Indiana Tribüne, Volume 25, Number 163, Indianapolis, Marion County, 3 March 1902 — Page 7
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Sans nnd Grete.
Roman von Friedrich Cpielhagen. Fortsetzung.) fä hoffe, dak Mamsell Grete uns nicht, ich meine, meine, mir nicht, einen Streich ehem! Herr Korner hustete in etc ijcijie Hand. Meine Tochter weiß, was ein junges Mädchen ihrem Vater schuldig ist, sagte Herr Selbitz. Der Blick nach der Thür, mit dem er diese Worte begleitete, sprach keinesiregs für die Festigkeit seines Vertrauens auf die der Tochter nachgerühmte Wissenschaft. Die beiden Männer wechselten einen schnellen, vielsagenden Blick, als jetzt vor der Thür ein Geräusch laut wurde, das einem unterdrückten Schluchzen auffallend ähnlich klang. Die Thür wurde zögernd geöffnet und (Ärete trat zogernd herein. Das arme kleine Ding sah so bleich und verweint und geängstigt aus, daß man schon em sehr schlechtes Gewijsen haben mußte, wenn man wie die beiden Männer im Zimmer über den Ausgang eines Handels mit einem schembar so schwachen und yllflojen Geschöpf nichts weniger als ruhig war. Grete blieb an der Thür stehen (auch Herr Körner war aufgestanden, aber ohne es zu wagen, sich von seinem Stuhl weiter zu entfernen). Herr elbitz zog die Augenbrauen so hoch, daß sie kaum noch auf der Stirn saßen, und sagte in seinem salbungsvollsten Ton: Der lieb- und ehrenwerthe Herr Jakob Körner hier hat meinem Hause die große Ehre angethan. Dich, meine Tochter Margaretha Lina Amalia, zu, seinem ehelichen Weibe zu begehren. Er hat rechtschaffen gehandelt, wasmaßen er sich nicht, gleich so vielen leichtfertigen und gewissenlosen Jünglingen, zuerst an die Tochter und dann erst an den Vater, sondern umgekehrt, erst an den Vater und dann an die Tochter gewandt hat. eingedenk des Spruches, daß der Mutter Segen den Kindern Häuser baut, aber des Vaters Fluch reißet sie nieder. Und Du, meine Tochter, wirst dem hier anwesenden Herrn Jakob Körner mit tom Segen Deines Vaters die Hand reichen, einqedenk des vierten Gebots, welches den Kindern befiehlt, die Eltern zu ehren. auf daß es ihnen wohlergehe, und sie lange leben auf Erden. Deshalb tritt näher, mein Kind, und Ich kann nicht, Vater, ich kann nicht, murmelte das arme Ding. Du kannst nicht? donnerte der Vaier, dessen künstliche Ruhe die pathetische Rede, die er gehalten hatte, vollkommen schöpft hatte. Du kannst nicht. ungerathenes Kind? Du sollst, sage ich Dir, Du sollst! Oder ich will Dir zeigen, daß ich mcht umsonst Dem Herr und Vater bin. Wenn Das Deine selige Mutter hören könnte im Grabe würde sie sich umdrehen! Ach du guter, guter Gott, schluchzte das Mädchen und rang verzweislungsvoll die Hände. Aber ich weiß, was Dir im Kopf steckt, fuhr der Zornige fort; pfui, pfui des Ungehorsams, den ich von meinem einzigen Kinde erleben muß. also daß ich mit Leid in meine Grube fahren werde! Pfui der Schande, die über mein ehrbares Haus kommt! Der Alte, der sich in seiner letzten Hoffnung, die sonst so willfahrigeGrete werde im letzten Augenblick doch noch Ja sagen, so bitter betrogen sah. gerieth ganz außer sich vor Zorn, und es fehlte nicht viel, daß er seine Tochter in Gegenwart des ihr zugedachten Mannes aeschlaaen hatte. Herr Kor ner machte ein Gesicht, aus dem sehr viel mehr Aeraer und Grimm, als Scham und Reue sprach; Grete stand noch immer in Thränen gebadet und augenscheinlich so angegriffen, oatz ste sich kaum auf den Füßen halten konnte, an der Thür. Plötzlich wurde diese aufgerissen; Christel, die Magd, schrie m das Zimmer yinem: Ach du auter. auter Gott! Wißt Jhr's denn noch nicht? Der Hans hat eben dem Bäcker seinen Schimmel todtgestochen und dem Backer die Kehle abgeschnitten. Grete kreitschte auf, wollte aus dem Zimmer, strauchelte aber auf der Schwelle und fiel dem Widchen ohnmächtig in die Arme. Auch jetzt hielt Herr Oekonom Körner den Augenblick. seinen Rückzug anzutreten, noch nicht für gekommen, bis der Alte selbst, da Grete wieder anfing sich zu bewegen, der Scene ein Ende machen zu müssen glaubte und den unglücklichen Freier fortschickte, damit derselbe sich nach der schrecklichen Geschichte erkundigte und schleumast Nachricht zurückbrachte. Glücklicherweise war die Geschichte so schrecklich nicht, wie sie auf dem übngens keineswegs langen Wege von des Bäckers bis zu des- Schulmeisters Haus geworden war, wenngleich noch P -f- 's - ' . & X a Wam mmm immer jcgiinim genug jut uzn uuueu Hans. Hans hatte schon gegen zehn Uhr seine Arbeit oben im Walde beendet und das letzte Fuder Holz, das hinabzuschaffen war, geladen. Dabei war ihm so schwer um's Herz gewesen, wie - rc -r"jinocy Nie INI aicdcn. zx yaiie o giua liche Stunden zugebracht, hier oben auf dem Holzplatz, der jetzt, nachdem alles Holz abgefahren und der Wagen fußtiefe Furchen in den Boden gedrückt hatte, so leer und häßlich aussah. Und dieArbeit war nicht nur für dieses Jahr sondern auch überhaupt die letzte, die u in diksem Walde thun sollte. Der
Meister batte ihm Za aekündiat; er hatte
Eigentlich nicht das Recht dazu, ihn so Knall uno au aus cem ienn zu za gen; aber sollte iq Hans einem lderwilligen aufdrängen? Nach der dummen Geschichte mit der Anne war ja so nicht mehr seines Bleibens in ' - - , . , r t v: dem Hauje. unv wenn iym qon Anne von Herzen leid that und er wer weiß was darum. geaeben hatte, war: sie ihm nicht gestern auf dem dunkeln Hausflur in die Arme gelaufen das Schlimmste war dich, daß rnn nun die. ganze Sache. Gott weiß wie veroogert und verlogen, der Grete zutragen würde. Was sollte die Grete nun von ihm denken? Würde sie die Strohdecken noch in die Ecke trerfen? Hans stöhnte so schwer. 'als ov oer letzte Kloben, den er eben zu den andern auf den Wagen warf, ein paar Centner gewogen hätte. -Der Schimmel blickte sich um; in seinen schwarzen Augen hätte man wahrscheinlich, wenn . t r . n c ... tüil. man iq nur oaraus ceiuanoen sehen können: Jetzt geht die abscheuliche Fahrt bergab wieder an. Da läuft mir der schwereWagen immer dicht auf den Hinterbeinen, und dazu bekomme ich noch zu all' der Angst und Noth die schönste Hiebe. Aber ich habe die größte Lust, der Sache in irgend einer Weise ein Ende zu machen. Hans mußte den Blick des SchiMmels vollkommen so verstanden haben, denn er sagte: Nun sei vernünftig. Schimmel, es ist das letzte Mal, daß wir zusammen arbeiten. Der Schimmel nickte; aber wenn es eine bejahende Antwort gewesen sein sollte, so hatte er seine guten Vorsätze in der nächsten Minute schon vergessen; denn beim Anfahren wollte er erst gar nicht ziehen, warf sich dann mit einem Sprunge in s Geschirr und stieg, als der in dem durchweichten Boden tief eingesunkene Wagen nicht gleich von der Stelle wollte, so hoch, als ihn Hansens kräftiger Arm unsanft herunterriß, hinten aus und zertrümmerte die Querdeichsel. Das fängt gut an, sagte Hans. Er hatte den . Schimmel nicht un-nöthig-durch Schreien und Schlagen eingeschüchtert, hatte ihm nur im rech-, ten Augenblick einen ermuthigende'n Hieb gegeben und gerieth auch jetzt, als das Unglück geschehen war, nicht weiter außer sich. Er klopfte dem zitternden Thier auf die Schulter, sagte: He. Schimmel, ruhig. Schimmel! und machte sich daran, den Schaden wieder auszubessern. Das gelang ihm denn auch nach einiger Zeit zu seiner Zufriedenheit. Ein zweiter Versuch, den Wagen vom Fleck zu bringen, wurde gemacht, diesmal mit besserem Srfolg. Der Schimmel benahm sich ein ganz klein wenig verständiger, Hans stemmte sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Rad; man hatte den durchgeweichten Waldboden hinter sich und gelangte auf die feste Straße. Auf der ging es nun fort, . freilich nicht ohne daß der Schimmel seine chronische Angst vor dem hinter ihm her schurrenden Wagen an den betref senden Stellen deutlich genug an den Tag gelegt hätte. Doch gelang es Hans, ihn immer wieder zur Ruhe zu bringen, bis si an die Stelle gelangten. wo er gestern Abend dem Pantoffel - Claus begegnet war. Es war die schlimmste auf der ganzen Passage, nicht weit vor dem Eingang in das Dorf. Der Schimmel kannte sie fehr genau und kam plötzlich zu der Ueberzeugung, daß hier oder nirgends seine revolutionären Entschlüsse verwirklicht werden müßten. Anstatt, wie jedes nur halbwegs verständige Pferd, sich in die Hinterbeine 'zu legeu, um seinerseits so viel als möglich die Kraft des Hemmschuhs zu unterstützen und- die Last aufzuhalten, warf er sich wie toll nach vorn in's Geschirr. Der Wagen gerieth dadurch so in's Rutschen, daß der Hemmschuh krachte; Hans, der das Unglück kommen sah, lenkte klüglich auf die Wegseite, wo er in dem niedrigen Tannengebüsch den Wagen zum Stehen zu bringen hofften durfte; aber auch diese Absicht vereitelte das rasende Thier, indem es sich mit aller Gewalt auf die entgegengesetzte Seite warf. Der Hemmschuh riß, der Wagen schwankte unö stürzte in die Tannen. der Bolzen flog aus der Deichsel. und der Schimmel, der kaum spürte, daß er die Last hinter sich los war. eilte in gewaltigen Sprüngen . bergab, die Deichsel und den Hans, der die Zügel noch immer in den Händen hielt, hinter sich her schleifend. Hans hätte die Zügel nur loslassen brauchen, so war er für seinen Theil gerettet, und der Schimmel mochte zusehen, wie er in den Stall kam; aber Hans wollte nicht loslassen; denn erstens war sein Blut mittlerweile auch in Wallung gerathen, und zweitens war Zehn gegen Eins zu wetten, daß der Schimmel über die Deichsel .stolpern würde zwei Fälle, die bei einem Pferde auf dasselbe hinauskommen. So galoppirte er denn neben dem Schimmel her; auf dem abschüssigen Wege, das wußte er, konnte er des Thieres nicht Herr werden; aber komme nur erst in's Dorf, dachte er, wo es glatt fort geht, da will ich's Dir schon zeigen. So kamen sie zwischen die ersten Häuser; der Schimmel merkte sofort, daß der Kampf erst jetzt beginne; seine Kraft und Schnelligkeit verdoppelnd, stürmte er daher; schon hatten sie das Bäckerhaus beinahe erreicht, als der Zug der Schulkinder eben aus der Quergasse bog; noch drei Sprünge des Thieres, und es war mitten zwischen den Kindeln. Mt einem Satz war
Hans vor dem Schimmel. CM furcht-
barer Ruck und Pferd und Mann stürzten krachend zu Boden, unmittelbar vor den Schulkindern, die heulend : auseinander stoben. Hans raffte sich alsbald wieder auf, nicht ebenso der Schimmel. Wenn ihm bei der rasenden Jagd bergab die schlenkernde Deichsel schon alle Beine wund geschlagen hatte, so war er jetzt mit dem Kopf auf einen harten Stein gefallen und ?'g für todt da. während ihm dis Blut aus einer tiefen Wunde über dem Auae strömte und, sich mit den Regenlachen vermischend, den Boden färbte. Da kamen sie auch schon überall aus den Häusern, herbeigelaufen. Männer und Weiber, rings umher dieSchulkinder. Ach. das arme Thier! ertönte aus jedem Munde; an den Hans dachte Keiner, oder höchstens, Am ihn darüber zur Rede zu stellen, wie er das arme Thier" so habe mißhandeln können. Ihr solltet mir lieber helfen, den Schimmel wieder auf die Beine zu bringen, sagte Hans. Keiner rührte sich, nur die Anne, die auch herzugelaufen war. holte in einem Zuber Wasser aus dem nahen Brunnen und fing an, den Kopf des Thieres damit zu überschütten. Sie weinte dabei immerfort, blickte aber den Hans nicht ein einziges Mal an. ' Du Thierschinder, Du Sakermenter! rief plötzlich eine vor Wuth heisere Stimme. Der Bäcker hatte schon seit ein paar Stunden in der Schenke gesessen, um den Aerger. den ihm der Streit mit seinen Weibsleuten" aufgeregt hatte, zu ertränken. Er hatte eben gehört, was gesckehen war. und kam nun in seinem mehlbetupften Anzüge, barhäuptig herbeigelaufen, nur daß er diesmal die Hände nicht in den Taschen hatte, sondern sie Hans vor dem Gesicht ballte und dazu immer neue Schimpfworte ausstieß, unter denen der Ausdruck Thierschinder" mit besonderer Vorliebe wiederholt wurde. Ich bin selbst geschunden genug, sagte Hans. Und das war nur zu richtig. Die Kleider zerrissen, die Hände blutig und nicht blos von dem Blut des Schimmels das glühende Gesicht von Schmutz bespritzt bot er einen Anblick dar, der jeden nur einigermaßen Besonnenen viel eher mit Mitleid, als mit irgend einer anderen Regung hätte erfüllen müssen; aber einen solchen gab es in dem Haufen nicht, mit Ausnahme der Anne vielleicht, deren Stimme aber unter allen Umständen von keinem Gewicht gewesen sein würde, selbst wenn sie. was sie nicht that, dieselbe zu Hansens Gunsten erhoben hätte. Und das passirt Dir recht, Du Schlagtodt! schrie der Bäcker und fuchtelte dem Hans von Neuem mit den Fäusten unter die Nase. Wenn ich ein Schlagtodt bin, so nehmt Euch in Acht! sagte Hans: und übrigens habt Ihr Euch die Suppe selber eingebrockt, so mögt Ihr sie auch allein ausessen. Dieser Vorwurf war zu gerechtfertigt, als daß er die Wuth des berausch ten Herrn Heinz nicht zum Ueberkochen hätte bringen sollen. Er holte zum Schlag aus und lag, ehe sein Arm noch auf Hans herabfallen konnte, neben seinem Schimmel in der Blutund Wasserlache. In demselben Augenblick richtete sich der Schimmel mit einem plötzlichen Ruck in die Höhe und stand, an allen Gliedern zitternd, da Nun hebt- den Andern .auch auf, sagte Hans, indem er durch die Menge schritt, von welcher Niemand den Muth hatte, die Hand gegen den langen Schlagtodt aufzuheben, der den dicken Bäcker Heinz mit einem Streich zu Boden bringen konnte. 8. Und ein Glück für Hans war es, daß man vor seiner Körperkraft einen so großen Respekt hatte, er wäre sonst jedenfalls in diesen und den folgenden Tagen persönlichen Beleidigungen und entschiedenen Mißhandlungen nicht entaanaen Zlu solcher Höhe der Feindseligkeit hatte man sich im Dorfe gegen den armen Menzchen ymausgeschwätzt. Daß er den Schimmel sei nem Schicksale hätte überlassen können, daß er sich mit Gefahr seines Lebens zwischen das unsinnige Thier und die Kinder geworfen und so das größte Unglück verhütet hatte, daß man es doch keinemMenschsn verdenken konnte, wenn er für eine solche Handlungsweise nickt -7- noch dazu, auf offener Straße geprügelt werden wollte daran dachte kein Mensch, wenigstens , . - r. y wagte es einer auszujpreazen. er Strom der öffentlichen Meinung war einmal aeaen ihn. und man fand es beauemer oder vortheilbafter. mit diesemStrom zu schwimmen. Man häufte Beschuldigungen aus Züelchulolgungen, und bald war nichts so schlecht, daß man eZ natürlich nur, wenn er es nicht hören konnte dem langen Schlaatodt nachgesagt hätte. Er war ein Mädcbeniäaer. ein Trunkenbold. ein Thierschinder, ein Tagedieb das Letztere vermuthlich vesyalv, weil Niemand ihn, der so plötzlich aus per Arbeit gekommen war, wieder in Arbeit nehmen wollte und über allea Zweifel erhaben galt, daß er in die Wilddiebereien, die nach des Försters Bostelmann Aussagen noch immer rüstigen Fortgang - hatten, verwickelt war. wenn er dieselben, nicht, was freilich auch von Einigen behauptet wurde, allein vollführte.
Unterdessen hatte der so von der M
gemeinen Meinung Geächtete in jeder Hinsicht ein kümmerliches Leben. Wie leicht er auch Alles zu nehmen gewohnt war die Ungerechtigkeit, mit der man ihn, der sich nichts Böses bewußt war, wie einen Verbrecher behandelte, wurmte ihn doch. Er konnte jetzt stundenlang Zeit genug hatte er auf seiner elenden Dachkammer sitzen und bei einer kalten Pfeife der Tabak war ihm au:.'??s?ngen, und er hatte kein Geld, sich neuen zu kaufen dar über rubeln, weshalb die Welt nur so schlecht, so grundschlecht sei und einen ehrlichen Kerl nicht in Frieden lassen könne? Hundertmal an einem Tage überlegte er, ob er jetzt, da man ihn auch in der Fabrik- auf Veranlassung des frommen Fabrik - Jnspektors. der mit dem Pastor Quartett spielte zurückgewiesen hatte, nicht sein Bündel es war schmal genug! schnüren und wo anders sein Glück versuchen sollte; aber em Blick aus demFenster genügte jedesmal, ihn diese Wanderpläne vor der Hand wieder aufgeben zu lassen. Und doch war diefer Blick trostlos genug. Von den Pappeln schüttelte der herbstliche Regensturm, der ihre schlanken Wipfel hinüber und herüber bog, die letzten braunen Blätter in den Teich. Auf den Bergen hingen diese Nebel bis tief in die Landgrafenschlucht hinab, und was von Thier und Menschen sich blicken ließ Alles sah verregnet und verdrießlich aus. Aber Hans würde sich das wenig zu Gemüth genommen haben, wenn er ge wußt hätte, wie es drüben in des Schulmeisters Hause stand, und vor Allem, wenn er hätte annehmen dürfen, daß es dort gut stehe. Aber wie konnte er das? Die Grete hatte er nun schon seit zwei Wochen nicht mehr gesehen; er wußte nicht, wie es ihr ging, ja nicht einmal, ob sie noch im Dorf war. Frqgen mochte er Niemand, und wen hätte er auch fragen sollen, ohne Verdacht zu erregen? und der sonst so offene, gerade Hans, der immer mit der Thür in's Hals fiel, war jetzt scheu und mißtrauisch geworden. Endlich kam er auf den Gedanken, er solle sich an den PantoffelClaus wenden, von dem er ja die letzten Nachrichten über Grete erhalten hatte; aber es gelang ihm nicht, den Claus, dessen Beschäftigung es mit sich brachte, bald hier, bald dort zu sein, anzutreffen, und den Alten, der selbst in keinem besonderen Rufe stand, in seinem Häuschen aufzusuchen, wagte er um so weniger, als ihm dessen Gegenwart niemals recht geheuer gewesen Eines Abends aber es regnete wieder in feine Giebelkammer, und der Wind strich heulend und pfeifend die Landgrafer.schlucht hinab auf den Teich, der ordentliche Wellen schlug eines Abends faßte er sich ein Herz'und schlich so heimlich, als habe er das' Schwerste verbrochen, aus seinem Hause an den Teich entlang unter den sausenden Pappeln, vorüber an ein paar erbärmlichen Hütten, die hier noch zwischen dem Teich und dem Fuß des Landgrafenberges eingeklemmt waren, in den Wald, und hielt sich im Walde links, das Dorf umkreisend, bis er auf den Steiger-Weg kam, der, als Fortsetzung der Hauptgasse des Dorfes, auf dieser Seite in den Wald führte. Die letzten Häuser lagen schon im Walde; das, welches der PantoffelClaus bewohnte, war gerade das letzte. Ein Haus konnte man's freilich fast noch weniger nennen, als die LehmHütte, die Hans von seinem Vater geerbt hatte; es war ein einstöckiger winziger Bau mit einem unverhältnißmäßig hohen Ziegeldach und war so an die Bergwand geklebt, daß man direkt aus dem Walde auf das Dach steigen konnte. Auf der anderen Seite der Straße rauschte der Steiger - Bach in seinem steinigen Bett. Noch ein wenig weiter hinauf in den Wald laa eine halb zerfallene Gipsmühle, die seit ein paar Wochen Herr Repke, dessen Gehöft übrigens an der entgegengesetzten Seite vor dem Dorf lag, für ein paar Thaler gepachtet hatte. Der Besitzer war vor einiger Zeit gestorben; außer einem Sohn, der seit Jahren schon , in Amerika verschollen war, 'gab es Niemand, der auf die Ruine hätte Anspruch machen können; so waren die Herren vom Gemeinderath froh, das Ding nur überhaupt an den Mann zu bringen, was sie natürlich nicht abhielt', sich über Herrn Repke lustig zu machen, der sich zu seiner nicht rentirenden Knochenmühle, seiner dürftigen Ziegelei und lahmen Posthalterei nun auch noch die Gipsmühle zulegte, wo in jedem Balken der Schwamm saß. Mühle, Bach, Weg und die Hütten auf der anderen Seite Alles war zwischen trotzige Felsen eingeklemmt und von gewaltigen Tannen umdüstert die mit ihren knorrigen Wurzeln das Gestein umklammert hielten, oder, sich in den Spalten einnistend, es mit Hülfe der Nässe und des Frostes zertrümmert hatten. Die ganze Schlucht bot, ein unsäglich düsteres Bild, zumal an einem rauhen, regnerischen NovemberAbend, wie der war, an welchem Hans, aus dem Walde heraustretend, es jetzt unter sich liegen sah. Er stand einen Augenblick still, sich zu vergewissern, ob er die Richtung nicht verfehlt habe, als ob er die nicht mit verbundenen' Augen gefunden haben würde! Da war rechts die Mühle und links des Pantoffel-Claus Häuschen; noch ein Sprung, und er stand auf der Straße. (Fortsehung folgt.)
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