Indiana Tribüne, Volume 25, Number 141, Indianapolis, Marion County, 8 February 1902 — Page 7

Indiens Trivnne. Februar

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gpÄiWl äß55tate

Slavische Leidenschaft.

E-V-un rc-.l ciiuu (Jortfejunc.) Und jehi. in diesem Slugcn&lirf mad)ti sich 2?abla fc:n Unterschied l!ar, unb ihre Lücke hingen begeistert L.i ihrem Catten! Dieser hatte recht er war ein Held! Dzgeg:n hatte sie ihnden Fremden, der ihr eine Nomanphras? an den Kopf warf, vorhin mit einem schmerzlich-mitleiviaen Blick von ops zu Fllsj öemu'iert. Wer wech! Vielleicht halte sie sogar gedacht, er Verstoße gegen die Achtung, die er ihr sciig sei! Und nun prallten die Pfeile der Verachtung, die er soelen zu feiner Befriedigung auf di?s weih liche Herz abakschsjsen hatte, auf den -.... " , tocrusea zur!!! ' tLr, folgte V.'iranoffs Worten nicht mehr, als dieser erllärte. Zar t ander II. haöe seine Velieöthttt nicht vergrößert, sondern nur erschüttert durch die 2lush:bung der Leibeigenschaft. Die Bauern, für die die gesetzgeberischen Spitzfindigkeiten über den Nückkauf der Mte?" unverständlich blieben, jammerten nur: Unser Bat'scha, unser Väterchen verläßt uns. Was soll uns denn die Freiheit? So!Itn wir nicht mehr feine 5:ind:r sein?" Ach. troiz feiner liberalen fixen Jveen batte Miranoff diesen Alexander !ilolajen?iisch sehr licb gehabt, denn sie roaren rniteinander von dem furchtbaren Nikolaus erzogen worden, der in rzochsteigener Person ihre militärischcn Uebungen überwacht und sie b:im kleinsten Verstoß mit feiner N:itp:iische furck.tbar durözehauen haiZe. ,.?nn der Zar NiksüuZ wlr mein Pathe." erläuterte der Graf, deshalb hziße ich ja Nikolaus Feodorowitsch. Ich sehe ihn noch immer vor mir stehen, ihn, den man nicht umsonst den schönsten Mann genannt hat. mit seinem cywaltigen Wuchs und seinem wunderbaren Haupt. Er lebte wie ein echter Soldat, schlief in einem kleinen Felo-' bett und trug als HauSrock einen alten Mil'iärmantfV Der General verlor sich ganz in seine Erinnerungen, während Semen, vhnc eine Spur von Ermüdung zu z?igen. hinter ihm stand und se!::e xw endlich auf einen Punkt gerichteten Augen voll glühender Bewunderung auf dem weißen Haupte seines Gebiekrs ruhen ließ. Hubert und Nadja waren in Träumerei versunken. Jyre Gedanken machten wohl nach Nußland, in die Zeit ihre? 5lindheit zurückschwcifcn, währönd er voll innerer Unruh: sich gegen ein unbestimmtes (5twas. das er c:nPfand, zu festigen und zu wehren suchte. Nobert Welmann dagegen erfaß:: gewandten Geistes alle Anekdoten und Bemerkungen Miranoffs. die für eine Korrespondenz im Senden Heralv" verwendbar schienen. Durch ein hingeworfenes Wort, durch eine gefchictt eingestreute Frage brachte er den ?Zus fen zum Cprcck)en. Allein trotz des Vortheils und des Vergnügens, das ihm diese Unterhaltung gewährte, war er es, der plötzlich arr die weit vorgeschrittene Stunde erinnerte. Die Kerzen in den Kandelabern waren heruntergebrannt, und die Uhr zeigt: zwanzig Minuten vor Mitternacht. Die Herren erhoben sich und entschuldigten sich bei der Gräfin. "Ach was," rief der General, um Mitlernacht kommt man noch früh genug nach Hause, und außerdem wohnen ja die Herren Beide auch hier in diesem Gasthof wir sino also Alle schon zu Hause! JÄ hoffe übrigens, daß wir uns wiedersehen ich rechne sicher darauf," fügte Miranoff hinzu, während er beioe Hände des Marquis mit großer Herzlichkeit drückte und auf's'Neuc seiner Frende Ausdruck verlieh, ihn kennen gelernt zu haben, da er sich seit Jahren auf's Lebhafteste für seine Person uns seine Reisen interessirc. Und Sie wissen ja, daß wir nach Paris gehen. Ja, die Gräfin und ich kommen nach Paris, um uns dort sür einige Zeit niederzulassen " Wie freut mich dies!" sagte Hubert leise, der sich nicht getraut?, feine vor Bewegung zitternde Stirr.me zu erheben. .Wenn Sie Lust baben. können Sie die Heimreise auch zu Wasser machen, wir würden uns freuen, Sie auf un serer Jacht, der Newa." nach Hause zu bringen. Aber Sie haben vom Meer wohl mehr als genug, und werden sich danach sehnen, Ihr Heim nach so langer Abwesenheit wiederzusehen, währeno wir uns in Spanien etwas aufhalten wollen. Gleichwohl die Nen?a" steht immer zu Ihrer Verfügung. falls ein so großer Reisender eine solche Nußschale mit seiner Gegenwart beehren will." Die Gräfin unterstützte diese Einladung ihres Gatten mit keinem Wort, aber ihr Schweigen war nur der kindlichen und unterwürfigen Haltung zuzuschreiben, die die junze Frau jeder Entschließung ihres Gatten gegenüber an den Tag legte. Ihr anmuthices Lächeln und ihr Blick bezeugten Ihr Wohlwollen. Sie reichte dem Marquis ebenfalls die Hand, und da dieser im riamlichen Augenblick einen Schritt machte, um sich zurückzuziehen, standen Beide auf der Schwelle des Empfangszimmcrs. Er ergriff die kleine Hand. O. nicht hier." sagte sie, und drückte aufgeregt seine Finger, um ihn zurückzuziehen. Ganz erschrocken führte sie ihn in, die Mitte des Gemaches zurück. .Man muß drinnen oder draußen

Lebewohl sagen, aber niemals aus der Schwelle!" rief sie. . Nicht? Und warum denn nichts fragte Hubert, der vor lauter Verwundeiung gar nicht daran dachte, die ihm überlassene Hand wieder fi zu geben. O, das wissen Sie nicht? . . . Wir Russen glauben, daß dies das Schicksal

herausfordern heißt ... dß es Un9Iü bringt!" In kindlichstem Schrecken erblaßt stand l! ror ibm, und als er sich Welmann,' der l.Vormmer von demGrafen Abschied nahm, Wieder zugesellte, war er durch diesen undeutenden Zwischenfall noch ganz verwirk?. . J ttci allem, was er an Verstand bei V entdeckt hatte, war sie in diesem Grade abergläubisch! Dabei hatte sle gleichitia so stolz und so demüthig gesehen; in ihren Atf?en, satten die Funden tinr leidlnschüfjlichen Seele gesprüht, und gseich dükuf war diese flamme erloschen in einem Meer ängstlicher Verunderung für einen Greis! Welch fonderbareZ rn& schwer verständliches Geschöpf sie doch war! Bot ihre Nationalität als Russin allein den Schlüssel zu diesen Gegensätzen? Die slavischen Frauen waren Hubert nur durch die legendenhastenSagen bekannt, die über sie und ihre phantastischen Neigungen im Umlauf waren, aber nicht eine einzige seiner Erfahrungen aus dem Gebiete des ewig Weiblichen konnte ihm h n, einen derartigen Charakter zu begreifen. Diese Fraustand als Geheimniß vor ihm: sie war sür ihn eine neue, mit einem neuen Stachel bewaffnete Erscheinung. Er verstand wed:r sie. noch die Empfindung, die ihn gegen seinen Willen zwang, sich ausschließlich mit ihr zu beschäftigen. Er trat mit Welmann in dessen Zimmer, um diesen, der von allem, was Miranoff anging, völlig unterrichtet war. über die Gräfin auszufragen. Welmann hatte den Grasen vor fünfehn Jahren, als r selbst noch als Attach'Z bei der englischen Gesandtschast in Petersburg stand, kennen gelernt und erinnerte sich nod vollkommen dessen erster Frau, die eine entfernte Verwandte des Zaren gewesen war. Das habe ich allerdings auch gekört." fazte Brönaz. Sie war ein: Nomanosf. Hat sie keine Kinder gehabt?" Nein. Sie ist vor zwölf Jahren gestorben und der Graf ist lange Wittwer geblieben. Dann aber hat er die Thorheit begangen, mit sechszig Iahren ein überaus entzückendes neunzehnjährlgcS Mädchen zu heirathen. Sie können darüber ja aus eigener Anschauung urtlilen." Neunzcbnjähria . . . Wie alt mag die Gräfin denn jetzt sein?" Na, etwas über zwanzig vermuthsich." So alt sieht sie noch nicht einmal anö. Nein, sie sieht aus, als wäre sie höckstens fünfzehn. Schade, daß diese Heirath einen Zwiespalt mit Alexander III. hervorgerufen hat." Zwischen Alexander und der Gr'afin?" Welmann lachte. Das arme Ding! ... O nein, sie hat den Zaren nie gesehen! Sie lebte auf einem alten Ekelhof, weit hinten in Rußland, am Ufer des Don, und stammt aus einer altadeligen, abtt völlig verarmten Familie. Ich glaube, sie rnußt! sogar daran denken, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen . . . vielleicht hätt: sie Medizin studirt. wie es jetzt bei den jungen Mädchen da drü ben Mode ist. Na, schließlich hat Miranoff sie entdeckt und aus dem alten Nest geholt. Er muß auf den ersten Blick den Kopf verloren haben, und Grund genug dazu war ja vorhanden, allein der Zar war der Ansicht, daß ein Mann, der die Ehre gehabt hatte, eine Romanoff zu ehelichen, sie Zeit seines Lebens betrauern mitsse und sich nicht mit einer Paskiewina trösten dürfe." Also ist sä die kaiserliche Ungnade. die sie uns nach Frankreich bringt?" Ungnade? . . . Nicht ganz' dafür hat Miranoff dem Kaiserreiche zu bedeutende Dienste geleistet . . . Nein, keine Ungnade . . . aber doch eine En.tzweiung. Uebrigcns laq auch im Gebiet der Politik die Gefahr eines mangelnden Einvernehmens vor . . . Der Gras gehört der alten Schule an und im Winterpalais herrschen freistnnigerc Ansichten als die seinen, sleia)wohl erhielt er feine guten Beziehungen aufrecht, und ich glaube sogar, daß er im täglichen Briefwechsel mit dem Host steht. Der Zar wünscht feine Meinung über alle Ereignisse, wenn nicht direkt, so doch indirekt zu erfahren." Das wundert mich nicht," sagte Lrönaz, denn dieser Miranosf ist doch ein sehr bedeutender Kopf." Glücklicherweise." sagte der Journalist etwas tückisch läck)lnd. Und als. Hubert ihn ansah, ohne für dies bedeutungsvolle Lächeln ein Verständniß zu verrathen, sprach Welmann deutlicher von den etwas plumpen Zierraten, die Kiefer Kopf wohl bald zu tragen haben würde. Er ist zu alt. mein Lieber . . . und seine Frau zu hübsch. ... da gibt's keinen Ausweg!" Ach, gehen Sie doch." rief Hubert etwas verlegen, wenn sie eine Französin wäre, wollte ich nichts sagen . . ." Und erst 'eine Nuffin!" entgegnen Welmann, der sich innerlich an alten Petersburger Erinnerungen eraök!:. Ach, Sie kennen diese Spitzbübinneni noch mcht! Denken Sie nur, als lch bei der Gesandtschaft stand . . ." Damit begann er eine Erzählung von seinenErfclaen bei den Damen der

HofoefellsÄaft. wovon Hubert bei sich

Vic eine Halste abz?z. die andere aber von ciner verzweifelten Alltäglichkeit fand, wobei er sich durch gewisse körperliche und geistigeVeraleiche mit der Gräfin so verletzt fühlte, daß cr aus Angst, grob zu werden, die Untcrhaltung zu einem ziemlich plojlichen Ende brachte. 4. Kapitel. Um die Mittagsstunde des folgenden Taes machte der MarquiK von Brönaz Besuchstoilette und ließ durch seinen Diener oei der Gräfin von Miranoff anfragen, ob sie Sestatte, daß er seine Aufwartung mache. Auf die bejahende AntwS?t begab t-sich Hui ZU der Gräsin hinab und fand bei dielci.. "orlgens W lurZen Staatsvesuch stm'.I ?nb dortzer gewonnenen Eindruck. Kai; ws Graf sich in einer nur sehr schwer zugänglichen Abgeschlossenheit halte, aufs neue bestätigt. Selbst seine junge Gattin wagte nicht, ohne vorherige Anmeldung bei ihm einzutreten. Gesckah dies aus Liebe zur Einsamkeit, aus Vorliebe für dasZcremonielle oder aus beständicer Furcht vor politischen Racheakten? Vielleicht wirkten alle drei Beweggründe zusammen. Aber welch ein Zwang war dies! . . . Welches Hemmniß für für die Entwickelung einer ehelichen Vertraulichkeit! Welch ein Dasein sür ein zwanzigjähriges junges Ding! Ob sie wohl darunter litt? 5ub:rt rerm echte sich diese Frage noch nicht zu beantworten, aber er war überzeugt davon, daß sie die Demüthigung emPfand, die für sie in diesen Änor'dnungen lag. denn als sie sich in dem Empfangszimmer ihrer Gasthofswohnung deren Räume so nahe beisammen lagen, daß die täglichen Gewohnheiten leicht zu kontrolliren waren mit der Versicherung erhob, der Graf sei zu Haufe und werde sich freuen, ihren Besucher zu begrüßen, erröthete sie sichtlich. Mußte sie doch vor der in's Nebenzimmer führenden Thüre stehen bleiben und anklopfen wie eine Fremde! Während sie, ihm den Rücken zuwen dend, vor der geschlossenen Flügelthüre wartete, bemerkte der Marquis die dunkle Röthe, die ihren Nacken übergoß. und litt unter der Verlegenheit, die er ihr gegen seinen Willen bereitete. Semen öffnete ihr. Er trug wieder einen schweren Stock, der einen Degen enthalten oder mit Blei ausgegassen sein mochte. Zum größten Erstaunen Huberts trat der Diener nicht zurück, um der Gräfin den Eintritt in das Zimmer ihreö Gatten freizugeben, sondern verdeckte mit seinem breiten L:ib die halbgeöffnete Thüre. Melden Sie Seiner Exzellenz, daß der Marquis von Brnaz hier ist," sagte die Gräfin. Der Muschik verschwand.- und die Thüre schloß sich hinter ihm. Einen Augenblick später trat der General, hoch aufgerichtet. mit wuchtigem Schritt in das Gemach, doch lag auf seinen Zügen ein freundliches Lächeln, und herzlich sireckte er dem Marquis die Hand entgegen ein Thierbändiger in wohlwollender Stimmung.' Offenbar war die Seele dieses Mannes so gewaltig, wie seine äußere Erscheinung, und einer kleinlichen Empfinöung nicht sähig; er kannte nur ganzen Haß oder ganze Sympathie. Sein Despotismus wirkte von sich aus. als natürliche Kraft, ohne daß er irgend welche kleinliche Absicht damit verband er stand hoch über Mißtrauen und Eisersucht. So legte er dem Marquis gegenüber hohe Achtung, ja, selbst warme Freundlichkeit an den Tag, und zog ihn in seinen näheren Verkehr, ohne daran zu denken, daß er immerhin für eine so junge und schöne Frau wie die seine ein gefährlicher Umgang werden könne in einem so traurigen und einsame".' Leben, wie er selbst es ihr auferlegte. Der Aufenthalt in dem nämlichen Gasthof, das sündige Zusammeniresfen und die gemeinschaftlichen Vergnügungen brachten ihren Verkehr im Berlauf von wenigen Tagen zu einer Vertraulichkeit, die er bei gewöhnlichen gesellschaftlichen Beziehungen sonst "in Jahren nicht erreicht haben würde. Gras Miranoff verzögerte seine Abreise nach Paris, weil er den Bericht eines dorthin gesandten Intendanten über die zum Verkauf stehenden Anwcsen abwartete. Er wollte in der Hauptstadt fclös: ode? in einer der elcganten Vorstädte, wie Neuilly oder Passn, wohnen. Er wünschte ein großes Palais es sollte so groß wie sein Petersburger Palais am NewskyProspekt uno von einem großen Park umgeben sein. Sein Bevollmächtigter fand nichts seinen Wünschen Entsprechendes, behauptete, man müsse bauen, und er sei nicht einmal sicher, ob es ihm gelinge, ein so großes Terrain anzukaufen, denn innerhalb der Befestigungen' der Vorstädte waren Privatpaläste und große Park eine Seltenheit. Nun schickte der alte Defpot ein vernichtendes Telegramm um das andere nach Paris, fragte, ob man glaube, sich über ihn lustig machen zu tonnen, und verlangte in spätestens sechs Wochen die ganze Einrichtung fix und fertig zu haben. Sagen Sie, lieber Marquis," sagt: er einmal zu Herrn von Br6naz. ist es denn wirklich so schwer, in Eurem rounderbar:?: Paris eine Wohnung zu bekommen? Es ist mir vom Jahre 1867 her, wo ich Alexander Nikolajewitsch zur Weltausstellung begleitete, doch in so aroßartizer Erinnerung geblieben!" " . Ja, lieber Graf, das hängt ganz davon ab. was Sie unter einer Wohnua" verlieben! Willen Sie. was

I Sre thun müssen? Sie sollten mit or: j Grä'j;;i in citin bescheidenen Woh- : nung in der vmt de Babylone ab- - steigen; dann können Sie selbst suchen. . uno werden etwas Passendes I finden." 1 Miranoff unterbrach ihn mit einer so entschiedenen, ja grossen Ablehnung, daß der Marquis sich schon verktzt fühlte. Aber der Graf fuhr ruhiger fort: Ach. mein lieber freund, wir würden uns ja so freuen! Aber Sie wissen nicht.... es ist ganz unmöglich. Ich bin vogelfrei" in der zivilisirten Gesellschaft, und mein Dasein spielt sich nicht ab wie das eines anderen Menschen " War dies eine Anspielung auf den unversöhnlichen politischen Haß. "de: .r w , ' w , . von benachrichtigt worden?.... der Gras diese so gehennißvoll und doppelsinnig lautenden Worte ausgesprochen hatte, blickte Hubert zufällig aus Nadja und sah sie plötzlich erblassen. In dieser augenblicklichen Schwäche wandte sie sich aber nach ihm um, und ihre Blicke begegneten sich. In dem Ausdruck ihrer Augen lag ein inbrünstiges Flehen, ein unbedingtes Vertrauen, das ihn tief bewegte, obgleich er ihre stumme Bitte nickt begriff. Vielleicht wollte sie sich davon überzeugen, daß in dieser durch Haft und Mord verdüsterten Welt ihr eine treue Zuneigung erblühte; vielleicht wollte si: ihn auch nur auffordern, zu schweigen und ihren Gatten nicht in eine Unterhaltung über so peinliche Dinge zu verwickeln. Zum ersten Mal sah Hubert den ruhig-stolzen Ausdruck dieser schwarzblauen, sammetartigen Augensterne sich in offene Traurigkeit verwandeln, und eine geheime Freude darüber mischte sich in sein unendliches Mitleid. Sie verließ sich alo schon auf ihn!. ... Ob sie wohl errieth, daß sich in dem Herzen dieses Mannes Alles, was sie an Bewunderung und Neugierde bei ihm erregt hatte, in dem Wunsch auslöste, ihr dienen, sür sie kämpfen und sich für sie opfern zu können denn in dies Stadium waren die Gefühle des Marquis jetzt eingetreten. Von Liebe wähnte er sich weit entfernt, weil er sich nach seinen Erfahrungen unfähig glaubte, eine verheirathete Frau zu lieben, denn der Ehebruch hatte ihm wohl Abwechslung und Zerstreuung geboten, niemals aber eine Leidenschasl in ihm erweckt, da n eine solche nicht für vereinbar hielt mit der Möglichkeit oder gar der Gewißheit des Theilens. Uebrigens hätten sich in diesem besonderen Falle einer solchen Beziehung auch unüberwindliche Hindernisse entgegengethürmt, denn die Frau Miranoffs dieses gewaltigen und geraden Charakters, dieses Greiscs, der ständig von Meuchelmördern bedroht, seine letzten Lebensjahre am Rande eines dunklen, gähnenden Abgrundes verleben mußte , die Frau dieses Helden, dessen aufrichtiger Verehrer und Freund er war. die mußte dem Marquis von Br6naz heilig sein und bleiben. Nein, den Hof wollte er ihr- nicht machen, aber es würde ihn unendlich beglücken, wenn sie geruhen wollte, ihn zu bitten, daß er sich um ihretwillen irgend einer schweren Gesahr aussetzen solle. So viel verlangte sie zwar nicht von ihm, aber mit dem untrüglichen Instinkt der Frauen fühlte sie balv heraus, daß er ihr eine Ergebenheit entgegentrug, die beglückend gewesen wäre, selbst wenn ste nicht die Absicht gehabt hätte, sie auf die Probe zu stellen. Nun traf es sich aber, daß die arme kleine Gräfin ihn um einen großen, äußerst heiklen, beinahe gefährlichen Dienst bitten wollte, den ihr sonst Niemand leisten konnte oder wollte, wenigstens nicht ohne außergewöhnliche Vergünstigungen dafür zu verlangen. D5k Zufall wollte, daß gerade in dem Augenblick, wo der Herr von Ärnaz wünschte, etwas für Frau von Miranoff thun zu können, diese wünscht Herr von Vrnaz möchte etwas für sie thun. Vielleicht ließ auch das süße Bewußtsein, ihm dadurch zu Dank derpflichtet zu werden, der Gräfin die Ausführung des Auftrages, mit dem sie ihn betrauen wollte, noch dringender erscheinen. Etwa zehn Tage, nachdem sie sich kennen gelernt hatten, stellte die Gräfin an dem nämlichen Ort. wo sie Hubert das erste Mal gesprochen hatte, jene engen Beziehungen zu ihm her, die aus einem gemeinsamen Geheimniß immer zu entstehen pflegen. In einer Ecke des Spielsaales saßen sie nebeneinander auf dem bekannten Lcdersopha. während sich Graf Miranoff beim Trente et Quarante unterhielt, und. von unerhörtem Glück begünstigt, auf dem grünen Tisch vor sich immer größere Haufen von Gold und Banknoten aufhäufte. Hinter ihm stand wie gewöhnlich der wachsame Semen, dessen rechte Hand stch um den furchtbaren Stock ballte, während die linke die heute Abend nicht leichter werdende Ledertalcbe kramvkliast umscklo (Fortsetzung folgt.) Billige Excursions-Naten. Nach Mobile und New Or leanS via C. tz. d D. B a h n, aus Anlaß des Mardi'Gras. Tickets werden verkauft vom 4. bis einschließ lich 10. Februar. Endgültige Rück fahrtsgültiakeit 28. Februar. Wegen Näherem siehe Ticket Agenten oder schreiben Sie an R. P. Algeo. D.P. A.. Indianapolis, Ind.

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