Indiana Tribüne, Volume 25, Number 140, Indianapolis, Marion County, 7 February 1902 — Page 4
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Jnoiana Tribüne, 7. Februar 190..
Jttdiana Tribüne. Erscheint TägliÄ und Sountags.
- HnauSgegeöen von der ; TKIBUXP PUBLISHING CO. Indianapolis, Ind. OMee: 18 Süd Alabea Straße. 1.1171, Tage- und Sonntagsblatt nur 10c per Woche. ' Ta lnziae achtseitlae deracrratische bendbiau Im Staate Zndiana mit einer axiieten Citcultti Ml irorahrmt anbete btUtiCbt tttUIWl. Zti tellcltclte Oraan der Teutschen und 2fd deutsch-amer,kanche Sexcut und Organisattone. v populirne uns v?eureno,ie ccniiajc wmo keatische Zeitung der Stadt und bei tute An Diana. zeige finden dnrS die Tribüne die weiteste ervreitung und haben anerkannt den delten Srfo'.g. t Snntaablatt der .Tribüne" i da billigste und bette deutsche ffamilienblatt rohen gorrnat im Staate und wegen ieiner ReichhalUgkrjt und de sorgsättig gewählten Inhalt allgemein beliebt. SönntagSblatt tostet nur 5 Cen!emi, dem Abendblatt zusammen 1 Cent per a?oe, vom Träger in' Hau gestellt oder per-Poft versandt. Bnt-j4l t Indiaiiapoli r. O. aa secoud das mail matter. Freitag, den 7. Februar 1902 Nachllöttgc Von dem Brücken - Einsturz. Eine Schadenersatzklage cingcreicht. Wm. Towning verklagte heute die Stadt und die Straßenbahn Gesellschaft auf $2000 Schadenersatz. Er Befind sich am IC. Januar als Fuhr mann eines Wagens der StraßenbahnGesellschaft auf der West Washington Str. Brücke, als dieselbe einstürzte. Er fiel in den Fluß und trug erhebliche Verletzungen an: rechten Beine davon. Ans dem olizcigmcht. Ein Kuppler empfindlich bestraft. Harry W. Wilso, welcher ein jun ges Mädchen veranlaßt hatte, in ein an rüchigeZ Haus zu gehen, wurde heute um $10 und Kosten bestraft. Sarah Vorschwick, die Besitzerin dieses Hauses, hatte die gleiche Strafe zu zahlen. Vier nene Blattcrnfälle. Vier neue Blatternfälle wurden heute dem Gesundhcils Beamten gemeldet Die zwei kleinen Töchter des Hand. lungS.Reisenden W. T. DiZerson, 925 Massachusetts Avenue, die ' farbige Maria Masdcn, 532 Jndiana Avenue, und John Beard, Arrcw Ave., sind an den Blattern erkrankt und die refp. Wohnungen wurden unter Quaran taine gestellt. Die Star Oil & Fuel Co." vsn Gas City erwirkte heute ihre Jn korporations.Papiere. Kapital $25,000. ECT" Die Januar.Klasse der Hand fertigkeits.Hochschule veranstaltet heute Abend zu Ehren der Junior.Klasse ei nen Empfang. John Emhardts Garsicld Park Saloon, 1621 S. East Str. Feinste Getränke und Cigarren. Kegel bahn, Billard. Geschmackvoller Lunch den ganzen Tag. BjJ Heute ??achmittag kurz nach 1 ' Uhr brannten an der Washington und Meridian Str. die beiden Motoren einer Union Traction Car aus. ' J Die Folge war, daß eine, Betriebs' siörung von 15 Minuten eintrat. CT Applikanten für die Stellung von Boten im Wettcrbureau .werden hier am '6'Marz von' W. L. Dynes, dem Sekretär der Prüsungs.Behörde. geprüft werden. Die Prüfung besteht in Schreiben, Arithmetik und Zeichnen. Die Kandidaten müssen im Alter von .16 bis 20 Jahren stehen. . HP Eine Anzahl von Damen, Gattinen hiesiger Mitglieder des Vcr besserten Ordens der Pythias.Ritter, planen die Bildung einer FrauenLoge dieses Ordens, der ersten dieser Art -in den Ver. Staaten. In einer heute Nachmittag stansindendcn Versammlung i soll das Nähere besprochen werden. . CT Heute Abend wird Prof. Emory R. Johnson von der Pcnnyl vania Universität, welcher vom Präsi dent McKinley im Juni 1899 zum Mit glied der JsthmusKanalKommission ernannt wurde, im Propyläum einen Vortrag üb.'r das Thema Isthmus Lanal" halten. .
Ausland Depeschen.
Der Krieg in SüdAftilia $at England bereits mehr als 25,000 Mann an Todten Ulld permanent Verkrüppelten ge: lostet. Die Kesammt-?erlül!c. einschließlich der Verwundeten r Belaufen sich ans mehr alS lOÖ, OOO Mann. Tcr bulgarische Minister Kamtchcff er mordet. Mahmnd Pasckil?, der Schvnczcr dcö Sultans Abd! Hamid znm Tode vcrurthcilt. Erzherzog Leopold von Oesterreich und Gemahlin als Lustschlffcr. Tic Russen in Chi:ls. Der Krieg in Südafrika. London. 7. Febr. Das Kriegsamt hat eine Zusaminenstellung der britischen Verluste in Südafrika biZ zum 31. Januar d. I. veröffentlicht. (5s geht daraus hervor, bafc bis zu dem nannten Datum dcr Verlust an Todlen und permanent kampfunfähig G:wordenen sich auf 25.305 Mqnn b?läuft. Die Gksammtverluste, einschlief;lich der überlebenden Verwundeten, beliefen sich auf 100.701 Mann. In Uebereinstimmung mit einem vor einigen Tagen im Parlament gegebcnen Versprechen, wurde am Donntrstag der Brief veröffentlicht, der kürzlich in Südafrika den Briten in die Hände gefallen ist. Das Schreiben ist vom 2. September 1901 datirt und von General Smuts an General Botha gerichtet. General Smuts protestirt da:in gegen seine Entlassung aus dem Vcerenheer. weil er bei BremersdorpS Farmen niedergebrannt hatte. Smuts gieb! zu, daß es gegen die Prinzipien der Boeren sei, Farmen zu verbrennen, er macht aber geltend, daß es in diesem Falle gerechtfertigt gewesen sei. weil Jremersdorp außerhalb der Linien der Boeren liege. Smuts weist auch auf seine militärischen Erfolge hin und führt diese als Grund an, aus dem die über ihn verhängte Strafe gemilder! werden sollte. Aus dem Brief geht aber auch hervor. daß auf Befehl Bothas die Boercn ihre Frauen, gegen deren Willen, in die britischen Linien getrieben haben unr sie zu zwingen, sich in die Konzentrationslager'zu vegeben. " - Die konservativenZeitungen behaupten, dieser Brief beweise die Brutalität und Hinterlist der Boeren, die liberale Daily News- aber weist darauf hin, daß Smuts ohne Gnade wegen Jrandstiftung von Botha verurtheilt wurde obgleich er ein erfolgreicher Genera! und bis dahin ein persönlicher i.unb Bothas war. . . Wer hat Necht? Berlin, 7. Feb. Der Repräsen tant der associirten Presse macht: am Donnerstag einen hohen Beamten des zuswärtigen. Amtes mit der Thnfache bekannt, daß die britische Regierung offiziell . in Abrede gesellt. Lord ZZauncefote. der britische Botschafter in Washington, habe am 14. April 1898 den Vertretern der Mächte in Washington persönlich einen zweiten Vorschlag gemacht, daß die europ'äi'chen Mächte gegen eine Einmischung der Ber. Staaten in Cuba Protestiren sollten. Der Beamte, dessen Auskunft Zb,olut zuverlässig ist. wiederholte, daß die am Tage vorher gemachten Mitthcilungen buchstäblich korrekt seien. Nachdem er dann eine große Menge von Memoranda zu Rathe gezogen, diktirte er dem Vertreter der associirten Presse das Folgende in die Feder: Am 14. Februar 1898 frug der spanische Botschafter in Berlin bei der' deutschen. Regierung an, ob Deutsch-' land Willens sei, sich an die' Spitze eiuer europäischen Bewegung gegen die Ver. Staaten zu stellen und das monarchische Prinzip zu vertheidigen. Am nächsten Tage wurde dem ,Botscyafter auf Befehl des Kaisers mitgetheilt, daß, sich Deutschland unter keincn Umständen auf so etwas einlassen könne. Spanien gab sich im März nochmals Mühe, Deutschland zu veranlas sen, gewisse Schritte zu Gunsten Spaniens zu thun, wurde jedoch abermals angewiesen. Dr. von Holleben wurde gleichzeitig instruirt, sich nur dann an gemeinschaftlichen Bemühungen im Interesse des Friedens, die etwa in Washington unternommen werden sollten, zu betheiligen, wenn alle anderen fünf Großmächte daran interessirt seien. Am 7. April wurde daraufhin die gemeinschaftliche Note dem Präsidenten McKinley übergeben. Am 14. April wurden wir von Washington aus benachrichtigt, daß der dortige britische Botschafter eine zweite Kollektiv-Note in Vorschlag gebracht habe, in der erklärt werden sollte, daß
eine bewaffnete Intervention in Euia ungerechtfertigt sein würde. Daraufhin wurden die Vertreter Deutschlands in Washington, Rom, Wien und Madrid abermals benachrichtigt. . daß Deutschland sich weigere, sich an einer solchen Erklärung zu betheiligen, da es nicht ersichtlich sei, daß damit etwas bezweckt werden könne." Der Korrespondent der associirten Presse ist zu dcr Ansicht gelangt, daß die deutsche Regierung Alles zu vermeiden sucht, was den Anschein hervorbringen könnte, daß Deutschland die Absicht habe, sich den Ver. Staaten in die Arme zu werfen; daß sie es aber auch für wichtig hält, den falschen Eindruck zu verwischen, daß Deutsch land bereit gewesen sei. irgend etwas Unfreundliches gegen die Ver. Staaten zu thun. ' ElberfeZd. 7. Febr. In den
Fällen von dreizehn Personen, die angeklagt waren, an dcr Befreiung militärpflichtiger junger Leute vom Militärdienst betheiligt gewesen zu sein, wurde am Donnerstag das Urtheil gefällt. Baumann, der Mann, der den Plan ausgeheckt hatte und der Hauptschuldige war, wurde zu 26 Monaten Gefängniß, abzüglich der 18 Monate, die er in Untersuchungshaft zugebracht hat. und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Iahrcn, vcrurthcilt.' Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. JH c h rn u d P a ch a zum Tode verurtheilt. K o n st 2 n t i n o p e l. 7. Febr. Der Schwager des Sultans. Damad Mahmud Pascha, ist in contumaciam zum Tode vcrurtheilt worden. Mahmud Pascha spi:lte schon längcre Z-.'it in d:r jungtürkischen Parte: eine Rolle, und er wurde erst vor kürzerer Z::t auf Verlangen des , Sultans c?us Griechenlan) ausgewiesen Er becab sich dann nach Rom uno der Sultan verlangte nun auch seine Ausweisunz as Italien. Dse wurde verweigcrt. Mahmud begab sich aber freiwillig nach Paris, wo er sich jetzt aufhält. Der Sultan versuchte ihn mit allen möglichen Versprechungen nachKonstan-, tinopel zurück zu locken, er ging aber nicht in die Falle. D Gcnchte wurdcn schließlich angewiesen, ihn, in contumatiam zu Prozessiren und er wurde auch prompt zum Tode verurtheilt. Damad Mahmud Pascha, der . mit der Schwester des Sultans, eniha Sultana vcrheirathet-war. entfloh. im Dezember 1899. nachdem er alles, zu Gelde gemacht. hatte, was er konnte und mit den Juwelen seiner Gattin, aus Konstantinopel. Er war von .seinen beiden Söhnen, den Prinzen .Sabaggedit und Luethfalla begleitet. . ' Die türkische . Regierung, verlanzie ! r. i e, i w l r- ' 1 ira:er von lnirc:cq o:e AUSllefe.rurgMabmud Paschas, die aber v::weiaer; wurde. Sie behauptete, daß der Pascha an einem Komplott beteiligt gewesen sei, das die Ermordung des 'S'ult'anZ zum Z!?. hab:n sollte, man Zck:n!te dieser VebauptunA aber ' keinen ' Glauben. Mahmud erklärte, daß es .sich e' diglich um eine- politische ' Jnrrizue' handle, wie sie am türkischen Hof an der Tagesordnung sind. Er beabsichtigt, sich nach London zu begeben, und dort einen offenen Brief an den Sultan'zu veröffentlichen, in dem vi: Politik und die Rezierungsmetboden des Sultans Abdu! Hamid blosgestellt werden. Auch will er eine Brochüre unter dem Titel: Der bevorstehende Untergang der Türkki" veröffentlichen. ' - ' ' Mahmud Pascha in ungefäbr 50 Jahre alt. Nach seiner Flucht ließ der Sultan seine Schwester von ihm sch:iden Mahmud war im Stande, vor seiner Flucht ungefähr 2,000,000 Francö zusammen zu bringen, der größte Theil seines Vermögens - aber, aus liegenden Gütern bestehend, wurde Ion sikzirt und er und seine Söhne wurden offiziell für geächtet erklärt. ; ' Vornehme L u f t s ch i f f e r. Wien. 7. Febr. Der Erzherzog Leopold Salvator und feine Gattin, die Erzherzogin Blanka. Prinzessin von Bourbon, machten hier am Donnerstag allein und ohne Begleitung ejnes professionellen Lüftschiffers einen Aufstieg mit einem Luftballon Der letztere ging vier und eine kalb: Stunde später in der Nähe von Breslau in Schlesien nieder. . Die größte Höhe, die der Ballon. erreichte, war 10.000. Fuß.. Einem verabredeten :Plan zufolge stiegen am Donnerstag in mehreren europäischen - Hauptstädten ''gleichzeitig Ballons auf. .Hier, in Wien, ..stiegen' drei Ballons' auf. ' 2)er. Erzherzog Leo-' pold. der sich f:it Jahren mit . der Luftschifsfahrt beschäftigt Hai. benutzte siinen neuen Ballon Meteor... Seine Gat-, tin. eine Tochter von Don Carlos, die ibn bei diesem Aufstieg-begleitete. harte vorher in seiner Gesellschaft bereits vier. Ballonfahrten gemacht.' Der Ballon stieg am Vormittag um 9 Uhr während eines starken, kalten Windes auf. Die Fahrt bis nach Breslau war ereignißlos. Der Ballon, brauchte 4z Stun. den, während ein Schnellzug der Eisenbahn acht Stunden braucht, um Breslau zu erreichen. Die Russen in China. Peking. 7. Febr. Die Gesandten Englands. Japans und der Äer.Siäaten haben aufs Neue dem zwischen' China und Rußland getroffenen Arrangement betreffs der Mandschurei opponirt. Es ist wahrscheinlich, daß der Abschluß desVertrags dadurch noch lange hinausgeschoben toird. Die Mächte, die dem Vertrag oppo-
niren. sehen jetzt cm, daß China Rcck t
hatte, als es erklärte, allein Rußland nicht cpponircn zu können, und daß es deshalb gezwungen sei, die besten Bedingungen anzunehmen, die es erlangen könne, und sie haben ihre Proteste jetzt an Rußland gerichtet. Der russistfrt Gesandte, Herr Paul Lessar. giebt sich alle Mühe, den übrigen Gesandten weiß zu machen, daß 'der Mandschurisehe Vertraa und, die Vereinbarung be treffs der Russich-Chinesischen Bank nichts miteinander zu thun hätten, er besteht aber darauf, daß die beiden Verträge gleichzeitig unterzeichnet werden sollen. Die chinesischen Zeitungen enthalten alle Artikel, in denen erklärt wird. daß . Rußland zum Ziel zu gelangen sucht, indem es hohe Beamte zu bestechen versucht. . . ' - Aus Colo'mbien. C o l o n , Colombia. 7. Febr. Das Gerücht, daß der venezuelaische Revolutionsdampfer Libertadör". in Puerto Colombia, Colombicn, von ernem venczuelanischenKanoncnboot zerstört worden sei. ist offenbar unbegründet. Den im Laufe des Tages eingetragenen Nachrichten zufolge befand sich der 2ibertädor" am letzten Samstag in Cartagena. Colombia. wo er Kohlen und Lebensmittel an Bord nahm und dann wieder in See ging. Es wird auch berichtet, daß 94 politische Gefangene, die im Fort zu Cartaoena internirt waren, am 1. Februar nach einem heftigen Kampf entkommen sind, in dem der Kommandeur des Forts und des Gefängnisses, sowi: mehrere Soldaten getödtet wurden. Keiner der Entflohenen ist sow:it wi:der eingefangen worden. Frankreich's Betheiligung zugesagt. Paris. 7. Febr. T hiesiae Ver. St. Botschaft ist offiziell lxnachrichtigt woröen. daß Frankreich die Einladung zur Betheiligung an der St. Louiser Weltausstellung, die im Jahre 1903 abgehalten wird, angenommen habe. Dcr Prozeß gegen diePrin zessin Radziwill. Kapstadt. 7. Febr. Im Supremegericht wurde am Donnerstag d:r Prozeß von Louw gegen die Prinzessin von Radziwill und Cecil Rhodes aufgerufen. Der Anwalt des Letzteren erklärte, daß die Unterschriften des Herrn Rhodes auf dn von der Prinzessin an Louw verkauften Wechseln gefälscht seien. ' ' Nachdem noch weitere Aussagen gemacht worden, entschied der Richter, daß die Unterschriften ohne Zweifel gefälscht seien, er erklärte aber, sein Urtheil fällen zu wollen, bis die Prinzessin. die sich hatte krank melden lassen. vor. dem Gericht erschienen sei und eine Erklärung abgegeben babe. Man ist ge-' spannt auf die Aussagen öer Prinzessin, die ohne Zweifel höchst interessan-t sein werden. . . E i n b u l g arjscker Mini st e ? ermordet. ' : S o s i c, Bulgarien. 7. Febr. Herr Kamtcheff. der Minister für öffentlichen" Unterricht, ist am Donnerstag von einem Macedonier. der vorgegeben hatte, ibm eine Petition unterbreiten zu wolle'n, in seinem Arbeitszimmer ermordet worden. Der Mörder machte gleich darauf seinem eigenen Leben mit einem Revolrerschuß ein Ende. . Der Mörder hatte an der Universität von Sofia studirt. und war kürzlich zu einer Lchrcrstelle in einer ProvinzstaLt ernannt worden. Enttäuscht darüber. daß er keine Stelle in Sofia erhielt, batte er schon vor einiger Zeit gedroht Herrn Kamtchcff ermorden zu wollen. Der Polizei waren die Drohungen des Mannes bekannt, wi: auch, daß man ibn für nicht recht zurechnungsfähig hielt. Trotzdem gestattete sie ihm. um eine Prioataudienz bei dem Ministe? nachzusuchen. Vom britischen Parlament. London. 7. Febr. Im Unterhaus kündigte am Donnerstag Herr A. I. Balfcur. der erste Lord des Schatzamts. an. daß Kopien der Korrespondenz, die in Bezug auf die mögliche Wiederherstellung des Friedens in Südafrika zwischen der britischen und holländischen Regierung gewechselt wurden, an Lord Milncr. den GeneralGouverneur für das Transvaal und den Oranje-Staat geschickt worden feien, und daß dieser angewiesen worLen sei. Lord Kitchener zu ersuchen, die im Felde stehenden Boeren von dem Inhalt der Korrespondenz zu unterrichten. ' ' Der Kolonialsekretär. Herr Cham-. berlain. fügte hinzu, daß wenn die Boerensührer Lord Kitchener Friedens. - Vorschläge machen sollten, dieser die Regierung sofort benachrichtigen würde. ;? Unverfroren. Pari s. 7. Febr.' Im Civilgericht kam am Mittwoch die Klage eines Pariser Spitzenfabrikanten gegen die bekannte Sängerin Sibyl Sanderson zur Verhandlung.. Es hanoelte sich um eine Summe von 18,951 Francs, die Frl. Sanderlon für Spitzen schuldete, die sie im Jahre 1899 gekauft hatte. Die Vertkeidigung von Frl Sanderlon war, daß ihr die Firma versprochen habe, sie könne alle Zeit haben, die sie brauche. um die Summe zu bezahlen", und da ihr' Einkommen sich auf nur 50.000 Francs das Jahr belaufe, so verlange Mi zebn Jahre Zeit. Frl. Sanderson behauptet: auch, daß ihr übermäßig ?oye Preise berechnet worden seien. Das Gericht wird in nächster Woche ein: En:scheidung abgeben.
Ccl i:t TexaS.
EZ ist crt w:r.;;, me5r als ein Jahr $cr, sei! das Vorkommen von Erdöl (ln größcrn Mcngcn) in der Umgegend von Äeaumon:. Tcz-s . zuerst mitSiI cherheit sc st gestellt wurde, und seitdem. in rcm kurzen Zeitraum von einem Jahre hat sich dort unten eine aewaltige Umwandlung vollzogen; Brunnen sind gegraben worden; das Landschaftsbild wurde völlig .. verändert durch die zwar nicht, schönen, dafür aber ziemlich hochraqenden und weitbin sichtbaren Oberbauten über den Bohrlocrern; Millionen Faß vtl sind aus dem reichen Schooße der Mutter Erde herausgesprudelt und Millionen und aber Millionen Dollars Papier und Wasser- sind nebst Versprechungen von 100 Prozent jährlichen Dividenden in selbstlosester- Weise an ein reichthumlüsternes Publikum unter liberalen Bedingungen abgegeben worden. Die Dividendenquclle. der Oel-Ge-sellschasten haben nicht so reichlich gesprudelt, wie in den Prospekten der Gesellschaft in Aussicht gestellt wurde, und Mancher, der sich vor neun Monaten im Geiste schon als kleiner Rockefeller sah. besitzt heute weniger, als er vor dem Oelbuhm, der ihn auf Reichthumshöhen heben sollte, besessen hatte. Aber Oel ist reichlich genug geflossen in Texas, wenn auch nicht überall da, wo man danach suchte, und große Vermögen sind lhne Zweifel gemacht worden. zum Theil wirtlich mit Oel. zum Theil mit Papier". Abgesehen von unzähligen trockenen Löchern" wurden im Laufe der zwölf Monate nicht weniger als 136 Oelbrunnen gebohrt und gefaßt" oder entwickelt", wie man hierzulande sagt, und nicht weniger als 87 Gesellschaften haben sich gebildet, den flüssigen mineralischen Reichthum, der da heraussprudelt, ' nutzbar" zu machen.' Die Umgegend von Beaumont, Ter hat in der kurzen Zeit zwei LandBuhms durchlebt. Der erste brachte für alles Land :n der ganzen Umgegend von Beaumont eine gewaltige Preissteigerung, er klappte aber zusammen, als sich herausstellte, daß nur in der Umgegend von Spindletcp Heights, auf verhältnißmäßig kleinem Gebiet, Oel gefunden werden konnte. Dc?nn kam der zweite Buhm, der die Landpreise für Svindletop Heights und die nähere Umgegend noch weiter in die Höhe trieb. Auch dieser Landbuhm hat seiher schon wieder bedeutend nachgelassen. die Preise sind schon wieder stark zurückgegangen. Die gesammte Lieferungsfähigkeit der Oelselber von Beaumont, 2er., wird auf rund 6z Millionen Faß Oel den Tag geschätzt; aber die wirkliche tägliche Gewinnung ist natürlich sehr viel geringer kommt jenem möglichen Ertrag auch nicht entfernt nahe. ' Man berechnet, daß in dem ganzen Jahre 5,086,000 Faß Oel aus den Bohrlöehern zu Tage kamen. Hiervon wurden etwa 2,500.000 Faß auf Lager gelegt und 1.500.000 Faß versandt; enüg Oel, 1.500.000 Barrels- zu füllen. ist ungenützt weggelaufen. . Aber selbst die jetzige im Vergleiche zur möglichen, verhältnißmäßig geringe Produkticn. genügt täglich 800 Tank"Wagen zu füllen, während im Durchschnitt nur etwa 250 solcher Wagen täglich zur Verfügung stehen. Die Macht und der Einfluß der Standard Oil Company über die Eisenbahnen macht sich hier in einer für die unabhängigen Oel - Gesellschaften verhänge nißvollen Weise geltend. Das Oel ist da und es könnte leicht genug verkauft und in blankes Gold umgewandelt werden, wenn, man es zu Markte bringen könnte. Das will aber die Standard - Gesellschaft nicht, und so ist es den Eisenbahnen unmöglich. TankWagen zu beschaffen. Nur vier der Oel'gesellschaften haben eigene, von den großen Bahnen unabhängige Wege zum Markt; zwei haben Röhrenleitungen zur Küste und zwei besitzen eigen-: Bahnen. Die andern sitzen da mit ihrem Segen und können ihn nicht loswerden.' und die Folge ist. daß manche guten Ertrag liefernde Oelbrunnen 'jetzt schon zu Preisen zu haben sind, welche wenig mehr als die Bohr- und Ausbau - Kosten decken. Wenn es nicht bald gelingt das ist jetzt die einzige Hoffnung Mittel und Wege zu finden. das Oel nach New Orleans zu bringen und es von dort aus längs der Golfküste, '.er atlantischen Küste und der Ufer des Mississippi zu vertheilen, dann werden , die. Preise sehr bald noch weiter sinken und unter die Anlagekosten hinuntergehen, und dann .werden die Herren . mit dem großen Geldbeutel die schönen Brunnen zusummen mit den schönen Hofsnungen. welche in sie versenkt wurden, aufkaufen. Sie sind schon an Ort nd Stelle, wie die Geier, wenn sie Fraß wittern. Es. wird allgemein zugegeben, daß die Standard Oil Eompany schon jetzt im ..neuen Oelfelde einen starken Halt ge Wonnen und festen Fuß gefaßt hat. Ueber's Jahr mag sie dort Herrin sein und dann werden vielleicht wieder einmal ein paar Milliönchen für die höhere Erziehung qefchenkt werden, und die Leute, welche ihr Geld in Oelgesellfchaften verloren, werden dann den fchönen Trost haben können, daß ihr Geld after all" nicht ganz verloren ging; ' sie werden sich als Wohlthäter fühlen können, wenn auch nur als unfreiwillige als Wohlthäter auf Umwegen, sozusagen. .(Chic. Abdp.) ? P a r a b e l und Fabel sind die Lieblingsschwestern der Wahrheit.
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