Indiana Tribüne, Volume 25, Number 155, Indianapolis, Marion County, 22 February 1902 — Page 7
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Slavische Leidenschaft.
STcman von Taniel Lcsmur. (Fortsetzung.) ' ich Jyuen mitzutheilen fjafce, ist von höchster Wichtigkeit, aber ich bin überzeugt, daß die "Sache nicht so schrecklich ist. als sie aussieht.... Ohne Zweifel handelt es stch nur um eine in jugendlichem Leichtsinn begangene unüberlegte Handlung, zu der eine alte Freundschaft die Veranlassung- gab In seinem Bestreben, den Schlag zu mildern, stellte der Präfeit, ohne es zu wissen, die Thatsachen so dar, wie sie sich in Wirklichkeit verhielten. Nikolaus Feodorowitsch. dessen qanzer Niesenleib sich förmlich in den obliaaten rothen Sammt-Fauteuil der offiziellen Zimmerausstattung verkrochen hatte, betrachtete, den Hals etwas vorstreckend, mit zusammengezogenen Brauen und spöttischem Blick den Vorstand der französischen Polizei, der glaubte, ihm gegenüber oratorijche Vorbereitungskünste nöthig zu haben.... lhm gegenüber, ihm, dem früheren Oberhaupt der Dr tten Sektion dem alten Richter, der itnsterpe Unthat n ich längst über die cht mehr verwunoeite. .Herr General fuhr der Präfekt fort, er gab ihm seinen militärischen Titel, als ob er dadurch all seine Tapferkeit und all seinen Stolz' wachrufen wollte ich beschwöre Sie. ruhig zu bleiben und kaltblütig zu untersuchen... Angesichts des v?rächtlichen Lächelns und Achselzuckens Miranoffs brach er ab. Lassen Sie mich nur noch ein Wort hinzufügen fuhr der Präfekt dann fort. Außer mir kennt Niemand den Inhalt der Papiere, die ich Ihnen vorlege .So lassen Sie sie mich doch sehen sagk der Graf mit einer gewissen Ungeduld. Kennen Sie diese Handschrift, Herr Graf?" Es war eines der Briefchen der Gräsin. das franzosisch geschrieben war und begann: Melne heißzeliebte Sonia.. . In 6en letzten Minuten hatte Graf Miranoff. der wußte, daß er die Zielscheide des glühendsten Hasses war. sich auf Alles gefaßt gemacht, 'hatte mit allen Möglichkeiten und Unmoglichkei ten gerechnet, selbst mit einer Ungnade des Zaren, selbst mit einer Verräiherei seines Dieners Semen kurz, mit Allem, außer mit dem, was er nun sah. ... i Die Erschütterung war um so fürchterlicher, als er versuchte, sie zu reroergen. vsx macyle nur eine einzige leichte Bewegung: als er fühlte. fca& das Paprcr in seiner Hand zitterte, stützte er den Ellbogen auf die Seitenlehne des Sessels. Sein Kopf bewegte sich nicht, und er glaubte, sein Zesichi sei unverändert geblieben. Aber auf diesem steinernen Gesicht, das eine grünliche Färbung angenommen hatte, bemerkte der Präfekt mit . Schrecken schwere Schweißtropfen, die ' von den Schläfen über die Wangen rieselten; es schienen entsetzliche Thränen, zu sein, die die gequälte Seele durch die Haut weinte, während die Augen trocken blieben. Noch nie war der Präfekt Zeuge eines so ungeheuren Schmerzes wesen. Tief erschüttert wandte er sich ab. aber r mußte die moralische Kraft Miranoffs bewundern, alö dieser ruhig bemerkte: .Für wessen Hand-, schrift halten es denn Sie. Herr Präkelt?" . Dieses Brieschen war allerdings nicht unterzeichnet, aber es war auch nicht das einzige. Es war ein Blatt vorhanden, auf dem die Fräulein Kawetschin versprochenen Summeu verzeichnet standen; dann war aucy oer erste Brief vorhanden, in dem Nadja ihrer Freundin den Marquis von Br6naz empfahl, und für ihn so viel Vertrauen forderte, wie für sich selbst. . Am Schluß dieses T:iefes stand klar und deutlich zu lesen: Nadja von Miranoff. . Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, ergriff der Präfekt das auf seinem Schreibtisch liegende kleine Bündel und überreichte es dem Grafen; dann schützte er ein dringendes Geschäft rcr. bat ihn, eien Augenblick zu entschuldigen. und li:ß Miranoff allein. Als er ach einer Viertelstunde zurückkam, war er neuaieria. ob er den Aussen noch vorfinden würde und ob dieser die Papierc inzwischen nicht hatte verschwinden lassen, indem er sie einfach im Kamin verbrannte. Hatt: der Graf denn nicht begriffen, daß man ihm die Gelegenheit dazu absichtlich bieten wollte? Miranoff war noch da und hielt die Papiere unversehrt in den Händen. Der Ausdruck qualvollster Angst war von seinem Gesicht verschwunden. Wohl waren Stirne und Wangen, von ungewohnter Blässe bedeckt, doch war es nicht mehr die fahle Leichenbl'ässe, die vorhin die doch nicht allzu empfindlichen Nerven des Polizeivorstandes angegriffen hatte. .Herr Präfekt fragte der Graf, .hat man noch lvcitere Papiere bei Fräulein Kawetschin gefunden?.Ja. noch einige. Herr General, aber sie enthalten nichts von Wichtigkeit .Wollen Sie sie mir zeigen?" .Hier sind sie entgegnete der Präfekt, indem er sie aus einer Schublade nahm. Ein grausames Lächeln flog über die Züge Miranoffs, als er einen Plan seines Val.'.-inen Grundriß des
Wintttrialastes'unö'den Entwurf tintZ
Ausrufes, der eine Art Slaubcnöbelenntniß enichielt. durchsah. .Das genügt flüsterte er. Der Präfekt wunderte sich im Stillen über dieses Wort. Der Aufruf war sehr maßvoll gehalten, unö was koirn ten die Plane beweisen? Man konnte sie ebenso gut entworfen haben, um mit ihrer Hilfe ein Verbrechen zu verhüten, als um eines zu begehen Seiner Ansicht nach mußte die vorsichtige War nung von Sonia ausgegangen sein. Ich glaube. Her? General sagte er, .daß dies Mädchen Sie gerettet hat. Allerdings bin . ich auch der Ansicht, daß sie die Schuldigen kennt, da sie ja von ihren Absichten unterrichtet war und deren Ausführung verhindert hat .Bringen Sie sie zum Reden .Wir yaben keine Folter mehr, der sie übrigens auch widerstehen würde.... Sie kennen sie nicht?" ' .Nur oberflächlich .Wollen Sie Fraulein Kawetschin vielleicht selbst verhören?" Miranoff lehnte dies Anerbieten ab. Bei dem Wort .Folter hatte er grausam und räthselhaft gelächelt. .Herr Präfekt, machen Sie sich lim 'dies Mädchen keine Sorgen ehr sagte er etwas verächtlich. .In wenigen Tagen wird sie in Rußland sein. Ich werde meine ReaKrung sofort veranlassen, ihre Auslieferung ,zu verlangen Der Präfekt erklärte, daß er mit Fräulein Kawetschin nichts mehr zu thun habe, da sie zur Verfügung des Gerichtes gestellt worden sei. Von einer Stunde zur anderen könne ihre Entlassung eintreten, da durch die Untersuchuug kein thatsächlicher Beweis gegen sie erbracht worden sei. .Ich möchte Sie nur noch um einen Dienst ersuchen begann Miranoff wieder, .lassen Sie sie überwachen, damit Ihnen ihr Aufenthalt bekannt ist, wenn meine Regierung von der 5hren die Auslieferung verlangt Das war leicht zu machen, und der Präfekt bezeugte seine Bereitwilligkeit. .Was die Papiere betrifft, die ich Ihnen übergeben habe fügte der Beamte in allzu nachlässigem Tone, der seine Verlegenheit nur, schlecht verbarg. hinzu, .so überlasse "ich Ihnen qerne alle, die einen rein privaten Charakter tragen; aber was wollen wir mit den anderen machen? Sollen wir sie verNichten?" .Die anderen? Diese beiden Plane und der Aufruf?" .Mein Gott.... ja! Es ist auch ein Ueberschlag da.... glaube ich.... kurzum. .Herr General, Sie verstehen?... Der Präfekt empfand ein dumvseL Unbehagen unter den finsteren Blicken Miranoffs. Was würde dieser schreckliche Mann noch Alles von ihm oet? langen? That er nicht icfei schon freiwillig das beinahe Unmögliche für ihn? .Herr Präfekt erklärte Miranoff .ich bedarf dieser Papiere, hauptsächlich ist es mir um die beiden Pläne und den Aufruf zu thun. Ich werde sie nach Petersburg schicken, an die Richter. die Fräulein Kawetschin den Prozeß machen werden... - Den Prozeß?.... In Petersbürg?! Dann iö sie ja verloren!" .Das will ich hoffen!" bestätigte Miranoff kaltblütig. .Aber, Herr Graf.: . . sie ist an dem Mordanschlag nicht beteiligt.. . . Ich ... jr .. . moccic eyer giauoen.... , .Sie ist der Verschwörung schuldig.! .Das hiesige Gericht erhebt keine Ve schuldigung gegen sie!" .Hat das hiesige Gericht Kenntniß von diesen beiden Plänen und dem Aus ruf gehabt?" .Nein," entgegnete der Präsekt. Dann aber fügte er entrüstet hinzu: .Sie wissen sehr gut, Herr General, welche Gründe mich veranlakt baben. diese Papiere geheim zu halten. ' Miß brauchen Sie sie nicht, um GotteZ Willen!" Mlranoff reichte sie ihm nebst den Briefen seiner Frau zurück: .Legen Sie die Papiere in dle vände des Unter suchungsrichters, mein Herr, oder lassen Sie mich davon Gebrauch machen, wie ' r i r c m icg es ui qui sinve. Da der Präfekt in seiner Verblüfft heit keinen Finaer rührte, um sie zu ergreifen, setzte der Russe hinzu: .Aber lassen Sie sich nicht etwa einfallen, sie zu vernichten! Das würse ich niemals dulden!" Der Präfekt versuchte sich aufzulehnen. .Sie zwingen mich also, deutlicher zu werden, Herr General, und das iu für uns Beide gleich peinlich. Ich habe , r-ir: ji.o o, Ji.1ticniciici pcljvittlll,es Nieree U Fräulein Kawetschin Aber schliek lich wird durch diese Schriftstücke doch nicht t allein bloßgestellt.... Warum soll nun sie allein dafür büßen?" Er hielt inne. Miranoff hatte sich zu seiner ganzen eisigen Höhe aufgerichtet, das Gesicht war auf's Neue fahl geworden, und der darin erscheinende Ausdruck unter drückten Leidens und niedergehaltener tm.-ic . r:?j-i- f 1 . . uuiq war surazieriia). i&tint stimme, die er vergeblich zu beherrschen suchte, nanq raun uns yeljer..Ach so! Ihnen ist es um Geretis keit zu thun!. .... Nun. da können Sie ganz ruhig sein Gerechtigkeit wird geübt werden!.... Ach so! Das macht Ihnen Sorge Sie haben geglaubt. Nikolaus Feodorowitschs Seele könne der Nachsicht zugänglich sein und Verzeihung gewähren... Der Präfekt fühlte, daß die Angelegenheit sich noch mehr zu verwickeln begann. ?enn er noch weitere Verl mittelunasrlucke. me lo mütht
Sstfönett "i:ia.-qcn, daß er die 'Papiere
n unterwDunsaNen Fräulein Kaetsckins beileae und der Sacke ftttri Lauf lasse. Dadurch kamen dann unter umstanden die Gräfin von Miranoff und der Marquis von Vrnaz nebenlnancer auf die Anklaacbank zu Rr-.en. lith er aber dem früberen Vorstand der .Dritten Abtbeiluna" völlia freie Hand, so war von diesem durch seinen WH yingermenen Politiker und von iesem Gatten, der sicb läckerlicö aer- 't alaubte. irgend eine dunkle, lragl,a?e actze zu befürchten. 4 5Coaj momte geschehen, was wou t o viel war dem Vräsekten klar, dan er dk kommenden Ereignisse wohl noch meyr verwickein, sie aber unmöglich meyr aufhalten konnte. Miranoff wußte Alles, und wer konnte dcn Russen verhindern, zu handeln, wie er woulek v& war vesser, er ginz ganz allein vor. weniallens lk Eck diese Lösung mit der Staatsklugheit m ueoereinltlmmung ormgen, . und die französischen Gerichte kamen nicht in die Lage, einer befreundeten Regierung wegen zu große Strenge oder zu viel Nachsicht an den Tag legen zu müssen. .o soll er die Papiere behalten und sich zum Teufel scheeren sagte der Präfekt zu sich selbst. Nun wurde sein Ton oleichailtia und seine Redensarten alltäglich. Nachlässig ließ er die Worte .Beruhigung' . . . .vergessen' . . .fallen. und sprach davon, die Sacke niederzuschlagen. Miranoff verstand, und legte mit absichtlicher Langsamkeit die Papiere in sein Tafchenbuch; sein Be neymen fcyun sagen u wollen: .Ich halte Sie nicht für emen Verräther! Die Unterredung war zu Ende die beiden Serren trennten fies). Der Präfekt begleitete den Grafen bis an die schwelle des Aorzimmers, wo sie sich mit eisiger Höflichkeit voreinander verbeugten; keiner von Beiden dachte daran, dem Anderen rne Hand zu reichen. XIV. KapUel. .Mich rächen! . . . strafen!" sagte Miranoff zu sich selbst, während ihn seine ukrainischen Traber mit schwindelerregender Geschwindigkeit durch die Avenue des Champs Elhses nach seinem Hause brachten. Trotz der ziemlich scharfen Kälte benützte der Graf seinen offenen Wagen, und fuhr selbst. Ein wundervolles Bärenfell bedeckte ihn . zur Hälfte, und um die Schultern trug r einen Zobelkragen. Es war um die Mittagsstunde eines trüben, grauen Dezembertages. Einsam'und traurig zog sich die Avenue nach dem .Are de l'Etoile- hin, auf dem schwere Schneewolken zu liegen schienen. Aber die über der ganzen Außenwelt ruhende Traurigkeit übte keinen Einfluß aus auf die leidenfchastlich erregte und gequälte Seele des Grafen; äußere Eindrücke vermoch ten den rasenden Schmerz dieses Mannes nicht zu vermindern noch zu steigern; sie drangen nicht bis in sein Inneres: er schaute um sich, ohne etwas wahrzunehmen. Seine gewaltige Persönlichkeit zog sich m sein einsames Selbst zurück, wie in einen Panzerthurm. In seine innere Qual mischte sich nicht die Spur von Rührung, nichts von jenem Mitleid Mit sich selbst, aus dem die Hälfte der menschlichen Leiden besteht, und daö sich m Schluchzen und Thränen Luft zu machen pflegt. Der Schmerz Miranoffs glich dem eines wilden Thieres; er fetzte 'sich um in wüthenden Zorn, in das unbezähmbare Verlangen, das erlittene Leid, über das er. innerlich brüllte, nach außen heimzuzahlen, und w einem plötzlichen Haß gegen das. was er bisher aeliebt hatte, und das er nun verlieren sollte. Seit einer Stunde haßte er Nadja. Von dem Augenblick an, wo er den Namen seiner Frau rn zweifelhafter Gemeinsamkeit neben dem des Marquis von Brönaz gesehen hatte, war ihm dies vorher als so köstlich geschätzte ? , kl . i2Kajopi eieiyasl uno loioerlvariig ge worden. Die Natur der gemeinfchaft lichen Beziehungen dieser Beiden bc kümmerte ihn nicht im mindesten, mochten sie verliebter oder politischer Art sein dies erhöhte oder verminderte seinen Grimm durchaus nicht, d:nn es war mcht Elfersucht, was ihn peinigt? Weder sein Herz noch seine Sinne er regten sich darüber und gaukelten seinem Geist thörichte Bilder vor. Er malte sich nicht aus, wie Nadia in Huberts Armen lag, und wenn er es je that, so litt er nicht körperlich darunter. Was bei ihm getroffen war, das waren der Stolz und die Herrschsucht. Diese Frau, die seine Sache war. die Im gehörte, die er aus dem Nichts hervorgezogen hatte, um it zur Gräfin 'jJiira noff zu heben diese Frau hatte ihn lächerlich gemacht, verhöhnt, verrathen! ....Sie hatte andere Bestrebun.'.en andere' Gedanken und andere Freuden gehabt als die. sein, Nikolaus Feooorowitschs, Eigenthum zu sein! Sie katte aewaqt. mit semen Feinden qemernschaftliche Sache zu machen! Sie hatte zu einem anderen Manne vertrauen , r i r . - c;; geyaol, vüllyqi gar ieoe sur lyn gc fühlt!.... Die geringste dieser That fachen schien Miranoff so ungeheuerlich ' r l. . n rr Ti rt ;js.i zu jctn, oaß vie llayiqril iqii NIU) mehr außer sich hätte bringen können als sein schlimmster Verdacht es that Und wenn er auch vielleicht im ö?and seiner Seele einen leisen Schmerz emPfand, wenn ihn die von seiner getäus chtenZuneigunz geschlageneWunde auch etwas brannte, so kräftigte doch seine Anstrengung,' diese, wie ihm schien, demuthiqende und kindische Em pfinduna, im Keime zu ersticken, seinen unbeugsamen Willen nur noch mehr. In dem Augenblick, wo er sein Pa-
lais betrat, rief die .Glocke zum Früh
stuck; es war etwas pattx als gewöhnlich, aber man hatte die Rückkehr deS Herrn abgewartet. . Miranoff stieg die Treppe hinan und traf auf dem ersten Absatz mit Nadia
zusammen, die in diesem Augenblick aus ihrem Zimmer trat. In dem Dämmerlicht des Dezembertages, das durch die bunten Fenster der Halle und die Fülle von grünen Pflanzen noch mehr abgedämpft wurde, schritt sie. in ein mit venetianlschen Spitzen besetztes weißsammtenes Hauskleid gehüllt, aus ihn zu. Jener unvergeßliche Abend hatte aus threm feinen Antlitz und hauptsächlich in ihren traurigen Augen einen, liebichen Ausdruck von Bestürzung zurückgelassen, und man konnte sich nichts Schöneres und Rührenderes denken als die Erscheinung dieser Frau. Trotzdem mußte Miranoff sich Eewalt anthun,, um sie nicht mit feine? schweren Faust niederzuschlagen. Statt , mrt der Hand, tut er nicht er hob, zerschmetterte er sie mit einem Blick. ' .Geh in Dem Zimmer zurück," beahl er so brutal, daß es wie eine Ohreige wirken mußte: .laß Mr Dein Frühstück auftragen, wo Du willst. Ich will allein essen r Er ging vorüber. . . . Mu starrem Blick, halboffenem Mund und an die Brust gedruckten Händen blieb Nadja hoch ausgerichtet .stehen. Einige Diener drehten stch nach ihr um und n An derer beugte den Kopf über das Treppengelander herab, um sie besser sehen zu können. Nun aber schien m dieser zart oraanisirten Frau, die schon seit Wochen von tausenderlei Befürchtungen und Aengsten gequält worden war. etwas zu zerspringen. Ohne zu wissen, was sie that, stürzte sie, um einer unertraglichen Empfindung zu entfliehen, nach dem Zimmer ihres Gatten. Sie, die bisher nie. hier eingetreten war, ohne sich vorher anmelden zu lassen, stieß nun die Thüren auf und schob mit ihren schwachen Händen den riesigen Semen beiseite.' Sie drang bis ms Schlafzimmer vor, erblickte Miranoff, brach in die Knie und rief mit schluck zender, erstickter Stimme: .Todte mich:.... Ja: Laß mich um Gottes Barmherzigkeit Willen sterben!-.... Miranoff. der seinen Straßenanzug eben mit einem bequemen Hausrock vertauscht hatte, nahm Sornas P aprere aus seinem Taschenbuch. Es war kein Diener da, denn nur Semen durfte sich dem. Grasen nahern, und der Mufchik hatte sich aus Rücksicht zurückgezogen. .So tödfe mich doch!".... wiederholte Nadja ganz außer sich, denn aus den Augen ihres Gatten glühte ihr cm solcher Haß entgegen, daß ihr ein rascher Tod Allem vorzuziehen schien, was sie noch von diesem fürchterlichen Mann zu erwarten hatte. Nicht Dich. Deinen Geliebten werde ich tödten!- entgegnete Miranoff. .Meinen Geliebten! " Eine geheimnißvolle Kraft schien über Nadja zu kommen; die Spannung ihres Herzens löste sich. Sie litt nun auf andere Weise. Sie erhob sich und stand seltsam gelassen und hoch aufgerichtet da. Was sollte ste san? Welche Erklärungen, welche Versicherungen konnte sie geben?.... ES fiel ihr gar nichts ein ihr Gehirn war wie ausgebrannt! Sie sah keine Hilfe mehr.. Kalter Schweiß brach ihr auZ allen Poren sie glaubte, nun nahe ihr der Tod. Und wiederum stammelte sie. aber diesmal mit einem Ausdruck sanf ten Bedauerns: .Mein Geliebter!" .Ja," schrie Miranosf, .ja!. . . . Du bist-. Er schleuderte ihr eine der gemeinsten Beleidigungen, deren die russische Sprache mächtig ist, in's Gesicht. Und als ob die Anwendung der barbarischen Sprache in diesem Mann den Kosaken aufgeweckt hatte, der nach Napoleons Behauptung in jedem Moskowiter' schlummert, brach ein Strom der gemeinsten und abscheulichsten Beleidigungen über die Lippen dieses vornehmen Edelmannes. Doch auch dabei sollte es nicht sein Bewenden haben. Als er die verhängnißvollen Briefe hervorzog, um sie seiner Gattin unter die Nase zu halten, fiel sein Blick aus den in ihrer zierlichen Handschrift geschriebenen Namen Huberts von Br6naz, und nun kannte er sich nicht mehr vor Wuth. Statt Nadja die Briefe zu zeigen, packte er das ganze Bündel mit fester Hand und schlug es ihr in's Gestcht. Nadja stürzte, ihm zu Füßen sie hatte die Besinnung verloren. .Semen!" rief der Graf. .Semen!" Der Muschik erschien. : .Trage sie weg!" - befahl Miranoff. Der bärtige Riese blickte erst auf die weiße, an der Erde , liegende Gestalt, und . richtete dann .seine gerötyeter. Augen, in denen etwas einer Thräne nahe Verwandtes schimmerte, auf seinen Gebieter. (Fortsetzunq folgt.) , Nasercnhofblüthe. kseldwebl (yd-, Siefiir.:?.;: . JKenfä, sehen Sie nicht so dämch hin, wie'n !Dco.'id!alö, das durch U:i Ring der 5ubelungen hopsen soll!" Galgenhumor. Gauner (bei Gericht zu seiner schon etwas ältcrcn, Vertheidigerin): Fräulein Doktor. wenn- ich sreigesproch:n werde, so Heirathe ich Sie aus Dankbarkeit Grob, yl.: Mein sogenannte? WciZheitözahn wird hohl." 23.: ein Wunder, der wird wohl eingefeyen yaven. daß er be Dir nicht am rechten Platze ist." .... . ..
Schwäche Von Männern und Frauen. Könnten wir in die Öerzen eines jeden Maunes, dem wir besegnen, blicken, we'che unermeßliche Trauer und Verzweiflung würden wir gewahr werden! Jnlislretionen und Blutkrankheiten verursachen mehr körperlichen und geistigen Ruin, als alle anderen Ursachen zusammen genommen. Sie treffen das Fundament der Mann eit, sie vernichten die Lebenskräfte, ste untergraben das System und nicht nur . zersprengen sie oft den Familienjirkel, sondern sie legen ihre vergifteten Arme U auch in die nächste Generation.- Wenn n fc ein Opfer ,ündaer Gewohnhnten ll tnnr. fi ist Vs m ..mV 'mii, v i tvt wuinut Hiiityt itltv früher oder später werdn Sie die Fol gen ernten. Ist Ihr Blut au? irgend welcher Ursache vergiftet, riökiren Sie kine spätere Wiederkehr. Unsere neue . methodische Behandlung heilt Sie positiv und Sie brauchen eine Wiederkehr der Krankheit nicht zu befürchten. Wir geben Ihnen einen Garantiebond dafür. Wir warnen Sie aufrichtig vor Benützung von Queö stlber, welches Blutvergiftung . nicht heilt, sondern nur die Symptome un terdrückt. Wir heilen oderkeineBezahlung. Lasten Sie Ihr Leben nicht dahin ebben und Körper und Seist schwächen. Es ist kein Raum in dieser Welt für geistige. Physische oder geschlechtliche Zwerge. Unsere n?ne methodische Behandlung hellt alle unuatür lichen Verluste, reinigt das Blnt, kräftigt die Nerven, stellt die Lebenskraft wieder her und macht aus Ihnen einen Mann. Wenn Ele leiden, kommen Sie z un. 5?onfmttov ik frei. Wir bebandel nutz heilen Blvtkrankhette, rteocele, riktur. nvatürltchVerlafte.ierend Harntrautheiken, ei Schneiden, keine Operation.' Leine dbaltung vom eichäste. Alle, vertraulich. NousuUation frei. Buche? sret. Fragebögen für lzeiUche Behadlung frei. Drs. KEIillEDY & KER6AII, 2S Süd Meridian Str. Indianer oii, Ind. stunden : 9 vorm. fci 8 KinU. Sonntag 1 arm. bi U Wirt 8, 2 st 8'Abendi. Union Station Hfce! No. 6 West Louisilma Straße, gegenUer dem Oftende der Uton Etatton SAH IIORIIIE, Eigenthum. Die feinste Bar in der Stadt. TllleSIneInd erster Klaffe. Teledd 8771. H. A. KOLKE, Wirthschaft und ' Billiard'Zimmer, feiner Lunch, tveine u. kiquöre. v1 Ost Washington Str. NeueS Telephon 2834. Indianapolis Spezialitäten. Kommen Sie und besichtigen Sie dieTfeinfte uöwahl :-: Pelze :.-: in der Stadt. Wir. werden Jbre Pelze repariren und remodeliren zu raisonable Preisen bevor der KaltwetterAndrang kommt. W. LOWENTHAL, ., der Kürschner. Oberhalb der Big Four Ticket Office, veide PH, 1718. I der Deutschen . Wirthschaft von WM. FRICK, No. 507 Oft Washington Straße, findet man feinstes Home Brew mit fchmack, Zaftera Lunch zu jeder Stunde dei? TageZ. Deutsche Wirthschaft von 6. LEUKHIRDT, " zur Gemüthlichen Ecke, Ho. 02 Nord Noble Straße. Jeden Samstag Turtelsuppe und ansgezeichueter warurer Lunch. NnleS Phone 2011.
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