Indiana Tribüne, Volume 25, Number 142, Indianapolis, Marion County, 9 February 1902 — Page 6

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Jndiana TMül:e, Sonntag, 9. Februar 1902.

WjW dWll) ZMslljlMd. i Cegem-M sssislersee, MWein.

(Copyright I90I by Wm. Die SMexMn fkfct offen. Die Kampenwand glänzt blau ,' Und badet ihre Schroffen In klarem Morgenthau. Und ob der Jnselwaldung Schaut weiß der Wendelstein Als Jubelgreis mit Eisbart Ins farbige Bild hinein. l Kein Mensch kann das uns geben. Die Minne selber nicht. Das sonnenwarme Leben. Das hier zur Secle spricht. Victor Scheffel. Der Tegernsee ist von München aus in zwei Eisenbahnstunden zu erreichen. Er ist demnach ein 5)aupt - Ausflugsziel der stets zu Landpartien geneigten Bewohner, der bairischen Hauptstadt und an schönen Sonntagen bittet er ein ähnlich belebtes Bild, wie dfe Egern cm Umgegend der Havelseen bei Potsdam und Berlin. Er ist etwas größer, als sein freundlicher Bruder, der von ihm durch einen hohen Bergrücken getrennte Schliersee und der Zauber seiner Landschaft besteht in seiner Lieblichkeit. in der Heiterkeit seiner Formen, in dem Bilde von Freude und ewiger Jugendlichkeit, das dieses Gestade da?bietet. Karl Stieler. der leider so früh verstorbene Dichter des Hochlattdes, hat den Tegernsee immer und immer wieder besungen und stcts neue Schönheiten an ihm entdeckt Jetzt umrauschen seine Wellen das Grab des Dichters und des Letzteren Denkmal zollt dem Heimgegangenen den Tribut 'oer Dankbarkeit. Die Berge, welche den See umrahmen, sind nicht viel höher als fünf- bis sechstausend Fuß, allein sie schauen ins Flachland hinehl bis an die Donau und von ihnen erblickt man die Gletscher der weitab liegenden Tauern. Stiele? sagt: Man hat in Tegernsee das Gefühl, als hätte die Natur an ihren Einen Liebling Alles verschwendet." -ocvrprTy; .ti--" 'l. m. MKUi jpp2?y ssGZ rt ;-, .!

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Tegernsee.

Schöne Straßen führen rings u um sich den &tt und aus weite Strecken diese Straßen schön angebaut. Hier! her haben sich viele wohlhabende Leuöe zurückgezogen, von denen Manche da ganze Jahr hier wohnen. Andere nu.r für die Sommermonate Aufenthal t nehmen. Die Häuser und Villen dieser Ansiedler sind aber nicht so protzig, wie die in den Vorstädten der Grosstädte. im Baustil ist meistens das anheimelnde trauliche Bauernhaus als Vorbild genommen, wundervolle Gärten umrahmen die Häuser und da vi kein Fenster zu sehen, das des üppigsten Blumenschmuckes entbehrte. Dc?zwischen trifft man noch richtige Bauernhaujer, kzerrüch beschattet von uralten NuLbaumen und Kastanien, weZ che hier in dieser müden Luft so von trefflich gedeihen. Die aröneren Ort schiften Gmünd, Egern, Tegernsei. NottaZ haoen noch ziemlich den dorflichen Charakter bewabrt. obsckon die Hotel-Colonie im Orte Tegernsee schon w r w " ' 1 reazr siaouschen Eindruck macht.

Cch!l",rsee.

Wer sich an kleinen Spaziergängen genügen läßt und in der Sommerfrische auf ausgedehntere Wanderungen verzichtet, der findet an diesem See so recht, was er sucht. Die Wälder der Umgegend sind zu einem großen Theilt tn Parks umgewandelt, man kann hie stundenlang auf prächtig gehaltene Pfaden im Waldes schatten lustwan deln und frdber sein, auch nicht das et kingste Vben!?rcr zu erleben. Für deä strebsame Wcndersmann lst es h:e Kohl etwas zahm, aber wer Ruh:

Kaufmann) (No. 48)

Mieden und Stille sucht, der ist hier wohlgeborgen. Das uralte Kloster Tegernsee ist zu ein:m Theile in den Landsitz des Herzogs Karl Theodor von Baiern umgewandelt worden, des Fürsten, welcher es nicht für unwürdig hält, der leidenden Menschheit zu dienen. Ja hier wohnt der ausgezeichnete Augenarzt Karl Theodor, der schon so viel Tausenden von Kranken in selbstlosester Weise geholfen hat. Anstatt seine Zeit mit Jagen und mit sögenannter Repräsentation todtzuschlagen. hat er sich zu einer Autorität auf dem Gebiete der Augenheilkunde herangebildet, hält seine Sprechstunden. wie jeder andere Arzt und schreibt keine Rechnungen. Von Egern aus, an der Südspche des Teger'nsees. treten wir eine VergWanderung an im Thale der Weißach. besuchen aber vorher noch die Fälle der Rottach. welche in einem Seitenthale Tegernsee. liegen. Man soll im Gebirge nicht jedem Wasserfall nachlaufen, der im Bädeker steht und namentlich nicht im wasserreichen Oberbaiern, wo uns unser Weg ja so oft vorüber bringt an herrlichen Wasserfällen, aber die Fälle der Rottach verdienen es, daß man ihnen einen halben Wandertag opfert. Der Weg, die Weißach hinauf, ist wunderschön, er führt durch prachtvo!len Gebirgswald und später über jene blumenreichen Alpenwiesen, deren Anblick uns stets das Herz erfrischt, vorüber an stattlichen Bauerngehöften und an einigen Wirthshäusern, welche so wunderbar romantisch liegen, daß man schon deshalb nicht vorüberwandert, sondern gern ein halb Stündchen im Schatten eines Nußbaumes bei einem Gläschen Landwein versitzt. Die Wälder nehmen immer mehr den Charakter der Gebirgsforsten an, sie sind mit überwucherten Felsblöcken und Geröllmassen übersät und häufig von tiefen Schluchten durchschnitten. Wir kommen nach Dorf Kreuth und nach einer halben Stunde weiteren Wanderns

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. nach Wildbad Kreuth und damit in ein richtiges Waldidyll hinein. Ringsum tiefe, düstere Tannenwälder, welche die Berge hinanklettern. Das Thal selbst ist so klein, daß es eigentlich nur für die paar großen Hotels der Kurgaste und eine grüne Wiese Platz bietet. Das Bad liegt in einem richtigen Thalkessel, welchen überall der Bergforst umsäumt. Viele Lungenkranke kommen hierher, die armen Menschen, welche der größte aller Mörder, die Schwindsucht, in den Krallen hat. Manche von ihnen kommen viel zu spät, um in dieser völlig staubfreien herrlichen Bergluft noch Genesung oder wenigstens Linderung zu erfahren, und so birgt denn der Friedhof im Dorfe Kreuth viele Gräber von Fremden. Auf manchem Stein stehen Namen in fremden Sprachen, sie bringen einen tief melancholischen Zug in diese Einsamkeit. Ein Gebirgspaß führt gleich hinter Kreuth über die Grenze nach Tirol, so sehr es uns lockt, von hier aus an den Achensee und dann in das Jnnthal und nach Innsbruck zu gelangen wir haben noch viel zu viel in Baiern uns umzusihen. Also zurück und nach Miesbach. Das ist ein überaus freundlicher Ori, noch halb in den Vorbergen belegen. Viel städtisches Leben bringt er uns schon, denn er ist nickt nur ein beliebtes S!andquarti-r für Sommergäste und Touristen, sondern wegen seiner Lace unmittelbar an der Schwelle des öocbaebiras aucö von solchen fremden 'Zuzüglern bepohnt, welche hier ihr

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festes Domicil aufgeschlagen haben. Doch der alte derbe Miesbacher Bauet ist auch noch in vielen Prachtexemplaren vorhanden.

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Karl Theodor's Wohnsitz am Tegernsee. Von Miesbach führt eine prächtige Bergstraße südwärts, auf welcher man nach zweistündiger Wanderung den vielgerühmten S ch l i e r s e e erreichen kann. Die hohen Berge liegen von hier aus etwas ferner, deshalb gestaltet sich das Bild, welches der Schliersee entfaltet, lieblicher und anmuthiger, als dasienige der eigentlichen Bergseen, namentlich des Walchensee, des Eibsee und des Königssee. Um den Schliersee schmiegen sich schön bewaldete Höhen, über welchen am Südende die Wände und die Gipfel der Brecherspitz, der Rothwand und des Jägerkamp emporragen. So entbehrt der Schliersee durchaus nicht des alpinen Charakters und der Alpenwanderer findet hier die schönste Gelegenheit zu nahen und weiten, zu gefahrlosen und zu halsbrecherischen Touren. Am Fuße der Vrecherspitz liegt das freundliche Dörfchen Fischhausen, von den Wellen des Sees leise umspült. Letzterer ist nur klein, kaum 3 Kilometer lang und nur 2 Kilometer breit, die Sumpfgegend am Ausflusse läßt dermuthen, daß auch der Schliersee in der Vorzeit sich weit nach dem Norden erstreckte. Auf dunklem Hügel an der Ostseite liegt unfern die Ruine Hohenwaldeck, der Stammsitz des Waldeck'schen Grafenhauses, drunten am Seeufer aber das Bergdorf Schliers, von Villen und Hotelbauten umgeben. Die 1684 Fuß hohe Brecherspitz, deren schneidige, bis zum Gipfel von Krummholz überwucherte Spitze selbst von München aus noch gesehen wird. imm ö -,7. :m ilft :4 m .11 W Z?ttlle " j Z-' gafrCrt--X Die Nottachfalle bei Tegernsee. beherrscht die Gegend. Die Bauern am Schliersee haben in neuerer Zeit viel von sich reden gemacht dadurch, daß sie sich mit recht gutem Erfolg schauspielerisch bethätigt haben. Die Lorbeeren der Oberammergauer hatten es den Schlierseeern angethan und so strebten sie Aehnliches an, und zwar unter der Leitung tüchtiger Fachmänner. Aufgeführt werden bier Volksstücke, namentlich die Werke von Ganghcser und Anzengruber, sowie auch einzelne in dieser Gegend spielende Schwänke mit einfacher, oft etwas derber Handlung und mit recht vielen munteren Volksweisen und Schnaderhüpflen" ausgestattet. Wenn für die Hauptrollen das geeignete Spielermaterial nicht zu finden war. dann wurden Münchener Künstler und Schauspieler von Profession in Schlierseer Bauern umgewandelt, in ähnlicher Weife, wie Berlin und Leipzig ja so viele vortreffliche echte" Tiroler Sänger geliefert haben. Die Schlierseer i1 1 ii.xh': Wildbad Kreuth. Schauspielertruppe hat Kunstreisen durch ganz Deutschland und Oesterreich gemacht und dabei viel Lorbeeren und noch mehr Geld geerntct und wenn diese Schlierseer noch nicht in Amerika gewesen sind, so werden sie wohl bald hinkommen. In Fischhausen am Schliersee findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Juli das St. Leonhards Fest statt, ein Mittelding zwischen Volksfest und Wallfahrt, mit dem Unterschiede jedoch, dxlß die Wallfahrt hoch zu Roß und zu Wagen stattfindet. Der heilige Leonhard ist der Schutzpatron der Thiere, speciell der Hausthiere, und da um diese Zeit die Kühe sich noch auf der Alm befinden, so wird dem Pferde, als dem stolzesten Vertreter der Hausthiergenossenschaft, der Ehrenplatz im Festzuge eingeräumt. Folgendes ist eine Beschreibung des seltsamen Zuges: Vom frühen Morgen an rasseln von allen Seiten zweisitzige Wägelchen daher, später kommen viersitz:ge, mit Laub bekränzte Leiterwagen.' Die hohen Kummte der Pferde sind mit großen Tüchern behängen und die großen Messingrosen am Geschirr glänzen noch blanker als s.?nst; an den Halftern klingen Schellen und der Hofbesitzer lenkt vom Sattel aus selbst die Rosse. Hier und' da galoppiri auch in lustigen Sprüngen ein schöngliedriges Füllen nebenher. Kein Gefährt kommt an Schönheit-demjenigen des Straßen-

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dauerS von Agathenried gleich. An ihm ist vorn von duftenden Tannenreifern eine Nische aufgebaut, darin das geschnitzte und sauber bemalte Bild des heiligen Abtes mit dem Krummstab.in der Linken und einer Kette sammt daran hängendem Schloß in der Rechten, hinter ihm ein wohlgenährtes Rind aufgerichtet steht. Auch eine Musikbande aus Gmund findet sich auf vierspännigem Wagen ein. Das Kirchlein ist rasch gefüllt und das Hochamt beginnt. Ein großer Theil der Wallfahrer steht noch draußen vor der Kirchenthür. Voller Orgelklan z. gemischt mit hellen Kinderstimmen, klingt hinaus bis zum nahen Ufer ds blauen Sees. Run singt der Pfarrer das Ite, rnissa est!" und unter den schmetternden Klängen der mitgebrachten Musik beginnt die Umfahrt um das Kirchlein. Jeder Wagen macht dreimal die Runde in schnellem Trabö .und während derselben beten

In der Gaststube des die Fahrenden mit entblößtem Haupte und lauter Stimme. Unter der uralten Linde, welche das Kirchlein beschattet. haben Krämer ihre Buden mit geistlicher und weltlicher Waare aufgeschlagen und machen mit kleinen Herligthümern. lebkuchenen Herzen und buntseidenen Tüchern gute Geschäfte. Nach dem Imbiß geht's nach dem nahen Neuhaus hinüber, wo der Wendelstein so stattlich ins stille Aurachthal hineinschaut und wo im Wirthshause Geige und Klarinette, vom Brummbaß und der schrillen Trompete übertönt, zum Tanze locken." Der wohl am meisten bestiegene Berg Oberbaierns heißt der Wendelstein und seine Lage ist überaus schön. Er liegt zwischen den den Schliersee umrahmenden Bergen und dem weiten Thale des hier soeben aus Tirol übergetretenen stolzen Jnnstromes. nach Süden aufsteigend gegen das Sonn-wend-und das Hochkaifergebirge, gegen Norden ausschauend auf die noch auf weite Strecken von niederen Vorbergen besetzte Hccbebene. Er ist 1833 Meter hoch, also noch 100 Meter höher als der Herzogenstand und in der Luftlinie kaum weiter von München Im Schlafsaal auf entfernt als jener bairifche Rigi. Er ist weit vorgeschoben vor die Kette der Hochberge und steigt ganz isolirt liegend aus dem lieblichen Leitzachthale zu einer bedeutenden Höhe auf. Von der Ebene bei Rosenheim aus gesehen, erscheint er in Folge seiner einsamen Lage wie ein ungeheurer Felscoloß, denn nach jener Seite hin fallen seine Wände nahezu 5000 Fuß tief in das weite Thal des Jnn herab. Man sieht ihn stundenlang, wenn man von München mit der Eisenbahn fahrend über Rosenheim und Kufstein nach Tirol eindringen will. Der Wendelstein hat eine wunderschöne Form, im ganzen Jnnthale aufwärts ist sie bis tief hinein in das Flachland sichtbar und der Thalbewohner, welcher Tagereisen weit von den Hochalpen entfernt seinen Acker bestellt, wird durch das Blinken und Flimmern der winterlichen Schneefelder des Wendelsteins und durch das herrliche Aufleuchten der Spitze lim Frühmorgen und Spätabend' noch weit in den Bereich der Alpenlandschaft hineingezogen. So ist

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der Wendelstein wohl der volksthllm lichste unter allen Bergen des bairischen Landes geworden, und das Lied vom Wendelstein erschallt noch weit ab von den Bergen, wohl gar noch an der Donau. Aus dem bemerkenswerthesten Gestein unserer Alpen, aus dem unteren Keuper-, auch Hallstätter- oder Wettersteinkalk, thürmt sich die Höhe des Wendelsteins, des nördlich anstoßenden Breitensteins und der benachbarten Wände auf. und dasselbe begleiten ihonige, mergelige Streifen der sogenannten Cassiäner Schichten, deren leichte Zersetzung die Bildung ebener grasreieher Flecken, der Alpweiden, veranlaßt. Mit dieser geologischen' Formation hängt auch der Quellenreichthum des Wendelsteins zusammen. In dem deutlich geschichteten weißen Keuperkalk finden sich übrigens auch massenhaft Versteinerungen, die Reste von urweltlichen Pflanzen und Thieren.

Wendelstein - Hauses. Wald und Wiese, die Signatur der Landschaft, bilden die Grundlage der ökonomischen Wirthschaft auf dem Berge, wie in der ganzen Gegend. Die Almwirthschaft reicht bis in die altesten Zeiten zurück, und die bajuvarischen Einwanderer hatten sie einst von den romanisirten Landesinsassen übernommen; ein sprechendes Zeugniß dessen bilden die vielen aus romanischer Wurzel stammenden technischen Ausdrücke im Almenwesen und gar manche auf der Scholle haften gebliebene Flurnamen romanischen Klanges. Da der Ackerbau bei den Boden- und Klimaverhältnissen naturgemäß nur einen Nebenbetrieb darstellt, muß die Viehzucht, die Forstwirthschaft und die Holzarbeit den Bewohnern ein mühsam und mitunter auch gefahrvoll erwordenes Brot liefern. Der Menschenschlag strotzt von Gesundheit und Kraft, ist Hochgewachsener Statur, von Heller Hautfarbe mit rosig angehauchten Wangen insbesondere die jugendliche Welt der frischen Dirndln. Die physische Gesundheit der Einwohner bedingt auch ihre Charaktereigenschaften: sie sind beherzt, entschlossen, kämpf- und jagdlustig dem Wendelstein. (daher freilich auch mitunter zu Rauferei un.d Wilddieberei geneigt), offen und gutmüthig. Leute ohne Arg und Falschheit, die Bubn" gewandte Schützen und tüchtige Soldaten. Im Odem der frischen Bergluft und unter den lebenweckenden Strahlen der Sonne erblüht auch die regste Lebenslust. Hier auf den grünen Matten ist die Heimath der lustigen Schnadahüpfeln und übermüthigen Trutzg'sangeln und des stampfenden Berglerreigens, des Schuhplattlertanzes. Ganz leicht und bequem ist der Aufstieg, einerlei von wo aus man ihn unternimmt. Die Wege führen aus allen Himmelsrichtungen hinein und sind gleichmäßig schön angelegt und vortrefflich erhalten. Einige hundert Meter unterhalb des Gipfels verein!gen sich dann die vielen Wege.. Hier ist auch für den bequemsten Menschen vorgesorgi. Wer den ganzen Weg hinauf reiten will, miethet sich ein Maulthier oder ein Pferd, wer streckenweit sick dem Rücken eines Reittbiers andertrauen tt'öchte, kann ebenfalls be'zrie-

dtgt werden. Bald wird sogar eine .Elektrische" hinaufführen, d. h. eine der in der Schweiz so oft anzutreffenden Schiefebenebahnen. An schönen

rifr T.f m'm: ßMm w F-SMtzSW? SZLM 5?TIlv y$ vri V "viiXuS ! ATiiS-7 v rK-' i-.-Tf . .Xv'vT:v Ar2j""!'' lS 'MzMMW se-witö Pfl Wf SiiH- 550325 U .K'.''MV --i &J&4:C. V&k r MDWMMMS ifiiifer t&& Tt-i: M (;? ;w! "M'Xtt& K'abf' - HpM-WM 4 EMRW Am Schliersee.

Sonntagen ziehen die Wanderer massenhaft den Wendelstein hinauf, oft so massenhaft, daß man sich im Lieblingspark einer Großstadt zu befinde): glaubt. ' Oben gibt es ausgezeichnete Wirthshäuser und man kann dort natürlicherweise auch übernachten, allerdings bei zu starkem Andrang der Gäste wohl zm Massenquartier aus dem Boden des Wirthshauses, wo man übrigens auch mit Matratze. Kissen und Decken ausgestattet wird und cinen ganz gerechten Schlaf thun kann. Man ersieht schon daraus, daß der Wendelstein so ziemlich der zahmste unter allen gezähmten" Bergen ist und daß man ihn. neben dem Herzogcnstand, solchen Freunden' der Bergwelt empfehlen kann, welche aus vielen Gründen den höheren und höchsten ReuMmir LImI MxtX'X Auf dem Wendelstein. gionen fernbleiben müssen. Ja Manchen ist der Besuch des Wendelsteins ein stehendes Jnventurstllck des feiertäglichen Ausflugsprogramms, und wenn Du, lieber Leser, in München Freunde besuchst, so wirst Du ebenso wahrscheinlich zu einem Ausflug nach dem Wendelstein aufgefordert, wie in New Jork zu einem Besuche von Cooney Island. Aber schlage eine solche Einladung nicht ab, laß Dich auch nicht abschrecken von dem beinahe 6000 Miesbach. Fuß hohen Steigen, der Berg wird leicht überwunden werden und für den Nothfall ist die Eselsbrücke" noch da. Im Winter geht's ebenfalls auf den Wendelstein, das Wirthshaus da oben bleibt das ganze Jahr geöffnet. ,Das ist das einzige Bergwirthshaus Deutschlands, welches 'sich dieses Vorzugs in solcher Höhe rühmen kann. 'Etwas unterhalb des Gipfels steht ein vielbesuchtes Kirchlein, das höchstgelegene Gotteshaus in deutschen Landen,' 1780 Meter hoch, und auf dem höchsten Gipfel steht noch eine kleine Kapelle neben einem hochragenden vergoldeten Kreuze. Mit überwältigender Großartigkeit thut sich eine ausgedehnte Rundsicht auf. In der Tiefe vor den steil abstürzenden Wänden um-

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Cennhütten aus der Alm. kreist das Thal der Leitzach mit seinen grünen Auen von Süd nach Nord den Berg, scheinbar , senkrecht unter uns leuchten unter den Obstbäumen die Gehöfte von Bairisch-Zell. Jenseits der breiten Querspalte des Jnnthales erheben sich gegen Osten zu die Riesen der Kalkalpenwelt, des Kaisergebirges, der Loserer Steinberge, der Watzmann und die Uebergossene Alp, und gegen Westen dehnen sich die Schüerseecr, Tegernseeer, Achenthaler und Risser Gebirge, Karwendel und Wetterstein mit der auch hier überragenden Zugspitze, die Algäuer Dolomiten und an besonders hellen Herbst- und Wintertagen wird auch das Felsenhaupt des Säntis sichtbar. Weit dahinter säumt den ganzen Horizont im Süden die eisgepanzerte Kette der Centralalpen in schöner Entfaltung vom Wiesbachhorn bis zum Olperer ' und Habicht, der Großglockner und Venediger. die Zillerthaler und Turer Gipfel. Und wenn du das Auge nach Norden kehrst, so zieht weit hinaus in die Fläche daS Silberöand des Jnn und draußen in der Eben: blinken die Spiegel des Chiem-, des Sim-, des Wurm- nnd Ammersees, es grüßen die Kuppelthürme des Münchener Frauendoms und des Freisinger Münsters und in der dustigen Ferne über den waldigen Donaubergen verblauen die dunklen Höhen des Baiet- und Böhmerwaldes. Himmel und Erde verschwimmen am Horizont. Vx s. . v...-. - . f - .. , r

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