Indiana Tribüne, Volume 25, Number 165, Indianapolis, Marion County, 5 March 1902 — Page 7
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Sans und Gvete. Neman vsn Friedrich 5pielhagcn. Fortsetzurlz. Sein alter Lebensmuty war ganz gebrochen; er sang nicht mehr, er pfiff nicht mehr; er baute sich keine Luftschlösser mehr und hatte den Glauben, an dem er durch alle Wechselfälle des Lebens festgehalten hatte, daß der Hans ein flotter Bursche und ein famoser Kerl sei, gänzlich verloren. Wenn ihm seine 'militärischen Vorgesetzten hundertmal gesagt hatten, er habe nur einen Naturfehle?, der sei aber so groß wie er selbst: er könne das Maul nicht halten, und ihm diese Untugend wer weiß wie viele Unannehmlichkeiten zugezogen hatte, so war er jetzt vollständig davon kurirt. Er sprach mit Niemänd mehr, selbst nicht . einmal mit dem Claus, dem er,, wenn er zur Arbeit ging oder von der Arbeit kam, manchmal begegnete. Er sagte sich, daß dies sehr undankbar von ihm sei, denn der Alte war der einzige Mensch im Dorf, der ihm, seit er zurück war, eine Freundlichkeit erwiesen hatte; aber er konnte sich nicht überwinden. Er fürchtete sich förmlich vor dem Claus und wich ihm aus, wo es ging. Immer wieder kam ihm der Traum jener Nacht in den Sinn, wo er des Vaters Büchse mit dem todten Hirsch in des Claus Wagen gesehen, und der Traum war ihm um so fürchterlicher geworden, als er jetzt gar nicht mehr zweifelte, daß der Alte in die Wilddiebereien. die noch immer, ja zuletzt immer häufiger vorkamen und nach der Aussage des Försters Bostelmann immer frecher wurden, verwickelt sei. Hans vermuthete, daß der Claus sich in nächtlicher Welle mit seinem Wagen an die ihm von den Wilddieben bezeich neten Stellen begebe, dort das Wildpret auslade und möglichst schnell an die Abnehmer schaffe, die, der Himmel weiß wo. in den benachbarten Dörfern oder S?"dtchen lauern mochten. Das Geschäfi konnte ohne Zweifel mit um so größerer Sicherheit getrieben werden. als man unter den Ländchen, von denen drei oder vier auf dem Walhe zusammenstießen, die Wahl hatte und in dem einen vor den Forstbeamten oder der Polizei des anderen so ziemlich sicher war. Hans wußte jetzt auch, wer der Wilddieb sei. nachdem er ein paar Mal gesehen, daß Herr Repke und der Claus sich begegneten, wo sie glaubten, daß sie Niemand sah, und dann gleich die Köpfe zusammensteckten, und ein ander Mal, wenn Leute in der Nähe waren, thaten, al kennten sie sich nicht. Freilich! der reiche Herr Repke ein Wilddieb das war allerdings un-
wahrscheinlich; aber es gab auch wieder Andere, die da meinten, der Repke nage erst die Knochen ab, ehe er sie in seine Mühle bringe. Ueberdies war der sonst so rauhe und wortkarge Herr Repke zu ihm so freundlich und zutraulich, und Hans -meinte, da müsse der Mann doch ein böses Gewissen haben, weil er selbst wortkarg und unwirsch gegen die Anderen war und doch ein gutes Gewissen hatte. Ja, der Hans hatte ein gutes Gewissen! Er war kein Wilddieb und wollte es nicht werden, obgleich es ihm jetzt so leicht gemacht war! Er hatte es der Grete geschworen, er wollte ihr die Schande nicht anthun, und er wollte sein Wort halten, wenn sie ihres auch nicht hielt und ihm das größte Herzeleid anthat. Aber warum sollte er .eigen, daß er des Vaters Büchse gefunden? Wen ging es was an? Als er srwur, er wisse nicht, wo sie sei, da hatt?r's nicht g: wußt, und jetzt, wo er's wußte, fragte fljn Niemand. Sollte er hingehen und es den Leuten sagen? Daß er ein Narr wäre! Wer würde ihm glauben, daß er den alten Versteck nicht ebenso gut gekannt, als den neuen? Ja, da sollten sie suchen! In dem Hause hätten sie's über kurz oder lang doch gefunden, oder die Ratten hätten ihm das Lederzeug zernagt; in der alten hohlen Tanne oben im Krönwald an der Weiherwiese 'über der Landgrasenschlucht, da suchte Niemand und Ratten gab's da nicht. Und wenn er's einmal nicht mehr aushalten konnte hier unten" vor blutigem Herzeleid, dann knallte es so schön da oben, die Landgrafenschlucht herunter, und zwischen dui Tannen lag der Hans,' so lang wie er war, nur daß vielleicht ein Stückchen vom Kopf fehlte, und die Füchse konnten das Uebr'ge fressen. Denn den Körner todt zu schießen, daran hatte der gute Hans wieder nicht gedacht, oder doch nur, um drei Vaterunser darauf zu beten. Das ist ja gottloses Zeug, sagte Hans, und dumme5 Zeug. Ich wollt', er finge mit mir an, ich wollte dem- Schuft die Seele aus dem Leibe prügeln; aber so hinterrücks, daß er vornüber auf sein dickes, dummes Gesicht fiele und alle Viere von sich streckte . . . Pfni Hans! das thätest Du doch nicht; so schlag' dir den bösen Gedanken aus dem Sinn. Mit mir selbst ja. das ist was Anderes! . Gottlos ist's auch, sagt der Pfarrer; aber er weiß viel, wie mir zu Sinn ist; er steckt nicht in meiner Haut. Hans war am letzten Sonntag in der Kirche gewesen, gUm ersten Mal, seit er wieder zu Haus war. um mit seinen eigenen Ohren die Grete und den Jakob Körner aufbieten zu hören. Grete war nicht in der Kirche gewesen, und das war gut, sonst hätt's Hans gar nicht ausgehalten; war ihm doch, da von der Kanzel h?rab die Namen
erschallten, als od das Dach der Kirche übe? ihm zusammenstürzen würde, und er hatte sich so eilig davon gemacht, daß die Leute meinten, da sehe mans ja, wie der Gottseibeiuns seinen guten Gesellen nicht im Gotteshause lasse, sondern an den Haaren herausziehe. . Morgen war wieder Sonntag, da wurde die Grete ' am Vormittag zum dritten Mal: aufgeboten und am Nachmittage war die Hochzeit. Als Hans heut Mittag beim Bäckerhaus vorüberging, hatte er die Leute mit dem Kuchen sich schleppen sehen. Jakob Körner's Haus wurde schon seit ein paar Tagen mit Tannensträuchen und Tannenkränzen geschmückt, und der dicke Jakob stand, trotz der kalten Witterung, in Hemdärmeln da und sah den Arbeitern zu. Eine Musikbande war auch verschrieben und sollte heut Abend schon kommen; Hans hatte das ersahren von den Kindern seiner .Abmietherin. die ein lebhaftes Interesse für das Fest entwickelten, bei dem Voraussichtlich auch für sie etwas abfiel. Et hatte sein letztes Geld unter sie vertheilt es war wenig genug hatte der Frau die Bretter des zertrümmertenSchrankes geschenkt, nach welchen sie wiederholt in ihrer zudringlichen Weise verlangt hatte; in den Rest mögen sie sich theilen, wie sie wollen, sagte er, als er zum letzten Mal aus der Thür ging. Zum letzten Mal!'
Und jetzt saß er in der Gipsmllhle und sah den Stampfen zu, wie sie herauf fuhren, ein paar Augenblicke oben still standen, um wieder herunter zu fahren: Poch! poch! poch! immer eine nach der anderen: Poch! pochl poch! Heut war die dritte wieder lauter, als die Tage vorher; es war, als ob sie etwas Besonderes, zu sagen hätte. Hans gab genau Acht; aber er verstand' es nicht, denn immer kam die vierte hinterher und ließ die dritte nicht ausreden; wer konnte daraus klug werden? Es regnete heute einmal ausnahmsweise nicht; abcc der Himmel war nichtsdestoweniger mit schweren, dicken, schwarzen Wolken verhangen, daß in der Mühle, in der es freilich nie sehr hell war, fast schon Dunkelheit herrschte. Draußen gurgelte das Wasser dxs Baches, welcher das Mühlrad trieb, und drinnen sickerte' es durch die Decke von dem Regenwasser, welches sich die Tage vorher angesammelt hatte. Vor den inwendig mit Gips bespritzten Fenstern schüttelten sich die ächzenden Tannen, und die Stampfen gingen: Poch! poch! poch! Hans schüttelte den Kopf in beide Hände. Wie lange würde er das noch können? Er hatte einmal einen Kameraden gesehen, der sich in der Kaferne' erschossen hatte. Es war kein schöner Anblick gewesen. Wie macht man's denn am besten, dachte Hans. Man wird die Büchse zwischen den Beintn auf die Erde setzen und mit dem Fuß abdrücken; aber ja nicht vorher stechen! Das geht sonst vor der Zeit los und man bekommt den Schuß in die Schulter oder wo er nichthingehört. Also mit dem Fuß: Eins, zwei, drei, knack! Und dann? Ein dumpfer Krach machte Hans aus. seinen Träumereien auffahren. Die Stampfen bewegten sich nicht nicht mehr; die Mühle stand. Hans wußte, was es war; ein alter Fehler, den er allein nicht ausbessern konnte. Ueberdies war in einer halben Stunde Feierabend. So mochte sie denn stehen bleiben; sein Nachfolger konnte sie in Gang setzen. Hans räumte Alles bei Seite, verschloß, was zu verschließen war. Zuletzt trat er noch an die dritte Stampfe heran. Sie sah gerade so aus, wie die anderen: ein starker Tannenbalken und unten ein dicker eiserner Beschlag. Sie stand auch ganz still und sagte nichts. Hans seufzte tief und verließ die Mühle. . Er schlug sich gleich über den Weg in den Wald, immer bergauf in den Tann, ohne der hierhin und dorthin sich schlangelnden Pfade zu achten, immer in der Richtung nach dem Krönwald über der Landgrasenschlucht. So wenig eilig er es hatte, hastete er doch vorwärts, als wenn er gezagt würde. Es war ihm immer, als müßte ihm oben irgendwie die Last abgenommen werden, die ihm so schwer auf der Brust lag. Wo er jetzt stieg, standen die jungen Tannen dicht; er mußte sich oft durch die zähen Zweige Bahn brechen. Die schüttelten' dann die Tropfen, die an ihren Nadeln hingen, auf ihn nieder oder streiften sie an seinen Händen und Kleidern ab. Das that ihm wohl, denn seine Haut brannte;, sehnte sich, in's Freie zu kommen; es war ihm. als ob er ersticken solle. Endlich kam ec, aus dem jungen Walde heraustretend, schon beinahe auf der Höhe des Berges, zu der mit großen Steinen und allerlei buschigem Kraut bedeckten Halde, die sie die Hezenhalde nannten und die sich ein paar hundert Schritt zu dem Hochwald hinaufzog. Er blieb stehen und athmete ein paar Mal tief. Es kam ihm in Erinnerung, daß tt einmal vor Jahren als halbwüchsiger' Bube mit Grete bis hier .hinauf geklettert war, wo sie zwischen den Steinen unter einer Ginsterstaude ein Lerchennest entdeckt hatten. Er hatte die halbflüggen Jungen in seiner Mütze mitnehmen wollen, aber Grete hatte an zu weinen gefangen und gesagt: Thu's nicht, Hans; der liebe Gott hat sie da hingelegt, und wenn er kommt und ihnen zu essen geben will, findet er sie nicht.
Er hatte gelacht, daß sie so dumm sei, aber ihr doch den Willen gethan, und hatte von der Zeit an nie wieder. aus bloßem Muthwillen, ein Nest mit jungen Vögeln ausgenommen. Ja, ja, sagte Hans vor sich hin; ob mich der liebe Gott auch wohl sindet, wenn ich dort oben liege? Er strich sich mit der Hand über Stirn und Augen und schaute von dem Boden auf in die Weite. Ach! es gab heut keine Weite! Ueberall in den Schluchten und Thälern brauten die Nebel, und die Ebene, die man sonst von hier aus meilenweit sehen konnte, wckr von einer Regenwolke verschleiert. Da liegt dies und da liegt das, sagte Hans und nannte alle die Dörfer und Städtchen, deren Lage er so genau kannte, daß er sie sich oft des Nachts auf Posten hergezählt und sich darauf gefreut hatte, wenn er dies Alles von der Hezenhalde aus an einem schönen Sommermorgen wiedersehen würde. Er war. seitdem er heimgekehrt, nicht hierher gekommen, und nun sah er nichts. Hans schüttelte wehmüthig den Kopf; es ist schon gerade, als sollt' eL nicht sein, sagte er. Dann ging er weiter, aber langsamer als vorher, und sich öfter umblickend, wie weit ' die Regenwolke unterdessen sich vorwärts geschobei hatte. Sie kam immer mehr herauf. Die großen Tannen vor ihm fühlten schon ihren Hauch und schüttelten die schwarzen" Häupter. Ein Gabelweih, der auf einem der Bäume gesessen hatte und den Herankommenden schon lange beobachtet haben mochte, schwang sich auf und kreiste bald hoch über ihm. Der hat's gut, dachte Hans. Er trat in den sausenden Hochwald, und immer langsamer wurde sein Schritt, je mehr er sich dem Kamm des Berges, der sich quer durch den Wald zog, näherte. Auf der anderen Seite, nur ein wenig bergab, an dem Rande der versumpften Weiherwiese, stand die hohle Tanne, in welcher er seine Büchse versteckt hatte. Es war ihm jetzt, als käme er dahin noch immer zeitig genug. Hier, wo er jetzt stand, war der höchste Punkt. Von hier aus hatte er mehr als einmal die Entfernung nach dem Dorf gemessen, wenn er sich verspätet hatte. Auf dem Fußpfade, der etwas weiter unten in einen Hohlweg fiel, der wieder weiter unten in die Chaussee mündete, war es eineStunde. Auf dem Kuhwege und hernach auf der Straße wer.es eine dreiviertel Stunde; quer durch den Wald über die Landgrafenschlucht nur eine halbe; aber da mußte man allerdings geschmeidige Sehnen und straffe Muskeln haben. Hans dachte an die drei Wege, und daß für ihn keiner zurückführe. Ein armdicker dürrer Ast streckte sich ihm in den Weg; er brach ihn mit einem Ruck ab und schleuderte das Holz gegen einen starken Stamm, daß es weit erklang. Es war doch ein eigen Ding, sterben zu sollen, wenn man solche Kraft in den Armen fühlte! Eine seltsame Empfindung bemächtigte sich seiner. Es war ihm, als ob er von zwei Gewalten zu gleicher Zeit zurückgehalten und vorwärts gedrängt würde; aber die Gewalt, die ihn vorwärts drängte, war doch die mächtigere. Langsam, aber unwiderstehlich schob es ihn weiter und ' weiter. Da war die Weiherwiese, und da war der hohle Stamm. Er war so gerade darauf zugegangen, daß er sich selbst darüber verwunderte. Es ist- schon, als sollte es sein, sagte er. Der Versteck war gut gewählt. Niemand hätte es dem starken Baum, der überdies mitten zwischen anderen ebenso starken Bäumen stand, angesehen, daß er dicht über der Wurzel einen mehrere Fuß langen Riß hatte, schmal an der Außenseite, aber sich nach Innen erweiternd und vertiefend. Hans stand davor. Vielleicht . hat's doch Einer gefunden, sagte er, und hat's mitgenommen, und es ist nicht mehr da. Er athmete tief. ' Pfui, sagte er, du bist ein Feigling. Hast Dir's so lange überlegt und bedacht, und hast nun kein' Herz! Er langte hinein und zuckte ein wenig, als er den kalten Lauf berührte. Vorsichtig nahm er das Gewehr heraus. Er hatte sich gut gehalten in dem trockenen Moose, mit dem er das Versteck ausgefüttert hatte. Ein paar kleine Rostfleckchen waren auf dem schon damascirten Lauf. Das sieht aus wie Blut, sagte Hans. Zu laden brauchte er nicht; er hatte schon neulich den Schuß herausgezogen und frisch geladen. Nur ein neues Zündhütchen setzte er auf. nachdem er sich überzeugt, daß das Pulver noch oben im Piston war. Er hatte von dem Vorrath ein paar zurückbehalten, die er seitdem in der Westentasche trug. Nun wären wir ja wohl so weit, sagte Hans. Er hatte sich am Fuß des Baumes hingesetzt und die Büchse quer über seine Kniee gelegt. Wenn ich sie doch' nur noch einmal hätte sehen können, sagte er. Er starrte gerade vor sich weg, zwischen die Stämme durch, in die Lichtunq hinein. Plöt.lich wurde es ibm
dunkel vor den Augen. Das ist doch wunderlich, sagte er und riß die Augen weit auf. Da stand drüben auf der anderen Seite der Lichtung, dicht neben dem Weiher, zwischen dem Stangenholz, ein starker Hirsch mit Hochaufgerichtetem Haupt, über die Lichtung herüberäuaend vnrh fct
cyem Hans saß. . Hans hatte ihn nicht kommen hören; . der Hirsch mußte sich eben aus der Suhl erhoben haben. Hans stockte der Athem, und sein Herz fing heftig an zu schlagen. Seine rechte Hand glitt zu dem Hahn hinab. Seine .Linke Seite hob sich zu dem Kopf und zog langsam die Militär-
mütze mit dem rothen Streif auf die Schulter, von der Schulter m das Moos neben sich, und legte sich dann langsam an die Büchse. Der Hirsch stand noch immer in derselben Stellung; aber er konnte Nichts gesehen haben, denn er senkte jetzt das mächtige Geweih und begann zu äsen. Hans sank von der Wurzel, auf der er gesessen hatte, in die Kniee. , Der Daumen lag am Hahn; langsam in die Mittelruh! der Hirsch äste weiter: noch ein leise? Druck! der Hirsch sicherte. .Hans dachte, ihm sollte das Herz springen. Ein Satz und der Hirsch war in den Wald zurück. Aber da bog er den schlanken Hals wieder, und jetzt nein, jetzt nicht! warten, bis er sich noch etwas mehr nach links wendet. Hans hob die Büchse zur Wange und visirte. Es ging noch eben. Das Korn wurde nicht mehr ganz deutlich in der Kimme, und voll Korn mußte es sein bei der geringen Entfernung. Da daß der Blitz drein schlage! muß das verdammte Thier sich, anstatt nach links, nach rechts wenden! Es hilft nichts; die paar Schritte bis zu dei großen Tanne am äußersten Rande von dort hab' ich ihn sicher. Und Hans gleitet auf den Knieen, dieBüchse in der Linken, langsam, leise weiter, von einem Stamm zum zweiten, und zum dritten, und zum vierten immer die Augen auf den Hirsch; nun ist er an dem mächtigen Stamm der Tanne, die er erstrebt; aber da er nach dem Rande der Wiese gerutscht und jetzt etwas tiefer sich befindet, als vorher. schiebt sich das Schilf von dem Weiher gerade zwischen ihn und den Hirsch. Er muß sich 'aufrichten und sich nach links um den Stamm herum drücken; das wird den Schuß erschweren. abec es geht nicht anders. - Jetzt! Er hat ihn gut auf dem Korn; der Zeigefinger bewegt sich nach dem Stecher. und von dem Stecher zum Hahn. In dem Augenblick stampft der Hirsch mit allen vier Läufen und ist mit einem mächtigen Satz in den Wald zurück. . Himmeltausend, knirscht Hans und läßt die Büchse sinken; Himmeltausend Donner Das Wort stockt ihm im Munde. Nicht zehn Schritte von ihm sitzt, in sich zusammengesunken, daß der Kops in den flachen Händen auf den Knieen ruht, eine weibliche Gestalt, auch am Rande der Lichtung! am Fuße eines Baumes. Grete! schreit Hans. Die Gestalt schrei in die Höhe. Grete! schreit Hans noch einmal. Die Büchse entgleitet ' seiner Hand und sinkt gegen den Baum. Er streckt die Hände nach ihr aus, und da ist sie schon bei ihm und wirft sich, laut weinend, an seine Brust. Grete, liebe Grete! Hans, lieber Hans! Die Grete schluchzte, als ob ihr das Herz brechen sollte; sie preßte sich wieder und wieder an ihn und küßt seinen Mund, seine Hände. Grete, sagte Hans, den dies Uebermaß von Zärtlichkeit schier erschreckte; ja, wie kommst denn Du nur hierher? Ich kann's nicht, und ich will's nicht, stammelte Grete. Lieber todt! Ich hab's Dir ja gesagt. Dem Hans lief es eiskalt über den Nacken. Ein Blick von Grete seitab nach dem Weiher hatte ihm Alles erklärt. Grete! rief er; Grete, das wolltest Du doch nicht thun? Ich hab's Dir ja gesagt, murmelte Grete. Und ich leid's nicht, schrie der Hans, daß Du Dir das anthust. Du willst immer gleich in's Wasser lausen, dummes Mädel! Aber ich leid's nicht! Hörst Du? Er faßte Grete bei beiden Händen; es war keine angenehme Empfindung, wenn der Hans Einen mit aller Kraft die Hände zusammendrückte; dennoch lächelte sie; er hatte sie also doch noch lieb! Auf einmal fiel ihr Auge auf die Büchse, die dicht neben ihnen an dem Baum ltand. (Fortsetzung folgt.) IMWFGW GZÄTW Keine' andere Medizin kurirt LungenLeiden so rasch und sicher wie der berühmt? Dr. Bull'S Insten Syrnp, er ist daS beste Mittel ge-gen.Halö-Bräune, BronchitiS, öroup, Brustschmerzen, Engbrüstigkeit, Lungensucht und Lungen. Entzündung. Heilt sofort alle Brust, Hals- und LungenLeiden und kostet nur 25 Cests die 3?? de
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