Indiana Tribüne, Volume 25, Number 175, Indianapolis, Marion County, 17 March 1902 — Page 7
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Indtana Trivune, 17. März 1902.
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Moderne Menschen.
Rom? l'on (frnll Mcrriot. Fortsetzung une yatte sich mittlerweile eingefunden und stand neben ihrer Mutter. Das Mädchen kam ihm arg verändert vor. Sie war beinahe bleich und um Vieles dünner geworden, ihr Gesicht entstellte ein verbitterter, grämlicher Ausdruck. Sie hielt das Haupt sehr hoch es lag etwas Erkünsteltes in dieser stolzen Kopfhaltung. Als der Blick des Professors sie traf, wurde sie dunkelroth. Sie schien sich ihrer klaglichen Rolle als verlassene und betrogene Braut zu schämen. Frau Koniwald hingegen heftete ihre ewig blinzelnden Augen rasch auf dcn Eintretenden. ftim ?" fragte sie. An einen Transport ist nicht zu denken," sagte der Professor. Sie fuhr zurück. Ein Ausdruck ohnmächtigen Zornes verzerrte ihr Gesicht. Das ist schrecklich!- brachte sie mühsam hervor. Gewiß stirbt er jetzt hier, in unserem Hause. Bet dem Verhältnisse, in welchem wir heute zu einander stehen, ist das ein äußerst peinlicher Vorfall. Ist er wirklich nicht zu transportiren, Professor V Unmöglich. Sein Leben zählt vielleicht nur noch nach Stunden." Elfe, die abwechselnd roth und blaß geworden war, brach hier in ein krampfhaftes Weinen aus. Auch das noch , Auch das noch rief sie und warf die Arme in die Luft. Es ist um den Verstand zu verlieren. Wenn der alte Mann stirbt, dann ist sie ja frei, ganz frei und kann morgen wieder heirathen. wenn es ihr efällt Ich habe immer noch gehofft, daß der Professor nicht nachgeben. in die Scheidung nicht willigen, daß die Sache sich verzögern und verschleppen würde.... und nun stirbt er, als ob er selber das Haupthmderniß aus ihrem Wege räumen wollte . . . stirbt wie in einer schlechten Komödie, wo die Leute immer zur rechten Zeit kommen oder gehen.... gleichsam mir zum Possen und ihr zum Gefallen .... O, das ist unerträglich !" Sie fchrie nicht mehr sie kreischte diese Worte mit heiserer, versagender Stimme. Ihr entstelltes Gesicht war peinvoll anzusehen. Du hättest Zeit genug gehabt, Dich in Unabänderliches zu schicken Else," bemerkte Frau Koniwald ungerührt, ja ziemlich unwillig. Mit Professor Arheims Tode wäre Alles wieder in's richtige Geleise gebracht, Irene könnte sich wieder verheirathen und der ganze Skandal, den sie wachgerufen hat, wäre damit begraben." Und ich soll vielleicht mit ihr verkehren !" rief Elfe außer sich. Soll Du sagen zu diesem Verräther, der mein Leben zerstört hat !" Du wirst den Anstand wahren, mit Deiner Schwester verkehren und Deinem neuen Schwager mit Höflichkeit begegnen," erwiderte Frau Koniwald kühl. Siehst Du denn nicht ein, wie tief Du Dich herabwürdigst, indem Du so offenkundig zeigst, wie viel Dir an einem Manne gelegen ist, der Dich hat sitzen lassen V Else sank auf einen Stuhl, vergrub das Gesicht in beide Hände und schluchzte in ohnmächtiger Wuth. Nun wollen wir nach dem Kranken sehen," sprach Frau Koniwald, sich erhebend. Vielleicht hat er noch irgend welche Wünsche...... Kommen Sie mit mir, Herr Professor?" Er äußerte keinen Wunsch mehr. Willenlos ließ er Alles mit sich geschehen, was der Arzt mit ihm vornahm, um ihm das Sterben zu erleichtern, und schaute Frau Koniwald, die an seinem Bette stand und mit gedämpfter Stimme Fragen an ihn stellte, alamlosen Blickes an. Vielleicht erkannte er sie nicht einmal. Dem Arzte fiel ein, wie sehr die schöne Irene sich bemüht hatte, den alternden Gelehrten zu fangen" und wie man in diesem Hause dem berühmten Manne gehuldigt hatte und wie stolz man gewesen war, ihn zur Familie zählen zu dürfen. Er hatte zu lang gelebt und hatte sich selbst überlebt das grausamste Schicksal, das einen Menschen treffen kann ! Hätte der Tod ihn früher abberufen es wäre ein Glück für ihn gewesen. Die Kollegen und die Studenten würden die Kunde von seinem Tod mit einer gewissen Erleichterung begrüßen und froh sein, daß sie des ruinenhaften Mannes los geworden, und das Weib, das seinen Namen trug, würde aufathmen bei der Nachricht, daß er für immer gegangen. Was für ein Ende!" dachte der Arzt. . Herr Professor!" sagte Frau Koniwald vielleicht zum zehntenmale und beugte sich, ihr parfllmirtes Taschentuch an den Mund haltend, zu dem kerbenden herab. Hören Sle mich? Haben Sie noch einen Wunsch? Soll ich Irenen telegraphiren, sie möchte ungesäumt zu uns zurückkehren ? Wollen Sie meine Tochter sehen?" Der Sterbende riß die Augen weit auf. schüttelte kau'm merklich den Kopf, stieß einen schweren Seufzer aus und streckte sich. Dann sank sein Haupt zur Seite. Er war todt. Schade, daß Ihre Tochter nicht ein wenig gewartet hat," sagte Professor Iennerberg mit feinem gewohnten Evnismus. Die aanzie Geschickte bätte
sich so hübsch ohne das geringste Aussehen abthun lassen." Gewiß!" gab Frau Koniwald zu. Der Skandal war so uoerflllssig wie nur möglich. Glauben Sie, daß die Gesellschaft meine Tochter und deren neuen Gatten empfangen wird? Ich bin einigermaßen besorgt." Seien Sie vollkommen ruhig," sagte der Professor, Abschied nehmend. Die Gesellschaft ist viel zu neugierig, um sich den Anblick eines so interessanten Paares aus Tugendgründen entgehen zu lassen. Im Gegentheil ! Jetzt wird Ihre schöne Tochter erst recht in die Mode kommen. Bitte, schreiben Sie ihr in meinem Namen, daß ich sie ob ihres Muthes bewundere und verehre und danach brenne, mich ihr zu Füßen zu legen." Gottlob, daß es so rasch vorüber war!" sagte Frau Koniwald, zu ihrer Tochter Else zurückkehrend, die am Sopha saß und wie versteinert vor sich hinstierte. Raffe Dich auf. Elfe, ergib Dich in Dein Schicksal. Und.... schreibe der Schneiderin ein paar Zeilcn, daß sie auf der Stelle zu uns kommen möge. Wir müssen an die Trauertoiletten denken. Ich will ein Telegramm an Irene aufsetzen.' Wenn jemals ein Mensch zur rechten Zeit starb, so ist dies hier der Fall." Das waren die Abschiedsworte, welche dem Dahingegangenen gesprochen wurden.
' 12. Frau Koniwald und deren Tochter Irene berathschlagten, was nun zu thun sei. Die ganze Familie Koniwald war tief empört. EinenSkandal" hatte es in der Familie bis dahin noch nicht gegeben. Alle hatten sie ein tadelloses Familienleben geführt. Man war entrüstet über Irene, entrüstet über deren Mutter, welche die Tochter nicht besser erzogen und behütet hatte, man erklärte, sich für alle Aeit von ihnen loszusagen, wenn der Skandal nicht beglichen und die unsaubere Angelegenheit, soweit dies eben möglich, nicht in's rechte Geleise gebracht würde. Else hatte im Hause eines Oheims Zuflucht genommen und hatte ihrer Mutter bedeutet, daß sie, so lang Irene unter dem väterlichen Dache weile, dieses von ihr gemieden werden würde. Die Gesellschaft ignorirte die beiden Frauen vollkommen Alles zog sich von ihnen zurück. Sie sahen sich gleichsam geächtet und ausgestoßen. Irene, in tiefe Trauer gekleidet, saß in einem Schaukelstuhl und wiegte sich hin und her. Frau Koniwald, ebenfalls in tiefer Trauer, faß der Tochter geg?nllber. Am Fenster, abseits von den beiden Frauen, stand J'emand, der keine schwarzen Kleider, sondern einen grauen Reiseanzug trug. Aber dieser Jemand gehörte auch nicht zur Familie. Noch nicht. Er nahm an dem Gespräche keinen Antheil und man kümmerte sich auch nicht um ihn. Ja, man schien ihn geflissentlich zu überfehen. Wir müssen endlich zu einem Entschlusse kommen und uns über die nächste Zukunft einigen, Jrene,"sprach Frau Koniwald nach einer kurzen Stille. Ich habe nichts dagegen, Mama," erwiderte Irene mit leichtem Gähnen. Aber, bitte, lege diese tragische Miene ab. Lak' uns das Leben nicht so schwer nehmen. Es ist ja lein Unglück geschehen." ' Kein Unglück!" rief Frau Koniwald und setzte ihren Fächer in heftige Bewegung. Die ganze Familie fchreit Zeter und Mordio über uns. Deine soziale Stellung ist untergraben, unmöglich sind wir in der Gesellschaft geworden und das nennst Du kein Unglück!" Irene hob die Schultern in die Höhe. Die Andern machen es auch nicht besser. Sie wahren den Schein das ist Alles." Warum hast Du den Schein nicht gewahrt? Die Gesellschaft will nicht beunruhigt und skandalisirt werden. Der Schein muß gewahrt bleiben...... darin eben besteht der Ion ton, da savoirvivre. Ein solcher . Faust schlag in's Gesicht der Gesellschaft und ihre konventionellen Gepflogenheit ist unerhört, unerhört! wiederholte Frau Koniwald aufgeregt und ließ den Fächer mit erneuter Heftigkeit fpielen. Kommen'wir zur Sache, Mama, sagte Irene, mit ihren feingearbeiteten mattschwarzen Armbändern ländelnd. Es ist zwecklos, bei Dingen zu verweilen, die nicht mehr zu ändern sind." Laß' uns vorerst von Else sprechen," sagte ihre Mutter und holte tief Athem. Es hat böses Blut bei den Verwandten gemacht, daß sie hat aus dem Hause müssen." . Ist es meine Schuld, wenn Else nicht mit mir zusammenleben will?" entgegnete ihr Irene. I ch weiche ihr nicht aus." . Du wirst begreiflich finden, daß Else Deinen Anblick fcheut," sagte Frau Koniwald. Else ist bei Onkel und Tante sehr gut aufgehoben," sprach Irene ablenkend. Ucbrigens bin ich jeder Zeit bereit,-ihr das Feld zu räumen. Du wolltest ja durchaus haben, daß ich bei Dir wohne. Ich habe mich Dir nicht aufgedrängt!" Davon ist auch keine Rede" erw!
.derte ihre Mutter. Du mukt wäh-
rend des Trauerjahres unter meiner Obhut bleiben." Wirklich!" sagte Irene mit leisem Lächeln. Ja. Du m u ß t." wiederholteFrau Koniwald mit Nachdruck. Dein Ruf hat sehr gelitten. Während derTrauerjahrs mußt Du Dich von aller Welt zurückziehen." Das ist amüsant." sagte Irene. Aber Du hast Recht. In Wien, wo Alles mich kennt, mag ich keines Falls bleiben. Die indiskrete Neugierd: der Leute wäre mir dazu lästig. Seit ich das Pariser Leben kennen gelernt habe, .erscheint mir Wien außerdem recht klein und kleinstädtisch. Ist' dieses leidige Trauerjahr erst vorüber, will ich in Paris dauernden Aufentkalt nehmen." Das steht Dir frei. Vorläufig aber sind wir erst am Beginn des Trauerjahrs." - In Wien bleibe ich unter keiner Bedingung. Willst Du mit mir kommen gut. Wenn nicht, dann reise ich allein."' Es ist selbstverständlich, daß ich Dich überallhin -begleite. Elfe mag einstweilen unter der Obhut von Onkel und Tante bleiben. Wohin aber wollen wir gehen?" O. recht weit von hier, um allem den Klatsch, zu entrinnen. Fahren wir. zum Beispiel, nach Rom; von da nach Neapel. Auf diese Art können wir prächtig drei oder vier Monate todtschlagen. Bis dahin ist der Sommer da und den bringen wir in der gewohnten Weise zu. in irgend einem Bade. Bist Du mit meinem Plane einverstanden?" Vollkommen einverstanden. Ich stelle nur eine Bedingung : daß e r (Frau Koniwald machte eine Handbewegung nach dem Jemand am Fenster hin), daß er uns sür's Erste nicht folge." Irene verzog die Lippen. Das ist unangenehm," sagte sie und warf einen Blick in die Fensternische, wo der stille, am Gespräch UNbriheiligte Jemand stand. Aber nothwendig," entgegneteFrau Konibald rasch. Du bist es Dir. den Verwandten und der Gesellschaft schuldig, daß diese Geschichte in die Bahn der Sitte und des Anstandes gelenkt werde. Keine anständige Wittwe zeigt sich schon wenige Wochen nach des Gatten Beerdigung mit einem neuen Bräutigam. . und D u darfst dies umsoweniger thun, als Du ohnehin gegen Sitte und Anstand schwer gefehlt hast. Herr Hollburg wird sich eben diese paar Monate ohne Dich behelfen müssen, und im Herbst wird er in unser Haus kommen, sich nach allen Regeln der 'Welt um Dich bewerben und wenn das Trauerjahr vorüber ist. magst Du ihm Deine Hand reichen." Was nun Else anbelangt," nahm Frau Koniwald nach einer kurzen Stille wieder auf Jerene hob den Kopf in die Höhe so wäre es daS Beste, sie so schnell wie nur möglich zu verheirathen." vollendete ihre Mutter. Gewiß. Wer aber wird sie mhmen ?" O genug werden sie nehmen und das mit tausend Freuden. Nur muß sie sich eben, verheirathen lassen und den Gedanken aufgeben, eine Neigungsheirath zu schließen. Ihre Mitgift ist genügend beträchtlich, um ihr damit einen annehmbaren Gatten zu erkaufen. Ich will hierüber mit dem Onkel und der Tante reden und ihnen sagen, was sie zu thun haben. Else muß unverzüglich unter die Haube kommen. Sie wird jetzt wohl Vernunft annehmen und an der sögenannten Liebe genug haben und sich zu einer Verstandesehe bereit finden." Der am Fenster hatte eine Bewegung gemacht. Aber waZ ging es ihn an. daß das Mädchen, dem er das Herz gebrochen, an einen ungeliebten Mann verhandelt werden sollte? Alles das hätte er früher erwägen, sein Gewissen sich früher regen sollen. Nun war der Stein in's Rollen gekommen und glitt abwärts, rasch, unhaltsam und riß die eigene und fremde Ezi stenz mit sich fort. "Else wegen wären wir denn einig." hob Frau Koniwald nach einer kurzen Pause wieder an. Sie bleibt im Hause von Onkel und Tante und diesen obliegt es. einen passenden Mann für das Mädchen zu finden. Gleich jetzt fahre ich zu den Verwandten." sie stand auf. nehme Abschied von Else und unterrichte den Onkel und die Tante von meinen Else betreffenden Wünschen. Denn meine Ansicht geht dahin, daß wir ungesäumt abreisen sollen. Die Gesellschaft wird das von uns erwarten." Ich bin damit einverstanden sagte Ine. Wenn es Dir angenehm ist. wollen wir unsere Reise morgen schon antreten." ' Gewiß ist mir das angenehm. .. mir brennt der Boden unter den Füßen. Nehmt jetzt Abschied von einan-' der. Wenn wir- schon morgen abreisen wollen, müssen wir auf der Stelle die hiezu nöthigen Vorbereitungen treffen." ' Irene winkte Hollburg zu sich. Schweigend trat er zu ihr hin. Du bist verstimmt?" sagte sie und blickte ihm scharf in's Gesicht. O nein !" versetzte er wie müde. Varum soll ich's denn sein?" Nun dieses Gespräch. erquicklich war es gerade nicht! Immerhin aber möchte ich Dich mit einem weniger swsteren Gesichte sehen. Was
ist Dir denn nicht recht? Die .reynung. welche uns bevorsteht?" Darein muß ich mich fügen," sagte er. In Paris warst Du ein Anderer," bemerkte sie und schaute ihn, noch schärfer an als zuvor. Seit Du aber weißt, daß Dir kein andererAusweg bleibt, als mich zu heirathen, hast Du Dich arg verändert." Ihre Züge nahmen einen drohenden Ausdruck an. Leg' diese Werthermiene ab!" sagte sie herrischen Tones. Sie kleidet Dich nicht. Worüber beklagst Du Dich denn?" Mein Gott, über nichts. Sprich doch nicht so unfreundlich zu mir! Was hab' ich Dir gethan ?" Er faßte sie an den Händen und schaute ihr in die Augen. Du hast mir genug gethan. Ich habe Dir schwere Opfer gebracht. Ich will Dir noch ferner Opfer bringen. Oder glaubst Du etwa, diese Abreise falle mir leicht? Es falle mir leicht, wie eine Vcrfehmte dazustehen? Alles das ist Deine Schuld. Du hast mich zur Flucht nach Paris verleitet." I ch !- ?" entgegnete . er beinahe drohend. Wer sonst?" Ich solle es gewesen sein, der das erste Wort sprach? Miß mir doch nicht eine Schuld bei. von der mindestens ebensoviel auf Dich fällt wie auf mich." Das ist unerträglich!" rief Irene aus. Unerträglich!" wiederholte sie mit Heftigkeit. Aber Irene!" warf ihre Mutter leise mahnend dazwischen. Irene stand auf. Nun ich will Geduld mit ihm haben." saqte sie und fuhr mit der Hand über sein Haar. Du mein dummer Zunge !" Sie lächelte ihn an. Wenn Du nicht so hübschwärst! Aber ich liebe Deine Angen. Dein Haar. Dein Gesicht. Wirst Du mir täglich schreiben, sag'?" Täglich," sagte er, und sie sank mit mit einem Seufzer in seine Arme. Als er fort war, fagte Irene zu ihrer Mutter: Es ist doch nur eine Trennung, die ihn so sentimental macht. . Er will essich nicht anmerken lassen, aber der Gedanke, mich so lange entbehren zu müssen, geht ihm nahe. Kein Wunder!" fügte sie mit selbstgefälligem Lächeln hinzu. Ist er doch wie ein Narr in mich verliebt." ' Frau Koniwald sagte nichts darauf bemerkte jedoch nach einer kurzen Pause: Trachte ihn nur festzuhalten. Menschen feines Charakters sind verLnderlich." Du meinst, er könnte auch mir gegenüber treulos werden?" rief Irene erblassend. Wenn ' das geschähe . jetzt geschähe, wo ich seinetwegen Alles weggeworfen habe...... ich würde ihn ermorden. Er m u ß mich heirathen." Er wird es wohl thun aber sei vorsichtig und halte ihm immer vor, daß es seine Pflicht sei. Dich zu heirathen. Solche Schwächlinge muß man unbedingt beherrschen . oder man ist verloren." Ich werde in beherrschensagte Irene kalt und entschlossen. Verlaß' Dich darauf. Von m i r kommt er nicht los..., es wäre denn, er stürbe
....oder ich..., oder wir Beide." (Fortsetzung folgt.) Auch eine Erklärung. Kind: Pa?a. was ist denn Humbug? Papa: Humbug ist, wenn Deine Mut. t:r behauptet, sie liebe mich und mir keine Knöpfe an die Hemden näht! Beiden Aussperrungen im Winter 19001901 war von der Firma G. Seebeck Act.-Ges. in Geesiemünde der Maschinenbauer Gapa auf die sog. schwarze Liste gesetzt, obwohl er mit den Ausgesperrten keineGemeinschaft hatte, nicht Posten stand, keine Unterstützung erhielt, überhaupt nicht Verbandsmitglied war. In Folge dieser Verrufserklärung wurde er überall, wo er um Arbeit anhielt, abgewiesen. Er verklagte deshalb die Firma auf Schadenersatz. Während das Amtsgericht in Bremerhaven die Klage ab wies, hat jetzt das Bremer Landgericht der Berufung stattgegeben und die Firma für schadenersatzpflichtig erklärt. E i n u n d e i n ha l b Iah? Gefängniß unschuldig verbüßt hat der Fuhrmann Jacob Schwöbel von Siedelsbrunn. Schwöbel wurde seinerzeit wegen Mißhandlung zu 1 Jahr 10 Monaten Gefängniß verurtheilt abzüglich 2 Monate Untersuchungshaft. Obwohl er unausgesetzt seine Schuld in Abrede stellte und verschiedene Gesuche um Wiederaufnahme des Verfahrens einreichte, mußte er die Strafe antretcn. Nachdem er iz Jahre verbüß! hatte, wurde er am 26. October v. I. entlassen, weil ein inzwischen festgenommener Steinhauer Knapp gestan'den hatte, er sei der Thäter. Dieser Tage wurde nun der Knapp, obwohl er in der Hauptverhandlung vor der hiesigen Strafkammer sein Geständniß plötzlich wiederrief, zu 2 Jahren und 1 Monat Gefängniß verurtheilt, abzllglich 3 Monate Untersuchungshaft. Bel dem nunmehr eingeleiteten Wiederauf nahmeverfahren wirdSchwöbel ja wohl Entschädigungsansprüche für feine unschuldig verbüßte Strafzeit stellen und durchsetzen, aber für die unschuldig verbüßte Untersuchungshaft steht ihm kein Entschädigungsanspruch zu.
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