Indiana Tribüne, Volume 25, Number 164, Indianapolis, Marion County, 4 March 1902 — Page 7

Fndiana Tribune, i. März 1903.

7

W'W-MWchr

von ndianapolis. Furuaces, Eisen- unMlech-Arbcitcn. JoZepy Gardner, 3741 Kentucky Avenue. Telephon 322. Dachrinnen, Wasseriohren und Rcparaturar beiten besorgt. Hufschmied. 23. W. Knight, 108 Virginia Avenue' und 215 Ost Marvland St. Neues Tel 45. Deutsche Buchhandlung. Earl Vinpank.'. U ZZirginia Lve.. 84. lPembrske Arcade.Z . GE0. M0SER, E6e McCarty Str. und MadisouAvc. Beste weine, (iquöre und X ,. Cigarren. Jeden M srgcn schmackhafterLunch. Patrick mm Fabrikant von Ncgcn- und Sonnenschirmen. 40 Virginia Avenue. Neraraturen ton Eckirmen und 5töcken leerten prompt gemacht. Uedcrzügnach Bestellung. MWV0 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquartier für Brillen und Operngläser. Hl t Mög' vl iBfl$ site ttxai miß riffe erben nach den besten Methode den Augin nqcvakt. Kuusttte ugea werden schmerzlo eingesetzt. I im nuiioi, j Z ?01 Süd Delatvare Strafte, i Händler in Weizen-, Roggen- u. Buchwelzen-Mehl, Ijeii in Ballen und allen Sorten Mutter. IST NeueS Telexhon 15U9. "Tu i Bestellungen werden nach irgend einem t Theile der Stadt frei abgeliefert. 44444444444444444444444 444 Chicago und der große ?Zordwesten g)) (igjfeftTEiy.'irrj? tfryrm Vyi"r (fe" laka-Swaii-PbtliPhie Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. ' Bo br VZonon 47. Str. Station. Chicago, lad' nur 5 Minuten mittelst elektrischer Ear nach den Union Biehdöfe Frencli JAcU. Spring, la dem Orange Countq Hochland. ffamilien-Hotel unker neuer eschäflileitunq. Jlmo, Proserpine vnd Bomles Quellen. Beste Mineralwasser der Velt Zwei Züge täglich via Greencaftle. Zickct Okficen : Union Station, Masjachusetti Ave. and West Washington Straße. R. P. A I g e o, Tistr,lt ass. gent, JnditnapoliS. Ind. K. H.McToel, . E.H.Rockwell, räs. und Gen.Mgr. Betriebsleiter Frank 7. st, Gen. Pass. gen!. Ebicaqo. Jll. TOM MULRINE, Sttmple Raom 2021 West Michigan Str. Feme Weine, Liquöre ....und.... ? ' Cigarren. Deutsche Wirthschaft von ' 6. LEUKH1KDT, zur Gemüthlichen Ecke, No. 02 Nord Noble Straße'. Jede Samstag Turtelsuppe und' ausgezeichneter varrier Lunch. Neues Zhom 2011.

m

T "Ä S ZsZJrwS

fl WMj

Hans nnd Gvete. Noman v?n Friedrich 5p!elhagcn. '

ufottefeunaJ ff Ein Mann trat auZ dem Häuschen, das seine Thür auf dem Giebel hatte, der Hans zugekehrt war. Der Mann stand still und schien die Straße hinauf und hinab ZU blicken, dann kam er eiliqen Schrittes auf dem Wege nach der Mühle dicht an der Stelle vorbei, wo Hans, er wußte' selbst nicht weshalb, sich beim Erblicken der Gestalt hinter den Stamm einer Tanne gedrückt hatte so dicht, daß Hans sie hcüfc mit dem' langen Arm erreichen können und verschwand dann in der Mühle. Nach kurzer Zeit tarn die Gestalt wieder heraus und wandte sich links in den Wald mit Etwas auf der Schulter, das Hans in der Dunkelheit nicht unterscheiden konnte. Hans stand' noch immer auf derselben Stelle; ihm pochte das Herz. War das nicht der Nepke? fragte er sich und antwortete dann selbst darauf: Ja weshalb sollte es nicht der Repke sein? Aber was hat er bei dem Claus zu suchen? . Ja, weshalb soll er nichts-bei dem Claus zu suchen haben? will ich doch selber zu dem Claus. Aber, freilich, der reiche Repke und' der arme Hans! 's ist sonderbar, sonderbar! Hans beschloß, nicht zu Claus zu gehen; aber im nächsten Augenblick stand ix bor der niedrigen Thür und klopft-. Ein wüthendes Hundegebel! schallte ihm von drinnen entgegen; .dazwischen rief dir heisere Stimme des Alten: , Wer ist da? Ich bin's, der Hans. ' Es erfolgte keine Antwort; doch hörte Hans, wie die Hunde mit Worten und wahrscheinlich auch mit Fußtritten zur Ruhe gebracht wurden; sie heulten auf und wurden dann still. Ein Riegel ward zurückgeschoben; in der halbgeöffneten Thür erschien der verhutzelte Alte, der brummend fragte: Was willst Du? Ich wollte Euch sprechen. Der Pantoffel Claus machte die Thür noch ein wenig weiter auf; Hans duckte sich und trat ein; der Alte verriegelte die Thür wieder hinter ihm. Hans setzte sich auf eine Kiste, die ihm zunächst stand; der Alte zog den Docht der qualmenden Lampe auf dem Tisch weiter heraus, ging dann an den niedrigen Herd, wo ein Feuer aus nassen Tannenreisern unter einem eifernen Kessel schmälte, und sagte: Schon zu Abend gegessen, Hans? Noch nicht, sagte Hans. In Wahrheit hatte er. außer einem Stück trockenen Brodes am Morgen, den ganzen Tag noch nichts gegessen. Der Alte nahm den Kessel vom Feuer und goß den Inhalt in ein paar braune Töpfe, die er von einem Bört gelangt hatte. Eben daher holte er ein Schwaxzbrod, ein Stück Speck, fetzte Alles auf den Tisch und lud Hans mit einer Geberde ein. an seinem Abendbrod Theil zu nehmen. Hans rückte die Kiste, auf der er saß, ein wenig heran und ließ sich das trockene Brod, den ranzigen Speck und den dünnen, verräucherten Kaffee trefflich schmecken. Die Hunde hatten sich jeder , in eine Ecke gelegt und verwandten kein Auge von dem Gast ihres Herrn. Ein gelegentliches dumpfes Knurren bewies, daß ihre Gemüther noch immer nicht ganz beruhigt waren. Nu. Hans? sagte der Alte, nachdem sie eine Zeitlang schweigend, gesessen hatten. Hans würgte eben an einem großen Bissen und konnte aus diesem oder ejnem anderen Grunde nicht gleich mit der Antwort zu Stande kommen. Endlich brachte er heraus: Ich wollte Euch fragen, ob Ihr seitdem schon wieder Decken in dem Schulmeiste? sein Haus gebracht habt? Der Pantoffel - Claus mußte dafür halten, daß die Antwort auf eine derartige Frage einer reiflichen Ueberlegung bedürfe. Er klappte sein Messer zusammen, schüttete die Asche aus seiner kurzen Pfeife, fetzte sie an der qualmenden Lampe wieder in Brand und rauchte einige Minuten gerade vor sich hin. Hans hätte auch für sein Leben gern geraucht. Der Alte mußte endlich die an ihn gestellte Frage nach allen Seiten erwogen haben; denn er räusperte sich und sagte, Hans scharf in die Augen. blickend: Decken nun gerade nicht; aber ein Paar Pantoffeln, Hans, eztra aus der Fabrik, und das ist viel schlimmer, als Decken, viel schlimmer. Hans fragte nicht, weshalb Pantoffein schlimmer seien, als Decken; er wußte es nur zu gut. Ueberall auf dem Walde nxir es Sitte, daß der Bräutigam der Braut kurz vor der Hochzeit ein Paar Pantoffeln schenkte, als ironische Herausforderung, sich dieser Waffe bei demnächst eintretender Gelegenheit zu bedienen. Also waren Herr Körner und Grete Bräutigam und Braut. Seit wann? Was fragte Hans danach, wenn sie eS waren! Wollt Ihr mir nicht von Eurem Tabak geben? sagte er. Er hatte sich vorher geschämt, den Alten um Tabak zu bitten: aber jetzt fühlte er sich so elend und jämmerlich, daß er sich nicht besser vorkam, als die Hunde, die ihn aus ihren Winkeln anblinzelten. Der Alte nahm aus dem Tischkasten den Tabaksbeutel, Hans stopfte; dann saßen sie eine geraume Zeit, rauchend.

ohne ein Wort zu ipreqen. Je sagte der Alte: Nimm Dfr's nicht zu Herzen. Hans! Die war nichts für unser Einen. Sei froh, daß Du sie los bist. Weiber machen Einem nur den Kopf warm; hab' mich mein Lebtag nicht viel mit ihnen abgegeben. Hans hatte eine bittere Antwort auf der Zunge, daß der alte, schmutzige, häßliche Pantoffel - Claus es wagte. sich und einen Kerl, wie ihn in einem Athem zu nennen; aber der'Alte hatte ja Recht! Hans seufzte tief. Was willst Du denn nun anfangen. Hans? fing der Alte wieder an; sie wollen Dich ja wohl nirgends? - Ja, sagte Hans; wißt Ihr nicht was für mich? Der Alte schien zu überlegen; er warf einen lauernden Blick auf den jungen Mann und sagte: Bist schon beim Repke gewesen?. Der will mich auch nich!. Wann warst da? Gleich als ich zurückkam. Geh' wieder hin; er braucht Jemand für die Gipsmühle. Vielleicht nimmt er Dich. Wenn Ihr ein gutes Wrt für mich einlegtet? sagte Hans, der in der Erinnerung seiner verfehlten Versuche, Arbeit im Dorf zu erhalten, wieder sehr demüthig geworden war. Der Alte zuckte die Achseln. Dazu wär' ich grad' der Rechte, sagte er; so ein armer Teufel, wie ich, und so ein reicher Mann! Da soll noch's erste Wort kommen, das der zu mir gesprochen hätt'! .Hans schaute verwundert auf. Wie? Hatte er nicht eben erst den Herrn Repke aus des Claus Hause kommen sehen? Und der Alte that so sreirfd und hatte noch nie mit dem Repke gesprochen? Es war also eine Lüge, was der Claus eben gesagt hatte; aber Hans hütete sich wohl, das auszusprechen. Er sagte nur: Es kommt mir jetzt auch nicht mehr so viel daraus an; ich hab' anderwärts noch Luft genug. Der Alte schüttelte den Kopf. Solltest nicht fortgehen, Hans. Bleibe im Lande und nähre Dich redlich. Und verhungere schändlich, meint Ihr! rief Hans und lachte über seinen Witz. Ist Deine Schuld. Haus, Deine Schuld. Es' verhungert Keiner, der nicht will. Bist groß und stark,- einen Kopf größer als Dein Vater, der auch nicht klein war; kannst zweimal, was der konnte. Ja, was konnte denn der? fragte Hans; sich zu Tode trinken! Das kann ich freilich auch, nota bene, wenn ich Geld hab'. Und er steckte die Hände in die Taschen und kehrte dieselben heraus und lachte abermals, als wenn es der schön ste Spaß von der Welt wäre, nichts in den Taschen zu haben. Was der konnte? sagte der Alte. Einen Hirsch waidrecht auf's Blatt schießen das konnte er. Hans fiel vor Schreck fast die Pfeife aus dem Munde. In dem Ton des Alten lag etwas, das seinen jahrelangen Zweifeln über diesen dunkeln Punkt in feines Vaters Leben auf einmal ein Ende machte. Woher wißt Jhr's denn? stammelt: er. Wir sprechen wohl noch darüber, erwiderte der Alte, und nun, Hans, mach', daß Du-fortkommst; wir haben genug geschwätzt, und halt. Hans, nimm davon einen Schluck, das wird Dir gut thun unterwegs. Er reichte Hans eine große Flasche; 'Hans setzte sie an den Mund; es war ein vortrefflicher Branntwein, fo vortrefflich, wie er ihn lange nicht getrunken hatte. Hans that einen langen Zug.

Gieb mir auch, sagte der Alte, als Hans endlich absetzte. Er trank. Auf gute Freundschaft, Hans! . Darauf mußte ihm Hans doch Vefcheidthun. ,X . Du verstehst's, sagte der Alte; laß mir noch einen Schluck drin; ich will Dlr noch eines zutrinken. Für Euch und mich! rief Hans und lachte überlaut. Pst!,sagte der Alte, die Leute horen's ja, und dies darf Niemand hören: die Suhler Büchse von Deinem .Vater, Hans! Hans riß dem Alten die Flasche bei nahe vom Munde weg. Ja. die Büchse! die soll leben! rief er; und ver zao oaneden, hurrah hoch! Er leerte die Flasche und schmetterte sie ick die Ecke, daß die Scherben um Herslogen und die Hunde, mit wildem Geheul aus ihren Winkeln, fuhren. Wollt ihr ruhig sein, ihr HöllenHunde! rief der Alte und trat nach ihnen: da wurden ie gleich still und verkrochen sich wieder in. ihre Winkel. Hans hatte .seine Mütze auf's Oh: gedrückt und war von . seiner Kiste emvoraelaume. Bist ein famoser alter Halunke! rief er. dem Pamossel - i?,us aus die Schulter schlagend, daß-dieser in seinen Stuhl zurückfiel. Ich möchte Dich umarmen, wenn Du nicht ein so vermückerter, ausgedörrter, jämmerlicher Knirps wärest. Gute Nacht, Herzensbruder! ich muß Dich doch . . c . i r . , . ' umarmen! uno veriaus oer mtlt e:n paar Pantoffeln aus rothglühendem Eisen, dann soll sie auf ihrer Hochzeit mit dem Teufel meinetwegen in die Holle tanzen

15t lazwanlle zur a-um ymuu uuv verlor, da er sich tief bücken mußte, das Gleichgewicht, daß er quer über die Straße beinahe in den Bach hinein schoß. Dann richtete er sich aber wieder strack auf und marschirte nach der Melodie von: Wenn die Büchsen. Büchsen knallen." die er sich selbst pfiff, die Straße hinab in das Dorf. Wenn mir doch nur Einer begegnete! Einer von den Schuften, dirmir das Leben sauer machen, ich wollt's ihm eintränken, daß er's sein Lebtag nicht wieder vergäße! So mit sich selbst redend und zwischendurch pfeifend, singend und Paradeschritt übend, schwankte Hans durch das Dorf. , Es war schon spät nach ländlichen Begriffen, etwa neun Uhr. Die Straße war ganz leer, obgleich es jetzt eben nicht regnete. Aus den niedrigen Fenstern dämmerte der Schein der Oellampen und Unschlittkerzen; manchmal kam ein Kopf an die beschlagen Scheiben, nach dem Lärmer draußen zu sehen; dann lachte der Hans.jedesmal ein lautes, höhnisches Gelächeter. Vor dem WirthsHaus standen ein paar Leute zusammen; Hans rief ihnen zu, sie möchten herankommen, wenn sie keine feige Lumpe wären. Sie liefen Hals über Kopf in die Schenke; da lachte der Hans noch viel lauter und rief ihnen Schmähworte nach. So gelangte er in seine Gasse, vorüber an seinem Hause, bis zu den Teichen. Er stand still und stierte in das schwarze Wasser, das leise an der steilen Böschung des Weges, der zwischen den Teichen hindurch führte, plätscherte. Da drin wär's gut, sagte Hans, aber sie würde nicht weinen, wenn sie mich los ist. Nein, die Freude will ich ihr nicht machen. Das alte Volkslied kam ihm in den Sinn von dem Mädchen, das ' zwei Knaben so lieb hatten. Er konnte die Worte uicht zusammenfinden; nur zwei Verse wußte er noch: D Schäfer, der thät weinen, Als er Abschied von ihr nahm" Ihm wurde so weich um's Herz; er setzte sich auf einen der Prellsteine, legte den Kopf in feine Arme auf die hölzerne Brüstung und weinte bitterlich. Dann raffte er pch wieder aus und ging die Strecke zurück bis zu seinem Hause. Sein Rausch. war verflogen, wenigstens schwankte er nicht. Er schämte sich der eben gemeinten Thräner?; dafür hatte ihn ein grimmiger Zorn ersaßt, der ihm die Stirn zusammenzog und ihn die starken, weißen Zähne übereinander knirschen ließ. Sein Fuß stieß an einen großen Feldfiein der von einem Wagen, welcher Fundamentsteine zu dem im Bau begriffen: neuen Schulhause herbeigeschafft hatte, heruntergefallen war. Er griff die Centnerlast mit seinen starken Händen und schleuderte sie. als wär's ein Ball, weit hinein in den großen Teich, daß das Wsser hoch aufrauschte. So kam er an sein Haus. Er tastete sich die steile Treppe hinauf und fluchte zum ersten Male in seinem Leben daß sie so steil und dunkel war. Er kam an die Thür zu seiner Kam mer. Die Thür war jetzt immer nur angelehnt es gab bei ihm nichts zu stehlen heut hatte sie der Wind, der nur allzu frei durch das zerfallene Dach fuhr, zugeschlagen. Der Drücker war herausgefallen. Hans nahm sich nicht die Mühe danach zu suchen. Er griff in die Spalte und riß mit einem Ruck das Schloß aus den Nägeln. In der Kammer war es so dunkel wie draußen. Hans tastete nach dem Tischchen, auf das er das Licht mit den Streichhölzern zu stellen pflegte. Er konnte es nicht finden? er tastete weiter und stieß mit dem Kopf heftig gegen die Kante des großen Schrankes an der Wand. Verdammtes , Thier! schrie der Wüthende und führte einen gewaltigen Tritt gegen den Schrank. Das alte, wurmstichige, von der Sommer.Hitze zusammengetrocknete, von der Winternässe angefaulte Möbel polterte wie ein Kartenhaus zusammen, daß die Bretter dem Hanö gegen Kopf rmd Schultern schlugen. Auch das noch! knirschte er. Meinetwegen mag die ganze Welt zum Teufel fahren! Er wußte jetzt, wo das Tischchen stehen mußte, und da war auch der zinnerne Leuchter, und die SchwefelHölzer lagen in dem weit ausgebogenen Teller. Hans riß ein halbes Dutzend zugleich an der Wand an, entzündete die dünne Kerze, die nur eben noch aus dem Sockel hervorragte, leuchtete nach der anderen Seite, zu setzen, was er denn eigentlich angerichter, und seine Haare sträubten sich. Das hatte ihm der Böse dahin gehängt, da wo der Schrank gestanden des Vaters Büchse mit dem Pulverhorn! Wenn er ein Vaterunser betete, verschwand der Spuk! Hans wollte beten; er konnte die Worte nicht sinden! seine Zähne schlugen klappernd auf einander. Aber da hing die Büchse noch immer; der Lauf glitzerte in dem Schein der Kerze. Hans lachte hohl. Dummes Zeug, sagte er, das ist kein Spuk, das. ist Vaters Büchse und damit basta. Sie hat hinter dem Schrank gehangen, nein, in dem Schrank. Die Hinterwand ist ja noch da. Der Schrank hat einen doppelten Boden gehabt. Es ist ja auch wahr; er war nicht so tief, als er hätte sein müssen. Das hat der Alte gut gemacht. Da haben

ste gesucht und gesucht und nichts gefunden die Esel!

Er stellte den Leuchter bei Seite und langte mit zitternden Händen das Gewehr herab; er besah es von allen Seiten. Eine fieberhafte Lustigkeit erfaßte ihn. Er lachte vor sich hin. Gewehr auf, Gewehr ab! Gewehr auf! Bataillon soll chargiren geladen! Er führte den Lade stock in den Lauf. Die Ladung stak noch im Rohr. Hans stierte vor. sich hin. Wenn ich ginge und schösse das dem Jakob Körner in den dicken Leib, morgen früh, durch's Fenster durch; oder wartete, bis er hier zur Kirche vorbei muß, oder bis sie von der Kirche zurückkommen. und schösse ihn todt an ihrer Seite. Oder ginge hin und schösse die Hirsche oben im Walde todt. StV sagen ja doch alle, daß ich ein Wilddieb sei und Vater ist's gewesen; ich brauche nicht besser zu sein, als Vater. Der PaNtoffel - Claus wird fchon wissen, wie ich's los werde. Und dann mach' ich mir ein schweres Geld und kaufe mir einen Hof und heirathe die Anne, ihr zum Trotz. Seine Gedanken fingen an sich zu verwirren. Bald sah er die Grete vor sich stehen, bald war's die Anne, und dann war's ein Hirsch in voller Flucht durch die Landgrafenschlucht. Das Licht war im Verlöschen; es ließ dem Hans nur noch Zeit, die Büchse und das Zubehör in ein zerrissenes Tuch zu wickeln und auf dem Boden zwischen der Vretterbekleidung nahebei, wo die Armbrust aus seinen Kinderjahren noch unberührt lag zu verstecken. Dann tappte er vorsichtig, nach seiner Kammer zurück, warf sich, wie er war, auf das Bett und verfiel alsbald, von der ungewohnten seelischen Aufregung mehr als von dem vorhergegangenen Rausch erschöpft, in einen tiefen Schlaf. 9. Sie hatten den Hans einen Tagedieb und einen Bärenhäuter gescholten, als ihn der Bäcker aus dem Dienst gejagt und Niemand sonst im Dorf ihn in Arbeit nehmen wollte: jetzt, .da er bei Ernst Repke auf der Gipsmühle Arbeit gefunden, war es ihnen wieder nicht recht. Zu dem Repke, hieß es, zöge kein ehrlicher Bursch. Der Repke habe nach und nach alle Bursche aus dem Dorfe wegschickt oer vielmehr we gesagt und sich dafür Leute von anderswoher geholt, und auch nicht einnal aus den Nachbardörfern, sondern, von so weit als möglich, und je weiter, je besser. Der Repke, - meinten sie, werde ja wohl seine Ursach dazu haben, und wenn er mit dem Hans eine Ausnähme mache, werde er ja auch wohl wissen, warum. Weniger technologische und phantasiereiche Gemüther brachten sogar heraus, daß die Gipsmühle die Knochen abnehme, du eher auf einen Kirchhof, als in eine Mühle gehörten, sintemalen der Gips nicht von selbst so weiß werde. Zuletzt ging Keiner mehr an der Gipsmühle vorüber, der. wenn er das aus dem Inneren schallende dumpfe Stampfen hörte, nicht einen frommen Schauder empfunden und ein Stoßgebet gemurmelt hätte. Dem Hans selbst wär es nichts weniger als geheuer bei seiner neuen Arbeit. Nur die äußerste Noth hatte ihn zu dem Repke getrieben, und nur die äußerste Noth und die fize Idee, das Dorf nicht eher verlassen zu dürfen, bis Alles entschieden sei, hielt ihn in der Mühle fest. Die Arbeit selbst war leicht genug; oft gab es tagelang gar nichts zu thun, und die Mühle stand aus Mangel an Wasser oder Material, oder weil etwas an dem. wie das ganze Gebäude, halb zerfallenen Werk schadhaft geworden war, still. An solchen Tagen arbeitete er oben auf dem Hof in demselben Schuppen, in welchem er damals das Holz gespalten hatte. Auf dem Hof sah es jetzt bei dem trüben Herbstwetter gar zu melancholisch aus; noch immer ließ sich nur selten einmal ein menschliches Wesen sehen, noch immer wälzte sich die d?cke schwarze Rauchsäule aus dem Schlot über den Hof, noch immer kam die alte Katze, fetzte sich vor den Holzstoß und wartete, ohne sich zu regen, auf Beute. Allmälig gewöhnte sich Hans an diese Existenz; er spaltete sein Holz ganz mechanisch und konnte, wenn er in der Mühle war, stundenlang auf einer Stelle sitzen und' zusein, wie die Stampfen sich eine nach der anderen hoben und herabstießen und sich wieder hoben und wieder herabstießen: Poch! poch! poch! poch! poch! poch! immerzu, in gräßlicher Einförmigkeit, nur daß die eine, die dritte, immer etwas stärker stieß, als die anderen. Das war im Anfang eine angenehme Abwechselung gewesen; bald aber hatte sich sein Ohr daran gewöhnt, und er hörte es nicht mehr. (Fortsetzung folgt.) -

MaxKiefer's ample Aoom, 775 Shelby Strafte, Ecke Lerkagton Avenue. Lpme Veine, 5iquöre und Cigarren. Telephone, old Brown : 3391.

S

Moritz Efchettbach, Händler in

lech-Maaren und Praktischer Vlcch - Dachdecker. Alle Arten von Blech-, Kupfer-, Galvani sirte Eisen- und Stahl-Eisen-Arbeit aus Bcpellung gemacht. Ncparaturcu gut ausgeführt. No. 171 Madison Ave. AlteS Telephon Green 431. B AKT Y, 124 Süd Delatvare Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Seine Weine, Liquöre und Cigarren. Warmer Lunch von 9 bis 1. COXKAD PETERS, U S Deutsch Wirthschaft, ' fl 353 Oft Washiugt- Strafte. 91 JndianapvlS. jf Der beste Seschaftölnnch t der Stadt. I Feine Weine, Liköre und Cigarren. fl Joliii F. Sanders Sample Room 228230 Ost Wabafh Str. Beste U)eme, (iquöre ' : : : und Cigarren. Telephon alt und neu, 955. "Tlie Capitol Bar" 229 West Washington Straße. Feme Weine,' LlguSre und Cigarren: BILLIARD PAJILORS. Eigenthümer. Alter Phone 2938. Christ. Ellerkarnp, Deutsche 5 rth schuft, Vo prospect Straße. Feinste Getränke nud Cigarren, sowie schmackhafter Lunche EUMIO U IURUEIIIII6, Eigenthümer filoon 0 Ncrd Delaware Str. . NcueS Telephon 2253. L. A. Noos und Allcll MCaulcy, ' Schankkellner. mm ii. oRBSj Emil Mantel, Eigcuthümer. 205 West Washington Straße, gegenüber dem Staatshause. Gelder werden geliehen auf alle Arten Werthsachen. Strengste Verschwiegenheit. - Offen bis S Uhr Abends. Verfallene uneingelöste Pfand gegenstände billig zu verkaufen. Tel olä 2 riv 00 3254. Städtischer Schornsteinfeger Neue? Phone 1708. No. 31 Ost Ohio Straße. . Alte Schornsteine gereinigt u. reparirt. Wir reinigen und repariren Ihre Schornsteine, so daß Sie Kohlen, Holz uns anderes Heijinaterial verwenden können. Gas Grales- und furnaces- repari ßu sehr geringen lk often, dmit Sie mit kohlen beizen können. Schneller Tienst.) Alle Arbeiten prompt und nett auszcsüyrr. Zufriedenheit arntirt. Dennis J. . 0'Brien, Sample Room, No. 150 Kentucky Ave., Nzrdost'Tcke Senate u. Kentucky Aves. Tel. alt 1949 neu 2959.' Beste weine, kiquöre . und Ciaarren

W

Mki 8