Indiana Tribüne, Volume 25, Number 184, Indianapolis, Marion County, 27 March 1902 — Page 1
i Zndiann Tribüne. Tcigc- und Sonntaablatt 10 per Woche.
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rfdrctnt seden ladjmtttag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 27. März 1902 R,. 184. 1 i .
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Gerichtshöfe.
Der Martineck Fall. Äussage-l über die grau same Behandlung der Hazel Cnne. - Vi:le Prügel und rvenigEsim.-Nachbarn stellen dem Ehepaar nn gutes eugnry aus. Der Prozeß seinem Ende nah?. TOrtrfiw.rf.xrtn I Nachdem es in H4UUU-(JUU endlich gelungen war, die Jury zu complctiren, wurde mit dem Verhör der Zeugen begonnen. John Crme, der Vater von Hazel, war der erste Zeuge, welcher vernommen wurde. Er sagte, daß er kurz vor Weihnachten zum erstenmale bemerkte, daß Hazel krank war, als er Martineck's besuchte. Er wollte sie mit sich nehmen, allein Frau Martineck erklärte, sie könne nicht mitgehen, da sie kein Schuhzeug hatte, ein anderes Mal, als er sie mitnehmen wollte, fehlte es wieder an Kleidern und bei einem dritten Besuch war Frau Martineck krank. Endlich am 9. Februar, als das Leben des Kindes nur noch an einem seidenen Faden hing, nahm er sie heim. Trotzdem es bitter kalt, war die Kleine nur dürftig bekleidet. Tr. Tunhom, welcher dasselbe nach ihrer Ankunft in der elterlichen Wohnung untersuchte, fand, daß sie abgezehrt war und daß ihr physischer Zustand die Folge von Entbehrungen war. Lydia Haley, eine Nachbarin der Martinecks, sah, wie Hazel aus einem Fasie, in welchem Abfälle geworfen wurde, Speisereste hervorsuchte und verzehrte. ,rau Sipf, ebenfalls eine Nachbarin, sah, wie Frau M. die Kleine zweimal an einem Tage züchtigte. Dr. Frank Morrison sagte, daß der Körper des Kindes deßhalb so ausge mergelt war, weil er nicht genug Nahrung erhielt. Er hatte eine sehr sorgfältige ärztliche Untersuchung der Kleinen vorgenommen, und dieselbe hatte ergeben, daß deren trauriger physischer Zustand nur durch Entbehrungen herdeigeführt worden war. Bertha Haas, welche von Frau M. als Dienstmädchen engagirt war, sagte, daß sie deßhalb in dem Hause nur einen Tag blieb, weil sie es nicht mit ansehen konnte, wie grausam Hazel behandelt wurde. Derselben wurde nicht erlaubt, am Tische mitzuesscn und alles, was für sie übrig blieb, nachdem die Mahlzeit vorüber war, war etwas Suppe und ein Stück Brod. Tie Farbige, Georgia Woods, welche für Frau M. die Wäsche besorgt, bezeugte, daß sie bei verschiedenen Gelegenheiten mit der Far..ilie am Tische saß, daß dieses aber Hazel nicht erlaubt war; dieselbe mußte sich später mit den spärlichen Resten begnügen, welche übrig blieben. Hazel mußte ihre eigenen Kleidungsstücke und auch die de? Säuglings waschen. Frau Edward McElay, welche ebenfalls für Frau M. gewaschen hatte, erregte mit ihren Aussagen nicht geringes Aufsehen. Sie sagte, daß eines Tages Celia, eines der Martineck'schen Kinder, von der Mutter ein Butterbrod und eine Banane erhielt. Hazel escamotirte sowohl von dem Brod, als aucb von der frucht ein Stückchen, worauf Celia zu schreien annng. ttrau vJl. ergriff hieraus ein Stück von dem Stock eines Besens und versetzte damit der Hazel eine ganze Anzahl von Schlägen auf dem Rücken. Hierauf fragte die Zeugin, was sie mit dem Kinde anfangen würde. Es nach Hause schicken", war die Antwort, worauf Frau M. erwiderte, o, ich könnte es für zwei Cents tödttm". George McNimrey, welcher in der Nachbarfchaft der Martinecks an einer Cisterne arbeitete, sab, wie eines Tages Hazel ihr Haar kämmte. Da habe plötzlich Fra M. den Kamm ergriffen und die Haare des Kindes in solch rauher Weise gekämmt, daß der Kopf beständig wie ein Perpendickel hin und her wackelte und die Kleine ununterbrochen vor Schmerzen laut aufschrie. Der Humanitäts - Beamte W. A. Joyce berichtete, wie seine Aufmerksamkeit auf dessen Fall gelenkt wurde, in welchem entsetzlichen Zustand er die Kleine gefunden hatte nnd daß der Rücken und die Beine derselben Wunden aufwiesen.
Er war der letzte Zeuge für den Staat und die Vertheidigung führte hierauf eine ganze Anzahl von Per sonen in's Gefecht, welche Nachbarn
Zs?Zartineck' und mit denselben bekannt gewesen waren oder noch sind. ie stellten dem Ehepaar ein gutes Zeugniß aus Martineck läugnete auf dem Zeugenstände alle gegen seine Frau erhobenen Beschuldigungen ab. Er sagte, daß Hazel stets wie als Kind im Hause behandelt wurde und daß sie dieselbe Mahlzeiten erhielt, wie die Mitglieder der Familie. Er will ferner nie gesehen haben, daß seine Frau Hazel lieblos behandelte. Um Mittag trat die übliche Pause in den Verhandlungen ein. Wahrscheinlich wird der Fall noch spät heute Nachmittag den Geschworenen zur Berathuug übergeben werden. ?! achklänge vom Bankerott der Krag-Reynolds Eo. Vor Richter Earter wurde über das Gesuch von D. W. Eofsin, Masseverwalter der Krag-Reynolds Co. und Lewis tz. Walker, Anwalt derselben, um Bewilligung von $10,000 resp. 85000 für geleistete Dienste verhandelt. Eoffin hatte schon $5375 erhalten. Er hatte sein Amt als Masseverwalter 4 Jahre und 3 Monat bekleidet, im Ganzen $147,005.12 collectirt, an Zinsen $10,600 eingenommen und aus dem Verkauf der Actien $3335 mehr erzielt, als wofür sie abgeschätzt waren. Richter Earter entschied, daß Csffin im Ganzen zu $7500 und Walker zu $5000 berechtigt seien. Verlangt Unterstützung. Frau Mary Johnson wünscht von ihrem Gatten James Johnson eine wöchentliche Unterstützung von $3 zu erhalten. Vor etwa einem Monat hat er sie verlasien und nch seitdem nicht mehr um jie bekümmert, trotzdem er roufcte, daß sie mittellos war. Kingan & Co., für welche er arbeitet, sind mitöerklagt. G e i st e s u m n a ch t e t. Tie 51jährige Margarethe Wallace, Gattin des No. 1537 Ashland Ave. wohnenden Samuel Wallace, wurde für irrsinnig befunden und nach dem Jrren-Asyl gesandt. Sie lebt in dem Wahne, ihre Tochter getödtet zu haben, und daß sie in Folge dessen jeden Augenblick sterben und zur Hölle fahren muß. Sie ist schwermüthig und ihr ganzer Gedankengang dreht sich nur um diese eine fire Idee. W m. Taylor's Kampf im seine Frei h e i t. Vor einigen Tagen wurde hier Wm. B. Taylor als Justizflüchtig behandelt. derselbe wird in Detroit wegen Diebstahls gewünscht, welchen er vor abren dort beaanaen haben soll. Er j weigert sich aber, freiwillig nach dort zurückzukehren. Mittlerweile hat er durch seinen hiesigen Anwalt loyd Woods ein Habeas Corpus Verfahren einleiten lasten, um seine Freiheit wieder zu erhalten. Er behauptet, das die hiesige Polizei teilt Recht hatte, ihn zu verhaften, da sie i keinen Verhaftsbefeh! gegen ihn in Händen hatte Der Fall wird am Freitag Vormittag vor Richter McMafter zur VerHandlung gelangen. An die Großgeschworenen überwiesen. Im Polizeigericht wurde Maning Allen nnter der Anklage des Diebstahlan die Großgeschworenen überwiesen. Er ist beschuldigt, ein Zweirad gestohlm zu haben. Schauturnen in Schule No. 45. In Schule No. 45 findet am Frei tag Abend unter der Leitung von Herrn Adolph Mols, dem Lehrer des TurnUnterrichts in den öffentlichen Schulen ein Schauturnen statt. An demselben werden sich die 1. und 2. Knaben- und Mädchenclaffen und die Junior-Classe betheiligen. Tie neuen Tapeten bei Carl Möller, 609 Maffachusetts Aoenue, sind aber doch herrlich.
Gut Holz. Äorbereiiungen für den Congreh der Kegler.
Obschon der Kongreß der Kegler erst Anfang nächsten Jahres in hiesiger Stadt abgehalten werden wird, so treffen die hiesigen Kegelritter doch schon jetzt ihre Vorbereitungen für denselben. Mayor Bookwalter, welcher Präsident des Eongresses ist, hat eine Sitzung des Erecutiv-Comites auf nächsten Sonntag Nachmittag einberufen ; dieselbe wird in seiner Office stattfinden. Dac- Comite setzt sich wie folgt zusammen : Charles H. Ebbets, Brooklyn ; P. I. Hills, Cleveland ; M. A. Phillips, St. Louis; P. R. Schilling, Oswego, New York ; Dr. H. Timm, New York; Frans L. Pasdeloup, Chicago, und die Beamten vom Congreß Präs. BookWalter, 1. Vtce-Präs. W. V. Thompson, Chicago ; 2. Vice-Pras. F. W. Prior, Jr., New York ; Secr. Samuel Karpf, Dayton, und Schatzm. G. M. Stearns, Des Moines. Preise für das Staats-Kegel-Turnier. Die Aussichten für das am 21. April hier stattfindende Staats-Kegel-Tur-nier sind ebenfalls die denkbar günstigften. Heute empfing Secretär W. R. Williams ein Schreiben von otr Crawford, McGrezor, Canby Co.", in welchem dieselbe erklärt, für das Turnier ein Abzeichen im Werthe von $75 stiften zu wollen, ferner ging dem Sekretär ein Schreiben aus Chicago von der Brunswick, Balte, Collender Co. zu, in welcher sie mittheilt, daß sie für das Turnier $100 fpcnden würde. Falscher Arthur Z. Simpson vor dem Polizeirichter. Eine weitere Anklage gegen ihn erhoben. Arthur I. Simpson, welcher von der Firma Warman, Black, Chamberlain & Co. beschuldigt wird, zu ihrem Ungunften einen Wechsel im Betrage von $4,683 gefälscht zu haben, hatte heute im Polizeigericht sein Vorverhör zu bestehen. Bevor dasselbe begann, erwirkte die Firma einen zweiten VerHaftsbefehl gegen ihn, in welchem sie ihn beschuldigt, noch einen zweiten Wechsel, welcher auf denselben Betrag lautet, gefälscht zu haben. Beide Wechsel sind auf I. B. Stoffel von Charleston ausgestellt und waren zahlbar an die Ordre der Fletcher National Bank. Er soll im Uebrigen noch eine ganze Anzahl anderer Fülschungen begangen haben. Der Staat war durch den Anwalt Duncan, der Angeklagte durch John W. Kern vertreten. Sein Vater, Major I. R. Simpson, Herausgeber der Paoli Times" und Präsident der Democratic Editor's Ass'n." wohnte den Verhandlungen bei. Tish-I-Mincro. ßiu großer finsnzieller Erfolg. Die Jndiana Trust Co. hat mit ihrem gestrigen Verkaufe der von den Atlas Engine Works" behuis Vergrößerung der Fabrik-Anlagen etc. angeordneten Ausgabe von neuen Actien zum Betrage vou 650,000. zu 6 Procent, einen in Finanzkreisen der Stadt bisher unerreichten Erfolg erzielt. Ein Erfolg, der sowohl für die Stabilität der Atlas Engine Works wie für die Gefchafts-Primipien und -Erfolge der Jndiana Trust Co. das beste Zeugniß ablegt. Dnm als um 3 Uhr Nachmittags, resp, schon vorher Bürger vorsprachen, um solche Actien zu übernehmen, da waren keine mehr zu haben. Diejenigen Bürger, welche solche Actien erworben haben, können versichert sein, ihr Geld gut und zinsbrmgend angelegt z haben. Der ..TureHa. 117 N. Pennsylvania Str. Einheimische und auswärtige Biere, Weine und Liquöre. ! sowie Cigarren. Feiner Lunch den j ganzen Tag. Wm. Knoebel, Eigenihümer.
Feuerwehrleute
Mit knapper Noth einer großen Gefahr entrönnen. Collision ehrer Locomotive mit einem Schl ruchmagen. Der heute Morgen um 7:20 von Kasten No. 16 gegebene Alarm rief die Feuerwehr nach dem Hause des John Kelly an der Malort Ave. No. 1143, woselbst ein . Feuer ausgebrochen war. Die an der Ashland Ave. stationirte Schlauchwazen - Co. No. 16 folgte dem Alarm und in rasendem Galopp wurde die 16. Str. in östlicher Richtung gefahren. In dem Augenblick, als das Fuhrwerk das Geleise der Monon Bahn passiren wollte, kam der Monon.Personenzug No. 32 dahergesaust. Der Flaggmann Denis Early, welcher in der Mitte der Straße stand, sah sowohl den Bahnzug als auch die Feuerwehr herankommen und da er nicht Beiden zugleich mit seiner Flügge das Warnungszeichen geben konnte, so wandte er seine Aufmerksamkeit derj Feuerwehr Co. zu. Der Kutscher Sam Dorsey versuchte zwar die Geschwindigkeit der Pferde zu zügeln, allein zum plötzlichen Stillstand konnte er sie nicht bringen. Das Fuhrwerk erreichte gerade in dem Augenblick das Geleise, als der Zug dasselbe passirte. Die Lokomotive rannte gegen eines der Pferde, welches auf der Stelle getödtet wurde, während der Wagen gegen einen Meilenpsoften geschleudert wurde. Dadurch aber kam er mit den Wag gons nicht weiter in Berührung und diesem Umstände allein haben es auch die Feuerwehrleute zu verdanken, daß sie mit dem Leben davongekommen sind. Keiner von ihnen wurde in nennenswerther Weise verletzt. Auf dem Wagen befanden sich Capt. Thomas Howard, Walter Roß und Dorsey. Der ganze Vorfall hatte nur wenige Sekunden in Anspruch genommen, so daß die Feuerwehrleute noch garnicht daran gedacht hatten, abzuspringen. Die Deichsel des Wagens wurde von der Lokomotive zerschmettert. Die Feuerwehrleute schieben die Schuld auf die Eisenbahn Angestellten. Sie sagen, daß fast an jedem Morgen zwischen den Personenzügen der L. E. & W. Bahn und der Monon Bahn, welche fast zu gleicher Zeit vom BahnHof abfahren, ein förmliche- Wettlaufen stattsindet und daß die Züge durch die Stadt mit einer rasenden Geschwindigkeit sausen. Tie Bahn-Angestellten bestreiten natürlich, daß dieses der Fall ist. Deutschland und der Rhein. Vor ausverkauftem Hause, d. h. einer überaus zahlreichen und seinen Ausführungen mit Jntereffe und Verständniß folgenden Zuhörerschaft 'von Alt und Jung, hielt gestern Abend Herr Profeffor I. C. Howe vom Butter College in der Südfeite Turnhalle seinen Vortrag über Deutschland und der Rhein." Der Vortragende illustrirte feine in der That treffliche Schilderung der alten Heimath und ihres sagen-umfangenen Stromes durchStereopticon-Bilder und fand allgemeinen Beifall. Mit dem finanziellen Resultate, welches der Schule No. 6 zu Bidliotheks-Zwecken zu Gute kommen wird, können die Veranstalter der gediegenen Abendunterhaltung demgemäß wohl zufrieden sein. Eine neue Znterurban-Gesell-schuft incoruorirt. Die Indianapolis, Grcenwood & Shelbyville Bahn - Gesellschaft" erwirkte am Donnerstag ihre Jncorporations - Papiere. Capital $500,000. Tie Jncorporatoren sind : C. E. Coffin, C. F. Coffin und Berton B. Bales von Indianapolis; E. A. Robison von Whiteland; I. T. Polk, Greenwood und R. L. Palmer und I. H. Barnett von Cleveland. WchG, Die beste 5 Cmt Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow."
Polizeiliches. S u p t. T a f f e, Detectives Holtz und Wallace und mehrere Sergeanten befanden sich in der Mittwoch Nacht im nordöstlichen Theile der Stadt mehrere Stunden lang auf der Suche nach dem Platze, woselbst angeblich ein Hahncnkampf stattfinden follte. Sie kannten jedoch nichts dergleichen entdecken. T e r P o l i z e i ist es soweit noch nicht gelungen, die beiden Burschen zu ermitteln, die am Mittwoch Morgen zu früher Stunde, wie berichtet, aui die Polizisten Samuels und Albert mehrere Schüsse abfeuerten und Albert verwunorten, wenn auch glücklicher Weise nur oberflächlich. Anläßlich dieserSchie ßerei ist aber der Plan angeregt worden, den städtischen Blauröcken Schieß-Stunden zu ertheilen, um sie in
der Handhabung ihrer Schießwaffen gewandter zu machen. Denn die Schießbolde der Dienstag Nacht scheinen von den Kugeln der Beamten, die ihr Feuer erwiderten, ebenso wenig getroffen wor den zu sein, als es bei anderen Schießereien der Fall gewesen ist, die sich in letzer Zeit zugetragen haben und bei denen Polizei-Beamte von Einbrechern etc. verwundet wurden, während die Schicßdolde unversehrt entkommen sind. Pol. Edw. Petticord verlor am Mittwoch Nachmittag auf dem Heimwege vom Courthause seinen Check für sein Monats-Salär. Er bittet den ehrlichen Finder, den Check in der Station abzuliefern. Frau Louis a Britton von No. 1281 Nordyke Ave. bat gestern die Polizei, ihr bei der Snche nach ihrem Manne George, der 38 Jahre alt, 5 Fuß 7 Zoll groß und in den Interstate Stock-Yards angestellt war, behülflich zu sein. Denn derselbe verschwand aus seinem Heime, nachdem die Frau am 1. März eine Reise zu Bemandten in Maysville, K., angetreten hatte, von der sie am letzten Samstag zurückkehrte. Ihre Suche nach dem Verschwundenen ist soweit erfolglos gewesen, und befürchtet sie, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Die Nachbarn haben ihn seit 3 Wochen nicht mehr gesehen. Aus Arbeiterkreifen. In allen Wagenremisen und Ma schinenhäusern der Traction Company in Cincinnati wurden gestern Notizen angeschlagen, welche das Verbot enthalten, daß kein Straßenbahn-Ange-stell:er in Uniform eine Wirthschaft besuchen darf. Die Leute sind mit Recht sehr erbost über eine derartige Verordnung. Viele von ihnen nehmen ihre Mahlzeiten in dr dafür knapp bemessenen Zeit in Wirtfchastslvkalen ein und selbst diejenigen, welche das nicht thun, wollen sich solche Vorschriften nicht gefallen lasten. Wahrscheinlich wird demnächst eine Massenversammlung einberufen werden, um den Widerruf des Verbots zu bewirken. Die Chori lt innen wollen eine Union gründen. Ein aus den Fräuleins Geralda Malone von San Francisco, Sallie Fisher von Salt Lat City unö Rubd Payne ' von New Iork bestehendes Comite der ! Choristinnen, welche zur Zeit in The Chaperoons" auftreten, machten gestern Herrn Gompers ihre Aufwartung. Sie unterbreiteten ihm den Plan, eine Schutzgeseüschaft von Choristinnen" zu gründen und wollten nchRath holen. Herr Gompers erklärte ihnen, daß wenn es ihn?n Ernst um die Gründung einer solchen Union sei, sie sich vertrauensvoll an irgend einen der 900 Organisatoren der Amerikanischen Arbeiter-Föoe ration wenden sollten, welche ihnen in jeder Weise behülflich sein würden. Die jungen Damen sagten, sie woll ten daraufhin arbeiten, daß ein Minimalgehalt festgesetzt werde und Adkommen mit den Managers getroffen würden. wonach sie nicht gezwungen seien, wochenlang Theaterproben ohne Entgelt beizuwohnen. Herr Gompers hielt derartige Forderungen für durchaus berechtigt und wird den Chorus Girls" mit seinem Rathe zur Seite stehen, wenn immer sie ihn bedürfen. Herr Gompers hat hinsichtlich der Brauermirren noch keine Entscheidung abgegeben.
rn edles Institut.
Die Gospel Home-Gesellschaft und ihre Zwecke. Andere neue Jncorporationen. Wm. H. Tice, Thos. C. Lewi-, George Hifc, John E. Hewson, Charles L. Barnett, Kate Applegate, Ray L. Benjamin und Levi White, Bürger Von Indianapolis, die als Leiter der Bewegung zur Reform des socialen Uebels in jeglicher Gestalt sich einen Namen gemacht haben, haben gestern ein neues Wohlthätigkeits - Jnstitut gegründet, d. h. die Gospel Home-Gesellschaft incorporiren lassen. Das Gospel Home soll eine Heim- und Rettungs - Stätte für Frauen und Mädchen sein, welche ein Leben der Schande geführt haben, jedoch entschloß sen sind, sich wieder emporzuraffen. Es soll keine temporäre Obdachftätte für gefallene und mittellose Frauenspersonen sein, wie die Door of Hope," sondern wie gesagt ein Asnl für reuige Sünderinnen, denen dort Hülfe und Gelegenheit geboten werden soll, sich durch ihrer Hände Arbeit zu ernähren und wieder Achtung vor sich selbst und ihren Nebenmenschen zu verschaffen, um schließlich, wenn sie sich stark genug fühlen, Stellungen als Dienstmägde etc. in anderen Städten zu suchen. Andere neue Jncorporationen vom Mittwoch sind: Tie Darling Gum Co., Indianapolis, Capital $10,000, Tirectoren: Noah R. Marker, Arthur N. Phillips und Frank Moore; Die Elwosd Furniture Co., Elmood, Capital $50,000; Tirectoren: Henry C. Calla way, John W. Callaway, George W. Burke, I. C. Millikan und E. C. Heck; Die Wayne Shoe Co., Fort Wayne, $100,000; Die Hehner Loge, 124, K. of P., Steuben County. Große Auswahl von Jngrain. Brüssel und Rag" Teppichen, SpitzenGardinen, Linoleums, Drugcets, Matten etc. zu den niedrigsten Preisen. RouCarvets auf Bestellung angefertigt. Frau Wm. Strask, 326 Virginia Avenue. Stadtrath. Zu der von Mayor Bookwalter aus gestern Abend einberufenen ErtraSitzung des Stadtraths behufs Passtrung der $2000-Appropriations-Ordi-nanz zur Bekämpfung der Blattern und behufs Erörterung der anderen, dringend nöthigen Appropriation von ! $5000, um auf alle Fälle gerüstet zu sein, hatten sich von den 21StadtrathsMitgliedern nur 13 eingefunden. Es fehlten nämlich, als die Sitzung vom Vice-Präsidenten Rhodes zur Ordnung gerufen wurde : Präs. .Haldeman, und die Mitglieder Billingsley, Cooper, Crall und Holliday, Rep., und die demokr. Mitglieder Kelly, Meyer und Wolsiffer. Kelly und Wolsiffer waren zuerst zur Stelle, verließen aber den Sitzungssaal, weil sie glaubten, es würde doch keine Sitzung stattfinden. Die Republikaner sollen, so weit zu ermitteln war, zumeist wegen geschäftlicher oder anderer privater AbAbhaltungen in Versammlung gefehlt haben. Da zur Pafsirung der besagten Appropriations - Ordinanz aber 14 Stimmen, Mayoritctt, der sämmtlichen Mitglieder nothwendig waren, so wurde die Sitzung vom Vorsitzer ohne Erledigung irgend welcher Geschäfte vertagt. Mayor Bookwalter, welcher derselb?n beig'wohnt hatte, beauftragte den Stadt-Clerk Clliott sofort, eine andere Ertra-Sißung des Stadtraths zur Erledignng der Blattern-Appropriationen auf Freitag Abend einzuberufen. Es hatte vor der Sitzung geheißen, daß die Demokraten die Appropriatian verweigern würden, und bleibt jetzt abzuwarten, wie sie sich am Freitag verhalten werden. Der Mayor war der Ansicht, daß er dann genügend republikanische Stimmen und auch demokratische mustern könne, um die Passirunz der Ordinanz zu sichern. Die schönsten Topfpflanzen und Schntttblumen für Ofteru bei H. W. Rie man, Florist, 1207 Süd East Str.
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