Indiana Tribüne, Volume 25, Number 148, Indianapolis, Marion County, 15 February 1902 — Page 7
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Itana Trivune. 35 Februar
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3:?:r.i:t vcn ZzvMl cu (xrotiseaaa.) Gr mit ihr fcen -s er !lüflsite i';r jju. ... sie gingen mit ei.icr.fcet in den Par! ließen sich am Ufer des Teiches r.ieb;r. . . . plauderten unendlich lang; miteinander Leise sank die Nacht herab sie blickten auf die zarten, verschwommenen Färbungen des Abendhimmels, der Gebüsche und des regungslosen Wasserspiegels.... si: h'örtz seine leidcnschastWäre Stimme dicht an ihrem Ohr.... Als endlich die ersten Sterne aufzing:n, traten sie langsam den Heimweg an ßrch die hochzeölbte, tüjieie 51asianienallee. Ta blieb Hubert stehen. Er schlang den Arm um ihren L:iö, und sie glaubte vergehen zu müssen, als sie plötzlich seine Sippen auf den ihren brennen suhlte Dann ixaim sie zusammen in ven weiten, durck Kerzen nur dürftig erhellten Lartcnsaal. . . . die Grocltern empfingen sie mit verständnißinnigem Lächeln, und an Stelle dieses Lächelns traten Freudenthränen, als die jungen Leute 2:e Alten um ihren Segen zu ihrer Derlcöung baten. So träumte Frau von Miranosf in ihrem großen Leite, nachdem sie I?o:rmann, auch ihrer russischen Kammerjllngfer Mascha, das Äctreten ihres Zimmers verboten hatte. Di: b::nah; ganz geschlosser.en T?rhänge hülltcr. ras Zimmer in Dunkelheit und crhelien eZ kühl, troz der glühenden Jisonne, die draußen herniederörannie Die Zimmerdecke tvölöte sich so hoch, daß das matte, rosaschimmcrnde Licht der vor der Ikonostase brennenden Lampe vie auf ihrem altölauen Grund gemalien goldenen Tlnmen gor nicht zu erreichen vermochte. 1,?icht das kleinste Geräusch störte die tiefe Stille. P.uz um zehn Uhr und um halb zn:ö!s Uhr Bormittags hatte Nadja den Wagen des Grafen fortfahren und zurückkommen hören; dann hatte sich gegen Ende des Nachmittags, zwischen fünf und sieben Uhr. ein entfcrntes anhaltendes Geräusch bemerkbar gemacht, gleich dem Getrampel einer Armee oder dem dumpfen Rauschen eines Wasserfalle. Das war das Nollen der Wagen, die das ganze fieberhafte Leben von Paris nach der Kastanienallee trugen, vo man Erholung sucht in der frischen Luft, und sich durch neidische Vergleiche und boshafte Klatschereien Zerstreuung verschafft. Und als dann nach und nach di: tiefe Stille immer riefer, imer drückender wlederkchrte, da gefiel sich die junge Gräfin in d:r Dorflellung, sie sei jetzt todt, aber sie sei doch Haberts Braut gewesen uno habe die ürinncrung daran behalten. In der Betäubung, in die si: sich cb sichtlich versenkt?, vernahm sie kaum, daß sich eine Thüre öffnete, und sie stieß einen Schrei aus. als sie plötzlich die Empfindung hatte, es befinde sich außer ihr noch ein lebendes Wesen inZimmer. Jch hatte doch besohlen, daß Niemand herein komme, ehe ich läute!" Eine Männerstimme ern?ioerte scrnf? in russischer Sprache: Also fühlst Dtf Dich noch nicht besser. Nadja?" Es war der Graf Miranosf. Er liebte seine junge Frau; er liebte sie noch wie am ersten Tag, aber er liebte sie, wie er sie mit seinen weißen Haaren und seinem Stahlherzen eben lieben konnte: das heißt ohne Verlanaen und ohne Liebkosungen. Was aber bleibt noch übrig von der Liebe, wenn man diese beiden Elemente in Abzug bringt? Gewiß, es kann ein starkes und tiefes Empfinden bleiben, das in der Freude gipfelt, in allem Frieden ein theures Wesen zu besitzen und es mit Wohlthaten zu überhäufen aber ia den Augen einer Frau ist dies nichts, weniger. als nichts. Die Liebkosungen des Körpers und der Seele, und seien sie von der selbstsüchtigsten Leidenschaft eingeflößt, sind der Liebeszauber, der ein weibliches Herz trunken macht, und ohn: ihn bringen auch die. größten Opfer keinen Eindruck hervor auf eine Frau, die sich übrigens mehr gefesselt fühlt durch die Opfe". die sie bringt, als durch die. die für sie gebracht werden. Seit Nadja entdeckt hatte, daß sie ihren Gatten nicht liebte, glaubte sie auch zu bemerken, daß er sich um ihre Liebe nicht kümmere, und schrieb seine äußere Schroffheit nicht mehr einer Eigenart, sondern einem Mangel seines Charakters zu. Folglich glaubte sie auch nicht, ihm mit ihrer Liebt zu einem anderen Mann ein Unrecht zuzufügen, sondern sagte sich, wenn auch ihr Leben in Ketten geschlagen sei, so habe doch ihr Herz seine Freiheit bewahrt. Also geht es Dir noch Nicht besser. Nadja?" wiederholte der Graf. Soll ich wieder gehen?" Sis litt unter dieser ungewohnten Zärtlichkeit, und hätte gewUnfcht, er wäre rauh oder wenigstens gleichgiltig gewesen. Du weißt ja, was Migräne ist entaegnete sie mit matter Stimme. Nein, Gott sei Dank." mgegnete er, das weiß ich nicht, falls die Sache nicht Ähnlichkeit hat mit einem Granatsplitter im Bein, denn das ist die einzige Krankheit, die mich je gezwungen hat, mich niederzulegen." Als sie nichts darauf erwiderte, fuhr er fort: Der Aufenthalt in Paris zur Sommerszeit bekommt Dir nicht, Nadja. Wir sind zu lange hier geblieben, und das ist meine Schuld
55 5al:e y:cr o ö:el zu ;ii!0Ufn: Aber jetzt, währeno d:r größtem Hitze, wollen wir uns wieder an Bord der .Newa" häuslich einrichten und gen Norden fliehen. Was hältst Du von einer Fahrt nach Norwegm?" Sosort griif sie diesen Gcdak'.n auf. Der plötzlich über sie a? kommen: Will?, d'iksem loyalen Mann gegenübtt ihre Pflicht durchaus und ohne Äorbebll zu erfüllen, erhob ihr aanz-s Wesen. Sie fühtte, daß hicr, in dr Flucht-in die Ratur. ihr einziges Heil lag, und daß die rauy:n Br:ftn us Noroens alle schlimmen Träume verjcheuchen könnten. .," rief sie, laß uns abreisen! Bringe mich fort, Nikolaus Rodorowitsch, bringe mich fort, wohin Du willst!" Sie stieß diese Worte in solcher Aufregunz hervor, daß ihr Gatte fürchtetc. sie rede im Fieber, und nach ihrer kleinen Hand faßte, die denn auch glühte. Aha! Dachte ich mir's doch! Aber es ist auch zum Ersticken hier! Das Zimmer hat keine Luft!" Ohne die Kammerfrau zu rufen, begann der Graf selbst die Fenster zu öffnen; er verwirrte die Schnüre der doppelten Gardinen, brachte es äber schließlich doch fertig, diese zurückzuziehen, und alle gegen die Sonne errichteten Barrikaden, die um acht Uhr Abends überflüssig genug waren, sielen unter seiner Hand, worauf ein linder Luftzug und ein rosiges Licht durch die weiten Fensteröffnungen in das Gemach drangen. S?, ras wird Dir gut thun," sagte er und wandte sich mit ängstlicher Sorge nach dem Bett zurück. Zum ersten Mal erlebte es Nadja. daß oieser furchtbare Mann ihr mütterliche oöe: schwesterliche Sorgsalt angedeihen ließ. Unbeweglich in ihren Kissen liegend. daZ Herz von unsäglicher Traurigkeit erfüllt, folgte sie allen seinen Bewegungen mit den Augen. Aber was empfand sie erst, als sich der alte Held über sie beugte und flüsterte: Meine Nadja.... werd: mir nur nicht krank. Du allein fesselst Nikolaus Feodorowitsch an's Leben.... An dem Tag. wo er Dich verlieren würde, hätten sein: Feinde ein leichtes Spiel!" Ach. der unglückselige Tyrann!. . . . Wenn er also mit aller Schlauheit den im Dunkeln lauernden Tod belämpfle. so geschah dies wegen der schönen Augen und des gebrechlichen Herzens dieses Kindes wegen dieser Augen und dieses Herzens, von denen nun ein Anderer Besitz ergriffen hatte. Nadja berührte di: gewaltige Hand, die znzischen den venetianischen Sxitzcn der Bettoccke lag, mit ihren Lippen, und brach in Thränen der Ccham und Verzweiflung aus. Glücklicherweise hatten die Thräncn einer Frau in den Augen des Herrn von Miranosf so wenig Sinn und Bedeutung. wie ein Regenschauer im April. Er konnte mit Weiberthränen kaum den Begriff eines moralischen Leidens verbinden; für ihn war ein solcher Thränenerguß ein rein physischer Vorgang, der sofort die Hilfe einer Kammerfrau erforderte, weshalb er sich etwas verblüfft aufrichtete und nach Mascha, der russischen Jungfer, klingelte. Ihre Herrin bedarf Ihrer." sate er zu dem Mädchen, dessen Ergebenheit ihm wohl bekannt war. Ich glaube, daß es gut wäre, nach dem Arzt zu schicken, aber thun Sie dies nur auf Befehl der Frau Gräfin. Um zehn Uhr kommen Si: zu mir und geben 'ir Nachricht über ihr Befinden." Darauf küßte ' Nikolaus Feodorowitsch die aufgelösten Haare Nadjas, die noch immer weinte, und ging hinaus. Am anderen Morgen ließ die Gräfin, de.-en Entschluß, ihrem Gatten Heldenmüthig Treue zu halten und schwergend zu dulden und zu entsagen, sich über Nacht noch gefestigt hatte, ihren Gatten fragen, ob er sie heute nicht ausnahmsweise in seinem Wagen in's Bois de Boulogne mitnehmen wolle. Am gestrigen Abend hatte sie die gewaltige Liebe dieses Gatten, von dem sich loszulösen sie im Begriff stand, empfunden, und heute lechzte sie nach einer Wiederholung dieses Eindruckes. Vielleicht konnte sie doch durch diesen Mann noch glücklich werden er war ja der einzige, von dem sie Glück fordern durfte vielleicht konnte sie ihn doch r.t lieben lernen, wenn sie innier, vertraulicher mit ihm zusammen lebte, und er ihr die kindlichen Liebkosungen gewährte, nach denen ihre Seele dürstete. Gestern Abend hatte er sich so gut. so zärtlich gezeigt, daß sie noch jetzt ganz gerührt darüber war, denn diese Zärtlichkeit war wie himmlischer Bai sam aus ihre Herzenswunde gefallen dieser Balsam allein konnte sie heilen! Es war ihr bitterer Ernst mit ihrer Absicht, den Grasen Miranosf zu lieben. Der Graf beurtheilte die Launen und Einfälle einer Frau gerade so wie ihre Thränen. Nadjas Wunsch . erschien ihm unerklärlich und unverständlich. Da er es für gefährlich hielt, seine Frau an seiner Seite den ihm von den Nihilisten drohenden Gefahren auszusetzen, so sah er keinen Grund ein. es an diesem Tag eher zu thun, als an einem anderen. Als Nadja diese Antwort erhielt, fiel sie enttäuscht m ihren Sessel zurück. Im nämlichen Augenblick klopfte ein Diener an die Thüre, dem Mascba ein silbernes Brett abnahm, um ihrer Herrinnen darauf lieaenden Brief m
ratcccn. einen 'Augenoua S;v.n Nadja H?rz still zu stehen! Sie erkannte die Handschrift des Marquis vox Brnaz. Es war de: verabredete Brief, der nur ein: gleichgiltig: Mittheilung enthielt die Aörejje eines Aquarellmattrs. 2!ber in der Ecke links stand Mittn?ocb." Herrgitt Mittwoch! Das war ja heute. .
'rw.i,rr::ri n i. cn w w. ociviujn .jiauie Jiavya auj uzn LueY Wie konnte Hubert wagen, ihr zu schreiben? Sie hatte ihn doch fortgejagt! Allerdings hatte sie ihre Berabredungen wegen Sonia nicht rückgärg: gemacht, aber sie hatte ihre Trennung nachher für eine endziltige augesehen. Sie hatte ihn aus ihrem Haus, aus ihrem Leben verbannt. Und nun waJte er, ihr mit solcher Kühnheit zu trotzen? Werden Frau Gräfin nun nicht mehr ausgehen?" fragte Mascha. Doch. . . . die Frau Gräfin wollten ausgehen. Sie ließ sich frisiren. ankleiden, schmücken.... Dann fuhr sie. in ihre Viktoria zurückgelehnt, m's Bois de Boulogne, und bedauerte nicht mehr, daß der Graf sich geweigert hatte, sie mitzunehmen. X. Kapitel. Bon zwei Uhr an erwartete Hubert die Gräfin auf der Schwelle des Hauses. in dem Fräulein Kawetschin wohnte. Bald trat er auf den Fußsteig hinaus, bald schritt er wieder in dem halödunklen Hausflur auf und ab. Die von ihm reichlich geschmierte Hausmeisterin ließ ihn gewähren, und saß. über ihr Strickzeug gebeugt, ruhig in ihrem Gelaß; sie schien sich um äußere Dinge rein gar nicht zu kürnrnern, aber Gehör und Gesicht waren durch die lebhafteste Neugierde geschärft. In einer Ecke des Hausganges, im Bereich seiner Hand, lehnte der Spazicrstock des Marquis, den er als Signal ergreifen wollte, sobald er. irgend ein verdächtiges Gesicht erblicken würde. Allein von keiner Seite her ließ sich etwas Beunruhigendes entdecken, und Hubert brannte sich, um sich die Warte?.?it zu verkürzen, eine Zigarette an. Da diese unaufhörlich ausging, und er sie deshalb immer auf's Neue anzünden mußte, war er hinlänglich beschäftigt. Ob die Gräfin Nadja wohl kommen würde?, Hubert hatte ihr erst nach langen inneren Kämpfen und unendlichen Bedenken geschrieben. Gleichwohl war das kleine Briefchen nicht das Ergebniß dieser Ueberlegung, sondern das unmittelbare Werk seiner unglücklichen Liebe und des leidensehaftlichen Äunsches. die Gräfin Miranosf noch ein letztes Mal zu sehen. Er hatte dem ungestümen Drang seines Gefühles sklavisch' gehorcht, wie es der Mensch zu thun pflegt, wenn das Gefühl stärker ist, als Wille und Ueberlegung. Aber ob Gräfin Nadja auch kam? Ein Fiaker fuhr von der Rue Samt Jacques her, uns ein anderer bog um die Ecke der Nue des Earmes; ohne anzuhalten kreuzten sich beide Wagen gerade vor Herrn von Br6naz, und das verhallende Rollen ihrer Räder erregte eine schmerzhafte Enttäuschung in ihm. Nun aber bewegte sich ein dritter Wagen so langsam vorwärts, daß man eden Augenblick glaubte, jetzt würde er anhalten. Der Kutscher betrachtete die Hausnummern ganz genau, während er näher kam. Huberts Herz schien still zu stehen, und als das Vehikel langsam und schwankend vorüberfuhr, ohne daß sich Jemand in seinem Inneren befand, hatte der junge Mann am liebsten die Fenster zertrümmert und dem dummen 5kutscker mit seiner s eigenen Peitsche eins übergezogen. Er blickte auf seine Uhr: zwei Uhr sünsunddreißig Minuten! Nadja würde nun nicht mehr kommen! Aber nach dem. was zwischen ihnen vorgegangen war. konnt: sie ja auch gar nicht kommen! Wie hätte er es auch nur einen Augenblick hoffen können? An was hatte er denn gedacht? Eine große Entmuthigung kam über ihn. Der Anblick der Straße mit ihren alltäglichen Häusern, die langweiligen, müden Gesichter der Vorübergehenden. Alles wurde ihm zuwider. Warum lebten diese Leute? Wo ginaen sie hin? Was trieben sie? Wofür hatten sie Interesse? Alles war albern, unnütz, öde und leer! Plötzlich stieg ein gewaltiger Grimm in ihm auf, ein Zorn gegen vie ganze Einfältigkeit deZ menschlichen Daseins; denn eine ganz kleine Bewegung mehr in dem Getriebe hätte ja doch genügt' ihn vor Freude trunken zu machen: es wäre nichts erforderlich gewesen, als daß Frau von Miranosf den Wagen gewechselt und dem. Kutscher die Adresse dieses Hauses angegeben hätte.... Er dachte so ausschließlich an sie, daß er sie zu sehen glaubte: sie durchschritt den Louvre, nahm einen Fiaker und kam. . . . Aber all sein leidenschaftliches Denken und Sehnen hatte nicht den mindesten Einfluß auf den Gang der Ereignisse. Ach! welch' eine Pein war dies"! Plötzlich er hatte kaum Zeit, es sich klar zu machen bog ein Wagen sehr rasch um die- Ecke, fuhr an dem Hause vor und hielt an. Eine Frau stieg aus, schritt, leicht hinkend und ihren Gang verstellend, über den Fußsteig und ging, ohne bei ihm stehen zu bleiben, in's Haus. Noch ehe Hubert sich so weit gefaßt hatte, daß er an ihr eben noch so angstvoll und leidenschaftlicb berbeiaesebntes Kommen zu alau
6en vermochte, stieg sie cron die Treppe bir;.;n. d:i:V.d legriss er und gao
Kr.tscher süf Franken; der Mann ! sch::r! dur&j d:cj: rrlgebizteit und den Gedanken as da?. w?.2 sich nun woll in einem verschlossenen Zimmer ablpi:!en würe, sehr erheitert zu sein. Auf dcrn Treppenabsatz des ersten Stockes holte Hubert die Gräsin ein. , Ohne sich umzuwenden, ohn: ein Wort zu sagen, stieg sie weiter hinauf. Er' folgte ihr. Im ersten Stock angelangt, hielt sie ein wenig ermüdet inne. Es ist noch nicht hier, gnädige Frau," bemerkte Hubert mit so viel Demutl) in der Stimme, als er bctung im Herzen hatte. Ich weiß." sagte die junge Frau. Dabei nahm sie ihren zweiten Schleier ab. und nun sah er ihr stolzes Kindergesicht. Sie war beleidigt, steif und kalt genau so. wie er es erwartet hatte. Aber unter ihrem feinen Hütchen, in ihrem dunklen, einfachen Anzug machte sie ganz den Eindruck eines hochmüthigcnjungen Mädchens, das man ein wenig geärgert hat, und das entschlossen ist, weiter zu schmollen. Hubert war so ergriffen, daß ihm Thränen in die Augen traten. Und er betrachtete sie mit fest geschlossenem Mund, aber mit einem so edeln Ausdruck in seinem Blick, daß Zorn und Furcht bei ihr. verschwanden. Bon Neuem außer Fassung gebracht, fühlte sie, wie sich ihr armes Herz in gefährlicher Weise erweichen ließ. Eine verzweifelte Versuchung kam über sie die gefährliche und doch so süße Versuchung, die älle sündhaft liebenden Frauen zuerst empfinden fc!e Versuchuna, hinter einer ehrbaren Bitte die kostliche Trunkenheit des Geständnisses, die Schmach der Niederläge zu verstecken und den geliebten Mann anzuflehen: Schone mich!" Dies zeigt, daß man sich nicht mehr auf sich selbst verläßt, und zaubert gleichzeitig eine Empfindung von den Wonnen h:rauf, die einem 'der geliebte Henker auferlegen könnte, wenn man nicht seine Großmuth anriefe. Nadja ahnte in ihrer aufrichtigen Unerfahrenheit nicht, welche Schlinge ihre Leidenschaft ihr legte; sie glaubte, den richtigen Weg einzuschlagen, als sie sagte: Nicht wahr. Sie werden niemals wieder so zu mir sprechen, wie neulich?" Aber in welchem Ton flüsterte sie diese Worte! Das war nicht mehr die Entrüstung und Empörung des ersten Augenblickes! Die ganze wahnsinnige Liebe ihres Herzens bebte auf ihren Lippen und zitterte in ihrem Blick! Nein, nein," sagte er mit keuchendem Athem, ich schwöre es Ihnen.... aber verbannen Sie mich nicht aus Ihrer Nähe, wenn Sie -nicht wollen, daß ich sterbe!" Die Logik der Leidenschaft befleht aus in die Augen springenden Widersprüchen, weshalb wohl auch Nadja den Gegensatz zwischen dieser und der bei der letzten Unterredung von Hubert an sie gerichteten Bitte nicht bemerkte. Bleiben Sie ruhig in Paris, wenn Sie wollen," erwiderte sie; ich gehe fort, uno weroe den August in Norwcaen verbringen."
Den August! Das also war das letzte Auskunftsmittel, zu dem die verzweifelten Anstrengungen der jungen Frau gesuhlt hatten. Ein Monat der Trennung! Und dann?.... Hubert verlangte nicht mehr. Welch sonderbare Umgebung sür eine entscheidende Auseinandersetzung zwischen der Gräfin Miranofs und dem Marquis Brönaz bildete aber dies Treppenhaus mit den abbröckelnden Stuckoerzierungen, dem abgegriffenen Geländer und den schmutzigen, abgetretenen kleinen Strohmatten vor den Thüren! Doch weder er noch sie wunderten sich darüber, und statt daß dieser sonderbare Ort eine Schutzwehr, für Nadja gewesen wäre, steigerte er nur noch ihre Schwäche. Sie fühlte sich ihren gewohnten Lebensverhältnissen fo weit entrückt in dem Dämmerlicht dicses fremden -Treppenhauses, daß alle die Schranken, hinter die sich ihre Tugend für gewöhnlich unbewußt zurückzog, innerlich und äußerlich in's Wanken zu gerathen schienen. Doch dies Alles währte nur wenige Minuten. Das Geräusch einer Thüre, die im obersten Stock geöffnet wurde, unterbrach die beredte Sprache der in einander versenkten Augen, die sich unendlich mehr sagten, als die Lippen auszusprechen wagten. Die Gräfin begann weiter emporzusteigen, und schon auf der Mitte der Treppe erkannte sie Sonia Kawetschin, die ihr entgegenkam. Die Beiden reichten sich die Hände, chne zu sprechen, aber sobald si: mit. Hubert das Zimmer der Nihilistin betreten und die Thüre hinter sich geschlössen hatten, sanken sie einander in die Arme. Sonia. . . . meine Sonia. . . . meine große Schwester!" Meine kleine Nadja!.... Ist es denn möglich? Du bist mir also nicht verloren!" Fräulein Kawetschin schien wirklich glücklich zu sein, aber die Gräfin war dennoch ergriffener, als sie. Allerdings war ihr Herz von so stürmischen und zärtlichen Gefühlen erfüllt, daß es kein Wunder war, wenn ihr Busen wogte und ihre Augen feucht wurden. . . . ihr: Freundschaft bereicherte sich ihr unbewußt an dem Uebermaß ihrer Liebe. Sonia hielt sie etwas von sich ab und betrachtete sie nöuaieria. (Fortsetzung fslflt.)
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