Indiana Tribüne, Volume 25, Number 141, Indianapolis, Marion County, 8 February 1902 — Page 1

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(Srfdiciitt jeden IJarijuittirtö "tS Ksnntag Morgens. Jahrgang 25. Indianapolis, Ind.. Samstag, den 8. Februar 1902. No.14l

Jrvington's Anschluß wurde gestern Tlbsnd vom StaÖtratljc beschlossen.

Indianapolis ist jetzt noch gröfter geworden. Die in allen Städten vorherrschende Tendenz sich durch Annektirung nahe liegender Vorstädte zu vergrößern, also -die Großstadtsucht", treibt kuriose Blüten. Hier in unserer schonen Stadt zum Beispiel wurde gestern Aöend, ohne viel Lärm, ohne Sang und Klang, die Stadt Jrvington unserer Metropole einverleibt. Jrvington liegt zwar mehrere Meilen von der Stat entfernt U7.d zwischen den: Orte und unserer Stadt befindet sich eine große Strecke unbebauten Landes, aber das genirt unsere hohen Geister nicht. Woodruff Place z. B., das im Herzen der Stadt .liegt und ein von der Stadt unab hngiges Gemeinwesen bildet, wird nicht anncktirt, obschon diese Gemeinde keine Schulden hat und zur Hebung der städtischen Steuerlast beitragen könnte. Jrvington aber, das erst nach ständige? Fahrt mit der elektrischen Car erreicht werden kann, und auch Schulden besitzt, wird angeschloßen, obschon die der Stadt at-large daraus winkenden Vortheile verschwindend klein sind im Vci hältniß zu den ihr entstehenden Mehr .ausgaben, welche durch Errichtung von PolizeiStationen und Spritzenhäusern, Beleuchtung und Reinigung der Stra sien, etc., nothwendig sein werden. Sei dem, wie ihm wolle, genug da ran, daß der Stadtrath g'stern Abend mit geringen Veränderungen die Crdi nanz mit großer Mehrheit angenommen hat. Blos die Herren Billingsley und Haldemann haben dagegen gestimmt. Stzdtrath Cooper war abwesend. Nun -muß noch abgewartet werden, wie sich der Ortsrath von Jrvington dazu stellt. - Derselbe ist sich nicht ganz einig über die Angelegenheit und wird heute 'Abend eine Sitzung abhalten, um we gen eines Kontraktes mit der Wasser nerks.Gesellschast schlüssig zu erden. Der Kontrakt legt dem Orte die Vcr pflichtung auf $35,000 für ein einzu richtendes Wasserwerkssystem zu be zahlen. Die Schuld soll in Raten von $2000 ver 5iabr abaetraaen werden. Die Furcht vor diesem Kontrakt soll es ge -wescn sein, welche die Bewohner von Jrvington veranlaßt hat, um Anschluß zu? Stadt zu petitioniren, in der hoff innig, daß letztere dann schon Sorge tragen werde, dem Orte Waffer-Fazili täten zu sichern. Daß Mayor Book alter die Ordinanz unterzeichnen wird, unterliegt nicht dem geringsten Zweifel. Wie gesagt, für die Stadt erwächst 'kein Vortheil aus der Annexion, sie . wird die Schulden Jrvington's über, nehmen und viele tausend Dollars aus geben müssen für Polizei- und Feuer schütz, ohne dafür ein entsprechendes Aequivalent zu erhalten. Die Jrving :nct fahren dabei natürlich am besten, bisher bezahlten sie $2.26 an Steuern und die städtische Rate ist blos $1.95. Südseite Männerchor. Humoristische Abend Unterhaltung an, Sonntag, den 9. Feb ruar 190?, in der Lyra HaUe. Eintritt 10 Cents. Ter kleine Stadtherold. Das Leichenbegängniß des im Union Bahnhöfe in Folge eines Herzschlages Zötzlich verstorbenen Herr John M. Spann findet morgen Nachmittag um 2 Uhr statt. Ter Tnxedo", 117 N. Penn syloania Str. Einheimische u. auswär tige Biere, Weine u. Liköre, sowie Higarren. Feiner Lunch den ganzen Tag. Wm. Knoeöel. Eigenthümer. In der gestrigen Sitzung des 'Deutschen Frauen HKlfs Vereins wurden nur Routine Ge schäste erledigt.

Du Indianapolis Männerchor

feierte mit orientalischer Pracht gestern sehten Maskenball. Ter Taal in feenhafter Weise beleuchtet und dekorirt. Bostock's Menagerie, ein BauernQuartett und die Coruell Fußball -Gesellschaft machten Furore. Wie im vergangenen Jahre, so auch gestern spielte sich das jährliche Masken fest des Indianapolis Männerchor im Lande der aufgehenden Sonne, im Reiche des Sohnes des Himmels ab. Aber welch' ein Unterschied wieder in der Dekoration gegen vergangenes Jahr. Von Jahr zu Jahr bemühen die Arrangeure dieses Maskenfestes sich, den Besuchern desselben, etwas ganz besonderes, vor allen Dingen aber künstlerisch schönes zu bieten. Und dieses hehre Ziel haben sie auch diesmal erreicht. In den Gärten und Palästen China's und Japan's begrüßten sich Orient und Occident und vor den ernsten Götzerbi! dern und ehrwürdigen Pagogen cntfal tete sich fröhliches und heiteres Karne valsleben und Treiben. Es war dafür gesorgt worden, daß die Besucher in keinem dcr Säle und Gemächer auch nicht einen Augenblick vergaßen, daß das Fest sich im Orient abspielte. schon gleich am Clngang in das Vestibül der Halle sielen die Blicke dcr Besucher aus chinesische und j japanische Dekorationen, aufLampions, Fächer und Schirme. Der Boden war in überreicher Weise mit schweren hell farbigen orientalischen Teppichen be deckt. Von dem Rande eines mächt: gcn Sonnenschirmes spendeten buntfar bize Glühlichtcr ein freundliches Licht und überall in den Nischen und an den Seiten waren Palmen und andere tro pische Gewächse in geschmackvoller Weise vertheilt. Dem Eingang gegenüber befand sich eine aus Rhododendrons und ölüthenreichen Freefias gebildete Grrppe. In ähnlicher geschmackvoller und stimmungsvoller Weise waren auch die gemüthliche Kneipe und der Speisesaal dekorirt, alles orientalisch, nur nicht und zwar Gott sei Dank die Speisen und Getränke. Der Saal aber bot einen feenhaften Anblick dar. - ' Er war in eine Art chinesischen Gar tcn umgewandelt worden, welcher von Pagogen, Hainen und Pavillons einge schlössen war. Di! Dekoration an dc: rechten Wand zeigte einen Pavillon, dessen spitzzulaufendcö Dach von chincsi scheu Carryatidcn getragen wurde. Da neben auf dem (2c;l einer Trcv?e be fand sich ein mächtiges Götzenbild und hinter derscli wurde ein Garten sich! bar, an dessen äußrrstcm Ende sich ein LusthauS befand. Die De!oratio.-i an der großen Mittel wand zeigte den Eingang zu dem Äar! eines orientalischen Nabob?. Baumriefen, welche ihre schlanken Acste wie verlangend, in die Höhe streckten, wech selten mit Palmen und Jarren, mit Zierpflanzen und Blumenstöcken ab. Der Aufgang zur Bühne, welche in einen Park verwandelt war, war von zwei in Bronzcfarben schillernden Drachen beschützt. Von den dichten Kronen der Bäume spendete, zahlreiche durch Glühlichter erhellten Lampions den Musikern das Licht. Die Ballustra den der Gallerte waren mit orientalischen Geweben, mit japancsischen Lampions, mit Fächern und Sonnenschirm?, an deren Rändern elektrische Gühiichtcr hingen, dekorirt. So waren die Dekorationen ci; allen Theilen des weiten -Saales in orien ta'ischm Style gehalten,-um die Gäste in ihrem Glauden, sich im sagenum wodenen Orient zu besinden, zu bestärken. Die Tanzkarte, welche aus Reis?apier gedruckt war und sich in einem Rahmen

aus Bambusroh? befand, war von einem Kranze chinesischer Schriftzeichen umge ben. Die Peleuchtungs-Essekte aber waren das Großartigste, was bis dahin auf den Festen des 'Männerchores geboten wor

den ist. Waren doch nicht weniger als; 4500 Glühlichter im Saale vertheilt. Einen mundervollen Anblick boten die vierundzwanzig ausJmmergrün u. Rofen gebildeten Guirlanden, welche von einer mächtigen von der Mitte deS .PlafondZ hängenden prachtvoll beleuchteten Kuppel sich nach allen Seiten des Saales er streckten. Sie allein enthielten viele Hunderte von farbigen Glühlichtern, welche aus ihrer Blumenumhüllung freundlich her vorlugten. Die gesammte Dekorirung wurde unter der Oberleitung von Herrn Ed. Bertermann ausgeführt. Es war weit über acht Uhr, als die ersten Masken ihr Erscheinen machten. Dieselben wurden von den Herren des EmpfangsKomites in liebenswürdiger Weise empfangen. Dasselbe setzte sich wie folgt zu sammen: O. N. Frenzel, C. W. Fairbanks, C. A. Bookwaltcr) Charles Martindale, Adolph Schcrrer, H. I. McGowan, I. M. Lcathers,L. Strauß, Lorcnz Schmidt, F. G. Darlington, Philip Götz, Georg Alig, W. P. Jung claus, O. F. Frenzel, Louis Murr, H. H. Hanna, Frederick Fahnlcy, Bement Lyman, Louis Hollweg, I. A. Lemcke, A. I. Meycr, F. M. Bachmann, I. L. Vieler, John Bcrtermann, Albert Lieber, Christian Off, Julius Keller, Morris Roß, Edward HawkinS, A. C. Köhne, A. M. Kühn, C. G. Weiß, H. O. Thudium, Alois Geiger, I. L. Kcach, Max Leckner und Dr. Henry Jameson. Die Herren machten in ihrem Gesell schafts-Anzug mit seidener Karnevals. kappe und Achselbändern einen vorneh men Eindruck. In rascher Reihenfolge rückten jetzt die Masken heran und als um halb zehn Uhr die Polonaise ihren Ansang nahm, da befanden sich schon übe? zweihundert maskirte Paare in Saale. Die Polonaise wurde von den in prächtigen To'reador-Kostümen gekleide ten Mitgliedern de3 Saal-Komites und ihren Damen eröffnet. Dasselbe be stand aus folgenden Herren: W. A. BogarduS, Walter Berter mann. Albert Off, A. Swank, Herman Adam, John Milner, Fred. JunclauZ und Maz Schumacher. An diese schlössen sich die Mitglieder des Empfangs und Arrangements. Komitcs. Letzteres bestand aus folgen den Herren : F. I. Mack, Franz happcrsbergcr, Julius Burlhardt, Julius Keller, Jr., P. H.Krauß, I. P. Frenzel, Robert Martindale, Frederick Francke, Frederick Roelke, C. H. Adams, Victor Jose, H. T. Hcarscy, William Kicmeyer, Edward Bcrtermann. Hierauf kam die grozc Schaa? dcr! Masken, von weichender größte Theil ! in prächtigen Gewändern gekleidet war.! Von den Masken seien hier solche ange führt, welche entweder sich durch Ele' ga::z des Costüms oder durch Originell!tät defonderS auszeichneten. Allseitige Bewunderung erregten zwei junge Da. men (Frl. Alma Bernd und Frl. Ama lie Lindemann), welche zum Schmucke ihres kleidsamen Kostüms Ansichtspost, karten verwendet hatten. Mehrere' Garnituren von diesen schmückten -die' Gewänder. ' Als elegante französische Höflinge traten auf: Adolph G. Gm hardt, Louis Zoerckcr und Frank Arthur von TeL City, und Theo. Bernd; Herr Gerg Strcbel, als gewandter stets zu lösen Streichen ausgelegter Clown, trug zur Belustigung der Besucher viel bei. Vier Oxford Studentinn! machten mit schwarzem Barrctt. und Mantel ihr Er. scheinen. Sie waren Emma Clinton, Emma Adam, Alice Mucllcr un) Gret chen Frick; reizend sahen die vier Da men aus der Colonial-Zeit aus, welche sich bei der Demäskirung' als Frau Fred Balling, Frau Wm. Clune, Frl. Emma McAvenue. und Frl. Bcrtha Langsen kam? entpuppten. Das aus den Herren Fred I. Mack, 'Henry Roepke, George E. chmitt und

Herman Frey bestehende Baucrn-Quar tett bildete eine der hervorragendsten

Gruppen. Nicht nur zeichneten die Mitglieder desselben sich durch ihr ori ginelles Kostüm aus, sondern sie bril irtm auch mit ihren Liedervorträgen. Aus denselben ging im Uebrigen hervor, daß sie beständig an unstillbarem Durste itten. Ihr Lieblingslled schloß mit dem Refrain : Lang mir mal die Buddel her. Richtiges Leben .in die Bude" brachte ferner die Cornell Fußball Gesellschaft mit ihren Golf Damen. Die Herren sahen sämmtlich aus, als ob sie eine Riesen Keilerei durchgemacht hätten ; mehrere Gesichter glichen schon mehr einem Hamburger Beefsteak und alle waren mit zahlreichen Pflastern bedeckt. Die Damen trugen kleidsame Kosnime, bestehend auS weißen Blousen und schottische arrirten Röcken. Diese Gesell schast, welche solch außerordentliches Aufsehen erregte, bestand aus den immer sidelen.Pickaninnies." Dieselben waren: Emi!' Steinhilber und Frau, Robert Elliott und Frau, Theodor Rcycr. und Frau, Charles Adam und Frau, Rudolph Müller und Frau, Victor Jose und Frau. Wcslen Rhodcüamel und Frau Ferd. Mueller und Frau ; als. Indianer Häuptling "tislw-mrn-go'' machte Herr Richard Lieber in Folge feines echten Kostüms Furore ; die drei Balletteusen Otto P. Deluse, Franz Benninger und Julius Keller jr. waren zum Anbeißen ; Frank Baden gastirte als der sagenhafte König Dedo in einem sehr grotesken Kostüm. Das' größte Furore aber machte ge lern Abend unstreitig Bostock's Mena gerie bestehend aus verschiedenen wilden iind zahmen Thieren. Die Streiche aufzuzählen, welche diese .Biester" aus führten, ist einfach. unmöglich. ,Fol ende Herren bildeten die Menagerie. . -Capi. . Bonavita, der muthige Thicrbändiger Hy. Bals, Bändiger und Wärter W. Harris und C. Kette mann, Löwe Chas. Off, Tiger (Rajah) Will Off, Bären Robert Cafe und William Leppert, Wildkatze -Ed. Hoffmeyer, Esel H. Hearsey, Affe Paul Krauß mit Halskrause und rother Jacke, FuchS Sig. Arm strong, Lamm Jacob Martin, Orang Utang O. Busching, Löwe Gus. Mueller, Ausrufer Frank Burnett. Auch ein Farmer, H. Wilson, begleitete die Managerie. Frau Schumacher und und Frau Deluse hatten die einfache, aber kleidsame Tracht der Damen vom .Rothen Kreuz" gewählt. Eine dcr originellsten Masken war jedenfalls die des irisch amerikanisch spanisch -deutsch griechischen Polizisten, welcher wie ein zweiter Diogenes mit einer Laterne umherging, um alle mögli5)en schweren Verbrecher wie Lotto-Spielcr, Rauch-Ordinanz-Verletzcr, etc. aufzuspüren. Sein Kostüm glich demjenigen, welches der famofe Ajax in der .Schönen Helena" zu tragen pflegt. Herr John P. Frenzel, welcher dieses Mustcrexemplar von einem Polizisten darstellte, hat das Verdienst zur Erhöh ung dcr allgemeinen Feststimmung bei gelragen zu haben. , Aber das Auge des Gesetzes wachte auch gestern Abend in dem Festsaale. Denn in einer Ecke des SaaleS hatte siH ein reguläres Polizeigericht etablirt, bestehend aus Richter : Frau Henry Runge; Polizei-Anwalt:.. Frau Frank Jttenbach: Geschworene : Frau Theodor Weiß, Frau Ed. Neumeyer, Frau Rein hard Miller, Frau John Weimann, Frau Toni Brandt und Frl. Lillic Langsenkamp; Polizisten : Henry Lang ! scnkamp, Theodor Weiß, Albert Brandt, I Ed. Neumcier, John Weimann, Rein hsld Miller, Tony Bals. Die letzteren ! nahmen unaufhörlich Verhaftungen vor. j Die Armensündcr wurden dann vor die gestrenge Frau Polizeirichter geführt und unverzüglich zu einer Strafe von

10 Cents verdonnert. Diese Strafe!, sollte sogar bei Richter Leathcrs auf 20 i

zents erhöht werden, weil er das 53er brechen begangen halte, über einen der'i Polizisten zu lachen. ' So führte der I goldige Humor den ganzen . Abend gestern das Regiment. . Von Masken seien serner noch her vorgehoben die KartenDamen: Frl.

Gertie Sinz (Kreuz), Frl. Carrie Mack (Schippen), Frl. Vertha Keller (Herz), und Frl. Anna Schäfer (Eckstein); Gottfried Monninger und Werner Ar miet als Tempelritter, Frls. Olga und Lydia Monninger, welche in den von ihnen selbst angefertigten Kostümen als Blumenmädchen selbst wie zwei erst eben aufgeblühte Rosenknospen aus sahen; Frau Jöhn P. Frenzel, als Hos dame aus dem 18. Jahrhundert; Frau Paul Krauß, als Krankenwärterin; Frl. Bessie Henninger, als Schmetterling; Frl.'Lizzie Henninge?, Blumenmädchen; Frl. Irma Bertermann, Mädchen aus der Colonial Zeit; Frau Louis Schafer, amerikanische Flagge; Frau Joseph Geiger, Veilchen; Frau Philip Götz, Zigeunerin; Frl. Edna Kühn, Chrysan themum; Frl. Lilliard Jttenbach, Gret chen; Frau Louis Mann, Mädchen aus dem 18. Jahrhundert; Frl. Elisabeth Anding, spanische Tänzerin; Frau John Berterman, Königin; Frls.Amalie und Rosa Watermann, Japanesinnen; Frl. Lena Fertig, Herbst; Frau A. G. Rccker, Herzenkönigin; Frau Scherrcr, Rose; Frl. Anna Merz, eine türkische Jung frau; Frau Otto Frenzel, Dame aus dcr Colonial Zeit. Um zwölf Uhr wurde der Marsch zum Supper, welches in dem prächtig dekorirtcn Speisesaale eingenommen wurde, angetreten. , Für dasselbe hatte

das Hauskomitc, welches schon vom frühen Nachmittag an in der Halle un ermüdlich thätig war, Sorge getragen. Dieses Komite bestand aus folgenden Damen : Frau Julius Keller, Vor sitzende ; Frau Rensch, Frau Charley Klein, Frl. Louife Frenzel, Frau Kie meyer, Frau Meßmer und Frau Schüler. - Erst am frühen Morgen erreichte dcr Maskenball sein Ende. Die Theil nehmeran demselben werden sich seiner gewiß noch lange'Zeit mit Vergnügen erinnern. ' Hütet Euch vor Talben gegen Katarrh, die Quecksilber enthalten, da Quecksiloer sicher den Sinn des Geruchs zerstören und das ganze System völlig zerrütten wird, wenn es durch die fchlei migen Oberflächen eindringt. Solche Artikel sollten nie außer auf Anordnung gutberusener Aerzte gebraucht werden, da der Schaden, den sie anrichten, zehnmal so groß ist als das Gute, das Ihr davon erzielen könntet. Hall's KatarrhKur, fabrizirt von F. I. Cheney & Co., Toledo, O', enthält kein Quecksilber und wird innerlich ge nommen und wirkt direkt auf die fchleimigen Oberflächen des Systems. Wenn Ihr Hall's Katarrh-Kur kauft, seid sicher, daß Ihr die ächte bekommt. Sie wird innerlich genommen und in Toledo, Ohio, von F. I. C h c n e y & 6 o. ge macht. Verkauft von allen Apothekern, 75 Cents. Hall's Familien-Pillen sind die besten. Aus dem Polizeigericht. Joe Ferriter wegen Beihülfe zur Flucht eines Gefangenen schwer bestraft. Das höchste Strafmaß, welches seit langer Zeit im Polizeigericht ausgc theilt wurde, wurde heute dem ein armigen' Joe Ferriter, einem schon häusiz mit der Polizei in Konflikt ge rathcncn Individuum zu Theil. Derselbe war gestern im Gefängniß dabei abgefaßt worden, als er dem Ein brecher Harry Stead mtt den vielen Aliassen eine kleine Säge zusteckte. Der Richter verurtheilte, ihn zu 180 Tagen Arbeitshaus und einer Geldstrafe von tz350 und Kosten. Der Bursche hat also bis zum August 1903 zu brummen. Wm. Sanders, ein etwa 40 Jahre alter Bursche aus Whitestown, wurde hcutedem Richter unter dcr Anklage, die 17jährige Bertha Royer von No. 440 Agnes Str., unter falschen Vor fpiegelungen in ein lüdcrlichcs Haus gelockt zu haben, vorgeführt. Der Fall wurde auf den 12. dss. Mts. verscho f."" Ab In den Illtkins Sägewerken an der Capital Ave. und South Str. brach ' gestern Abend ein Feuer aus. Dasselbe wurde sofort entdeckt und im Keime erstickt. Schaden $50. Die beste 6 Cent Eigene i d Stadt : Mucho' Longfello.

Sehr erfolgreich ; verlief der gestrige Rinder-Maskenball

Deö Südseite Turnvereins. Prinz Karneval hielt gestern einen glänzenden Empfang in den herrlich aufgeschmückten Räumen des Südseite Turnvereins. Diesmal waren es die Kinder, die ihm Tribut zollten. Und ihre Zahl war Legion. Genau sagen läßt sich das nicht, aber mindestens ihrer 600 waren es, die am fröhlichen, auS gelassenen Treiben theilnahmen. Wenn man bedenkt, daß jedes Kind einen oder mehrere Begleiter hatte und wenn man dann noch die große Zahl von Anver wandten und Freunden hinzufügt, so kann man eine blasse Idee davon haben, wie die sonst bequemen Räumlichkeiten des Vereins zum Erdrücken voll sein mußten. Das Vergnügen der Kleinen war die Freude der Erwachsenen. Das kleine Völkchen hat nur einmal imJahre dieGclegcnheit zu einem Mummenschanz und daß sie diese Gelegenheit nach ihrer Art auszunützen und zu genießen wußten, bedarf wohl kaum einer weiteren Ver sichcrung. Um 9 Uhr wurde die Polonaise , er öffnet. Der Prinz und die Prinzessin Karneval, in eleganten Kostümen,' führ te die lustigen Schaaren an. Tonette Hcdderich und Frleda Klink gaben das Prinzenpaar. Sie hatten ein glänzen des Gefolge, glänzender als jenes seinwird, das dcr demnächst in Amerika fällige Prinz Heinrich haben dürste. Darüber herrscht wohl kein Zweifel. Denn soviele Herzoge, Rittcr, Fürsien und Edelleute von so. .vielen verschiede nen Nationalitäten wie wir sie gestern zu sehen bekamen, kann kein anderer Prinz haben, wie eben der Prinz Karne val. Und das Gefolge .beschränkte sich auch durchaus nicht auf Fürsten und Herzöge, denn da waren auch Generäle und Gemeine, Edelleute und Bauern, Millionäre und Arbeiter, ja sogar ein' Santa Claus mit einem Christbaum und einige Onkel Sams, Matrosen und Sonnenblumen, Blumenmädchen und Kartenaufschlägerinnen, Zigeunerinnen und Martha Washingtons, Damen auS der Rococo.Zeit, Lawn Tennis, Spie lerinnen, Feen und Engel und Bäuerin nen und nnr der Himmel weiß wie viele andere phantastische Persönlichkeiten. Turnlehrer Curt Toll hatte seine Hände voll zu thnn, um diese auSgelas. sene Karncvalsgesellschaft im Schach zu halten. Er dirigirtc sie in gewohnter meisterhafter Weife und ließ wunder e Figuren ausführen. Es war nu knülln ui vyuiui. Die Demaskirung erfolgte um 11 Uhr. Vielen that cö herzlich leid, daß die schöne Zeit von, Aranjucz so schnell entflossen war. Aber alles muß einmal enden und so auch der Mummenschanz. Ein füßer Trost für die Kleinen war es aber, daß jetzt die Zeit herangerückt kam für gastronomifche Genüsse. Es wurde zum Suppermarsch angetreten und im Siegeszuge ging es nach der Speisehalle, woselbst ein leckeres Mahl : f;;. reis. der Kinder harrte. Mit Rücksicht auf die große Zahl dcr Kinder konnten sie nur in Abtheilungen von je 100 bedient werden und es gab dann fünf solche Ab theilungen. Die erwachsene Jugend hatte nur auf diesen Augenblick gewartet, denn sie wollten ja auch der Göttin Terpsichore huldigen. Jetzt kam die Reihe an sie und nun ging's daranf los. Sie tanz ten bis zum Morgengrauen. So hat ten also nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen ,ihre Freude und ihr Vergnügen und alle mitsammen können sie jetzt zufrieden sein mit dem fröhlichen Verlauf des hübschen Festes. Der meiste Dank aber für den glän zenden Erfolg des Festes gebührt dem Vergnügungs-Komite, sowie den tüchti gen Beamten des Vereins, die mit sol cher Umsicht und solchem Fleiß die Vor bereitungen getroffen haben, ferner der Damen-Sektion, die sicherlich einen wesentlichen' Antheil an dem schönen Erfolge beanspruchen darf.