Indiana Tribüne, Volume 25, Number 173, Indianapolis, Marion County, 14 March 1902 — Page 7
Jndiana Tribune, 1U. März 1902;
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Moderne Menschen.
Rom, , t'on Emil M?riot. Fortsetzung Aber was uns das Leben verdarb, das wsr das Los der Gefangenen, der sogenannten politischen oder gemeinen Verbrecher. Der siete .Anblick dieser unbeschreiblichen , Leiden färbte das araue Saar meines .Vaters weiß und brachte mich um allen jugendlichen Frohsinn. Ich will nicht dabei derweilen ich sage nur. daß ich diese Bilder menschlichen Elends niemals wieder werde vergessen können. Dort, !n Sibirien, bin ich eine Revolutionägeworden . . . : Uebrigens ergeht es All so. Ein iunaer Mann, ein sehr begabter Schriftsteller, der aus ebenso nichtigen Gründen wie mein Vater nach Sibirien verschickt" worden war, schloß sich uns besonders nahe an. Warum soll ich nicht bekennen, daß ich ihm vom Herzen gut war und wir den Wunsch hatten, einander zu heirathen, wenn wir wieder frei geworden ? Er verehrte meinen Vater und liebte mich, das gemeinsame Unglück band uns noch fester aneinander.... wenn man mir hätte voraussagen können...."" Sie verstummte. Hollburg, der sehr bleich geworden war, blickte sie mit banger Sorge an. Ist er todt V fragte er. Seine Stimme klang unsicher. Todt für mich antwortete Marja leise. Er hat die Probe nicht bestanden. Nach der , Thronbesteigung des jetzigen Zaren wurde den Verschick ten" eine Begnadigung angekündigt. Sie mußten jedoch, um dieser kaiserlichen Gnade theilhaftig zu werden, dem neuenöerrscher den Eid der Treue leisten. Mein Vatet vermochte vas nicht. Mit einer Lüge wollte er sich die ihm ungerecht geraubte Freiheit nicht erkaufen. So christlich er dachte no so gerne er sich früher jener christll&r Demuth unterworfen hatte, die versieb, sich geqen eine van Gott ein flesehi? Obrigkeit aufzulehnen in Sibirien hatte er diesen Theil seines Christenthums eingebüßt. Aucb ibn den Guten. Alles Duldenden und Entschuldigenden, hatte Sibirien zum Revolutionär gemacht. Er verweigerte den Eid. Mich wollte der Edle bestimmen, ihn zu verlassen, mir in fremdem Lande und in Freiheit ein Feld der Thätigkeit zu suchen. Ich mich von ihm trennen ! Bittere Thränen weinte ich darüber, daß er solchen Gedanken nur auf einen Augenblick hatte fassen können. Jener mein Verlobter hingegen erlag der Versuchung. Er hatte eine Mutter. zwei junge Schwestern ! Die Heimath lockte ihn an, die Freiheit. Der Arme ! Schwer genug mag er gekämpft haben, ehe er mit den Lippen den Eid aussprach, den sein Herz und sein Gewissen als Meineid verwerfen mußten. Bevor er von uns schied, bat er meinen Vater auf den Knien und un?er heißen Thränen um Verzeihung. Und mein Vater verzieh ihm und segnete ihn. Ich aber ich war jung und die ungestüme Jugend verurtheilt schnell ich vergab nicht. Seine Bitte, ihm treu zu bleiben und zu denken, daß er in der Heimath auf mich warte, ton warf ich mit Hohnlachen. Ich sagte ihm, daß ich ibn nicht mehr liebte, weil ich ihn verachtete, und daß er mir ein Todter sei für alle Zeit. Und so schieden wir von einander. Uns erging es natürlich schlimm, denn jetzt waren wir Rebellen und Verbrecher. Mein Vater erlag den Leiden eines sibirischen Gefangenen ; ich begrub ihn dort, in der ??erne. und konnte mich lang nicht entschließen, das Letzte, was mir von ihm geblieben war, sein Grab, zu verlassen. Endlich that ich's doch.... eingedenk seiner Bitte, ihm nicht zweck- und fruchtlos nachzuweinen, sondern mich aufzuraffen und zu leben mir selbst und Andern zum Nutzen. Aller Mittel entblößt und krunk an Leib und Seele kam ich in Moskau an. Die Schwiegermutter meines Vaters war längst schon fortgezogen und hatte Alles, was wir zurückgelassen, mit sich fortgenommen. Ich stand da, ohne Dach und Fach. Eine alte Dame, der mein Schicksal bekannt geworden war, erbarmte sich meiner und nahm mich mit sich, in's Ausland, nach Deutsland. Sie stand mir so lang fcümiä zur Seite, bis ich mir eine. ciH bescheidene Existenz gegrüm $rft worauf wir uns von einanda tosn ten. Sie war schon damals krÄlLn und ist mittlerweile ge'torben.' mehr als einem Jahre bin ich in Wien und schlage mich, so gut es eben gehen will, durch's Leben.... und das ist meine Geschichte." ' 8. Haben Sie 'von.... von jenem Manne niemals wieder gehört?" fragte Hcllburg nach einer kurzen Stille. O doch! Er ist ein Schriftstelle? von einigem Ruf geworden und schreibt in regierungsfreundlichem Sinne. Der Hof protegirt ihn...'. Er hat ein Fräulein von Adel geheirathet und hat auch Kinder. Es geht ihm fehr gut." Sie sprach vollkommen ruhig, ohne eine Spur von Bitterkeit. Denken Sie noch an ihn ?" fragte Hollburg ganz leise. Niemals wenn ich nicht gerade 5on ihm spreche, wie eben iedt. 5
war zu jung, als ich ihn aufgab. Mit
zwanzig Jahren sind wir verschwenderisch. Mit vollen. Händen werfen wir Alles weg. Neigungen, Gesundheit, Pläne, Hoffnungen. Die Jugend findet für Alles Ersatz und tröstet sich schnell übu Verlorenes. Sie ist so reich, daß p? aus sich selber schöpft und immer genug hat an den eigene Träumen und dem eigenen kühnen Muthe. In späteren Jahren wird man haushälterischer mit dem, was man hat und hält es fest und will nicht davon lassen. Man hat eben schon erfahren, wie schwer ein Ersatz für Verlorenes zu finden sei." Aber.... geliebt haben Sie kein zweitesmal ?" forschte er ebenso leise wie vorhin. Was geht das Sie an '?" erwiderte Marja. .WenN Sie es übrigens wissen wollen : Nein. Aber nicht darum nicht, weil ich Jenen nicht vergessen konnte. Ich vergaß ihn sehr bald r.nd verzieh ihm auch und strich ihn aus 'meinem Leben.... jedoch verliebt habe ich mich nicht wieder. Mir scheint, daß ich dazu kein Talent habe. Einen Freund habe ich mir oft gewünscht.... aber der hätte meinem Vater gleichen müssen. . Einen Mann vom Charakter meines Vaters möchte ich wohl gern kennen.... wo aber finde ich ihn ?". Hollburg senkte das Haupt und schwieg. Dann schaute er sie an. Mich könnten Sie nicht lieb gewinnen ?" fragte er mit halblauter Stimme. Unmöglich V Sie wich seinen Blicken aus. Ich habe Sie ja lieb," versetzte sie unsicher. Jedoch.... wir passen nicht zu einander. Ihre Wege find nicht meine Wege." Warum nicht ? Versuchen Sie es nur mit mir ! Führen Sie mich ! Ich will Ihnen überallhin folgen." Sie schüttelte den Kopf. In welcher Täuschung Sie befangen sind !" sagte sie ernst. Sie meinen, daß aus der Neigung sich die Uebereinstimmung entwickeln könne. Umgekehrt ! Die Neigung muß aus ier Uekreinstimmung hervorgehen. Sonst ist sie etwas Erkünsteltes und kann von keiner Dauer sein. Sagen Sie mir Eines : sind Sie ein Christ? Ich meine, dem Herzen und der Gesmnung nach." Nein," gab er. nach kurzem Zaudern zu. Mir ist die christliche Entsagung etwas Unfaßbares, etwas, wogegen mein ganzes Wesen sich sträubt. Ehe ich im Voraus allen Freuden entsage, eher schieße ich mir lieber gleich eine Kucftl vor den Kopf." Nun sehen Sie ! . Sie wollen Schritt mit mir halten und scheitern schon am Anfang. Mein Leben baut sich auf der Entsagung auf. Wie würden wir einander verstehen ? Sie und ich reden eine ganz verschiedene Sprache." .Warum aber wollen Sie bei Ihrer Juaend und Schönheit allen Freuden entsagen ?" fragte t beinahe heftig. .Meinen Freuden nicht. Aber meine Freuden sind nicht die Ihrigen." Er überlegte eine kurze Weile. Kommen Sie mit mir !" fagte er dann plötzlich und haschte nach ihren Händen. Kommen Sie auch nach Gmunden. Was thun Sie hier, ganz allein ? Und mich würde .Ihr Kommen so glücklich machen ! In der schönen und freien Natur werden wir einander besser verstehen lernen. Vielleicht geschieht ein Wunder dielleicht gewinnen Sie mich mit der Zeit ein bischen lieb. O. sagen Sie Ja !" Es schien ihr schwer zu fallen, diesen bittenden Blicken unö dieser flehenoen Stimme &t widerstehen. Leise zog sie ihre Hände zurück. Dringen Sie nicht weiter in mich,sügte sie in traurigem, aber bestimmtem Tone. Es wäre umsonst. Ich kann nicht." Sie können nicht ! Warum können Sie nicht ?" rief er außer sich. Weil mein Lebensweg vorgezeichnet vor mir liegt und ich davon weder abweichen darf noch will." Gut denn !" sagte er tief vcrltzt. Ich dränge mich Jhn-n nich: länqer auf. Sie schätzen mich als Dichter gering und stoßen mich als Menschen gleichgiltig von sich es wäre erbärmlich von mir, wollte ich noch länger um Ihre Gnade betteln. Lebe" Sie wohl." Er war fort und sie stand da, unbeweglich auf demselben Fleck?, wo sein letzter grollend:: Blick fi: getroffen hatte. Weich werden, ihn zurückrufen ? O. es hätte ihr nur ein ort gekostet und er wäre umg:!:hrt und läge zu ihren Füßer. Aber was dann? K ,n Halbem und au? Sttck nif täak& ein Ganze treroen? Dk das Unsichere, so oft irrende, e ,'"fciiitfntende Gefühl Recht behalten gegenüber Allem, was Vernunft, Pflicht und Gewissen sagen? Nur d,r ist des höchsten Gottes würdig, der sich selbst überwindet, sein Krzuz auf sich nimmt und ihm nachfolgt. Daran dachte sie ; preßte die Hände auf Herz und Stirn und rief il.t nickt zurück. 9 Wieder Herbst, Spätherbst. Man" war wieder hier. Alpen- und Meeresluft hatten die - leidenden Mägen gekräftigt und die schlaffen Nerven neu belebt. Frohen Muthes durste man" sich nun den Strapazen der sich aus'S- Reue erschließenden Saison"
überantworten. Die Theater tischten den oberen Zehntausenden Premieren auf, das Konzertunwesen nahm seinen Anfang ; die Damen eröffneten ihre Jours" und hie und da wagten sich, als Vorboten winterlicher Genüsse. ein Diner, ein Souper, ein kleines Hauskonzert und Aehnlich'es hervor, zum Zeichen, daß die Winterkampagne als begonnen zu betrachten wäre. Frau Koniwald war rrst seit einer Woche aus Gmunden zurück und schon veranstaltete sie eine glänzende Soiree. Der Übliche Bekanntenkreis hatte sich zu dieser Soiree eingefunden und man freute sich (oder that wenigstens so), alle die lieben Freundinnen und Freunde wiederzusehen. Mitten im Glanz des Festes fiel es Jemandem aus der. Gesellschaft unerwartet ein, Marja Markowna Petrowitschs AbWesenheit zu bemerken und z'u bereden. Wo war denndie kleine" Russin geblieben? . ' . . In der That !" sagte eine Zame. Sie ist wie verschollen. Man sieht sie nirgends. Wo steckt sie denn ?" Niemand wußte Auskunft über 'sie zu geben. Seit dem Frühjahr hatte Keines sie zu Gesicht bekommen. Warum sie sich in dieser Weise zu rückzieht V fuhr .die Dawe naserümpfend fort. Man hat ihr Lektionen verschafft und sie in unsere Kreise gezogen .... und nun, zum Dank dafür, ist sie zu stolz, uns eine Aufwartung zu machen. Erwartet sie am Ende, daß wir sie aufsuchen ?" Ich fürchte, daß wir hinsichtlich dieser Russin ein wenig voschnell warcn."., sagte Frau Koniwald, die Stimme dämpfend. Sie scheint eine dunkle Vergangenheit zu haben.... Man hätte sie nicht empfangen sollen, ohne .vorher genaue Erkundigungen über sie einzuziehen. Ich,-für meinen Theil, bin fest entschlossen sie nicht wieder in mein Haus zu lassen." Aus guten Gründen," brummte Professor Jennerberg, welcher izie letzten Worte gehört hatte. Was meinen Sie. Doktorchen ?" fagte' er zu dem kleinen, krummbeinigen Advokaten Doktor Rosenberg, welcher :it einer melancholischen Miene in einer Ecke lehnte. Thut man. nicht gut. sich diese gefährliche Rivalin enogiltig vom Hause zu schaffen und ihr lieber eine dunkle Vergangenheit anzudichten, als sich der Gefahr auszusetzen, ihr irgendwo zu begegnen ? Jetzt steht die kleine Elfe obenan. Aber die Freude würde von kurzer Dauer sein, wenn Marja Markowna mit ihrem aschblonden Haupt und ihrer b:rühmten Vergangenheit wieder auftauchte." Ich wollte, sie tauchte auf !" sprach Doktor Rosenberg in näselndem Tone und blickte mit wehmüthigen Blicken nach einem Paare hin. Immer beisammen, immer beisammen ! Wenn diese Russin dazwischen führe.... ich würde sie segnen." Ich hab' es ihm prophezeit sagte der Professor, leise lachend. Cr.hat mir nicht glauben wollen. Natürlich nicht ! Damals saß die Russin neoen ihm und versengte ihm das Herz mit ihren schönen Augen. Aber die Rus sin ist verschwunden .... und man liebt, was man hat. Nicht wahr V Zu einer Heirath wird es ja doch nicht kommen," bemerkte Doktor Rosenberg nachdenklich. , Warum denn nicht? He da!" rief er in seiner unfeinen Weij und ging auf das sie beschäftigenö Paar los. Erinnern Sie sich, was ich Jhnen im Frühling vorhersagte, mein schöner junger Dichter? Bin. ich ein guter Prophet gewesen ?" Erwin Hollburg, dem diese Worte galten, blickte den Professor starr an. Ich verstehe Sie nicht," sagte er. Else Koniwald, die fest an dem Arm des jungen Mannes hing, schaute fragend aus. Was meinen Sie, Herr Professor? Was hab?n Sie Herrn. Hollburg prophezeit ?" Schöne kleine Else, süße kleine Else, ich habe ihm prophezeit, daß er diejenige zur Frau bekommen würde, die ihn am meisten liebt." Und wer mag das sein ?" fragte Else mit unschuldig sein sollender Miene. Ja.... ich weiß das nicht zu sagen. Darum fragte ich ihn auch, ob ich ein guter Prophet gewesen. Die Antwort darauf muß er Ihnen geben nicht ich." Hollburg sagte nichts. ' Hier, in diesem Hause, ja, sogar in dieser Zimmerecke, war es, daß ich Fräulein Marja zum letztenmal sah hob der Professor wieder an und warf einen boshaften Blick auf Hollburg, der beim Nennen jenes Namens unwillkürlich leise zusammenfuhr. Wissen Sie nichts von diefeni interessanten Geschöpfe ?" Else war sichtlich unruhig ge'worden. Hollburg aber schüttelte auf diese Frage stumm den Kopf. Merkwürdig !" sagte Elses Schwester, die, im Gespräche mit mehreren Herren, sich in der Nähe aufhielt und des Professors Frage vernommen hatte. Sie waren doch fo sehr begeistert für das russische Fräulein. Wie war es nur möglich, sie so ganz aus den Augen zu verlieren ?" Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist," sagte Erwin einsilbig. Frage auch nicht darnach." Sie ist mit einem Manne durchgegangen," sagte Doktor Rosenberg.' der hinter Irene stand, in geheimnrßvolZem Tone.
Wer sagt das ? Sie?" rief Erwin ausfahrend. Nein ; ich nicht," antwortete der kleine Mann und wich ein bischen zurück. Ich hörte es nur." Von wem ?" Das weiß, ich nicht mehr." Dann strengen Sie' Ihr Gedächtniß an und wenn Ihnen der Name Ihres Gewährsmanns eingefallen sein wird, dann suchen Sie ihn auf und sagen ihm, daß er ein Lügner ist. Ein Lügner und ein Verleumder, hören Sie ? Ich stehe für meine Worte ein. Marja Markowna mag mit einem Manne gereist sein ; das wäre denktar. Aber sie ist nicht mit einem Manne durchgegangen. Pfui über dieses niederträchtige Wort !" Nun, nun," brummte Doktor Rosenberg. Es war nicht so böse gemeint." . Wie Sie in Feuer gerathen sind' bemerkte Irene mit ihrer kalten, hochmüihig klingenden Stimme und ergriff den Arm eines ihrer Kavaliere. Es ist ja fast gefährlich, in Ihrer Gegenwart von Fräulein Petrowitsch zu sprechen. Sie mögen die schöne Rus sin hassen oder lieben, ihr grollen oder ihr verziehen haben das will ich nicht untersuchen. Aber fest steht, daß sie Ihnen nicht gleichgiltig ist." Sprach? und schritt mit trägem Gange und einem spöttischen Seitenblick, der ihrer über und über erlühenden Schwester Else galt, an ihm vorbei. Else hängte sich fester an Hollburgs Arm und zog ihn mit sich fort. Entfernen wir uns von diesen .bösen Menschen welche mich um jeden Preis kränken wollen," flüsterte sie ihm in's Ohr nicht mehr so demüthig und bittend wie einstens : sie sprach vielmehr wie Jemand, der sich bereits gewisse Rechte erworben hat. Nicht wahr, meine Schwester lügt ? Sie lieben Marja nicht mehr V Wieder schüttelte er stumm das Haupt. Sie ist Ihnen gleichgiltig ? Ganz und gar gleichgiltig ?" Nein, Else. Das wäre zu viel gesagt. Ganz gleichgiltig kann uns ein Mensch, der uns einmal theuer gewesen ist, nimmermehr werden. Aber die Liebe, die ich für sie hatte, ist todt." Das genügt mir," fagte Else, seinen Arm gleise drückend. Und, nicht wahr. Sie werden mich mit der Zeit ebenso innig lieben, wie Sie Marja geliebt haben ?" . (Fortsetzung folgt.) ' ; Etiquette. Nichte: Liebe Tante, der Maler Schmidt hat mich um meine Photographie gebeten, er möchte sie zu seinem letzten Gemälde verwenden; soll ich sie ihm schicken? Tante. Ja. das kannst Du thun, obcr lege die Photographie Deiner Mutter oder einer älteren Dame bei, D:ine Photographie allein zu schicken, wäre furchtbar unpassend! Fragliche Schmeichelei. A.: Ist es nicht eigenthümlich, daß dumme Männer meistens die klügsten Frauen haben?" B.: Ja, das Glück, eine so gescheute Frau zu haben, wie Sie, hat nicht so leicht Jeder!" Der Congreß. Senat. Washington, 13. März. Nach der Annahme einer großen Anzahl von Bills, gegen welche keine Einwände erhoben wurden, nahm der Senat die Erörterung der Schiffahrts-Subsidicn-bill wieder auf. Berry (Ark.,) ein Mitglied des Handels-Comites, hielt eine scharfe Rede gegen die Bill,' welche nur Trusts und Monopole in der Schisssindustrie züchte. Schon jetzt bildeten I. P. Morgan und seine Genossen ein Syndikat zur Ebntrollirung des'SchiffSverkehrs auf dem atlanti fchcn Ozean. Redner gerleth bei dieser Gelegenheit in einen Wortwechsel mit Senator Hanna von Ohio, der erklärte, daß die durch I. P. Morgan im Auslande er worbenen Schisse nicht an den in der Vorlage vorgesehenen Subsidien Tbeil nehmen könnten. Perkins von Cali fornien,- ebenfalls ein Mitglied des
Handelscomites, hielt eine lange, sorgfällig vorbereitete Rede zu Gunsten der Vorlage, welche seiner Ansicht nach zum Wohlstand des ganzen Landes beitragen werde. . . Haus. . Das Haus beendigte die allgemeine Debatte über die Postamt . Bewilligungsvorlage und erledigte 27 Seiten der Bill. Es wurden keine Amende mentS angenommen. JenkinS (Wis.) erregte einigermaßen Aufsehen durch eine juristische Beweisführung für die Behauptung, daß Cuba heute' unter der Souveränität der Ver. Staaten stehe, die nicht ohne eine besondere Verfügung deö CongresseZ aufgehoben werden könne. " tzr Gegen alle unbedeutende Unfälle im Hause oder Geschäft sollte man stets St. Jakobs Oel an Hand haben und wenn nöthig, es sofort, gebrauchen. Man kann nichts besseres haben. '
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