Indiana Tribüne, Volume 25, Number 166, Indianapolis, Marion County, 6 March 1902 — Page 7

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Nouian von Friedrich Epiclhagcn. V Fortsetzung. Hans! schrie sie; Hans! und deutete mit zitternder Hand auf das Ge wehr. , Nun ja! sagte Hans. - Er hätte in diesem Augenblick seine rechte Hand gegeben, trenn das Gewehr, anstatt da am Baum zu steten, tausend ttlaster tief in der 'irfce ge legen hätte. Was wolltest Du damit. Hans? sagte sie und sah ihn mit großen, stren gen Augen an. Ich hab's immer nicht glauben wollen und immer den lieben Gott gebeten, daß es doch nur nicht wahr sein möge, und das sollte mein Trost im letzten Augenblicke sein; ich Si5 konnte nicht weiter sprechen und fing wieder an zu weinen, daß es dem Hans durch's Herz schnitt. Gretchen,. sagte er. liebstes, bestes, einziges-Gret-chen. hör' doch nur. ehe Du Dich so grausam geberdest. Ich yabe es ja gar nicht gewollt, ich wollte Und nun erzählte er der Grete Alles, wie es gekommen war; wie lange er gekämpft, ob er Wilddieb werden oder sich das Leben nehmen solle, und wie er dann'-beschlossen, Greten sein Wort zu halten, wenn sie auch das ihre nicht gehalten, und sein Entschluß, nicht Wilddieb zu werden, und seine Absicht, sich das Leben zu nehmen, und der Hirsch, der just in dem Augenblick dagestanden, und Gretchen, die dann, wieder.just in dem Augenblick dagesessen das gab eine so greuliche Verwirrung. daß dem ehrlichen Burschen der Angstschweiß vor der Stirn stand. Dann wollen wir Beide sterben; sagte Grete plötzlich. Du schießest mich erst todt und dann Pich. Ich kann Dich nicht todtschießen, sagte Hans; ich will mich erst todtschießen; aber dann kannst Du nicht wieder laden. Nein. Du wirst nicht damit fertig, Grete; und überdies; ich leid's nicht, daß Du Dich umbringst, und ich sag' Dir's noch einmal: ich leid's nicht. Er hatte die Büchse in die linke Hand genommen und hoch empor gehalten. Die Augen der Grete funkelten so seltsam; er meinte, sie könne jeden Augenblick zugreifen und sich ein Leides anthun. Da fiel plötzlich ein Schuß drüben. jenseits der Wiese. Der Hirsch, den Hans vorhin gesehen, that einen mächtigen Satz aus dem Walde heraus, brach dann aber sofort zusammen. Gleich darauf kam ein Mann mit einer Büchse aus dem Dickicht, das weiter weg lag. und lief am Rande. des Holzes hin auf die Stelle zu. wo das Thier gefallen war: Das ist der Repke, sagte Hans, dessen falkenscharfes Auge trotz der tiefen Dämmerung den Mann erkannt hatte. O. du guter Gott! murmelte Grete. Und hernach sagen sie. Du hast's gethan! Sie faßte Hans bei der Hand und lief in den Wald hinein. Hans folgte ihr; er wollte sie beruhigen, aber sie hörte nicht auf ihn; schneller und schneller lief sie. ihn krampfhaft bei der rechten Hand festhaltend, während er in der Linken die Büchse trug. Ja. aber Grete, wo willst Du denn hin? sagte er. Fort, fort! rief - Grete. Ach. du guter, guter Gott! Sie sind gewiß hinter uns her, und nun kommst Du an den Galgen! Da standen sie Plötzlich, ehe es Hans sich versehen, an dem Rande der Landgrafenschlucht. Grete. sagte Hans, hier hinab kannst Du nicht. Grete hörte, nicht; Hans wollte sie mit- Gewalt aufhalten; unwillkürlich, wie er sie mit der Rechten fester fassen wollte, ruckte er mit der Linken; die bereits gestochene Büchse streifte einen Strauch und der Donner krachte gegen die. glatten Felsen. O du guter Gott, schrie Grete, vor Schreck m die Luft . sprmaend und dann mit einem Schmerzenslaut zu sammenbrechend. . Hans wußte, daß sie der Schuß nicht getrogen haben konnte. Aber Grete, sagte er ärgerlich, wie Du Dich auch anstellst! Komm, steh' aus: . Ich kann nicht, sagte sie. nachdem sie rir. t ' r . , .. na? vergeollll) oemuyr yatte, ncy auszu richten; ich giaud . ich hab' mir den Fuß gebrochen; ich kann nicht. Ca wurden im Walde dumpfe Stimmen laut, Hunde schlugen an. Wirf mich hier hinab, sagte Grete. ' Dummes Zeug, sagte Hans; versuch's noch einmal,' es wird schon gehen. - - . 2 h j i Ich kann nicht, sagte Grete; wirf mich hinab, das überleb' ich nicht! Hans stand eine Augenbli rathlos. Dann fuhr, er, wie .der Blitz, schnell nach seinemGewehr, knüpfte den Riemen ai, naVn aus der Tasche seiner Blouse einen , dünnen, festen Strick, band ihn an beiden Enden mit dem Riemen zusammen, warf ihn über die rechte Schulter und sagte: 5komm, Gretchen, nun mach's mir so leicht als möglich, x-o, das lst recht Du weißt's noch von früher; hab' nur keine Bonge; Du bist nicht viel schwerer geworden, ich aber desto stärker. Nun sitz nur still und lkge Dich so viel als möglich auf meine rechte Schulter. Fallen kannst Du nicht, ich hab' den Knoten fest gemacht.

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Reise losgehen. Und Hans begann, mit Grete auf dem Rücken, die. Schlucht hinavzuklimmen. .Für jeden Andern wcir's ein Tollhausstück gewesen, aber der 5ans konnte eben mehr als die Anduen.' . Obgleich die schwarze Regenwolke aus dem Thal jetzt bei den Bergen ankommen war und das letzte Grau der Dämmerung rasch zu verlöschen drohte, schritt er doch mit seiner Last so sicher von Block zu Block, von Stein zu Stein, als wär's helllichter Tag und die verrufene Landgrasenschlucht nichts , weiter als ein steiler Weg, wie hier unzählige von den Bergen in'S Thal laufen. Die Büchse trug er in der Linken und stützte sich darauf, lsenn's gar zu toll wurde. Wie geht's Grete? fragte Hans; hast Du noch viel Schmerz? O. nein! sagte Grete. Aber Hans hörte, wie sie manchmal lcise wimmerte, auch fühlte er deutlich, wie es von Zeit zu Zeit durch ihren Körper zuckte. Wie geht's, Grete? fragte Hans nach einer Pause wieder. Sie antwortete nicht; ihr Kopf lag schwer auf seiner Schulter; er 'stand still; ihr Mund war dicht an seinem Ohr; aber er hörte und fühlte ihren Athem nicht. Greie. saate er noch einmal, rere, wenn Du stirbst, wers' ich Dich unten in den Teich und mich hinterher. - Keine Antwort; dafür rief es jetzt laut vom Felsen rechts, der sich steil au5 der Schlucht erhob, wohl ein siebzig Fuß über der Stelle, wo Hans jetzt stand: ' . .. . Steh', Hans, oder ich geb' tntxi KL war des Försters Bostelmann Stimme; Hans konnte noch ' eben die Gestalt, die sich jetzt für ihn in der Tiefe von dem grauen Himmel nyoo. erkennen. Schieß du nur. dachte er, jetzt ist doch Alles einerlei. Steh'. Du Hallunke! rief der vorster noch einmal. t Nun erst recht nicht! aate ans ver sich und fing an. noch schneller als vorher den Abhang hinabzuklettern. Da krackte es. daß die Schlucht wiederhallte, die Kugel psisf Hans dicht am Ohr vorüber. Grete regte sich wieder. Oho, sagte Hans; Gretchen, lebst Du denn noch? Ach. Hans, ich kann's nicht mehr aushalten, wimmerte Gretchen, die aus ihrer Ohnmacht erwacht war. Armes, gutes Ding, armes,' gutes Ding! Ich will Mr den Fuß stützen; so, der ist's ja wollt.' Ist's jetzt besser? Viel. Na, so halt noch ein wenig aus. In einer Viertelstunde bin ich unten. Wurde da nicht wieder geschossen? Hans? Hans antwortete nicht; er that, als ob er keinen Athem zu Sprechen übrig hätte. Und viel war's auch gerade nicht; denn jetzt, wo er, um Grete möglichst zu schonen, eine Haltung annehmen mußte, die ihm selbst äußerst unbequem war. fing auch seine Riesenkraft an zu erlahmen; sein Athem ging schwer, sein Herz hämmerte, der Schweiß rieselte ihm von der Stirn; der Strick, mit dem er Gretchen auf seinem Rücken festgebunden hatte, schnürte ihm die Brust zusammen und schnitt ihm in die Schulter; er biß die Zähne aufeinander. Ich halt's nicht durch, sagte er bei sich. Da blinkte dicht unter ihm ein Schein; es war der Teich, in dem sich ein Licht aus einem der Hauser spiegelte. Das gab ihm neue Krast, und da war ja auch der Bach, der dicht über dem Teich aus den Tannen kam. Ein Sprung und drüber war der HarÄ. Nun auf der anderen Seite fort, im Trabe auf dem weichen, wenn auch immer noch abschussigen Wiesen gründe, dann an den Pappeln hin, am Rande des Teiches. Da wären wir, , sagte Haus; wie kommst Du nun in's Haus? Setz mich nur ab hier; ich schleppe Mich schon hinein. Und was willst Du sagen? Laß mich nur machen. Na. dann leb' wohl. Grete. Er hatte den Strick und den Nie men losgeknüpft undGrete sanft herab auf den Rasen gleiten lassen, und kniete jetzt an ihrer Seite. Leb' wohl, Grete, sägte er noch ein mal. Sie- streckte beide Arme zu ihm em vor und küßte ihn und weinte, und Hans küßte sie wieder und weinte auch. Da schien Licht aus dem Fenster von Gretchen's Küche. Das ist Christel, sagte die (Ärete; ich kann Ire von yier yerruen; ste soll mir hineinhelfen. Nun mach' fort, Hans. Hans küßte sie noch einmal, dann kroch er auf den Kmeen fort, an dem Gärtchen hin. und hörte, wie Grete nach der Christel rief und wie Christel herauskam. Er richtete sich empor. Nun ist's gut, sagte er und schleuderte die Büchse mit mächtigem Schwunge-dls mitten in den, Teich. Dann ging er unter den Pappeln hm in sein Haus, warf sich auf sein Bett und sagte: Sie - werden mich nicht lange schlafen lassen; denn der Bostelmann wird schwören, ich sei's gewesen, obgleich er mich gar, nicht erkannt haben kann. Aber mir ist's gleich, wenn nur morgen nichts aus der Hochzeit wird. , So lag er föorjl eine halbe Stunde.

Da hörte er unten im Hause Lärm; es

polterte die Treppe herauf. Durch die Ritzen der Thür fiel ein Lichtschimmer in die Kammer. Die Thür wurde aufgestoßen. Der Förster Bostelmann und zwei Landjäger traten herein. Haben wir Dich endlich, Du Hallunke, rief der Förster und schüttelte ihn. Nur nicht gemuckst. Kerl! schrie einer der Landjäger; sonst geht's Ihm schlecht! Nu, nu, sagte Hans sich ausrichtend, ich komme ja schon. 10. Es war um Pfingsten herum; Hans saß schon seit einem Monat im Zuchthause, nachdem sein Prozeß den ganzen Winter und das ganze Frühiahr hindurch geschwebt und der Untersuchungsrichter Justizrath Heckepfcnnig notorisch grcrue Haare darüber bekom men hatte! Aber so ein abgefeimter, tückischer, verlogener, hartgesottener Hallunke wie der Hans war auch noch gar nicht dagewesen. Wie lange hätte der noch sein Wesen treiben können, hatte der Revierforster Bostelmann nicht einen Trumpf darauf gesetzt, den Kerl zu erwischen, und es so schlau angefangen! Der Revierförster Bostel mann hatte die Geschichte schon hundertmal erzählt und war bereit, sie auf. Verlangen noch einmal so oft zu erzählen. Bostelmann. hatte er zu sich selbst gesagt, du kriegst ihn nicht, es sei denn auf dem Landgrafenberg. Ueberall sonst brennt er dir durch mit seinen langen .Beinen; da aber treibst du ihn in's Garn, d. h. an die Schlucht, meine Herren, und da ist denn der Fuchs gefangen! Na, so hatten wir denn schon acht, Abende hintereinander gelauert: ich, der Kreiser Matthias, zwei Landjäger und vier Leute, die wir zur AusHilfe mitgenommen; endlich kommt unser Musje vom Dorf heraus uoer die Herenhalde, ganz frank und frei, als müßt's nur so sein. Ich hatte da nämlich Einen postirt, weil man von da den weitesten Ueberblick hat. Im Walde war es denn freilich, als wär' er in die Erd' geschlupft; endlich hörten wir ihn an der Weiherwiese Feuer geben. Himmel Höllen, sagte ich zu Matthias, ist er wieder da! Nämlich an der Weiherwiese hatten wir nun keinen Posten aufgestellt, was maßen er dort schon zwei Hirsche geschossen hatte; aber der ist ja wohl noch frecher als frech. Wir also nach dem Schuß, immer durch, und kommen denn noch eben, als er just dem Hirsch aus's Leder kniet, um ihn auszuwaiden. Nämlich wir hätten ihn treffen können; aber von den Hunden war einer laut geworden, da hatte er Fersengeld gegeben. Konnte aber nur nach der Schlucht zu sein,, denn das übrige Terrain hatten wir besetzt. Gut. Wir werden uns also immer enger zusammenziehen. und ich freu' mich schon auf den Augenblick, wo meine Teckel ihn verbellt haben werden; da, Himmel Hollen, es fährt mir noch durch die Glieder,' macht er schon wieder Feuer. Er hat sich todtgeschossen, sagt Matthias. Dummes Zeug, sage ich; aber innerlich denken thät ich's auch. Kommen an die Landgrasenschlucht und. stehen da. wie die Ochsen am Berge. Kein Hans nicht da. Er wird da hinab sein, sagt der Matthias. Dummes Zeug, sage ich; aber innerlich denken thät ich's auch; denn wo sollte er sonst sem? ob gleich's ein Heiden-Höllen-Stück war. in die Schlucht hinabzuklettern bei der Dunkelheit. Plötzlich schreit einer von denen Kerls: Da ist er ja! und straf' mich Gott, als ich recht hinsehe, kletter-' da Einer so ein hundert Fuß unter uns mit einem Thier auf dem Buckel. Ich dacht' im ersten Augenblick, mich lour schlag und Unglück rühren. Hinter ihm her, Jungens!. sage ich Dank schön, sagen die Hallunken, da müßt Ihr schon selber gehen. Lasse ich die Hunde los; ja, prosit Nemahr! will keine von denen Bestien da hinab. Na. da werd' ich alter Knasterbart so weit hmadklettern, als ich menschenmöglicherweise kommen kann,und ihm zurufen, daß er stehen solle na. und da hab' ich ihm Ems auf den Pelz ge branni; aber wen der Böse lieb hat. den macht er kugelfest. Diese Geschichte hatte so Hand und Fuß, daß die Winkelzüge die der Gefangene in seinen Aussagen machte, dagegen wenig verschlugen. Zuerst wollte er den Hirsch auf der Weiherwiese nicht geschossen haben; als man aber dann seine Militärmütze unter den Tannen auf der anderen Seite fand, mußte er's wohl einräumen und that's denn auch. Dann gab er an, dicht vor der Landgrasenschlucht ein Schmalthier geschossen, und weil er erst in dem Augenblick gemerkt, daß man ihm auf den Fersen sei den Hirsch habe er sich später holen wollen es die Landgrasenschlucht hinabgetragen zu haben. Bis hierher war Alles ganz gut; nun aber fing für den Justizrath Heckepfennig das Elend an: wo war -der Hans mit dem Schmalthier, wo war er mit der Büchse geblieben? Beides konnte er nicht ohne Helfershelfer auf die Seite geschafft haben, vor Allem da5 Schmalthier nicht, und doch behauptete der Hans steif und fest, er sei es allein gewesen, und wo er mit dem Schmalthier und der Büchse geblieben sei das sage er nicht. Dabei blieb's, und kein Zureden, kein Drohen, kein Wasser und Brod nichts wollte bei dem bösen Menschen verfangen. Das konnte nun wohl die Untersuchung aufhalten; aber endlich muß doch Alles ein Ende haben, und so

klappte denn der .Her? Justizrath di:

Akten zu, voller Kummer und Herzeleid, daß er so wenig herausgebracht hutte. . Seine Hoheit der Herzog nämlich als großer Jäger vor dem Herrn und zugleich als der am meisten Beschädigte, denn der Kronwald und Landgrasenberg gehörten ihm, und der Zrevel hatte also aus seinem Grund und Boden stattgefunden hatte sich sehr lebhast sur den Fortgang der Untersuchung interefsirt und einmal über das andere anfragen lassen, ob man die Hallunken noch immer nicht habe? Ein Paar Hallunken mußte man also mindestens haben, uud nun hatte man. trotz allem Kopfzerbrechen, nur einen. Seine Hoheit sagte, der Justizrath sei ein Esel, und kxnn er sich nur selber ymeinmischen durste, er wollte es schon herausbekommen haben. Deshalb seufzte der Justizrath Heckepfenmg so ties. als er die Akten zuklappte und die Sache vor die Geschworenen wies. Die Geschworenen machten kurzen Prozeß. Die Sache war ja so sonnenklar, und da das ganze Dorf wie ein Mann den Angeschuldigten mit dem bösesten Zeugniß belastete, voran der Bäcker Heinz, der erklärte, dem Hans, der bei ihm in Dienst gestanden, jede - r r . r i' . i l .1 c v. smimxiginx zuzutrauen; ta uci SchulzeEisbein versicherte, er hätte eS ja immer gesagt und der Apfel falle nicht weit vom Stamm; da der Pantoffel Claus aussagte, dcr? er dem Hans zu den ungewöhnlichsten Zeiten im Walde begegnet sei, und endlichHerr Repke. bei dem der Angeklagte zuletzt gedient, beschwor, daß er den Hans, der ein sehr unregelmäßiger Arbeiter und fast immer betrunken gewesen, von Anfang an in Verdacht gehabt und aus seinem Dienst entlassen habe, wofür ihm der schlechte Mensch zu guterletzt das Mühlenwerk beschädigt und einen-namhaften Schaden zugefugt da diese Berge von Anschuldigungen, Verdächtigungen und bösem Leumund über dem Unglücklichen sich aufthürmten. so mußte er wohl darunter zusammenbrechen, so groß und stark er war. , Drei Jahre Zuchthaus und als Nachkur fünf Jahre polizeiliche Aufficht und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte das war das Wenigste, was einem solchen Hallunken zukam, sagten die Geschworenen, als sie fertig waren, und gingen nach Hause, Mittag zu essen; der Hans aber durfte fahren, wenn auch nicht nach Hause, sondern vorläufig in's Zuchthaus. Während dieser ganzen Zeit hatte es in dem Hause des Schulmeisters Selbitz bös genug ausgesehen. Der alte Herr hatte schier toll werden mögen, als er am Abend vor der Hochzeit aus seinem Quartett nach Hause gehen wollte und ihm schon unterwegs ein halbes Dutzend Gevatterinnen entgegenkamen und heulend erzählten, zu Hause liege die Grete und sie habe sich in der Dunkelheit m Teich beim Wasserschöpfen das Bein gebrochen. War das nicht, um sich die letzten Haare auszuraufen? Erst hatte er sich fast den Schlag an den Hals geärgert, bis die Grete endlich Ja sagte, und jetzt that sie ihm gar den Tort und brach sia am Abend vor der Hochzeit das Bein! Es war Alles Lug und Trug, und er wolle sie bald wieder auf die Beine bringen; aber der alte Doctor aus Schwarzenbach, der gerade im Dorf gewesen und gleich gerufen war, sagte, er solle das Maul halten und nicht so lästerliche Reden führen; die sich überdies für einen Schullehrer und Cantor gar nicht schickten. Das Bein sei gebrochen und damit basta, und wenn er das Mädel nicht in Ruhe lasse und Pflege, wie es sich für einen Vater und Christen schicke, so werde er mit ihm, dem Doctor 'Eckhart, zu thun bekommen, und der Schulmeister wisse wohl, daß der Doctor Eckhart mit sich nicht spaßen lasse. Da hatte denn der Herr Selbitz klein beigegeben und dem Herrn Jakob Körner sagen lassen müssen, daß vorläufig aus der 'Hochzeit nichts werden könne; aber es sollte noch schlimmer kommen. Denn Grete verfiel nicht nur in ein Wund-, sondern in ein richtiges Nervenfieber, das viel schlimmer war als der Beinbruch, der unterdessen ganz ruhig heilte, und als das Nervenfieber ausgerast hatte, blieb sie in einer sol chen körperlichen Schwäche und geisti gen Niedergeschlagenheit, daß es ein Herzeleid war, sie nur anzusehen. So ging es den ganzen Winter und auch den ersten Theil des Frühjahrs- hindurch. Dann wurde es sichtlich besser mit ihr, aber sie sprach kein Wort, und wenn ,der Vater es wagte, ihr in'5 Gewissen zu reden, wie er's nannte, dann sah sie ihn mit großen wunderlichen Augen an, daß ihm ganz' angst und bange wurde und er seinen breitkrämpigen Hut flm der Wand nahm und zum Herrn Pfarrer ging, dem fein Herzeleid zu klagen. Der Herr Pfarrer kam denn auch alsbald; aber die Grete machte es mit ihm gerade so, wie mit dem Vater, und blickte ihn nur immer so groß und wunderlich an, daß der üeistliche Herr zuletzt vor lauter Verlczenheit seine blaue Brille abnahm und wieder aufsetzte und zum Hause berausaina und nicht wiederkam. ' (Fortsetzung folgt.) Besichtigen Sie unsere neue Auswahl ' von japanischen und ? : : chinesischen Waaren fris H importirt aus China und Japan. Wische wrrd abgeholt und abge'.iefert. , Office: 132 Nord Delaware Straße. QÜOXG, LEE & CO.

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