Indiana Tribüne, Volume 25, Number 142, Indianapolis, Marion County, 9 February 1902 — Page 3
Jniana Tribune, Sonntag, 9. Februar IAO?.
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n?nmAr r fS;Sriffi .ffV?lTTmtf tt l-"'U.l IWIl QlllUllU WtVilUIJlH (2. Fortsetzung.) Das ging dem Hans vom Munde, wie Wasser vom Mühlrad, und Gr:te mußte lachen einmal über's andere ja sie lachte jetzt selbst über den Auszug 'von heute Morgen, nur daß er der -Christel aus der Schenke ihre Kleider angehabt hbe, wollte ihr nicht gefallen. Die Christel sei ein schlechtes Mädchen, und der Herr Pfarrer habe sie auch am letzten Sonntag nicht zum Äbendmahl gelassen. Hans meinte, er lja6c mit der Christel nichts zu thun gehabt, nur mit ihren Röcken, darüber hätten sie sich beinahe wieder erzürnt der Hans und die Grete plötzlich rief eine ärgerliche Stimme in nicht gar weiter Entfernung: Grete, 3rete! Grete zuckte zusammen, und Hans schwieg und rührte sich nicht und lauschte. Grete. Grete! rief es wieder. Cs ist der Vater, sagte Grete. Der lange Hans sagte gar nicht'. 'Er nahm das zitternde Mädchen nur 'noch einmal in die Arme und küßte sie; dann war er mit zwei Schritten sei--ner langen Beine hinter dem Stamm der nächsten Pappel und mit zwei weiteren Schritten in dem dichten Schatitn der Kopfweiden und Haseln, die -sich über den Bach wölbten, der hi:r von der Landgrafenschlucht herab in 5en Teich fiel. Ich komme, Vater, rief Grete, so Tnuthig sie konnte, und eilte an demUfer hin auf den Vater zu. der in derVforte des Gärtchens stand und noch immer örete, Grete! rief. Wo bist Du gewesen? fragte er ärerlich, als er seiner Tochter ansichtig wurde. Ich habe hier gesessen; es war so heiß im Zimmer, sagte Grete. Dummes Zeug, sagte der Vater, mach' daß Du hineinkommst. Die frei Gänse zischelten und schnatterten, und als der Alte die Gartenpforte hinter sich und seiner Tochi-r zuwarf, rief die eine überlaut: Giek, Gak, Giek, Gak! 3. Am nächsten Tage in aller Frühe hatte die Arbeit wieder begonnen. Alles war draußen auf dem Felde oder im Walde; im Dorfe war's still, nur ? . Tf r r 1..
cic isanje illMüttten eifrig; die drei, die am Tisch bivouakirt hatten, kamen mit lang ausgestreckten Hälsen eilig herangewackelt aus der Nebengasse auf die Hauptgasse zu den andern, von denen sie scharf ausgefragt wurden. Es gab eine lange Conversation. In der Schenke, wo alle Fenst-r aufstanden, scheuerte -man die Bänke und Tische; es war ein großes Gepolter, zwischendurch hörte man die k:isende Stimme der Wirthin. In der ebenfalls weit geöffneten Hausthür, on den Pfosten gelehnt, stand Hans. Er hatte noch die Feldmütze auf, sonst aber war er angezogen, wie die Knechte hie: zu Lande: grobe blaue Blouse, grauleinene Beinkleider. Im Mund hielt er die kurze Pfeife, aber sie war ihm schon seit ein paar Minuten ausgegangen. ohne daß er's gemerkt hatte. Das passirte ihm selten; aber er war heut Morgen in einer besonderen Stimmünz. ' 5 Er hatte sich gestern Abend auf seine Kammer stehlen wollen, als er von der Unterreduno mit Grete in die Schenke zurückgekommen war; aber die Anderen hatten ihn gesehen und ihn wieder in den Tanzsaal gezogen Er hatte nicht trinken wollen, aber er war so durstig gewesen, wie auf einem Manövermarsch in der Sommerhitze; er hatte denn doch getrunken und viel yetrunken, und hatte getollt und qelärmt. Wenn ihn Grete so gesehen hätte! Nun war es ihm so wüst im Kopf, und er mußte doch gerade heut seinen Kopf zusammennehmen! Er hatte der Grete versprochen, noch heute in einen Dienst zu kommen. Das war ihm gesiern so leicht erschienen; mit allen zehn Fingern würden sie nach ihm greifen! Heut sah das Ding ganz anders aus. Da stand er; es konnte ihn haben, wer wollte; aber es kümmerte sich Keiner um ihn, so groß und stark er auch war. Alle Burschen waren draußen bei der Arbeit, er der einzig Müßige im ganzen Dorf! Zu wem sollte er gehen? Er blickte nachdenklich zum Hause des Kaufmanns hinüber. Herr Wesemeier hatte viel Acker, und es Zab auch sonst genug in dem Hause zu thun; aber zu dem alten Kerl zu ziehen, den das ganze Dorf als einen Filz kannte! Hans that ein paar Züge aus der usgegangenen Pfeise. Das schmeckte so bitter, wie der Gedanke, bei Herrn Wesemeier Acker- oder Hausknecht zu werden. Dem Hause des Kaufmanns schräg gegenübe: lag das des Bauern, oder, wie er sich lieber nennen hörte, des Qekonomen Jakob Körner. Die Straße machte da eine Biegung, so konnte es Hans gut genug sehen: die grünen Fensterläden und die Laube von wildem Wein neben der Thür, und weiterhin das. große Einfahrtthor, dessen beide Flegel aufstanden. Herr Körn:r war nächst dem Besitzer der Porzellan fabrik oer reichste Mann im Dorf, auch sollte er guten Lohn zahlen; aber, aber v der Korner war es gewesen, der so schlecht von ihm gesprochen, und' das .tyiit er nur gethan, um ihn bei Grete anjuschwärzen, die er selbst gar ZU ger, gefreit hätte. Und zu dem sollte er in Lohn und Brod gehen? Lieber noch in die Fabrik! Hans nahm die P seife aus dem !inken Mundwink'l in den rechten und LfieUe nach den Fv,?ikdäckSrn, die " Tzr.iVftx .grA gro t-r r I r - 1
ßen Kastanienbäumen hindurch blick ten. Die Fabrikarbeiter wurden besser bezahlt als die Ackerknechte, aber sie standen weit tiefer im Ansehen, nicht einmal so hoch wie die Arbeiter in den Braunkohlengruben und ein flotter Dienst mußte es doch sein, zu dem sich ein so flotte? Bursch herabließ, der Flügelmann von der ersten Compagnie im ersten Bataillon des zweiten GardeRegiments gewesen war und jetzt Unteroffizier sein könnte, wenn er sich hätte entschließen mögen, zu kapituliren. was er doch nur um Grete's halber nicht gethan hatte. Hans nahm die Pfeise wieder in den linken Mundwinkel. Wer blieb nun noch? Da war der Jürgen Dietrich der hatte das böseste Weib im Dorf; der Jakob Lickke den hatte er, zu oft geprügelt, als sie noch zusammen in die Schule gingen; der Hans Eisbein, der Schulze den hatte der Vater nächst seinem Schwager. dem Schulmeister, immer seinen schlimmsten Feind genannt. Ja, wer blieb nun noch außer dem Bäcker Heinz? Der Bäcker schritt eben vor seiner Scheune in blaugrauer mehlbetupfter Jacke, eben solchen Beinkleidern und 5)olzpantoffeln quer über die Straße, langsam, wie es seine Gewohnheit war, nach seinem Hause. Hans steckte die Pfeife in die Tasche, schritt dem Bäcker nach und holte .ihn ein, als er eben einen Pantoffel auf seine Schwelle setzte. Mit Verlaub, Herr Heinz, sagte Hans und faßte militärisch an seine Mütze. Der Bäcker wandte langsam den Kopf um. Was willst Du? Mit Verlaub.Herr Heinz.saoteHans noch einmal und räusperte sich; ich wollte fragen, ob ich. da Euer August doch nun hat Soldat werden müssen, bei Euck als Knecht ankommen kann? Der Bäcker-schob die breitschirmize Mütze ein wenig aus der Stirn, um bequemer zu dem langen Hans hinaufsehen zu können, und sagte: Wann sollte das sein? Gleich, wenn Ihr wollt. Der Bäcker schob die Mütze noch ein wenig höher; ein böses Lächeln zog um seine Lippen, und langsam sagte er: Das ist mir zu bald, Hans: Du mußt schon so lange warten, bis ich die größten Semmeln auf - dem Walde backe. Damit ging er in's Haus. Hans rückte sich die Mütze aus der Stirn, wie vorhin der Bäcker. Er wäre dem Bäcker, der auf seinem Flur stehen geblieben war und die frischen Brode zählte, die der Lehrling aus dem Backhause herbeitrug und neben einander in ein Bört stellte, gern n&ä gegangen, um ihm die staubige Jacke auszuklopfen; aber dazu fand sich wohl auch später noch die Zeit. Er machte auf dem Absätze Kehrt und fing an, langsam die Straße hinab zu gehen. Die Hände legte er auf den Rücken und gab sich überhaupt Mühe, ein recht sorgloses Gesicht zu machen; aber so leicht ihm das sonst wurde, heute gelang es ihm nicht. Er fühlte das selbst und sagte, um sich zu entschuldigen: Wenn's nicht um der Grete willen wäre, was machte ich mir daraus? Nun muß ich schon in den sauren Apfel beißen! und die Anderen werden gescheidter sein und einen Kerl, wie mich, nicht von der Thür weisen, und dem groben Heinz, dem will ich's schon eintränken. Der kurze, krummbeinige Jakob Körner trat eben in seine Thür, als Hans vorbei ging. Hans blickte auf die andere Seite und begann zu pfeifen: Wenn die Büchsen. Büchsen knallen Hans! rief Herr Körner mit seiner pelzigen Stimme. Was giebt's? fragte Hans mitten auf der Straße stehen bleibend, ohne den Kopf mehr zu bewegen, als wenn im Gliede: Augen links!" commandirt wird. Hast Du schon einen Dienst, Hans? Noch nicht. Willst Du zu mir ziehen? Ich brauche Einen. Aber nicht Einen, der immer halb oder ganz betrunken ist.
Als Hans das gesagt, nahm er wieder Augen rechts und schritt weiter, sehr stolz über seine. Antwort und zugleich sehr unruhig. Abgetrumpft hatte er ihn, den dicken, aufgeblasenen Kerl, regelrecht abgetrumpft, aber auch zugleich den besten Dienst im ganzen Dorfe ausgeschlagen. Es überkam ihn, wie er so langsam die Straße hinab ging, immer seinem Schatten nach, den die Sonne endlos lang ihm voraus warf, als ob er eben eine Dummhcit begangen habe, eine rechte, meilenlange, schwarze, ungeschickte Dummheit. Aber, sagte er dann wieder, warum hab' ich's gethan? Doch nur Grete's halber. Sie wird mir Recht geben, wenn ich es ihr erzähle, und es wohnen ja auch noch mehr Leute im Dorf, außer dem Jakob Körner. . Dies war eine unbestreitbare Wahrheit; leider nur stellte es sich im Laufe der, nächsten Stunden heraus, daß unter diesen Leuten kein Einziger war, welcher für das Glück, einen Kerl, wie den Hans, in Dienst zu bekommen, auch nur das geringste Verständniß gezeigt hätte. Jürgen Dietrich's böses Weib warf ihm beinahe den Waschzuber an den Kopf, daß so ein Tagedieb, so ein Allerweltsnarr, so ein Trunkenoold es . nur wagte, in ihr reinliches Haus zu kommen; Jakob Lipke meinte, er brauche, schon Jemand, aber nicht Einen, der zwei Jahre lang auf der Faulbank gelegen haje; Hans Eisbein, der Schulze, sagte, er sei ein alter Mann, und da möge der Hans entschuldigen, wenn er noch etwas altstankischeAnsschtenhabe und sich vn den Spruch halte, daß der Apfel nicht weit vom Stamme falle. Man wisse ;n ist Gemeinde noch zu wohlwas für eine Sorte Vogel Hansens Vater gewesen sei. Er habe dem Hank freilich nichts .
zu befehlen; Hans sei ja jetzt großjährig und könne thun und lassen, was er wolle. Wenn er ihm aber einen Rath geben dürfe, so meire er, Hans solle das alte Häuschen am Teich, das ja doch über kurz oder lang zusammenfalle, verkaufen und mit den paar Tha lern, die dabei doch wohl noch heraus kämen, sein Glück anderwärts versuchen; hier am Orte sei nun schon einmal nicht der rechte Platz für ihn. Hans sagte, er sei dem Herrn Schulzen sehr dankbar für den guten Rath, aber da der Herr Schulze selbst zugegeben habe, daß er (der Hans) thun und lassen könne, was er wolle, so wolle er thun, was ihm beliebe, und dem Herrn Schulzen gesegnete Mahlzeit wünschen. Es war nämlich, da Hans ztoischen jedem seiner Gänge hinter einer Scheune oder Hecke oder sonst in einem stillen Winkel stundenlangen Rath mit sich gepflogen hatte, zu wem er demnächst gehen solle, der Mittag heran gekommen. Hans verspürte großen Hunger, denn er war ein gewaltiger Esser und der Magen war ihm von gestern, wo er viel mehr getrunken als gegessen hatte, schrecklich leer; aber er . schämte sich, unverrichteter Sache in die Schenke zurückzukehren und den Wirthsleuten erzählen zu müssen, daß kein Mensch im Dorfe den Hans haben wolle. Aber vor dem Dorf! HanZ schlug ein Schnippchen vor Freude über den guten Einfall, der ihm jetzt kam. Vor dem Dorf lag ja noch die erst kürzlich eingerichtete Posthilterei, die der Außenbauer Ernst Repke gepachtet hatte. Der Repke war zwar ein wenig verrufen und hatte es niemals recht mit den andern Bauern gehalten; aber vielleicht gerade deshalb der rechte Mann für einen Burschen, mit dem es dieAnderen auch nicht halten wollten. So ging denn der Hans zum Dorf hinaus, aber nicht auf der großen Straße, sondern hinten herum in dem Wiesengrund, aus dem man, durch einen mit jungen Tannen bestandenen Camp allmählig aufsteigend, zu dem Gehöft gelangte, das wieder an der großen Straße lag. Es war ein sehr großes Gehöft, denn Ernst Repke hatte auch eine Ziegelei und eine Knochenmühle außer seiner Ackerwirthschaft, und nun neuerdings auch die Posthalterei. Vielleicht war es gerade diese Vielgeschäftigkeit, die dem Manne in den Augen der Anderen schadete. Wenigstens redete sich Hans das vor, obgleich es ihm, als er auf den großen Hof trat, ordentlich schwer auf das Herz fiel. So düster und unfreundlich waren die Gebäude, die halbkahlen Pappeln, war Alles; aus dem langen. Schornstein der Knochenmühle wälzte sich ein dicker schwarzer Rauch langsam über das Gehöft, die Sonne verdunkelnd. Kein menschliches Wesen ließ sich blicken, nur ein schmutziger Spitz bellte wüthend den Hans an, bis ein häßliches Weib, das sich den Kopf mit einem Tuch verbunden hatte und krank und vernachlässigt aussah, in de? Thür erschien und Hans fragte, was er wolle. Hans brachte sein Anliegen vor. Es ist möglich, sagte die Frau; aber mein Mann ist in die Stadt gefahren und wird vor Abend kaum wiederkommen. Ich will auf ihn warten, sagte Hans. ' - Meinetwegen, sagte die Frau und verschwand wieder in der Hausthür. , Hans ging und setzte sich unter einen offenen Schuppen, wo Tannenholz aufgeschichtet war. Auf dem Sägebock lag ein halb durchgeschnittener Kloben, die Säge stand daneben; es sah gerade aus. als ob Einer hier mitten aus der Arbeit weggelaufen sei. So war's denn auch, wie Hans von einem Menschen, der mit einer Mulde Ziegelerde auf der Schulter über den Hof geschlürft kam, erfuhr.' Herr Repke hatte sich mit dem Knecht, der ihm nicht flink genug gesägt hatte, erzürnt und ihn aus der Arbeit weg vom Hofe gejagt. 'Das trifft sich gut. dachte Haus, als der Mann mit der Mulde sich schlürsend entfernt hatte. Aber freuen konnte sich Hans doch nicht. Wie er so auf dem Haublock saß und einer alten Katze zusah, die in einiger Entfernung von ihm regungslos nur manchmal die Schwanzspitze leise bewegend, auf ihre Beute lauerte, fiel ihm nach und nach Alles ein, was er in den früheren Jahren von den Leuten im Dorf über Herrn Repke hatte erzählen hören: daß er schon die dritte Frau habe und wohl wissen werde, roo ran die beiden Seligen gestorben seien, daß es auf dem Gehöft umgehe und Gespenster von allerlei Thieren und manchmal wohl auch von Menschen, die am Galgen gestorben, herbei kämen, sich um die Knochen, so in dem Schuppen neben der Mühle aufgespeichert lägen, zu zanken. . Hans blickte sich scheu um; die Katze machte einen Sprung unter das Holz, und 'ein feines, angstvolles Piep:n drang zu seinem Ohr. Unter anderen Umständen würde er darüber gelacht haben: aber es war ihm gar nicht lächerlich zu Sinn; er war, als die Katze sprang, ordentlich vor Schreck zusammengefahren. Auch der Hunger machte sich wieder geltend; er wollte nicht in's Haus gehen und um ein Stück Brod bitten. Er nahm die Säge, legte sie' in den Kalb durckaescbnittenen Kloben und
sägte ihn vollends durch. Die Arbeit
that ihm wohl. Er legte einen, anderen Kloben auf und begann vonNeuem. Das war wenigstens besser, als so still zu sitzen und sich von den häßlichen Gedanken quälen zu lassen. Es dauerte nicht lange, sö hatte er das halbe Klafter, das sein Vorgänger über gelassen hatte, geschnitten, und ia er die Arbeit doch nicht halb gethan haben wollte, nahm er das Beil, das er vorhtt. um sich setzen zu können, aus dem Haublock gezogen hatte, und begann da Holz zu spalten. ' Es war keine leidet Ari
bett, denn es'waren meistens Aststücke;
aber gerade das gefiel dem Hans, und es mußte schon ein sehr widerspenstiger Knorren sein, der nicht auseinander gesprungen wäre, wenn der Hans, Beil und Knorren hoch oben in der Luft umkehrend, beide auf den Haublock herabschmetterte. Dabei ließ sich während all' der Zeit kein Mensch auf dem Hofe sehen. Niemand schien neugierig, zu wissen, wer denn da die Arbeit des weggejagten Knechts so plötzlich wieder aufgenommen habe. Sie müssen das Rumoren hier sehr gewohnt sein, dachte Hans. Eben hatte er wieder einen Knorren zu spalten, der eigensinniger war, als irgend einer seiner Vorgänger. Hans mußte dreimal ausholen, jedesmal stärker. Beim dritten Male sprang der Knorren entzwei, aber auch der Stiel der Axt und das Eisen fiel klirrend auf den Boden. Was soll denn das bedeuten? fragte eine mürrische Stimme dicht hinter Hans. ' Hans fuhr zusammen, als ob er ein kleiner Knabe gewesen wäre. Er hatte Niemand kommen hören; die Stimme schien aus der Erde zu schallen. Aber es war kein Gespenst, sondern der Besitzer des Hofes, der jetzt, als Hans sich umgedreht hatte, vor ihm stand und die Frage wiederholte. Ich konnte nicht dafür, stotterte Hans. Wer zum Teufel heißt Dich ungebeten hier den Knecht spielen? sagte Herr Repke, und dabei schössen seine schmalen grünen Augen funelnde Blicke unter den buschigen Brauen auf den Hans; ich dulde keine fremde Menschen auf meinem Hof. Ich habe genug von Euch Bauernqesindel; hörst Du? Ich bin nicht taub, sagte Hans, und Ihr schreit ja laut genug. Dann schere Dich zum Teufel! Soll ich ihm vielleicht einen Gruß von Euch ausrichten? Wirst gehen? kreischte der Andere und erhob drohend seinen Stock. Nehmt Euch in Acht, sagte Hans. Ihr seht, ich weiß mit groben Klötzen umzuspringen. Hans schleuderte den Spitz, der sich kläffend auf ihn stürzte, mit dem Fuß ein Dutzend Schritte weit fort und verließ den Hof auf demselben Wege, auf dem er gekonimen. Als er wieder in die Tannen gelangte und sicher sein konnte, daß kein Mensch ihn sah, stand er still, wie Jemand, der etwas vergessen hat. Er hatte nichts vergessen; er wollte nur besser darüber nachdenken, wie dies denn eigentlich so gekommen sei. Aber je länger er darüber nachdachte, je weniger konnte er's finden. Es ist schon gerade, als ob es nicht sein sollte, sagte er bei sich, und ich mache mir auch gar nichts daraus, wenn's nicht der Grete halber wäre. Weiter konnte er nichts denken, obgleich er noch immer auf demselben Fleck stand und - auf dieselben Erdschwämme, die zwischen den jungen Tannen wuchsen, starrte, und es ihm vorkam, als habe er eigentlich eine Menge Dinge zu überlegen. Endlich fiel ihm ein, daß er sich so dumm im Kopse fühle, das komme nothwendig davon, weil er den ganzen Tag noch nichts Rechtes gegessen habe; dazu die schwere Arbeit des Nachmittags! Er hatte seit seinen Schultagen nicht wieder daran gedacht, aber jetzt fiel ihm die Geschichte von dem Esau ein, der sein Erstgeburtsrecht für ein Gericht Linsen verkaufte. Da ist nichts Besonders daran, meinte er; er wird eben hungrig gewesen sein. Wenn mir Repke ein Stück Brod gegeben hatte, anstatt mich mit Grobheiten zu reguliren, hätte ich mich ihm auch verkauft. Freilich, es ist ein großes Glück, daß ich es nicht gethan habe. Hans wiederholte sich mehrmal, daß dies ein großes Glück sei, und zog dabei seine Uhr hervor. Er hatte dieUhr heut Morgen nicht aufgezogen, wie er es sonst zu thun gewohnt war; die Uhr war stehen geblieben. Hast Du auch nichts zu essen gehabt? fragte er die Uhr und schob sie wieder unter die Blouse in die Westentasche. Hans schritt weiter; wie heut früh die Morgensonne, so warf jetzt' die Abendsonne seinen Schatten weit vor ihm her, als er aus den jungen Tannen wieder in den Wiesengrund gelangte. Ich wundre mich, daß ein Mensch, der nichts im Leibe hat. noch einen Schatten werfen kann, sagte Hans. Drüben an'dem anderen Rande d?T Wiesenthals trieb der alte taubstumme Kuhhirt die Heere heim; die Sonne stand tief am Horizont, es mußteJtark auf sieben Uhr gehen. Der Tausend, sagte Hans, so spät schon! und beschleunige seine Schritte, als ob er etwas versäumt hätte und nun wieder einbringen müßte.-' Aber in die Schenke zu kommen, wo um diese Zeit immer ein größerer Berkehr stattfand, dazu hatte er noch immer Zeit genug; so ging .er denn wieder langsamer und überlegte, wohin, wenn nicht in die Schenke? Ich brauche ja gar nicht in die Schenke zu gehen; ich kann ja in mei-. nem Hause bleiben; die Giebelstube steht ja leer, und von da kann ich über den Teich Gretchen sehen, wenn sie in den Garten kommt. 'Daß ich daran nicht, früher gedacht habe! Ich weiß auch gar nicht, wo mir heut der Kovf steht. Nun schritt Hans wieder schnei ler vorwärts, hielt sich aber stets am Rande der Wiese, in der Nähe des Hol. zes, und lenkte auch nicht, als er so weit war, auf die große Straße tH, sondern machte noch einenUmweg durch -in Stück Waldland und durch die jselder, um -in eine kurze Nebengasse des Dorfes zu gelangen, die geradeswegs auf sein Haus führte. Groß und glänzend war das Haus eben nicht, selbst nicht für die bescherenen Verhältnisse eines Thüringer ? ritz vllt mar ,5 rbr a t rer lins . I l 7
terbau vor Allem, welcher aus unbe-j hauenen Feldsteinen aufgeführt und ! nach dem Teich zu wohl zwölf Fuß 1 hoch war, hatte leicht so ein vier oder fünf Jahrhundert: ausgehalten, freilich nicht, ohne mittlerweile bedenkliche Risse und Spalten bekommen -zu haden. Die einstöckige Hütte, die auf diesem ehrwürdigen Fundament stand, war jedenfalls von bedeutend jüngerem Datum, aber dessen ungeachtet in noch viel schlimmerem Zustande. Die dünnen Tannenbalken hatten sich nach allen Seiten gebogen, die Lehmfüllung war zum Theil herausgefallen, und man hatte die Löcher verstopft, wie'S eben ging, ebenso wie die zerbrochenen Scheiben in den kleinen, schiefen Fenstern. Zu der Thür führte eine steile steinerne Stiege hinauf, und auf der Schwelle hockte eine Gruppe jämmerlich aussehender Kinder. Ein Junge von etwa zehnJahren hielt auf dem Schooß ein ganz kleines, vollkommen nacktes Kind, in ein Stück Zeug gehüllt, das früher vielleicht ein Mantel gewesen war. Zwei kleine Mädchen von fünf bis sechs Jahren kauerten daneben. Sie warteten auf die Mutter, die auf dem Felde arbeitete. Ihr seid auch wohl hungrig? fragte Hans. Die Kinder antworteten nicht, als ob es sich gar nicht der Mühe verlohne, eine solche Frage zu bejahen. Haus stieg mit seinen langen Beinen über die Kleinen weg und warf einen Blick in die Stube rechts. Sie kam ihm kleiner vor als vor zwei Iahren, und doch war wenig genug darin: ein Bettchen für das jüngste Kind, eine Schütte Stroh für die größeren, vermuthlich auch für die Mutter, tvenizstens war außerdem nichts vorhanden, was einem Bette auch nur entfernt ähnlich gesehen hätte. Dann war noch ein wackliger Tisch da, auf dem eine sorgsam ausgekratzte irdene Schüssel stand, und drei Stühle, von denen zwei umgeworfen waren. Das hatten gewiß die Kinder gethan, ebenso wie sie auch die Strohhalme aus dem Lager über die ganze Stube gezerrt hatten. Was sollten die armen Würmer vor lieber langer Weile machen? dachte Hans. Auf dem Herde, der den kleinen Hausflur noch mehr verengte, schien lange kein Fluer gebrannt zu haben; eine zerbrochene braune Kaffeekanne lag mitten in der spärlichen Asche wegen gänzlicher Aufgabe des Geschäfts, wie sie in Berlin sagen, .dachte Hans. Er stieg die schmale und steile Treppe hinauf, die zu dem Bodenraum führte. Die morschen Tritte knackten unter seiner Last. Auf dem Boden war nichts zu sehen, als oben die Löcher im Dach und unten die Schieferscherben, die aus den Löchern herabgefallen waren. In einer Ecke lag eine kleine zerbrochene Armbrust. Hans erinnerte sich, daß der Vater sie ihm vor langen, langen Jahren gemacht hatte. Die Thür nach dem kleinen Giebelzimmer war verschlossen; Hans kannte aber noch das Geheimniß, den Riegel auch ohne Schlüssel, vermittelst einer Messerklinge, die man durch eine schmale Spalte einführte, zurückzuschieben. Er hatte das als Junge oft genug ezercirt, in früheren Zeiten, aN es ihnen noch besser ging, und die Mutter, die damals noch lebte, das Winterobst und sonstige V'orräthe auf der Giebelstube aufzubewahren Pflegte. Nach einigen Versuchen gelang ihm das Kunststück auch jetzt wieder. Auch die (Ziebelstube war leer, bis auf einen ziemlich großen, bunt anzestrichenen Schrank, den man nur stehen gelassen zu haben schien, weil er mit eisernen Klammern n der Wand befestigt war. Die Thüren aber hatte man mitgenommen; es war allerdings weder wenig noch viel in .dem Schrank, das des Verschließens werth gewesen wäre. Außerdem war noch ein Schemel mit drei Beinen da, von denen zwei heraus fielen, als Hans ihn in die Höhe hob. Ein Wunder war's nicht, daß das Ding so zusammengetrocknet war, denn die Kammer lag unmittelbar unter dem Dach und überdies nach SüdWest, so daß vom Mittag bis zum Abend die Sonne auf die dünne Giebelwand und durch die blinden Scheiben des Fensterchens brannte. Hans öffnete es zum Entsetzen der Spinnen, die hier seit so langer Zeit ungestört gehaust hatten, und nicht ohne einige Mühe, denn es war arg verquollen. Unter ihm lag der große Teich schon im Schatten, während der , Himmel noch rosig angestrahlt war lern der Sonne, die hinter den Bergen stand. Dadurch fiel auf die Häuser drüben ein undeutliches Licht. In des Schulmeisters Garten bewegte sich, etwas, aber Hans konnte nicht erkennen, ob es Grete. war, trotzdem die. Entfernung nicht eben groß war. und er sich die Augen mit der Hand gegen die blendende Helligkeit schützte. Zuletzt verschwamm Alles in einem der, ja es wurde ihm ganz dunkel vor den Augen, und in den Ohren entstand ein sonderbares Sausen, wie er es noch nie gefühlt. Das kommt von dem leeren Magen, sagte Hans, als er den Anfall glücklich überwunden hatte; ich kann doch hier nicht bleiben, wo selbst die Ratten und Mäuse nichts zu knabbern sinden. . ' Er verließ die Kammer und tastete sich die Treppe hinab. Auf dem Flur traf er die Mutter der Kinder, die von der Arbeit gekommen war ein hohläugiges, schmalbackiges, braunes Weib, das sofort anfing, ihm, ihre Noth zu klagen: sie habe seit zwei Tagen schon kein Brod im Hause gehabt, und dabei solle sie noch die schwere Miethe aufbringend sie wollte, sieläge, wie ihr Mann, im Grabe, und ihre, vier K:nd:r daneben. Hans zog sein Portemonnaie aus der Tauche er hatte es einst in im
Spielbude gewonnen. Es enthielt noch einen harten Thäler und ein paar Sil-
bergroschcn. Er gab der Frau den Thaler und sagte ibr. sie solle ihm da. für eine Schütte frisches Stroh, oben auf die Kammer legen und das Uebrige behalten; er werde in einer Stunde wiederommen. Die Frau nahm das Geld, ohne auch nur zu danken. Hans verließ das Haus und wandte sich nach der Schenke. Glücklicberweise traf 5)ans die Gaststube fast leer; nur der PantoffelClaus, der von einer Geschäftsreise in die nächsten Dörfer zurückgekommen war. saß m einer Ecke und tdeilte nq ein Stück Schwarzbrod mit seinen beiden Hunden, so daß zeoer um'icqlZg einen Bissen bekam. Der PantoffelClaus war nicht sehr mittheilsam. und Hans zum Sprechen keineswegs aufgelegt. Er hztie sich in der Küche einen Eierkuchen bestellt ein Gericht, das er immer für sein Leben gern gegessen batte. Brod und Speck bätten's fre!. lich auch gethan; aber nach einem so schlimmen Tage fühlte er das Bedürfniß. etwas drauf gehcn zu lassen und nebenbei mit seiner Baarschaft zu Ende zu kommen. Die paar Groschen gruseln sich ja allein in der Tasche, dackte Hans. Christel, des WirthI Tochter, brachte den Eierkuchen und ein Glas Vier, stellte beides vor Hans hin und setzte sich zu ihm an den Tisch, die beiden Ellbogen aufstämmend. Hans hatte die Christel eigentlich immer für ein hübsches Acachen gehalten: scit aber Grete sich gestern Abend über sie beklagte, kam sie ihm durchaus nicht mehr hübsch vor. und daß sie sich gar noch so ungebeten zu ihm setzte, ärgerte ihn. Nun, 5ans. sagte Christel, wie ist's gegangen? O, gut! erwiderte Haus, indem er ein machtiges Stück Eierkuchen in den Mund schob. Bei wem bist Du? fragte Christel weiter. Bei Dir, antwortete Hans, indem er dem ersten Stück ein zweites folgen ließ. Das seh' ich. Warum fragst Du denn? O Jerum, seit wann bist Du so stolz geworden? - Seit Du Dich in mein hübschestesicht verliebt hast. - So, wer sagt, das? Du selbst! Du verwendest ja kein Auge -von mir. So, sagte Christel aufstehend; schaust Du da heraus? Sind wir dem Herrn Soldaten zu schlecht, weil wir nicht, wie Schulmeisters Grete, immer Strumpf und Schuh anhaben? Und nicht thun, als ob wir nicht bis fünf zählen könnten? Aber das laß Er sich nur gesagt sein, Herr Soldat, es ist nicht Alles Gold, was glänzt. Scheinheilig thun, und nach den Mannsleu ten ausschauen, das acht ganz gut zusammen. und wer noch vor Weihnachten Jakob Körner seine Frau ist das weiß lch auch. Ja, die wird so einen Hungerleider von Soldaten hei rathen! Und übrigens wirst. Du mir mane Rocke bezahlen; ich nehme sie nicht wieder, zum Entzweireißen habe ich sie Dir Nicht gegeben. Damit stürmte Christel zur Thür hinaus. Das ist eine gute, sagte der Pan-toffel-Claus, indem er sein Messer zuklappte und, von den Hunden begleitet, zur Stube hinausschlürfte. Hans hatte nichts gesagt; er. hatte von der Scheltrede Christel's nur das Eine gehört, daß Grete noch vor WeihnachtenJakob Körner's Frau sein werde. Sollte das wirklich möglichisein? Grete war gestern Abend so eigen geWesen, so gar nicht wie sonst. Und heute Morgen Körner's Anerbieten, ihn in Dienst zu nehmen! NatürliÄ. wenn man die Wahl hat zwischen dem Herrn und dem Knecht, freit man doch .:.J&1 fX Jt-L cv r- y vii f iiiu vcu jxiicui. relilll) oalie iym die Grete versprochen, als er unter die Soldaten ging, daß sie nie einen An dern heirathen wolle, sieber wolle sie todt liegen auf'dem Grunde des Teiches; aber zwei Jahre sind eine lange 3m uno Hier warf Hans einen flüggen Rückblick auf sein Leben während der letzten zwei Jahre, aus dem sick, eraeben mochte, daß die Treue für einen Soldaten mehr oder weniger doch ein ieerer uuayn in; aoer oas ist ganz et was Anderes, philosophirte 5)ans tnri ter. und so. wie die Grete. war doch Keine. Und die sollte ich dem fett-n Kerl lassen? Und dahin würd's drö A , ' Y . 1 ... ' icrnrncn, rocnn wieoer vor hier fort ginge auf wer weiß wie lange. Nein, das geht nicht an; lieber verkaufe ick mich in die Fabrik, lieber - Guten Abend, Hans! sagte eine dicke, mehlige Stimme. Hans hob Un Kopf, den er in die Hand gestützt hatte, und sah den Bäcker Heinz in der offenen T5,u siehen. . Schön Dank, erwiderte Hans.' Nun. Hans, wie, ist's gegangen? fragte der Bäcker genau so, wie vorhin die Christel gefragt hatte. O, gut antwortete Hans, wie er vorhin geantwortet. Um die breiten Lippen des Bäckerz zuckte es ironisch. Er setzte sich auf den Stuhl, den Christel eben verlassen hatte, legte die Arme auf den Tisch, faltete die Hände und sagte langsam, in dem er seine kurzen Daumen ebenso langsam umeinander spielen ließ: (Fortsetzung folg!.) . Eins bon Beiden. A.: .Den DoctorNeuntödter habe ich heute schon vier Mal drüben in den golde nen Hirsch- hineingehen sehen!" B.: So, vier Mal schon? Dann Ist entlveder die Wirthin wieder sehr krank oder das Märzenbier heuer vor züglich!" .
Für die Küche.
i K l 0 p s 5 la C a s i m i r. Man Nimmt ein mageres Stück Rindfleisch, sKneidet es in dünne Scheiben, klopft diese mit dem Rücken des Hackemessers recht mürbe, thu: sie in einen Tiegel, giebt ein kleines Stückchen Butter dazu und läßt es nebst etwas Salz und so. v.iel Wasser, dafe es über dem Fleische ey:, aus Kohlenalutk aanz leise hmoren, nach und nach thut man eiige Zitronenscheiben sowie ein Glas ein (Rotb- oder Wcikweinl kiinzu. s muß ganz braun aussehen. Tricanveau (österreichisch). !an schneidet aus einer Kalbslcul: reifingerdicke Scheiben, klopft sie et. as. läßt sodann reichlich Butter hmelzen und die Fl:ischscheiben darin :lö werden. Einioe Löffel starke iouillon und ein Glas Madeira wer. Um darauf gegossen und mit dem mich zum Kochen aebracht. Einiae iht ausgegrätete Sardellen, etwas Citoncnsaft. ein Löffel voll aeriebeneS Roggenbrot kommt hinzu, auch etwas ih Butter braun acsüwiktes Mebl. ies jedoch nur. wenn die Sauce noch icbt seimia aenua ist. Ut all,s n.thn Ng durchgekoazt. so legt man die Fn cjindeaus auf eine Schüssel und gießt ine 'Sauce darüber. !Farcirte Ente. Die gut vor. bereitete und flambirte rohe Ente wird im Nücken aufgeschnitten. Gerippe und Eingeweide hcrausgclöst. die Knochen von Beinen und Flügeln aber daran gelassen, damit kein Loch entsteht. Nun macht man eine Jarce ve-em Theil roher Leber, einem Theil Schweine, s'eifch und einem Theil Kalbfleisch, Cemmelkrum. ein Viertel Pfund zu Sahne gerührter Butter, gewiegten Sardellen. Citronenschale, etwas 3e. iürzund vier ganzen Eiern, füllt d, rnit die Ente, näht sie zu und bratet sie sthr langsam. Man reicht sie kalt in Echeiben geschnitten mit Mostrich-, Farmer Mousserons- oder Trüffel sauce. j Weinschokolade. (Als SupPe. -wie als feines Getränk zu verwen. den.) Auf ein halbes Pfund Schoko, läde rechnet man ein Pint Wein und ebenso viel Wasser. Die Schokolade niird gerieben' oder in Stücke zerschla. gen, sie zergeht, sobald sie mit dem Wasser und Wein kocht. Dann thut nian. falls es nöthig ist, Zucker, auch etwas Zimmet hinein und bestreut die Cupp: beim Anrichten damit. Man kann sie mit Eidotter abziehen und recknet tki Dotter auf ein Quart klüssigkeit, oft wird sie aber auch un. abgezogen qcreicht. Wenn sie als Euppe dient, reicht man kleine Sup. penmakrcnen und Sahnenschaum dazu 1 ' - vj 1 rum. Letzterer kann aber naturlich uch fortbleiben. Hammelfleisch in Noth e i n. Aus einer ammelkeule wer. !N finaerdicke Scheiben aescbnitten. it dem Hackmesser breitgeklopft, mit aiz und Psel er be treut und einiae -cheiben davon in eine vassende Kasse. rolle gelegt, mit fcingehackten Zwiebeln und Gewürz bestreut und eine zweite :cylcyt kZleljcylchelben daraus gethan, e was zerschnittenes Wurzelwerk und e n Lorbeerblatt hinzugefügt, dann so. v cl guter Rothwein dazu gegossen, daß hs Zfleisch damit bedeckt ist, mit gut pjssendem Deckel verschlossen und auf sönellem Feuer zwei Stunden gekocht, npbei man auspassen muß. daß es nicht anbrennt. Sobald das Fleisch gar ist. Nird es auf einer Schüssel angerichtet, der Satz mit glattgerührtem Kartoffel, nehl seimig gekocht und mit einigen Dropsen Fleischeztrakt gekräftigt. Suppe aus Fleischresten. Äan schneide die Fleischabgänge inkeine Stücke, hacke alle Knochen klein md setze sie mit Wasser und Salz an. erst nachdem die Suppe klar ausge. shäumt ist, füge man eine tüchtige ortrön Wurzelwerk bei und lasse nun die Brühe mehrere Stunden langsam k,chen. Alsdann wird die Brühe abgrossen und bis zum nächsten Tage aufbewahrt, wo man sie nochmals ansitzt, ein halbes Pfund frisches gehack. tls Rindfleisch und die Schalen und das Weiße zweier Eier etwa eine Stunde darin kocht. Hiernach wird die Brühe durch ein Tuch abg:gossen, ltod sie wird nun ganz klar und schön stin. Zum Schluß gebe man der Bouillon durch Anrühren von etwas Jlcischeftratt eine schöne Farbe. Man ttnn diese .Brühe klar mit Käsebröck. cen geben oder beliebig mit Einlagen versehen. iPa stete von Blumenkohl. Man legt eine Schüssel oder inePaste. tmform mit Butterteig aus und füllt ipnn das Folgende hinein: Blumen, khl wird sauber geputzt, gewascheu und in schwachem Salzwasser seh? peich gekocht. Dieses Wasser wird nun abgegossen und der Blumenkohl muß gut uf einem Siebe abtropfen. Nun nacht man irgend eine beliebia leischfarce, wovon man will, wie wir deren schon sehr viele angegeben ha ben, vermengt den Blumenkchl mit ge hackten Kräutern, Zwiebeln, Gewürz ü. kleinen Butterstückchen, legt unten iir die Schüssel eine Lage Farce, darauf den Blumenkohl mit den Zuthaten, cbenauf wieder Farce und den Teigde ckel, der tuppelformig übergedrückt und mit 'Eigelb bepinselt wird. Diese Pa sjete bäckt man eine Stunde lang und reicht sie allein oder mit einer Rahm cjer Eitronensaiv. Man legt gern cjaucischen. noch ueber Geflügellebe? Mischen die Blumenkohltheilc. rzij vl; ante Pastete noch vorzüc;!'. at. ' Sehr einfach. .Z:' jjtc U-yren uno yeuic cai izz , s :hen geblieben, Papa. Zz') 'is bedeutet was Tat:?: ly Tochter (ängstig): r.. r 1 Y i ry r ' bitte. Paz rvr n?" Vater: 's r.
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