Indiana Tribüne, Volume 25, Number 155, Indianapolis, Marion County, 22 February 1902 — Page 4

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Jndiana Tribüne.

ErlSeml TSgliS nud gtmä&'kl Herausgegeben on dn , ' itribunk PUBL,ISHIia CO. . Jndianapo'.ik. Ind. Offtee: 18 Süd Sllabmna Sttahc. Gel. 1171.' Tage und Sonntagsblatt nur !Oc per Woche. a elzla achtseitiqe demokratische Abendblatt Im Skae Idiana mit ein vkerea Sirculatt aii irgend andere deutsche Zeitung. $ Stellet teste Oran der tendiert vd aller d eutlchkmerNanischk Lere ine und Organisatio, X e povnlirfte und bedeutendste deutsche dnno kcatische Zeitung der Stadt und bei Staate! Js duna. . , Anzeigen finden durch die Tribüne- die weiteste Verbreitung und haben anerkannten besten Erfolg. ttl S ,nta blatt der .Tribüne- Ist da billigste ld beste deutsche Familienblatt crofeen Formats im Staate und weqen seiner ReiSdaltigskst und de sorgfältig ewählten Jvyatti allgemein beliebt. 3 S?nntag5latt koSet nur 5 Cents, mit dein Abendblatt zusammen 10 ?en!5 per Woche, vom Träge, iu'S Hau gestellt oder per Post versandt. Entered fct Indianapolis V. 0. aa eecoart cla mail matter. Samstag, den 22. Februar 1902 Nothyäute int Veamtendiest r . , ' Abgesehen vom öffentlichen Dienst I;ci ihren eigenen Stammesgenossen, sowie von- blos zeijniliger sonstiger Äerwendung in Kiieg und Fri-eden, sind Vollblut - Indianer, als Beamte wenig bekannt; ja Mancke wissen - kaum, daß es je einen solchen bei uns gegeben hat, der ein wichtiges allgemeines Amt ausfüllte. Und doch giebt es eixe Reihe derartiger Beispiele in älterer und neuerer Zeij, und in fast allen betreffenden Fällen war dieWahl eine gute, da die Amts - Inhaber , sich sowohl durch Fähigkeit wie durch Takt auszeichneten. Der Erste, , welcher die Pflichten -nbernahm, die ungefähr denjenigen des heutigen Indianer - Commissärs entsprechen, war ein Vollblut-Mohe-$an Namens Sampson Ocean, und er lebte von ,1723 bis 1792. Er hatte in Eolonial - Zeiten die ausschließ liehe Obhut über die Indianer - Missionen, was, wie Kenner der Verhaltuisse wissen, damals ein seh? ähnliches Amt wie das soeben genannte bedeutete. 5r wurde 1859 auch als Geistlicher ordinirt und errang sich als Schriftsteller einige Beachtung. In jenen Tagen will das sehr viel heitz:n. Wohl der hervorragendste unter den nordamerikanischen Indianern älter:r Zeit, welche außerhalb ihres Stamrneskreises eine amtliche Stellung bekleideten, war Tecumseh oder Tecumtha, geboren 1768 als Vollblut-Shaw-nee und 1813 in der Schlacht gefallen. Als Brigadier - General unter der britischen Krone befehligte er eine britisch - canadische 'Streitmacht von 20C0 Mann sehr tüchtig. ' Stand Maite, ein Eherokese, geboren 1816 und gestorben' 1877, war in der Eonföderirten - Armee Oberst und dann Brigade - General und hatte als solcher den Oberbefehl über zwei indiar.ische Regimenter und drei Batterien 'Aus der Eherokesennation'allein ließen sich schon viele ähnliche Beispiele anführen, nicht zu vergessen den Alphabet - Erfinder und Literaturschöpfe? Jequoi oder Geo?ge Gueß. Endlich mag nu? noch erwähnt sein, daß General Grants Secretär. und Stabs - Officier während e Vürgttkrieges, Geueral Ely'S. Park er, in Seneca - Indianer (obwohl lein ganz vollblütiger mehr) war, der auch als Jnaenieur Bezügliches leisten konnte und eine Arbeitskraft war, wie gerade Grant sie bestens gebrauchen konnte! , . InBurgbergim SchwarzWald fuhr der Sägemllller W. Götz mit Familie nach Erdmannsweiler, um dem dortwohnenden Großvater : neu. Besuch zu machen. Auf der Heimfahrt scheute .das Pferd, 03fc wurde -?us dem Schlitten geschleudert, loobei die Hirnschale zertrümmert .wurde, der Tod trat am folgenden Tage ein. Ein sonderbarer e-bcnsmüder-ist der Arbeiter KarlMarkowskl aus Eüstrin. Vor einigen Tagen verschwand er, und man fand auf itx Oderbrücke einen Zettel, der die Worte enthielt, daß Markowski sich das Leben genommen habe. Die Wittwe" des Markowski legte . alsbald Trauerkleidung an. Jetzt nun wurde die Frau auf der Landstraße unweit der Stadt von zwei Männern überfallen und ihrer Baarschaft beraubt. In dem einen Räuber erkannte sie ihren eigenen, vermeintlich . todten, Mann wieder. Lieutnantv. Schrabisch, aus Artern bei Rordhausen gebürtig. der als Mitglied des deutschen Corps in Transvaal an, dem Kampfe an Spicnskop teilnahm und hierbei in englische Gefangenschaft geriet.- ist vor einigen. Tagen aus der englischen Gefangenschaft im Ragama-Lager auf 5ey!cn nach Ariern zurückgekehrt. Der cccnsalls aus jener Gegend stammende Dr. Ernst Boedecker, der gleichfalls in 'den Reihen der Buren kämpfte und seit September 1900 auf Ceylon als Kriegsgefangener weilte, ist dort kürzlich gestorben, nachdem er an einer schweren Dysenterie erkrankt war.

AuslandDepefchen.

i Sle Lage in Spamen m Immer noch eine höchst kritische. 2 TtrcilbcvcguNz Ächut sich aus. 7 Seiterc Ausörüchc in ZZarcctona verhindert. Tie Unruhen von den Anarchisten veranlafzt. VcrfchicdcnkS ans dcm deutschen Reich. Ewc Ncdc dcS Vcr. St. Botschafters White. TaZ britische Flottcn-Pwzramm. icsize Qlmmcn für ncüe' Schiffe ver Kllstt. EuMlid will 'sich für 'dcu-Tag dcr Äkrechlinlig" vordcrriteil. Die Laz in Spanie., Madrid. 22. Febr. Den am Morgen aus , Barcelona ingetroffenen Nachrichten zufolge scheint sich die Lage dort etwas zu Reifern, sie ist aber xnsitx noch eine sehr gefährliche. Die Militärbehörden haben die strengsten Maßregcln ergriffen, um, die Geschäfte und den Verkehr zu beschützen. , W Streiker haben nur wenige Gewehre, sind aber gut mit Rcvolvern und Dolchen dersehen. Die Haussuchungen werden fortgesetzt und während d:s Tages sinö wieder eine große Anzahl , Revolutionäre aller Art und Anarchisten verhaftet worden, die ohne Zireifel an der Spitze der Bewegung, stehen. Der kosmopolttische Charakter ton Barcelona ist Verantwortlich dafür, daß sich dort Repräsentanten aller revolutionären Element: Europas versammeln und den vielen unzufriedenen Arbeitern gesellen sich aZch noch französische und andere ausländische politische Agitatoren zu. Die Republikaner wühlen dabei im Heer und sie versuchen die Soldaten zu überreden, nicht auf das Volk zu schießend , In Tarragona ist das Kriegsrecht proklamirt worden. Im Llobregat und im Cordova Thal dehnt sich der Streik immer weiter aus.' In Castellon d: la Plana.und Garva ist die Arbeit allgemein eingestellt und ln Batea herrsch! die größte Aufregung. Nach all' diesen Plätzen sind Genöarmerie - Abtheilungen geschickt worden. , Delezaten von Arbeitergenossenschaft ten von Saragossa haben d:m Gouverneur o':e Versicherung gegeben, daß sie gegen den Streik seien. , B a r c e l o n a. 22. Fcb. Seit dem Bcginn der Unruhen sind in . hiesige? Stadt vierzig Personen getödtet worden. Am Donnerstag griffen die Streike: das hiesige Gefängniß an und sie versuchten, ihre dort eingesperrten Kameraden zu befreien sie wurden aber von den Truppen zurückgetrieben und nehrere von ihnen wurren getödtet und zerwundet! Der Mangel an Lebensmitteln wird immer fühlbarer und die Lage spint sich in Folge dessen schnell zu. Die Strei!er sollen große Geldsummen aus Löndon erhalten. Die Anwesenheit so vieler Truppen hat zur Folge, daß die schlimmsten Störenfriede sich nicht mehr auf die Straßen wagen. Aeußerlich war die Stadt bedeutend ruhiger wie am Morgen und viele prominente Bürger cooperiren jetzt mit den Militär- und Civilbehörden bei der Wiederherstellung der Ordnung. Bilbao, 22. Feb. Eine Anzahl bekannter Anarchisten ist hier ange'komm:n. um die Arbeiter zum Strei-' ken zu veranlassen. Die Sozialisten weigern sich, mit ihnen zu cooperiren. Das Jesuiten-Kollegium in Saragossa wurde während der Nacht von den Krawallisten angegriffen. Die Patres schössen auf die Leute und mehrere Personen wurden verwundet. . S e v i l l a.' 22. Fcb.' Eine Anzahl italienischer Anarchisten ist hier angekommen. Die. Behörden haben aber alle möglichen Vorkehrungen getroffen, um einen Ausstand zu verhindern. . Der Generalkapitän hat anbefohlen. t daß die Zeitungen wieder erscheinen sollen, und auch dle Besitzer von Fuhrwerken angewiesen, den Betrieb wieder aufzunehmen.- Wenn die Setzer sich weigern sollten, zu arbeiten, sollen dcm Generalkapitän ihre Namen und Wohnungen angegeben werden; er will dann das übrige besorgen. . . . London. 22. Febr. Aus Bilbao. Valladolid. Corruna. Gijon und anderen Jndustrie-Centren Spaniens wird berichtet, daß das Verhalten der Arbeiter dort ein , sehr, drohendes ist. Es herrscht überall die größte Aufregung und die Lage ist ohne Zweifel eine überaus kritische. Die Garnisonen von Burgos und Vittoria haben Befehl erhalten, sich für den sofortigen Abmarsch nach Saragossa bereit zu halten. Einer Spezialdepesche aus Madrid zufolge drängt der Kriegsminister, General Weyler. die . Königin-Regentin, daß sie ihm freie Hand lassen solle, um die Rebellen in Catalonien" zu unter-!

drucken, und der Premier "Sagasta soll mit seiner Resignation gedroht haben, für 'den Fall, daß dem Ersuchen' W:yler's willfahrt werde. .. ' Zeli . Anarchisten sind rin Madrid verhastet worden und andere werden von der Polizei beobachtet. EineRede d e s I o t.sich a f t e r S .White. B er li n22. Februar. Zu Ehren von Washington's Geburtstag fand im 5iaiscrhof ein Bankett statt, an welchem 300 Amerikaner theilnahmen und bei welchem dsr Botschafter White den Vorsitz führte. Hierbei hielt, der Botschafter folgende bemerkenswerthe Re-, de: Gewisse Leute auf dieser Seite des Ozeans werden .nicht müde, über eine .Deutschenhetze in Amerika zu spe-

kuliren und zwar reden sie dayon in .solchem Brusttöne der Ueberzeugung, "daß man glauben rnöchte, die eingeborenen amerikanischen Äürgir wären bereit, ein ' Wuthgeschrei ' zu erheben lind die Kriegshunde" loszulassen, sobald sich in einer unserer amerikanisehen Städte ein deschland:schcr Bürger nur auf de? Straße 'blicken läßt. ' Es ist in den lchien fünf Iahreni ein Theil meiner Obliegenheit gewesen. eine Anzahl der bedeutendsten amerikanischen Zeitungen, welche ' . die öffentliche, Meinung m den Häuptsäch-. lichsten Landes:ue?r n?ideisplzgem. zu lesen und ich muß ssgen. daß ich in keiner derselben jemals etwas Don Deutscherchaß entdecken konnte. Die Amerikaner sind eben, zu beschäftigt und zz gutmlltbig für eine derartige Kurzweil. Auf der anderen Seite ist von verschiedenen, mehr oder weniger gutide? übelgesinnten Leuten in'de Vereinigten Staaten behauptet- worden, daß eine dunkle Wolke zwischen den beiden Ländern sich befinde und daß zu gewissen -Zeiten unserer Gescr,lchte, .und besonders wahrend des spanisch-amerikanischcn Krieges, die deutsche Regierung in einer oder der anderen Weise, welche indessen Niemand genau zu präzisiren vermag, sich den Vereiniaten Staaten aeaenuber feindlich gezeigt habe, indem sie Sachen gethan, die sie nicht habe thun solsen. und andere Sachen unterlasien. die sie nicht hätte unterlassen sollen. Dcm gegenüber habe , ich selbst, gestützt auf meine mehrjährige Erfahrung, nur das zu sagen, daß besonders das Verhalten der deutschen Regierung gegen Amerika während des spanisch-ameri-. kanischen Krieges ein vortreffliches. war. Die deutsche Regierung bewahrte eine strikte Neutralität, und bekundete kein unfreundliches Verhalten. . Sie hat niemals irgend etwas gethan, um uns zu oehindern oder in Verlegenbeit zu setzen, kurz, ihr ganzes Verhalten war ein solches, wie man es nur wünschen konnte. '; . Einige Leute,' welche sich zu Hütern der Wohlfahrt der Ver. Staaten berufen fühlen, haben dann geäußert, daß wenn nicht die Regierung., so sei, es doch der verehrte Herrscher des Nüches gewesen. welcher diese Wolke ' zwischen den b:i5en Nationen heraufl:schworen hatte, indem er eine Lage zu bilden versucht oder den Versuch doch begünstigt habe. um wahren) des Krieges zu Interventren. Aber innerhalb der letzten 14 Tage ist diese Angelegenheit völlig aeklärt und ZT . L - ' t P eis zur uoioenz erwieien woroen. oay der verehrt: und geliebte Herrscher dies:s Ruches direkt ablehnte, an iraeno einer Handlung theilzunehmen, welche'als Intervention zwischen den kriezführenden Parteien ausgefaßt werden könnte, und zwar Zehnte er diesbezügliche. Sondirungen in einer Meise ab. daß sich deutlich ergab, wie er die Motive der amerikanischen Regierung zu würdigen verstand. Heute Abend, gerade in diesem Augenblicke nähern sich andere Anzeichen der Freundschaft zwischen Deutschen und Amerikanern. Vermittelst der drahtlosen Telegraphie fliegen die Botfchaften vom Kronvrinz Wilhelm", welcher die erlauchten Repräsentanten des Kaisers an unsere Küste trägt, zu uns herüber. Diese Botschaften gehen in alle Theile unseres-Landes, andere kommen von allen Theilen des Landes. und alle bekunden, daß die Mission unseres königlichen Gastes eineMission d!s Friedens und der Freundschaft ist. Man behauptet häufig, daß Missio neu dieser Art keine praktische Bedeu tung hätten, da schwebende Fragen nicht durch sie erledigt würden. Eine derartigeBehauptung dokumentirt einen beschränklen Blick mit Bezug auf Staatsangelegenheiten. Sicher ist, daß durch solche Demonstrationen schwebende Fragen nicht erledigt werden, aber ebenso sicher ist auch, daß sie in beiden Nationen freundliche Gefühle erwecken, die eine Beilegung schwebender Fragen wesentlich erleichtern. Wir haben heute Abend allen Grund. diese .Wiederherstellung der Freundschaft freudig zu begrüßen. Was die durch Unwahrheiten und falsche Auffassungen hervorgerufene Verdunkelung des Verhältnisses beider Nationen betrifft, so haben wir jeden Grund zu der Hoffnung, daß dieselbe endgiltig geschwunden ist. Gewiß, der heutige Abend, der Abend von Washinztcn's Geburtstag, mag mit gutem Rechte freudig gefeiert werden.Ein Urtheilüber Joseph Chamberlain. L r, n d o n. 22. Februar. Herr E. L. Godkin, ehemaliger Redakteur der Evenina Post" von New 'J)cxt. er klärte, daß. als Herr Chamberlain der. liberalen Partei untreu wurde, er

(Godkin) Herrn Gladstone habe fra gen lassen, was er von Chamberlain halte. Die Antwort des Herrn G-lad-stone lautÜ5: Chmberlain ist der erst: Politiker nach amerikanischem Muster.

den wir gehabt haben, und er wird uns ohne Zweifel noch viele Unannehmlichleiten bereitend Minist'erkr!isis in''Jtalien. , R o in, 22. Februar. Das Kabinet Zanardelli hat resignirt. weil Herr Villa. der Regierungskandidat für das Amt des Präsidenten der Deputir!:nkammer, nicht' .wiedergewählt worden ist. , Das Kabinet. 'das resignirt hat. war am 7. Februar 1901 dem SarraeoKabinet gefolgt. - ' ' Aus dem d.u t s ch e n 1 R e i ch. V e rZiv. .22. .Februar.' 'Die Note, welche die Ver. Staaten betreffs de? Handelsrechte -de? Nationen in d Mandschurei an 'Rußland und China gerichtet haben., ist.. anch der deutschen Regierung zugestellt 'worden, diese ha! ' aber . noch nicht . da-rauf geantwortet. Deutschland bleibt auf dem früher anssedeuteten Standpunkt "stehen, daß die Mandschurei außerhalb der deutschen Jnteressen-Sphäre liegt, ufo die Sachlage sich seitdem nicht geändert Jjabe. Der, erfte Streit zwychen .dem' Kaiftr Wikhelm und "ber Stab! Berlin wegen, der Bestätigung, oder Nichlbestätigüng des zwei-ten Bürgermeisters. Hrn. Käuffmann, würbe am Freitag im Unterhaus des preußischen Landtages wieder aufgewärmt. Traezer (Freisinniger) verlsngte zu wissen, warum Herr Kauffmann nicht bestätigt werde. Der Minister des Innern. Baron v. .Hammerstein.' antwortete, dah gewichlige Gründe für die Verweigerung der, Bestätigung vorhanden seien, weiter wollte er aber keine Angaben machen. Der Minister, sagte dann, daß die Linke versuche, Parteipolitik in. die städtischen Angelegenheiten einzuführen und sie es in diesem Falle auf eine Kraftprobe, ankommen lasse, bei der es sich darum handle, dem König einen Theil seiner Gewalten zu entreißen, und diese in die Hände der Partei zu legen. ' - D a r ,m st a d t, 22. Februar. Die Parteiführer in der zweiten Kammer des' hessischen Landtags haben nach einer Kaukusversammlung den Großherzog von Hessen eriucyt. ihnen Mit,thei!ung darüber zukommen zu lassen, warum er sich von -der Großherzogin habe scheiden lassen. Der PremiermiNister Herr Karl Rothe, erklärte darauf daß die. gewünschte Mittheilung der Kammer hinter verschlossenen Thüren gemacht werden wurde. Die Scheidung war am 22. Dezember v. I. von dem Oberlandesgcricht in Darmstadt vollzogen worden. Das britische Marineun jit,? . . -Budget... . . . , . ' L o n d o n. 22. Februar. Der Sekretär der Admiralität. H. O. ArnoldForster reichte am Freitag im Unterhaus das Marine-Budget ein. Die Gesammtausgaben sind auf -31,255. 000 veranschlagt, gegen 30.875,000 im letzten Jahr. - ' In seiner Rede sagte Herr ArnoldFörster, daß im vergangenen Iah? ganz auße?o:dcntliche Fortschritte in der Konstruktion von Kriegsschiffen gemacht worden sind. Von der obengenannten Summe seien 15,000.000 sllr neue Schiffe bestimmt, und die Regierung beabsichtige auch das ganze Geld für fclchc Zwecke auszugeben. In diesem Jahr wurden nicht weniger als 49 Schiffe vom Stapel gelassen und im nächsten Jahr würden sich 60 Schiffe im Bau befinden, ganz abgesehen von 27 anderen, die in Angriff genomm:n würden. Auch würden viele ältcre Schiffe rekonstruirt werden, wodurch die Stärke der Flotte wesentlich erhöht werden würde. Viele der Schiffe würden schwerere Geschütze erhalten, und die 4.7zolligen Geschütze würden durch sechszöllige Geschütze de? modernsten Konstruktion ersetzt werden. ' Zum Schluß, saate der Redner, daß .wenn alle diese Schiffe fertig seien, .England eine unüberwindliche Flotte besitzen würde, und es den Tag der Abrechnung dann ruhig erwarten könne. obgleich er hoffe, daß ein solcher Tag niemals kommen würde. Die Oktopus-Arme de: S t a h l k o m P a g n i e. Stockholm, Schweden, 22. Fcb. -Die Ver. Staaten Stahlkorporation hat fast die sämmtlichen Aktien der Gellivare Erz-Kompagnie zu dem noMinellen Preis von 6.000.000 Kronen angekauft.- Die amerikanische. Korporation wird im Herbst den Betrieb der. nord-schwedischen Minen übernehmen. m Selbstmord. New Y o r k, 22. Februar. Jsaac R. Henderson. von West Lafayette, O., wurde am Freitag mit einer Schußwunde im Kopf sterbend in der Näh: von Brunswick. N. I., aufgefunden. ' Der Revolver, mit dem sich der Mann 1 ohne Zweifel geschossen hatte, lag ne- ' ben ihm. Henderson starb, ohne wieder zur Besinnung zu kommen. In de? ! Rocktasche des Mannes wurde ein an D. R. Culbertson in West-Lasayette gerichtetes Schreiben gefunden, in dem Culbertson aufgefordert wurde, die Schulden Henderson's zu bezablen. Das Couvert enthielt auch . $134 in Baar. BiörnarckCafe. Jn.u. auslan dische Biere an Zapf. . Jmportirte so wie hiesige Delikatessen stets an Hand. F. I. Arcns, 26 O. Peark Str.

Jo e irre m C a f6 z u Z i t- Z

tau hatte der Lieutenant Robert Rose rom Infanterie - Regiment No. 102 ?nit dem Kaufmann Richard Qäblcr ! cm ,,Nenon!re..' waches , ,.dc..mit i endigte, daß.- dtt Kaufmann den Osficier- ohrfeigte. Am nac?üen Tacaichoen der Offirrct in der Wohnung des Kaufmanns, u sich p'ersön- , lich Genugthuung zu holen. Er bej merkte kur?. daß er für die ihm zug:f .V . l . c v sugie lyaiiicye jaeiciotgung Revanche nehmen ?nüsse und brachte ihm mit dem Säbel einige Verletzungen am Kops und Arm bei. . Die 13jährige Tochte? des Kaufmanns alarmi?te die Hausbewohner und diese -riefen telcßhonisch die Pslizei herbei. Lieutenar.t Rose wird sich demnächst vor dem Militärgericht in Dresden ,'jsi beiant Worten daben. Vervekannte Petersburger Journalist Amphiatrsw ist in seiner Wohnung verhaftet und sofort nach Sibirien, und zwar nach Jrkutsk verschickt worden.. Der' Grund dafür ist ein Pasquill auf die kaiserliche Fmilei, welches er in der Rossija veröffentlichte, deen . hervörragenster Feuilletonift und Mitarbeiter er w. D Zeitung wurde sofort seitens der Regierung geschlossen, sb uf länzere Zett oder überhaupt 'af immer, -ist noch unbekannt. Die Verbannung Amphitheatrows nach . Sibirien macht sowohl in journalistischen Kreisen, wie in der Gesellschaft von Petersburg peinlichstes Aufsehen. Das Pasquill schildert das Leben einer GutsbesitzerFamilei; auf dn ersten Augenblick erscheint es harmlos., nur den Eingeweihten ist es verständlich. Eine Fortsetzung wurde noch in Aussicht gestellt. Amphitheatrows , Handlungsweise wird allenthalben scharf getadelt. Unweit der Gemeinde Futasfalva in Ungarn findet eine Gasaxsströmuna von solcher Mächtiaeit statt, daß die Gasmengen Theile des 2yalkenels ausfüllen und das Athmen dort ungemein erschweren. Am meisten leidet die Vegetation von Baum und Strauch sind wie verdorrt diesen schwefelhaltigen Dämpfen; und mit einem Ntederschlaa von Schwefelblüthe bedeckt. Dem Professor Bencze ist neuerdings gelunon. den Ausgangspunkt dcr Gasausström'ung festzustellen. Nach seiner Anstcht bildet das Territorium, in welchem die Dämpfe zum Vorschein komrnen, einen Theil jener geologischen 'Schichte, aus welcher auch die todtbringenden Dämpfe, der Büdösbarlang" (Pesthohle) in der Gegend von Torla stammen und die ersten Zuflüsse der Heilquellen von Kovaszna . hervorbrechen. '..-,' I ü n g st f a n d e i n e e r n st e Feierlichkeit in Japan statt. Prinz Michi. der zukünftige Herrscher der Staaten des Mikado, hat, da er. den 120 Tag seines Lebens erreicht hat. nach heiligem Brauch seinen ersten Lösfel voll Reis gegessen. Der ganze Hof und alle hohen Würdenträger ver Krone wohnten dieser Ceremonie bei. die sehr gut verlief. Schön vor zwei Monaten hatie . Prinz Mich! eine anderc vorschriftsmäßige Probe zu bestehen: sein Großvater, der jetzige Kaiser, hatte ihm feierlich einen Säbel übergeben, den zwei Ammen kaum tragen konnten. Der kaiserliche Brauch Japans verlangt in der That, daß der Zukünftige Mikado im Alter von zwei Monaten die Reisprobe überstehen muß. Erst dann ist cr würdig, über Japan zu herrschen. Prinz Michi ist also jetzt würdig, Kaiser zu werden. VorzweiJahrenwurde in Budapest Gras Andreas Raday, der Sprößling einer uradeligen Familie, wegen Verdachts der Urkundenfälschung verhaftet. Er war beschuldigt, zwei Wechsel auf den Namen des Grasen Rudolf Chotek. sowie auf Anna Szilagy und Ladislaus Szilagy gefälscht zu haben. Raday wurde in Hsft genommen, jedoch mit Rücksicht auf seinen kränklichen. Zustand! provisorisch in Freiheit gesetzt. Kaum ! war er der Haft ledig, als er in Be-, gleitung der stadtbekannten Schönheit Irma Terenyi das Weite suchte. Das , Paar kam zuerst nach ' Paris und. machte dort beträchtliche Schulden; es reifte dann nach London, wo die D iden sich trauen ließen.. Hier verließ aber die Terenyi. ihren Gatten. Raday wurde auf Requisition der Budapest Behörde verhaftet znd nach beendigtem Auslieferungsrxrfahren nach Budapest gebracht, und ir dortige Gerichishof verurteilte ihn : wegen Privaturkundenfälschung zu'einem Jahre Kerker mit Einrechnung' einer dieimo? natlichen Untersuchungshaft. Keine andere Medizin kurirt LungenLeiden so rasch und sicher wie dcr, bc'.-ühmtc Dr. Vull'ö Hnft, Syrnp, cr ist da 6 beste Mittel gc-gcn.Hal6-Vraune,Vronchitl's, Croup, Brustschmerzen, Engbrüstigkeit, Lungcnsucht und Lungen- Entzündung. beilt sofort alle Brust, Hals- und Lunz.' Leidfn und kostet nur 2Z CetZ die sr

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