Indiana Tribüne, Volume 25, Number 153, Indianapolis, Marion County, 20 February 1902 — Page 7
' -1
. . p. - mi . l, . ' , Indiana Tribune. 20 Februar lütt. .iCtf a
tii
' i x , V -
l
f
Mlßlffi' Iipf !
5 lleiiry Ostemlorf, Eigentümer, No. 139 Nord Illinois Straft: Gebratene Austern , mit sauren Gurken und Crackers in einer . Schachtel verpackt zu nur 30 Cents per Dutzend. 4 im i mim, l 701 Süd Delaware Strafte, t Händler in Weizen-, Roggen- u. Buchweizen-Mehl l jcu in Ballen und allen Sorten Futter. X JC Neues Telephon 15l9. "Wl 'iHVWHiMfiti r vvt irnuf 1 TheUe der Etadt frei abgeliefert. BeLellungen werde? nach irgend eirem 7 . " . 5 Oakloy Ciub Haus, . : ' 6 Squares vom Ende der West Jndia napoliZ S!raßenöahn-öinie. Chris. Zimniermann, nmmex. Mahlzeiten zu jeder Tagesstunde. Altes Phane 2293. )LTL5S5 ?S5ST?5S 3 Philip Zapf, y Wirthschaft und n Restaurant. 42 Virginia Avenue. . 8 Lnuch täglich von 11:30 Vormittags 8 biS2Nachir.ittsg?. Zlufter Ctew 15c. 'J Rohe Austern 10c. U -V Z0 w. Washington Str. Restaurant und Sample Noom. Vnter??unck und vorzügliche. GettLu!k. Offen Tag und Raöt. T03I MULßlNE, Sample Koom 2621 West Michigan Str. Feine Weine, Liqnöre ...und.... Cigarren. ER1SST 5IELAUN, 8 Kunst, und architekturale 5 TNetallarbeiten, Ä 822826 W. Washington Str. CveziaUtaten: f) Gehämmerte Blätter in Eisen, Kupfer f und Metall, feine Grille Arbeit, Z ' Bank und Office-Gitter. Elevator, (ä kästen und Wage, :c, Zäune, Gitter f) und GrateS. & 0 Neue Thone 8487. ( ?L5S5' JOSEPH HAAS, No. 705707 Maxwell Str., Empneytt dem deutschen Publikum sein neuestes System der gc- ! ruchlosen Ncinigung 1 . von Senkgruben. Telephon kalt) 1039 (neu: 257. ReSle Landers, .Präfldentm. Wlaxn Z?!ahoh. Sekretäriu. -UNION ' GÖ OPERATIVE LÄÜNDRY. Joqu F.White, Schatzmeister nd Seichifttführer Telephon 1269. - Agenturen überall Progress :: Laundry, Z haupt.Ofsice: k tlo. 314 Ost Market Strafe. !228 Massachusetts Rvenue. 203 Nord JUinsi? Si'.adk. 622 Ost Wasyspz-ton 6ti acht d,öglke Vasch bette. StUoi9nlrtnPU R !Ul l d:a Wazea.
Jacob
Kollos
Slavische Leidenschaft.
Noman von Ten'.cl Lcsucur. (Fortsetzung.) vitxnt Zerren, retten Sie die Frcuicr,.... retten Sie sich Alle.... dieser Saal ist untermm!rt!. . Einen Augenblick war Alles wie erstarrt; dann folgten Schreckeusrufe und rücksichtslose Flücht des Bedizfltcnvolles, das ohnmächtige Damm beiseite PUfe. H?ibert wollte sich auf Nadja stürzen, aber Semen war flinker ge wesen als er. und trug sie schon auf feinen Riesenarmen bmau?. Se ,weh?te sich dagegen und streckte, ohne ein Wort . hervorbringen zu können,' die ZlrmeLU,' erst nach dem Manne aus, den sie liebte, und dann, in raschem Äesmnen, nach ihrem Gatten. . Aber der Muschik beachtete ihren I chwachm Widerstand so wenig, als er as Gewicht ihres Korpers zu fühlen schien, und trug .sie eilends in oen Garten. Im Handumdrehen war der Festsaal leer, wenigstens glaubte dies Hubert, als er in, der Hoffnung, die HollenMaschine noch rechtzeitig zu entoecken, an die Tafel zurückkehrte. Er hatte geglaubt, einen 3DW2u7ib unter feinem Fuß zu fühlen, und bückte sich, ihn abzuschneiden, weil er glaubte, es sei ein elektrischer Verbindungsdraht. Als er sah. daß er sich getäuscht hatte, richtete er sich wieder aus. uno nun erst bemerkte' er den Grafen Miranosf. den er völlig vergesien hatte. Der große alte Mann stand mit gekreuzten Armen no5) immer aufrecht an seinem Platz und hatt: keinen ?chriit gemacht. Herber Schmerz malte, sich auf scr nem hochmüthigen Gesicht. Wie ein Beurtheilter, der sich seinem Schicksal beugt, wie ein Besiegter, der sich ai Gnade und Ungnade ergibt, erwartete Nikolaus Feodoromitsch den Too. Selbst in diesem Augenblick der großten Gefahr fühlte Hubert die höchste Äiwunoerung jur ihn. Aber qu Miranosfs bemächtigte sich ein ähnliches Gefühl, als er diesen jungen Mann in den verfluchten Saal zurückkehren sah, um, wenn möglich, die Explosion zu verhindern, indem er sich d:r Gefahr aussetzte, selbst schnöde & Grunde zu gehen! Gehen Sie. Vr'naz!. ... Machen ie. daß Sie hinauskommen. Unglücklicher!" rief er. Meine Frau ist ge ikttet, nicht wahr? Und alle meine Gäste? Ich selbst aber, ich muj und will sterben, da ich ja Allen lln glück bringe, die in meine Nähe kommi." Ich werd: cern," erwiderte der jung: Mann, aber nur, wcnn Si? mitkommen." Auch er kreuzte die Arme über der Brust, und so blieben ste Beide ein-ander-gegenüber stehen." Nun lächelte Hubert. Eine Helden hafte, gewaltige Freude erfüllte ihn biö auf.den Gruno seiner Seele. War d:eZ nicht das ersehnte Duell? Die unstet, bare Bombe, die explooiren mut?, würde einen von ihnen törten. . . . vielleicht alle Beide. Was lag ihm daran, wenn er starb?.... Und wenn er tzz Ueberleöence war. dann konnte der todte Miranoff nicht zwischen ihn uno Nadja treten, da er. weit davon ent fernr. den Grafen mit eigener Hand zu todten, versucht hatte, ihn mit Gefahr seines Lebens zu retttn. Erstaunt über feine Haltung stützte Miranoff seine beiden Fäuste auf d?ii Tisch und beugte sich vor. Zwischen den beiden Männern stand trennend die üppige verlassene Tafel mit halbgefüllten Gläsern, in der Eile hingeworfenen Servietten und welken Blumen bc deckt Die Augen des Russen nahrnen einen starren und furchtbaren Ausdruck an. Ein Verdacht stieg in ihm auf. Was soy dies heißen. Herr Marquis? .Machen Sie sich etwa gar über mich lustig?.... Wober kam Ihnen diese Benachrichtigung?...." Diese Frage, über deren beleidigende Fassung Herr von Brönaz erröthete, "erinnerte ihn wieder an den unheiloerkündenden Rebus auf dem geheimnistvollen Papier. Plötzlich fielen ihm die darauf gezeichneten Blumen wieder ein, und er rief: Warten Sie!.... Hier ist es!" Mit rascher Hand riß er den Ber? von Rosen und Veilchen auseinander, der in der Mitte des Tisches den schlanken Fuß der elektrischen Lampe verhüllte, und nun sah man, daß die aus Moos gebildete Erhöhung, die ihm als Unterlage diente, nach unten breiter wurde. In dem Moos fühlten Huberts fieberhaft wühlende Hände einen harten Gegenstand, und er zog einenverhältnißmäßigschweren, schwarz angestrichenen Metallkasten, hervor, auf dessen Deckel das Zifferblatt einer Uhr angebracht war. Und das Werk war im Gang, denn in der tödtlichen Stille, die das verlassene Palais erfüllte, vernahmen die beiden Männer sein helles, regelmäßiges Ticken. Es ist eine Höllenmaschine." sagte Herr von Miranoff ruhig und schritt um den Tisch herum. Es sind mir schon mehr diefer Art in die Hände gekommen." Nun beugte er sich über Huberts Schulter und fügte hinzu: Wir haben jetzt acht Uhr fünfunddreißig Minuten, und gerichtet ist das Werk auf dreivierte! neun! Wir haben also noch zehn Minuten vor uns weit mehr, . als nöthig wäre!" . . ... j
DcT;it lrgi'.'f er ein Messer, und begann, dessen Kling: als Schraubenzieher benutzend, das Uhrwer) loszuschrauben. In diesem Augenblick trat Semen ein. Aub er hatte wobl, während sein Herr der Dritten Sektion" vorstand, gelernt, mit derartigen Maschinen umzugehen. Er stürzte auf Herrn ,von Miranoff zu und ergriff, ohne ein Wort zu reden, die Höllenmaschine. Der Graf ließ ihn gewäbren. warf das Messer. ' mit goldtonchirtem Griff, dessen Klinge er eben abgebrochen harr?, auf den Trsch unö ließ sich wie vernZchtet auf t'mai Stuhl sinken, indem er sein Gesicht in den Händen derbarg. " Hubert blieb unbeweglich stehen er scheute sich, ibn anzusprechen, emen hatte eben das schrecklich: Kästchen hinaufgetragen. Zelang es ' ihm nicht. dasUhlwerk rechtzeitig zu zerstören, f? entzündete sich' mit der Pünktlichkeit einer Weckeruhr ein Viertel vor neun Uhr das Dynamit, und die Explosion erfolgte. Der Muschik wollte diese gesährliche Arbeit ferne von seiner Herrschuft ausführen. Trotzdem war er sorglose Mit seinen starken, Händen würde er die Bombe bald unschädlich gemacht haben: jedenfalls konnte vor der bestimmten Feit nichts geschehen.' wenn sie vor jeder Erschütterung bewahrt, blieb. Miranoff mußte des Glaubens sein, er befinde sich ganz allein, denn er rührte sich ebenso wenig als Hubert, denn Todtenflille erfüllte den weiten Raum " Wo' sich wohl Nadja befand?.... Wem mochte Semen . sie anvertraut haben? Hatte man sie 'auö dem Palais entfernt?.... Sie mußte ja sterben vor Angst! Aber wo sie suchen, um ihr Beruhigung zu bringen? Hubert warf einen Blick auf ten Grafen, 'und als er sah.-daß dieser noch immer in seiner tragischen Unbeweglichkeit verharrte, entfernte er sich mit unhörbaren ?azrtt::.".. Rasch g-ing er durch den Empfangsräum im Stil Ludwigs XIV'., den großen Festsaal und das Quellenzimmer." Vom Speifesaal aus eilte Hubert immer gerade aus, denn er sagte sich, daß die Gräfin in einem der äußersten Flügel untergebracht worden feig miAe, falls sie sich überhaupt noch iin Palais befand. Möglicherweife hatte Semen sie auch in rxn Garten getragen, wo sie jedenfalls noch besinnungslos lag und ihre Dienerinnen sich um sie bemühten. Die Vermuthung traf zu. Im Winterarten hatte der Muschik die ohnmächtige junge Gräfin auf einem Diwan niedergelegt. Dieser Wintergarten schloß sich zu ebener Erde an die Wohnräum,? an, dehnte sich aber lpch und breit wie ein Kirchenschiff noch weit hinaus. .Als Hubert eintrat, fand er. daß die Einsamkeit und Stille, die auf dem ganzen Hause Ästeten, sich ' hier noch empfindlicher fühlbar machten, als drüben im Speifesaal. In dem matten Schein der elektrischen Lampen zeichneten die fächerförmigen und gefiederten Wedel der stolzen Palmen und die lanzenförmigen Blätter der Drazänen ihre Schatten auf die mit weißem Sand bestreuten schmalen Wege; zwischen ihrem metallifch-glänzenden grünen Blattwerk öffneten große, blutrothe Blüthen ihre Kelche, und ein Springbrunnen ließ seinen Strahl in zahllosen Perlen in der tiefen Stille klang es wie leises Schluchzen zwischen vielartigen Farnen herniederrieseln. Hubert wollte eben wieder umkehren, als er die, die er suchte, auf sich zukommen sah. Frau von Miranoff war allein. Selbst ihre treue Mascha, die russische Kammerjungfer, war aus dem Hause geflohen; auch sie war angesteckt worden oon.dem panischen Schrecken, der außerhalb de Hauses eine angsterfüllte erregte Menge zusammengeführt hatte. Die Bewohner der benachbarten Häuser sowohl als die Dienerschaft rechneten auf ein ungewöhnliches Schauspiel: mit entsetzlichem Gelöse, in dem Schein gen Himmel steigender Feuergarben mußten jeden Augenblick die Mauern des Hauses zusammenstürzen. Nadja war nach kurzer Ohnmacht wieder zu sich gekommen; ein namenloser Schrecken bemächtigte sich ihrer bei dem Gedanken, unter blutigen Trümmern mit entstellten Leichen, die sie xicht zu erkennen wagen durfte, allein zu sein. Die Angst jagte sie auf und verlieh ihren wankenden Knieen die Kraft, sie zu tragen. 'Sie wollte hingehen und sehen, um an dem Anblick schnell zu sterben fühlte sie ja doch die wohlthuende Gewißheit, daß ihr Herz unter dem Uebermaß der Qual brechen würde. , Plötzlich stieß sie einen lauten Schrei aus: Herr von Br6naz stand vor rhr. Und nun kam in der grenzenlosen Verwirrung ihrer Gedanken und der Aufregung ihrer Nerven die Liebe, von der sie erfüllt war, zu elementarem Ausbruch. Weit breitete sie ihre Arme aus ihre schönen, von den in Unordnung gerathenen Perlen bedeckten nackten Arme und zog Hubert an ihr Herz, in fast feierlicher Umarmung, in der Umarmung wilder, unbezwingbarer Liebe.
Auch umschlang sie ohne ein . , . . .. kosung hätte die Empfindungen dieser Sekunde, die für die beiden die UnEndlichkeit umschloß, gestört.
rrrk
uorr, oyne emenuy. und druckte mit festgeschlossenen Kippen sein Gesicht in das Haar der junan Frau. Jede Lieb-
Langsam löste sie sich von seinem Herzen; ihre Arme glitten an denen des jungen Mannes hinab, beider Hände suchten und fanden sich und blieben eine Weile lang fest verschlungen. Nun trafen sich auch ihre Blicke, und sie betrachteten einander stumm, bis Thränen ihre Auaen verschleierten. Endlich sagte Nadja leise, aber ohne falsche Scham in entschlossenem Ton: Wenn Sie umgekommen wären, hätte üuch ich nicht weiter gelebt." Ach." entgegnete er, das wäre vielleicht für Uns Beide das Beste gewesen. da Sie ja einem Anderen gehören." Er vermochte diese Klage nicht zu unterdrücken, denn ihn konnte besonders' nach dem, was eben vorgegangen war der Ehebruch mit seinen Lügen. Erniedrigungen und dem mit einem Dritten getheilten Glück nicht befriedien dazu war das, was er an Nadjas Herzen empfunden hatte, viel ZU schön und zu tief. Und auch sie konnte sich an flüchtiger, mit ständiger Schande bezahlten Freuden nicht genllgen lassen er fühlte dies wohl, und liebte sie darum nur noch mehr. Seine Anspielung auf Herrn von Miranoff schien die junge Frau zu überraschen und zu verwirren. Ihre Züge veränderten sich plötzlich; bleich bis an die Lippen. mit.Augen voll Entsetzen wich sie zurück. Was ging in ihr vor?' Hatte sie die Gefahr vergessen, die ihr Gatte lief, und kamen ihr mit der Erinnerung auch Gewissensbisse?.... Oder war es ein anderer Gedanke?.... Ja. was hatte sie wohl gedacht und geglaubt, als Hubert sie allein aufgesucht hatte? Beide wandten die Blicke ab. die ihre geheimnißvollen Gedanken zu verrathen drohten. Nadja wagte nicht zu fragen: Ist er noch am Leben?" weil sie fürchtete, der Klang ihrer Stimme könne eine entsetzliche Hoffnung verrathen. Hubert dagegen wagte nicht, ihr Nachricht vom Grafen zu geben, aus Angst, sie könne glauben, er gebe ihrem Schweigen eine ungeheuerliche Deutung. Sc blieben sie Beide stumm. Mit grenzenlosem Weh bezahlten sie nun die Seligkeit ihrer. Umarmung, denn sie ahnten den Ekel, den das Verbrechen erzeugt, so gut wie die Entbehrungen und Prüfungen der Tugend. Nadja faßte sich zuerst wieder, und
agte: Wir haben unsere Pflicht erüllt und werden iries auch künftig hun!" Als er nicht antwortete, fuhr sie fort: Sie sehen, daß wir recht gethan haben.... mit Sonia.... Ach, sie ist eine treue Freundin. Ich habe es ja gewußt. ... sie hat uns doch Alle gerettet, nicht wahr?" Ja, sie war es." Rasch sagte Frau von Miranoff: Wir müssen uns in Acht nehmen!. . . . Man wird die Sache untersuchen! Wir dürfen aber ihren Namen nicht nennen. . . . selbst nicht, um zu sagen, daß wir ihr unsere Reitung verdanken." Das ist selbstverständlich." entgcgnete Hubert. O, das hieße sie der Rache ihrer Partei preisgeben!" Verlassen Sie sich auf mich, Nadja. Verlassen Sie sich ganz auf mich, meine Heißgeliebte," saate der junge Mann, als er ihre Angst bemerkte. ' Sie selbst dürfen von gar nichts wissen.... von gar nichts, nicht wahr?" Sie rang die Hände und' stöhnte: Ach, es ist entsetzlich. . . . entsetzlich. . . . entsetzlich!" , Muth," flüsterte Hubert, seien Sie stark.'... es kommt Jemand." Es war .Semen, der Mascha vor dem Palais gefunden hatte und sie nun zu ihrer Herrin zurück brachte. Von Gewissensbissen getrieben, war Mascha eine der ersten Personen gewefen, die es wagten, in das bedrohte Gebäude zurückzukehren. Die beiden treuen Dienstboten wunderten sich nicht, Herrn von Brönaz bei der Gräfin zu finden, war es doch nur selbstverständlich, daß er zu ihr geeilt war, um sie zu beruhigen. Nun aber erschallten schwere Schritte, und Nadja bemerkte auf der Schwelle des Wintergartens fremde Gestalten. Was soll das heißen?" fragte sie. Semen antwortete ihr auf russisch. Es waren Polizeibeamte und ein Trupp Feuerwehrleute, die die telephonisch durch die Gesandtschaft benachrichtigte Präfektur eiligst nach dem Palais Miranoff gesandt hatte. Die Feuerwehrmänner, trugen mit Sand gefüllte Kübel und begannen unter allen Möbeln, hinter allen Blumenflräuchern, ja selbst in den Klavierkästen, nach Bomben zu suchen. Die von Semen unschädlich gemachte Höllenmaschine ruhte, noch immer bedrohlich aussehend, auf einem kleinen Tisch,' wo sie von einem Hauptmann der .Feuerwehr und einem Polizeibeamten untersucht wurde, während sie mit Herrn von Miranoff plauderten. Nikolaus Feodorowitsch hatte seine ganze Kaltblütigkeit und seinen ganzen Stolz wiedergewonnen: er sprach nicht mehr davon, sich unterwerfen und sterben zu wollen. Herausfordernder, herber und verächtlicher als je blitzten seine stahlharten Augen unter den buschigen, weißen Brauen hervor. Als Hubert und Nadja erschienen, machte er einen fürchterlichen Eindruck auf sie. Miranoff küßte seine junge Frau auf die Stirne, und Nadja erbebte unter dieser Liebkosung. . Miranoff verlangte aber keine Rechenschaft von ihr über ihre Empfindungen. Es war ja Jedermann mit heiler Haut davongekommen! Wozu sollte man sich jetzt noch a.efühlvollen,.Änwandlunaen über-
lassen? er vacyle nur noch an Rache und Strafe! Gleichwohl saate er zu Nadja: Wenn Du Dich fürchtest, die Nacht in diesem Hause zu verbringen, so lasse ich Dich nach der Gesandtschaft fahren." Sie lehnte dies Anerbieten ab. Du hast recht." suhr er fort, man hat keine weiteren Bomben gefunden man scheint die im Speisesaal für.genügend gehalten zu haben. Welche Kühnheit! In meinem Hause! An meinem eigenen Tisch! Und während ich Gäste bei mir hatte.... Frauen! ....Die Elenden! Sie sollen's mir theuer bezahlen!" . Er wandte sich an den Marquis: Br6naz, Sie müssen mir sagen, c:.t Sie eö erfahren haben.!. ... Ich habe Ihnen noch nicht einmal gedankt, mein Freund, ja, ich glaube, ich habe sogar
einen Augenblick an Ihnen gezweifelt 1 1 Sprechen wir nicht davon," bat Hubert. Und als ihm nun der Graf die Hand hinreichte, drückte er sie in aufrichtiger Bewegung, denn wieder riß ihn die unwiderstehliche Begeisterung hin, die ihm dieser großartige, wenn auch barbarische Charakter einflößte. Nadja stand in ihrem langfchlppenden Ballkleid unbeweglich daneben, und sah jo bleich aus wie thre Perlen. Sie betrachtete die beiden Männer. Ihr Gatte sagte barsch: So ziehe Dich doch zurück! Du bist hier nicht an Deinem Platz!" Aufrecht und langsam entfernte sie sich; ihre schwere Schleppe rieselte und rauschte hinter ihr her. Eine unwiderstehliche Neugierde lockte sie in den Speisesaal: sie wollte sich noch einmal an die Tasel setzen, an ihren alten Platz, und sich ausmalen, wie die entsetzliche Katastrophe verlaufen wäre. Aber unter den Plüschvorhängen standen Männer mit Messtnghklmen und verboten ihr,'e!nzutreten. Trotz allem vergeblichen Suchen fürchtete man immer noch das VorHandensein irgend eines , unsichtbaren Mordinstrumenles. Nadja begab sich deshalb in ihr Schlafzimmer, verabschiede! Mascha und sank vor den Heiligenbildern in die Knie. Kaum hatte sie zu beten begonnen, als sie durch von außen eindringenden Lärm beunruhigt wurde. Ihre Nerven waren so erschüttert, daß der geringste Umstand ihr Angst einflößte. Rasch, ohne die Jungfer zurückzurufen, warf sie sich .einen Umhang über d Schultern und öffnete selbst ein Fenster. Was mag hier vorgehen?" fragte sie sich selbst. Was haben denn all diese Wagen zu bedeuten?" ' - Eine ganze Wagenreihe zog sich bis zur Auffahrt hin, und immer kamen noch weitere hinzu, deren Laternen durch die Nacht schimmerten. In einiger Entfernung wurden sie von Schutzleuten angehalten und zum Umdrehen veranlaßt. Aber hinten reihten sich immer neue an. . . . Und auf den Befehl der Polizisten antworteten aufgeregte Rufe, Herren stiegen aus, und in den Fenstern erschienen schreckensbleiche Frauengesichter, mit Blumen, Diamanten und Spitzen geschmückt. ; Ach, unsere GefeLschaft, unfer Konzert!.... Das hatte ich ganz vergessen!" - Nun wandte sie ihre Blicke auf den Volksauflauf, der sich auf dem Fuß steig der Avenue gebildet hatte. Die elektrischen Lichter am Thor warfen ihr bleiches Licht auf die wirre Menge und ließen einzelne Gesichter erkennen. Die Polizeimannschast wies diese mitternächtlichen Maulafsen barsch - zurück, ' denn 'mehr als einer hätte sich gerne in das offene Haus geschlichen, um unter -,hem Schutz der allgemeinen Verwir- ; rung den oder jenen kostbaren Gegenstand mitlaufen zu lassen es waren Menschen darunter, die ihre Haut schon unter weniger günstiaen Umständen zu Markte getragen hatten. Nadja hatte aenua gesehen; sie schloß ' das Fenster und kniete auf's Neue niem . . oer, oyne lnoeg veren zu rönnen, zann legte sie sich zu Bett, konnte aber auch den Schlaf nicht finden. ' Nicht einmal zu denken vermochte sie. Ihr körperliches und geistiges Sein haftete an diesem fernen, unbestimmten Lärm. Wiederum sah sie die lange Reihe von Wagen, die die geladenen Gäste herbeiführte.... alle hochgestellten. Mitglieder der russischen Kolonie und offiziellen Perfönlichkeiten der französifchen Republik. In jeden Wagen hinein dachte sie sich bekannte Gesichter und im Seist sah sie deren wechselnden Ausdruck, roenn der Polizist an den Wagen schlag trat und e . . r i . . . aaie: le ourien nicyr roeiicr vorahren.... die Gesellschaft findet nicht tatt.... d'r Spcisesaa! war unterminirt.... Der russische Gesandte ist beinahe umgekommen. ... es hat sich nur um ittn Minuten bandelt!. . . ." (Fortsetzung folgt.) Als ein langjähriger Schwindler und Dieb hat sich der Bankkasirer A. H. Gould in Platt Valley. Neb., der zu den Prominenten" des Ortes gehörte, entpuppt. Nach seinen eigenen Aussagen unterschlug er infolge fortgesetzter Fälschungen etwa $45,000, öhne je entdeckt zu werden, und weitere $5000 veruntreute er dadurch, daß er Depositens.ummen nicht in seine Bücher eintrug. Speku lation, im Getreide - Geschäfte verur.s sachte seinen Ruin. . Kürzlich wurde die Bank durch Dynamit vollständig zerstört und angeblich $1000 entwenUt; jetzt ist man der Ansicht, daß Gould den Einbruch verübte, um hierdurch seine Unterschlagungen auszu-
The Eminent KidtiLj and Bladder Specialist
srN i fmmr . r --asi ) j n rmmft Y3 1 febEn ' M Es sfeiKt ÄÄ f r 5 0-M i j. V wX i, i.is. VlV 1 . 1 WchMAftM WH MZOMD Tr
laSlZXUu2JiXC3lLa"i ne 3iicoverir es Sw at p-Elaat at "Work ia Eis Labort torj. Thcre is a disease prevaüir.f in this country most dangerous because so deceptive. Many sudden deaths are caused by it beart diseas. pneumonta, heart failure or apoplexy are often the result of kidney disease. If kidney troublc is allowed to advance the kidney-poisoned blood will attack the vital organs, or the kieneys themseives break down and waste avay cell by celL Thea the richness of the blood ths albumen . leaksout and the sufferex has Eright's Disease. the worst form of kidney trouble. Dr. Kilmer's Swamp-Root the new discovery is the true specif ic for kidney. bladder and urinary troubles. It has cured thousands of apparently hopeless cases. af ter all other efforts have failed. At druggists in fifty-cent and doliar säzes. A sample bottle sent fres by raail. also a book teilin? about SwampRoot and its wonderful eures. Address Dr. Kilrner & Co.. Binghamton, N. Y. and snention tftis paper. üm.Stoeffler a looit. 202 Nord Noble Str. AlteS Telephon 702 Call L. Fred. W. Cook, Staple und Faney Groceries. 1010 Madison Avenue. Altes Telephon Grecn 743. Waaren werden nach irgend einem Theile der Stadt frei abgeliefert. llnioiiMtatioii Hotel No. 6 West Lonisiaaa Straße, gegenüber dem Ostende der Hirt Station SAU IIORIIIE, Eigenthümer. Die feinste Bar in der Stadt. Vlleölncnlund erster Masse Teiedbon 8771. TVdnbeigar's Hotel, Europäischer yl. PAUL TRIETSCII, Eigenthümer. Schlafstellen 50c, Mahlzelten 25 c, Lunch 16 e. ine erste Klasse Bar ist it dem Holet verfcentat, too die beste Setränke nd Cigarre perab reicht werd?. --. - - - . .. . U . uch ei Brbierstnbe ist mit dem Hotkl ver bunde. 0, 2 u 14 West 5ouisiana St, dem Ost end Baggage Zimmer gegenüber. JohnBaiA, !m, Lipe und Cigarren.
.-rrT '"-T-HT-j i .
N
' inc schöne CanZ'Halle siebt mit ,;. lV4u in Verbindung. ; Ecke Michigan Stratze und 1 Warman Avenue. Haughville. Jacob Schulmeyer, SenWe' ; . WirthsHaft, 508 Süd JMnoiS Strafze. Warmer Lunch ' von 9 vormittags bis 1 Ubr Nachmittags Adolph FrQy0 (014 h-4m ftH Cotary Pnbllc, Tnmlatc?, . Gorrospcnflcnt etc - tlo. 970 Wort Klcdztf ZI U Elah CX Qz2.
