Indiana Tribüne, Volume 25, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1902 — Page 6
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Sn ScutschlandK (Copyright 1901 bi W m. Ott cr;;n"t rfipn UU!!tU llT;v" AS wir an oerscytoctder Berge. Ganz unvermitelt ist Hier t'fi der Uebergöng. WÄ.QAt tenn Vostf " l r straße. welche .wlr am wildschäumenden Bach entlang radeln, lieat Noch TA 5. , Va l.W in der Gfonej in UMMW? einer goldigen'up&TJÄ&5 -v? pigen, Kornau llZsichtv.Hodenschanau treibenden Ebene, und Müssen, die uralte thurmund schloßreiche Stadt, , schmiegt sich malerisch um den Hügel, der schon seit der Zeit der Römer - eine Wehr trug. Gewaltige Klostermauern thürmen sich hier auf, erinnernd an die Zeit, wo die Augsburger Bi schöfe hier geboten. Vor uns clber liegt wie ein ungeheures Amphitheater die gewaltige Bergkette, welche hier der Lech in einem breiten Thale durchbrochen hat. Nur noch eine kurze ..'Ä
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Füsse.
Strecke trägt uns das getreue Rad, bis zu den Hotels, die den Fuß des Märchenhügels umrahmen, welker Süddeutschlands schönste Burg Hohenschwangau schmückt. Hier wird das Rad eingestellt, eine frohe Manderschaft durch ein wundervolles Wild- und Bergparadies wollen mir antreten. Diese Gegend, lieber Leser, ist $tr schon bekannt. Wir haben Dir ausführlich davon erzählt, gelegentlich der Schilderungen der bayerischen $'ö rrigsschlösser, der Pracht- und Prunkbauten des unglücklichen Ludwig. Und doch zieht es uns wieder hinauf, nicht
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Zugspitze.
in die gcldüberladenen Prunkgemächer des an der Bauwuth zu Grunde geczangenen Königs, nicht nach Neuschwanstein, dem Schloß aller Schloß ser, sondern nach dem älteren, nur durch ein Waldthal davon getrennten Hohenschwangau. Man fragt sich beständig, welches ist das schönere von den beiden, und nicht Wenige sind es, welche dem alten Bau die Palme zusprechen. Es will Einem niemals warm werden in der stolzen Pracht des goldstrotzenden Neubaues. Zuf dem alten Schwanenschloß aber ist'cs traulich und anheimelnd. Drüben spukt die Schickfalstragödie eines einAelnen Sonderlings, hüben spinren
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Oberammergau.
Sage und Geschichte ein versöhnendes Band, das uns leitet durch ein gutes Theil der Vergangenheit des deutschen Volkes. Auch Trübes meldet uns die Geschichte. Von hier aus zog der fünfzehnjährige Konradin nach Süden, um als letzter 'Hohenstaufe bald darauf auf dem Richtblocke in Neapel zu enden. Wie schön ist es hier oben auf ?r Schwciburg! - Der Weg hinauf führt uns durch rauschenden HoÄWald, vor dem i? ?en Thore haltin
höchsten Negioncn.
Kaufmaai) (No, 49.) zwei geharnischte Ritter Schlldwache, das flatternde Banner in den eisernen Händen. Ueberall Blumen und Springbrunnen, Epheu klettert an den uralten Mauern empor, traulich und friedlich muthet uns jeder Saal, jede Halle an. Hier hat der Burgherr nicht prohen wollen. Alles ist so )vohnj lich und freundlich hier oben. Und welche Ausblicke gewähren die Terrassen! Wir schauen' auf Wald und i Seen und auf die hohen Berge der Voralpen, welche kranzförmig das Waldthal umrahmen. Von hier aus nimmt sich die benachbarte goldblinsende Burg Neuschwanstein aus wie ein Riesenspielzeug, das es ja auch in der Wirklichkeit war. Ludwigs Marienbrücke. unter welcher die Pöllat mit mächtigem Fall hervorbraust, wölbt sich wie ein märchenhaftes Spinnenwebe in der Lust. Das Schönste aber sind die beiden waldbekränzten Seen zu unseren Füßen. Lenau's schwermüthiges Lied drängt sich auf die Lippen: Weil auf mir Du dunkles Auge." Still ist die Fluth. Auf dem Wasser spiegeln sich die Riesentannen und schaukeln sich vi:le Schwäne. Es ist ein Märchen, vor dem wir stehen. Man kann sich nicht trennen von dem Punkte, welcher den schönsten Blick bietet auf Seen und Berge. Unser Bild kann nur eine schwache Ahnung davon geben. Wir wandern im Thale des Lech aufwärts, und gelangen bald, bei Reutte schon, an die Grenze Tirols, oder in's Kaiserliche", wie man in den bayerischen Bergen das österreichische Land zumeist' nennt. Nirgends tritt die kaiserliche Grenze so nahe an das deutsche Tiefland heran, als hier im Schwangau. Von Füssen bis nach Reutte ist's ja nur ein einstündiger Spaziergang. Die hohen Berge, welche uns drüben grüßen, sind Kaiserliches Gebiet", aber auch auf der bayerischen schmalen Seite' giebt es stattliche Gesellen. Auch der Falkenstein liegt nicht weit ab, der hohe Berg, welcher nach Ludwig's -JI. Pläne ein Schloß zr tragen bestimmt war, das an märchenhafter Pcacht Alles überstrahlen sollte, was er bisher gebaut hatte. Dieser Plan kostete ihm Krone und Leben. Dies Projekt lieferte den letzten unumstößlichen Beweis seines Wahnsinns und überzeugte die noch stark widerstre&ende bayerische Kammer pon der Nothwendigkeit eines Regierungswechsels. Auf still verschwiegenem, träumerisch überschattetem Pfade wandern wir dahin in der Waldeinsamkeit. Ein Vächlein gluckert traumverloren neben 'uns. Plötzlich liötet sich' der Walk.
Wir sind am Plansee, einem fischre!chen. einsam zwischen Felsschroffen und Bergwald träumenden Wasser spiegel. Da steht ein trauliches
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EeigerhauS In Mittenwald. Wirthshaus am Ende des Sees mitten im Walde. Hier raste, lieber Freund, denn bald wird Dir der Wirth die köstlichsten Forellen vorsetzen. Aber laß sie Dir lieber nicht vorher lebend zeigen; der zappelnde Fisch wird Dir den Gedanken, daß Du das größte aller Raubthiere bist, vergegenwärtigen, und den Genuß vielleicht schmälern. Bon hier aus läßt sich eine kleine, gefahrlose Kletterpartie durch den Wald unternehmen, welche uns schließlich auf die weltberühmteStraße bringt, die über den Fernpaß führt. Hast Du die Zeit dazu, so versäume den Umweg nicht, denn wenn Du den Fernpaß überschritten hast, so kannst Du auf herrlichen Pfaden in die Gegend der Zugspitze zurückgelangen und Du hast zwei wundervoll: Wandertage mehr genossen. Aber wir wollen auf dem kürzeren Wege an unser Ziel gelangen. Es geht wieder in den Wald hinein und sein Rauschen begleitet uns viele Stunden lang. Wir haben die Wasserscheide in langsamem Steigen überrrzrjV "--."-'t':i i ''? -r y, . vmisfv; -J m M wßriM Gipfel der Zugspitze. schritten, das, Bächlein, welches jetzt neben uns sprudelt, ist die Graswang" und es führt uns in den klosterreichen Pfaffenwinkel. Ein schmaler Waldpfad leitet ab nach der Hundinghütte, welche König Ludwig sich mitten in der Waldeinsamkeit erbaute nach dem Muster der Wagner 'schen Oper Walküre", und dann sehen wir bald den einsam zwischen Wald und Fels hingesetzten Prachtbau Liuderhof, den wir ja aus früheren ' Beschreibungen kennen. Das nächste Ziel ist das uralte Kloster Ettal, das mächtigste, reichste und schönste aller der Klöster, welche früher in dieser Waldeinsamkeit entstanden waren. Dasselbe soll schon vor Karl dem Großen begründet worden sein, und diente im Mittelalter zu einem Stifte vornehmer Ritter und Edelfrauen. Ueber dem Kloster liegt der das ganze Graswangihal beHerrschende Berg der Ettaler Manndl". In nächster Nähe treffen wir ein früher so armseliges Bergdörfchen, welches jetzt Weltruhm besitzt und der Wallfahrtsort auch von Tausenden von reichen Amerikanern geworden ist. Es heißt Oberammergau und dort findet alle zehn Jahre das Gespiel" statt, ausgeführt von fast sämmtlichen W?fßt-M&$S 'rtJfcZxM?4 5SÄ5?55lN Mädchen auf der Laube. Dorfbewohnern, von denen an acht-1 yunoert aus der Buhne, im Chor oder im Orchester mitwirken. In der Neuzeit haben geschickte Bühnenregisseure stch der Sache angenommen und die strebsamen Bauern zu wirklich geschickten Darstellern abgerichtet. Wahr-, haftig, dasOberammergauer G'spiel" wetteifert in der Gunst des Weltprotzenthums jetzt sogar mit Bayreuth, die liebe Neugier, die Modesache und die Sucht, sagen zu können, ich bin dagewesen", locken viele Tausende aus fremden Welttheilen in dieses abgelegene Thal. -Da sitzen sie Tagelang von acht Uhr früh bis fünf Uhr Abends die Mode verlangt's und sie gehorchen blind. Anders die frommen Landleute aus der Umgegend oder auch viele Deutsche aus dem Süden und Norden des Vaterlandes. Die Darstellungen sollen wirklich mustergiltig sein und eine tiefergreifende Wirkung ausüben, auf diejenigen Zu schauer, welche den Gang der Handlung es ist die Leidensg?5cl uov) v .. viv wivuii f--i I Christi - auch im Ttzte zu zyss
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km Stande sind. Das' G'spiel- in Oberammergau hat sich entwickelt aus den damals nur von Mönchen und lN lateinischer Sprache vorgetragenen geistlichen Schauspielen des Mittelalters, welche übrigens in den Kirchen aufgeführt wurden. Als Oberammergau'im Jahre 1633 von der Pest heimgesucht worden war, that die Gemeinde das Gelübde, alle zehn Jahre ein geistliches Spiel zu veranstalten zum Dank für das Aufhören der Seuche. Dieses Gelübde wurde gehalten, aber erst im Jahre 1850 wurde die Sache für die Außenwelt entdeckt durch den Naturforscher Lorenz von Onken, welcher auf diese interessante Ueberlieferung aus alter Zeit hinwies. Dann kam die Weltberühmtheit bald nach, und nun hat Werammergau sogar ein gewaltiges Theater und zur Spielzeit giebt sich hier d'e vornehme Welt aus aller Welt ein Stelldichein. Auch eine elektrische Bahn hat Oberammergau daö letzte. Gpie!" vom Jahre 1900 gebracht. Sie hat dreimal so viel Geld gekostet, als die Erbauer vorher berechnet hatten und ist die Hauptursache des furchtbaren Bankerotts der Kummer'schen Elektri-
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. Tie Bühne in citätswerke in Dresden geworden, ein Krach, welcher den Zusammenbruch so mancher faulen Bank in Deutschland direkt und indirekt beeinflußt hat. Die Zeiten des gewaltigen industriellen Aufschwungs in Deutschland haben eine Anzahl von Sumpfblüthen hervorgebracht, welche zu einer EntWickelung gelangten, wie man es cigentlich im ehrlichen und reellen Deutschland für unmöglich halten sollte. Jedoch jene Sumpfblüthen sind wohl meistens verschwunden und verglichen mit dem Gesammtbilde der Bank- und Jndustriethätigkeit Deutschlands, waren es 'nur wenige. Die Krisis scheint jetzt ziemlich überwunden zu sein und einer, wenn auch langsameren, doch . gesunderen Fortentwickelung Platz gemacht zu haben. Bon Ettal und Oberammergau führt uns der Weg bald bergab nach Oberau, wa wir die Eisenbahn wieder antreffen, welche hier ein breites und fruchtbares Thal, dasjenige der Loi-
Earmisch.
sach. südwärts verfolgt und uns schon nach einer Stunde nach Partenkirchen und nach Garmisch bringt, den beiden am Fuße des WettersteinGebirges und an den Ufern der Loifach und der stürmischen Partnach hingelagerten Schwestcrstädtchcn. Hier endet die Bahn. Wir stehen hier auf dem Boden uralter Kultur. Hier hatten die Römer schon beträchtliche Ansiedlungen und der Name Partenkirchen erinnert noch an das römische Parthanum. Während der Handelsblüthe von Genua und Venedig wai hier ein viel besuchter Sammelplatz der deutschen und italienischen Kaufleute denn hier wurden 'manche der großen Handelscarawanen gebildet, welche die Waaren über die Alpen brachten. Auch die Fugger und die Welser hatten hier große WaarenNiederlagen. Jetzt sind Partenkirchen und Garmisch Hauptstationen für die Sommergäste aus den Großstädten geworden sowie die Ausgangspunkte zur Besteigung der Zugspitze, dem höchsten, 2970 Meter erreichenden Berge Deutschlands. Beide Städtchen haben viel von Brandschaden gelitten, die alten schönen HolzHäuser sind meistens verschwunden, die Bewohner haben sich Steinhäuser Äloftkk errichtet und ganze Colonien lc.ngweiliger moderner Hotels sind entLtffcmde. -. -m. . m . - . (V und dse luchlke ist kein zahmer Berg.
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doch hat man ihn jeht einigermaßen gezähmt, nachdem viele Centner Eisen in seine Flanken eingesührt und an den schwierigsten Stellen feste Drahtseile angebracht worden sind. So ist der sog. Kamin, welcher früher nur durch ein Kletterkunststück ersten Ranges zu überwinden war und der das Grab so manches ruhmsüchtigen Tou-
risten geworden ist. durch ganze Reihen in der Felswand vernieteter Elsenllammern, durch die man wie auf einer, sicheren Leiter hinansteigi, gang, bar gemacht worden, und wer nun in Deutschlands höchste Regionen : emporsteigen will, kann das ziemlich gefahrlos - unternehmen, wenn er die nöthige Portion Ausdauer dazu mitbringt. Die Besteigung dauert jedoch zwei Tage. Man übernachtet nach neun-' bis zehnstündigem Anstiege (von Garmisch aus) in der KnorrHütte, um in der ersten Frühe deZ nächsten Morgens die schwierigeren und anstrengendsten Partien zu überwinden. Den Ostgipfel krönt ein hohes eisernes Kreuz. Die Aussicht v?n der Zugspitze soll großartig sein und die Besteigung ist jetzt, nachdem die größten Schwierigkeiten beseitigt worä ,.ülT;iiirÄfti!.1.i.n-,t,ii Oberammergau. ' den sind. Allen anzurathen, welche einigermaßen für das Hochgebirge trainirt sind. Aber die Zugspitze ist nichts für Dilettanten und Ungeübte. Hin- : auf kommt ja schließlich auch der , Thalschleicher, sogar der Stubenhocker, ! wenn er es sich nun einmal in den i Kops gesetzt hat, jedoch die Anstren- ' aunaen und dasGeld. welche es solchen Leuten kostet, sind wahrhaftig nicht des kurzen Glückes werth, welchem man da oben töeilbaftia werden kann, immer ! noch vorausgesetzt, daß die - Aussicht in rri . . : n : je i ganz Iiar in. üic meinen mtyi gcuoten Besteiger eines Berges wie die Zugspitze, sind, wenn sie oben anlangen, in einer solchen Verfassung, daß ihnen die " Aussicht vollständig Wurscht" ist. Nur sind sie selten ehrlich genug, es später zuzugestehen. Ein herrlicher Ausflug von Partenkirchen aus ist derjenige nach dem Eibsee, ein wundervoller, mit Inseln Lbersäter Alpensee, welcher ein schauriges Thal ausfüllt. Hier fallen die zzi&myp Wänd des Wettersteingebirges an achttausend Fuß tief scheinbar senkrecht nach dem See zu ab. Nur wenige morsche Häuser stehen am Rande des schwarzen Gewässers, in welchem sich mit wahrhaft erdrückender Macht die Gipfel und Grate des Wettersteins spiegeln. Eine Kahnfahrt zur Abendzeit gehört zu dc:nStimmungsvollsten, was man erleben kann. In Purpurgluth strahlt die ungeheure Wand auf, bis ihr Glanz mit dem dunklen Blau des Wassers und dem Grün der Walder zusammenfließt. Auch die Klamm der Partnacht bietet wundervolle Naturgenüsse. Das Felsbett dieses Gebirgsbachs ist so enge, daß in einzelne Theile niemals das Licht der Sonne dringt. Gähnende Klüfte öffnen sich, furchtbar donnert der Bach über und unter uns in zahllosen Abstürzen, es ist, als ob wir einen Blick werfen in die Todtenkammer der Natur. Einer der Hänge des Wettersteingebirges heißt der Schachen und das ist der Berg, auf welchen hinauf Ludwig II. eine Prachtstraße mit verschwenderischen Mitteln geführt hat. Dort oben hat er sich ein orientalisches Schlößchen gebaut und dort hinaus jagte er in seinem Prunkschlitten in .S' tjH jt ;-"-j '.V 7 tZr.:.-e 7-.f Tj ".1 v vvx .MW . i ffttitt der mondbeglänzten Winternach!, nachdem mehrere hundert Bauern über Tag den mit mannshohem Schnee' bcdeckten Weg fahrbar gemacht hatten.
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Von Partenkirchen führt eine schöne Landstraße über die Bere nach M i t t e n w a l d, nach der Stadt der Geigen, dem deutschen Cremona. Die
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BauernhSnscr in Partenlirchen. ganze Bevölkerung widmet sich in den langen Wintermonaten dem Geigenbau, im Sommer jedoch wandert Alt und Jung hinauf in die Berge, dort werden die Aecker, Gärten und namentlich die. Wiesen bestellt. Diele Abwechselung in der Arbeit hat in Mittenwald einen kräftigen, gesunden Menschenschlag erhalten, der sich se'r wesentlich unterscheidet von der Bevölkerung anderer Industriestädte. Auf dem Markt steht das Denkme! des Matthias Klotz. Das war der Urheber des Geigenbaues von Mittenwald. Als armer Hirtenjunge z?g tr nach Italien um das Jahr 1665. fcs damals die Kunst des Geigenbaues in höchster Blüthe stand. Er wurde dev Lieblingsschüler Amalfi's und kehrte dann in sein heimisches Thal zurück. Dort lehrte er die Dorfbewohner die in Italien erlernte Kunst und heuis noch wird sie nach seinen Methoden betrieben. In ähnlicher Weise hat der berühmte Geigenbauer Stainer im Gleirschthal im öden Karwendelgebirge gewirkt. Klotz wurde der Wohl, thäter seines Bergdorfs. Er starb 1743 im Wahnsinn. - Avfstieg zur Zugspitze. Heute ist der Vertrieb der Mittenwalder Geigen in die" Hände von wenigen kapitalkräftigen Unternehmern übergegangen 'und die Dorfbewohner sind wohl meist als Industriearbeiter jener großen Firmen anzusehen. Jedoch spielt die Handarbeit, namentlich die Auswahl der zur Verwendung Fuggerscher Waarelzug über die Alpen. kommenden Hölzer noch immer eine grdße Rollebeim Bau dieses-compli-cirten Instrumentes und die Maschinen können nur zur Ausführung der rohesten Arbeiten benutzt werden. In einer anderen Werkstäte arbeiten die Sa'tenspinner an ihren Rädern, durch die sie die Darmsaiten mit leonischem Silber-, oder Kupferdraht überspinnen. TE"3?". 1Ä0' M'Wv.v : v-X'-c l. Jk! cz $33tC.2 'r MWKM , . " j ?JL ife:i-" 1&& zmTrm mum . , . . ,,'" Lm,.Märt . s pni wv w " . 4h Aschau. Aber auch Violas, Cellos und Kontrabässe, wie Guitarren, Mandolinen und Zithern werden dort massenhaft und von verschiedenem Werthe fabrizirt. Bei den Geigen bezw. StreichInstrumenten gilt der Satz: Je älter. desto kostbarer. Von Mittenwald werden alljährlich ungefähr 25.000 Geigen auf denWeltmarkt gebracht. Ihr Klang ertönt in Thina und in Californien, in ganz Europa, überall, wo man die schönste oller Künste schätzen gelernt hat. Eines der besten Absatzgebiete für die Mittenwalder Industrie sind aber die Ver. Staaten von Amerika.
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