Indiana Tribüne, Volume 25, Number 151, Indianapolis, Marion County, 18 February 1902 — Page 7
JaLtana Tribune. 18 Februar IUVS.
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lavische Leidenschaft.
Nomzn von Tanicl Les.eü?.' iJonsetzung.) Und Nadiz erforsch!? nsuattrig die f tiefsten Tiefen ihrer Seele, um mit der Freude eines Eelzhalses in den LlZbesschützen, die sich dort, ihr seüft im bewußt, angesammelt hatten, zu wüh len. Tiefe relzoolle.BeschaftlgUNz oe !, ruhigte ihr Gewissen und befriedigte lhr Meij. Wie hätte sie sich etwas zum 'VoriVurf machen können, das c,ne ihr Wissen und Wollen in ihr entstanden war? In welchem gegebenen Augenblick hätte sie sich verbieten sollen. Huö:rt zu lieben? So weit sie auch ihre gemeinschaftlichen Erinnerungen zurück verfolgte, sie fand sich schon immer als Beute des verhüngnitzoollen und doch so süßen Uebels. Wer weiß vielleicht hat sie ihn geliebt, schon C)t ße ihn kannte! Denn nun kann sie die Nadja vor der Zeit dieser Liebe gar nicht mehr verstehen, glaubt aber zu .wissen, ta& in dem damals noch sturnrnen und blinden Herzen eine Erwartung, eine Hoffnung, ein geheimnißvolles Sehnen aeruht hat, dessen Gegenstand und Ziel er gewesen ist. . Nein, sie mag ihr Gewissen so ehrlich erforschen, als wie sie will, sie ist und bleibt überzeugt, daß es nicht von ihrem Willen abhängig war, Hubert zu lieben oder nicht zu lieben. Aber die nämliche junge Frau, die ihrem Empfinden den freien Willen bestritt, hätte geglaubt, lästern, wenn sie sich auch den freien Willen d:r That abgesprochen hätte. Während sie ihr Herz widerstandslos der siegreichen Leidenschaft überließ, glaubte sie sich doch stark genug, ihr äußeres Leö:n und ihre Person gegen diefe zu oertheidigen. Da sie streng gegen ihre Handlungen und nachsichtig gegen ihre Gedanken und Empfindungen war, zeichnete sie sich eine unverruckbare Verhaltung-linie vor. bei der 'auch der Schatten einer Versuchung ausgeschlossen, sein mußte. Dank ihrem Eifer waren die Vorbereitunzen zur Abreise rasch getroffen. Herr von Brnaz hatte mehrmals im Palais Miranoff vorgesprochen, war aber nur angenommen worden, wenn der Graf und Nadja ihn zusammen hatten empfangen können.' Diese muthige Ehrenhaftigkeit deranlaßt? die Gräfin aber, eine Unvorsichtigkcit anderer Art zu begehen. Sie schrieb direkt an Fräulein Kawetschin. um ihr mitzutheilen, auf welche Weise sie unerkannt die Summen erheben könne, die ihr von Nadja zur Äer fügung gestellt wurden, und um so viel als möglich den nun in doppelter Hinsicht gefährlichen Verkehr zu beschränkeu, entband sie die Nihilistin von der Verpflichtung,, ihr .Rechnung zu legen. Sonia kannte der Gräfin Absichten, und diese war von der Zuverlässigkeit Sonias überzeugt, trotzdem ersuchte sie Nadja. diesen Brief und alle anderen auf sie bezüglichen Papiere zu verbrennen. Nachdem sie ihrer Ansicht nach die Pflichten der Freundin und der Gattin aus diese Weise bestens erfüllt hatte, glaubte die Gemahlin von Nikolaus FcodSrowitsch, sich das Recht erworben zu haben,, ihren süßen Traum, weiter zu träumen. , Naturgemäß wurde das Zusammenleben mit ihrem Gatten an Bord ,der Jacht Newa" ein engeres, wenn auch nicht vertraulicheres. Nun wußte sie es dem von ihr noch immer bewunderten. aber mit welcher Kälte bewunderten! General Dank, daß er in seinem despotischen, männlichen Stolz eine moralische Schranke zwischen sich und dem Weib, diesem launischen, unwissenden, gebrechlichen Wesen, mich tet hatte. Auf diese Weife blieb' für Nadja die Einsamkeit der Seele gewahrt, die für jedes, von einer unerrneßlichen Liebe erfüllte Wesennoch unendlich kostbarer ist, als die Einsamkeit des Körpere. So hatte sie ihre Gedankenwelt für sich allein, diese geheirnnißvoll hin und her wogende Gedankenwelt. des Weibes, für das der rauhe Staatsmann und Soldat eine nur schlecht verhehlte Geringschätzung empfand. Niemals war es Miranofs eingefallen, anders als durch einen spöttischen Scherz von Dem Notiz zu nehmen,' was die schönen, düsteren Augen auf der weiten Meeresfläche zu sehen schienen während de: langen Stunden, die Nadja sich auf dem Deck der Jacht aufhielt. Niemals hatte er mit unruhig besorgtem Blick diese Augen gesucht und sie gefragt, aus welchen beunruhigten Tiefen die zwei Thränen emporgestiegen waren, die leise und langsam die Wangen hinabrollten. Für ihn war das Weib ein kindisches und instinktiv empfindendes Wesen. Gewiß, man konnte das Weib lieben aber es ernst nehmen nie. Das wäre eine doppelte Verirrung des Mannes gewesen, die sowohl den Nimbus, der den Mann in den Augen des Weib:s umgibt, beeinträchtigt, als auch sein männlickes Urtbeil und sein 50er halten ungünstig bttnsiUßt hatte. Ni kolaus Feodorowitsch war in dieser Beziehung, wie in manchen anderen Tlngen auch, mehr Allate als iuro päer. Er hatte nicht das Feingefühl höchster Bilduno. das m den zartesten Beziehungen ein inneres Verständniß zwischen beiden Geschlechtern herstellt. sobald erst der Mann entdeckt, was das Weib vorausgefühlt bat. In dem Nervenleben derFrau sammeln sich unaussprechliche Schauer, die wohl vom Zauber der Kunst heraufbeschworen werden, die ober kür die Nrlität des
nüchternen Verstandes und die gewöhnheitsmäßige grobe Sinnlichkeit stets unverständlich bleibe werden. Trotz seiner' sechzig Jahre hätte Graf Miranoff die Liöe seiner Frau aewinnen können, wenn er gewollt hätte so tief wurzelt das Bedürfniß, zu lieoen. im Herzen der Frau. Nachdem aber die Zauberpslae fcc:' gcblich versucht hatte, sich in der unfruchtbaren Atmosphäre von Dankbartit. Achtung und Bewunderung zu ent. sollen, hatten sich ihre mimosenhaften Blätter wieder geschlossen. Nun aber fuhr der heiße Lufthauch über sie hin. und sie öffneten und entfalteten sich wieder ur.b wucherten fröhlich weiter. Diese zwanzigjährige junge Frau, die die Liebe nicht rannte, unterlag ihr. wie man ihr eben unterliegt, wenn man sie nicht kennt mit geschloeneu Augen, ohne Ahnung von den öch'lingen, die sie legt, bezaubert und angelockt von ihrem Mysterium. Die Reife nach Norwegen entzückte und . bezauberte Nadja. Durch die Trennung beruhiat, berauschte sie sich ohne Furcht und saft ohne Bedrnken an dem gefährlichen Glück, von ihm geliebt zu werden. . . Er liebt mich! . . . Also es ist wahr!... Er liebt mich!.." Ein kurzer, aber beständiger Gedanke, während dessen die Zeit enteilte und die Landschaften vorüberflogen. Das blitzende Meer dehnte sich in unendlicher Fläche vor ihr aus; röthlich; granitne Vorgebirge bohrten sich gleich verankerten Schiffen in seine silbern schimmernde Fläche ein; aus der düsteren Tiefe der Fjorde klang das eintönige Rauschen von Wasserfallen herüber und im Hintergrund hoben sich die mit Schnee oder Tannen gekrönten Spitzen der skandinavischen Alpen scharf vorn blauen Himmel ab. Er liebt mich . . dachte sie immerzu, und
wen iyre ottle rem und ihre ?inne beinahe unberührt waren, wünschte sie nichts weiter. Ihr war die Geduld zu eigen, die aus der Unendlichkeit des Gefühles und der auf eine lange Zukunft und Verwirklichung aller Pläne Hofsenden Jugend entspringt. Welch tiefer Unterschied zwischen dieser schuldigen Unschuld und den ungestümen Kämpfen, in denen sich mittlerweile in Paris die Seele des Marquis verzehrte! In diefern Jahr fand der berühmte Reisende, daß sein Schloß in der Normandie viel zu weit von der Hauptstadt entfernt war. Jede Qrtsveränderung erschien ihm zu langweilig und zu umständlich. Den Vorstellungen seiner Freunde gegenüber, die ihn auf ihre Landgüter, zu Ausflügen undKongressen im Ausland mitnehmen wollten, erklärte er. sich in die Einsamkeit seines Palais in der Rue Babylone zurückziehen zu wollen, um seine Tagebücher zu ordnen und ein Buch über seine Forschungen in Mittelafrika zu verfassen. Gleichwohl konnte er nicht eine Zeile schreiben. Morgens pflegte er einen Spazierritt zu machen. Nachdem er über die Brücken geritten war. bog er in einen der breiten Wege ein, die ern Are de Triomphe einmünden, und verfolgte mit Herzklopfen die Avenue du Bois, wo er das massige, verschlossene Palais Miranoff stumm vor sich liegen sah. Nein, es ist zu dumm." dachte er und machte eine zornige Bewegung, als sein Herz ihm an diesem Punkte des Weges die Brust mit dumpfen Schlägen zu sprengen suchte. .'. . Wie in aller Welt ist denn unser elender menschlicher Mechanismus zusammengesetzt? . Was soll denn dies thörichte Herzklopfen bedeuten angesichts eines geschlossenen Hauses, in dem mich Niemand erwartet und ich Niemand zu sehen erwarten kann? ..." Mit einem etwas krampfhaften Schenkeldruck trieb er sein Pferd an, daß es sich in Galopp sehte. Nach einigen Tagen war das Thier so daran gewohnt, daß es an dieser Stelle von selbst in Galopp fiel und ungeduldig wieherte, wenn es sich zurückgehalten fühlte. Na, mir auch recht." sagte der junge Mann zu sich selbst, indem er die Zügel locker ließ, offenbar beherrschen die Instinkte die Welt! Im nämlichen Augenblick. ' wo ich gegen eine wahnwitzige Leidenschaft anzukämpfen versuche, scheinen sich der Galopp meines Pferdes und das Pochen meine Herzens in ihrer mechanischen Uebereinstimmung über meine Vernunft lustig zu machen und meinem festen Willen zu mißtrauen." Als er eines Morgens auch wieder am Palais Miranoff vorüberritt, fuhr ihm ein erschreckender Sedanke durch den Kopf. 'Dieser Mann ist zum Tode verurtheilt! Wenn ihn die Nihilisten ' ermorden, wird Nadja frei." War es' überhaupt ein Gedanke gewesrn? Er kleidete sich nicht in Worte bei diesem ehrenhaften Mann, aber wie em feines Gift drang er ihm in alle Adern und erfüllte ihn ganz. Als er sich dessen bewußt wurde, lief ihm ein Schauer über sein kurz oefchorenes Haar; sein ganzes Wesen empörte sich dagegen und mit Zähnelnirschen unterdrückter, einen derben Fluch. Habe ich, Hubert von Br6naz, sei che Gedanken? Ist dies menschenmöglich?" An diesem Tage rannte er. die Zigarette im Mund, in den kllblen, durch Fensterläden und seidene Storeö aegen die Sonne geschützten, theils -nlt ererbten Möbeln, theils mit Reiseinnerungen ausgestatteten Gemächern seines Palais gesenkten Hauptes auf und ah In seinem Inneren machte er ?inen jener demüthigenden Kämvke durÄ. bei
denen man die innere Unwahrheit jedes Widerstandes empfindet und nichtL mehr wilnscht. als z.i unterliegen. Ich sollte abreisen." dachte er. iÄ sollte eine neue Reise unternehmen!
Meine Lage ist schrecklich!- Meine Ec:-! r:nhaftigl:it ist hier zu großen Anfchtungen ausgesetzt." Dieser Mann, der so oft geliebt worden war und sich so häufig selbst d:: Empfindung ' der Lieb: vorgetäuscht hatte, glaubte nicht wie Nadja an da" immerwährende Vorhalten keusch:? Träume. Schon war: sein Herz und seine. Sinne von eifersüchtigem Verlangen erfüllt, schon tob:e in seinem Vlut gebieterisch die männlich: Leidenschaft, mit einem gewissen Dürst nach Blut und nach Wollust vermischt. H:ute war Brön.-.z nahe daran ,d:n Grafen Miranoff zu hasfen. und c? war sich dessen wohl bewußt. Ja, wenn er sich hätte mit ihm schlagen, wenn er mit dem riesigen Manne, der ihn, den Jüngeren, trotz seines hohen Alters so leicht niederzuschmettern vermochte. Vrust an Brust um das angebetet: Weib hätte kämpfen können! . . . O wie schön war ehedem die offene Nebenbuhlerschaft der Männer, der ehrliche Streit um ein lachendes, schönes Kind, das der Sieger in seinen Armen triumphirend davonträgt! Aber diese Zeiten sind vorüber! Die Sitten unserer zivilisirten Gegenwart machen es einer Wittwe unmöglich, den Mörder ihres Gatten zu heirathen. Und wie hätte der Marquis von Brönaz mit diesem slavischen Helden, vor dessen Laufbahn er Ächtung empfand, auf dessen Freundschaft er so stolz gewesen, einen Streit vom Zaun brechen können? Welche Feigheit wäre es gewesen, einen Mann in solch tragischer Lage, einen Mann, um dessen Haupt ständig di: Schwingen des Todes rauschten, so frevelhaft herauszufordern! Was blieb ihm also übrig? . . . Abwarten. Aber selbst die Erwartung hatte etwas Schändliches an sich, denn trotz allem und allem wurde sie durch ein abscheuliches Hoffen erleichtert mordeten andere Hände den Grafen, so öffnete sich kein Abgrund zwischen dem Marquis und der jungen Wittwe. Mit Schrecken beobachtete dieser klar sehende Mann die Entfaltung derart!ger Gedanken in seinem Inneren. Vergeblich suchte er dies Dunkel durch das von seinem Gewissen und seinem ehrlichen Wollen ausströmende Licht zu erliellen einen Augenblick zertheilte es sich, aber nur um sich gleich nachher um so finsterer zusammenzuballen. Also unterlag die menschliche Natur selbst auf der höchsten Stufe ihrer EntWickelung sofort den niedrigsten Trieben und die angespannteste Willenskraft vermochte nicht, einen derartigen schmachvollen Widerstreit zu verhüten! Welche Demüthigung für einen stolzen Mann! Selbstverständlich konnte Herr von Vrönaz von einem Augenblick zum andern einen glänzenden Sieg erringen: er durfte nur ein; neue, noch gefährlichere Forschungsreise antreten und so der Wissenschaft und er Ehre sein Leben zum Opfer bringen. Er war nah: daran, es zu thun ... er that es aber nicht. Mit Leib und Seele widmete er sich einer anderen Aufgabe, dem Werk, zu dem er und Nadja den Plan aus dem Felsen von Monte Carlo entworfen hatten. Er studirte den Nihilismus. Das hieß sich doch noch mit rhr befchaftigen, und das Bewußtsein, ver geheime Vertheidiger des Mannes zu sein, dem er den Tod wünschte, hob ihn in seiner eigenen Achtung. Auch sein außerordentlich rasch arbeitender Verstand kam bei dieser Gelegenheit zu seinem Recht. Und welche Anregung zum Nachdenken fand nicht ein philosophischer Geist in dieser unterirdischen sozialenArbeit, die unter den verschiedensten Namen und durch die verschiedensten Mittel daS alte Europa unterwühlt! Er fing an, Sonia Kawetschin und Sergiüs Krilovsky zu besuchen, die sich anfangs zurückhaltend und mißtrauisch benahmen. Nach einiger Zeit verstanden sie ihn aber sehr gut. Der Scharfblick des Polen fand bald heraus, daß der hellblickende Verstand und die Ehrenhaftigkeit des jungen Edelmannes sichere Gewähr für seine Zuverlässigkeit boten. Hubert war von ehrlicher Wißbegierde erfüllt und konnte, wenn er erst feine Vorurtheile besiegt hatte, ein Freund der Sache und vielleicht ein Jünger derselben werden. Thatsächlich empfand der Marquis von Brenaz viel mehr Sympathie für die sozialenReforrnen, seit er eingesehen hatte, daß Sergius und Sonia zum doktrinären Nihilismus neigten und mit dem terroristischen Nihilismus nur in Verbit dung blieben, um ihn mit dem ihnen eigenen Geist der Mäßigung zu durchdringen. Sie strebten danach, die beiden Gruvpen zu verschmelzen und den vorgeschrittenen und Wissenschaftlichen Methoden im Großen und Ganzen das Uebergewicht zu verschaffen. Im Verlauf der ernsthaften Gesprache, die in der Rue de Sommerard stattfanden, wurde keinerlei Gewaltmaßregel befürwortet. Die Nationalokonomie wurde als der Hauptträger der Neugestaltung der Gesellschaft angesehen, als der gewaltige Hebel, der die Völker von bem Joche befreien soll, das ihre Nacken wund drückt. ?ln Anwesenheit von Seraius ergriff ! 'Sonia nur selten das Wort, und Hui be'rt fand das junge Mädchen anziehenI der in dieser bescheidenen Haltung, als ' wenn sie in ihrer energischen, trockenen Weile ihr Glaubens bejenowiö' ver-
lernte. s,enoar yanc eic hjoiuu . in. wi. rnt:i:i nicht alle weibliche Anmuth in ihr zerstört sie verstand zu lieben und zu schweigen. Vielleicht entpuppte sie sich frech am End: als eine ebenso zärtliche Freundin wie Geliebte. Als er einmal allein mit ihr war. sprach er von Frau von Miranoff. Ich liebe Nadja wie eine Schwester." erklärte Fräulein Kawetschin. Aber Sie hassen ihren Gunahl? Meine Partei haßt ihn und ich bin solidarisch mit den Gefühlen meiner Partei." Und würden Sie sich auch mtbrein Vorgehen solidarisch erklärenTiaus sie Nikolaus Feodorowitsch zum ööde verurtheilte?". Sonia erblaßte und ihr Mund zittertc. Sprechen wir nicht davon," sagte sie. Warum denn nicht?" Ich habe nicht das Recht dazu Aber hatten denn nicht Sie undJhr Verlobter die nihilistischen Attentate für thatsachliche Verbrechen, ja sogar für ungeschickte Verbrechen, die den Sieg der Sache chintanhalten?" Gcwiß." 'Nun also?" Wir geben uns Muhe, Gewaltthaten zu perhüten, aber wenn trotzdem solche begangen werden, so nehmen wir die Verantwortung dafür auf uns Und, wurden Sie sich auch zum Werkzeug solcher machen" Ein Schatten verdunkelte die grüiu:n Augen der jungen Russin, aber mit grausamer Entschlossenheit blieben sie auf die des Marquis gerichtet. Ihr Geficht, das , erst dunkelroth geworden war, erblaßte bis in die Lippen. Sie schwieg. Haben Sie doch den Muth, mir zu antworten, gnädiges Fräulein." sagte der junge Mann mit einem herausfordernden, bitteren Lächeln. Oder rnjßtrauen Sie mir vielleicht?" Sie schüttelte den Kopf. Also wünschen Sie, daß ich aus Ihrem Schweigen den Schluß ziehe, daß, wenn Ihre Partei, die Ihre BeZiehungen zur Gräfin kennt. Sie 'für die geeignete Person hielte, den Grasen zu beseitigen, und Ihnen den Revolver in die Hand drückte Sie " Sonia unterbrach ihn mit einem Schreckensruf, gab aber danach keinen Ton mehr von sich. Ohne seinen Satz zu vollenden, betrachtete sie der Marquis mit einer Traurigkeit, die etwas-Hartes' und Verächtliches an, sich hatte. Fräulein Kawetschin ertrug diesen Blick und war von ihren Gedanken zu sehr in Anspruch genommen, als daß er ihren Zorn hätte erregen können. Endlich fand sie wieder Worte. Hören Sie, Hubert von Brönaz, ich will Ihnen einen Vorschlag machen. Aber ob Sie nun auf ihn eingehen werden oder nicht, so müssen Sie mir schwören, daß Sie' mit keinem Menschen in der Welt darüber reden werden." Ich schwöre Ihnen, mit Niemand davon zu sprechen." Selbst nicht mit Sergius." Er war wohl erstaunt, daß sie ohne Vorwissen dessen handeln wollte, den er für ihren Geliebten hielt, aber er versprach ihr auch dies. Ich kann Jhnen." fuhr sie dann fort, weder die Absichten meiner Partei verrathen, noch sagen, in welchem Maße ich etwa gegebenen Befehlen zu gehorchen , gedenke, aber ich kann Ihnen versprachen, Ihnen den Tag. mitzutheilen, an dem der Graf Miranoff von einer unmittelbaren Gefahr bedroht sein wird." Nun war die Reihe zu erbleichen an Brönaz. Kalter Schweiß perlte von seinen Schläfen. Also im gegebenen Augenblick sollte er er i das Leben dieses Mannes in den Händen haben. O nein! . . . Nur dies nicht! . . . Niemals .... Er war seiner selbst nicht ncyer! Aber als Sonia sich über sein, verandertes Ausseyen zu wundern be gann, als er in dem Blick des jungen Mädchens einen beunruhigenden Ausdruck von Neugierde wahrnahm, faßte er sich und erklärte, daß er ihr Verr. c . . lprcrecn ,anjicv (Firtketzuno. folgt.) in findiger Stadtverordnetencanoldat erlakt n nern Prenzlauer Blatt folgendes Inserat: Es ist mir zu Ohren gekommen, daß Jirr einige meiner Mitbürger das Ver trauen entaeaenbrinaen. mich als? Stadtverordneten wählen zu wollen. Um diese Wahl zu Stande zu bringen. erbiete ich mich, jedem Wahler, der mir seine Stimme giebt, einen Zahn bereits gratis zu ziehen. Famllienmuglieder behandle ich für den halben Preis. (Folgt der Name.) Zahnarzt. Ein Ulk," dender Lieutenanr Fürst Karl Wiede vom KaiserUlanenregiment in Bamberg inscenirte, brachte diesen Vertreter der Edelsten der Nation" als Angeklagten vor das. Kriegsgericht in Würzburg. Die Anklage lautete aufMißbrauch der Dienstgewalt (weil der Lieutenant der Regimentsmusik besohlen hatte, in den Straßen zu spielen), Uebertretung des Vereinsgesetzes (Umzug), groben Un-' fug und Uebertretung der StraßenPolizei (Reiten auf den Trottoirs). Das Gericht erkannte negen des ersten Reates auf Z Tage Stubenarrest, wegen der drei anderen Vergehen auf zusammen 18 Mark Geldstrafe. Der Verurtheilte hat gegen diese Strafe die Berufung zum Oberkriegsgericht an-gemein.
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