Indiana Tribüne, Volume 25, Number 143, Indianapolis, Marion County, 10 February 1902 — Page 7
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Roman vo:l Tün'l 2i) v.v. (JortsehuxJ.) r5:rl Sjrl.Tiann saZz aber nicht mehr als Dritter zwischen d:r Gräfin und dem Marquis. Der Journalist wzr am Ab:nd vorher abgereist und fein spöttifchzs Lächeln, seine neugierioen, hinter dem funkelnd? Augenglas versteckten Bücke und seine steptischen Bemerkungen störten nun die cigenartige Atmosphäre nicht mehr, die. diese beioen Menschen nach und nach umsing und von. der übrigen Menschh:it abzuschließen begann. Noch toaz das süße, geheimnißvolle Fluidum, das sich zu verdichten begann, um sie endlich ganz einzuhüllen, durch einen leichten Hauch zu Zerstören, aber dieser Hauch mußte von außen kommen, denn die Seelen, die sich an einer keimenden Leidenschaft berauschen, gleichen dem unbedachten jungen Mädchen, das sich in einem von betäubendem, allzu süßem Blumendust erfüllten geschlossenen Raume vom Traum umfangen läßt: eine Art Betäubung kommt über sie. .und n?enn sie die tödtliche Gefahr bemerken, ist es zu spät haben sie n-cht mehr di: Nraft, ihr zu entfliehen. Nadja und der Marquis unterhielten sich zuerst über Welmann. zu dem die Gräfin nie volles Vertrauen hatte fassen können, obgleich er sie als Ä:jtllschaster sehr gut unterhielt. Warum?" fragte. Hubert. ..Fr ist edelmüthig, treu, frei von ücinlicker Eifersucht, hat leine enacn Vorurteile " Das ist's ja gerade!" entgeanete die junge Frau. JÄ glaube, daß cr überhaupt gar keine Vorurteile l-at." Aber. Gräfin, ein Vorurteil ist ein durch Unduldsamkeit verdoppelter Irrthum." Jitin, ein Vorurtheil ist ein Glaubensartikel. Nur Menschen, die an nichts glauben, nichts lieben und sich für nichts aufzuopfern vermögen, haben gar kein Vorurtheil." Als Br6naz. erstaunt, diese tiefsinnige Bemerkung aus einem solch kindlichem Mund zu vernehmen, sie ansah, fügte sie lächelnd, aber mit innerster, freudigster Ueberzeugung hinzu: .Ich bin zum Veisviel daocn überzeugt, daß Sie volle: Vorurtheile stecken!" Hubert lachie, fügte aber, von einem ihn beunruhigenden Gedanken erfaßt, rasch hinzu: Mich packt der Skeptizismus anfallsweife. Und was Ihre Theorie bestätigen könnte. Frau Gräfin, ist. daß diese Anfälle mich immer in dem Augenblick packen, wo ich ein Ziel erreicht habe, wo ich aufgehört habe, mich zu -begeistern, ras heißt: zu wünschen und zu glauben. ... In solchen Augenblicken verhöhne ich alle Vorurtheile bitter, am bittersten ' die, die mir am theuersten waren " Und haben Sie derartige Anfalle" häufig?" Nicht allzu häufig!" Wann baben Sie den letzten cehabt?" Er richtete einen tiefen Blick auf sie und erblaßte, als ei sich selbst gestand, was er zu sagen im Begriff war: Auf dem Campo Santo in Genua...." Schon wollte er hinzufügen: Eöe ich S ie gesehen hatte!" aber er wagte es nicht und sagte nur: Ja, damals fragte ich mich, wozu ich eigentlich lebe." Und jetzt?" Sie fragte dies in so schlichtem Ton. mit einem so ruhigen Gesichtsausdruck, daß er von tiefster Achtung für diese lautere Frauenseele, für diese Gedankenreinheit ergriffen wurde. Jetzt aber jetzt Jetzt ha! mich wieder das Bedürfniß ersaßt, eine große, ruhmvoll nutzbringende That zu vollbringen.... nur weiß ich noch nicht, was ich thun soll Stecken Sie mir ein Ziel, gnädige Frau Was würden Sie zu thun wünschen, wenn Sie ein Mann wären?" Ich habe keine derartigen Wünsche," entgegnete sie rasch, oder vielmehr ich habe nur einen Wunsch. Ach. wenn Sie mir helfen wollten, diesen zu wirklichen!....Er konnte nur ausrufen: Ach, gnädige Frau!" denn die Freude schnürte ihm die Kehle zu. Wie gut Sie sind. rief sie. Aber Sie wissen ja noch nichts.... Die Sache ist sehr ernst ich schwanke noch, und ich bin so unerfahren. Ich weiß nicht, ob es Recht oder Unrecht wäre. Wollen Sie. der Sie Alles verstehen, mir einen Rath geben?" Er fand den Muth, zu fragen: 'Wollen Sie nicht lieber Ihren 5)?rrn Gemahl um Rath fragen?" Ihn! Ihn! Aber das ist ja ganz unmöglich!" Bei diesem Ausruf, den sie beinahe laut hervorstieß, erfüllte ein Wonneschauer Huberts Brust, der aber alöbald einem Gefühl eisiger Kälte wich, als die Gräfin hinzufügte: Aber ich will ja gerade für ihn handeln!.... Von seiner persönlichen Sicherheit ist die Rede. Glauben Sie denn, ich würde ein Geheimniß vor ihm haben, wenn ich nicht um jeden Preis sei Leben schützen müßte?" Einen Augenblick schwiegen Beide; dann sagte der Marquis in ernstem, fast feierlichem Ton: Gnädige Frau, verfügen Sie über mich, als ob ich der Sohn oder der Bruder des Grafen Miranoff wäre. Meine Erfahrung. mi'm Ceh?n n min Nkrnö.?n Rffifn zu Ihren Diensten!. . . . Nein, danken j -:e mir nicht. sie natte eine Be-
wegung gemacht Jäj 0:n ciisuiicj, hnen d:es anoieien zu surfen!" Uch, wie merkwürdig," sagte sie, Sie sehen, daß ich Vertrauen in Sie setze und Ihre Aufopferung annehme, die ich allerdings nicht mißbrauchen werde.... und doch haben Sie mir Angst eingeslößt, als ich Sie zum ersten Mal sah. Seien Sie mir nicht böse, lieber Marquis, ich wußte ja nicht, wer Sie waren und ich hatte einen Traum gehabt, einen furchtbaren Traum, in dem Sie meinen Satten tödteten." Wie ist das möglich." rief Hubert zitternd, wie konnten Sie denn von mir träumen, ehe Sie mich überhaupt gesehen hatten?" Ach, deshalb hat es ja gerade einen so, tiefen Eindruck auf mich gemacht! Die Nacht, ehe wir uns auf dem Eampo Santo trafen, schlief ich in meinem Zimmer an Bord der' Jacht. Ich hatte merkwürdiger Weise noch keinen italienischen Kirchhof gesehen. In meinem Traum aler wandelte ich unter offenen Gräberhallen genau wie diejenigen, wo wir uns trafen. . . . Ich war mit dem Grafen dort. . . . Ein Fremder ging an uns vorüber, doch als er vorbei war. befand sich der Graf nicht mehr neben mir, sondern lag todt unter einem Grabstein. 'Durch den Stein hindurch sah ich ihn lieg:n, sah. wie sein Blut aus einer Wunde floß. . . Ach. es war schrecklich!...'. Ich warf mich neben dem Grabstein auf die Knie, ich schluchzte, ich schrie. . . . Dann erwachte ich weinend. . . ." Aber," fragte Hubert, welcher Zusammenhang besteht denn zwischen diesem Traum und mir?" - Der Fremde, denken Sie nur, der Fremde glich Ihnen. Als ich Sie auf uns zukommen sah. war es mir, als finge mein Traum von vorne an..'.. 'Und ich glaubte ich fürchtete, 'Sie seien vielleicht ein...." Ein Mörder?...." Ein.... politischer Feind meines Mannes.... Der Ort war so einsam. ... die Gelegenheit so günstig... Und ausnahmsweise hatten wir,emen nicht bei uns." Nun. gnädige Frau, daraus lönnen Sie ersehen, wie wenig Träume und Ahnungen Glauben verdienen! Dieser Feind" des Grafen ist sein ergebenster Freund, und Sie geruhen, dies zu glauben, da Sie mir ja die Freude bereiten, Ihnen und ihm dienen zu dürfen. Wann werden Sie mir die Ehre erweisen, mir zu sagen, was Sie von mir erwarten?" In der That war es ein Ding der Unmöglichkeit, die Unterhaltung im Spielsaal weiter fortzusetzen, wo ihre vertraulichen Mittheilungen leicht von unberufenen Ohren belauscht werden konnten. Uebrigens erhob sich Gaf Miranoff soeben vom Spieltisch, und überließ es Semen, dai tleine Vermögen, das an seinem Platze lag, in die Geldtasche zu packen. Morgen Vormittag flüsterte die Gräfin hastig, werbe ich gegen zehn Uhr eine arme russische Familie besuchen, die in Monaco dahinsiecht, und die man mir empfohlen hat. . . . Erwarten Sie mich in den hängenden Gärten ich werde mich meiner Diener schon entledigen können." Sie. sie gab Hubert von Lrönaz ein Stelldichein! Während einer schlaflosen Nacht suchte Hubert zu ergründen, was dies Ereigniß zu bedeuten habe. Bald hielt er Frau von Miranoff für aufrichtig und fühlte den Opfermuth eines Märtyrcrs in sich bei dem Gedanken, daß er sich in den Dienst der ehelichen Liebe der jungen Frau stelle, bald hielt er dies Stelldichein für die kecke Herausforderung einer Kokette. Er fürchtete sich davor, leiden zu müssen, noch mehr aber davor, sich zum Narren halten zu lassen und lächerlich zu machen. Sollte er sie verachten oder ihr glauben? Da er darüber nicht mit sich in's Reine kommen konnte, begann er sie mittlerweile, zu vergöttern.
V. Kapitel. Als er sie am anderen Morgen auf sich zukommen sah, als er sah. wie sie gleich einer überirdischen Erscheinung zwischen Himmel und Meer auf dem mit Blumen bedeckten Kamm des Felsens einherschritt, der sich gleich einem Wasserfall von saftigem Grün, von Düften und Farben bis in die blauen Fluthen hinab erstreckt, da fand sich auf dem Grund seiner Seele keine andere Empfindung, al die anbetender Bewunderung und schmerzlicher Ruhrung. , Sie crschkn ihm als die verkörperte Keschheit und Reinheit. Hubert hatte noch nie so viel Kühnheit des Vorgehens mit solch unantastbarer Würde vereint gesehen, weil er das slavische Weib nicht kannte. In dieser Beziehung war er noch ganz von dem französischcn Vorurtheil erfüllt, das jede Eigenart des Geistes oder des Benehmcnö bei einer Frau als ein Zeichen leichtfertiger Sitten ansieht. Dazu kam nun noch der spezifisch pariserische Standpunkt, daß ein: Frau, sobald sie mit einem Mann allein ist. erwartet, daß er ihr den Hos macht, und daß, wenn es die Frau ist, die selbst unter dem heiligsten Vorwand dies Alleinsein herbeiführt, sie von vornherein jede Kühnheit Scftattet. Kaum hatte er indeg Nadja begrüßt, als sich seine Meinung darüber änderte wenigstens so weit es sie betraf. Angesichts der Schlichtheit ihrer ersten Worte, der Reinheit ihrer Blicke, der echt weiblichen Zurückhaltung in ihrem ganzen Wesen und vor allem Angesichts der völligen Llhnungslosigkeit darüber. da& sie bei diesem ritter-
riehen Mann iraend e:7.e Gefahr lau-
sen könnte, fühlte Hubert, wie ihm die Schamröthe in die Stirne stieg. Seine nächtlichen Ueberlegungen. seine durch traurige Erfahrungen hervorgerufenen Zweifel erregten Scham und Unbehagen in ihm. Ach. dies liebe, liebe Geschöpf!.... Nein, niemals mehr wollte er sie auch nur mit dem Schatten eines ihrer unwürdigen Gedankens beleidigen, und wenn sie ibn mit ihrer sieghaften Reinheit bis auf's Blut peinigte! Ihn peinigen!.... Also fing er doch an. unter dem Blick der schüchternen sanften Augen zu leiden, der auf ihm ruhte, während sie ernste und bedeutungLvolle Worte an ihn richtete? Die Gemüthsbewegung des Marquis wurde nicht nur durch das veranlaßt, was er hörte, obgleich ihm die Gräfin sehr schmerzliche Eröffnungen machte und Alles bestätigte, was er über die ungckcvcrliche Lage Miranoffs schon wußte. Aber die Sache war schlimwer, als er vermuthet hatte. Dieser ehemals so siegreiche General, dieser ehemalige Minister des Zaren, dieser höchste, allmächtige Präsidcnt der russischen Polizei, bei dessen bloßem Namen ehedem Tausende von Unglücklichen undSchuldigen schreckensbleich geworden waren, war nun seinerscits ein politischer Verurtheilter, und zwar ein zum Tod Verurtheilter. Vielleicht harrte seiner ein entsetzlicher Tod: vielleicht sollten ihm Fleisch und Bein von dem gräßlichen Dynamit zerschmettert werden vielleicht stand ihm aber, wie es seinen Nachfolger bei der Dritten Sektion" erst vor zwei Monaten ereilt hatte ein schmachvolles Ende durch den Revolver eines jungen Mädchens bevor. E r w u tz t e dies. Allein Niemand, selbst nicht seine Frau, konnte den Augenblick ahnen, in dem er dessen gedachte vorausgesetzt, daß er nicht immer daran dachte , denn er sprach niemals davon. Immerhin gab es ein Wesen, dem die Sorgen des Nikolaus .Feodorowitsch, General Graf von Miranoff, bekannt waren, und das diese theilte. Dies war der Muschik Semen, der seinen Gebieter jeden Morgen unter dem weißen Faltenhemd und der tief ausgeschnittenen Weste mit einem elastischen, seidenweichen Panzergewebe bekleidete; Semen, der allüberall hinter dem Grafen ging oder stand und in seinem Stock einen Degen und einen Todtfchläger, in seiner Tasche aber zwei Revolver trug; Semen, der über der Thürschwelle seines Herrn schlief und diese niemals von einem Unbekannten überschreiten ließ. Dieser Diener war Soldat gewesen, und hatte, als das Kind zweier seiner Leibeigenen, von seinem sechszehnten Jahr an unter dem Befehl des Grafen gedient und gekämpft. Für seinen Herrn legte er die fanatische Ergebenheit eines niedrigen für ein höheres Wesen an den Tag jene Ergebenheit, die durch den Gedanken der Gleichheit nach und nach verwischt wird, die aber ehedem die Abhängigkeit der Kleinen und die Herrschaft der Großen mit einem Hauch von Poesie, Güte und Größe überzog. Mit leicht bewegter, etwas unsicherer Stimme, aber mit schlichten Worten schilderte Nadja dem Marquis das tragischste aller Geschicke. Von ihren eigenen Kümmernissen sprach sie aber kein Wort sie war ausschließlich mit Miranoff beschäftigt. Noch immer aber hatte sie Hubert mit keinem Wort angedeutet, um was sie ihn bitten wolle. Er beschleunigte ihre Erklärung in keine? Weise, und unterbrach sie mit keiner Frage; ja. er horchte nicht einmal genau auf das, was sie sagte, da ihm die Einzelheiten dessen, was ihm die Gräfin berichtete, im Allgemeinen schon bekannt waren er begnügte sich damit, sie anzublicken und seine Seele mit ihrem Bild zu erfüllen. . Das goldene Sonnenlicht schimmerte durch die Lilaseide des Schirmes, den sie in der Hand hielt, und zerfloß in einem bläulichen Schatten, der ihrem anmuthiqen Gesicht eine fast überirdische Zartheit verlieh. Die bleiche Gesichtsfarbe erschien noch bleicher, die Zähne glänzender unter den rothen Lippen, die Haare dunkler und die Augen noch tiefer als gewöhnlich! Und wie seelenvoll blickten diefe tiefen, sammetnen Sterne! Mch unbefangene Kindlichkeit, welch süße, knospenhafte Frische sprach aus diesem jugendlichen Bild! Der Anzug, den Frau von Miranoff gewählt hatte, ließ sie noch jünger erscheinen, als sie war. Sie trug einen Rock und Jacke aus leichtem weißem Tuch, mit einer Weste aus lila' Krepp- und weißen Spitzeneinsätzen,, dazu einenj großen, weißen Strohhut mit einem Tuff von Veilchen in derselben zarten Farbe wie Weste und, Sonnenschirm. Sie saß mit Hubert in einer über dem Abgrund hängenden blüthenübersäeten Nische auf einer versteckten Bank. Hinter ihnen bedeckten Heliotrope und baumartig wachsende Geranien den Felsen, während sich über ihnen ein grünes, von einer Fülle blühender Rosen bedecktes Laubdach wölbte. Zu ihren Füßen lag das ruhige, von der Sonne übcrfluthete Meer, dessen Rauschen bald kräftiger zu ihnen herauftönte, bald unter dem Duft der Rojen, Myrthen und Mimosen, die den Fels bedeckten, zu ersterben schien. Zu ihrer Rechten wich das Ufer zurück und zeigte seine Vorgebirge, die im Schatten aussaben wie Wälle aus Porphyr, wäh?end lie in der Sonne wie Temvel aus
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wemem Marmor leuchteten, und an einem solchen Platz sollte dieser feurige junge Mann, der bereits von einer Art Taumel ergriffen war. kaltblütig und gelassen den Ausführungen einer so jungen und schonen Frau Gehör schenken! Hubert hatte noch die Kraft, sich aus seiner gefährlichen Betäubung aufzurütteln. Plötzlich erschrak er vor dem. was seine Augen vielleicht ausdrückten, und. um sich vor sich sellst zu retten, sprach er: Und Sie, gnädige Frau," sagte er mit träumerischer Stimme, und Sie?' Von sich selbst reden Sie gar nicht!" Ich? Von mir werde ich Ihnen noch mehr als genug vorreden müssen!" Und nun begann sie wirklich, ein wenig von sich zu sprechen. Sie er5äblte ihm von ihrer verlassenen Kindheit. die sie. unter der oberflächlichen Aufsicht ihrer Großeltern beinah wild aufwachsend, in dem entlegenen Gouverncment Woronesch auf melancholischer Steppe, an den Ufern eines friedlichen Flusses verlebt hatte, dessen graue Fluthen unaufhörlich mit Getreide schwer beladene Frachtschiffe dem Schwarzen Meer zutrugen. Es war. als träten ihr -all diese Dinge wieder sichtbar vor die Augen, während sie sie, langsam sprechend, zu schildern suchte. Da war das alte, aus Backsteinen erbaute Herrenhaus mit seinem schweren Schieferdach und seinem Glockenthürmchen; die Lindenallee, die, von Unkraut überwuchert, von der Landstraße bis zu der grünlichen Freitreppe führte, über deren rissigen Boden aber seit Jahr -und Tag kein Wagen mehr holperte; dahinter der Park, wo das wild wuchernde Grün, das von keiner Menschenhand mehr geschnitten wurde, im Sommer eine urwaldähnliche, entzückende Wildniß bildete, und in dessen tiefstem Grunde, unter Weidengebüfch und Schilf versteckt, der blaugrüne, regungslose See lag, über dessen schwarze Tiefe die untergehende Sonne blutrothe und goldene Lichter warf. An den Ufern dieses Sees hatte Nadja als Kind geträumt, da hatte das kleine Herz in Furcht und Sehnsucht den Russalki," den Wassernixen, entgegengebebt, deren weiße, schleppende Gewänder sie in herbstlichen Dämmerstunden vom Schloß aus über den feuchten Rasen dahinwallen sah. Aber ich vergesse mich," unterbrach sie sich, es ist ja toll, daß ich bei solchen Kindereien verweile und Ihre Geduld in dieser Weise mißbrauche." Er versicherte sie aufrichtig des Gegentheils, worauf sie sagte: Ich rede Ihnen nur von meinen Kinderjähren, um. auf meine geliebte Gefährtin zu kommen, die sie mir weniger einsam, ja beinahe fröhlich gemacht hat ein armes Findelkind, das meine Großeltern aufnahmen und das ich wie eine. Schwester in's Herz geschlossen hahe." Ist sie bei Ihren Großeltern in Rußland geblieben?" fragte Hubert. Bei ihnen? Nein übrigens leben meine Großeltern auch nicht mehr. Wir haben sie innerhalb weniger Tage verloren, während Sonia und ich uns in Petersburg aufhielten, wo ich den Grafen Miranoff kennen lernte." Und was ist aus Fräulein Sonia geworden?" Sie befindet sich in Paris und studirt Medizin." O," rief Hubert, sie ist eine Studentin! Warum haben Sie das zugeqeben?" Warum?" wiederholte Nadja erstaunt. Ja, hat denn nicht ein Jeder das Recht, den Beruf zu ergreifen, der ihm zusagt?" Einen Beruf.... Ich hatte doch geglaubt. . . ." Ach so, ich verstehe! Sie wundern sich, daß sie für ihren Lebensunterhalt arbeitet! Aber ich habe gar kein Vermögen und sie ebensowenig. Uebrigens würde Sonia lieber Hungers ' sterben, als einen Pfennig von Graf Miranoff annehmen." Aus Stolz?" Aus Ueberzeugung! Sonia ist Nihilistin." Br6naz fuhr stumm vor Staunen in die Höb. iFzrtseßunc; folgt.) P a r i r r. Tante: Aber. Ela. ra, wie kannst Du Dich nur mit dem Herrn abgeben! Das ist ja der reine Blaubart." Nichte: Ja. weißt Du. Tantchen, ich bin farbenblind." M a l i t i ö s. Reporter: Waö gibt es Neues. lieberFreund?" Freund: Ich weiß keine Neuigkeiten, aber Du kennst ja welche, Du machst sie ja selber." Widerspruch. Der gcnannte Malhematikprofessor ist einRe-chengenie.-Kohn: Me heißt Äechengerne! e Mann, der t Frau ohne Mitgift geheirathet." Alles zu seiner Zeit. Eckensteher zum blinden Bettler: Sie, ich habe da einen guten Spaß gehört!" Blinder Bettler: Erzähle mir'jetzt nichts. Ich kann doch die Pointe erst nach den Geschäfisstunden sehen." Beim Heirathsvermittl e r. Können Sie mir. eine Partie besonders empfehlen?" O ich habe für Sie eine großartig- Partie mit 30,000 aber fragen dürfen Sie nicht viel!" Derbeste Ausweg. Ist es wahr. Her? Doctor? Man sagt, Sie hätten sich mit der jungen Doctorin, die kürzlich hier ihre Praxis eröffnet hat, verlobt!" Ja nun, was thut man nicht Alles, um sich einen Eoncurrenten vom aU m schaffen!"
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