Indiana Tribüne, Volume 25, Number 144, Indianapolis, Marion County, 11 February 1902 — Page 7

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Slavische Leidenschaft.

No:nan von Tc n'.cl Lucur. (Fortsetzung.) CUic'," fuhr Nadja traurig lächelnd fort, nehmen Sie dies Wcrt nicht in dem revolutionären Sinn, in dem man es in Frankreich auffaßt, und den ich selbst im Auge hatte, als ich von den Feinden des Grafen sprach. Wenn Sie mir bei Lösung der Ausgäbe, die ich mir gestellt habe, behilflich sein wollen, so weroen Sie unsere derschiedenen politischen Parteien bald kennen lernen und sehen, daß edle Herzsn, Menlchen voll Güte und Milde bei uns die soziale Reform anstreben, ohne sie durch Gewaltthaten erzwingen zu wollen. Meine kleine Sonia würde sich jederzeit zwischen meinen Gatten und eine ihn bedrohende Mordwaffe werfen. Gleichwohl ist es möglich, daß sich unter den Leuten, deren Ansichten sie theilt, unter den Freundin, mn denen sie verkehrt, solche befinden, die durch einen furchtbaren Schwur g'bund?n sine, den Grafen Miranoff zu ermorsen." Grofc? Gott!.... Aber ich b:greife Üt Rolle, die sie spielt. ... Sie isl Ihnen treu geblieben und niacht Ihnen Mittheilungen üb:: die Aöjicht:n der Nihilisten." Nadja schüttelte den Kops. Sie würde ihr Leben für mich lassen, aber sie würde die S:h;:m::if.'e i.'irn politischen Freunde ni: an mich errathen. Uebrigens clauU ich nicht, daß sie in ernste Aerschwörungen v:rwickelt ist. denn, wie ich Ihnen wiederk,olt versichere, ist ihr jed? S:wal!tl,-at 2un3i:er. 211 er ein Greuel Ui ihr ci:i die Selbstherrschaft des Zaren. :ie schwer auf Millionen russischer Untcrthanen lastet und nur den 'D?spo!ismus einer aristokratischen Minoriiät ausrecht erhält. Sie erklärt, daß alle unsere Einrichtungen unserer Nasse nicht angepaßt seien, weil sie aus dcr Fremde eingeführt worden sind; ihrcr Behauptung nach ist keine einzige -der jetzigen slavischen Einrichtungen sl:vischen G.ist entsprungen, und si: meint, darin lieg: das Uebel. Sonia bekennt sich zu der cbfoluten Vcrn:inung des gegenwärtigen politischen Systems in Rußland. Verneinung. . . . Nihilismus.... Verstehen Sie nun den Ursprung dieses Wortes?" Ich verstehe. . . . sagte Huber! mit einem etwas spöttischen Lächeln, denn in seinen Augen verwandelte sich der Ernst derartiger Fragen in Lächerlich,seil, wenn sie von Frauen erörtert wurden Und wie alt ist der..-, dieses Fräulein Sonia?" Zweiundzwanzig Jahre! Aber S!e lächeln mit Unrecht. Marquis. In diesem Alter befanden sich Vera Zasiulitfch. als sie auf den Genera! Treposs schoß, und Sophie Bardin, als si? zur Zwangsarbeit in den sibirische.? Etaatsbergwerken verurtheilt wurde." O gewiß, Verbrechen und Thor heiten kann man fast in jedem Alter begehen, ein vernünftiges Urtheil aber ist eine andere Sach?. Ihre Freundin Sonia scheint mir übrigens eine recht gefährliche Person zu sein, liebe Gräfin, und ich bin erstaunt, daß Graf Miranoff. . . Der Graf," unterbrach sie ihn, hat mir erklärt, daß er die russische Rzgierung veranlassen werde, von Frankreich ihre Auslieferung an die russischen Gerichte zu verlangen, falls ich noch einmal mit ihr zusammenkäme.... Sie ist verdächtig", und das genü.'z! ja; überdies würde man unter' ihren Papieren gewiß immer irgend ein: kompromittirende Broschüre finden." H:rr von Brönaz wechselte die Färb: und sagte mit bedrückter Stimme: Gnädige Frau, ich ängstige mich um Sie!.... Können Sie, daran denken, dem Grafen Miranoff zu trotzen?" Eine Minute lang blickte sie ihn mit erblaßten Lippen, zusammengezogenen Brauen und finsteren Augen an. Ehe sie sich ihm völlig anvertraute, hätte sie gerne in dem Herzen dieses Mannes lesen mögen, ob er ihr nicht, um sein: gesellschaftliche Untadelhastigleit besorgt, mit einer kalten Weigerung antWorten oder sie aar wie ein unvcinünftiges Kind, das ein gefährliches Spiel zeug verlangt, spöttisch zurllckweiscn werde. Unter dem forschenden Blick 'dieser großen, feurigen Augen gerieth Huberts Wille in's Wanken; er merkte, daß sie ihm mißtraute, und flüsterte, ganz von dem Wunsch erfüllt, ein Geheimniß mit ihr zu theilen und ihr unentbehrlich zu werden, mit leidenschaftlicher Stimme: .Ich gehöre Ihnen.... verfügen Sie über mich...." Nadja wandte erröthend die Augen zur Seite, denn dieser Ton, diese leidenschaftliche Unterwürfigkeit waren ihr zu viel. Sie faßte sich aber rasch und reichte ihm dankend die Hand. Bitte, Marquis,- fuhr sie fort, verstehen Sie mich recht. Ehe ich Sie um einen Dienst bitte, möchte ich Ihren Rath haben Ich werde Ihnen gehorchen, weil Sie in meinen Augen die verkörperte Ehrenhaftigkeit sind, und ich möchte nichts thun, was gegen die Ehre wäre." Schweigend nickte cr mit dem Kopf. Für mich," fuhr sie fort, ist die Politik ein Buch mit sieben Siegeln. Ich verstehe nichts davon und interessire mich nicht dafür. Eben,. geht es mir mit der Philosophie; . ich habe nicht, wie Sonia Hegel, Herzen, Karl Marx. Fourier oder Proudhon gelesen. Auch habe ich nicht wie Sonia in Zürich Vorlesungen gehört oder Teutschland i

ourcywanceri. um oie Aroeilersrage zu studiren. Denn dies Alles hat sie gethan und dabei nur von dem kleinen Kapital meiner Großeltern gelebt, das ich ihr bei meiner Berheirathung natürlich überlassen habe." Wie lanae ist dies her?" Zrrei Jahre Seit zwei Jahren bin ich verheirathet. Aber bcdenken Sie, Marquis, daß uns Russen Sonias Verhalten ganz natürlich erscheint. Bedenken Sie nur, wie viele reiche und schöne Mädchen Alles verlassen haben, um unter den Armen uns Arbeitern zu leben, um deren Bedürfnisse zu'ermitteln, um Abhilfe zu fchaffen so weit als möglich, um ihnen Trost und Unterstützung zu bringen... ?ehr häufig bezeichnet das greuliche Wort Nihilismus" nichts Anderes, als die Liebe zu den Niedrigen und Unwissenden. zu dai Enterbten Aber cs ist eine thätige Liebe, die ost die erhabenste

', Selbstauscpserung erzeugt! Wie können Sie verlangen, daß lch d:ese Art von Nihilismus mißbillige, wie können Sie verlangen, daß ich ihn fürchte?. . . . Ach. Marquis, ich glaube fest, daß ich eine Mission zu erfüllen habe und zn?ar die. zwischen dem Grasen Miranoff und den Tausenden von Menschen, die ihn verdammen, ein Band der Liebe und der Vergebung zu schlingen, in dieses Dunkel einen kräftigen Lichtstrahl von Mitleid und Güte zu werfen, der ihn besser schützen wird, als sein Maschenpanzec! " Nadjas Stimm: brach, und Thräne traten in ihre Auzen. Einen Augenblick hielt sie inne, dann aber z:rang sie ire Erregung nieder und fuhr in ruh:gerem Tone fort: Könnte ich übrU aens Sonia im . Stich lassen?.... Meine Schwester ja, meine Schwester In Rlißlno verkehren die Findelkinder, falls der Zufall es mil siÄ bringt, in der höchsten und vornehmstcn Gesellschaft, denn man weis ja ni:, ob in ihren Adern nicht daälteste uns reinste Vlut fließt. Sonia ist ein auserlesenes Geschöpf. . . . -und wenn Sie wüßten, was si: mir gewesen ist! -Für mich verkörpert si: meine ganze Leraangenheit voll phantastisch:? Unwissenheit, voll Gläubigkeit, voll Traumgebilden!. ... Ach, wie rannten wir beiden Kleinen so sorglos, so unbekümmert mit im Winde flatternden Haaren durch d:n alten Park! Wie blickten wir während der für Kinder langen Stunden des Wintertaqes mi! an die Fensterscheiben gedrückten Na--sen dem unaufhörlich umeinanderwirbelnden Schnee zu!.... Und unsere Vil:rbücher!. ... Und unser? anderen Lücher!.... Kann man dergleichen vergessen? Und jetzt arbeitet Sonia unter Entbehrungen in Paris, längst den Kampf um's Dasein und denkt dabei nur an Diejenigen. die im Leben ebenso wie sie selbst. oder vielleicht noch mehr, leiden müssen. Virsprechen Sie mir, Marquis, daß Sie Sonia im Namen ihrer Schwester Nadja aussuchen werden." Sehr gerne, Frau Gräfin." qber ich bitte noch um mehr." Um was?" .Ach, jetzt setzt der Punkt ein, wo ich Ihres Rathes bedarf, denn ich weiß selbst nicht, ob ich mich auf dem Weg: des Rechtes und der Wahrheit befinde! Aber ich habe einen Plan ausgeklügelt, der gleichzeitig viel Gutes erreichen und die entsetzliche Gefahr beschwören soll, von der der Graf bedroht ist." Und worin besteht dieser Plan?" Nun wohl, er besieht darin, durck Vermittelung treuer Freunde, durch Sie selbst, durch Sonia. allen meinen Landsleuten, die durch das Elend und die Verbannung den verzweifelten Unternehmungen des Nihilismus zugetrieben werden, stromweise all das Gold zufließen zu lassen, das mir der Graf zur freien Verfügung läßt. Ach. es ist so viel, so unendlich viel Geld! Ein unerschöpfliches Vermögen. Schätze, die sich aus unserer Kupferbergwerken unaufhörlich erneuern! In diesen Werken findet man nämlich jetzt auch Malachit in riesigen Mengen, und unsere Stollen sind die ergiebigsten im ganzen Ural. Und dies Alles gehört mir so gut wie dem Grafen. Er hat cs so gewollt, er hat mich so reich gemacht, wie die Zarina selbst Nur die Tiefen seiner Seele und seines Wollens hat er für sich allein behalten." Die tiefe Traurigkeit, mit der sie diese letzten Worte gesprochen hatte, legte sich wie ein Balsam auf die Seele des Marquis. Auf eine derartige Frau." sagte er sich, haben alle Schätze des Ural wen:ger Einfluß, als ein Wort vertrauender Liebe. Ihr Gatte hält sie sich fern, während er sie mit Gold überschüttet er macht sie reich, aber er verletzt sie. Sowohl ihr Stolz als auch ihr Herz' leiden darunter.... über ein Kleines wird die Dankbarkeit ihr eine schwer lastende Pflicht werden." Eine Stande des Alleinseins mit dieser bewunderungswürdigen Frau genügte, um die Ehrenhastigkeit des Marquis bis auf solche Gedanken herabzudrücken. Mittlerweile entwickelte die junge Gräfin einen Plan voll romantischen Edelmuths und an Tollheit grenzender Kühnheit. Der Marquis sollte sich unter die Russen mischen, die in Paris und der Schweiz mit der Freiheit des Hasses -..Gedankenfreiheit" suchen. Er sollte sich unter sie mengen, sollte, wie sie selbst um den ihnen heiligen Ausdruck zu gebrauchen , in's Volk gehen," um sie zu studiren. sie verstehen zu lernen und Einfluß auf sie zu gewinnen. . . . Sie sind in's Innere Afrikas gedrungen, um das Geheimniß unbzkar!N terKulturformen zu erforschen.Warum

sollten n:er,t aucy zu demseven Z.-reck in die Tiefen unseres gesellschaftlichen Baues niedersteizen?. ... Uno zu diesen Unglücklichen kämen Sie mit Händen voll Gold. . . . Si: würden ihnen sagen, woher dies Geld stammt, daß es von einer armen Frau kommt, deren Herz, wie ihre Herzen, von den furchtbaren Wirkungen der Ueberzivilisation zermalmt .vocden ist, und die sich und Alles, was sie besitzt, der mitleidvollen Nächstenliebe weiyt. von der sie selbst erfüllt ist, damit sie vergessen, damit sie verzeihen lernen!" H:rr von Brön.iz antwortete nicht sogleich. Eine unbeschreibliche Empfindung schnürte das H:rz dieses Mannes zusammen, der trotz seines an Ersahrungen so reichen Leben in Iti ner Weise auf das vorbereitet war, was er nun hörte, sah und empfand. Hatte ihn vorher die Reinheit Nadjas '.rgrifsen. so fühlte er sich jetzt von der unmittelbaren, aufrichtigen und edlen Lcaeisterunz dieser junaen Seele aeblendet. - . ... ...... Dabei erfüllte ihn aber Angesichts dieser köstlichen Gestalt eine Trunkenheit ganz anderer Art. Gleichzeitig protestirtc sein Verstand, der immer star! 'und klar war und nie seine Herrschaft üver ihn verlor, gegen den Wahnwitz, der in dieser Art Bündniß zwischen der Frau des Grafen und den unerbittlichen Feinden des Mannes, den sie retten wollte, zu liegen schien. War :s nicht eher ein fürchterlich gefährlicher Verrath als eine Schutzmaßregel? Gleichwohl fühlte sich der Marquis, den jedes gefährliche Unternehmen, jeder unerforschte Weg -anreizte, versucht, Nadjas Vorschlag zu folgen und in die fürchterlichen Tiefen unseres gesellschaftlichen Baues" niederzusteigen. Schon bemächtigte sich seiner dieser Gedanke, der ihm ein neues Ziel für seine augenblicklich brachliegende Thatkraft zu bieten schiert. Sie antworten mir nicht, Herr von Jr6naz," sagte die Gräfin. Finden Sie meinen Gedanken ausführbar oder schlecht?" Eine eigenartige Befangenheit ber.:!Ichtigts sich ihrer bei diesem vielsagenden Schweigen und den tiefen blicken des Marquis. Wie ein Gluthström drangen die leidenschaftlichen Gedanken und Empfindungen auf sie ein. die sie unbewußt durch ihre äußere und innere Schönheit in der Seele dieses Mannes erweckt hatte. Mein Gott, gnädige Frau, ich finde Ihren Gedanken im Gegentheil groß und schön! Die Aufgabe, die Sie mir stellen, scheint mir so verlockend, daß ich gegen mein eigenes Verlangen, sie zu erfüllen, mißtrauisch bin. Das Praklischste an Ihrem Plan dünkt mir, daß es mir, wenn ich mich in diese geheimnißvollen Kreise menge, in der That gelingen kann, Ihnen den Grafen schützen zu helfen. Aber Ihren Namen nennen. Sie auf irgend eine Weise in diese Sache hineinziehen, hieße doch dem Willen des Grasen völlig entgegenhandeln und Sie bloßstellen." Sie unterbrach ihn: Ach, was liegt daran, wenn es mir gelingt, durch ein wenig Wohlthätigkeit für jetzt und für die Ewigkeit die Ungerechtigkeiten, die Irrthümer gut zu machen, die. . . ." Sie suchte vergebens nach dem richtigen Wort, und sagte endlich: Ist diese Treu: gegen den Zaren nicht erhaben? Und wie groß die Gewalt eines solchen Gedankens, eines solchen Willens, dem sich Millionen Menschen beugen!.... Sie haben den Grafen ja selbst vernommen! Wenn ich ihn so sprechen höre, verstehe ich sehr gut, daß ihm seine Heere blindlings in den Tod und zum Sieg gefolgt sind. Aber ich kann nicht leugnen, daß in seinen Händen die Menschenleben nur Werkzeuge des Krieges oder der Herrschast geworden sind!" Sie sprach das Wort Verbrechen" nicht aus. aber selbst wenn sie es gethan hätte, wäre für Huberts Gefühle ihre zitternde Bewunderung für den Mann, der mit seiner Eisenhand ganze Völker erbarmungslos zermalmt hatte, noch viel zu groß gewesen. In diesem Augenblick hatte dieser friedliche, geistreiche Träger der Zivilisation Gott weiß was darum gegeben, wenn sein Name in den Augen dieses Meibes hätte größer erscheinen können dadurch, daß er von einigen Blutströmen überrieselt worden wäre. Die Eifersucht wühlte in seinem Herzen. Als sie zusammen ihr blumenumwobeneö Versteck verließen, wo sie so lange gesprochen hatten, ohne durch irgend einen Vorübergehenden gestört zu werden, hatte Hubert sich verpflichtet, Sonia so bald als möglich aufzusuchen und um Rath zu fragen. Er tonnte Sonia Kawetschin in Paris in der Sommerard Straße in ihrer kleineu Wohnung finden. Sie verabredeten '.v. :.gc alltägliche Sätze, durch die de .; 'quis in einem seiner nächsten Br.,'. Gräfin mittheilen sollte, ob es l'jiit ldoptivschwester gut gehe, und ob si? irci; Allem und Allem ihrer Kin-de:s-.i-:.,chaft treu bleibe. Die EinZ!r sollte er ihr in Paris be! ih.ki teilen Ankunft dort mittheilen, denn sx' von Miranoff hatte beschloss ei-., nächstens abzureisen. Der Bed7:.''ächi gte in Paris war beauftrac: word.n. irgend ein möblirtes Haus zu i",then, und von diesem aus wollten sie ann eine ständige Wohnung suckln. Fr den Augenblick hatten sich Hubert uid Na)ja nichts mehr zu sagen, und sie trennten si&. Auf die Gräfin war!:t? am Fuße des Felsens der elegc.nt: Mihswagen, der sie nach Mor:: Carl brinIen sollte, während

der jung: Acann zu FUJ zurückgehen wollte. Es wird Ihnen sehr heiß werden," sagte sie und schob ihren Sonnenschirm beiseite, um einm Blick auf den strahlend blauen Himmel und das in der Ferne erglänzend:, vom Mittassonnenschein überfluthete Meer zu werfen. Er lächelte und sah sie an, ohne zu antworten, dann drückten sie sich zur Abschied die Hände. Sie ging zuerst. Als er die feinen Umrisse ihrer schlanken, weißen Gestalt mit den Augen verfolgte, konnte er gerade noch sehen, wie sie in den kleinen Fußpfad einbog und, während sie in dem Jasmin- und Myrihengebüsch verschwand, ihren Kopf hinter dem Sonnenschirm in seliger Verwirrung neigte. Ein Strom von Freude durchsluthete ihr Herz, das noch vor kaum einer Stunde einzig und allein von edler, großmüthiger Sorge und von unheilvollen Gedanken erfüll! gewesen war.

VI. Kapitel. Bitte, wo wohnt Fräulein Sonia Kawetschin?" fragte ein vornehm aussehender Her? in enganliegendem hellem Ueberzieher, unter dem ein zugelnöpfter schwarzer Gehrock den kräs tigen, geschmeidigen Körper umschloß, die erstaunte Hauömeisterin. Im Knopfloch trug der Herr das rothe Band der Ehrenlegion; seine Hände steckten in rothgelben Handschuhen und auf seinen englischen Lacksiieseln lag nicht das geringste Stäubchen, denn er war soeben einem herrschaftlichen Kupce entstiegen. Offenbar erhielt die nihilistische Studentin nicht oft derartige Besuchs denn die Thürhüterin starrte diesen H stummer Verwunderung an, so daß u Angesichts ihrer Verblüfftheit seine Frage wiederholen mußte. Nun, Fräulein Kawetschin?" Im fünften Stock, die hinterste Thüre in dem Anbau links." H:rr von Brönaz stieg hinauf Zwei kleine bräunliche Thüren hoben sich von der weißen Wand ab, und Hubert tastete an der Verkleidung der hinteren Thüre entlang, um eine Glocke zu suchen, fand aber keine und klopfte dann an. Ein Stuhl wurde gerückt und dann die Thüre geöffnet. Vorzimmer war keines vorhanden, und er trat sofort in ein kahles Studirzimmer. Möbel befanden sich nur wenige in dem Raum, abcr eine Menge Bücher, die, auf einem schlichten weißen Holzgestell geordnet, eine ganze Wand bedeckten. Auf dem mit einer verschossenen Decke behängten Tisch lagen noch weitere Bücher neben Zeitschriften und Manuskripten. Dem Bücherregal gegenüber standen ein ewohnlicher Speiseschrank und eimge Stühle, und durch das von Glanzperkal - Vorhängen umrahmte Fenster drang etwas hart und brutal der leuchtende Maiensonnenschein in das unbehagliche, reizlose Gemach. Habe ich die Ehre, mit Fräulein Sonia Kawetschin zu sprechen?" Ja, mein Herr." Ich heiße Hubert von Vr6naz. mein gnädiges Fräulein, und werde von Ihrer Adoptivschwester. der Frau Gräfin von Miranoff, zu Ihnen ge schickt. Sie hat mir diesen Brief an Sie anvertraut. Uebrigens können Sie diesen Brief nur durch meine Vermittlung beantworten, wenn Sie mir diese Ehre erweisen wollen, da Ihre persönliche Sicherheit. . . ." Sonia unterbrach ihn. Ich weiß, mein Herr, ich weiß.... Danke schön," sagte sie und nahm den Brief in Empfang. Während sie den Umschlag erbrach, mit leicht bebender Hand den Brief entfaltete und dann las, betrachtete der Marquis sie mit forschender Neugierde. Schon im ersten Augenblick waren ihm die klugen, großen grauen Augen ausgefallen, wie auch die blendende Frische ihrer Gesichtsfarbe und die Eigenart ihrer Haartracht. Wohl trug sie die Hiare kurz geschnitten, da diese aber sehr stark und von Natur gelockt waren, rahmten die dunkelbraunen Wellen das trotz der männlichen Frisur rein weiblich gebliebene Antlitz auf's Anmuthigste ein. Obgleich dies Gesicht der regelmäßigen Schönheit entbehrte, war es nicht ohne Reiz. Auf den ersten Blick bemerkte man darin eine Mischung slavischen und tartarischen Blutes; es war nicht der reine slavische, das heißt der arische Typus in seiner ganzen Vollendung und seinem ganzen Stolz, wie er Nada zu eigen war. (Fortsetzung folt.) Unschuldig. Aber. Daxenbauer. Ihr seid ja voll Wie eine Kanone! Schämt Ihr Euch nicht. Eu'rcn Buben so in die Schule zu führen?!" Entschuldigen S', Herr Lehrer, das hab' net i' 'than mei' Bim hat mi' herg'sührt!"

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