, noch ehe diese seine Absicht ahnen und ihm ausweichen konnte. Ihr verlegenes Erröthen suchte er mit den Worten niederzukämpfen: Ich bin ja Dein Onkel und selbst Dein Bräutigam könnte es mir nicht wehren, wenn ich Dich zur Begrüßung ein wenig abküsse; aber wer ist der Glückliche, der sich ein solch' hübsches, reizendes Kind erobert hat?" setzte er in seiner stürmischen Weise rasch hinzu. Er ist so zurückgekommen, wie er damals gecenngen ist," dachte die Baronin und als ihr Gatte sowobl wie Jrmgard nicht sogleich mit der Sprache herausrücken wollten, gab sie in ihrer ruhigen, gelassenen Weise die Antwort: Graf Kurt von Vredow," und doch bebten heimlich ihre Lippen. Ist das ein Sohn unseres Nachbars, des Grafen Bredow?" fragte der ehemalige Majoratsherr hastig, seine Blicke rühren dabei in gespannter Erwartung auf den Anwesenden, als er nicht sogleich eine Antwort erhielt, malte sich doch auf seinem von Wind und Wetter arg heimgesuchten Antlitz eine gewisse Bestürzung ab, dann aber wußte er sie schon mit gewohnter Entschlossenheit zu verscheuchen, und er setzte hinzu: Um so besser, dann fährt ein großer Schwamm über die alte Geschichte." Der Baron räusperte sich und wollte etwas entgegnen; aber seinem Bruder war die große Verlegenheit nicht entgangen, die sich plötzlich seiner Verwandten bemächtigt hatte und er fragte von Neuem: Der alte Graf Burkhard grollt mir wohl noch immer? Das sieh: ihm ähnlich! Er war von je so nachtragend und hat mir niemals recht gefallen wollen. Nun, ich kann ihm ja aus dem Wege gchcn," setzte er rasch j hinzu. Und das Beste ist. Ihr sagt ihm gar nichts erst von meiner Ankunft, denn lange werde ich's ja doch nicht bei Euch aushalten." Du willst zurück? Du willst jctz: nicht für immer in der alten Heimath bleiben?" fragte der Baron ganz verwundert. Selbstverständlich bist Du von heut' ab hier wieder Majorats -Herr," fügte er ohne das geringste Zögern hinzu und auf dem feinen, ausdrucksvollen Antlitz der Gattin konnte man dcuilich lesen, daß sie ganz dcrselben Ansicht war. Unsinn, denke ja gar nicht daran," rief der älteste Bruder in seiner ungezwungcncn Weise aus, die verrieth, daß er durch den langen Aufenthalt im Weste.: Amerikas jenen weltmännischen Schliff und jene Umgangsformen verloren hatte, die in früheren Zeiten ei all' seiner leidenschaftlichen Wildheit noch immer den Aristokraten bekundet hatten. Eure großen herrlichen Siege haben mich mit unwiderstehlicher Gewalt in die Heimath gelockt. Ich mußte mein Vaterland wiedersehen, auf das jetzt die ganze Welt mit Bewunderung blickt. Ach, ich sage Euch, mein altes Herz ist noch einmal jung geworden, es schlägt höher bei dem Gedanken, daß die Deutschen solche Heldenthaten verrichtet haben und eines wurmt mich nur, daß ich nicht dabei sein konnte," und er klopfte sich dabei so kräftig auf seine breite Brust, daß es dröhnte. (Fortsetzung folgt.) . , Tish-I-Mingo.

Theodore F. Smithcr,

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