Indiana Tribüne, Volume 25, Number 182, Indianapolis, Marion County, 25 March 1902 — Page 7

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9iomr i lwn Emil Marriot. Z5ortsetzul.g Der SchuK war fern tov:tta)cr. - i versetzte er. Das ist nicht mein er dienst oder, wenn Sie wollen, nickt meine Schuld. Ich will Ihnen nicht länger verhehlen, dah Sie jetzt keine Aussicht haben, zu sterben und ich hoffe, daß Sie sich mit dieser Erkenntnist abfinden werden. Am Ende müssen wir Alle sterben. Es scheint mir kaum der Mühe werth zu sein, etwas, was uns nicht ausbleiben kann, so ungeduldig herbeizuwünschen. Der Tod kommt ja von selbst!" Er neigte, sich verabschiedend, das Haupt und ließ den Kranken mit Marja allein. Eine zeitlang blieben Beide stumm. Marja stand hart am Bett und hielt die Auen aus den Freund geheftet. Dieser starrte vor sich hin. Ist es Dir wirklich so schrecklich, hier, bei mir, zu bleiben?" fragte sie ihn endlich mit leiser Stimme und legte die Hand auf die seine. Wenn Du mich lieb hast. . . ." Das weißt Du daß ich Dich lieb habe," unterbrach er sie tonlos. Aber was soll ich anfangen mit dem Leben, von welchem ich mich im Geiste längst und ganz losgesagt habe? Wie zurückkehren zu den Menschen, die mich vergessen, die ich vergessen habe? Ich schäme mich. Marja," schloß er mit erstickter Stimme und drückte das Gesieht in die Kissen. Wenn Du wüßtest, wie ich mich schäme!" Aber weshalb nur, Lieber?" Ich habe kein Recht mehr, zu leben. Wie ein Hanswurst komme ich mir vor, der das Sterben spielen wollte und doch nicht starb. Ich darf mich keinem Menschen zeigen sie würden mit Fingern aus mich weisen. Was soll ich denn thun, mein Gott!" Das findet sich, Erwin. Für's Erste mußt Du Dich in's Unabänderliche fügen und Deinem Schicksal gefaßt und unverzagt in's Auge sehen." Ach, das ist so leicht gesagt und so schwer gethan. Wieder kämpfen, arVeiten, auf Broderwerb bedacht sein, die traurige Komödie von vorn anfangen müssen, wenn man geglaubt hat, der Vorhang wäre gefallen und das Stück zu Ende. Ich bin freundlos, mittellos, trank, mein Gehirn ist vertrocknet am Leben werde ich bleiben, aber gesund werde ich nimmer wieder, nimmer wieder!" Alles das liegt in Gottes Hand." sagte Marja zögernd. Ich hoffe, dah Du genesen wirst." Das hoffst Du und wünschst Du aber Du glaubst nicht daran!" rief er verzweiflungsvoll und blickte zu ihr auf. Du kannst nicht lügen, Marja. Ich lese Dir vom Gesichte ab. was Du denkst und weißt; ich lese mein Urtheil auf Deiner ehrlichen Stirn, in Deinen rechtschaffenen Augen. Du möchtest mich gern belügen, aber Du kannst nicht! Ich werde hinsiechen jahrelang mir selbst und Anderen im Wege sein und dann sterben. Gib mir doch lieber Gift, als daß Du mich zu einem solchen Jammerdasein verdämmst!" Er ließ das Haupt auf das Kissen fallen und weinte laut. Aber ich bleibe bei Dir, was auch kommen, mag!" rief sie fassungslos über seinen Schmerz und warf sich über ihn. Du wirst nicht allein sein." Dieses schwere Opfer weise ich zurück." sagte er, den Kopf schüttelnd. Es ist kein Opfer." Doch, doch! Du hast mich niemals geliebt. Dein Mitleid und etwas Anderes kannst Du mir nicht geben darf mich zu keinem so ungeheuren Opfer verleiten." Du bist nicht klug," sagte sie beinahe böse. Ich habe Dich geliebt und liebe Dich. Einstens warst Du zu glücklich für mich und darum ging ich von Dir. Heute bedarfst Du meiner und bedarf ich Deiner zum Leben. Ich könnte jetzt nicht ohne Dich sein. Mein guter Vater war ein richtiger Prophet, als er einmal zu mir sagte, daß ich den Unglücklichsten von Allen am meisten lieben würde. Ich bin für das Mitleid geschaffen. Wo Menschen in Nacht und Dunkel stehen, wird mir wohl. Den Sonnenschein des Glückes vertragen meine Augen nicht. Die Glücklichen finden ihren Weg auch ohne mich! Wir wollen vereint durch's Leben gehen, Du und ich. und uns um die übrige Welt nicht kümmern. Willst Du? Sag' Ja. Lieber." Ja." sprach er und schluchzte wie ein Kind. Sein Haupt sank, gleichsam Schutz und Liebe begehrend, an ihre Brust. Ich will es wenigstens versuchen." 23. Nun ihm die Gewißheit geworden, daß er wieder dem Leben angehörte, begann er, ohne zu kvellen, sich dem Leben wieder unvermerkt, leise und langsam zuzuwenden. Schon nach wenigen Tagen erkundigte er sich bei Marja. was denn aus seinen Habseligleiten geworden wäre, ob selbe bei seiner Ouartierfrau zurückgeblieben wären und ob er die Frau nicht für die Miethe der leiten Monate schadlos halten müsse. Eine so wenig vorsorgliche Wirthin bin ich denn doch nicht," entgegnete Marja. Was Du an Miethgeld schuldig warst, ist sogleich berichtigt

worden. Dein Quartier habe ich ungesäumt gekündigt und Alles, was Dein ist, unserem Freunde, dem Doktor, in Verwahrung gegeben. Du wirft das Spita! bald verlassen dürfen. Toenn das geschieht, wirst Du einstweilen bei mir wohnen, das heißt, in einer Kammer neben der meinen, wo es Dir gefallen wird, der Raum ist luftig und.' sonnig. Ich werde alle Deine darin unterbringen, daß Du alanben wirst, ein Dir längst vertrauies Gcmack zu dezieben. Wir haben

jedoch eine große Schuld abzutragen: , die Kosten Deiner Krankbelt muNen bezablt werden." ..Richtig," sagte er. Dieses Leben kostet obendrein noch Geld. Wenn ich mich reck: entsinne, habe ich eine nicht unbeträchtliche Summe an baarem Gelde hinterlassen. Auch müssen noch andere Gelder eingelaufen sein.ich habe Allerhand geschrieben schlechtes Zeug, das ist "wahr immerhin aber ist es gedruckt worden. Ist das Geld dafür nicht eingetroffen?" Ja. Verschiedene Geldsendungen für Dich sind eingetroffen. Für's Erste sind wir gedeckt. Nur wird uns, wenn wir Alles bezahlt haben, so viel wie nichts übrig bleiben. Aber das schadet nichts, es wird dies nur ein um so größerer Ansporn zur Arbeit sein. Nicht wahr, wir wollen arbeiten wie .Streik Er bat sie, ihm seine eigenen Bücher zu bringen, er wolle mit unparteiischem Auge prüfen, was er geleistet habe. Heute stehe ich meinen Schreibereien völlig objectiv gegenüber," fügte er hinzu. Mir ist, als hätte ich sie in einer anderen Welt geschrieben oder als rührten sie gar nicht von mir her." Sie brachte ihm die Bücher und er las sie alle, vom ersten bis zum letzten. Wenn seine Erstlinge auch nicht im Stande waren, ihn zu befriedigen, so sprach aus ihnen doch ein frisches, noch unverbrauchtes, zuversichtliches Talent. das mit selbstgefälligem Lächeln auf der Bahn des Ruhmes erscheint und da meint, der Weg zur Unsterblichkeit wäre nicht gar schwer zu finden. Diese Bücher hatte ein glücklicher, von sich selbst eingenommener, von der Welt verhätschelter Mensch geschrieben, das merkte man ihnen an. Sie verriethen keine Mühe ihres Erzeugers, sie lasen sich so leicht, so angenehm, kitzelten die Phantasie und die Sinnlichkeit, spannten die Nerven an und verursachten kein Kopfzerbrechen. Schlimmer aber wurde ihm zu Mutbe, als er seine späteren Arbeiten las. Es waren dies die Producte einer erschöpften Phantasie, die sich abquälte. durch Absonderlichkeiten zu ersetzen, was ihr an Ursprünglichkeit verloren gegangen war. Marja fand ihn mit Thränen in den Augen. Du weinst über Deine eigenen Werke?" fragte sie ihn halb scherzend. ..Ja," sagte er sehr ernst. Ich weine darüber, daß ich sie schuf. Wie konnte, wie konnte ich nur! Nimm die Bücher fort, Marja. Ihr bloßer Anblick thut mir weh." Und als sie seinem Wunsche nachgekommen war, fuhr er, trübe lächelnd, fort: Was für ein erbärmlicher Mensch muß ich gewesen sein, um der Welt ein solches Geschwätz aufzutischen, und was für ein Publikum hatte ich, das im Stande sein konnte, an diesen Romanen Gefallen zu finden!" Du wirst anders und besser schreiben und dann auch ein anderes und besseres Publikum haben," sagteMarja in tröstendem Tone. Ob ich besser oder überhaupt jemate wieder schreiben werde, das weiß ich nicht," versetzte er. Aber so gewiß nicht mehr. Tausendmal nützlicher und ehrenvoller dünkt es mir, die Straßen zu fegen, als solche Romane zu Tage zu fördern. Ein Schriftsteller meines Schlages ist doch der veränlichste Kerl auf der Welt! Zur Handarbeit zu ungeschickt, zu schwach und zu faul und zur Kopfarbeit nur durch die eigene Anmaßung berufen. Aber das Papier ist geduldig. Schlechtes Zeug zu schreiben, bringt Jedermann zuwege wenn er nur Papier, Federn und Tinte hat. Mehr braucht er dazu nicht." Marja mußte lachen. Das ist die Krise," sagte sie. Du stehst an einem Wendepunkt und bist daher geneigt. Alles, was dahinter liegt, hart und ungerecht zu beurtheilen. Mit der Zeit wirst Du gegen Deine Vergangenheit gerechter werden. Sie war nickt so böse, als Du Dir in dusem Augenblick einreden willst." Su war oöje genug, glauoe es mir." antwortete ei mit großem Ernste. Der Tag, an welchem er das Allgemeine Krankenhaus verließ, war ein .nilder. ruhiger Vorfrühlingstag. Wären die kahlen Bäume nicht geweicn. man hätte sich im Mai wähnen können. Ein Wagen brachte ihn nach seinem neuea Wohnort: einem stillen, alten Hause, in dessen erstem Stock:f er (in nicht großes, aber freundliches Zimmer bewohnen sollte, das j o?n Marjas Stube blos durch ein kleines Äorgemach getrennt war. Der Arzt fuhr mit ihm und Marja hieß ihn auf der Thürschwelle willkommen. Sie hatte sein Zimmer mitBlumen ausgeschmückt und in dem Raume Alles so geordnet, wie sie es in feiner trüberen Wohnung vorgefunden hatte. Jede Kleinigkeit war an dem gewöhnten Platze. Der Schreibtisch stand ouer in der Ecke und auf dem Tische

lagen noch die Papierstreifen, die Hollbii r a nch wenige Tage vor seiner unglücklichen That zurechtgelegt hatte, um eine kleine Arbeit in Angriff zu nehmen. Ein paar Zeilen hatte er damals auch geschrieben, dann aber die Feder wieder mißmuthig hingeworfen. Diese Zeilen überflog er nun mit den Augen: sie waren das Letzte, was er für sein Publikum von einstens geschrieben hatte, waren für die Irenen und Elfen und deren Anhang berechnet genasen. Er griff nach dem Streifen Papier und zerriß ihn in kleine Stücke. o! fagte er mit einer gewissen Befriedigung. Das ist der Abschied von ineinem Schriftstellerthum, wie ich es einstens auffaßte. Es verdient nichts Besseres, als der Vernichtung anheimzufallen."

Sie forderten den Arzt auf, bei ihnen zu bleiben und den Abend gemeinsam mit ihnen zu verbringen. Er aber lehnte die Einladung ab. Ich habe im Spitale zu thun," sagte er. Und außerdem alaube ich, daß Sie den ersten Abend l?ber allein sein werden." Nicht doch!" cntgegnete Marja. Wenn es nur das ist, was Sie bestimmt, Nein zu sagen " Ich habe wirklich keine Zeit," unterbrach er sie. Ein andermal recht gern. Aber für heute will ich Sie ungestört lassen." Morgen komme ich nachsehen, wie Jhzn die Uebersiedelung angeschlagen hat," sagte er zu Hollberg, der, während die Beiden miteinander gcsprochen, abseits gestanden hatte. Ich werde Ihnen überhaupt täglich einen kurzen Besuch abstatten." Wozu?" fragte Hollburg in halb ablehnendem Tone. Ich bin ja gefund." Dennoch!" sagte der Arzt. Eine sorgfältige Ueberwachung ist immerhin noch nothwendig." Er verabschiedete sich mit einen-. flüchtigen Händedruck von dem Andern, der diesen Druck ebenso flüchtig erwiederte. Sie fchai:ten dabei einander in die Augen: kalt, prüfend,als ob sie sich gegenseitig messen wollten. Marja gab dem Arzt bis an die Hausschwelle das Geleit. Wie soll ich Ihnen danken für Alles, was Sie an mir und ih?n Gutes gethan haben?" sprach sie mit Wärme und streckte ihm die Hand hin. Der junge Mann zog ihre schöne, kräftige Hand an die Lippen. Ihnen zuliebe könnte ich Alles thun," verfemte er. Eines Dankes bedarf es nicht. Was in meiner Macht stand, zu thun, ist gern geschehen. Ein Anderer wäre an meiner Stelle vielleicht weniger gewissenhaft gewesen." Was wollen Sie damit sagen?" fragte Marja gewissermaßen beunruhigt. Daß ich ihn (er machte eine bezeichnende Kopfbewegung nach der Thüre hin, hinter welcher sich Hollburg befand), daß ich ihn nicht liebe, haben Sie wohl schon errathen. Und trotzdem that ich Alles, um ihn zu retten, so weit dies eben möglich war. Ob aber meine Selbstlosigkeit gut angebracht war das kann freilich nur die Zukunft lehren." Ohne ihr Zeit zu lassen, noch ein Wort zu sagen, grüßte er sie und ging rasch davon. Sie blieb stehen, wo sie stand, und blickte ihm verwundert nach. Dann kehrte sie langsam zu ihrem Freunde zurück. Sie fand ihn, wie sie ihn verlassen hatte abseits stehend und in Gedanken versunken. Leise trat sie zu ihm und schlang ihren Arm in den seinen. Nun, gefällt es Dir hier?" fragte sie ihn liebevoll. Tu bast früher viel eleganter gewohnt, hast zwei Wohnräume zu Deiner Verfügung gehabt es kommt Dir hier wohl recht eng und ärmlich vor?" Er schüttelte den Kopf. Ich dachte an etwas ganz Anderes," sagte er. Woran denn?" Er schwieg. Ist er fort?" fragte er nach einer kurzen Weile und vermied, ihr in's Gesicht zu sehen. Wer? Dein Doktor?" Ja, er ist fort." Mein Doktor," sagte er mii einem erLwuna.enen Lächeln. Wenn er einem von uns Zweien gehört, dann bist Du es, nicht ich." Wie sonderbar Ihr seid!" versetzte sie ärgerlich. Was habt Ihr nur Beide?" Wenn er nur niemals wieder käme!" rief er, sich vergessend, in gequältem Tone. Was hat er hier zu suchen? Ich brauche ihn nicht mehr." Wie undankbar Du bist!" sagte Marja vorwurfsvoll. Mag sein. Ich kann nichts dasür, daß er mir unausstehlich ist." Aber, um Gotteswillen, warum denn?" Weil er Dich liebt!" rief Hollburg, seiner nicht mehr mächtig. Darum! Seine Besuche sind ein bloßer Vorwand, um Dich zu sehen.... Ob es mir gut oder übel ergeht, gilt ihm gleich. Das heißt, er würde aufathmen, wenn ich zum Teufel ginge." Er brach ab und trat mit großen Schritten zum Fenster hin. Marja stand wie erstarrt da. Aber olles das ist ja der blankeste Unsinn!" rief sie endlich aus und schlug ungeduldig die Hände ineinander. Gesetzt den Fall, Du hättest Recht und er liebte mich: was wäre denn dabei? Kann ick's binde??

Habe ich etwas dazu gethan? Worüber beunruhigst Du Dich denn? Liebe ich Dich darum weniger, weil Einer sich einfallen läßt, in mich verliebt zu fein? Zu bedauern ist doch nur er, wenn anders Du nicht falsch gesehen hast." Du weißt so gut wie ich, daß er Dich liebt." versetzte Hollburg und preßte die Stirne an die Fensterscheiben. Wie sollte er nicht? Da er Dich täglich sah, täglich mit Dir verkehrte. Unbegreiflich wäre nur, wenn er Dich nicht liebte." Nun, es haben mich so Manche gesehen, so Manche haben mit mir verkehrt und haben mich doch nicht geliebt," erwiderte Marja lachend. Dann .waren es Dummköpfe und blinde Thoren," sagte er. Welche Frau soll man denn lieben, wenn nicht Dich?" Sie lachte noch einmal. Bleib' denn dabei, wenn es Dir Vergnügen macht, in mir eine Art Loreley zu sehen, deren Lockungen Niemand widerstehen kann," antwortete sie ihm. Nun aber sei vernünftig und sag' mir, was Du willst, das ich thun soll. Dem Doktor unser Haus verschließen?" Nein, nein, das geht nicht. Was würde er von uns denken?" Daß wir zwei Narren oder zwei undankbare, abscheuliche Menschen sind, das würde er von uns denken. Und das wirst Du so wenig wollen wie ich. Was also bleibt uns zu thun übrig? Ich schlage vor, wir lassen ihn ruhig kommen und zerbrechen uns nicht den Kopf über ihn." Du hast leicht reden," entgegnete er bitter. Aber versetze Dich in meine Lage. Was bin ich, was kann ich Dir bieten? Jeder Mann muß Dir lieber sein, als ich." Natürlich. Jeder. Der Nächste, Beste auf der Straße. Sprich nur zu. Warum sagst Du nicht lieber gleich, daß Du an meine Treue nicht glaubst, und daß Du überzeugt bist, ich werde Dich morgen schon verlassen?" Er kehrte sich ihr rasch zu. Verzeih' mir, Marja," sagte er bittenden Tones und näherte sich ihr mit schüchterner Unbeholfenheit. Du mußt Geduld mit mir haben. Bedenke, was hinter mir liegt. ... Ich habe kein Selbstvertrauen mehr. Ich kann nicht fassen, daß Jemand noch im Stande sein sollte, mich zu lieben, anstatt mich zu verachten." Jetzt schweig' still," sagte sie und legte die Hand auf seinen Mund. Ich leide es nicht, daß Du in so abscheulichen Ausdrücken von Dir sprichst. Nun wollen wir soupiren und dabei recht vergnügt sein. Schon seit Wochen freue ich mich auf unser erstes Mahl zu Zweit, und ich sehe wahrhaftig keinen Grund, warum wir uns diese Freude vergällen sollten." ' Er zwang sich zu einem Lächeln und bemühte sich, heiter zu scheinen aber die Schatten wollten von seinem Gesichte so wenig weichen wie aus seinein Herzen. Als sie das einfache Mahl genossen hatten, setzte er sich zu Marja auf das

Sofa und ruckte so nahe wie nur möglich an ihre Seite und ließ ihre Hand keinen Augenblick aus der seinigen. Er wollte sich gleichsam vergewissern, daß sie noch bei ihm wäre; es schien ihm, als ob er sie verliere, als ob sie ihm entschwinden könnte, wie ein Traum. Er glaubte, sie halten zu müssen, sie, sein einziges, sein liebstes und letztes Glück. Was würde aus ihm werden, wenn sie zum zweitenmal von ihm ginge? (Fortsetzung folgt.) Lungen Leiden Kcme andere Medizin kurirt LungenLeiden so rasch und sicher wie der berühmte Dr. Bull's Hnftcn Syrup, er ist das beste Mlttel ge-gen.Hals-Braune, Bronchitis, Croup, Brustschmerzen, Engbrüstigkeit, Lungcnsucht und Lungen- Entzündung. Dr.Bull's HnstcnTyrup heilt sofort alle Brust, Hals- und LungenLeid? und kostet nur 25 Cents die vlVäe. Tas verläßliche und erprobte EMERS OK Zum Verkauf bei The JOINERKENNEOYMUSIG 00. STRASSNER & SCHULLER, Eigenthümer IrsktskkgfiSaaMjsa 25 Qft Georgia Strafe. Beste weine, (iquöre und Cigarren. Merchants ?unch jeden Morgen.

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