Indiana Tribüne, Volume 25, Number 138, Indianapolis, Marion County, 5 February 1902 — Page 7
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Slavische Leidenschaft.
Zlo:n:n vn Taniel Lcseur. (Jonsetzung.) sclv',1 g:ng zu Fuß zurück, ohne daß ihm der immerhin beträchtliche Weg vom Campo Santo nach ' der Stadt zu weit erschienen wäre. Die elenden, baufälligen Baraöen, an denen diese Straße vorbeifuhrt, das .ieomeirische Profil des Aquäduktes, der die Hügel erklettert, und das breite, mit Kieselsteinen besäte Vett des halöver-' trockneten Flusses, in dem die armen Weiber kaum so viel Wasser fanden, daß sie ihre paar Lumpen waschen konnten, boten , gerade auch keinen Anblick, der den Weg reizvoller gestaltet hätte. ?!der über die dürftiz? Landschuft und über die häßlichen Vorstädte breitete die rostze Milde eines italienischen Frühlinasabends den Zauberschleier der Poesie. Schmeichelnd linde, gleich leichtem Schaumwein berauschende Luft streichelte die Nerven. Äon allen Seiten ertönte Gesang, und aus dem alten, von italienischen Lettlern bewohnten Gemäuer drangen llanzvclle. perlende Nouladen h:rvor. sie td uns um Sonnenuntergang in n öon Nachtigallen bevöüerten Sc"i'prt 441.1. ..Warum ist ste crblaßt, als sie mich crbliütc?" fragte sich Hubert, lino n?arum hat se mir nachher nicht geantwortet? Ich hätte so gerne iyre Stimme, h)icn Tonfall gehört! Aber xz dumm war ich auch, daß ich sie italienisch ansprach! Habe ich's wol)! gethan, weil sie schwarze Haare hat? Aber sie ist kein sudlicher TypuZ, das hätte ich öoch gleich bemerken müssen Sie ist ganz einfach eine ranzöstn. Mein Gott, was bin ich für ein TL'pel geroesen!" dh neuer Gesichtspunkt machte sich geltend. Nein, dies junge Mädchen und 'ein Äater waren keine Franzosen Sie Franzosen sind auf Neifen nicht so zurückhaltend, und als Franzose würde sich der Greis gegen inen Landsmann. der ihm hatte eine Gefälligkeit erweisen wollen, höflicher benommen haben. Aber allerdings wie hatten sie Lrnaz für einen Landsmann halten !önnen. da er italienisch gesprochen hatte? Was bin ich für ein Tölpel gewefen!" schloß Hubert seine Ueberlezung zum zweiten Mal. Warum beschäftigte ihn aber die Begegnung mit den beiden Fremden in diesem Grade? Als der junge Mann seiner Neugierde auf den Grund zu kommen suchte, glaubte er diesen hauptsächlich, in dem Verlust seiner Geldbörse, auf die er viel Werth legte, finden zu sollen. Jahrelang hatte sie ihn überall hin begleitet, und gai manche Erinnerung hing an ihr.n geschmeidigen Maschen, die er nun nie mehr zwisäcn seinen Fingern fühlen sollte. Hätte er dies 5tt:inod nicht geopfert gehabt, o würde er die Unbekannte vielleicht nach einigen hundert Schritten vergasen haben. Aber nun, da oas Interesse, das durch das jung: Mädchen in ihm' erregt worden war, sich ihm in eine bestimmte Gestalt und i; einen -bestimmten - Werth umgesetzt hatte, drängte es sich seinen Gedanken ständig wieder auf. Was ist denn nur beim Anblick dieses jungen Mädchens über mich gekom men? Wenn ich bedenke, daß ich noch fünf Minuten zuvor in philosophische Betrachtungen versunken war. und im ganzen Weltall nichts meiner Legeisterunz Würdiges mehr zu finden wußie! ....Dann plötzlich stehe ich da und mache Dummheiten Schlimmeres, als Dummheiten! um ein Wort von einem Mäochcn zu erhäschen! Und doch bin ich sonst derartigen Anfällen nicht unterworfen, und habe d Thorheiten der Liebe, einer Krankheit, gegen die man sich durch eine wohlverstandene Hygiene der Sinn: und der Einbildungskraft zu schützen vermag, nie zu fürchten gehabt.... Haoe "ich aber a:!h nichts versäumt bei meiner vorbeugenden Vehandlungsweise? Welche Augen hatte dieses entzückende Mädchcn! Nochange wette ich sie vor mir sehen! Hält! Wie wpre es, wenn ich jetzt nach dem Bahnhof ginge? Mein kleiner Kutscher hat sie inzwischen nach Hause gebracht, und befindet sich vielleicht jetzt wieder auf seinem Posten!" II. Kapitel. Nein, der kleine Kutscher war nicht auf seinem Posten. Diese Enttäuschung steigerte die Neugierde des Herrn von Brnaz zur fixen Idee, und eine halbe Befriedigung, die ihr noch an diesem Abend zutheil wurde, machte sie nur noch heftiger und beharrlicher. . Hubert speiste, bei einer cckten, vertrauten Freundin seiner Mutter, der Herzogin von Carlione. der Besitzerin eines der schönsten und prachtvollsten Häuser an der Via Nuova. Diese vornehme, hochgebildete Dame hatte nur wenige erlesene Gäste gebeten, um die Rückkehr des Reisenden festlich zu -be-gehen und ihn doch nicht den Zudringlichkeiten und der Neugier Ueberlästiger auszusetzen. Trotzdem hätte Hubert die Gesellschaft wohl ziemlich langweilig gesunren, wenn sich die Unterhaltung nur um die Wechselfälle seiner letzten Reise in Mittelafrika gedreht hätte. Aber als man in dem kleinen, mit Mosaik gepflasterten, von Säulen und Altanen umschlossenen, von Orangengebüschen beschatteten inneren Hofe den Kaffee trank, konnte er es sich nicht versagen, von seiner Begegnung auf dem Campo Santo zu erzählen. Das iuno? Mäd
Ten erwa?nie er nur flüchtig, dafür verweilte er um so länger bei der Beschreibung des Greises. Ich versichere Sie. er hat mir einen überwältigenden Eindruck gemacht mit der großen, stolzen, kräftigen Gestalt, den weißen Haaren, den stahlharten Augen und dem langen, grauen tartariscken Schnurrbart Und diese Schultern!. ... Der reine Michel Angels'sche Titane Man könnte glauben. Sie fchilderten den Eiafenvon Miranoff!" bemcrkte'Jemand aus der Gesellschaft. Miranoff?. . . . Welchen?.... Den berühmten General, den Helden von Pl:n:na. den furchtbaren Feino der Nihilisten?....Gewiß! Er hat meines Wissens keinen Namensvetter." Aber natürlich.... Slaven!" rief Hubert aufgeregt. Daß ich nicht sofort daran gedacht habe! Russen.... natürlich.-... es sind Russen!Die Herzogin von Carlione drückte einiae Zweifel aus an' der Richtigkeit dieser so oberflächlich festgestellten Identität, und wunderte sich über die Anwesenheit Miranoffs in Genua. Es ist kaum möglich. . . . das wüßte man man hätte es in den Zeitungen und den Fremdcnlisten gelesen." Aber," bemerkte Einer, wer wär: dann das junge Mädchen? Miranojf ist doch Wittwer und ha! keine Kinder." , Bah," sagte ein junger Mann, wenn ein Bojare mit einem jungen Mädchen inlognito in einer fremden Stadt spazieren geht...." Ein heftiger Zorn überkam Hubert bei dieser Andeutung. Mein Herr," cntgcanete er trocken, ich sagte, ein junges Mädchen aus l:x Gesellschaft, aus der allerersten G:fellschaft. Haben Sie die Güte, zu glauben. daß ich mich in dieser Beziehung nicht 'leicht täusche." Die Unterhaltung drehte sich nun ganz allgemein um Miranosf. ohne daß übrigens Jemand ernstlich glaubte, er stehe in irgend einem Zusammenhang mit dem Greis vom Campo Santo: Jeder beurtheilte von seinem Standpunkte aus und seiner persönlichen Neigung entsprechend den Charakter und die Thaten dieser berühmten Persönlichkeit. Während ihn die Einm als großen Staatsmann bewunderten, war "er für die Anderen nichts als ein blutdürstiger Kosak. Welche Rolle yatte er, abgesehen von seiner glänzenden kriegerischen Laufbahn, denn eigentlich gespielt? Hatt: er als Vorstand der dritten Abtheilung der geheimen Staatskanzlei ein: Mission finsterer Tyrannei ausgeübt, oder im Dienste der öffentlichen Wohlfahrt seines Richteramtes gerecht gewaltet? Hatte er den Thron in Wahrheit gestützt, oder die Gegner der absoluten Monarchie nur unnöihiger Weise in Verzweiflung gestürzt? Wie weit hatte er die Gewaltmaßreaeln getrieben? Beruhte es auf Wahrheit, daß Nihilisten, die in der Peter- und Paulsfestung in unterirdischen Verließen gefangen gehalten werden, nie mehr zum Vorschein kamen?.... Niemand wußte es, als er allein; vielleicht auch Gott und der Zar.... Die Gäste der Herzogin von Carlione verfielen, obgleich sie nicht die ersten besten waren, in den landläufigen Irrthum, an diese qewaltige russisch: Persönlichkeit den Äaßflad ihrer romanischen Seelen zu legen, und sprachen, in Unkenntnis des tiefen Abgrundes, der die flavische und lateinische Rasse trennt, gar mancherlei Thorheiten aus. Hubert, der sich der Schwierigkeit dieser Probleme bewußt war, sagte nichts, und sah lächelnd zu. wie sich die Irrlichter dieser armen gesellschaftlichcn Vorstellungen zappelnd hin und her bewegten und schließlich in der tiescn Nacht der slavischen Verhältnisse verloren Sein Interesse belebte sich aber rasch auf's Neue' als Jemand plötzlich sagte: Si: wissen aber doch wohl Alle, in
Vwelch' schrecklicher Lage der Graf von Miranosf sich befindet ? Wieso?" "Man glaubt, daß ibn die Nihilisten zum Tod verurtheilt haben, und in diesem Fall wird er mit tätlicher Sicherheit ermordet werden. Wenn er des Morgens aussteht, muß er sich fragen, ob wohl heute, ein Revolverschuß losgehen oder eine kleine Bombe explodiren wird.... Hat dies sein: Richtigkeit. so male man sich ein solches Dasein aus das Schwert des Damskles ist eine Kleinigkeit im Vergleich damit." Aber weshalb vermuthet man dies? Die Nihilisten werden es doch nicht an die große Glocke, gehängt haben? " Die Sache liegt so: es waren ihrer ein Dutzend hervorragende Persönlichleiten, Minister, Beamte, Polizeioorstände und dergleichen, die bei der Unterdrückung politischer Verbindungen und Verschwörungen einen ganz besonderen Blutdurst an den Tag gelegt hatten zwölf Männer, die durch ihre Haltung und ihre Stellung dem Haß der Revolutionäre ganz besonders ausgesetzt waren.... Nun gut,' von diesen Zwölfen sind Elf eines gewaltsamen Todes gestorben. Der Elfte war jener Polizeipräsekt, den ein achtzehnjähriges Mädchen durch einen Revo!verschuß getödtet hat, wie Si: sich wohl noch erinnern werken, denn es geschah erst im vorigen Monat.... Und der Zwölfte, der einzig Ueöerlebende nun,' das ist eben Ätiranoff." ...Und," fügte die Herzogin von Carlione hinzu. Miranoff läuft um so größere Gefahr, als er mit" der Familie des Zaren verwandt ist. Ich erinnere mich aanz bestimmt, dak seine
Frau einen 'ropen 'omano'ss'schen Blutes in ren Adern üatte."
Ach." entgegnete Hubert, wenn cs der ist. dem ich heute im Campo Santo begegnet bin. so wird es den Nihilisten schwer fallen, sich seiner zu entledigen. Der Mann wird nicht so leicht ein Todesurthei! an sich vollstrecken lassen, und außerdem scheint er auch nicht im mindesten ängstlich zu sein, das kann ich versichern." Ein kolossaler Mensch, das!" Offenbar beharrte der Marquis auf seiner firen Idee, und war übereuat. da er den berühmten russischen Gene ral gezerzen hatte. Weder die Ungläudigkeit seiner Freunde, noch das Kcpffchütteln der Herzogin, die wiederholte: Mira'ncff hat keine Kin-1 der. vermochten den Glauben bei ihm zu schüttern, daß er dem Grafen mit feiner Tochter begegnet sei. Von mütterlicher Seite eine Romanoss," sagte er zu sich selbst, als er nach seinem Easthof zurückging, das stimmt. Keine andere Familie in der Welt weist diese stolze Anmuth und diese Schönheit die sprichwörtliche Schönheit der Zaren auf. In den Adern dieses Mädchens fließt eine Quelle des Stolzes, der Kraft unv des unwiderstehlichen Reizes das Blut der Rcmanoffs." Am nächsten Morgen, einem wunderbar schönen Morgen, der das an seinen blauen Golf geschmiegtc stolze Genua mit einem cold- und rofenfarben flimmernden Schleier umwob. begab sich Hubert, seine Früh-Zigarre rauchend, nach dem Bahnhof, wo er auf den ersten Blick seinen kleinen Florentiner Kutscher Johannes, den Täufer von Luini entdeckte, der mit gekreuzten Beinen auf dem rothen, rissigen Lederlissen des Bockes thronte und behaglich einen großen Happen Brot mit Parmesankäle zum Frühstück verzehrte. Der Anblick eines Silberstücks loste sofort die Zunge Jean-Baptistes, und der Sianore erfuhr Alles, was er zu wissen wünschte. Der kleine Kutscher entsann sich der Reisenden, die er am Abend zuvor gefahren hatte, noch sehr wohl. Sie besaßen ein eigenes, weiß angestrichenes Schiff, das mit funkelndem Messing beschlagen war. An der Hafentreppe waren sie von einer mit eigenen 'Matroscn bemannten Schaluppe erwartet und an Bord befördert worden.' Das hatte Jean-Baptiste Alles mit angesehen. Hätt: ihn der Signor nicht plötzlich verlassen, indem er ihm statt eines zwei Silberflücke in die Hand drückte, so würde er die Beschreibung wohlgemuth noch einmal von vorne begönnen haben. Vom Genueser Bahnhof führt ein kurzer Abstieg, entweder über ungleiche Staffeln oder über eine schlecht gepflasterte, vielfach gewundene Straße nach dem Hafen. Schnell war Hubert die Staffeln hinunter gesprungen und hatte schon unterwegs den von Masten strotzenden, inneren Hafen gemustert, ohne irgend eine Jacht entdecken zu onen. Er rannte uoer die Qua?s, ragte im Zollamt nach und erhielt chließlich in einem Tsbakladen von einem Lootfen die gewünschte Auskunft. Ein: sehr elegante Jacht hatte zwei oder drei Tage lang im Hafen gelegen und heute früh erst die Anker gelichtet. Wie heißt die Jacht?" Die Newa." Und der Eigenthümer?" Der Eigenthümer ist ein ungeheuer reicher Russe, der Gras Miran-off." Weiß man, wohin er segelt?"' Vermuthlich nach Monaco." Tanke schön." sagte Hubert und drückte dem erstaunten Lootfen einen Funssrankenthalcr in öle land. Ach. sagen Sie mir doch, mein Lieber, ob sich auf der Newa" noch andere Fahrgäste befanden, als der Graf Miranoff!" Gewiß, eine sehr schone, junge Dame." Seine Todter?" Ja, gewiß, seine Tochter," bestätigte der Lootse, der keine Ahnung davon hatte, aer von dc: reichen Gabe viel zu entzückt war, als daß er dem i-pcn-der hätte widersprechen mögen. Hubert entfernte sich und bummelte den Quai entlang, während die Sonn: immer höher stieg. Wo wollte er nun hingehen? Was für Pläne hatte cr gestern gehabt?.... Er konnte sich dessen nicht mehr entsinnen. Plötzlich kam es wie eine große Leere über ihn. Alles kam ihm so unnöthig. so zwecklos und er selbst sich so verlassen vor, als hätte er eben im Hasen von einem lieben Freund: Abschied genommen. Absichtlich suchte er diese Gedanken-' leere zu erhalten, denn aus Furcht vor der Gemüthsbewegung, . die er eben empfunden, als ihm der Lootse den Namen genannt hatte, den er seit gestern Abend zu hören erwartete, scheute er davor zurück, sich über sich selbst klar zu werden. Gewiß, er hatte gehofft, den Namen Miranoff zu hören, denn seine Eigenliebe steifte sich darauf, richtig gerathen zu haben. Gleichwohl hatten ihn diese drei im Voraus erwarteten Silben wie eine Weissagung, wie ein Schicksalsspuk, getroffen. Wenn ich der Küste des Mittelmeers entlang nach Paris reiste," dachte er bei sich, könnte ich einige Tag: in Nizza bleiben oder in Cannes oder in. . . ." Er zögerte. Nun. ja, zum Kuckuck! Warum denn nicht?.... Auch in Monte Carlo! Der Frühling ist. wi: man mir schreibt, zu Haufe regnerifch und kalt. Mein großes HauZ"in der Rue ' de Babnlone wird, nachdem es zwei
Jahre unbewohnt war, auch ooe uno lalt genug sein." Am selben Nachmittag derabschiedet: sich der Marquis von Br6naz bei der Herzogin von Carlione. Er übernachtete in Menione und fuhr am nächsten Morgen im Wagen die Corniche Str. entlang. Obgleich sich die schönsten Bilder der Welt seinem Auge boten, olickte Hubert von Vrnaz doch nur in sein Inneres. Der junge Mann vermochte den Traum nicht adzuschütteln. der sich seit wenigen Stunden' seiner bemächtig! hatte. Dieser verfolgte ihn, währcnd er in seinem mietheten Viktoria-
wagen durch vielhundertjährige Oliven- ' wilder fuhr und diese feiten Gehölz: sich mcilen- und abermeilenweit übe: wellenförmig ineinander geschobene Bergrücken hinziehen sah. und während er lief -unter sich das unendlich blaue, zwischen den zart- und feingeformten Landspitzen hervorschimmernde Meer erblickte, indeß gcmz in der Ferne das finstere Esi6rel mit seinen zackigen Zinnen und düsteren Mauern emporragte. Noch unterhielt dieser aus einer flüchtigen Begegnung entstandene, durch unbedeutende Zufälligkeiten genährte, erst als kindisch beiseit: geschoben?, dann mit einem gewissen behaol:chn Fatalismus gepflegte Traum nur den Geist des Marquis" von Siönaz, und hatte sich noch keineswegs feines Herzens bemächtigt. Nun aber begann der Marquis sich einem anziehenden Spie! der Einbildungskraft hinzugeben und den Traum bis zu seinen äußersten Folgen auszuspinnen. War es denn ausgeschlossen, daß er die Vckanntjchast des Grafen Miranosf machte,. dessen entzückende Tochter lieben lernie und auch ihre Liebe gewann? An der letzteren Möglichkeit hegte Hubert vielleicht nicht so große Zweifel, als die gewöhnlichste Bescheidenheit ersordert hätte; allein konnte er vergessen. daß er kaum vierunddreißig Jahre alt war, und daß die illustrirten Zeitschriften, die seine Bilder in all den kriegerischen und barbarischen Kostümen, die er während seiner Expeditionen getragen hatte, veröffentlicht und den Ruf seiner kraftvollen Schönheit über ganz Europa verbreitet hatten? Konnte er die zwar geheimeren, aber um so überzeugenderen Beweise, die er für diefe Möglichkeit empfangen, vergessen? So viel stand fest: verliebte er sich einmal völlig, so konnte diese Liebe nur durch ein ganz außergewöhnliches Geschöpf erweckt werden, ein junges Mädchen von ebenso einziger Schönheit, von ebenso seltener Vornehmheit, von ebenso stolzer Reinheit, als diese strahlende. slavische Blume, die er kürzlich zwischen den Gräbern des Campo Santo hatte erblühen sehen. Ein qanz besonderer Reiz lag für den Marquis in der Möglichkeit, diesem alten, von Dynamit und Revolvern bedrohten Heiden ein Sohn zu werden, an seiner tragischen Lage theilnehmen und bis zu einem ewisin Grad das düstere Gefühl aenießen zu lernen, dem Tod ständig Vs Auge zu sehen nicht dem Tod, der in der. Betäubung des Fiebers oder im Taum.'l des Gefechtes dem Menschen naht, utf dem er ja schon unzählige Mal gleichgiltig gegenüb? gestanden hatte, sondern jenem Tod. der sein Opfer im Schutz des häuslichen . Herdes, im strahlenden Glanz eines Ballsaales oder bei einem Ritt' durch das .duftende frische Grün eines besuchten Parkes plötzlich überrascht. Einer solchen Gefahr mit ruhiger Stirn und fester Seele entgegen zu treten, übte einen eigenartigen Reiz auf Hubert aus, um so mehr, als er sie sowohl für sich, als auch für den berühmten Greis, dessen groß angelegt Despotismus seine Bewunderung erregte, abzuwenden ode: zlj besiegen gedachte. In kurzen Zügen und hne die Sache allzu ernst zu nehmen, hatte Brönaz diesen Roman in allgemeinen Umrissen bis zum Schluß entworfen, als sein Wagen in Monte Carlo einfuhr. Er war über sich selbst erstaunt, daß er ihn so schnell ausgesponnen und sich sogar in so kurzer Zeit mit dem Gedanken vertraut gcmacht hatte, ein junges Mädchen zu heirathen, das er nur wenige Stunden hatte betrachten könneu. Allein dies junge Mädchen war das erst: gewesen, dessen Schönheit ihm seit seiner Rückkehr nach Europa ausgefallen war, nachdem er lange Monde in der Fremde geweilt und sem Aug: sich des Zaubers, vornehmer Frauenschönheit völlig entwöhnt hatte. Außerdem hatte diese Begegnung auch in einem Auaenblick stattaefun den, wo der junge' Mann für einen derartigen Eindruck besonders empfänglich gewesen war, und wo der Reisende, am Ende einer Zeit lebendigster Thätig keit an der Schwelle , seines Heims stehend, sich gefragt hatte, welches Interesse nun künftig fernem Leben Inhalt geben solle. Als der Kutscher vor dem Kasino Halt machen wollte, befahl ihm Hubert, weiter zu fahren. Und gleich heim Herabfahren von der Condamine bemerkt: er im Schatten der Felsen von Monaco, in den Wassern der kleinen Bucht verankert, eine große, von blitzendem Messing blitzende Jacht mit weißem Rumpf, die die russische Flagge führte und an der Gaffel einen mit der Grafcnkrone bestickten, grUn und rothen Wimpel gebißt hatte. : (Fortsetzung folgt.) i Frank Stratmann. Vienna Büffet, 210212 O. Wabash' Slr. Besen Getränke und Cigarren, feinster Lunch.. Aufmerksame Bedienung. ,
s (ß iH Hl '.vrr;V A - r -Iv ' - - r-- ; Ä7ir3" f'i: r5iv -- "v 0&''&'-'?JW-$ MUMMÄ aVKwjfJ SakHfcrf 7yJPzz5Zt$& Vr.v? Ti.''yig"rj ; VciT.y i, v . - UWMMAW wMt&szsxw frtk yt fojcv MWMWi MWSM SSäSL I WPttrn f,7?u ;,v 3 iJÜXir '
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