Indiana Tribüne, Volume 25, Number 181, Indianapolis, Marion County, 24 March 1902 — Page 1

x O kAi A A co rsÄSSsesssw $ Cacjc und jjj S 5onntagsblatt Pcr Woche. SLSLVLVLGLSLVS rsns &o f-TI i Jj vLac u CSSSSS99 Oi o-vo lp x0 ( UNd 11. , . "1 ' i-i I i -v. i l7 1 V I I i I s S 5onntazsblatt $ SlOepcr Woche. ( j SSSSSLSSSLS, IM IXlHV y y

C?sf yv

K

v s III

l ItiU

Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind., Montag, 24. Marz 1302 S!o.18l. ; : ' "t " I i '

Die Ausgaben der Candidaten.

Mehreren Bewerbern .kostete das Vergnügen nette Summen. 94 verausgabten zu f anraten 521.000. Wie ein farbiger Geistlicher die Candidaten schröpfte. BiZ jetzt haben 94 Bewerber für Nominalionen dem County hixl ihre Berichte über ihre Ausgaben eingereicht. Insgesammt veransgabten sie die nette Summe von $21,000. Ter früher veröffentlichten Liste sind noch nachzufügen : Eimer Stoddart, 8176.25. ' Wm. Wilson, für Repräsentant, $33,75. I. Wm. H. Hein, für County-Com-rnissär, $0.50. Wm. King, für Friedensrichter, $17.78. Dr. F. N. Bennett, für Coroner, 930.50. Wm. Boston, für Crimmal Richten, $300.70, Cigaaren 313, Kirchen $27. Joseph Salomon, für Constabler, $62.50. , E. ff. Sheppardt, 'für Auditor. $349.50. Davon entfielen auf Briefmarim $30, Drucksachen $145 und Qrganisation, 8147. Charles C. Heckman, für Friedensrichter, $23.75. John O. Spahr, für Staats - Anwalt, $459. Charles Brown, für Repräsentant, $36.75. Henry I. Klausman, für CountyGeometer $215. Folgende Bewerber für Nominativnen reichten bei dem County-Clerk ihre Berichte ein: Oliver P. Cnsley, erfolgreicher BeWerber um die Nomination für County.Schatzmeister $3,219.05; dessen Hauptausgaben waren : Affeßment $100; Briefmarken $239; Cigarren $192.50; Fuhrwerke $178; Anzeigen $935; Circulare, Lithographien etc. $371.50; Vertheilungen derselben $342; Kirchen, Unterhaltungen und Bälle $147.50; Straßenbahnfahrten und Verschiedenes $183.20. Clinton L. Hare, geschlagener Canvidat für County-Clerk; 1722.80; für Organisation gab er $650, für Kirchen und Clubs $60 auZ; Cigarren $255, Anzeigen $352.50. Robert Metzger, erfolgreicher Candidat für Sheriff, $1203.85; dessen Hauptausgaben waren Vertheilung von Karten, $256, Drucksachen $373 und Cigarren $107. ?ixa C. Dunlavv. erfolal. Candidat für Coroner $683.87; die Organi fation verschlang $467.50. Joseph Foppiano, erfolgl. Candigat für Friedensrichter, $232.3; gestand ein, daß er für Erfrischungen $40 gespendet hat. Wie farbige Geistliche die Bewerber schröpten. Allgemein ist es aufgefallen, daß fast ein jeder Bewerber in seinem Bericht erwähnt, daß er so und soviel für kirchliche Zwecke ausgegeben hat. Wie es sich jent allmählig herausstellt, floffen diese Gelder in vielen Fällen farbigen Geistlichen zu. Einer dieser Bewerber, welchen wir A. nennen wol len, ist noch jetzt der Ansicht, daß er sich einen - farbigen Seelenhirten zum bitteren Feinde gemacht hat, weil derselbe durch ihn arg getäuscht wurde. Die Sache war nämlich die: Eines Abends fand im West-Ende eine UnterHaltung in einer ausschließlichen von Farbigen srequentirtcn Kirche statt, zu welcher eine ganze Anzahl Candidc'ten eingeladen worden und auch erschienen 'waren. Nachdem unser Fremd eine kurze . Ansprache gehalten hatte, näherte sich ihm ein Geistlicher und fragte ihn, allerdings auf Umwegen, ob er auch schon etwas zum Besten der Kirche beigesteuert hätte. Herr A. erwiderte, da er das Geld, welches er an dem Abend entbehren könne, bereits in eine Sammelbüchse gesteckt hätte. Ehrwürden aber ließ nicht locker und theilte dem A. mit, daß er in noch fünf anderen Kirchen den Gottesdienst versehe und er dort bedeu-

tenden Einfluß habe. A. entgegnete, daß der Pastor ja einmal gelegentlich aus seine Office kommen könne, um die Angelegenheit weiter zu besprechen. Schon vor 9 Uhr am nächsten Morgen fand sich der colcrirte Seelenhirte bei A. ein.. Dieser hatte soeben eine $1 Banknote eingenommen und steckte sie seinem Besucher heimlich zu. Derselbe, jedensalls von der Ansicht befangen, daß er mindestens eine $20 Banknote erhalten hatte, versicherte jetzt in überschwänglicher Weise den Candidaien. daß derselbe die Stimmen der Mitglieder von sechs Gemeinden, so gut wie in der Tasche hätte. Zwei Stunden später begegnete dem A. sein farbiger Freund. Er grüßte ihn, aber dieser würdigte ihn keines Blickes und behandelte ihn wie ein Stück leere Luft. Die Enttäuschung, 1 Dollarjstatt der erwarteten zwanzig Tollars erhalten zu haben, war eine zu große gewesen. A. ist fest überzeugt, daß dieser würdige Gottesmann sein Todfeind geworden ist. Derselbe soll im Uebri gen sämmtliche Candidaten heimgesucht

haben. Zwei junge Mädchen Unter Drohungen in einem anrüchigen Hause zurückgehalten. In der Polizei-Station erschien heute Vormittag ein junges Mädchen, welches in einem Städchen der Gas-Region zu Hause ist und theilte Vem Polizeichef mit, daß ihre beiden Schwestern, von welchen die eine 17 und die andere 19 Jahre alt ist, in Fanny Wiley'S übelbeleumdeten Hause an der South Senat Aoe. No. 134 mit Gewalt zurückgehalten werden. Capt. Hyland und Sergeant Hagermann begaben sich per Patrolwagen nach dem bezeichneten Hause und hoben dasselbe aus. Eegcn die Wiley wurde die Anklage, minderjährige Mädchen in ihrem Tempel aufgenommen zu haben, erhoben. Die beiden Mädchen aus dem benach barten Städtchen berichteten hierauf über ihre Erlebnisse. Vor einigen Monaten waren sie nach Indianapolis gekommen und hatten in einem Geschäft in der unteren Stadt Anstellung erhalten. Kürzlich jedoch hatten sie, und zwar ohne ihre Schuld, wie. sie sagen, ihre Stellungen verloren. Einige Tage später lasen sie in einer Zeitung, daß zwei Dienstmädchen gesucht wurden; sie beschlossen sich zu melden und begaben sich nach dem Hause der Wiley, welche die Azeige erlassen hatte. Ueber den bösen Character desselben wußten sie nichts. Sie wurden engagirt. Am nächsten Tage wurden sie gezwungen, elegante Kleider anzuziehen und nun erst merkten sie, welchen Irrthum sie begangen hatte. Sie wollten das Haus verlassen, allein - die Wiley drohte, sie verhaften zu lassen, da sie ihr fürdie KleiderGeld schuldeten. Auch in anderer We!se soll sie mit Gewalt die Mädchen dermaßen eingeschüchtert haben, daß sie, aus Furcht, verhastet ZU werden, nicht wagten, das Haus ZU verlassen. Ter Pslizeirichter hat erklärt, die Angelegenheit eingehend zu untersuchen. Ter Tuxedo", 117 N. Penn sylvania Str. Einheimische u. auswär tige Biere, Weine u. Liköre, sowie Ei garren. Feiner Lunch den ganzen Tag. Wm. Knoebel, Eigenthümer. Die Thomas Musikfeste. Der Vorverkauf von Tickets hat unter den gün stigsten Aussichten begonnen. Peute Vormittag begann im Starr Piano Etablissement der 'Vorverkauf von Tickets für die am 31. März und 1. April hie? unter Leitung von Theodor Thomas stattfindenden Musikfeste. Ter Andrang war ein solch bedeutender, daß viele Leute lange Zeit warten mußten, bis an sie die Reihe kam. Namentlich scheint das Concert am Dienstag, in welchem der Chor mitwirken wird, sehr gut besucht zu werden. 7 Samilton Bock heute !

Zlus den Gerichtshöfen.

Die üblich: Schadenersatzklage gegen die Straßenbahn.Gesellschaft . Der Briefträger Wm. W. Hall derklagte am Montag die StraßenbahnGesellschaft auf $10.000 Schadenersatz. Er war am 19. Febr. d. I. mit dem Einsammeln von Briefen beschäftigt gewesen und war gerade im Begriff, an der Kreuzung der College Ave. und 24. Str. mit seinem Fuhrwerk die Straße, zu kreuzen, als eine College Ave.-Car herangesaust kam und gegen seinen Wagen rannte. Er wurde auf das Straßenpflaster geschleudert und trug solche schwere Verletzungen davon, daß er wahrscheinlich seinem Beruf wird nicht mehr nachgehen können. Jennie Sweet war durchaus nicht sweet." George Sweet verklagte seine Gattin Jennie mit welcher er ttch vor Zwanzig Jahren vermählte, auf Scheidung. Er sagt, daß sie ihm mit ihrer Eifersucht das Leben verbitterte, ihn beschimpfte und schließlich aus dem Hause wies. Seit zwei Jahren lebt das Paar nicht mehr 'zusammen. Frau Sarah Bishop klagt au f's Neue. Frau Sarah Bishop tat aus's Neue eine Schadenersatzklage gegen den Wirth Lewis Michael Traugott an '.der W. Washington Straße No. 401 eingereicht. Sie sagte, daß sie denselben ausdrücklich davor gewarnt hatte, ihrem Mann? Spiritussen zu. verkaufen. Er habe sich jedoch um diese Warnung nicht bekümmert. Am 30. Dezember l. I. hatte derselbe sich angeblich wieder längere Zeit inTraugott's Lokal aufgehalten. Er war hierauf stark betrunken nach Hause gekommen und hatte seine Frau in brutalster Weise mißhandelt. Sein Stiefsohn Elsa Bennett war seiner Mutter zur Hülfe gekommen, hatte einen Revolver ergrissen und denselben auf seinen Stiefvater abgefeuert. Die Kugel brachte demselben eine solch schwere Wunde bei, daß er zeitlebens an den Folgen derselben leiden wird und angeblich nicht mehr arbeiten kann. Die Frau hält den Wirth sür alle diese Vorgänge verantwortlich und sie verlangt daher von ihm und seinen Bürgen $2000 Schadenersatz. Wegen Unterschlagung processirt. George Zurburg wurde am Montag im Criminalgericht vor einer Jury unter der Anklage einer Firma in Dayton, O., deren hiesiger Agent er war, $40 unterschlagen zu haben, prozessirt. Geschieden. Minnic V. Padelford erhielt die Scheivung von ihrem Gatten Edward durch Richter Allen bewilligt. Neue Blattern-Fällc. Gegen 5 Uhr Sonntag Nachmittag kam ein sich Albert Curry nennender Neger in's städt. Dispensarium, um über Uebelsein etc. zu klagen und von Dr. De Vanncy als Blattern-Kranker erkannt zu werden. Curry behauptet, erst 2 Wochen in Indianapolis geweilt zu haben. Er wurde in's SeuchenHaus transportirt, derweil das Dispensarium auf mehrere Stunden unter Quarantäne-Maßregeln gestellt ward. Dem Gesundheits-Beamten wurden ferner gemeldet, daß in dem Hause No. 1367 W. 26. Straße nicht weniger als sechs Personen, sämmtliche Weiße, an den Blattem erkrankt sind. Die Patienten sind : Sarah Van Horn, 22 Jahre, Abraham Van Horn, 73 Jahre, Julia Van Horn, 61 Jahre, Leola Wikoff, 5 Jahre, Walter Lohman, 23 Jahre und Mary Perkins. Die 12jährige Hazel Humble. wohnhaft an der W. Missouri Str."No. 32s, ist ebenfalls an den Blattern erkrankt. Seit dem 1. Januar d. I. sind bis jetzt 135 Blatternfälle gemeldet. Cisiernen, welche lecken, gereinigt und cementirt für 51.50. Frank C. Buttz, Ecke Jndiana und Capitol Avenues. Beide PhoneZ 1791.

Personal Notizen.

Im kosigen Heime des Herrn Chas. Baden in No. 17S.Tearborn Str. fanden sich am Samstag Abend die nächsten Freunde der Familie, in stattlicher Anzahl ein, um der liebenswürdigen Frau des Hauses ge legentlich ihres Wiegenfestes eine Sur-prise-Partie zu bringen und ihr nebst den herzlichsten Glückwünschen auch viele hübsche Geschenke i darzureichen. Daß die Gäste auf das Feinfle unterhalten wurden und daß sie einen äußerst fidelen Abend verlebten, dafür zeugt der Umstand, daß sie erst bei.n Morgengrauen heimzogen. Herr Paul Feucht und sein Schwager Herr Gustav Dongus haben von ihrem beiderseitigen Schwager Eugen Riecker, Zoll-Amts-Jnspektor in Friedrichshafen sWürtemberg.dieNachricht erhalten,daßderenSchwager.Bahnmeiste? Otto Heller von Spachingen, vom wüttembergischen König durch die Verleihung des Kronenordens ausgezeichnet worden ist. Frln. Eugene Heller hier ist eine Tochter des betrefsenden Herrn und der bekannte Lieder-kranz-Sünger Herr Henschel sein zukünftiger Schwiegersohn. Am gestrigen Nachmittag fand unier reger Betheiligung die Beerdigung des am letzten Donnerstag nach nur achttägiger Krankheit im frühen Alter von 45 Jahren verstorbenen Hrn. Friedrich Stahlberger vom Trauer ger, No. 417 Torman Str., aus statt. Der Badische Unterstützungsverein", dessen langjähriges Mitglied der Dahingeschiedeie gewesen, gab seinem beliebten Kameraden in corpore" die letzte Ehre; die Trauermusik hatte Mayer's Capelle stellt. . Herr und Frau August Regula beklagenden Verlust ihres 11 Monate alten Töchterchens Maria, welches ihnen am Montag durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. gCCT" Herren- und Damen-Anzüge auf Bestellung angefertigt, so billig wie man sie fertig kaufen kann, von der. C. F. Butz'Co., 24 Ost Ohio Straße. Die Minstrcl Vorstellungen der lks. Heute und morgen, Dienstag, Abend finden im Cnglish Opernhause die zum Besten von Wohlthätigkeit - Zwecken arrangirten Minstrel - Vorstellungen der Elks statt. Dn Vorbereitungen nach zu urtheilen, stehen den Besuchern einige seh? vergnügte Stunden in Aussicht'. Während der ersten Hälfte der Vorstellung wird Herr Joseph E. Bell, der Zwischenredner" (interwcutor) sein. Die Künstler an dem einen Ende des Halbkreises werden Harry Porter, George Rubens und Edward Sourbier, an dem anderen Ende I. Russell Powell, Tif" Hessing und Paul Krauß jr., sein. Lieder werden von Frl. Louise Dresser, Frl. Helene Springsteen, einem aus den Herren Homer Van Wie, Samuel Adams, Harry Murbarger, Arnold Spencer und Robert Paddock bestehenden Quintett und einem Chor von vierzig Sängerinnen und Sängern vorgetragen werden. Der Chor steht unter der Leitung von Frau Walter Fugate. Charles Taugherty, Robert Hosca nebst acht Assistenten werden einen Niggertanz ausführen. Ter ausgezeichnete Monologist Jack Norwarth wird jedenfalls dafür sorgen, daß die Zuhörer nicht aus dem Lachen herauskommen. Derselbe, sowie Frl. Dresser sind eztra von Pittsburg nach hier gekommen, um in diesen Minstrel Vorstellungen mitzuwirken. Das. Programm weist noch eine ganze Anzahl anderer Nummern auf. The Velmont", Wirthschaft und Billard.Parlors, 1201 Madison Ave., Geo. Spacke, Eigenthümer. Beste Getränke und Cigarren, feiner Lunch. Neues Tel. 3285. WCJ" Samilton Bock heute!

Die ungeladene Büchse.

Der 14-jahrige Patrick MorriZ durch zufälliges Losgehen einer Flinte todtlich verwundet. Nach Ansicht der Aerzte tödtlich vermundet wurde am Sonntag Nachmittag gegen 1 Uhr in der Vandersandt'schen Schieß-Gallerie in No. 329 W. Washington Str. zufälliger Weise, d. h. durch das Losgehen einer sür ungeladen gehaltenen Büchse, Uder 14-jäh-rige Patrick Morris von No. 434 W. Maryland Str. Der Knabe befand sich in der SchießGallerie, während der Eigenthümer derselben, der in No. 608 Süd Jllinois Str. wohnhafte Alfred Vandersandt die Büchsen putzte. Plötzlich krachte ein Schuß, und der Knabe stürzte mit einem Schrcckensschrei nieder: Aus einer 22-calibrigen Büchse, die Vandersandt für nicht geladen gehalten hatte, war das Blei gedrungen, das wahrscheinlich den Tod des Knaben herbeiführen wird. Die Büchse hatte noch eine Patrone enthalten, hatte sich entladen, als Vandesandt den Hahn schnappen ließ, und die Kugel drang dem gegenüberstehenden Knaben an der rechten Seite, unmittelbar neben dem Nabel, in den Unterleid. Ter Schwerverwundete wurde per TispensariumAmbulanz sofort in's städt. Hospital überführt, wo die Aerzte nach längerer Untersuchung feststellten, daß die Kugel die Organe, bezw. Eingeweide 14 Mal durchschlagen hat. Für die Erhaltung des Knaben hegen die Aerzte unter den Umständen keine Hoffnung. Vandersandt begab sich sofort nach der Schießerei zur Polizei-Station, um sich der Behörde zu stellen. Toch wurde er entlassen, sobald die Radler Trimpe und Löwe den Thatbestand festgestellt, d. h. ermittelt hatten, daß die Schießerei, wie gesagt, ein unglücklicher Zufall war. 8" Lassen Sie Ihr Eigenthum auf der Südseite nicht leer stehen, tragt es ! ein mit Wm. Manion, 503 Süd Telawäre Strafe. Aus Arbeiter-K reisen. Die Mitglieder der beiden hiesigen Zimmerleute-Unions warten, wie sie erklären, mit Spannung auf eine Einladung der Contractoren zu einer Conferenz behufs Festsetzung der Lohnscala für 1902, und sind bereit, etwaig? Streitfragen durch ein Schiedsgericht schjichten zu lassen. Ebenso bestimmt aber erklären sie aber auch, daß alle Mitglieder der Unions die Arbeit einstellen werden, falls die Contractoren nicht vor dem Beginn des neuen Arbeitsjahres die Lohnsrage schlichten werden. Am I. April tritt die neue Lohnscala für E i s e n a r b e i t er an Brü-cken-und sonstigen Bauten in Kraft, d. h. diese Arbeiter erhalten vom 1. April ab 40c pro Stunde bei 8-stündi-ger Arbeitszeit. Tielocale Union hat sich um die Erreichung dieser Neuerung wohl verdient gemacht. 3L Tie hiesige Schneider-Union führt zur Zeit eine lebhafte 'Campagne für die Annerkennung ihres Gewerk-schasts-Labels, bezw. für die allge meine Berücksichtigung der Union-Ge-schäfte und -Werkstätten. Wie ein am Samstag im Hauptquartier des Nationalverbandes der Brauereiarbeiter eingetroffenes' Schreiben besagt, wird die Executive der American Föderation of Labor die in Cincinnati best eh e nd en Zwist i g k e i t e n zwischen den Brauereiarbeitern und Brauereimaschinisten am 14. April untersuchen, und zwar wird diese Untersuchung nicht in Cincinnati. wie von Prüf. Gompers ursprünglich beabsichtigt, sondern in Washington stattfinden. Die Muskeln erschlaffen in dies m Wetter, werden sieif durch die leichteste . Erkältung und Rückenschmerzcn stellen sich ein, aber St. Jakobs Oel wird alle Schmerzen prsmpt vertreiben.

EineCisenbahnkarastrophe welcher vier Menschenleben zum Opfer fielen. Joungstown, O., 24. März. Zwei Güterzüge der Pittsburg, Joungstown & Ashtabula-Abtheilung der Pittsburg. Ft. Wayne & Chicago Bahn stießen heute in früher Morgenstunde zusammen. Beide Locomotiven wurden zerstört und die Waggons entgleisten. Von dem Zugpersonal wurden Norman Graham, Heizer, von Newcastle Pa James Thomas, Heizer von Ashtabula. O., ferner ein Bremser, dessen Namen noch nicht bekannt ist, und Charles Blackburn, Bremser, getödtet. Verwundet wurden Carl Bischop, Bremser, von Aschtabula; Geo. Wcather, Lokomotivführer von Erie, Pa., Frank Brown von Aschtabula. Zur Zeit, als die Collision erfolgte, herrschte ein dichter Nebel. Eine blutige Familien-Tr aq ö d i e. Washington, Ind., 24. März. Frau George L. Kempf schoß gestern Abend in 'Selbstvertheidigung ihren Gatten über den Haufen. Hierauf lieferte sie sich selbst der Polizei aus. Als dieselbe in der Kemps'schen Wohnung erschien, fanden sie den Mann in der Küche auf demoden in einer Blut-

lache liegend, als Leiche vor. Kempf hatte seit langer Zeit seine Frau in brutalster Weise mißhandelt. Gestem Abend kam .'r in betrunkenem Zustande nach Hause. Er fing sofort mit seiner Frau Streit an, warf sie sodann zu Boden und versuchte sie zu erwürgen. Sie zog einen Revolver aus der Tasche und feuerte fünf Schüsse auf ihn ab. Eine Kugel drang in die Schläfe ein und führte den Tod des Mannes herbei. 200 Personenuntereiner Lawine begraben. Tokio, Japan, 24. März. Eine ungeheure Lawine rollte bei Katsu nosawa von den Bergen herunter und begrub im Thale über 200 PerIonen. Philippinen. D i e Cholera. Manila, 23. März. Es sind hier vier weitere Fälle von Cholera und zwei Todesfälle gemeldet worden. Die Gesundheitsbeamten sind überzeugt, daß ihre strengen. Vorsichtsmaßregeln eine Epidemie abgewendet haben. Da Gen. Chance nicht das Risiko übernehmen wollte, daß die Leute vom dritten Jnfanterie-Regiment durch Berührung mit der Stadt von der Cholera besagen würden, ist dieses Regiment bereits an Bord des Transportschiffes Graut" gebracht worden, welches eine Woche früher nach San Francisco abfährt, als der reguläre Fahrplan besagte. Aus den Provinzen sind fünf Fälle von Cholera gemeldet worden. Von Moros überfallen. Manila, 23. März. BrigadeGeneral W. D. Davis berichtet aus Zamboangz, auf der Insel Mindanao, daß eine Abtbeilung des Signalcorps, bestehend aus 17 Mann, in der Nähe von Paran-Paran von 200 Moros angegriffen wurde. Ein Mann vom Signalcorps wurde getödtet und der Feind erbeutet? das Gepäck der Abthei lung einschließlich vier Maulesel. Das Transportschiff Burford" ist hier eingetroffen. Es hat eine Abthei lung vom 11. Cavallerie-Rcgimcnt und 50 Pack-Maulesel an Bord. Ihren Brandwunden erlegen. . Die taubstumme Anna Hoyes, welche vor einigen Tagen in der Wohnung von John R. Wilch, W. Illinois Str. No. 1506, woselbst sie bedienstet war, schwere Brandwunden erlitt, ist am Sonntag im St. Vincent Hospital denselben erlegen. 5S" Feine Frühlings Putzwaaren zu Avenue Preisen bei Ban Arsdale, 443 Massachusetts Avenue. Abends offen.