Indiana Tribüne, Volume 25, Number 144, Indianapolis, Marion County, 11 February 1902 — Page 1
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t5rsdicfttt jede tarfimlttast uxxb cmntaß iilorocno. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 11. Fcbrnar 1902. . No. 144 ,,"ia"MM 1 . i i .
Centra! Labor Union
Die zwcgnncz 511 Gunsten ei nzs ryims für organifirte Arbeit Beginnt eine praktische Form anzunehmen. In der gestrigen Sitzung der Central Labsr Union wurde die von der Tribüne" besprochene Angelegenheit betreffs des Baues eines eigenen Heims für die organiftne Arbeiterschaft vorgebracht auf Grund eines Antrages, ein Fünfer Komite zu ernennen, um einen Plan zur Beschaffung von Fonds für ein genanntes Heim auszuarbeiten. Ein solches Komite besteht zwar schon, doch hat das selbe bislang nichts ausgerichtet. Delegat Beissenherz meinte, ein Heim konnte nur durch das Zusammenwirken aller Mitglieder der Lokal'Unionen, die sich in einer Gescllfchast organisiren, er richtet werden. Organisator Blue sagte, ein solcher Plan sei nicht durchführbar. Ein Heim könnte gebaut werden durch Schenkun gen. Er empfahl, jedes Mitglied einer jeden Lokal.Union um $1.00 zu besten crn, zahlbar in zu bestimmenden Raten; auf diese Weise würde die organisirte Arbeiterschaft etwa 530(0 ausbringen. Er sei von Zweien Einer, der es über nehmen würde, weitere .$15,000 durch Schenkungen von Geschäftsleuten zu sammeln. Er sei bereit mit der Arbeit zu beginnen, wenn die lokalen Unionen in dieser Bewegung denselben Patriot! schen Geist bekunden, wie das Publi kum. Schließlich wurde das Unterhaltungs '5 Komite damit betraut 'einen Plan aus zuarbeiten und in der nächsten Sitzung : zu berichten. Organisator Blue berichtete, daß eine Organisation der Fuhrleute in Aussicht stehe und empfahl, daß jedes Mitglied organinrter Arbeit ei per sönliches Interesse in der Bewegung nehmen , sollte. Mit geeigneter Hilfe würde es möglich sein eine aus 3000 bis 4000 Mitgliedern bestehende Union zu bilden. Seine Empfehlung wurde angenommen. Die Resolution der A. F. of L. be tresss Erneuerung des ChineseN'Aus schluß-Gesetzes wurde angenommen mit dem Hinzufügen, daß der Gewerberath ersucht werdet die Angelegenheit der Aufmerksamkeit der Kongreßvertrcter des Staates Jndiana zu emvfchlen. E)g7.r A.Perkins erhielt die Voll mach: für das legislative Komite das Zranchise-Gesuch der Jnterurban-Ge sellscha'tcn eingehend zu prüfen. Taä Komite berichtete, daß das Ban kctt für die Grubenarbeitcrund Gruben besitzet ungefähr $2000 gekostet habe, und tat 5170 UeberschvH geblieben ist. Dieser Betrag wurde der Kasse der C. II. zugewiesen. (Yroszer Maskenball, gegeben von der Hertha-Loge No. 43 D. O. H. am Tonnerstag, den 13. Februar 1903 (St. Valentin Abend) in der Germania Halle. Eintritt 25 Cts. a Person. Aus den Gerichtshöfen. Bundesgericht. ITer Prozef; gegen den Cx-Vanl KassZrer Richard C. Tavis. Im Bundesgericht wurde heute mit 'dem Prozeß gegen den EBank'Kassirer Richard C. Daois begonnen. Derselbe ist bekanntlich beschuldigt, der Pcoples National Bank" von Washington, Ind., 375,000 unterschlagen zu haben. . Die Brückenfrage betreffend. Sladt.Anwal: Joß wird morgen dem! Mayor sein Gutachten über die Frage, ob das County ooer die Stadt die W. Washington Str. Brs'cke übe? den While Äive? zu bauen at, übermitteln.-! Tish-i-mingo.
Socialer Turnverein.
Prinz 5Zarneval erlaßt einen Zluf' ruf an seine Getrencn. deute i't ffaNnsÄts.Dicnstaa ! Und gelegentlich dieses heutigen Fcstttages hat Prinz Karneval folgenden Aufruf erlassen, der sich selbst erklärt: An meine lieben närrischen .Turner und Turnerinnen! . Wiederum ist die Zeit MEINER Herrschaft da, die Zeit wo Ihr alle Sorgen des Alltagslebens abzustreifen. Und Euch ganz dem Humor und der ausgelassensten Lebensfreude zu widmen habt. In den letzten Jahren bin ICH zwar nur als verkleideter Bauer unter Euch erschienen, doch habe ICH MEINE helle Freude an Eurem närri schcn, bäuerischen Treiben gehabt. In diesem Jahre aber werde ICH MICH Euch in MEINER wirklichen Gestalt zeigen. Und so lasse ICH denn hiermit zu Kund und Wissen thun, daß sämmtliche Narren und Närrinnen des Socialen Turnvereins am Sonntag A b e n d, d e n 16. Februar, pünktlich um 7 Uhr 30 Minuten im Turnsaal zu erscheinen haben, um einer Narrensitzunz beizuwohnen. Mit der Ausführung der großartigen Borberei tungen bab- ICH einen besonders när rischen Rath beauftragt, der in seiner außerordentlichen Narrheit beschlossen hat, den Eintrittspreis auf 25 Cents Person (inclufive Narrenkappe und Ge tränke) zu setzen. In der Hoffnung, daß MEIN gan zes, geliebtes, närrisches Turnevölkchen sich am Sonntag Abend einstellen wird um einige heitere Stunden zu verleben, verbleibe ICH Euer wohlwollender Karneval. Diesem Aufrufe wollen wir noch hin zufügen, daß der edle Prinz einen ahn lichen Aufruf auch an alle übrigen Narren, die keine Turner sind, erlassen hat. Und der Narrenrath ist jetzt da mit beschäftigt einen Obernarrcn, Un ternarren, Klimpernarren, Biernarren, usw., zu wählen und dann ein ent sprechendes Programm aufzustellen. Gutes trockenes Brennholz. Eonsolidated (5oal & Limc Co. Beide Telephones 273. (Aug. M. Kühn, Praf.) . Neue Direktoren Fürten (5ommcrc!al 5llub gestern erwählt. Bei der gestrigen Jahrcswahl des Commercial Klubs wurden folgende acht neue Direktoren crwablt : John J.Arpcl. Hiltsn U. 33ron, JuÄge Frank E. &ati:i, I. K. Lilly, J.G. Schaf, F. K. Shepard, L. I. Baker, I. Q.'Van 2?:nkl?. Die übrigen Mitglieder dcS Direk tionsrathes sind : Charles E. Cossin, John W. Holtz man, John W. Kcrn. S. S. Kiser, Allen W. Ccnduit und Alfred F. Pott. Die Jahr. Versammlung des Klubs fand gestern Abend statt. Derselbe besit jetzt 1002 Mieglieder und ein Vermögen von .D218,1Z7'.00, welchem Verbindlichkeiten in oer Höhe von Zl19.0ttt.00. gegenüberstehen, so da das ReinvermZg?n 539,073.00 betrag. Im Berichte des Sekretärs wurde die Thätigkeit des Klubs im vcrstossenen Jahre t'.ne? Besprechung unterzogen. Dieselbe erstreckte sich auf die Angele genheiten der , ndianapolis .Soulhern Franchise, des Nauchübels, des geplan ten "Ca;np of instructions", der Lawton und Harrison Monumente und des Fall Creek Boulevards. Verlangt rw in netnigcr, !n:culzenlcr zunger Mann von 25 Jahren, von gutem Eha rotier und Ansehen in seinen Kreisen, um eine verantwortliche, lohnende (Stellung bei der State Life Insurance Co., abzunehmen. Fragen Sic nach Herrn Mathcson.
Indianapolis Liedcrkranz.
Prinz Karneval schwang über Hunderte von fröhlichen Unterthanen das Scepter. Erinnerung ist eine Wunderblume, : Sie wurzelt tief in jedes Menschen brüst, Es wird- das Herz durch sie zum Heilig. thume, Zu einer Quelle wahrer, inn'rcr Lust !" An einem Tische des von Heckenrosen umsäumten Sommergartens Im Krug zum grünen Kranze", welcher auf der Bühe des festlich geschmückten Saales der Germania Halle errichtet war, saß Capt. Vieler, der erste Präsident des Indianapolis Liederkranz und erzählte seinen ihm aufmerksam lauschenden Zu Hörern von dem ersten Maskenball, welchen der Verein in der Zeit, als er das Regime führte, veranstaltet hatte. Er verglich die Vergangenheit mit der Gegenwart und wenn auf der Er ir.nerung sanften Pfaden ihm von feinem Balle auch noch manch liebliches Bild (vielleicht auch manch liebliches Lieb chcn") vor seinen geistigen Blicken schwebte, so mußte er doch der Gegen wart vollauf gerecht werden, indem er sagte, ein solches großartiges Masken fest hat der Liederkranz noch nie zuvor in seinen Annalen zu verzeichnen ge habt-. Ueber allen Veranstaltungen dieses beliebten Vereins hat in dieser Saison ein guter Stern geleuchtet, über dem gestrigen Karnevalsfest aber leuchteten gleich eine ganze Anzahl Sterne erster Größe. Zum Empfange der nach vielen Hun derten zählenden Besucher hatte die Germania Halle aber auch ein wirk lich festliches Gewand angelegt. Guirlanden aus Immergrün zogen sich in reicher Fülle an den Wänden hin. verbanden einen Kronleuchter mit dem andern und von ihnen, aus ließen un zählige kleine elektrische Glühlichter ihr magisches Licht leuchten. Weit über fünftausend Rosen waren zum Schmucke des Saales benutzt worden. Von der Mitte des Plafonds aus hingen an langen rothen Fäden rothe Tulpen, aus deren weiten Kelchen elek irische Glühlichter hervorlugten. Die Balustrade des Balkons war mit blumen durchwirkten Draperien behängt und die Bühne selbst umsäumte ein von Hecken rosen umfäumtes Stacket, von welchem unzählige elektrische Lichter hervor? strahlten. Und in d'iese mschöncn Nahmen eni faltete sich ein Bild von unvergleich licher Farbenpracht. Bei den meisten in dieser Saison stattgesul'.dcncn Maskenbällen pflegte auf zehn unmaskirte Besucher eine Maske zu kommen und diese war dann oft so erstaunt über ihr kühnes Unter nehmen, daß sie , sich so schleunigst als möglich demastirte. Auf dem gestrigen Maskenball aber war gerade das Gegentheil der Fall Die Masken prädominirten und. Einer, der nicht einmal eine Narrenkappe trug, hätte sich fast verlassen vorkommen Ion nen, wenn nicht zu seiner Aufheiterung der' Krug zum grünen Kranze" und manch andere Krüge noch gewesen waren. Von einem sich seitwärts in die Büsche schlagen" konnte gestern Abend nicht die Rede sein, das ließ schon das dichte Menschengewühl, welches, in dem Saale und seinen Nebenräumen herrschte, nicht zu. Zu gehen brauchte man nicht, man wurde geschoben und schließlich blieb man stillvergnügt an einer freundlichen Oase hocken. - Hatte man aber dort einen festen Platz erhalten, so setzte man dem ferneren Weiterschieben einen euer gischen Widerstand entgegen. j Da mit einem Male ertönten Fansa rcn, alles strömte dem Saale zu in der Erwartung, daß sich etwas außerge wohnliches zutragen würde. Und die ! neuaieriae Menae wurde niÄt o.ctäusÄt. Z Ihre kaiserliche Hoheit, die Kaiserin j j j r - Wittwe von China (Frau Adolph Äaur Scn.) hielt ihren Einzug mit zahl reichem Gefolge und rücksichtslos, wie
sie nun einmal ist, annectirte sie sofor den schönen Sommergarten für sich al lein, so daß für eine Zeit lang alles aus der Bühne orientalisch war. Die Kaiserin winkte mit dem Fächer und Aus dem geöffneten Thor, Trat mit gelber Jacke und Pfauen fedcr Der ObeEunuche jetzt hervor." Derselbe (Herr Adolph Baur) ließ sodann nach den Klängen aus Mikado" von dem Gefolge einen chinesischen Tanz aufführen, welcher nicht nur den Beifall ihrer chinesischen Hoheit, sondern vor Allem auch den des Publikums fand. Diese Scene allein trug zur Erhöhung der Feststimmung wesentlich bei, umso mehr als das Intermezzo in geschickter, graziöser Weise durchgeführt wurde. Die Tänzerinnen und Tänzer waren : Jrls. Anna Specht, Ella Crabb, Mary
Spacke, Marie Probst, Maude Mc Allister, Rosa Linne, Gertrud Linne, Maggie Schuman, Minnic Schumann, Marie Graf und Charlotte Sherwood, und die Herren : Frank Hotz, E. F. Dsborn, Fred. Myers, Carl Spacke, Fred. Spacke, M. Schmidt, Ed. Masch mevcr, Elmer Stumph, Gco. Scherer, Chas. Specker und Wm. Winke. Alle Welt spricht bekanntlich nur immer von der KaiserinWittwe und fasi nie von dem. jugendlichen Kaifer und so Ware es uns beinahe passir:, daß wir ihn (Herr Adolph Baur jr.) und seine Gattin (Frau Adolph Baur jr.) gar? nicht einmal erwähnt hatten. .,- Kaum hatten die Gaste aus dem Reiche der Mitte sich , emofohlen, als eine Gesellschaft ihren Einzug in den Saal hielt, welche nicht verfehlte, gro ßes Ausfehen zu erregen. . Es war die ?!ainer'sche Tyroler Compagnie', welche sich fast ausschließlich aus den aktiven Mitgliedern des Liederkranz , zusammen setzte. ' Welch ein Unterschied. Hier das steife, würdevolle Ceremoniell am Hofe zu Peking, dort das von Uebermuth überschäumende Treiben des wackeren Völkchens aus der Provinz, welches die .Perle im Diadem der österreichischen Kaiserkrone ist. Und singen und jodeln konnten diese Tyroler und Tyrolerinnen! Es war ein Begnügen den Vorträgen dieser tollen, kleidsam kostümirten Ge sellfchast zu laufchen. Die schönste und verführerischste Tyrolerin aber mar un streitig die goldlockige, üppige Schal. meienbläserin, als welche sich spater (zu? bitteren Enttäuschung mancher Schwerenöther) Herr I. Schulmeyer entpuppte. Außer ihm gehörten zu der Tyroler Gesellschaft noch folgende Herren: ÄZ. 5ündl!nz, J.Koch, E. .Schmedcl, I. Kramer, I. stellet, er Scheich, A. Weber, I. Buschor, A' Pich, h. Stocfflcr, C. St'rieblen, H. Hcnfchcl,E. Michaelis und ?!. Kreher. Singend und tanzend ist die Tyrolcr Gesellschaft uns vorübergezogen und schon wieder-ruhen unsere Blicke auf einer Gruppe Cingewanderter, bei wel chcr Einem unwillkürlich die Worte Freiligraths in Erinnerung traten : Ich kann den Blick nicht von Euch wenden, Ich muß Euch anschau'n immerdar, Wie reicht Ihr mit geschäft'gen Handen Dem Schiffer Eure Habe dar. Ihr Madchen mit den blonden Zöpfen, Ihr Schmarzwald'Madchen braun und schlank, Wie sorgsam stellt Ihr Krug' und Töpfe Auf der Schaluppe grünen Bank." Ja, das war eine Gruppe echter Emi granten aus dem Schwabelandle und daß dieselbe Furore mach'te, brauchte eigentlich kaum erst erwähnt zu werden. Diese Gesellschaft bestand aus folgenden Herren und Damen : Gott!. Lcukhardt und Frau, John Weber und Frau, H. hunzinger, Louis Klink, Jacob Flick und Frau, Frank Schmidt und Frau, Wm. Hosfmcister und seine reizende Bäuerin, ?owic Frau Caroline Vogel. Polizist (Carl Kofahl) zeigte ihnen als Ortskundiger den Platz, wo man einen Güten schenkt. Auf's Neue ertönten die Fanfaren, wieder hebt der Vorhang sich in die Höhe u:id wiederum bildete ein weib Uches Wesen, wie haijerrn von
China, den Mittelpunkt einer bunt kostümirten Gesellschaft. Wer war sie, wer ist sie, woher stammt sie ? fragte man sich gegenseitig. Aus Beutelsbach kommt sie nichts erklärte Emigrant Weber; eine Sennerin ist sie nicht, lis pelte Tyroler Michaelis, und der Ober Eunuche erkannte sie nicht als Mitglied des Hofstaates an. Sie war das Mädchen aus der Jrem de, welches' keine andere Aufgabe zu cr füllen hatte, als den Prinzen Heinrich zu begrüßen. Die Dame hatte sich ein Kostüm ausgewählt, welches sich aus verschiedenen Stücken zusammensetzt, welches vor hundert oder fünfzig Jahren einmal modern war. Das bis nur an die Kniee reichende Röckchen umspannte ein Knielein; die Blouse bestand aus schottisch carrirtem Tuch und das von etwa zwanzig brünetten Zöpfen um rahmte Haupt zierte ein geradezu vor südftuthlicher Hut, welcher zu einem Theile einem Gemüse, zum anderen Theile einem Blumengarten glich. Dieses Prachtmädel (Herr Franz Schäfer) sang sodann eine Arie, in welcher sie den Prinzen Heinrich (Herrn Louis Bauer) herzlich willkommen hieß.
Letzterer war im Kostüm des sagcnhas ten Königs Dodo gekleidet und benahm sich genau so, wie wahrscheinlich der echte Prinz sich benehmen wird, nämlich, er drückte sich sehr bald und bat nicht ein mal m zwanzig Minuten Aufenthalt. Einen Glanzpunkt des Abends bildete unstreitig die von dem in französischer Hoftracht gekleideten Mitglieder des Saal.KomiteZ Gust. Weifsenbach, John Vesper, Ad. Weiffenbach, Franz Henschel, Wm. Krieger und Louis Kuechler Jr. eröffnete und vo Herrn Adolph Baur Sr. und Frau 'geleitete Polonaise,' an welcher mindestens' drei hundert Paare theilnahmen ' Von den Masken seien hier noch her vorgehobe'n: ' Eine Gruppe von vier in Scharlach gekleideten Damen, von wel chen nan annehmen konnte, als wollten sie jeden Augenblick ein Vehmgcricht abhalten : Frl. Vera Bugh, Frl. Tillie Schaefer, Frl. Jessie Bugh, Frl. Pearl Campbell; Bär. Albert Kempe; Zwei köstlich kostümirte Tramps, Wm. Zschiederich und Heinrich Reinken. Bandit aus den Abruzzen, Wm. Stoeffler (jeden Augenblick war er be reit, die ihm im Wege stehende Person zu erdolchen, aber nach Verabsolgung eines Glases Vier wurde er sanftmüthig wie ein Lamm'), Zigeunerin Frl. Marie Michaelis,' Sonnenkönigin Frau Wm. S toeffler, Rumänin Frl. Marie Priens, Tempelritter, Julius Krrn ; Kammer zose, Frl. Anna Koenig ; Howard Stu dcntinnen, Frl. Quinn, Frl. Fcsler und Frl. Emma Weiland ; Papier m'äden, Frl. Lulu )oungman un Frl. He'keZe fo'tfp ; Schneebälle, Frls. Lizzie und Anni'e ÄinZ ; Großmütter, Frau John Ansclm, Frau A. C. Hänfen. Folgende zur Sitzung der Großloge dcr Pythias Ritter hier eingetrosfcne Herren wohnten ebenfalls dem Masken balle und zwar als Gäste des Groß. Sekretärs Herrn Ernst Knodel bei : H. Rosenthal, Wm. Gotta, G. Wolf aus Evansville, H. F. Glacvecke und I. Mauch von Terre Haute, John Loth und Wm. Brush von Muncie. .Noch um die Mittcrnachtsstunde war der Saal derartig von Masken angc füllt, daß es nur gewandten Tanzern gelang, sich durchzuwinden.. Längst schon hatte am fernen Horizont Altmutter Sonne sich die Augen ge waschen, als die letzten Theilnehmer an dem Maskenbälle des Liederkranzes daran dachten, den Heimweg anzutreten. Der Ball war von Anfang bis zu Ende ein immenser Erfolg, auf welchen die Herren vom ArrangementsKomite mit vollem Recht stolz sein können. Es sei hier noch erwähnt, daß die Dekorationen des Saales von den Herren Trümper und Söhne beschafft wurden; die Pracht .vollen Kostüme der KaiserinWittwe und ihres Hofstaats, die kleidsamen Trachten der Tyroler und die Gewänder der Emigranten von Herrn Kinklin stamm ten. 'Die Nachfeier findet am nächsten DonncrS tag statt. Die Nachfeier des Maskenballes sin det am nächsten Donnerstag im Ver einslokale statt. Da drr Erfolg des Balles em solch großer war, so soll die Nachfeier dementsprechend großartig be gangen werden.
Der Jndiana Bank Prozeß.
Die Geschworenen scheiuen .vicder? uneinig zu sein. Grcenfield, Ind., 11. Febr.. Die .Geschworenen in dem berühmten Jndiana Bank-Prozcß, welche seitSams tag inBerathung sind, wurden heutevom Richter, neu instruirt. Das nahm 2 Stunden in Anspruch. Man befürchtet, daß sich die Geschworenen nicht einigen können. Diese Klage ist gegen John C. New und John C. Wright gerichtet. Sie wurde in Indianapolis mehrere Male verhandelt und auch zweimal in Hancock County. Die Geschworen, konnten sich aber niemals einigen. Ein Schiff verbrannt. Netwngsboote versuchten vergeb lich sich demselben zu nähern. Cape May, N.J., 11. Febr. Ein unbekannter Schooner brannte in vergangener Nacht auf dem Meere xlxi weit von hier.' Fünf Lebensrettungs boote versuchten das Schiff zn erreichen, sie mußten jedoch nach fruchtlosem Bemühen den Versuch aufgeben. Scn. Fairbanks' Sohn .chz stuf einen Spiel. kamcraden. W ashington,D. C., 11. Febr. Der 12jährige Sohn von Rev. Hamlin würd aus Zufall von einer Kugel ge troffen, die Robert, Sohn des Senators Fairbanks, abgeschossen hatte. - Er wußte nicht, daß die Waffe geladen war. Die Wunde ist nicht gefährlich. - ' " Heute Abend Maskenball des NauchenCasittos No. 1 in der Germania Halle. Eintritt 25c (K Person. Aus dem Polizcigericht. Ein Slot-MaschinemBesitzer kam mit einem blauen Auge davon. Unter der Anklage, eine SlotMa schine in seinem Lokale in Betrieb ge habt zu. haben, war der Wirth Henry Cline von der, Kentucky Ave. verhaftet worden. Er wurde schuldig befunden und zur Zahlung von $25 und Kosten verurtheilt. Der Richter ließ Gnade vor Recht ergehen und sufpendirte die !25. Wegen Spazierensührens eines Re' volvcrs hatte Wm. Brufch 11 zu blechen. " ' ' Der an unstillbarem Durst leidende Henry Jcsscl wurde heute dem Richter zum dritten Male vorgeführt. Er muß seinen gestrigen Rosenmontag'Rausch mit iner FreihcitZstrafc von zwei Monatett büßen. Wm. Smith wurde des Diebstahls von zwei Ringen, Eigenthum von Rost & Co., schuldig befunden und zu 60 Ta gen Arbeitshaus und um Zahlung von $10 und Kosten verurtheilt. Earl Dvelließ und Charles Stanley wurden schuldig befunden, von den Hö fen der Pennsylvania Bahn Kohlen ge stöhlen zu haben. Sie kamen mit einer Strafe von $1 und Kosten davon. Unter der Anklage des Einbruchs und des Diebstahls wurdcm Wm. Kniett u. Jesse Scott an die Großgeschworenen übermiesen. Sie hatten den vor cini gen Tagen erwähnten Diebstahl von etwa hundert Uhren ausgeführt. ZZeinc Auklage gegen Elzea Bennett. Die Großgeschworenen haben die aus Mordangriff lautende Anklage gegen den jugendlichen Elzea Bennett igno rirt. Derselbe hatte seine Mutter, welche in zweiter Ehe mit Edward Bishop derkeirathet ist, vertheidigt, als derselbe sie mißhandeln wollte. Der Letztere hatte ihn sodann angegriffen und Bennett hat'.e in Nothwehr einen Revolver auf seinen Stiefvater abgeschossen.
