Indiana Tribüne, Volume 25, Number 154, Indianapolis, Marion County, 21 February 1902 — Page 7
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Slavische Leidenschaft.
Nomin von Tanicl ficsafur. ' (FcrtseMg.) berbrtitele Tid) die schleiche 5uig!eit mit Blitzesschnelle duich das ganze nächtliche Paris. Die Kunde eilte aber auch weiter, der Telegraph verbreitete sie über ganz Europa, .und unheilverbringend mußte sie in die eisige Stile Petersburgs fallen. Etwa um drei Uhr Morgens mußte sie auch ia's Schlafgemach des Zaren dringen. Ach. wenn Nadja vermocht hätte, sie aufzuhalten, zu ersticken, zu vernichten! Ach, was für ein Glück wäre es gemesen, in stiller Zurückgezogenheit mit einem gt&ftien Mann zu leben! Warum ' nrr hatte sie Hubert vorhin nicht vorgeschlagen, mit ihr. zu entfliehe? Ja, sie bereute dies jetzt! Heute, hätte ihr die Aufregung Kraft lzenüg verliehen, um den unwtderruflichen Schritt zu wagen, morgen schon hielt bie gusame Pflicht sie wieder in ihren Banden. Gegen Enöe der Nacht kam etwas Nuhe über sie; sie beschwichtigte sich mit ihrem alten süßen Traum Mit Hubert vereint, sah sie sich in dem alten melancholischen Park ihres geliebten Kinderparadieses. wo sich ringsum die unendlichen Steppen von Woronesch in tiefem Schweigen dehnten. Wenn er jemals mein eigen wird Machte sie, so führe ich ihn dorthin Ach. wie wonnig ruht der Geist der Vergangenheit bei Sonnenuntergang zwischen den alten Bäumen; wie duster heben sie sich ab von dem zarten grün-lich-goldenen Abendhimmel! Ach. und sie beruhigeno schwebt der Geist der Vergangenheit übe? dem leblosen Teich, wo selbst fc.l ewig bewegliche und deränderliche Waffer von einem Hauch der Ewigkeit und Beständigkeit berührt exscheint. 'Dort bedürfte die Liebe nicht der Worte! Dort würde sie währen bis Zum Grabe, ohne Übersättigung, ohne Erschlaffung, dort konnte sie nicht dergehen, die göttliche Empfindung, von der Nadja soeben an Huberts Herzen sich durchdrungen gefühlt hatte, dies Vollgefühl kes Herzens, an. das man mit zwanzig Jahren glaubt! XIll.apNel. Nach fcct Attentat im Palais Mirancff" Me dU Zeitungen sich ausdrücken vukdch die Polizei von ganz Europa kast zu Dode gehetzt. Die seltene KükzhÄ dcö Versuches und die Folgen, die er hatte haben können, versitzte gaA Variö w Aufregung. Wohl ist man Sllf dem Boulevard des Jta liens" an Barrikaden gewöhnt, und es will Viel fta, wenn sich während eines AuMandeS die Terrassen der Eafs lun, tDtx vor dem unheimlichen Dynamit hat uin auch dort Respekt. Zudem waren e fremde Gäste der Paitsn, die in Paris Gefahr gelaufen roann, ermrrvet ?u werden, und so sie: aertt die kindliche Ritterlichkeit des Äationalchsrakters die Erregung bedeutend. Am liebsten hätte jeder Pariser. gluch dem Präsidenten der Republik. am nächsten Morgen an den russischen Gesandten telephonirt, um ihm seine Freude auszudrücken, daß er der Gefahr glücklich entronnen war. . I' Ministerium des Innern und auf der Polizeipräfektur schlief und aß man kaum mehr, dagegen sprach man um so mer so viel, dcch fast alle Beamte heiser waren, denn von den Kanzleivorständen bis zum Thürsteher ließen sie sich Alle ohne Maß und Ziel von den Reportern .interviswen." Uebrigens ist es nicht mehr als billig, anzuerkennen, daß, wenn, auch nur wenig Verschwiegenheit, so doch eine Unmenge von Verstand und Eifer entfaltet wurde. Gleichwohl entdeckte man nichts. Da der Marquis von Br6naz überzeugt war, daß weder Schrift noch Zeichnung noch Papier das Eingreifen Sonia Kawetschins verrathen konnten, hatte er die geheimnißoolle Mittheilung dem Polizeipräfekten übergeben, und diese und das Dynamitkästchcn bildeten die einzigen Beweisstücke. Sämmtlich?. Dic.ier des Grasen, Russe.-, sowohl als Franzoftn. all; Arbeiter, G'z'rtner, Konditzren und Tapezirer, an d:m Empfangstag im Palais beschäftigt gewesen waren, wurden rcrhört.a fozsr e:nize davon hinter Schloß unö Siegel gebracht; jeder wirkliche oder vermeintliche in Paril wohnhasteNihiiist wurde vorgeladen Alles umsonst. Gleichwohl wären weder Sonia Ka wetschin noch Sergius Krilcvsky be lästig: worden, wenn .nicht Herr von Miranoff den Präfekten auf sie aufmerksam gemacht hätte, und selbst angesichts der formellen Aufforderung des Grafen zögerte der Polizeivorstand noch, sie zu verfolgen. Wir befinden- uns in Frankreich, Herr Graf." sagte erkund müssen mit der öffentlichen, Meinung rechnen, und ganz besonders mit der Empfindlichkeit der Studenten. Diese beiden jungen Leute sind ganz hervorragende Schüler der medizinischen Fakultät. Bedenken. Sie! Krilovsky war Assistenzarzt an einem unserer Spitäler.... er ist Arzt und hat doktorirt Gewiß, er ist ja ein gefährlicher Sozialist. Wir haben auch ein wachsames Auge auf ihn aber er ist kein gewöhnlicher Mörder.... Niemals hat er Eewaltmaßreeln das Wort geredet. Was nun die Kawetschin betrifft nun ia. sie ist eine Wabniinniac. aber eine unsckädlicbe Wahnsinnige....!
Glauben s:e mir. . . . man kenn: sie hier Beide.Herr Präfekt erwiderte Miranoff. entschuldigen Sie, wenn ich Ihnen darauf erwidere, daß dies französische Naivetät ist. Sie haben ja gar keine Ahnung von der Verst?Äungskunst unferer Sektirer. Diese, und merkwürdigerweise befondert die Frauen, verstehen ihr Spiel oft zehn, ja zwanzig Jahre auf's Beste zu verstecken." Aber haben Sie besondere Gründe, Sonia Kawetschin zu verdächtigen?" Gewiß habe ich diese." Und welche?. ... Es ist unbedingt nöthig, mir sie mitzutheilen." Gut, Sie sollen sie kennen lernen!" sagte Miranoff. Sie ist ein von den Großeltern meiner Frau aus BarmHerzigkeit aufgenommenes und erzogenes Findelkind. Man hätte sie unter der Dienerschaft leben lassen sollen, aber ich habe Grund, anzunehmen, daß sie n!8 ganz kleines Kind manchmal mit Frau von Miranoff -gespielt hat. Können Sie sich nun nicht vorstellen, welch eifersüchtigen, neidischen Haß ein Geschöpf dieser Art empfinden muß gegen eine alte Spielgefährtin, von der sie früher auf gleichem Fuß behandelt worden ist, und von der sie nun solch ein Abgrud trennt? Sei es nun Partei- oder Klassenhaß oder Weiberneid, ich mißtraue dieser Kawetschin!" Der Präfekt war sehr ernst geworden, und überlegte. " Aber." sagte er endlich- die Frau Gräfin von Miranoff ist durch ihre Freigebigkeit und ihre Güte weit und breit bekannt. Ohne Zweifel hat sie diesen alten Schützling ihrer Familie mit Wohlthaten überhäuft und. . . ." Rein." erwiderte der russische Edelmann hart; zwischen der Gräfin und dieser elenden Verschwörerin besteht keinerlei Gemeinschaft mehr. Ich habe jeden Verkehr verboten, und ich setze das unbedingteste Vertrauen in Frau von Miranoff." Er hielt zögernd inne. Dann fuhr er mit einer ungestümen Bewegung foriZ Ick will offen gegen Sie sein, Herr Präfekt. Es wäre mir lieber, wenn dies Frauenzimmer Paris verließe. Es ist nämlich wahr. Frau von Miranosf war etwas betrübt darüber. sie nicht mehr sehen zu dürfen. Fräulein Kawetschin hat die einzige Verflimmung verursacht, die es je zwischen der Gräfin und mir gegeben hat, und die auch heute noch vorhanden ist. Ließe sich denn nicht irgend ein AusWeisungsgrund gegen sie ausfindig machen?" Der Schatten eines Lächelns spielte .-an die Lippen des Präfekten: Wir leben doch nicht mehr in der Zeit der lettre dc cachet" dachte. er. Also in dieser Weise arbeitet die Dritte Sektion!" Sofort nahm er aber wieder seinen höflichen Ernst an und erwiderte: Mein Gott. Herr Graf, das Fräulein ist Ihre Landsmännin! Wenn sie Ihnen oder Ihrer Regierung verdächtig ist. so. ..." Dabei zuckte er die Achseln in einer Weise, die besag'.e: .Schließlich ist das Eure Sache! Ich scheere mich den Kuckuck darum!" Ich verlange keinen Mißbrauch Ihre: Amtsgewalt, keine Ungerechtigkeit von Ihnen," entgegnete Miranoff. Sie können sie ganz ungeschoren lassen, wenn sich nichts Verdächtiges bei ihr findet, was mich allerdings wundern sollte." . ' Als Sonia am nächsten Morgen aus einer Vorlesung in der Klinik nach Hause kam und die Treppe hinaufging, hörte sie eine Männerstimme bei der Hausmeifterin nach ihr fragen. Sie beugte sich Lber'ö Geländer und sah einen hohen Hut und daneben zwei runde Hüte. Was wollten diese drei Besucher bei ihr? Sie war sich sofort darüber klar. Nach dem Attentat im Palais Miranoff" hatte sie sich auf Verfolgungen gefaßt gemacht, aber seit einigen Tagen war sie wieder sicher geworden, denn wer hätte geglaubt, daß man sich ihrer so spät noch innern würde? Mit gemachter Lässigkeit stieg sie fci3 in ihr Stockwerk hinauf; sie wollte kei. nerlei Erregung zeigen und auch in Schein vermeiden, als wünsche sie vor der Ankunft dieser Männer irgend etwas zu verstecken oder zu beseitigen. Diese Leute folgten ihr auf den Fersen. d:nn sie hatten von der Hausmeisterin erfahren, wer sie war; außerdem kannte sie auch der Sicherh:itsbeamte mit dem 'hoben Hut ganz genau vom Sehen. Auf dem Vorplatz angekommen, grüßte er sie mit übertriebener Höflichkeit und wies sofort seine Vollmacht vor. Hinter ihm standen zwei Poljzeibeamte in Zivil, die runde Schultern machten und lächelten, üm anzudeuten, daß sie beabsichtigten, sich als Kavaliere zu benehmen. Sonia drehte den Schlüssel im Schloß und machte die'Thüre weit auf; die drei Männer traten beifeite, um sie zuerst eintreten zu lassen. Bitte, treten Sie näher." sagte sie achselzuckend. In ihrem Zimmer warf die junge Russin ihren Schlüsselbund auf den Tisch und ließ sich mit gekreuzten Armen in einem Sessel nieder. Die Beamten zogen alle Schubladen heraus, durchstöberten alle Papiere, durchblätterten alle Bücher und klopften mit ihren Stöcken die Wände und die Dielen ab. Dann baten sie um die Erlaubniß, in's Nebenzimmer zu treten. Sonia neigte bejahend das Haupt, aber in ihren grünen Augen glimmte ein Funke ohnmächtigen Zornes. Gleichwohl fürchtete sie nichts nach diefer Seite hin. Vergeblich würde man den kleinen Raum durcbltööern. der
ihr als Schlafzimmer oiente: weder die eisern, Bettstelle, noch der weiße Holzschrank konnten etwas verrathen, aber ihr weiblicher Stolz litt unter den rohen Einzelheiten dieser Haussuchung. Während die beiden Polizisten selbst das Futter ihrer bescheidenen Kleider durchsuchten, war deren Vorgesetzter bei Sonia im äußeren Zimmer geblie ben und beobachtete, ohne es merken zu lassen, jede Bewegung des jungen Mädchens, und hauptsächlich die Richtung ihrer Blicke. Sie rührte sich nicht von ihrem Platz und blickte durch die dünnen Fenstervorhänge unverwandt hinauf zu dem grauen, düsteren Dezemberhimmel, von dem ab und zu einige Schneeflocken herniederfielen. Endlich schienen die drei Männer mit ihrer Aufgabe zu Ende gekommen zu sein; scheu wechselten sie Blicke, die ihr Erstaunen darüber ausdrückten, daß sie mit leeren Händen abziehen mußten, als sie in einer Wandvertiefung zwischeu Fenster und Kamin noch ein Brettergestell wahrnahmen, das von niedrigen Trägern gestützt wurde. Auf dem Regal standen nur irdene Teller, Gläser und einige leere Flaschen. Als einer der Polizisten dem Regal näher trat, glaubte der Oberbeamte die Hände Fräulein Kawetschins zittern zusehen. Was befindet sich auf diesem Gestell?" fragte er sie. nur um den Klang ihrer Stimme beobachten zu können. Sehen Sie nach." entgegnete sie mit der denkbar größten Ruhe. Bei jedem Gegenstand, den seine Leute ergriffen, beobachtete er das "Zunge Mädchen. ... Die Teller waren es nicht auch nicht die Gläser.... Am Ende waren es die Flaschen! Was enthalten diese Flaschen?" fragte er sie wieder. Mit unveränderter Ruhe entgegnete sie: Halten Sie sie doch gegen das Licht.... riechen Sie daran." Er nahm eine Flasche in die Hand. Es scheint Mineralwasser gewesen zu sein." Ja, es war Mineralwasser." Er schüttelte sie, er hielt sie gegen das Licht; sie waren aus schwarzem, ziemlich undurchsichtigem Glas, und vcn Reklamen für einen Badeort fast bis zum Hals bedeckt. Offenbar waren sie leer. Es war ein großes, ein allzu großes Wagestück von Fräulein Kawetschin gewesen, ihn zur näheren Untersuchung der Flaschen aufzufordern. Wiederum wandte er sich zu dem jungen Mädchen, und sah nun deutlich, daß sie erbleicht war. Nun aber ließ er mit scheinbarer Ungeschicklichkeit in der Nähe des Kamins eine der Flaschen zur Erde fapen. Die Flasche stieß an den Marmor des Kaminsimses und zerbrach, und nun sah man, daß sie einen sehr geschickt an der inneren Seite des Glases befestigten Papierstreifen enthielt. Der Sicherheitsbeamte hob das Papier auf. Nehmt die übrigen Flaschen an Euch," befahl er feinen Leuten. Sie gehorchten und bemächtigten sich der noch vorhandenen fünf Flaschen. Der Oberbeamte zog ein Taschenbuch hervor und entnahm diesem ein Schrift stück. Ich bin untröstlich. Fräulein, eine schmerzliche Pflicht...." fagte er, es Sonia unter die Augen haltend. Es war ein Haftbefehl. Sie verkraften mich?" fragte sie nachlässig und ' mit völliger Selbstbeherrschung. Ich sollte mich des Haftbefehls nur bedienen, falls ich verdächtige Papiere bei Ihnen vorfinden würde. Beweisen diese Papiere nichts gegen Sie, so werden Sie nach' einem einsachen Verhör sofort wieder in Freiheit gesetzt.Lassen Sie uns gehen, mein Herr, ich bin bereit." Das lasse ich mir gefallen." dachte der Beamte, keine Thränen und keine Nervcnan fälle!" Unter allen Schatten feiten seines Berufes waren ihm nämlich diese Dinge am meisten verhaßt. Hoffentlich spart sie uns das nicht für unterwegs auf! Im Wagen könnten wir dem ja nicht ausweichen!" Aber bis zur Polizeipräfektur behielt Sonia ihr ruhiges Wesen bei und sprach kein Wort. Als der Präfekt durch seinen Untergebenen die Geschichte mit den Flaschen erfuhr, freute er sich sehr. , So hatte dieser Teufelskerl doch Recht." dachte er. als er sich der Beharrlichkeit Miranofss erinnerte. Es sind uns offenbar werthvolle Beweis pücke in die Hände gefallen." Aber als man in seiner Anwesenheit die Flaschen zerbrochen und er sich mit seinem Beamten in sein Arbeitszimmer eingeschlossen hatte, um in den Inhalt der Papiere Einsicht zu nehmen, da machte die Befriedigung der peinlichsten Verlegenheit Platz. Ich kann Sie zu Ihrem Fund nicht beglückwünschen, mein Lieber! Ich gäbe weiß nicht was, wenn diese Flaschen wieder unberührt an ihrem Platze stünden!.... Das ist ja eine hübsche Entdeckung! Undvir sind in einer schönen Patsche!" , Der Sicherheitsbeamt?. der nach Vollführung seines Auftrages sich weder um die Folgen noch die Erebnisse desselben kümmerte, war dagegen im Grr.nd seines Herzens entzückt über den gelungenen Fischzug. Ja, er freute sich sogar im Geheimen über den unerwarteten Skandal, den der merkwürdige Zusammenhang zwischen dem Namen der Gräfin von Miranoff und dem des Marquis von Vr6naz. wie er sich aus den Papieren der Nihilistin ergab, erregen mußte. Mit Mühe unterdrückte er das svöttische Lacken.
das um seine Lippen zuckte, aber das verblüffte Gesicht, des Präfekten lud nicht zum Scherzen ein. Unbegreiflich!. . . . Unerhört!. . . . Ganz ungeheuerlich!" brummte dieser. Verzeihung. Herr Präfekt! Ungeheuerlich! Ja, das gebe ich zu. Aber unbegreiflich! JH finde, daß es sich im Gegentheil leicht begreifen läßt." Was? Daß die eigene Frau de2 Grafen sich mit seinen Mördern verbündti?" Der Präfekt stieß diesen Satz hervor, als wolle er sein Gegenüber mit ihm zerschmettern, aber der Sicherheitbeamte hüllte sich in ein so beredte? Schweigen, daß der Andere ihn ansa.) und erbleichte. Wie." fragte er ganz leise, Sie vermuthen....?" 'Ein sehr alter Mann für eine so junge Frau," entgegnete der zynische Polizeibeamte langsam. Und kennen Sie den Marquis von Brönaz?" Nur vom Hörensagen." Er ist sehr berühmt und erfreut sich eines glänzenden Rufes, nicht wahr? Nun, seine Persönlichkeit ist. noch viel glänzender, als sein Ruf!" Die beiden Männer schwiegen einen Augenblick und sahen sich, erschrocken über ihre eigenen Gedanken, fest in die Augen. Endlich zuckte der Präfekt die Achseln. Aber, bedenken Sie doch, die Erplosion hätte sie ja Alle mit einander vernichtet." Der Herr Marquis von Brönaz ist von der drohenden Gefahr benachrichtigt worden." Was beweist, daß ihm das verbrecherische Vorhaben unbekannt war." ' Wissen Sie das so bestimmt, Herr Präfekt?" fragte der Beamte kühn. Vielleicht ging sein Plan dahin, die Gräfin zu retten und nur den alten Kosacken in die Luft fliegen zu lassen, und es haperte nur an der Ausführung." Der Präfekt, ergriff bekümmert eines der Schriftstücke Sonias und betrachtete es genau. Sehen Sie wohl." bemerkte der Veamte, der es erkannte. Es war ein Blatt des allerdünnsten Papieres, das einen genauen Plan des Palais Mira--noff enthielt. Vor allen Dingen," sagte der Präsekt, müssen wir die Kawetschin verhören." Dieses' Verhör führte indeß zu nichts, denn aus Sonia war kein Wort herauszubringen. Sie wurde gefangen gehalten und dem Gericht zur Verfügung gestellt, das sich nun ebenfalls mit der Sache befaßte. ' SergiuS Krilovsky, der ebenfalls vorgeladen wurde, hüllte sich nicht in da8 von Sonia beliebte Schweigen, sondern bewegte , sich mit unverg.leichlicher Gewandtheit und Beharrlichkeit in einem Labyrinth von ausweichenden Antworten. Da sich bei ihm nichts Belastendes gefunden hatte, ließ man lhn wieder frei. Der Präfekt wußte sich mittlerweile nicht zu rathen und nicht zu helfen. Das einfachste Versahren, das er auch in jedem anderen Fall befolgt hätte, war natürlich, die bei Sonia befchlagnahmten Papiere dem Untersuchungsrichter zu übergeben. . Aber was wäre die Folge davon gewesen? Wahrscheinlich die sofortige Verhaftung der Gräfin von Miranoff. und des Marquis von Brnaz. ' Welch' schrecklichen Skandal hätte dieö aber, verursacht, welche diplomatisch'e Verwickelungen möglicherweise herbeigeführt!.'.'.. Man konnte j nicht wissen, in welches Dunkel dadurch Licht gebracht würde, welche Namen noch in, Mitleidenschaft gezogen, welche nicht, wieder gut , zu machenden'Un geschicklichkeiten begangen würden! Je weniger Leute ' um diese Angelegenheit wissen, desto besser ist es," dachte der gequälte Mann; .schon jetzt sind wir gerade um Zwei zu viel." Es überkam ihn eine tolle Luft, Alles zu vernichten; aber da sag er sich wieder, daß dies nur nun neuen Attentat, das dann vielleicht gelang, die Wege ebnen hieße. Er schreckte vor einer Verantwortung zurück, durch die er sich beinahe zum Mitschuldigen machen würde. Ein Ausweg hatte sich ihm von Anfang an gezeigt, aber es kostete ichn große Ueberwindung diesen einzuschlagen: er konnte. Miranoff benachrichtigen. Beim Gedanken an eine derartige Unterredung mit einem solchen Mann verließen den großen Polizeivorstand seine Schlauheit und seine Kaltblütigkeit. Gleichwchl gelangte er nach zweitägiger Ueberlegung zu Hiesem Entschluß. Um nicht wieder wankend zu werden, ließ er den Grafen sofort telephonisch um eine Unterredung bitten, und eine halbe Stunde später schlössen sich die beiden Männer im Arbeitszimmer des Präfekten ein. (Fortsetzuna folt.) 2sn der y l tze des Gefechts: Mann: Ich d.'greife wahr'.ich nicht. ütU Frau, fcaft Da so oft mit dem Dienft::ioc7. KZd.zn mi-ßt." Frau: Mein Gott, ich tann ja nicht immer mit ir zan:en!" Langes Sündenregist e r. Dein Gatte soll ja ein sehr flottes und lockeres Junggesellenleben geführt haben?" Ehefrau: Ach. der hatte bei unserer silbernen Hochzeit noch nicht ausgebcichtet!" Die Hauptsache. Vrandinspector (bei einer Revision der DorfFeuerwehren): Die Zubringeschläuche sind ja vollständig defect!" BürgerMeister: Dafür haben wir aber erst den Spritkasten neu lackiren. lassen!"
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