Indiana Tribüne, Volume 25, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1902 — Page 7

-Jndkana Tribune. SS. Februar

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Slavische Lclöcnschas!.

Sionun von Taniel Lcscu?. (Fortsetzung.) Gleichzeitig versuchte er. den realen Ar.'u zu erheben, aber sein: Finge? !?amps!en sich vor Schmerz zusammen. Awtstropsen rollten unter seinem Aermel hervor und rannen zur Erde. Sie sind verwundet, Herr Gras," sagte der Arzt, und trat auf ihn zu. Meine Herren, der Ehre ist genug gethan! rief. der Vicomte von JrönazMrignac. Hubert blieb unbeweglich stehen. Seine innere Freude ließ ihn für den Augenblick sogar das vergessen, was er diese verwünschte Kälte" nannte. Die durch diesen verhältnismäßig günstigen Ausgang des Duells beruhigten Zeugen drängten sich zu dem Grasen. bis ein greulicher Fluch desselbe.i sie förmlich am Voden festnagelte. Herrgott! Was ist denn, das -für eine Art. ein Duell zu leiten! Geben Sie mir eine Pistole!.... ZIel:n ist gestattet. ... ich haSe das Recht, zu schießen, wann ich will." Als den Zeugen vor Schrecken die Sprache versagte, fuhr er fort: Alle mitgebrachten Waffen sind gleich gut. Reichen Sie die. die noch vorhanden sind, meinem Gegr.er, und er soll sich mit geschlossenen Augen eine wühlen." Aber Herr Graf," rief der Arzt. Ihr Arm ist zerschmettert oder mindestens durchschossen! Sie können sich Ihrer Waffe gar nicht bedienen." Der recht: -Arm," berichtigte ihn Miranosf. Gewiß und gerade...." Ich werte mit der linken Hand schießen." Alles war verblüfft; endlich äußerten die Zeugen Huberts Bedenken, ob dies in der Ordnung sei. Miranoff. der in seiner kalten Wuth und mit dem unbeweglichen Arm, von dem das Blut unausgesetzt zur Eröe tropfte, wirklich schreckenerrecend aussah, war im Begriff, daraus zu antWorten, als Hubert sich in's Mittel legte. ..Reichen Sie Herrn von Miranoff eine Pistole." sagte er. der Herr Graf lat aanz Reckt, und lein Boraeben ii't vollständig korrekt. 2!ber beeilen Sie sich.bltte. denn es friert mich wirklich so sehr, daß ich nicht Lust habe, noch lange hier zu bleiben." Semen und der GefandtfchaftsAttachee hatten gar nicht die Zeit, einzugreifen, so rasch spielte sich die Szene ab. Außerdem suchte der wenig Worte machende Muschik stets den Willen seines Gebieters zu errathen, um ihn mit sklavischem Gehorsam auszuführen und zu Unterstufen. So war auch cr es, der dem Marquis von Vrnaz die offenen Pistolenkasten reichte. Mit verächtlicher Miene griff Hubert aufs Eerathewohl nach einer der Waffen. Dann blieb er. von Prahlhanserei wie von Schwäche gleich weit entfernt, hoch aufgerichtet, mit herabhängenden Armen stehen. Er t?ar fehr bleich; dies war das einzige Zeichen, das auf eine Gemüthsbewegung schließen ließ, und daran war wohl nur die Kälte schuldig. Semen batte die Pistole dem Vi komte von M6rignac überreicht, der sie mit zitternden Händen lud und sie dann dem Grafen in die linke Hand gab. Die anderen Zeugen beobachteten angfwoll und etwas beschämt die Ein zelheiten dieser gräßlichen Szene. Miranoff erhob den linken Arm mit unsicherer Bewegung, die errathen ließ, daß er nicht gewohnt war, sich feiner in dieser 'Weise zu bedienen. Drei Tropfen Blut .quollen während der zwei Sekunden, die er zielte, aus seiner rechten Hand hervor. Er schoß. Hubert blieb aufrecht stehen. Man glaubte, er sei unverletzt geblieben. Als aber seine Sekundanten auf ihn zueilten, drehte er sich um sich selbst und fiel langsam, mit einem schweren Schlag zu Boden. XV. Kapitel. Als Nikolaus 5?eodorowi!scö S?r?n von Brönaz hatte fallen sehen, warf er feine Pistole weg und griff mit der linken Hand nach feinem verwunden Arm. steht erst fühlte cr dcn feili Schmerz, der sich von Minute zu Minute steigerte. Semen trat zu ihm heran. Geh und sieb, ob er noch lebt." sagte Miranoff. und winkte mit dem Kinn nach der düsteren Gruppe drüben. Der Artt beantwortete die ??raae des Muschik mit Kcpffchütteln. Miranozs bemerkte diese Bewegung und lächelte. Bald kam der Arzt u ibrn heran. Ja? will 3üntt einen Notbverband anlegen. Herr Graf. Dann begeben :e sich so schnell als mool'.ch nach Haufe." Brauch: keinen Verband," sagte ", bleiben Sie nur bei dieUnglücklichen, wenn Sie noü etwas für ihn thun können." Wiederum t Rüttelte der Arzt den Kopf. ' Die Kuael Rfet in. der Brust." soate er. Wo?. .. Davsn habe ich noch eine Ahnuna. Doch er atbmet noch am Ende ist er noch zu retten." Bah," entgegnete der Russe zynisch, Sie brauchen keine Soffnuna zu heuchcln,an die Sie selbst nickt alauben. Ich habe ifcn todten wollen, und macbe mir keinen. Vörwurf deshalb. Ich würde nur das eine bedauern, ibn ge-! feült zu baben."

Der Arzt erwiderte nur: Kommen Sie zu Ihrem Wagen. Herr Graf; dort finden Sie etwas Schutz, gegen diese eisig: Luft, wenn ich Ihren Aermel aufschneide, um den Verband anzulegen." Als die Beiden, von Semen gefolgt, den Schuppen verließen,. sahen sie. wie die Anderen sich in Bewegung setzten und auf einer von' dem Aufseher geliehenen Matratze eine leblose, von einem Pclzmarnel verhüllte Gestalt forttrugen. Mit unendlicher Vorsicht bewegten sie sich nach einem benachbarten Hause hin. Es war ein völlig verwahrlosier - Backsteinbau; die Fenster hatten keine Läden, theilweise auch keine Nahmen und Scheiben mehr, und durch die Löcher im Dach drang der Schnee in's Innere. Trotzdem hatte es der Aufseher dieser Waldecke, auf deren Mauer man lesen konnte: Nationaleigenthum," verstanden, sich in der ehemaligen Behausung von Napoleons Jägern zwei kleine Zimmer wohnlich einzurichten. Der wackere Mann mußte seine Angst um seine Stelle vergessen oder sich eine gute Ausrede zurecht gemacht haben, wenigstens schien er fetzt für den acmen. so schwer verwundeten Mann drch's Feuer gehen zu wollen. Aber auch wenn er sich weniger dienstwillig gezeigt hätte, würde man ihn gezwungen haben, die Tugend der Gastfreundschjft auszuüben, da es ganz unmöglich gewesen wäre, den Sterbenden weiter fort zu bringen. Mittlerweile hatte Gr?f Miranoff mit elastischem. festem Schritt seinen Wagen erreicht, wie es sckien, ganz unbekümmert ' um den Schnee, seine Wunde oder den eben begangenen Mord. Die Untersuchung ergab, daß die Kugel durch den Vorderarm gedrungen war und das Ellenbogenbein zerfchmettert hatte. Rasch legte der Arzt einen vorläufigen Verbano an. Schon gut. schon gut." sagte der Russe ungeduldig. Man wiro das zu Hause schon in Ordnung bringen!" 2lls nun der Arzt Semen noch AnWeisung gab. wie er sich setzen müsse, um den Arm seines Herrn in der richtigen Lage zu erhalten, rief Miranoff:

Ich wert meinen Arm schon selbst stutzen! Ich will allem sein!" Und auf russisch fügte er hinzu: Steige auf den Bock. Semen. Deine Rolle als Zeuge ist ausgespielt!" Dann rief er dem Kutfchcr noch einen Befehl zu. und der Wagen fuhr im Trab davon. Diesmal waren es aber nicht die ukrainischen Traber, die den Wagen zogen, sondern zwei kräftige Mecklenburger, die trotz der schlechten Wege den Grafen in drei'Biertelftunden vor das vergoldete Thor seines prächtigen Palais brachten. In der Halle stürzten die Diener herbei, um ihrem Gebiete? den Pelzmantel abzunehmen, dessen rechter Aermel leer über den merkwürdig steifen Arm herabsiel; doch mit einem barschen Wort wies er sie zurück. Zu ihrer großen Verwunderung begab er sich ,mit dem Pelz in seine Gemächer. Sie erriethen aber die Wahrheit sofort, als sie den Befehl erhielten, ven Hausarzt des Grafen und einen berühmten Chirurgen zu rufen, dessen Name selbst für die Ohren der Laien einen besonderen Klang hatte. Als alle Thüren hinter ihnen geschlössen waren, bat Semen seinen Herrn, sich zu Bett zu legen. In der That wurde Nikolaus Feo--dorowitsch jett von furchtbarem Fieber geschüttelt; seine Knie wankten unter ihm. und seine Schläfe pulsirten sv heftia, daß er glaubte, es seien Hammerschlage; auf seine schmerzende Stirne trat der Schweiß. Trotzdem ließ er sich vorläufig nur in einem Lehnsessel nieder und sagte: Warte nur.... Ja.... gleich.... ich habe noch etwas za thun. Ich will Dir einen Brief diktiren. . . Nimm dies Papier. . . . dort auf meinem Schreibtisch. . . . Gut. . . . Hast Du eine Feder?.... Nun, was soll's? Kannst Du denn nicht schreiben?" Diese letzte Frage war durch die verblüfft: Miene des Müschik hervorgestoßen, daß Semen an das alte, mit goldenen Löwenköpfen verzierte Zylin derbu-reau stürzte und sich davor niederließ. mit der Haltung eines Schülers. der die Schritte seines Lehrers hört und nun schleunigst die unterbrochene Ausgabe wieder aufnehmen will, ohne zu wissen, wo er stehen geblieben ist. Bitte um Verzeihung, Exzellenz. . . . gewiß kann ich schreiben!" So schreibe doch, und der Teufel soll Dich holen, wenn Du länger als fünf Minuten dazu brauchst! Kann es jetzt losgehen?" Gewiß, Exzellenz." Nikolaus Feodorowitsch diktirte: Gnädige Frau! Soeben habe ich in einem regelregten Duell den Marquis Hubert Brönz erschossen. , Wnn ich mir nicht die Ehre gebe, Ihnen diese Nachricht eigenhändig zu schreiben, so hat dies feinen Grund darin, daß mein rechter Arm zerschmettert ist. - Ich verbiete Ihnen, einen Versuch zu machen, mich zu sehen oder zu ! pflegen ' falls Sie überhaupt die Lust dazu anwandeln sollte so , lange die Heilung der leichten Vervunduna dauert. Nützen Sie diese Frist aus, wie es Ihnen gefällt, denn sie wird nicht lanze währen, und ist i:denfall5 die ,

letzte Jen, ote S:e ln Glanz unv Freiheit verbringen können. ' Sobald ich reisen kann, bringe ich Sie nach Rußland, wo ich Sie in ein Kloster stecken werde. Was Ihre Freundin, Fräulein Sonia Kawetschin. betrifft, so wird sie sich bald in Sibirien befinden, denn auf mein Ersuchen ist schon gestern telegraphisch ihre Auslieserung gefordert worden. Nachdem Sie nun auf diefe Weise für das Glück aller Jener gesorgt haben, die Ihnen theuer sind, können Sie sich während des Nestes Ihres Lebens an Ihrem gelungenen Werk ergötzen. Dies ist mein innigster Wunsch, gnädige Frau."-. Gib den Brief her," sagte Miranoff zu Semen, als er fertig, war. Ich will ihn mit meiner linken Hand unterschreiben, dann läßt Du ihn sofort Deiner Herrin, der Frau Gräfin von Miranoff. überreichen." Nadja hielt sich in ihrem Schlafzim mer auf. in dem großen, mit saphir blauem Sammt ausgestatteten Gemach, das ihr wegen seiner gehaltenen Pracht und de?' Heiligenbilder besonders gefiel. Seit zwei Tagen hatte sich die junse Gräfin kaum von ihrem Ruhebett erhoben. Ihr Kleid, so weiß wie der Schnee, den sie draußen fallen sah, bildete auf der düsteren Pracht des dunklen Holzwer! und dem tiefen Blau des Sammts einen unbeweglichen weißen Fleck. Kaum, daß sich die schon abgemagerten Hände und ihr von Angst verzehrtes Gesicht davon abhoben. Sie litt grenzenlos. Nie hätte sie geglaubt, daß ein Mansch so entsetzlich leiden könne. Ihre moralische Qual wurde durch die Ungewißheit noch gesteigert, denn Nadja wußte nicht, was Miranoff vorhatte. Als sie am Tag des Duells Morgens den Landauer' wegfahren sah, wurde sie von einer unheilverkündenden Ahnung befallen. Dann bemerkte sie ein kleines Vettelmädchen, das sich, unbekümmert um fein Elend und seine Lumpen, damit belustigte, mit seinen schlechten Schuhen den Schnee vor sich her zu stoßen. Frau von Miranoff beneidete die kleine Unglückliche. Sie, die Besitzerin unberechenbarer Reichthümer und des- für eine Frau über allem Anderen stehend unschätzbaren Kleinodes, einer sieghaften Schönheit, sie hätte die Blöße und die Häßlichkeit des Bettellindes gerne dafür eingetauscht, wenn sie nur dem Schreckbild hätte entrinnen können, als welches ihr Leben vor ihr lag. Aber auch ihren Gewissensbissen wäre sie gerne entflohen. . . . Denn jetzt machte sie sich einen Vorwurf daraus, daß sie Hubert geliebt hatte, und Miranoff erfchien ihr nicht als Henker, sondern als Richter. Ach. wenn er die Strafe nach der Größe der fündigen Liebe, von der sie ganz erfüllt war, bemessen wollte, so konnte er sie nie hart genug treffen. Ach. potnxi tt wenigstens nur sie allein treffen wollte! Sterben. . . . sterben. . . . Mein Gott, wenn er sie doch gleich getödtet hätte! wie edel und barmherzig wäre er gewefen. Dieser schreckliche Mann, der, wie sie wohl errieth, nun auch so grcnzenlos unglücklich werden mußte! Sie sah den Landauer zurückkommen und vernahm von ihrer leise geöffneten Thüre aus die 'Stimme des Grafen. Dann sank sie wieder auf ihr Ruhebett nieder; sie zitterte vor Aufregung, und erstickte ihr Schluchzen in lhrem Tafchentuch. Es klopfte. Ihre Nerven zuckten vor Aufregung. Sofort erschien Mascha und reichte ihr auf einer vergoldeten Cilberplatte einen Brief. Auf dem breiten Gesicht . der , Kammerjungfer, mit den leicht zusammengedrückten Augen der Kleinrussin, lag ein mitleidiger Ausdruck. Semen hatte auf russisch zu ihr gesagt: Sei vorsichtig.... es könnte ihr den Tod geben!" Und dies Mädchen mit seiner naiven Anhänglichkeit wußte nun gar nicht, wie den geheimnißvollen Schlag ' abwenden oder mildern, der von diesem so harmlos aussehenden Papier ausgehen und ihre Herrin treffen sollte. Vielleicht w-äre es besser, den Brief gar nicht zu lesen, Varina." flüsterte sie. denn sie fand kein anderes Mittel, um die Gefahr abzuwenden. Nadja aber griff rasch nack dem Brief; einen Augenblick stukte sie über die unbekannte Handschrift, erbrach aber dann sofort das Siegel. Schon bei den ersten Worten vergrößerten sich ihre Augen und leuchteten im Feuer des Wahnsinnes. Aufmerksam betrachtete

sie die Unterschrift. ... sie las den zweiten Satz... sie, zweifelt nicht, mehr... Nln drehte sie sich um auf ihrem Ruhebett, drückte das Gesicht in die Kissen und stieß einen so schmerzlichen, verzweifelten Klagelaut aus. daß die erschrockene Mascha drauf und dran war. aas dem Zimmer zu stürzen und Hilfe herbei zu rufen. Doch wurde die Dienenn durch die echt weibliche Empfindung zurückgehalten, daß es sich hier um. ein so verzweifeltes Leid handele, daß es die zarteste Schonung und Verschwiegenheit fo-rderte. Selbst wenn die Herrin ihrer grenzenlosen Verzweiflung die Zügel schießen ließ, mußte ihr Schreien ja durch die däm-pfenden,-weichen Sammetöorhänge erstickt werden. Das arme Mädchen sank neben ihrer Herrin auf die Knie nieder und brach ebenfalls in Thränen aus, da sie keine Worte fano, diesen Seelenschmerz zu beschwichtigen, den mit anzusehen schon eine Marter war.

Tovt," stoynte Nadja.... (rschössen! Er!.... Und ich. ich habe ihn gemordet!" Einen Augenblick schien sie ruhige: zu werden, dann aber fuhr sie angsterfüllt wieder auf und röchelte immer wieder: Todt!.... Todt...." als ob irgend eine schreckliche Sinnestäuschnng ihr das bwt'ige Ereigniß vorspiegele. Varina." flüsterte die Dienerin, er ist nicht todt!. . . . Niemand ist oestorben! Man hat Sie belogen!" Nadja richtete sich aus ihren Kissen auf. Mascha! Sag's noch einmal!.... Was sagst Du?" Seine Exzellenz hat nur eine leichte Wunde am Arm." Ach." rief Nadja, an den denke ich nicht!" Die Dienerin war starr vor Staunen. Höre, Mascha." sagte ihre junge Gebieterin, höre mich an und merke wohl auf!" Sie beugte sich zu ihrer noch immer neben ihr knieenden Jungfer hinab, und die Gräfin Miranoff senkte ihren schönen, dunklen Blick, der aus den rothen, geschwollenen Lidern hervorstrahlte, tief in die kleinen, verwunderten Augen Maschas. Du bist nur eine arme Dienerin, aber Du bist ein braves Mädchen " fuhr Nadja fort. Du wirst fühlen, daß ich Dir die Wahrheit sage. Der Graf von Miranoff hat einen Mann erschossen, mit dem ich nichts Unrechtes gethan habe...." O." flüsterte Mascha, den Baron Hubert von Brönaz !...." Nadja erhob sich, ergriff die Hand der Dienerin und zog sie vor die Jkonostase. Wenn Du glaubst, daß ich nichts Unrechtes gethan habe, so schwöre es auf diefe Heiligenbilder!" Mascha erhob die Hand. Ich schwöre es. O ja.... ja, ich glaube es. . . . die Varina würde nicht lügen!" Gut." sagte Nadja rasch. Nun mußt Du mir aber auch blindlings gehorchen, ohne für Dich oder mich Furcht zu haben! Vor allen Dingen stecke aber meine Haare auf und kleide mich an. Wir gehen zusammen aus." Sie begab sich in ihr Ankleidezimrner, wo die Kammerjungfer ihr langes, aufgelöstes Haar in einem Knoten feststeckte und ihr ein einfaches, dunkles Kleid anzog. Mascha sprach kein Wort dabei, erledigte aber mit flinken Fingern und zartfühlender Sorgfalt ihre Aufgabe. Zum Schluß brachte sis noch den großen mit Blaufuchs gefütterten Sammtmantel herbei und fragte: Soll man anspannen?" , Es ist unnöthia.... wir gehen zu Fuß aus. Mache Dich fertig, Mascha, und erwarte mich an dem Hinteren Gartenpförtchen. Ich werde dort mit Dir zusammentreffen, daß ich nicht vor den Bedienten durch die Halle gehen muß." 5t)urze Zeit danach befanden sich die beiden Frauen an der kleinen Garten thüre. Nadja hatte ohne Hinderniß die gekehrten Gartenwege durchschrittcn, Ober in der Nue Leonardo da Vinci lag der Schnee so dicht, daß die dünnen Stiefelchen der Gräfin tief einsanken, und der schwere Mantel, der auf der weichen Masse nachschleppte, sie am Gehen hinderte. Einerlei!" erwiderte Nadja auf die angstvollen Blicke Maschas. Wir wollen sehen, daß wir einen Fiaker bekommen!" Auf der Place dc l'Etoile fanden sie einen, dem Nadja die Adresse des Marquis in der Rue Babylsne angab. Kaum faß sie in dem schmutzigen Wagen, so rief sie aus: Ach, mein Gott! Wie dumm ich bin! Da verlasse ich mich darauf, daß Du zuerst zu ihm hineingehst, und vergesse ganz, daß Du kaum ein Wort französisch sprichst! Sie überlegte einen Augenblick und fuhr dann fort: Du mußt wissen, Mafcha. ich habe immer noch eine Hoffnung. Ach, ich weiß wohl, daß es. unsinnig ist. . . . Aber vielleicht hat Seine Exzellenz mir nur Angst machen wollen. als er mir mittheilte, er habe Herrn von Vr6naz erschossen. Wie sollte er ihn denn getödtet haben? . Wäre es vor seiner Verwundung geschehen, so hätte ihm ja der Marquis den Arm nicht zerschießen können ; wclre'es nachher gewesen, so hätte er selbst ja nicht zielen, geschweige denn schieß:n r lönni!" ' Wenn die Varina es mir gestattet hätte, würde ich versucht haben, es durch Semen zu erfahren." Semen wird die Geheimnisse seines Herrn an Niemand verrathen." Vielleicht doch mir...." sagte die Dienerin errathend. (Fortietzun? folgt.) im D o ch t n a 3. Herr Schultze: Gnädiges Fräulein, liegt Ihnen sehr viel daran, einen anderen Namen zu bekommen?" Fräulein Schulze: Ich verstehe nicht, wie meinen Sie da? Herr Schultze: Nun. sonst würde ich Ihnen nämlich meineHand zum Bunde bieten. Sie gewinnen, dadurch immerhin ein kleines t". ' , , Die Prädikate. Junggestlle: Ja ja, man wird all!" Sein Freund: Sie brauchen doch noch nicht zu klagen, Sie sehen doch wie ein Dreißiger aus.". Junggeselle: Was meincn Sie wohl: wenn ich geheirathet hätte, könnte ich heut schon eine scheidungsfähige Tochter und einen pleitefähigen Sobn bab?n!" '.

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