Indiana Tribüne, Volume 25, Number 169, Indianapolis, Marion County, 10 March 1902 — Page 7
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Moderne Menschen. r Vornan von Hmil Marriot.
Mn sonnte nicht sagen, daß man sich b?i den Koniwald'schen Empfangs abenden unterhielt. Zu diesem Zwecke wu?den sie auch nicht veranstaltet. Man wird eingeladen und lädt seinerseits ein," lautete firm Koniwalds Wahlspruch. Und wenn man sich in meinem Hause nicht mehr langweilt, als anderswo, bin ich es zufrieden." Heute, am fünfzehnten Mai, fanden diese Empfangsadende mit einer glänzenden Soiree il,ren Abschluß. Es ging dabei so zu. wie es eben gebräuchlich ist : Man hatte KunstgeNüsse aller Art aufgetischt bekommen, in vorgerückter Stunde war das von der Mehrzahl der Gäste bereits ungeduldig herbeigesehnte Souper servirt worden ein üppiges, nicht endenwollendes Souper, welches, als es endlich vorüber war. bei den Meisten den Eindruck hinterließ, als hätten sie eine mühevolle Arbeit verrichten müssen ; und NUN saß. stand, promenirte dieGesellschaft. spielte Karten, rauchte. machte den Hof je nach Alter. Laune und Bedürfniß. Es verlief Alles in schönster Ordnung. Wirthe und Gäste gehörten der glei chcn Gesellschaftsklasse an, der Geldaristokratie. Indessen hatten) sich auch einige Geistesaristokraten in diese Versammlung verirrt und diese dereinzelt auftauchenden Größen bestimmten Zrraü Koniwald wiederholt und mit ruhigem Selbstbewußtsein zu erklären. daß sich in ihrem Salon ganz 3i;n" zu versammeln pflege. Diese ganz Wien" repräsentirenden Geistesqrößen waren übrigens schnell zu zählen. Mehr als drei hatten sich heute nicht eingefunden. Aber die Qualität ließ die Quantität vergessen. Da war in erster Linie ??rau Koniwalds Schwiegersohn, der berühmte Literaturprofessor Ludwig Arheim, dessen literarische Zeitungsaufsätze man" mit Wonne verschlang. Ein großer, ein berühmter Mann, der seit fünfundzwanzig Iahren auf dem Kätheder thronte und dessen Recensionen man" vorerst las, um zu wissen, wie man sich neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der Literatur gegenüber zu verhalten habe ; eine erbgesessene Größe, von der Niemand, am allerletzten sie selber, merken wollte, daß sie längst alt und abgestanden geworden und die sich mit der. Gehässigkeit greisenhafter Entkräftung gegen alles Neue, Frische, Kraftvolle kehrte, weil sie Jugend und Kraft nicht mehr begreifen konnte. Kurzsichtig und schwerhörig, gebeugt von seinen sechzig Jahren und immerwährender Kränklichkeit, sah der gefeierte Gelehrte weit mehr be-dauerns-als beneidenswerth aus. Er spielte Tarok und spielte mit großer. Unsicherheit. Vielleicht verwirrte ihn die Nähe seiner um dreißig Jahre jüngeren Frau Irene, gebornen Koniwald, welche, hinter ihm, an seinen Stuhl gelehnt stand, über seine Schulter in seine Karten blickte und ihn dann und wann mit leiser, scharfklin gender Stimme auf Fehler im Spiel aufmerksam machte. In ihren Kreisen rühmte man Irene als eine Schönheit. Das war sie auch für diejenigen, welche markirte Züge, eine feine gebogene Nase, dichte Brauen, kalte dunkle Augen und .nachtschwarzes, leise gekräuseltes Haar' nach ihrem Geschmacke finden. Ihre üppige Gestalt hatte träge Bewegungen und ihr mattbleiches Gesicht einen anmaßendblasirten Ausdruck, der abstoßend wirken mußte. Ihr armer, alter berühmter Gatte zuckte jedesmal nervös zusammen, wenn ihre kalte, scharfe Stimme an sein Ohr schlug. Am Spieltisch nebenan saß der zweite Glanzpunkt des Abends, eine Art Kollege des berühmten Gelehrten. Er gehörte der medizinischen Fakultät an, trug den Professorentitel und hatte sich durch ein paar glückliche Kuren bekannt.und gesucht gemacht. Der dielen Kranken, welche unter der Lanzette des berühmt gewordenen Professors gestorben waren, gedachte man nicht ; man zählte nur jene auf, welche durch ihn (oder durch ihre kräftige Natur) gesund geworden waren. Bei den Vorlesungen des Professors ging es oft stürmisch her. Die Studenten ergötzten sich an dem cynisch-örutalen Materialismus des Meisters und betrachteten ihn als einen Clown höherer Art, und ihm bereitete es ein rohes Vergnügen, auf dem Katheder cynische Witze zu reißen und der ihm anverhauten Jugend den Materialismus in seine? unverhülltcsten Form als die einzig anbetungswürdige Gottheit anzuvreisen. Er war ein häßlicher Mensch, mit seinem rothen Gesichte ; nicht mehr jung, kahlköpfig, schlotterig in seinem ganzen Wesen. Aber der berühmte Name Jennerberq deckte alle seine inrneren und äußeren Mängel zu. In dem Konlwald schen Kreise verehrte man ihn ; die Frauen fanden ihn witzig. Er für sein Theil schaute die ganze Gesellschaft über die Achsel an. Die Männer langweilten ihn und den Frauen machte er in seiner Weise den Hos. Prüde durften die Damen, welche mit ihm auskommen wollten, freilich nicht sein. Der Dritte im Bunde war Erwin
Hollburg, der Frauen holder Liebling, der von allen. Redaktionen umworbene Schriftsteller, dessen Romane und Novellen in allen Leihbibliotheken und zart duftenden Boudoirs zu finden waren. Er saß in einem Kreise von Bewunderinnen Bewunderer hatte er nicht viele, und Im war sein geheimer Kummer) und eine dieser begeisterten Damen, des Hauses jüngere Tochter, die kleine, dralle Elfe, kauerte sogar zu seinen Füßen auf einem rothsammtenen, goldgestickten Kissen und schaute so gläubigfromm zu ihm empor, als 06 er ein Prophet wäre und gerade eine neue Heilslehre verkündete. Er schrieb so schön,- dieser blonde Erwin, so entzückend. Immer von Liebe. Seine Helden und Heldinnen hatten nichts, rein nichts auf dieser Welt zu thun, als sich zu verlieben. Alles, was die Menschheit sonst bewegt, beschäftigt und erschüttert, kannten die Kinder seiner Phantasie nicht. Sie arbeiteten auch nichts, sie thaten überHaupt nichts ; sie verliebten sich blos.' Und mit welchem Anstand, welcher Grazie sie sich verliebten! In was für gewählten Ausdrücken sie sprachen und wie schön sie .sterben wußten. Der grausame Autor ließ seine Helden und Heldinnen gewöhnlich sterben. Aber sie starben an so schönen, der rauhen Wirklichkeit unbekannten Krankheiten, daß man beim Lesen ganz lüstern wurde nach dem Tode. Manchmal wurde der Dichter auch pikant".... Er selber behauptete, daß seine Werke für , ganz junge Mädchen gefährlich wären und behauptete das mit selbst gefälligem Lächeln : was natürlich zur Folge hatte, daß die jungen Mädchen seine Romane verschlangen. Durch sein Wesen und seine Erscheinung ging etwas wie ein Byron'scher Zug.... Ob dieses Unglücklichsein gemacht war oder wirklich in seiner Natur lag, blieb seinen Verehrerinnen ein Ge heimniß. Aber eben dieses ungelöste Räthsel machte ihn ihnen doppelt inieressant. Heute sehen Sie wieder ganz wie Byron aus !" flüsterte Else Koniwald zu seinen Füßen und schaute zärtlichbewundernd zu ihm auf. In der That !" antwortete er zerstreut. Uebrigens wissen Sie denn, wie Lord Byron aussah ? Die Bilder, die wir von ihm haben, entsprechen der Wirklichkeit gewiß nicht." Nun, ich denke mir, er muß ausgesehen haben wie Sie," sagte si?, oder doch beiläufiq so." Möglich," versetzte er und blickte suchend im Salon umher. Wenn er nur wüßte, wie er dieses malerisch hingegossene Mädchen los werden sollte ! Professor Jennerberg, der das Tarokspiel satt bekommen hatte und ausgestanden war, kam ihm zu Hilfe. Mit einem unangenehmen Lächeln trat er an die Beiden heran. Nun, kleine Nymphe, haben Sie Ihren Musensohn noch nicht lang genug angeschwärmt V redete er das junge Mädchen an, faßte sie an den Händen und zoa sie in die Höhe. Sehen Sie denn nicht, daß ich vor Eifersucht schon ganz blaß bin ? Gönnen Sie mir doch auch einen Blick !" Er reichte ihr den Arm und führte die Widerstrebende mit sich fort. Erleichtert athmete der junge Schriftstel ler auf, erhob sich und durchmaß mit raschen Schritten den Saal, worauf er, vor einer Nische angelangt, stehen blieb. Da saß. versteckt und unbeachtet. ein blasses Mädchen. Sie hieß Marja Markowna Petrowitsck. war eine Russin und hatte ihr Vaterland- verlassen müssen. Ihre Geschichte war Niemandem in dieser Gesellschaft genau bekannt ; sie sprach nicht gern davon. Man wußte nur, daß sie ganz allein in Wien lebte, mittellos war und ihren Lebensunterhalt durch Unterricht in ihrer Muttersprache und durch Uebersetzungen vom Deutschen in's Russische und vom Russischen in's Deutsche bestritt. Sie sprach und schrieb beide Sprachen gleich geläufig. Else Koniwald war ihre Schülerin, und so hatte man die junge Russin, die bei den Meisten für eine Nihilistin galt und darum ein gewisses Interesse erregte, heute eingeladen. Sie und Erwin Hollburg waren einander im Hause Koniwald schon wiederholt begegnet. Ihre Persönlichkeit zog ihn in hohem Grade an. flößte ihm aber gleichzeitig eine ihm fremde Schüchternheit ein.... wohl darum, weil er nicht wußte, was für eine Meinung sie von ihm hegte, jedoch zu fühlen glaubte, daß sie sick weder aus dem Menschen, noch dem Dichter Hollburg etwas machte. .
2. Darf ich Platz nehmen ?" fragte t; sie in unterwürfigem Tone. Sie sagte nichts darauf, rückte jedoch zur Seite und er fetzte sich, dieser stummen Einladung folgend, neben sie auf die Ottomane. Sie langweilen sich ohne Zweifel," hob er nach augenblicklicher Stille an. Und wahrhaftig, in diese Gesellschaft passen Sie nicht, Fräulein Marja." Sie hob ein wenig den Kopf. Warum denn nicht ? Weil ich neben diesen Modedamen armselig wie ekne Magd aussehe ?" . Ah nein ! Darum handelt es sich nicht, und Sie wissen recht gut, was ich meine. Zu diesem protzenhaften, von meistens unsauber erworbenem Gelde üppig lebenden Gesinde! taugen Sie nicht." Marja schaute ihn an. . Ich kenne
die Gesellschaft nicht. Ich kann nicht urtheilen über sie. Die Mehrzahl djeser Leute sehe ich beute zum ersten Mal. Wenn aber Sie. der Sie diese Menschen kennen, so gering von ihnen denken, warum geben Sie sich mit ihnen ab ? Man. sollte sich doch nicht an den Tisch von Leuten setzen, die man verachtet." Mein Gott! ich verachte sie nicht!" entgegnete er rasch. Dazu hätte ich kein Recht. Es thut mir nur wehe, Sie hier zu sehen. Ich ... . ich bin schon abgehärtet. Jahrein, jahraus verkehre ich mit diesen und ähnlichen Leuten, lebe gewissermaßen von ihnen, schreibe für sie.... Sie sind es. die meine Bücher kaufen und mir einen Namen gemacht haben, sind das Publikum. ein Theil des Publikums, von dessen Gunst , und Laune ich abhänge. , Warum aber schreiben Sie blos für . diese eine Gesellschaftsklasse ? Blos für die Besitzenden V entgegnete sie. Hat ein Dichter nicht höhere Aufgaben V Ein Dichter jawohl," versetzte er mit Nachdruck. Nicht aber ein bescheidener Modeschriftsteller, dessen Talent sich in engen Grenzen bewegt." Diese Grenzen haben Sie sich selbst gezogen," bemerkte Marja. Es ist beauemer. nur für die Unterhaltung müßiger Menschen zu sorgen, als für die ganze Menschheit und ihre Leiden zu kämpfen. Solches angenehme, die Nerven leise kitzelnde Geplauder erwirbt uns Freunde und trägt auch viel Geld ein ... . Aber sind Sie davon befriedigt ?" Nein." sagte er voll Unmuth. Und ich weiß, daß Sie gering von mir denken." Ich würde Sie höher schätzen und, mehr noch, glauben, daß Sie selber sich Ihre künstlerische Unabhängigkeit bewahrt hätten oder danach strebten, sich diese Unabhängigkeit zu erringen," erwiderte Marja in freundlichem' Tone. Sie schreiben nicht blos für diese Leute, sondern auch einzig und allein von dieser einen Klasse. Ist das der Mühe werth ?" Sagen Sie selbst," erwiderte er, halten es nicht die Meisten wie ich ? Wie wenige unserer Schriftsteller leben außerhalb der sogenannten Gesellschaft, und wie wenige schreiben für ein anderes Publikum als für eben diese sogenannte Gesellschaft ! Denjenigen, welche besondere Wege wandeln wollen, ergeht es gewöhnlich schlimm ; zumal in Deutschland, wo die Heuchelei, Schönfärberei und Prüderie auf der Tagesordnung stehen. Es ist furchtbar schwer. einProphet sein und gegen den Strom schwimmen zu wollen. Ja. das sagen Alle. Jeder Einzelne sagt das.... und darum kann es auch nicht besser werden. Ich, für mein Theil, ertrinke lieber, als daß ich mit dem schmutzigen Strome schwimme." Er senkte das Gesicht' und blieb stumm auf diese in herbem Ton gesprochenen Worte. Er schämte sich vor sich selbst und vor ihr. Aber sie hatte leicht reden. Man brauchte sie blos anzusehen, um zu wissen, daß sie zu Jenen gehörte, die mit festemSchritt durch's Leben gehen und, ohne nach rechts noch links zu schauen, ihr Ziel verfolgen mochte der Weg auch dornig sein und rechts und links schmeichelnd duftende, lockende Rosen blühen.'. Was konnte er dafür, daß ihm ein anderer, schwächerer Charakter zutheil geworden war ? Vielen Frauen und Mädchen war er in seinem Leben begegnet. Sie glich keiner von allen, die er jemals gesehen hatte. ' Sie hatte ihr eigenes Gesicht und ihr eigenes Wesen und war mit Niemandem zu vergleichen. Keine Spur von Gefallsucht in ihrem Anzug. Sie trug ein einfaches, schwarzesKleid, das sich in weichen zwanglosen Falten an ihren schönen Körper schmiegte und jedes Aufputzes entbehrte. Nur ein kleines werthloses Kreuz hing an einem Kettchen um ihren Hals. Eitel war sie nicht und war doch schön : ein blasser, geistvoller Kopf mit großen Zügen, kurzes, volles aschblondes Haar, das sie nach Knabenart gescheitelt trug, große Augen von unbestimmter Farbe. .Sie hatte eine tiefe, weiche Stimme, welche das Ohr so wohlthuend berührte, wie die Wange das zarte Liebkosen einer warmen Hand. Er konnte diese Stimme nicht hören, ohne im tiefsten Herzen davon ergrifsen und beruhigt zugleich zu werden. Auch seine Stimme klang angenehm. Er wußte das und Marja hatte es ihm einmal gesagt.... und seitdem sprach er noch lieber mit ihr, als früher. Wenn ihr auch selten das, was er sagte, gefiel, so gefiel ihr doch wenigstens. wie er es sagte, und das war immerhin etwas. Gern hätte er sie gefragt, ob ihr auch seine Erscheinung sympathisch wäre.... obwohl er geringe Hoffnung hatte, auf diese Frage ein Ja zu dernehmen. Er wußte zwar, daß viele Frauen ihn für schön hielten, war jedoch überzeugt, daß Marja von männlicher Schönheit ganz andere Begriffe haben mochte, als diese ner-vös-unaesunden Modedamen. Er trug sich exzentrisch : einen breiten, umgeschlagenen Hemdkragen,, der seinen feinen, beinah' frauenhaft zarten Hals blos ließ und das röthlich-blonde Haar so lang, daß es fast die Schul-, tern streifte. Sein bartloses, leicht abgespanntes und ebenso leicht erregbares Gesicht hatte regelmäßige Züge
und seine nicht großen braunen Augen schauten ,immer so aus, als ob er vor Kurzem geweint hätte. Neben Mar jas hoher Gestalt und energischen Zügen sah er schmächtig und weibisch aus. obschon er um ein Weniges größer war als sie und sein sehr bleiches Gesicht gerade keine kleinen Züge hatte. Sie stellte ihn jedoch mit ihrer kraftvollen ruhigen Erscheinung noch in den Schatten, und das fühlte er und darüber ärgerte er sich. Er war zweiunddreißig Jahre alt und sie achtundzwanzig. Indessen sah er jünger aus als er war. In die Betrachtung ihres ernst gewordenen Gesichts verloren, sann er im Stillen über ihre letzten Worte nach, die so bitter und so anklägerisch geklungw hatten. Vergebens zerquälte er sich das Gehirn, um etwas zu finden, das er ihr sagen könnte und das im Stande wäre, ihr eine bessere Meinung von ihm und seinem künstlerischen Streben beizubringen. Aber nichts wollte ihm einfallen. Er fühlte außerdem ganz gut, daß bloße Worte auf sie einen nur. geringen oder, keinen Einfluß haben würden ; daß er, um seinen Zweck zu erreichen, mehr thun müßte, als reden. Und was sollte er denn thun ? ' Anders schreiben, anders leben? Wenn es nur nicht so schwer wäre, umzukehren ! Ja,, das wollte er ihr sagen. Wie schwer das sei. Und sie möchte Nachsicht. Geduld mit ihm haben. Möchte ihm ihre Freundschast. ihre Theilnahme schen ken : und .... Weiter kam er nicht. Es war Jemand vor sie hingetreten und stellte sich breispurig vor ihn und Marja auf. Unmuthig über diese Störung blickte Hollburg rasch in die Höhe. Vor ihm stand die Gestalt Prosessor Jennerbergs. Sie Grausamer !" redete er den jüngeren Schriftsteller mit seiner schnarrenden Stimme an. Die kleine Koniwald ist schon ganz nervös. Gehen Sie doch zu ihr und beruhigen Sie ihre erregten Nerven. Wissen Sie nicht, wie wehe begründete Eifersucht thut ?" Marja schaute den Prosessor verwundert an. Hollburg hingegen machte ein verdrießliches Gesicht und erwiderte : Was soll alles das heißen ? Ich verstehe Sie nicht !" . O, Sie unschuldiges Baby !" rief der Professor lachend. Sollten Sie wirklich erst durch mich erfahren müssen, daß die kleine Else Koniwald für Sie glüht und schwärmt ? Ich begehe, indem ich das sage, wahrlich keine Indiskretion, denn die Kleine schwatztja ganz öffentlich von ihrer Liebe zu
Ihnen. Und Ihnen sollte sie nlchts davon gesagt haben ?" Nein, niemals," versetzte Hollburg ärgerlich. Aber errathen müssen Sie.es doch haben?"' Ich habe noch keinett Augenblick über Fräulein Koniwald und ihre Gefühle nachgedacht," sagte Hollburg mit gesteigerter Reizbarkeit. Maria mußte lächeln. Worüber ärgern Sie sich denn ?" fragte sie. Ich ärgere mich nicht aber ich mag nicht von einer Else Koniwald geliebt werden. Was gehe ich sie an ? Ich beachte sie nur, wenn ich muß. Folglich würde sie gut thun, ihre Gunst einem Andern, der sie besser zu schätzen wüßte, zuzuwenden." Der Professor legte die Hand auf seine Schulter. Und doch werden Sie eben diese Else Koniwald heirathen !" sagte er in prophetischem Tone. Hollburg fuhr zurück. Sogar Marja machte eine Bewegung des Erstäunens. Ich !" rief er entrüstet aus. Ja, Sie, junger Mann. Und ich werde Ihnen sogleich sagen, warum Cle es thun werden." Er zog einen Stuhl herbei und setzte sich. Die Beiden hefteten die Augen auf ihn Marja mit einer gewissen Neugierde, Erwin mit ungeduldigem Widerwillen. Was fiel diesem närrischen Professor denn ein ? War er verrückt, oder am Ende gar betrunken? (Fortsetzung folgt.) MWGW BMil Das beste und zuvcrläiugsie Mittel gegen alle 5als- und Brust- Veiten nr'Dr. Bnll's Husten Syrup. Er kun'rt Husten, Heiserkeit, Erkältung, Keuchhusten, Lungcnsucht,Lung-tn-Entzündung, und Schwindsucht selbst wenn scheu weit vorgcschntten. MM Kurirt rasch und sicher husten und Heiser Uit. und kostet nur 25 Cents die Flasche. Das verläßliche und erprobte UM ü E S 0 R . Zum Verkauf bei The JOIIIER-KEUIIEDYMUSIGGO.
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