Indiana Tribüne, Volume 25, Number 170, Indianapolis, Marion County, 11 March 1902 — Page 7
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Moderne Menschen.
Roman von Emil Marriot. Fortsetzung' ' x 3. " Ich kenne Welk und Menschen bes ser als Sie, mein junger Freund," hob der Professor mit sichtlichem Behagen an. In uns gibt es nur zwei Triebfedern, die Alles beherrschen und Alles erreichen, was überhaupt zu .erreichen ist : die Selbstsucht und die Eitelkeit. Durch die Selbstsucht unterwerfen wir und durch unsere Eitelkeit werden wir unterworfen. Und Ihre Eitelkeit, Ihre eigene Eitelkeit wird die Ehestifterin zwischen Ihnen und Else Koniwald vorstellen. Verlassen Sie sich darauf." Ich wäre begierig, eine Begründung dieser gewagten Behauptung zu vernehmen," sagte Hollburg, mit einem kurzen Blick auf Marja, die jedoch nicht ihn, sondern den Professor ansah. Hören Sie nur! Ist es Ihnen denn unbemerkt geblieben, was für eine neue Mode sich bei uns eingeschlichen hat ? Daß nämlich die jungen Mädcben unt einen Mann werben, anstatt sich von ihm umwerben zu lassen? Und wie sie um ihn werben ! Ihre Ausdauer könnte den hartnäckigsten Freier beschämen. Ein Mädchen verrennt sich plötzlich in den Einfall : Den möcht' ich zum Mann haben. Gut. So wie dieser Gedanke ihr angeflogen kommt, fängt sie mit ihrer Werbung an. Sie läßt den AuZerwählten merken, dafj sie über den Hals und Kopf in ihn verliebt sei, läuft ihm nach, stellt sich ihm überall in den Weg, bewundert und umschmeichelt ihn und verfällt in Wein- und Nervenkrämpfe, wenn er sie nicht beachtet oder gar um eine andere sich bemüht." Versetzen Sie sich nun in die Lage eines also umworbenen Mannes. Im Anfang lacht er darüber, oft auch ist es ihm lästig, er begegnet dem zudringlichen Mädchen unhöflich und rücksichtslos, weist sie zurück, weicht ihr aus Alles umsonst! Sie ist immer wieder da, fleht ihn mit zärtlichen, bewundernden Augen an, läßt sich nicht abschrecken, bleibt liebeskrank wie zuvor.... und endlich oft weiß man selbst nicht, wie es geschah kurzum! es kommt ein schwacher Augenblick, der Einen verleitet, auf das Schäferspiel einzugehen und selber ein Bischen Feuer zu fangen.... und die geschmeichelte Eitelkeit und was für eitle Pinsel wir Männer sind, wissen wir selber am besten die liebe Eitelkeit tragt am Ende den Sieg davon. ' Und eines Morgens wacht man auf und ist verlobt und weiß nicht wie und weiß nicht warum." Hollburg zuckte blos die Achseln. Elses Schwester, die schöne und swlze Irene, hat es ebenso gemacht," fuhr Professor Jennerberg fort. Sie hat meinen armen, alten College Arheim solange umschwärmt, bis seine Eitelkeit unterlag. Und Elfe tritt nun in die Fußstapfen der älteren Schwester." Warum aber lag diesem schönen, jungen Weibe so viel daran, den alten Herrn zu heirathen?" fragte Marja. Hat sie ihn denn geliebt?" Fast mitleidig schaute der Professor das junge Mädchen an. Geliebt!? Aber, mein liebes Fraulein! Es fiel ihr nicht ein, ihn zu lieben, obschon sie es ihn glauben machie. Irene ist, im Gegensatz zu ihrrr Schwester, ganz Klugheit, ganz Berechnung. Sie wollte einen berühmten, gefeierten Mann heirathen, wollte sich in eine angesehene, hochachtbare Familie drängen. Ihr Vater der gute Mann ist tobt hat ihr zwar viel Geld, jedoch keinen sehr reinlichen Namen hinterlassen. Der Reichthum ist auf unsaubere Art erworben worden. Das weiß alle Welt. Und weil alle Welt das wußte, wollte 1 ihren übel klingenden Namen mit di,ä makellosen Namen des gefeierten Gclehrten vertauschen." Er grüßte lachend und entfernte sich. Marja schaute ihm nach und erhob sich sodann. Ich will nun nach Hause gehen," sagte sie. Schon?" fragte er enttäuscht und machte unwillkürlich tme Bewegung, wie um sie zurückzuhalten. , Und so allein? Sie können doch nicht mitten in der Nacht allein nach Hause geben!" Warum denn nicht? UebrigcnZ bringt mich ein Wagen nach Hanse. Frau Koniwald hatte die Güte, diese Anordnung zu treffen." Warum aber wollen Sie nicht noch ein wenig bleiben?" fragte er und griff nach ihrer Hand. Wenn ich Sie darum bitte!" Ich bin so müde!" sagte sie in treuherzigem Tone. Ich habe heute den ganzen Tag geschrieben und Unterrichi gegeben, und morgen ist lvt der ein Arbeitstag, der schon am frühen Morgen beginnt. Ein paar Stunden muß ich ja doch schlafen." Wenn es so steht, darf ich nicht in Sie dringen, noch zu verweilen," sagte er und umschloß ihre Hand fester. Aber es ist mir schrecklich, daß' Sie so viel arbeiten müssen, sich so wenig Erholung gönnen können. Wenn ich alle diese Damen um uns her ansehe, die gar nichts arbeiten, gar nichts leisten und ihr leeres Dasein in Uepdigkeit und Müßiggang zubringen 5
Diese sind die Ausnahmen'," siel sie ein. Den meisten Menschm ergebt es ebenso wie mir und sielen noch weil schlimmer. Und glauben Sie, daß ich mit einer dieser Dc:men tauskben möchte?" . Nein, das glaube ich nicht," sagte er und blickte sie an. Es wäre auch schade. Indessen möchte ich.... Kann ich nichts für Sie thun? So gern möchte ich Ihnen das Leben erleichtern!" Ich brauche nichts." erwiderte Marja mit einem Kopfschütteln. ..Ich bin mit meinem Leben ganz zufrie--den. Was ich wünsche, betrifft nicht mich selber und kann Niemand rir geben .... Gute Nacht." Und was wünschen Sie?" fragte er, ihre Hand noch immer haltend. Davon ein andermal," sagte sie und zog ihre Hand leise aus der seinen Ich muß fort." 1 Auf Wiedersehen," sagte er In zärtlichem Tone. Sie nickte ihm mit einem Lächeln zu und entfernte sich von ihm. Er blickte hinter ihr her und als sie ein paar Schritte gemacht hatte, eilte er ihr nach und überholte sie. Eines noch, ehe Sie gehen," sagte er mit sichtbarer B:sangenh.'it. Halten Sie mich darum nicht für eitel.' Es ist gewiß nicht Eitelkeit, die mich veranlaßt, Sie zu bitten." Er stockte, erröthete unter ihrem fragenden Blick und fuhr mit crzwungen'er Entschlossenheit fort: Ich möchte Sie nämlich fragen, sb Sie gestatten würden, vasi.ich Ihnen alle meine Bücher . übersende. Viel leicht werden Sie, wenn Sie Alle?, was ich geschrieben habe, gelesen haden, etwas besser von mir denken." Sie irren, wenn Sie glauben, daß ich übel von Ihnen denke," scrgte sie. gerührt von seiner Bescheidenheit und Schüchternheit. Wußte sie doch, wie sehr er es gewohnt, war, geschmeichelt und in den Himmel gehoben u werden. Ich möchte nur noch besser von Ihnen denken können. Senden Sie mir Ihre Bücher, ich bitte Sie darum. Niemand würde sich herzlicher freuen, als ich. wenn ich in' Jkren Werken etwas fände, das mich vollauf befriedigt." . Sie grüßte ihn noch einmal und er blieb stehen, wo er stand, und falik ihrer Gestalt mit den Augen, bis sie verschwunden war. Er verfügte sich in das Spiclzimmer und setzte sich an einen der 'Tische. Man lud ihn ein. sich an dem Spiele zu bztheiligen, und da er nur Eines wünschte: nicht reden zu müsse.i und von Elfe Koniwald verschont zu vleiben, leistete er der Einladung Folge. Es wurde hoch gespielt. Binnen 5!urzem hatte er eine rerhältnißmäßig große Summe Geldes verspielt und sah ebenso erhitzt und'erregt aus. ie seine Partner, welche sich dem Spi:l mit Leidenschaftlichkeit Hingaben. Sie haben Glück in der Lieb:." sagte einer der Hcrren und strich das gewonnene Geld mit sichtbarem Behagen ein. O ja! Fabelhaftes Glück!" antwartete Hollburg ironisch. Es ver droß ihn, daß er gespielt, daß er Geld verloren hatte, daß ein albernes Tarokspiel im Stande war, ihn aufzuregen! Und es fiel ihm eir., daß er oft spielte und dabei stets in eine gewisse Erregung gerieth. War das nicht erbärmlich? Und was würde Marja sagen, wenn sie davon wüßte? 4. Irgend Jemand aus der Gesellschaft gab das Zeichen zum allgemeinen Aufbruch. Hollöurg stand hastig auf.
Die Gaste nahmen Abschied von den Hausleuten und von einander, und Hollburg hoffte, in dem Gedränge und Geplauder fast unbemer entschlüpfen zu können. Aber wie er die Schwelle überschritt, stand Else Koniwald vor ihm. ' ' Ich habe heute so wenig von Jhnen gehabt," sagte sie in schmollendklagendem Tone und legte die kleine, kurzfingerige Hand auf seinen Arm. Wie konnten Sie es über sich gewin.nen, sich mir so lange zu entziehen ?" Ich war heute so langweilig, daß Sie nichts dabei verloren haben," O! Darüber zu entscheiden, das wollen Sie gefälligst mir überlassen. Mir sind Sie niemals langweilig. Aber gestehen Sie es nur: Sie waren von Fräuleri Marja so sehr in Anspruch genommen, daß Sie alles Uebrige vergaßen." Das Fräulein ist ja längst schon fortgegangen, und ich habe gewiß nicht länger als eine halbe Stunde mit ihr gesprochen. Weshalb beunruhigen Sie sich?" Ich weiß es. Sie schwärmen für diese Russin." fuhr Else leise und voll Erregung fort. Ich hätte das voraussehen und Sie nicht mit ihr bekannt machen sollen. Ich hätte sie .heute nicht einladen sollen. Marja ist gefährlich. Ich schwärme ja auch für sie. denn sie ist schön und. ein ganz be sonderer Charakter. Aber ihr liegt nichts an Ihnen, es ist verlorene Mühe, Gefühle an sie zu verfchwenden. Werfen Sie sich doch nicht so weg! Es thut mir fürchterlich wehe glauben Sie es mir " Ihre Stimme klang wie. von Thränen erstickt. Krampfhaft hielt sie seinen Arm fest und schaute mit nassen Augen zu ihm empor. Er konnte sich, bei all' der Ungeduld, die er empfand, einer leichten Regung des Mitleids nicht erwehren.
Sie reisen also mit Ihrer Mania
n.ch Venedig?" fragte er einlenkend. Leider! Schon in drei Tagen!" Dann heißt es ja heute Abschied nehmen." Nein, o nein!" rief sie mit Heftigfeit. Nicht schon heute! Nicht vor allen diesen Leuten! Sie müssen noch einmal zu uns kommen. Wann Sie wollen. Ich werde mich diese drei ?.age keinen Augenblick vom Hause entfernen und vom Morgen bis zum Abend ouf Sie warten. Wann werden Sie kommen?" .Das weiß ich nicht; wann. ich eben Zeit haben werde vorausgesetzt, daß ich überhaupt Zeit dazu finde." Sie müssen! Ich würde sterben.' wenn sie rn.,; kämen . . . ." Sanft löste er die kleine volle Hand von seinem Arm los und zog sie an die Lippen. Auf Wiedersehen denn," sagte er. Mit glückstrahlendem Gesicht schaute sie zu ihm auf. Bitte, küssen Sie auch die andere," sprach sie verschämt und hielt ihm die linke Hand hin. Damit sie sich nicht zurückgesetzt fühle." Wenn es Ihnen Vergnügen macht, mit Freuden," sagte er. unwillkürlich lächelnd und küßte die sich ihm darbietende kleine Hand. Stille, meine Schwester!" flüsterte Else. , Was liegt daran? Wir thun doch nichts Böses," versetzte er und schaute sich um. Irene stand dicht in ihrer Nähe, an einen Stuhl gelehnt und blickte mit spöttischem Lächeln auf das Paar. Sie war wirklich ein schönes Weib, das Begehren erweckte. Wie wohl begriff er in diesem Augenblick, daß der arme, eitle Gelehrte dem Zauber diescr Reize nicht hatte widerstehen können! Die könnte Einen um den Verstand bringen, wenn sie es darauf anlegte dachte er. Warum sie ihn nur so ansah? Glaubte sie am Ende gar) es bereite ihm ein Vergnügen, das alberne Geschwätz der kleinen, dicken Else mit anzuhören und ihr die runden Händchen zu küssen? Nein, für so geschmacklos sollte sie ihn nicht halten. Er verbeugte sich rasch, schaute Else kalt an und ging seiner Wege. Enttäuscht blickte Else ihm nach. Als alle Gäste fort waren, reckte Irene sich in die Höhe, trat vor einen großen Wandspiegel hin und ließ sich von ibrem alten Gatten den kostbaren Mantel umhängen. Nun. wie weit bist Du mit Deinem Dichter?" fragte sie über die Schulter weg die jüngere Schwester. Nicht sehr weit. w!e mir scheint!" Was geht das Dich an?" entgegnete Else erbost. ' Irene lackte leise Die Schwestern liebten einander nicht. Seit die Aeltere die Gattin eines berühmten Mannes geworden war. hatte sie sich angewöhnt, die Jüngere von Oben herab anzusehen. Es war nicht anders, als ob feit der Stunde, in welcher sie den Namen ihres Gatten angenommen, das bischen Herzenswärme, das sie besessen, sich verflüchtigt hätte. Sie liebte nichts und Niemanden und schien sich immer zu langweilen. Else sah neben der strahlenden Erscheinung Irenens wie ein herzlich unbedeutendes, gut genährtes Bauernmädchen aus. Das wußte die Kleine und ärgerte sich darüber. Hatte Irene sie doch immer fühlen lassen, wie häßlich und nichtssagend sie im Vergleich zu ihr wäre. Welche Genugthuung wäre es für Else geWesen, etwas zu erringen, was die in Allem bevorzugte Schwester nicht besaß und was unfehlbar ihren Neid erregt haben würde! Einen schönen, liebenswürdigen, jungen Gatten, zum Beispiel. Sie dachte an Erwin Hollbürg und seufzte. Wie kannst Du diesem Zierbengel nur so nachlaufen!" sagte Irene, als ob sie die Gedanken der Schwester errathen hätte. Alle Welt spricht davon und lacht Dich aus!" Du hast es wahrlich nöthig, mir gute Lehren zu geben!" versetzte Else, sich ereifernd. Hast Du es etwa zu Deiner Zeit besser gemacht? Bist Du etwa Deinem Manne nicht nachgelau sen?" Der alte Professor hüstelte. Irene warf einen kurzen Blick auf ihn. Es war ein herrschender, liebloser, beinahe feindseliger Blick. Ein Wort fiel ihr. ein ein Wort, das sie heute Abend gehört und das ihr eitles Herz wie mit einem vergifteten Pfeile gestochen hatte. Jemand hatte den Professor Jennerberg gefragt : Das also ist der berühmte LiteraturProfessor Ludwig Arheim? Wie alt er aussieht !" Und darauf hatte Jen nerberg geantwortet: Er sieht nicht blos so aus. er ist alt. Er hat sich längst überlebt und glaubt, die Sonne scheine noch, weil das Abendroth noch am Himmel steht. Eine Ruine, lieber Freund, weiter nichts." Irene dachte an diese Worte, die ihr scharfes Ohr aufgefangen hatte, und entfernte sich ein paar Schritte von ihrem alten Gatten. Wie zitterig seine Hände waren, wie gebückt seine Haltung und wie sehr seine Züge sich während ihrer Ehe veränvert hatten! Dieser greisenhaft-hilf lose, geistesschwache Ausdruck in dem einstens wirklich bedeutenden Gesichte! Es war unerträglich. Und man fing schon an, von seinem Niedergang zu sprechen; bald würde alle Welt davon
wissen und ihn zu den Todlen legen.
Eine 'Ruine!" dachte sie und heftete auf's Neue ihren grübelnden, gehässigen Blick auf seine hinfällige Gestalt. Du solltest Elfe verbieten, sich einem Manne so offenkundig an den Kopf zu werfen," sagte sie, zu Frau Koniwald aewendet. -Die Wuth über die Ruine" erstickte sie. Sie mußte sich Luft macben Frau Koniwald, hob blos die Schultern in die Höbe. Sie wird damit doch nichts erreichen." sprach Irene weiter. Dieser Hollburg braucht entweder ein Weib, das sein Herz und seine Phantasie gefangen nimmt, wie es sich bei der Marja Petrowitsch verhält, für die er entschieden begeistert ist, oder eine Frau, die auf seine Sinne' wirkt." Sie warf dabei einen Blick in den Spiegel. Und das findet er bei Else nicht weder das Eine noch das Andere. Er ist überhaupt viel zu schön für sie. Elfe muß sich mit einem nach jeder Richtung hin unauffälligen Mann begnügen." Else ist reich," sagte Frau KoniWald gelassen. Das deckt viele Mängel zu." Aber 92ma! Du bist abscheulich, Mama!" rief Else blutroth im ?esieht. Hältst Du es denn für ganz unmöglich, daß Jemand sich in mich verliebe?" O nein. Indessen muß ein reiches Mädchen immer vorbereitet sein, ihres Geldes wegen genommen zu werden. Und was liegt daran? Die Ehen gerathen darum doch gut. Das Geld ist der wichtigste Factor im Eheleben, und wenn Du einem Manne vermöge Deiner Mitgift eine behagliche Existenz bereitest, wird er Dich auch liebenswürdig finden." Elfe warf die Lippen auf. Ich möchte um meiner selbst willen geliebt werden," sagte sie. Frau Koniwald lächelte. Das sind romantische Ideen, mein Kind, welche Du Dir aus dem Kopfe schlagen mußt, wenn Du Dich verheirathen willst. Und das willst Du, doch, nicht wahr? Frage nicht, warum ein Mann Dich heirathet; sei zufrieden, wenn er es thut. Alles Uebrige findet sich in der Ehe auch die Liebe. Man gewöhnt sich aneinander. Uno dies sehr leicht, wenn die materiellen Verhältnisse günstig sind. Ein komfortables Heim führt die Liebe herbei, während, umgekehrt, pekuniäre Sorgen die Liebe ertödten, und wenn sie auch noch so glühend vorhanden war." Nimm den kleinen Doctor Rosenberg," bemerkte Irene. Er bewirbt sich seit Langem um Dich." Den mag ich nicht," sagte Elfe. Er hat ganz krumme Äeine und ist überhaupt häßlich. Und so urnnter essant! In solcher Ehe würde ich einschlafen.' Ich nehme nnr Einen. Und wenn ver mich nicht mag, dnnn werde ich eine alte Jungfer. Aber dieser Eine ist leider in eine Andere verliebt," warf Irene boshaft lächelnd ein. .Thut nichts! Ich kriege ihn doch! Ich werde ihm so lange nachlaufen. bis er Mich nimmt. Er nimmt Dich nicht Mit dem Nachlaufen allein ist es nicht gethan. Dir ist es geglückt!" rief Else trotzig. Von Dir hceHe ich gelernt, den Männern nachzulaufen. Warum sollte dieser Sport nicht auch bei mir von Erfolg gekrönt sein? Mit Irenen darfst Du Dich nicht vergleichen, sagte Frau Komwald. Else brach in Thränen aus. Sag' lieber gleich, daß sie schon und klug und ich dumm und häßlich bin! schluchzte sie. Komm, komm," murmelte der alte Professor, der diesem Gespräche mit ängstlichem 'Unbehagen gefolgt war, und faßte seine Frau am Arm." Gehen wir nach Hause Er nimmt Dich keinesfalls," sagte Irene noch einmal. Adieu, mein Herz. Verschlafe diesen Unsinn. Und Du, Mama, achte darauf, daß sie sich mit ihrer Liebestollheit nicht in der ganzen Gesellschaft unmöglich macht. Gute Nacht!" . Die neidische, boshafte Creatur!" rief Else hinter der Schwester her. Sie gönnt mir den schönen, jungen Gatten nicht, well sie selber einen al ten und häßlichen Mann hat. Aber ihr und aller Welt zum Trotze: ich kriege ihn dennoch!" . (Fortsetzung folgt.) IWWUGW Keine andere Medizin kun'rt LungcnLeiden ' so rasch und sicher wie der berühmte Dr. BuU'S Gnsten Syrnp. er ist daö beste Mittel gc-gen.Hals-Bräunc, Bronchitis, Cronp, Brustschmerzen, (Ägbrüstigkcit, Lungensucht und Lungen. Entzündung. S m Heilt sofort alle Brust, HalZ-und Lunaen. WiWtrnd kostet nur 25 Cnts fc'' Hussjied. 33. W. Knight, 108 Virginia Lvenue und 215 Ost Maryland Ct. Neues Tel. lo.
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