Indiana Tribüne, Volume 25, Number 167, Indianapolis, Marion County, 7 March 1902 — Page 7

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Hans nnd Grete. ROmsn von Friedrich Cpielkagen. Fortsetzung Ter Einzige, nur dem sie spray, dber immer nur. wenn sie sich ganz

allem mit. ihm befand, war der alte j Toctor Eckhart. Dem sagte sie. der Hans sei unschuldig, und sie wolle es beweisen, aber erst müßte sie der Toctor gesund machen oder doch wenigstens so gesund, daß sie ein paar Meilen weit gehen könne, denk sonst helfe Alles nichts. Der gute Doctor wußte erst nicht, was er aus diesen Reden machen solle, und meinte, weil sie immer wieder darauf zurückkam, es sei eine fixe Idee, die von der Krankheit sitzen geblieben; aber nach und nach kam die Grete weiter mit ihrem Plan heraus, der sich vor anderen Plänen durch seine große Einfachheit auszeichnete und so war: die Grete wollte zur ffrau Herzogin, die eine so gute Dame sei, und ihr Alles erzählen; dann sollte es die Z?rau Herzogin dem Herrn Herzog erzählen, und der Herr Herzog, der ein so guter Herr sei. würde dann sofort dn Hans aus dem Gefängniß lassen. Txr gute Doctor lächelte, wie wenn ihm seine Kinder die Geschichte von Frieder und Katerliescheu erzählten, oder die andere von dem Fischer, ter von dem Butt verlangte, daß der Butt ihn zum lieben Gott mache; aber Grete blieb dabei: so, und so' allein ginge es, und der Doctor dachte zuletzt: hilft es nicht, so schadet's nichts, und manchmal schlagen ja auch Schäfermittel an, wo wir mit unserer Wissenschaft am Rande sind. Und da der Doctor Eckhart ein Mann war. der. wenn er Ja gesagt hatte, auch Amen sagte, so ging er alsbald auf den Plan Gretes mit einem Eifer ein, als ob derselbe in seinem eigenen Kopfe entsprungen wäre. Die eine Prämisse Gretes, daß die Frau Herzogin eine gute Dame sei, war nun schon richtig, und der Leib arzt der Frau Herzogin, der Geheime Sanitätsrath Stelzenbach, war ein Universitätssreund vom Doctor Eckhart, und würde dem alten Berbin dungsbruder schon den Gefallen thun. Nun konnte freilich der Geheime Sanitätsrath Sielzenbach tifit so schwierige Aufgabe gar nicht einmal in Angriff zu nehmen wagen, ohne sich vorher die Erlaubniß dazu von der Lieblings - Kammerfrau der Herzogin eingeholt zu haben ; aber hier wollte das Glück, daß Frau Schneefuß einen Bruder hatte, der gern Bahnhofs - Jnspektor auf der Hauptstation der neuen Eisenbahn geworden wäre ein Posten, den zu vergeben ganz in der Hand von Doctor Eckhart's Schwager, dem Eisenbahn - Direktor Schneller, lag. Eine Schwierigkeit blieb dann freilich noch immer, insofern, als Frau Schneefuß sich einer Reprimande von Seiten der Frau Oberhofmeisterin, Baronin von Adlerskorn, ausgesetzt haben würde, falls sie bei dieser Dame nicht nachgefragt hätte, ob Excellenz in dem betreffenden Falle nicht gnädigst durch die Finger sehen wolle. Indessen auch diese letzte Schwierigkeit wurde gehoben, da der Bruder ?s Eisenbahn - Direktors, der Banquier Schneller, der von dem unermüdlichen Doctor Eckhart ebenfalls in's Bertrauen gezogen war, gerade in diesen Tagen Gelegenheit hatte. Excellenz eine namhafte Gefälligkeit zu erroeisen und mit jener weltmännischen LiebensWürdigkeit, die diesen Finanzmann auszeichnete, sich von der Frau Baronin nur jene bewußte kleine Concession als Provision ausbat. So war denn, nachdem ein paar Wochen lang ein halbes oder ganzes Dutzend Fäden vorsichtig angezogen und geschürzt waren. Alles in .Ordnung. bis auf eine passende Gelegenl?it, die sich denn auch alsbald einstellte. Der Herzog bezog in diesem Jahre ausnahmsweise früh das ein paar Büchsenschüsse vor den Thoren der Residenz gelegene Sommerpalais Bellevue. und hier, wo die Strenge der Hofetiquette, dem einfachen Sinn der Frau Herzogin und der ländlichen Umgebung zu Liebe, erfahrungsmäßig wesentlich gelockert wurde, konnte das so sorgfältig einstudirte Stück ohne große Schwierigkeit in Scene gesetzt werden. An ' einem wunderschönen Nachmittage holte der Doctor selbst in seinem eigenen Wagen Greis zu einer Consulation mit den Stadtärzten, wie er sagte, und setzte sie, wie veraöredte, Punkt sechs Uhr das war um die Zeit, wenn das Diner der Herrschaften beendet war an dem Parkthor ab. Weißt Du nun auch Alles, was Du sagen willst, liebes Kind? fragte der Z)octor. Ja, sagte Grete und sah den Doctor mit ruhig klaren Augen an. Na, dann geh' mit Gott, Kind, sagte der Doctor; wenn der es weiß und Du. brauche ich mir ja nicht darüber den Kopf zu zerbrechen. Grete hatte nämlich, außer daß Hans unschuldig sei, kein Wort gesagt, und der Doctor wußte also so wenig wie irgend ein Mensch, was die Grete nun eigentlich vorbringen würde. Es sollte es aber auch Keiner wissen. nur die Frau Herzogin, und die sollt' es btm Herrn Herzog sagen. Das war Grete's einfaches Programm, und mit dem und ihrem kindlichen Vertrauen zu der guten Frau Herzogin. die es dem Herrn Herzog sagen sollte, ausgerüstet, imponirte ihr der stattliche Lakai (ein Neffe der Kam-

mersraü Schneefutz), der sie an dem Parkpsörtchen empfing und durch den Park nach dem . Schloß führte, so wenig, daß der Herr Lakai sich auch nicht die geringste kleine Freiheit gegen das hübsche blasse Mädchen herauszunehmen wagte. Selbst Frau Schneefuß, die doch gewiß eine imposante Erscheinung war viel imposanter als die Frau Herzogin selbst war erstaunt, indignirt, als die Kleine auf ihre Frage, ob sie sich fürchte, erwiderte: Nein, weshalb sollte ich mich fürchtcn? Frau Schneefuß erzählte hernach, .so was sei ihr in ihrem Leben noch nicht vorgekommen und sie habe sich förmlich ein Gewissen daraus gemacht, als sie der frechen kleinen Person die Thür. zu dem Zimmer der Herzogin geöffnet habe. Und da stand nun Grete in dem Limmer'der Frau Herzogin, die ' am Fenster, das auf den Part hinausging, saß, mit einem Buche in der Hand, welches sie alsbald aus der Hand legte und. nachdem sie, ihre Augen 'aufhebend, die Eingeführte eine kurze Zeit prüfend angeblickt, sagte: Lak uns allein, liebe Schmefuß. Nun komm näher, mein Kind. Du siehst blaß und angegriffen aus; setze Dich dahin auf den Stuhl, und nun erzähle mir Alles. waZ-Du von der unglücklichen Geschichte weißt. Die Augeu der hohen Frau waren so sanft, und 'ihre Stimme war so mild; Grete liefen die Thränen über die Backen, . aber nur aus schierer Dankbarkeit gegen Gott, daß es doch Alles gerade so. war, wie sie es von ihm erbeten hatte, und als sie sich die Thränen abgewischt, erhob sie ihre eigenen frommen Augen und ihre zitternde Stimme und erzählte nun der hohen Frau Alles, was sie wußte. Alles, was sie auf dem Herzen hatte, von Anfang bis zu Ende, und da war kein Wort zu viel und keines zu wenig daß der Herzogin war, als lese sie eine Dorfgeschichte" von Meisterhand geschrieben, und dabei klang Alles so treu und gut, daß die hohe Frau sich ein paar Mal nach dem Fenster wandte,scheinbar, um an den Blumen zu rie-

chen, eigentlich aber nur. die Thränen. zu verbergen, die ihr in die Augen gekommen waren. Als Grete zu Ende war, sagie die Herzogin: Und Du möchtest nun, liebes Kind, daß ich das dem Herzog sage; nicht wahr? Ach ja, sagte Grete. Und der soll Deinen Hans freilassen, r.icht wahr. Ach ja, sagte Grete. Die hohe Frau war aufgestanden dnd ging ein paar Mal auf und ab. vie hatte ihrem Gemahl schon von dem Besuch erzählt, der ihr nach der Tafel zugedacht war, und der Herzog war sehr unwillig gewesen, daß sie sich aus so etwas eingelassen. Er habe sich schon genug über die Geschichte geärgert und über die Esel ' von Untersuchungsrichtern, die nichts heraus bekommen hätten, als den einen Burschen, der leicht nicht der Schlimmste gewesen sei; denn es werde in dem Revier nach wie vor gewilddiebt, nur. daß es die Hallunken jetzt womöglich noch schlauer anfingen als zuvor. Thue, was Du willst, hatte er zuletzt gesagt, aber laß mich aus dem Spiel. Was sollte sie thun? Sie war vollkommen überzeugt, daß das Mädchen ihr die lautere Wahrheit gesagt, und diese Ueberzeugung gab ihr Muth. Wie dachte sie, während ihre Augen auf dem Mädchen ruhte, das jetzt wieder so still und bleich dastand und ihr, während sie hin und wieder schritt, immerfort mit ängstlich harrenden und doch zugleich so vertrauensvollen Vlicken folgte wie, dieses 'arme Kind vom Dorf überwindet alle Schwierigkeilen und kommt zu dir und spricht zu dir' mit herzerschütternder Beredtsamkeit. und du solltest nicht einen Weg zum Herzog und Worte für ihn sinden, der so gutmüthig ist, wenn er sich auch von seine? Heftigkeit einmal zu weit hinreißen läßt? Bleibe hier, mein Kind, sagte die hohe Frau; setze Dich ruhig wieder da hin und warte, bis ich zurückkomme. Die Herzogin hatte nicht weit zum Cabinet des Herzogs, das in derselben Front wie das ihre lag, nur daß von hier eine in vielen Stufen atzfallenbe Terrassentreppe in den Parkgarten zu dem großen Springbrunnen hinabstieg. Zwischen die Bäume des Parkes hindurch, ja; da das Schloß sehr hoch lag. über die Wipfel fort, sah man in die reiche Landschaft, die im vollsten Schmuck des Frühlings prangte, hinüber bis - zu den Bergen, deren blaue Kette den Horizont einrahmte. Der Herzog, nachdem er die Herren, die zu dem Diner befohlen gewesen waren, entlassen, rauchte, in einem Easychair schaukelnd seine geliebte Cigarre, die er auch, da' seine Gemahlin ' ihm neben manchen anderen Freiheiten auch vollkommene Rauchfreiheit gestattete, bei ihrem Eintritt nicht bei Seite legte. Nun, sagte er, sich erhebend, was hast Du herausgebracht? Daß der Mann unschaldig ist, sagte die Herzogin. Eine schöne Nruigkeit! rief der Herzog ärgerlich lachend. Das ist ja mehr, als der Kerl selbst von sich bchauptet! Und ist es auch gerade, 'was den Mann würdig.macht, daß wir uns seiner annehmen. Er hat allerdings die Wahrheit nicht gesagt, aber doch nur um des Mädchens willen. Es ist ein merknzgrMei Fall, und Du mußt mir

schon die Liebe erweisen und mich ein paar Minuten geduldig anhören. Der Herzog verbeugte sich - galant und zündete sich eine neue Cigarre an. Du siehst, sagte er, ironisch lächelnd, ich mache mich auf eine lange Geschichte gefaßt, trotzdem in einer halbenStunde der Wagen zum Theater vorfahren wird. Die Berger singt die große Arie im ersten Akt nie zu Dank, so kannst Du mir Dank wissen, daß ich Dir die Qual erspare, eiwiderte die Herzogin, ebenfalls lächelnd, und erzählte dann ihrem Gemahl, was sie eben gehört, während sie mit ihm auf der Terrasse auf und niederfchritt. Der Herzog war anfangs ein wenig zerstreut; bald aber fing die Geschichte doch an, ihn zu interessiren. Ja, und was verlangst Du nun von mir? fragte er, als die Herzogin zu Ende war. Daß Du eine neue Untersuchung anordnest. Das kann ich nicht. Dann begnadige ihn. Das Will ich nicht. - Warum nicht, lieber Karl? Weil einmal ein Exempel statuirt werden muß. Auch wenn der Unschuldige statt des Schuldigen -leidet? . Der Herzog zuckte ungeduldig die Achsel, und sagte: Wer in aller Welt bürat Dir dafür, daß das Mädchen Dir nZt einen Roman aufgebunden hat? . Ihre guten, ehrlichen Augen. Das wäre! Und dann giebt es ja ein einfaches Mittel, ihre Wahrhaftigkeit auf die Probe zu stellen. Laß Dir den Mann kommen und Der Herzog blickte seine Gemahlin starr an. Wen? sagte er mit Betonung. . Die hohe Frau fühlte, daß ste etwas kaum Mögliches verlangt habe; sie wußte sich nicht mehr zu helfen, und dabei dachte sie an das arme Mädchen, das ein paar Zimmer entfernt gläubig harrend saß, und ihre Augen füllten sich mit Thränen. Der Herzog ging ein paar Mal auf und ner. Dann blieb er vor seiner Gemahlin stehen und sagte in milderem Tone: Gesetzt auch, ich thäte Dir den Gefallen, so unerhört die Sache ist, so müßte ich ja den Menschen begnadigen, selbst wenn ich mich überzeugen sollte, daß man Dich belogen hat; ich kann ihn doch nicht von hier aus wieder in's Zuchthaus schicken! Die Herzogin antwortete nicht. Nun, wie Du willst, sagtekr. Er ging in sein Cabinet' zurück, schrieb ein paar Zeilen auf ein Blatt Papier, klingelte seinem Kammerdiener. gab dem Manne noch einige Instruktionen, rief, als derselbe sich entfernte, noch hinter ihm her: Aber in einem verschlossenen Wagen! und kehrte dann zu seiner Gemahlin zurück. Sie ergriff seine Hand und führte ,ie an ihre Lippen. Nun will ich aber auch das Mädchen sehen,' sagte Se. Hoheit, den diese zarte Huldigung seiner Großmuth . in die 'leste Laune versetzt hatte. Wie Du willst, lieber Karl. Man ließ Grete kommen. Grete trat so ruhig in den goldstrahlenden Salon, als sie vorhin in das viel einfachere Zimmer der Herzoam getreten war. Was galten ihr der wnstreiche Plafond, das spiegelglatte Varquet, die kostbaren Spiegel, Marmor Vasen, Gemälde? Sie hatte nur Augen für den Hoffnungsstrahl, den sie aus den milden Augen der Herzogin deutlich leuchten sah. Ihre blas sen Wangen rötheten sich, aber sie fragte nicht unbescheiden; es mußte ja kommen, und bis es kam, antwortete sie geduldig auf alle Fragen, die ihr der Herzog vorlegte. ' Seine Hoheit war ein Kenner der Frauenschönheit, und er sagte zu sich selbst, einmal über das andere, während er. vor Grete stand und sie ausfragte und sein Auge über die zierliche Gestalt lief und immer wieder an ihren schönen dunklen, von dunklen Wimpern umschleierten Augen hangen blieb: ist das ein 'hübsches Mädchen! Und als nach einer halben Stunde der Kammerdiener meldete, daß der Wagen aus der Stadt zurück sei, sagte Seine Hoheit ärgerlich: Soll warten! gerade als ob er in der interessantesten Conversation gestört wäre. Er besann sich und sagte dann auf Französisch zu seiner Gemahlin, die während des langen Verhörs heiter lächelnd dagesessen und nur dann und wann ein Wort hineingeredet , hatte, wenn der Herzog gar zu weit von der Sache abzuschweifen schien: Ich denke, meine Liebe, wir lassen die Kleine abtreten, bis, wir uns mit ihrem Galan verständigt haben. . Wie Du willst, sagte die Herzogin, und dann zu Grete: Geh' einmal da hinein, liebes Kind, und setze Dich an's Feiger; Du sollst nicht so lange warten. als vorhin. Grete ging und blickte dabei, so lange sie konnte, der Herzogin in die milden Augen. Großer Gott, sagte Vt hohe Frau, es durchschaudert mich, wenn ich bedenke, was wir diesen Leuten sind! Nur keine Sentimentalität, meine Liebe, sagte der Herzog, wenigstens nicht dem Burschen gegenüber! Es scheint, daß der nicht . aus weichem Holze ist. - Er winkte dem Kammerdiener. Ist er da? Im Vorzimmer, Hoheit...

Wie sieht er aus? " Desperat, Hoheit. Wer hat ihn eLkortirt? Zwei Mann von der Zuchthauswache, Hoheit. Im Vorzimmer? Zu Befehl. Hoheit. Sollen da bleiben! Zu Befehl. Eintreten lassen! Zu Befehl, Hoheit. Der geschmeidige Mann entfernte sich geräuschlosen Schrittes, öffnete die Thür zum Vorzimmer und winkte. Gleich darauf trat Hans herein und blieb an der Thür stehen. d.ie alsbald hinter ihm geschlossen wurde. Man hatte Hans in aller Eile seine Zuchthausjacke aus- und seine Blouse wieder angezogen; nur das kurz geschnittene Haar erinnerte noch an den Ort. von dem er kam. Selbst die Blässe, mit der das Gefängniß seine Bewohner malt, hatten Arbeiten in freier Luft, zu denen man d:n starken Mann vorzugsweise verwandt hatte, wieder verwischt. Er sah so braun und kühn aus, wie nur je. Hans wußte, was sich. schickte; er hatte vor hohen und höchstenHerrschaften Schild. wacht gestanden, und mehr als Einer hatte sich mit dem Hünen in ein Gespräch eingelassen. So stand er denn kerzengerade an der Thür in vorschriftsmäßiger Haltung, die Militärmütze, die man ihm auch wiedergegeben hatte, an dem rechten Schenkel. Er wußte nicht, was dies Alles zu bedeuten hatte; aber Hoheit würde ihn ja schon fragen, und fo stand er, denn und wartete, was Hoheit ihn zu fragen haben würde. Der Tausend! sagte Seine Hoheit, aber nicht zu Hans, sondern zu seiner Gemahlin. Dann wandte er sich zu Hans und commandirte: Sechs Schritt vor! Du hast gedient? Zu Befehl. Hoheit. Regiment? Zweites Garde Regiment, erste Compagnie. Das hat man davon! sagte der Herzog zu seiner Genahlin. Die Herzogin mußte diesen politischen Stoßseufzer verstehen, aber ste antwortete nur mit einem freundlichen Achselzucken. (Schluß folgt.) Reichere Gummi Zufuhr. Von bedeutendem Interesse für unsere Rubber-Jndustrie und für das ganze Publikum, das mehr oder minder auf ihre Produkte angewiesen ist, sind neuerliche Meldungen aus Para. Dieselben besagen, daß die KautschukVersendungen über jenen Hafen am Ende des verflossenen Jahres beinahe um 30 Prozent höher stiegen, als jemals zuvor in dieser Saison, und daß allem Anschein die Rohgummi-Ernte der neuen Saison die vorjährige um ein ganz Beträchtliches übersteigen wird. Die Gummisammler in den Regienen des oberen Amazonenstroms haden in neuesterZeit sozusagen sich selbst Lbertroffen, was die Quantität der Ausbeute anbelangt, und aus manchen Localitäten, die für beinahe erschöpft galten, stattliche Mengen geWonnen. Zum Theil hing dies dam't zusammen, daß sie sich vorher, infolge des leichten Credits, den sie bei dem Buhm in ihrem Geschäft fanden, tief in Schulden gebracht haben, und nunmehr mit ungewöhnlicher Findigkeit und Energie die Ernte zu erhöhen trachteten. Dabei erfährt man erst, wie vielversprechend jene Gegenden sür dieGewinnung des -vorliegenden, immer wichtiger werdenden Stoffes noch sind. Nach den vielen Klageliedern über das Rarwerden des Gummis wird diese Kunde wohl vielfach befriedigen. Wenn nur nicht auf die reichere Zufuhr später ein desto empfindliche? Mangel folgt!

Das Schlimm st e. Wie gefällt mem Stuck, Herr Director? Sogar die Freikartenbesttzer zischen." Schrecklich. Frau A.: Ist's denn wahr, Sie haben das große Brandunglück mitgemacht, und Ihr Mann hat dabei einen Arm gebrochen?" Frau B.: Jawohl, und mir ist sogar mein neuer Hut ganz verram ponirt wordes Aufgeschnitten. So, Du bist dn sieben Stunden langen Weg nicht einmal eingekehrt?" Motorfahrer: Nein, die Bremsvorrichtung ver sagte und da mußten wir halt sämmtlicke Ortsckaften durchfahren!" IWWFGIÄ Keine andere Medizin kun'rt LungenLeiden so rasch und sicher wie der berühmte Dr. Bull's Sustcn Syrup, er ist daö beste Mittel gc-.qcn.Hals-Bräune, Bronchitis, Croup, Bruiksckmerkett. Kkrut7f,'r. fl,, - "p'-r a"t"Om-"f ensucht und Lungen, Entzündung. msSlB Seilt sofort alle 3nift. 5aIS, vnS P,,,. - Leiden und kostet nur 23 Cents die Flasche.

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