Indiana Tribüne, Volume 25, Number 157, Indianapolis, Marion County, 24 February 1902 — Page 7
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Slavische Leidenschaft. Roman von Tanicl Lesueur. (Fortsetzung.) Der traurige, wenn auch ehrerbieti?: Vorwurf, der aus diesem Blick lorach. brachte den Vorstand der Dritten Ab. theilung" denn doch etwas außer Fassung. Er hatte in Schlachten, bei Ver schwörungeu .und Aufständen diesen nadilichen Seinen die gefährlichsten Thaten und die grausamsten Handlungen verrichten sehen, ohne daß dieser auch nur mit der Wimper gezuckt hätte. Zum ersten Mal-bemerkte er nun auf Kiesen stumpfen, verhärteten Zlizen Mißbilligung und Mitleid. Etn?as wie SÄamrothe flog über das Antlitz Miranoffs. ..Es ist nichts.... sie ist nur ohnmächtig...." sagte er auf russisch und mit einer gewissen Mile im Ton. Trage sie in ihr Zimmer und vertraue sie Maschas Sorge, an.... Dann komm sofort zu mir zurück!" Er blickt starr und finster auf den leblosen Körper. den Semen nun mit der zartesten Fürsorge aufhob. Nadjas Augen waren noch immer geschlossen, und sie .sah so weiß aus wie der Sammt ihres Gewandes, aber auf den bleichen Wangen waren einige blutunterlaufene Stellen sichtbar. Ter Muschik trug sie weq. indem er mit vem linken Arm ihren Kopf stützte, von dem die schweren Haare ausgelost herniederhingen; es war, als bringe er ein schlafendes Kind zu Bette.,, Als er in's Zimmer seines Herrn zurückkehrte, kam Miranoff eben mit einem Brief zu Ende, den er mittlerweile geschrieben hatte. Schicke diesen Bri:f sofort dem Herrn Marquis von Br6naz, Rue de Babylone," sagte er, während er die Adresse schrieb. Der Graf siegelte den Brief mit seinem Wappen, stand auf und trat auf Semen zu. .Merke, was ich Dir sage, mein Junge, ... ich werde mich schlagen!" Diesmal zuckte der Muschik nicht mn der Wimper.. Wohl verehrte er seinen H:rrn mehr als irgend etwas in der We.lt, selbst mc.hr als seinen an's Kreuz geschlagenen Heiland, und trotz des Mitleids, das er eben empfunden hatte. würde er sem Leben tausend Mal für Nikolaus Feodorowitsch dahingegen haben. Aber em Duell war Soldaten sache, und bei diesem Wort zitterte man so wenig als vor einem Kartätschenschuß. Uebrigens stand es. für ihn fest. daß sein General siegen wurde, wie immer Semen setzte unbegrenztes Vertrauen in feinen Helden. Ja. fuhr der Graf fort. u& werde mich schlagen, und Du sollst einer meiner Zeugen sein." Der Gras empfand sur denMu chll dasselbe abergläubische Gefühl, wie d:ezer sur ihn, und betrachtete Semen als eine Art Fetisch. Ja. wiederholt; er. als er sah. w:e sein alter Husar sich plötzlich einen Ruck gab, Du sollst einer meiner Zeugen se:n. Seit unser Vaterchen d:e Lerbeigenschast ausgehoben hat, bist Du ein. freier Mann, und Du hast mehr Treue, mehr wahre Ehre, als mnn Gegner. Du verstehst Dich ans Waffen so gut wie ich tobst: kurzum, ich weiß, daß man in Deiner Anwesenheit keine Lerrathe! versuchen kann Aber Exzellenz," wagte Semen, der im Lauf seiner Dienstzeij mit den Vorschritten zur Reguung von Ehrenhan deln vertraut geworden war, schüchtern einzuwenden, man muß doch mit den vornehmen Herren verhandeln, die die Angelegenheit beizulegen versuchen wer den." Miranoff schüttelte den Kopf. Und wenn der andere Zeuze von Erzellesz nichts mit einem armen Muschik zu thun haben will?...." Ach was sagte der Graf ungeduldiz. .her andere Zeuge kommt nicht in Betracht...-. finden jWr noch irgend einin, und? tV!NN wir nur elniN Vorübergehenden auf der Straße auflesen". " TSinc halbe Stunde später laZ der Marquis von Vrönaz folgenden Brief: Mein Herr!' Sie sind ein Verräther und ein Feiglinz.' Sollte diese meine Meinung von Ihnen Sie nicht veranlassen, sich mit mir zu schlagen, so w:rde ich meine Worte so bald als möglich össentlich wiederholen. Sollte auch dies- noch nicht genügen, so werde ich Sie wie einen Bedienten durchprügeln. Bestimmen Sie die Massen, aber lichten Sie sich darauf , in, 'daß es ' ein Zmeilampf auf Tosend Leben wird. Einer von uns m5tz auf dem Platze bleiben. Miranosf Angesichts der empörenden Aus drücke, in denen di? Herausforderung abgefaßt war, fühlte sich Hubert w erster Linie von intz blutdürstiger Wuth erfüllt; seine zweite Empfindung aber war eine tödtlche Angst und Iln ruhe um Nadja. Auf eine Visitenkarte schrieb er: Mein Herr! In einer Stunde werden mein? Zeugen bei Ihnen sein und sich de,' Ihrigen zur Verfügung stellen.Dann versiegelte er die Karte ir einem Briefumschlag, und ließ sie den Diener des Grafen" übergeben, der ir der Vorhalle auf Antwort wartete. Sofort anspannen lassen!" besah: Hubert seinem Kammerdiener . Dörch einen glücklichen Zufall war dies s&. cesckeben. und der iua:
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ivta.in uauuj.; i.ui i:i j iui ivu.. springen. ' Eine- Stunde war seh? knapp.-um die Zeugen für dies sonderbare Duell aufzutreiben. ' Welmann, öcr Korrespondent du London Hcrald," zu dem Vr6naz zuerst ging, weil er ihm am' nächstes wohnte, weigerte si5? sofort: War tod cr.es gewesen, de: seiner Zeit im Spiel saal von Monte Carlo die beiden uy ner miteinander bekannt gemacht hatte Er konnte ihnen nun doch unmöglic-' helfen, einander die Hälse zu-brechen Gleichwohl empsand der skeptische He: im Grunde ein lebhaftes Bedauern, t nem Blatt nicht einige Aufsehen er-' regende Notizen eines Augenzeugen" liefern zu können. - Er verrieth ab:: nichts von diesem Gefühl, sondern b gnügte sich damit, die Achseln zu zucker und zu bemerken: Ah so!....Di: schöne Gräfin! Na, ich habe ii Ihnen ja vorh:r gesagt!" Es handelt sich dabei nicht um sie," entgegnete Hubert in einem Ton, bei dem das spöttische Lächeln des Anden sofort verschwand. Mein Wort darauf, es handelt sich nicht um sie, sondern um Meinungsverschiedenheiten in politischen Fragen." ' Auch bei anderen Freunden fand er dasselbe flüchtige und doch so vielftn'..- fAiif i .. i TTtv. 'sagende Lächeln. Zwei hegten Bedcn ken, etn.todtliches Duell zu veranstalten, ohne die Ursache des Ehrenhandels zu kennen und ohne .die mindeste Aussicht, die außergewöhnlich scharsen Bedingungen mäßigen zu könnend Die nächsten Freunde und Altersgenossen des Marquis. Männer aus seinen Gesellschafts kreisen, waren Offiziere, und an diese wandte er sich gar nicht, weil er wußte, daß sie ihrer Stellung verlustig gehen konnten, wenn sie ihm gegen diesen berühmten, alten russischen General als Zeuge dienen würden. Im letzten Augenblick besiegte indessen die Sorge um seine gefährdete Ehre die Bedenken eines seiner Vettern, des' Vikomte von Br6naz-M6rignac, eines jungen Athleten der, vornehmen Gesellschaft, der von der Fülle seines Verstandes nicht gerade belästig! wurde, und der sein Leben zwischen dem Turf, , den Fechtböden und den Arenen der Jahrmärkte vertheilte. Hubert brachte ihn zu dem zugänglichsten seiner beiden Freunde, die zuerst ihre Mitwirkung rundweg verweigert hauen, und nun lie sich dieser nun auch noch bereden. Nach Hause, Prosper! Und zwar so rasch als möglich." befahl Hubert seinem Kutscher, nachdem seine beiden Zeugen in seinen Wagen eing:pieg:n waren. Ich werde Ihnen in einem Fiaker folgen, meine Herren." Als er nach Hause kam. hatten sich die vier Zeugen, die am Eingang zu sammengetrossen waren, schon iu der Bibliothek eingeschlossen, und Hubert ließ sich, um sie zu erwarten, im Rauchzimmcr nieder. Er starrte auf eine Zeitung, ohne sie zu lesen. Draußen fiel plötzlich der Schnee in dichten Flocken auf das trübselige Gärtchen. in dessen Mitte sein Palais stand. Er häufte sich am Fuß der Gartenmauer und zwischen den Ranken des üppigen, schwärzlichen Epheus, aber auf der Wiese, auf dem fahlen Winterrasen zerschmolz er sofort in der Nässe. Rasch und still breitete sich die eisige weiße Decke über die abgestorbenen, verschnittenen Hagcbuchcnhecken und über den h. la Watteau zurechtgestutzten Hain, an dem nichts Grünes war, als Moos und Flechten, es war ein trübseliger Anblick, der auch das mu thigste Herz bedrücken konnte. Hubert bebte bei diesem Anblick zurück, als er an's Fenster trat. Zum Teufel!. ... Ist das ein greu licheö Wetter!.... Wir werden uns kaum im Freien schlagen können!" Ein Diener öffnete die Thüre, und die Zeugen des Marquis traten ein. ; Weißt Du." begann der Bikomte von Brnaz-M6rignac, mit welch merkwürdigen Zeugen wir zu- thun haben? Der eine ist eine Art Wilder und spricht kaum ein paar Worte fran zösisch. Der andere ist etwas besser, pnd gh'ört d-r russischen Gesandtschaft an', äbcr. ..." Was lieLi an den Zcüzen!" unterbrach iln Hubert ungeduldig. Die STlche liegt doch so einfach, daß...." O. sie haben alle unsere Vorschläge angenommen. Ich hatte auf Wider-1 sprucy geyosst Warum?" Weil das. was Du verlangst, ja entsetzlich ist!.... Dies Pistolenduell auf fünfzehn Schritt Distanz!.... Einer von Euch Beiden wird den Anderen einfach morden!"' Wer weiß?...." sagte Hubert mit einer gekünstelten Heiterkeit, die un heilverkündend ' klang. Wenn wir gleichzeitig schießen, so morden sich sielleicht Beide gegenseitig." Dann fügte er hinzu: Das wäre übrigens die, allerpraktischste Lösung'" Die 'beiden Zeugen wollten noch' wet ter in ihn dringen, aber Herr von Br6naz lenkte die Unterhaltung auf daö Schneewetter, das einen Zweikampf im Freien unmöglich mache. Sein Vetter theilte mit, daß im hin terflen Theil des ParkeS von Samt Eloud. der durch eine Bahnlinie von dem Haupttheil abgetrennt worden sei. eine Anzahl Gebäude stünden, welche ie Verwaltung versallen lasse. Es sind alte Hundeställe, di noch oon Napoleon III. herrühren; auch be findet sich ein dreißig Meter langer schuppen dort, in dem ich einmal einen Schießstand eingerichtet habe. Der Parkauffeher' kennt mich gut., und ich werde dafür Sorge tragen, daß er nicht in der Nähe ist." Hubert meinte, es werde nickt notbia sein lo .weiweaiuaren. uud lcklua !
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vor, jicy in einer MtoaSn einzuschlie ßen. Nein, das ging doch nicht da; ,haöe der Zweikampf zu ernsten Eharakter. denn wenn der erste Kugelwechsel erfolglos blieb, so sollte man ja weiter kämpfen. Ueberall war man einer Störung ausgesetzt oder lief Gefahr, Jemand bloßzuftellen und verfrühten lü-tthelwngen und ungeschickten Zeuzenaussagen preisgegeben zu werden. Da es bei den kurzen Tagen zu spät geworden war, um sich sofort an den bestimmten Ort zu.begeöen, wurde die Zusammenkunft aus den nächsten Vormittag zehn Uhr. herabredet. Nun begaben sich oie Zeugen Huberts wieder zu denen Miranoffs in die Bibliothek, und bald danach verließen alle Vier das Haus. - , . , Am Finster des' Rauchzimmers lehnte Hubert in einem Sessel und überlegte. Er starrte auf die beweglichen weißen Linien, die der Schnee durchden grauen Dezembernebel zog. Ein . schweres Schweigen lag ringsum. Aus dem Hintergrund des Gemaches, zwischen den niederen Divans und den Waffen und Rüstungen, mit denen die von gepreßtem Leder bedeckten Wände geschmückt waren, krochen die Statten hervor und verdichteten sich, immer mehr bei der früh hereinbrechenden Dunkelheit des trüben Winterabends. Es war eine jener Stunden, in denen geheimnißvolle Empfindungen die Seele erschauere machen, und wo man sich an kängst vergangene Dinge zurückerinnert, än Dinge, die man ehedem geliebt zu haben glaubt, lange, lange ehe man begönnen hat. den Traum des Lebens zu träumen. Der helle, schluchzende Schlag einer kleinen Standuhr ließ sich vernehmen. Morgen?.... Um diese Stunde?" flüsterte Hubert. Und dieser melancholische Gedanke hatte einen eigenen, schmerzlichen Reiz für ihn. Aber er raffte sich auf und machte sich die Gleichgiltigkeit, die sich seiner bemächtigen wollte, als eine Art Feigheit zum Vorwurf. Ich muß mir doch," dachte er, eine Verhaltungslinie vorzeichnen. Was soll ich thun, wenn Miranoff zuerst schießt und mich . . f rtin r Tv i"Li,nji verseile t?ou icy irm looren? Vorhin, als seine Zeugen so unverblümt von Mord" gesprochen hatten, war er entschlossen gewesen, in die Luft zu schießen . und sich von Miranosf todten zu lassen, denn wiederum lehnte sich sein Empfinden dagegen auf, dem Gatten Nadjas freiwillig den Tod zu geben und durch diese Leiche ein ewiges Hinderniß zu errichten zwischen sich und dem Weib, das er liebte. Bei näherer Ueberlegung fand er aber, daß dies Verfahren etwas romantisch und kindisch aussah, ja sogar an's Lächerliche streifte. QzZ- ist schon recht. Edel manu.zu sein, aber in erster Linie muß man wissen, ein Mann zu sein Endlich kam, er zu folgendem Entschluß: Sobald das Zeichen gegeben war, wollte er so rasch als möglich zielen und versuchen, Miranoffs rechten Arm zu treffen. Bei der absoluten Sicherheit seiner Hand und seines Uuges, glaubte er, seinen Gegner entvaffnen zu können, noch ehe dieser schoß. Verwundete er ihn ernstlich oder kam ihm der Graf zuvor, so war dies. eben ein schlimmes Verhängniß.. aber er. Hubert, hatte doch, so weit es unter diesen Verhältnissen möglich war, gethan, was er Nadja und sich schuldig war.. . - . Er schrieb diese. Absicht nieder und adressirte das Vriefchen an seinen Vetter, mit der Bitte, es nur im . Falle seines Huberts Todes zu öffnen und dann den Inhalt im Geheimen der Frcm Gräfin von Miranoff zukommen zu lassen. Seine geschäftlichen Angeleaenbeiten waren alle in Ordnung. Er schrieb keinen weiteren Brief mehr. Am nächsten Morgen trafen die Wagen der beiden Gegner fast gleichzeitig an dem außer Gebrauch gesetzten rostigen Thor ein, das das Stück Wald abschloß, von bem Herr von BrönazMrignac gesprochen hatte. Der junge Mann sprang aus dem Wagen und benutzte ein kleines, Nebenpsortchen, um den Parkausseher zu suchen, der das Hauptthor öffnen sollte. Es schnute Mt mehr; .durch den dichten. Nebelschleier drang sogar ein rosiger Schimmer, der das AufgeZett der Sonne zu verheißen schien. Die Landschaft aber lag unter einer dichten Hülle von Schnee; . die Pferde versanken bis an die Fesseln in diesem kalten Teppich. Man wartete einen Augenblick, dann erschien Herr von M6rignac wieder, beleitet vn einem Mann in Uniform, der ein finsteres, verlegenes Gjejuq, machte. " Er sagt." rief der Vikomte schon von Weitem, er wolle uns wohl hineinlassen, aber er könne das Thor nicht für die Wagen öffnen." - Wissen Sie." sagte der Aufseher, an den Wagenschlag tretend, aus dem Br6naz heraussah, ich kann wohl thun alZ ob ich zufällig sehr früh ausgegangen wäre, aber das Thor kann nicht thun, als ob eö sich selbst geöffnet hatte." Sie bekommen dafür, so viel Sie wollen!" sagte Hubert. Zum Kuckuck auch," entgegnete der Mann zögernd, ich würde' meine Stelle verlieren, und zwar eine sehr gute Stelle!" . Herr von Miranoff sprang auS dem Wagen. Ach, Du lieber Gott!" rief er. Dann gehen wir eben zu Fuß! Was kann uns das bischen Schnee denn ausmachen?" Alle : folgten ihm, und man schritt durch die kleine Pforte. Die Zeugen trugen die ViÜolenkasten. und der Aul
suchte sein Besteck unter seinem Pelz
mantel zu verbergen.. Man verfolgte einen schmalen FußsteiF zwischen den Bäumen und der Mauer den kürzesten Weg zu den alten Hundeställen des Kaisers, wo der Zweikampf stattfinden sollte. Aber auf diesem geschützten Pfad hatte der Nachtwind stellenweise den Schnee zu Haufen zusammen geweht, und die Zeugen mit Ausnahme von Semen beklagten sich leise. Der russische Gesandt schafts-Attachee brummte unverständliche Verwünschungen vor sich hin. Etwa hundert Meter vom Eingang stieß die kleine Gesellschaft auf' eine Mauer, um die sie herumging. Und dann standen die Herren i.n einem, langen, bedeckten' Raum, dessen Dach auf einer Seite an Stelle einer Mauer, die . w-. . i. . vuuciaji niemals ooryanoen gewesen war, von Balken aestükt wurde. Es war völlig hell darin, denn von außen leuchtete der Schnee herem und von innen oerorenele oer von oen zandun'gen abbröckelnde Kalk eine gewisse Helle; der gestampfte Lehmboden war völlig trocken. Einer der Zeugen bemerkte: Der Raum hier ist ganz geeignet!" Und als eine kleine Zögerung eintrat, weil sich Jedermann umsah, wurde der Graf wieder ungeduldig: Bitte, machen Sie voran, meine. Herren!.... Man friert ja an! Wir wollen doch hier nicht über Nacht bleiben!" Unheilverkündendes Wort! Vielleicht legte sich doch Einer hier zu dem Schlafe nieder, von dem man nicht mehr erwacht! Man zählte die Schritte ab und der loste die Waffen. Als Alles bereit war. zogen . Miranoff und Brönaz ihre Mäntel aus. Beide waren im Gebrock. Herr von Brönaz wunderte sich, daß ihm sein Gegner heute weniger wuchtig vorkam, als gewöhnlich. Sein rascher Blick nahm ein neues Maß von der breiten Brust des Grafen. Hubert dachte nicht an das Panzerhemd, das Miranoff sonst als Schutz gegen die Reoolverkugeln der Nihilisten zu tragen pslegte. für heute aber abgelegt hatte. Im letzten Augenblick, als man nur noch auf. das Zeichen wartete, machte Semen darauf aufmerksam, daß hinter seinem Herrn ein großer, senkrechter Balken aus der Mauer hervorragte, der dem Marquis von Br6naz jbas Zielen erleichtern konnte. Man brauchte eine gute Minute Zeit, um die Gegner auf's Neue zu stellen. Hubert, der mehr an das Klima der heißen Zonen, als an den Winter des Nordens gewöhnt war, fühlte, wie seine Finger, die die Masse umschlossen, ansingen, kalt und steif zu werden, und es fror ihn bis auf die Knochen in seinem dünnen Gehrock, unter dem er nur em ganz dünnes, feines Hemd trug. Sein Blick hing fest an dem rechten Arme Miranoffs,. an. der Mittellinie dieses kräftigen Armes, da, . wo seine Kugel den Knochen zerschmettern sollte. In Gedanken studirte er die Bewegung, dje er im nächsten Augenblick machen mußte. Er war ein seiner selbst so sicherer, Schütze, daß er zu sich sagte: Wenn ich ihn fehle' so ist nichts daran schuld, als diese verwünschte Kälte Endlich wurde das Zeichen gegeben. Beide Pistolen wurden zumal erhoben, und die zusammengekrampften. Herzen der Zeugen hatten kaum wieder, zu schlagen begonnen, als auch schon der erste Schuß ertönte. . .. . .. Herr von Brönaz hatte geschossen. Miranoffs rechter Arm sank mit einem plötzlichen Ruck . herunter und seine Pistole kollerte auf die Erde. ' Geben Sie mir eine andere Pistole," sagte er, ohne sich vom Platz zu rühren. diese wird unbrauchbar geworden sein." (Fortsetzung folgt.) Von der Strafkammer in Breslau wurde der.Arbeiter Poleschke wegen Betruges zu 1 Jahren Gefängniß verurtheilt. Als per Verurtheilte abgeführt werden sollte, zog er einen. Revolver, um auf die Richter zu''chen; ein Gerichtsdiener entriß ihm zedoch di Waffe, ehe er Unheil anrichten konnte. Aus dcr Strafanstalt für Frauen in Smolensk flohen zwei schwere Verbrecherinnen , unter ganz romanhaften Umständen. Sie überfielen die beiden Aufseherinnen, übnwältigten und ermordeten sie, kleideten sich darauf von Kopf, bis zu den Füßen in deren Anstaltstracht, vergaßen auch nicht, sich die goldenen Ringe und Uhren der Getödteten anzueignen, und verließen das Gefängniß vom Thorhüter unter den devotesten Grü ßen hinausbegleitet. Es ist bisher nicht gelungen, die Spur der Flüchtigen zu entdecken. Traurige folgen hat der Zusammenbruch eines Geschäftes in Berlin gehabt. Der 72 Jahre alte Kaufmann Kaskal Markus -betrieb seit 40 Jahren eine Strohhut - Großhandlvng, früher in der Wall- und RungeStraße und seit zwei Jahren in der Alexanderstraße 35. Eö ging in den letzten Jahren so sehr zurück, daß sich vor einem halben Jahre Frau Markuö im Alter von 66 Jahren aus Rahrungssorgen das Leben nahm. Der alte Mann bewohnte seitdem - in der Kurzestraße 14 ein möblirtes Zimmer. Er suchte das Geschäft noch aufrecht zu erkalten, sah sich aber unmibar vor der Nothwendigkeit, den lÄ?ncurs an zumelden. Um den Zusammenbruch nicht zu überleben, erhängte er sich in seinem Comptoir. - . ,
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