Indiana Tribüne, Volume 25, Number 152, Indianapolis, Marion County, 19 February 1902 — Page 7
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Slavische Leidenschaft.
Neman von Tanicl Lcsucur. Fortsetzung.) Qjut," sagte sie, oder nun noch ?:.r.: Bedingung: Sie erden mir Ihr Ehicnwort geben, daß Sir den Mann mit allen Ihnen zur Verfüzunz stehenden Mitteln schützen werden, nur mit keinem, das meiner Partei schaden könnte." Ich gebe Ihnen mein Wert." Ncch immer sah ihn Fräulein 5kawctschin mit einem so sonderbaren Blick an, daß es ihn kalt überlief. Langsam, leise, mit sehr ernstem Ausdruck sprach sie bann: Sagen Sie: Ich schwöre es beim Haupte NadjaL." Und ohne einen Einwand zu erheben. ohne sich unnüber.-veife geaen bin Scharsblick dieses fonderdäreil Madcbens zu vertheioigen, sprach er ihr ach: Ich schwöre e2 beim Haupt, 5!avjas Fräulein Kawetschin reichte ihm Die Hano und sagte: Sie sind ein Ehrenmann. Ich vertraue -Ihnen, wie ich Sergius selbst vertraue, aber trotzdem erschreckt mich, was ich Ihnen gefagt und versprochen habe, denn. . . Er wollte sie unterbrechen, aber sie fuhr fort, ihm die grenzenlose Berantwortung zu erläutern, die auf ihr lag, und enthüllte ihm Bedenken und Empfindungen, deren er diese stählerne Natur gar nicht für fähig gehalten hätte. Selbst der Ton ihrer Stimme hatte sich geändert; eine sanfte Muthlosigkcit klang aus ihren Worten, und ihre Augen wurden feucht. Ach, als die Wolke von kalter Begeisterung, in die ste sich zu hüllen pflegte, einmal zerrissen war, da war sie ganz Weib, ganz Slavin! Sie war die echte Tocbter ihrer Rasse, getrager. von den kühnsten Hoffnungen, von unendlicher Zärtlichleit erfüllt, und dann wieder von todtlicher Müdigkeit ergriffen. Sie fühlte' unendliches Mitleid für die Schmerzen des Lebens und eine geheime Neigung zum Tod. Von Egoismus war keine Spur in ihr: ihr Herz schlug der ganzen Menschheit entgegen, und sie fühlte alle Schmerzen derselben mit. Damit aber ging Hand in Hand der Haß, der glühende Haß gegen die Starken, die ihre Macht mißbrauchen, der Haß gegen die Satten, die schwelgen, und die Berachtung derer, die durch die ewige Nichtbefriedigung nicht immer höher gehoben werden. Im Innersten beunruhigt, schied Hubert von ihr, indem er sich wie seiner Zeit Pilatus Christus fragte: Wo aber ist die Wahrheit?" XII. Kapitel. Es war an einem Novemberabend. Auf die grauen Wege und die kahlen Rasenflächen der Avenu? du Dois fiel durch die kahlen Aeste der Bäume hindurch ein breiter Lichtstrom und bildete eine weithin sichtbare, große leuchtende Insel in der Dunkelheit. Die elektrischen Bogenlampen des Palais Miranoff strahlten nach außen hin so verschwenderisch als im Innern des riesigen Haufes. .Ein künstliches, cn Mondschein gemahnendes Licht goß seine Strahlen über den Garten, die Treppen, die Halle und spielte in den Blättern und Blüthen des Wintergartens. Die Gesellschaftsräume aber und der große Speisesaal waren durch das lebendigere und wärmere Licht der Hunderte von Wachskerzen erhellt, die allüberall vertheilt waren. Im Erdgeschoß sowohl als auch im ersten Stock des massiven Gebäudes blitzten alle Fensterscheiben in die Nacht hinaus, selbst die. die durch Spitzen und Plüschvorhänge theilweise verhüllt waren. Die bunten Fensterscheiben der Bibliothek funkelten wie Rubine, Saphire und Smaragden. Die um diese Zeit in diesem Stadtviertel nicht sehr zahlreichen Vorübergehenden blieben auf dem Fußsteig an der anderen Seite, gegenüber dem breiten, offenen Thore stehen. In den armen, müden, im Schein des elekirischen Lichtes so elend und blaß aussehenden Gesichtern funkelten die großen Augen voll Begierde, angesichts der flüchtig erblickten oder auch nur geahnten Pracht. Durch einige Fenster bemerkte man die Malereien an der Decke blühende Pflanzengruppen und die blitzenden Eoldrahmen dunkler Gemälde. Hinter den riesigen Fenstern der Vorhalle- huschte eine Scharr Livreebedienter eifrig hin and her, während draußen an der Anfahrt zwei Jäger in militärischer Haltung die Wagen erwarteten. Und doch war es erst halb sieben Uhr, es mußte sich also um ein Diner handeln. Tapezierer, die herauskamen, erklärten den Neugierigen, daß ein Diner mit nachfolgendem großem Empfang und Konzert stattfinden würde. , Sie selbst hatten eine Bühne errichtet, auf der, wie sie glaubten, die Patti singen werde. Auch der russische Gesandte wird erwartet," sagten sie. Bei diesen Worten überlief ein Schauer freudiger Neugierde die vor Frost Zitternden Menschen. Der Gesandte!. . . . Den möchte ich gerne einmal sehen!.... Ob er wohl in Uniform erscheint?.... So ist's recht!.... Diese Leute verstehen den Rummel!.... Ja. die vornehmen russischen Herrschaften, die sehen nicht auf's Geld! Die lassen die Pariser auch noch was verdienen.... da liegt noch was drin.,.. Es. lebe Rußjland!...."
Und diese Arbeiter. Straßenjungen und armen. Schlucker, die bei .einem Fest im Fauhourg Saint-Germain gemurrt hätten: Es ist eine wahre Schande, wenn, andere Menschen vor Hunger und 'Kälte fast krepieren! Nieder mit den Kapitalisten und den Protzen, nieder mit dem 2ldelspack!. . sie fühlten sich. hier. Angesichts der Schaustellung 'des Reichthums der Fremden, bei dem Wort Russen von begeisterter Rührung ergriffen. Vor dieser sonderbaren Schwärmerei für's Ausland zerschmolz jener grimme, unausrottbare Neid, der den Unglücklichen sonst gegenüber den Bevorzugten des Geschickes zu erfassen pflegt. Mit Hochrufen wurde der erste Wagen empfangen. den man wegen einer etwas auffallend und fremdländisch aussehenden Livree für den des Gesandten ge.halten hatte. Nun fuhr ein zweiter, cinfachec Wagen vor. dessen Kutscher die dreifarbige Kokarde am Hut trug, man spottete und höhnte, denn....
'es war nur ein französischer Minister. Nun folgte ein .kleines upee. das in flottem Trab durch das Hosthor und vor die Freitreppe fuhr. Ein einzelner Herr stieg aus der Marquis von Brönaz. Das Publikum war unzufrieden, als es die schwarze Gestalt sah. die einsam, ohne- eine rauschende, weiß und rosa schimmernde wcibliche Erscheinung, die mit einem rothen Teppich belegten Stufen emporstieg. Hubert trat in die Halle und ließ sich den Ueberzieher abnehmen. Dann schritt er. den Klaque unter dem linken Arm. hoch aufgerichtet und obgleich ihm alles Blut zum Herzen strömte mit unbeweglichen Zügen, während der Diener laus seinen Namen rief, durch einen Thürvorhang.... Und er erblickte sie! - Er sah sie seit ihrer Rückkehr aus Norwegen heute nicht zum ersten Mal. Der Graf und die Gräfin Miranoff hatten seine Besuche angenommen und ihn auch in kleinem Kreise zu Tisch bei sich gesehen. Aber diese alltäglichen Zusammenkünfte, auf die Hubert sich den ganzen Sommer über rasend gefreut hatte, hinterließen bei ihm nur ein schmerzliches Gefühl des Verstoßenseins und der Verbannung, denn Nadjas Lippen und Augen hatten nichts verrathen, nichts versprochen und an nichts erinnert. Hatte dies zwanzigjährige Kind, das er vor wrnigen Monaten unter der leidenschaftlichen Frage, seiner Augen hatte so schwach werden sehen, eine solche Willensstärke oder vermochte sie so gründlich zu vergessen?.... War sie geheilt?.... Litt sie vielleicht insgeheim?. . . . Oder hatte sie gar in der Langeweile ein übermüthiges, kokettes Spiel mit ihm getrieben? Ach. warum hatte Hubert seinen Vorsatz, abzureisen, nicht zur Ausführung gebracht?. ... Er würde weniger gelitten haben durch die Entfernung, als durch ein solches Wiedersehen. Hunderte von Meilen hätten ihn und sie nicht so abgrundtief von einander zu trennen vermocht, als ihre qleichgiltigen Blicke. Diese ruhigen Augen versetzten das Herz des jungen Mannes in den tollsten Aufruhr, und er überlegte hin und her, wie er sie zwingen könne, sich zu verrathen. Er wollte diese Augen und wenn auch nur für eine Sekunde bei seiner Kühnheit aufflammen, bei seinen Vorwürfen traurig oder, beim Anblick seiner Verzweiflung aus Mitleid feucht werden sehen. Ich werde schon Gelegenheit finden, mit ihr zu sprechen," sagte er sich; sie kann mir nicht immer ausweichen! Ich werde sie allein treffen und zwingen, mir zu antworten!" In diesem Augenblick verbeugte er sich vor ihr mit langsamer Feierlichkeit und der tiefsten Ehrerbietung, obalnch seine Knie vor Aufregung zitterten. Noch nie hatte er sie so schön, so aufregend schön gesehen. Sie trug ein Kleid aus zartrosa Brokat, mit Seidenmusselin besetzt und an der Taille mit herrlichen Perlen bestickt. Zwei Reihen derselben Perlen hielten statt der Aermel das Kleid zusammen und erhöhten durch ihren köstlichen Schimmer noch den matten Glanz der Haut. Die wundervolle Zeichnung des Halses, der Schultern und der Arme dlendeten den Marquis, der Nadja noch nie in ausgeschnittenem Kleid gesehen hatte, völlig. Nachdem Hubert Herrn von Miranoff und die vor ihm eingetroffenen Gäste begrüßt hatte, hielt er sich etwas abfeits, um nach Herzensluft Nadja beobachten zu können, die er noch nie so leidenschaftlich geliebt hatte, als in diesem Augenblick. Sein absichtlich ge dämpfter Blick schien wohl das qanze im Stil Ludwigs XIV. mit Wunderbaren Beauvaisschen Gobelins ausgestattete Gemach zu umfassen, aber in Wahrheit sah er nur die eine unvergleickilick Gestalt. Von der Mitte des weiten Raumes aus schritt Nadja schlank und aufrecht der Cefakdtin entgegen, denn soeben betrat der Vertreter des Zaren mit seiner Gemahlin das Gemach. Mit derselben unbeschreiblichen Anmuth, di.e Hubert schon im Spielsaal von Monte b.a?lo ausgefallen war, bot die Gräfin den Beiden die Hand. Aber diesmal machte diese leichte Bewegung noch einen viel tieferen Eindruck auf ihn, weil, die beiden schönen Arme sich nun in ihrer nackten Harmonie beweqten. S Die lange. Schleppe ließ Nadja noch ! ?.. -rjr- p f großer erlernen; langsam sotglen Huberts Augen den Falten des Ctoffes: von dem äußersten Saum bis zu den Linien, die zu leben schienen, weil sie mit denen des Körpers ineinander-
stoßen, uno von da dis ganz hinauf, wo sie sich inmitten der Perlen auf der Haut verloren. Aus den Perlen heraus wuchs der schöne Nacken, auf den aus einem griechischen Knoten kleine schwarze Löckchen herabquollen. Dieser dunkle Knoten war ebenfalls von eiüer Schnur Perlen umwunden, die ein so herrliches Massen hatten, daß man hätte glauben können, sie seien vergoldet. Hubert senkte die Lider, weil ihn ein Schwindel erfaßte. Und plötzlich ging eine sonderbare Wandlung mit ihm vor. Unter der äußeren Form des eleganten Kavaliers fühlte er. wie ihn jenes Bedürfniß nach Kämpfen und Thaten durchbebte, das ihn einst zu seinen kühnsten Abenteuern gedrängt hatte. Inmitten der kalten Pracht dieses Saales und dieser offi ziellen Gesellschaft, wo jede menschliche Leidenschaft unter den hergebrachten formen erstickt zu sein schien. 'tauchte emeS seiner afrikanischen Lager vor. seinem Geiste auf. Er erinnerte sich sehnsüchtig des naturwüchsigen Lebens, in dem er Leib und Seele mit eigenartiger Freude förmlich gebadet hatte, und seine Hand krampst? sich zusammen, als umfasse sie den Griff einer Wasse. Die Liebe erweckte plötzlich diese gewaltthätige Hälfte seines Wesens auf's Neue, und er fühlte ein heißes Verlangen, herauszufordern und zuzuschlagen. Er litt so unendlich darunter, in Gegenwart dieses bezaubernd schönen Weibes, das zweiSchritte von ihm entfernt lächelnd die alltäzlichsten Dinge anhörte, gelassen die Rolle des gleichgiltigen Weltmannes festhalten zu müssen, daß er am liebsten durch irgend ein plötzliches Hanseln alle Schranken der gesellschaftlichen Formen niedergerissen hätte. Noch ahnte er nicht, wie rasch ,ihm f F V m
oer LUsau zur Erfüllung ,::ner Wünsche behilflich sein würde. Die Diener schoben die vierfachen Theile einer großen Thür zurück, die in den mit Blumen, Krystall und russischem Silberzeug üppig ausgestatteten, in Hellem Lichtschein erglänzenden Speisesaal führte. Die im byzsntinifchen Stil aus Gold und buntem Email verfertigten Tafelaufsätze waren seltene Kunstwerke. Das Tischtuch cct mit einer Veilchenguirlande in natürlichen Farben gestickt, und dahinter waren lebende Veilchen mit vollen Händen ausgestreut, während in der Mitte des Tisches ein Berg von Vlumen den Fuß einer großen elektrischen Lampe verhüllte, deren mttdes Licht durch Blattwerk verschleiert war. Diese Helle badete die Decke des großen. Gemaches mit ihrem milden Licht und beleuchtete das alte Grün der Füllungen. sowie die italienischen Fayencen und die aus der Renaissance stammenden Truhen aus limousinischem Email. Die Tafel selbst wurde außerdem von einer Fülle von Kerzen in zweiarmigen Meißener Leuchtern erhellt. Keiner der kleinen Leuchter glich dem anderen, aber alle waren mit denselben Lichtschirmchen aus rosafarbener Gaze und Spitze versehen. Etwa zwanzig. . durch Geist oder Rang ausgezeichnete Gäste schritten auf diese prächtige Tasel zu. Voraus ging der Herr des Hauses, der riesige Nikolaus Feodorowitsch mit der russischen Gesandtin; dann folgte der Öz sandte mit Frau von Miranoff; hierauf kam der französische Minister des Auswärtigen, auf den eine ganz weiße und ganz blonde slavische Prinzessin mit oberflächlichem Gesichtchen schon einen tiefen Eindruck gemacht ' hatte. Br6naz führte die etwa vierziajährige Gattin des Ministers, deren reife Mlle und bürgerliche Würde allerdings einen scharfen Gegensatz bildete zu der fast unkörperlichen Anmuth der kleinen moskowitischen Fee. Fünf oder sechs andere Paare machten den Beschluß. Als der durch die Schleppen der Damen sehr verlängerte Zug an einem zurückgeschlagenen Thürvorhang vorüber schritt, bemerkte man den großen Saal in der Mitte des Palais und die Vorbereitungen zu dem Konzert, das hier stattfinden, sollte. Eine etwas trockene Stimme erkundigte sich bei Hubert nach seinen musikalischen Liebhabereien die Frau des Ministers begann die Unterhaltung mit ihm. Der junge Mann schrak zurück vor der Nothwendigkeit, sprechen zu müssen. Immerhin that er während . der Suppe sein Möglichstes, was ihm dadurch erleichtert wurde, daß seine Partnerin ihn fragte, und er nur zu antWorten brauchte. Ueberrascht durch das barbarische Aeußere und die Tracht des unvermeidlichen Semen, der hinter dem'Grafen stand und so ganz anders aussah, als die übrigen Diener, suchte sich seine Nachbarin durch ihn über diese ihr ganz fremde Umgebung aufklären zu lassen. Sind Sie schon in Rußland geWesen? Ist das in Petersburg Mode? Dieser große, unbewegliche Kosak hat doch echtes Lokalkolorit! . Nicht wahr. Marquis, eigentlich soll hinter jedem Stuhl einer stehen?" fragte die große Dame der Republik mit ihrer heiferen. verschleierten Stimme halblaut, indem sie bei jeder Gelegenheit den Titel des Marquis einstießen ließ. Das ist wohl wahr, gnädige Frau." antwortete der junge Mann mit seinem etwas spöttischen und traurigen und doch anmuthigen Lächeln, aber semen ist gleich groß wie Herr von Miranosf. und es sitzen Gäste an diesem Tischs denen es vielleicht nicht erwünscht wäre, diesen schonen Riesen ständig ; hinter sich stehen zu haben." I Die Dame kicherte etwas gezwungen, denn ihr Gatte, der Minister des Aus- ' wärtiaen. war.ein schmächtiger, kleine;
Mann, der z:cy unaoiüsstg hin und her bewegte, um den Einoruck hervorzubringen, seine Persönlichkeit nehme mehr Platz ein, als in Wirklichkeit der Fall war. ' ' Nicht wahr, Sie sind schon in Petersburg gewesen, Marquis? . . Er antwortete nicht. Von, aller Welt unbemerkt, hatte sich etwas für ihn entsetzlich Bedeutungsvolles ereignet. Während des hastigen Hin- und Hergehens der Diener, die Teller und Schüsseln zu wechseln hatten oder den Wein in die zahlreichen Gläser ein-' gössen, war ihm ein kleines Stückchen Papier in die linke Hand geschoben worden. f Welcher von all diesen in terrekter 'Livree steckenden, mit unbeweglichem Gesicht ihre Obliegenheiten erfüllenden Dienern war es wohl gewesen? Hubert vermochte es nicht zu sagen. Auch ein rasch nach hinten geworfener Blick verrieth ihm nichts. Sicher war es nicht der Lakai., der sich ihm in der nämlichen Sekunde, eine Weinflasche in jeder Hand, näherte und ihm in's Ohr flüsterte: Johannisberger oder Tokayer?" Während sich der Mann berabbeugte, um den Rheinwein in den Römer zu gießen, warf Hubert einen Blick auf das Papier, das ihn in seiner halbgeschlossenen Hand, förmlich brannte. Kalter Schweiß trat ihm aus die Stirne und seine Haare schienen zu Berge stehen zu wollen. Er hatte das Zeichen erkannt, durch das ihn Fräulein Kawetschin verabredetermaßen vor einer großen, unmittelbar drohenden Gefahr warnen wollte. Ganz zuerst empfand er nichts als eine unbestimmte Angst, die Unfähigkeit,. zu begreifen und zu handeln eine Art Wahnsinn, die ihn niederschmetterte. Endlich verlor sich die Starrheit seines Blickes er schlug ihn wieder auf. Auf allen Gesichtern ringsum lag ein Abglanz von Freude. Stolz und Sicherheit, ein Eindruck, den der Wiederschein der kostbaren Tafelgeräthe, der zarte Duft der Veilchen noch steigerte. Die geflüsterten Plaudereien wurden ausdrucksvoller: die Männer erwogen die Aiefe ihrer Aussprüche, die Frauen legten bewußt Gleichgiltigkeit oder Lebhaftigkeit in ihre Züge. Jeder schwelgte in der Täuschung, einen besonderen Zauber auszuüben, Alle in der Ueberzeugung, in diesem Spiel vorübergehender Verführung, das die Unterhaltung der Gesellschaft bildet. Erfolg zu erringen. Die persönliche Eitelkeit eines Jeden kam auf ihre Kosten, wenn er sich der
Eitelkeit des Nächsten dienstbar erwies. Und nun sollte die tragische Wirklichkeit all den schönen Schein zerstören!.... Von wo drohte der Blitzschlag?.... Und was sollte er diesen Menschen sagen? Hubert, der wie durch ein Alpdrücken gelähmt, einige Augenblicke regungslos blieb, wäre wohl nicht so schnell Herr über, diese quälende Starrheit geworden. wenn cr nicht den Blick Nadjas auf sich gerichtet gesehen hätte. Mit Schrecken hatte sie die Blasse des jungen Mannes und seine verstörten Augen bemerkt. Sie glaubte, die Leidenschaft verwirre ihn, er gräme sich, er sei eifersüchtig Ihr Herz war voll Mitleid und Angst, und diese beiden Empfindungen malten sich deutlich auf ihren klaren Zügen. Von nun an dachte er nur noch an diefe Frau. Sie. sie allein mußte er retten! Die Nothwendigkeit, sie der Gefahr zu entreißen, gab Hubert seine Kaltblütigkeit wieder zurück. Wieder blickte er auf das Papier in seiner Hand, und während er dadurch in die Wirklichkeit zurückversetzt wurde, bemerkte er zu seiner Verblüffung, daß der Diener jetzt erst mit dem Einschenken seines . Johannisbergers fertig wurde. Die fünf Sekunden, die er seit Empfang des Papieres durchlebt hatte, schienen ihm ebenso viele Stunden gewesen zu sein. Nun er wieder ruhig geworden war. verstand er den Sinn der geheimnißvollen Botschaft sofort. Es war eine Art Rebus, doch sehr leicht zu errathen. Eine Bombe war in diesem Zimmer, und zwar unter Blumen, verborgen. Würde Nadja noch Zeit finden, das Gemach zu verlassen, ehe dies Werkzeug der Vernichtung seinen Zweck erfüllte? Hubert erhob sich. Bei diesem sonderbaren Vorgehen richteten sich alle Blicke auf ihn. Er war so bleich und so erschreckend ernst, daß mehrere Personen, von plötzlicher Angst befallen, ebenfalls . von ihren Sitzen aufsprangen. In der Linken - hielt er ein Blatt Papier krampfhaft fest, während er die Rechte wie betheuernd fest auf die Brust drückte. (Forschung folgt.) In rapidem Verschwinden begriffen sind die Vuffaloherden des Yellowstone-Park. Im Hayd?nThale ist die 30 Köpfe starke Herde im verflossenen Jahre auf 18 zusammengeschmolzen, un'v die übrig gebliebenen Exemplare sind kaum stark genug, um die Härten des Winters zu überstehen. Die Elche dagegen scheinen in dem Park prächtig zu gedeihen und : die Zahl derselben auf den Regierung?ländereien wird auf 50.000 geschätzt. Auch Antilopen sind sehr zahlreich. Man beabsichtigt 'einen großen Zaun quer über 'das Gardiner Cannon zu ziehen, um die Thiere am Verlassen der Park-Resevation ?u hindern, da sie außerhalb derselben den Büchsen der Jäger zum Opfer fallen.
GE0. PETER DIERLE, Besitzer deS
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