Indiana Tribüne, Volume 25, Number 137, Indianapolis, Marion County, 4 February 1902 — Page 7

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chschnfl. ?on E. Vely. (Fortsetzung und Schluß.) 3a3 raar ja auch nur 'ne Frage der Zeit mit dem. Das habt ich lange gewußt. Das sieckte in ih:n. Ne Erbschaft von seiner Mutter!" 2Ich, die Erbschaften!" seufzt F ine. Er war 'n guter Kerl!" Das war er, Herr Telle! Un zuletzt ein bischen griesgrämig. Tragen Sie -es ihm nich nach, er liegt ja nun da draußen, so weit ab im Grabe!" .Wo werd ich denn!" Dann treten sie gemeinsam ein. Wer war's denn?" fragt die Marun. Ach, nur 'n Besuch für mich, unser früherer Miether, Herr Telle." Jawohl, jawohl, von dem haben Sie mir ja erzählt der so aern kübelt runter mit'm Glas." Es ist eine kleine Pause, dann faltet Fine in ihrer Verlegenheit die Hände. Nehmen' Sie es man nich übel. H:rr Telle!" Wo merd ich denn haha! Aber Sie haben ja 'n nettes Porträt von mir gemalt, Frau Plinke!" Ach, so war es doch gar nich gemetrir," flüstert sie. Is er denn da drin?" ruft die Marun. Freilich is er das!" antwortet tzx Maler und lacht. Na, renn ufodfs auch nich. Das Kübeln is noch nich das Schlimmste, t y "I srn m 1 uno r;ii: 'n Magen warm!" ag ich auch!" ruft er. Dann beugt er sich u der blaffen jungen Frau. Wohl steinalt?" Funsundsechna!" Un 'ne Hornbrille?" Wie soll sie denn sonst die feinen Federn noch ordentlich sehn?" y . Wie 'ne Eule, was?" ..Ne gute Frau is se aber! Un das Deichen, das kann ich ihr ganz andertrauen!" Meine Neöerenz!" ruft Telle, da wird ja hier Ihr Loblied gesungen! Alle Achtung!" Na, die werd' ich in die Kommode einschließen!" kräht die alte Stimme. Sieh mal an. bleibt nichts schuldig!" Und dann rückt Telle für Fine einen Stuhl an das Fenster neben den, auf welchen er sich setzen will. Kommen Sie mal daher. Sollen mir allerhand erzählen!" Sie seufzt. Kein Mensch war mit bei dem Begräbniß, das war zu trau riz. Zu Hause is es anders." Wir sind hier aber in Berlin." Sie athmet schwer, wi: unter c.ncx Last. Ich konnte nich ich wußt's ja nich rechtzeitig. Un ehrlich, ich geh nie mit nach'm Kirchhof das wird Einem ja nich erwidert." Seien Sie doch nich so lästerlich!" wagt Fine zu sagen. Von Waßmann nichts gehört?" Kein Wort! Ich habe geschrieben uno bin hingewesen da wohnt er nich mehr, und wo er jetzt wohnt, konnte Keiner sagen, und mein Brief is 'wieder gekommen." Soll auch wohl schwer fein, der is durchgebrannt, hat so viel faule Sachen gemacht, daß er steckbrieflich verfolgt wird. Den werden sie aber wohl nich kriegen, das is 'n schlauer Fuchs." Du lieber Himmel, unser Geld!" jammert Fine. Haben Sie denn das nich längst in den Schornstein geschrieben?" Henrich hatte so'n Vertrauen!" jawohl das hatte er." Eine kleine Pause; das Kind schläft schon, man hört, wie die Alte drüben mit ihrem Werkzeug hantirt, es auf den Tisch niederlegt. Ja wie soll's mal werden!" seufzt Fine vor sich hin. Also nich mal mehr auf den Nothpfennig kann ich rechnen! Zu Grund? gehen werden Sie nicht mit dem Kinde!" Ich habe doch keinen Menschen auf der weiten Welt." Sagen Sie das nich, Frau Plinke!" Doch, doch!" Wieder eine Pause. Nämlich." räuspert sich, dann der Maler. Darum bin ich da das wollte ich Ihnen sagen...." Was denn?" fragt sie und sieht ihn erwartungsvoll an. Sie habe ich ja genug kennen lernen, und Sie mich auch. Da kann Keiner dem Anderen ein X für'n U vormachen nein! Sie sind eine gute rechtschaffene Frau, und das Kind ist da und der Henrich war mein Freund!" Ach, ja. . . . Der Maler reibt . unbeholfen mit seinen Händen über seine Knie. Un mich kennen Sie!" tz weist mit dem Daumen über die Schulter. 5Zübeln hat die da drin gesagt. Na ja aber ein Trinker bin ich nich und Frau Plinke, ich kann's noch mehr lassen, wenn Sie's wollen. ..." Ich Na ja! Ich meine, wenn 'ne passende Zeit um ist, denn gehen wir mit unseren Papieren auf das Standesamt. Ich- will dem Kinde da ein oroentlicher Vater sein, und Sie na, wir Beide werden es schon miteinander fertig bringen, da habe ich keine, Furcht. Sie sind sanftmüthig, und haben genug mit dem Henrich ausgestanden, uno das is 'ne Schule gewesen. Und das ein-' lame Leben oekällt mir nick) mehr, seit-'

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dem ich bet Ihnen gewoyni yade ne: Man wird älter und kann seine Pflege brauchen. Das habe ich nu eingesehen." Er hat sich ganz in Eifer gesprochen. Dabei.-denke ich. kann's heute -bleiben. Ich habe, weiß Gott, lange, wie der Henrich noch lebte, und ich doch wußte, daß es mit ihm zu Ende ging, schon gedacht: die kleine Frau soll mal an Dir 'ne Stütze haben. So abgemacht. Sie brauchen mir gar nichts zu versprechen und zu antworten. Ich weiß, wie ich bei Ihnen daran bin. Und wenn ich ein. bischen frühzeitig das von der Leber gebracht habe, sa hat das seinen Grund. Arme Leute haben nich viel Zeit zu verlieren mit dem Plänemachen, die müssen wissen, auf welches Ziel sie losgehen. Punktum! Und denn meinte ich auch, Sie sollten wisfen, daß Sie nich verlassen sind, daß Sie wieder 'ne Stütze kriegen so!" Er steht auf und saßt nach seinem Hut. Nu is genug für heute.''. , Fine hat die blaue Schürze vor den Augen und schluchzt: Ach, Telle, was Sie doch für'n guter Mensch sind!" Lassen Sie man! Un. Adje auch für heute. Un Reverenz da drüben!" Danke, danke! Un meinen Nespekt!" klingt es aus dem Neöenzimmer zurück. Fine geleitet den Gast, und als sie wiederkommt und auf die Schwelle des Nebenzimmers tritt, hebt sich der weie Kcpf von der Arbeit und die Augen secn durch die große Brille zu Ihr hinüber, und die Falten um den zahnlosen Mund zucken. Respekt habe ich gesagt, und das war ganz ernsthaft gemeint, denn den verdient der. Un wenn ich'n auch nich gesehn habe, gefallen hat er mir, ganz unbändig!" Ach, Mutter Marun," ' sagt Fine, und sie lächelt zum ersten Male wieder.

wie früher, und thut einen langen Athemzug, als fiele etwas Beängstigendch von ihr ab. Ach. mein Telchen ist immer gern auf seinen Arm gegangen, mit dem Delchen konnte er jchon immer schön thun." tß n b. Slavische Z?ciöcilschask. IKcnicn ton ?ani?l j.esneur. (5 r st e 5 K a p i t e l. 6:n Frühlingötzg ging zur Rüste, .I5 d:r Marquis Hubert von Brnaz, in träumerisches Sinnen versunken, n;;Qn Schrities den Eampo San-t-:r. Genua durchwanderte. Hier, wo tödtl-che Traurigkeit und 'ri'.derbare Schönheit durch ihren Gezcns.i, ;o b:rüäead wirken, sah sich der :-jiCi:q,r.iS ganz allein, und sein forschen ,!s ihig; vermochte in den sonndulchiluitzizn Säulcngängcn und im Däm.cr'.ich! dcr offenmVräberhallen nichts zu entdecken, als gegen die Gitter der 3xüit gelehnte Blumenkränze oder die Testet eines trauernden Genius, die sich hier und dc;t in blendknder Weiße 'ocn dcr Maur abhob. Im Todtengarten draußen, an den schtkchten Grabstätten, die anstatt mit prunkendem Marmor mit blühenden Nosen geschmückt waren, knieten einige Bäuerinnen im Gebet versunken, aber es war fast unmöglich, ihre weißenHauben, ihre rothen Röcke und bul'.tgestreiften Schürzen von der in eoenso lebhaften Farben erglühenden Blumenfülle zu unterscheiden. Kaum vcrmochten die schwarzen schlanken Holzkreuze and die düsteren Zypressensträucher einen leichten Schatten auf die blühende Schö.-.hei! d:s Todes zu werfen. Ueber alledcm lag der süße.schwere Duft der Orangeublüthe. der Myrthe und des Jasmins, und in der linden, warmen Helle dieftö italienischen Frühlingsabends verblaßten die Flammen der Totei'.lampcn gleich glühenden, wel!:7den Blüthen. - Hubert von Br6naz schlenderte dahin. blieb stehen, schaute um sich und schritt wieder weiter. In langem Zuo?, bald in schnellem, bald in zögerndem Schritt, bald klar und deutlich, bald in wirrem Durcheinander zogen die Erinnerungen seines Lebens durch seine Seele, und mehr als je peinigte ihn der beharrliche, ermüdende Ziveifel über den eigentlichen Sinn und Zweck seines Daseins. Sollte es ihm denn' niemals bcschieden sein, schlicht und ruhig dahin zu leben gleich so vielen anderen Mi schen? Nun stand er im vierunddreißigsten Lebensjahr, in vollster Manneskraft, nun schien der Augenblick gekommen. zu wissen, zu genießen und zu lieben, da ja doch die Erkenntniß, die Sinnenlust und die Liebe der letzte Zweck des menschlichen Lebens zu sein scheinen. , Tapfer und geduldig huttc er in seiner Jugend die Bausteine zu seinem künftigen Glück zusammengetragen. Während fünfzehn langen Iahren hatte er die Welt durchstreift, und zwar nicht, wie er es so leicht hätte thun können, als verzärtelter, reicher Reisender, der das Weltall nur durch die Gucklöcher seiner Jacht oder durch die Spiegelscheiben sei7.es Salonwagens betrachtet und der allüberall von der Ueppigkeit eines Pariser Millionärs umgeben ist. Nein, Hubert von Brsnaz hatte auf Jagden, bei Abenteuern aller Art und bei kühnen Forschungsreisen dem Tod gar oft ins Auge gesehen, und zwar war er ihm da in beträchtlich unschönerer Gestalt erschienen, als heute quf dem Eampo Santo. : Lieber hätte er tausendmal sein Leben aus Spiel gesetzt, als darauf ver-: zicbtet. es durch alle Erfahrungen und -

Erregungen zu dereiern, die ihm erreichöar waren. In all diesen Ecrahrungen, in all diesen Erregungen aber hatte er etwas gesucht, das seine' unruhige Seele mit leid-nsch.iftlicher Begeisterung erfüllen, das endgiltig fesseln, wo nickt befriedigen könnte. Trotz seiner aufreibenden körperlichen und ge:stigen Thätigkeit wahrend der letzten fünfzehn Jahre hatte es Huberts Leben doch eigentlich an Inhalt gefehlt, und an diesem Abend kaum in Europa ongelanot und im Begriff, in sein geliebtes Vaterland zurückzukehren fragte er sich auf dem stillen Campo Santo wie am ersten Tage, nur noch unendlich trauriger: Was soll ich denken? . . . Was soll ich glauben? . . . Was soll ich beginnen?" Ein verzweifeltes Grauen vor der unabwendbaren Oede des menschlichen

Lebens erfaßte ihn. War es denn nicht eine trostlose Thätigkeit, zu gehen, nur um zu yehen? Wäre es denn nicht bcsser gewesen, stehen zu bleiben, ehe man angefangen hatte zu gehen, ehe man diese unfruchtbare und nutzlose MüdigZeit kennen gelernt hatte? Was hatten denn diese Tausende von Todten, die hier unter Wohlgerüchen in der Stille ruhten, anderes vollbracht? Mit der übrigen Menschheit waren sie um einige Schritte vorwärts gegangen und ihre Nachkomm?n würden auch noch ein wenig weitergchcn . . . Wie lange? . . . Wer sind die. die ans Ziel gelangen wenn es überhaupt ein Ziel gibt und die den Z.i?eck erkennen werden vorausgesekt, daß es überhaupt .ncn Zweck gibt? Durch die zauberhaft poetische Umgebung und diese Betrachtungen gericth der junge Mann nach und nach in e:ne weiche, gerührte Stimmung. Inmitten der üppigen Blüthenpracht der Gräber fühlte er sich von tiefem Mitleid mit sich selbst erfüllt, das noch verstärkt wurde durch eine unbestimmte Bewunderung für das unstillbare Sehnen seines Geistes und seines Stolzes, und in einer Art Verzückung sah er sich zur ewigen Ruhe gebettet unter den fühllosen, gleichartigen Rosen. I5r legte feine linke Hand aus den Arm eines weißen Marmorkreuzes. Am kleinen Finger trug er einen Siegelring aus Karneol mit dem Wappen der Marquis von Brönaz. Hubert zog den Ring vom Finger, drückte mit dtm Nagel in 'eine fast unsichtbare Spalte der Fassung, hob' den gravirtm Stein in die Höhe und schraubte einen winzig kleinen Knopf mit einer goldenen Spitze los. ..Ein Stick mit dieser Nadel", dachte er, und all meine Wißbegierde wäre t:: . n i t ij. juc immer oernumml uno oeruyigi. In der That enthielt das Innere der Fassung das stärkste, tödlichste Gift, das er auf seinen Reisen hatte entdecken können, und er hatte sich damit vorgesehen, um sich, falls er einmal in die Hände barbarischer Völker fallen sollte, mit seiner Hilse demüthigenden und grausamen Qualen entziehen zu können. Dies Gift war ihm im Inneren Afrikas bei einem Stamm verkaust worden, der sich dessen bediente, um die Pfeile damit zu 'vergiften. Es war eine geheimnißvolle Mischung, in der die durch ihr furchtbares Gift so gefährliche rothe Ameise, getrocknet, ?erstoßen und mit Palmöl vermischt, vorherrschte. Hubert lächelte, als er die winzige goldene Spitze betrachtete, denn ietzt in Europa, inmitten der Zivilisation, hatte er, der durch Namen und Reichthum sowohl, als auch durch seine kühnen Reisen eine der hervorragendsten S:ellungen in der Gesellschaft einnahm, keine Veranlassung mehr, den befrnenden Tod ständig mit sich herumzulragen. Na, wer weiß!" sagte er halblaut, während er die Oeffnung schloß und den Ring wieder ansteckte. Aber diese längere Beschäftigung mit dem Tod hatte seine Lebenslust aufs neue erweckt; seine kräftige Jugend, sein ganzes Wesen lehnte sich gegen die Tyrannei seiner Gedanken auf, und festen Fußes schritt er weiter, um den Campo Santo zu verlassen. Als er eine der Gallerten betrat.wendeicn sich beim Schall seiner Schritte zwei Besucher nach ihm um, die voll Bewunderung vor der sinnenden Statue auf dem Grabmal der Familie Piaggio gestanden hatten. In ihrer Betrachtung gestört, gingen sie weiter, und zwar ihm entgegen. Hubert, der sie kommen sah. war überrascht durch den Gegensatz der beiden Gestalten: die eine ein hoch aufgerichtete?, kräftiger, beinahe riesiger Greis, die andere ein ganz junges, vielieicht fünfzehn- oder sechzehnjähriges Mädchen, das sich auf seinen Arm stützte. Das Kind, denn sie war noch ein solches, mußte, obgleich selbst groß und schlank gewachsen, die kleine öanv in die Höhe recken, um den Arm deZ Sto losses zu erreichen, an den es sich mit einer gewissen kindlichen Schmeichelet anschmiegte. Dies Paar war ein entzückendes Bild glücklicher, schützender Vaterliebe und kindlicher, zärtlicher und vertrauender Hilflosigkeit. Allein je näher das Paar ihm kam. desto mehr verwischte sich in Huberts Augen das Gesammtbild, und er versank völlig in die Betrachtung . der Schönheit des jungen Mädchens. In den wenigen Augenblicken, die diese erste Begegnung währte, wurde er sich nur des unwiderstehlichen, unmittelbaren Zaubers bewußt, den diese Er. scheinung auf ihn ausübte. Später, in leiten der Anast und Pein, sollte er sich

die kleinsten Züge dieses Antlitzes ms Gedächtniß zurückrufen. Während Tagen und Nächten volle: Qual fand er jede Linie, jeden Zug und Licht und Schatten in seiner Erinnerung wieder. Da sah er sie wieder vor sich in all ihrerSchönheit: die blendend weißeHautfärbe, die tiefschwarze Haarfülle, die zart geschwungenen Brauen auf der matten weißen Stirn, die seine, kaum gebogene Nase mit den engen stolzen Nüstern, und dann vor allem ja. vor allem! den Strahlen glänz der Augen und den wunderbar süßen Mund. Ach, die Augen, längliche, mande'sörmige Augen mit schwarzen Wimpern und sanmetweichenAugensternen gleij dem Kelch einer Tag- und Nachtblume, und der heiße, sinnende Mund, der duich die gewollte Geringschätzung, die in den leichtgeschürzten Mundwinkeln

lag. nur noch herber und verfüherischer erschien. Obgleich diese blendende Erscheinung mit Blltzeseüe an Hubert voruberilog, durchzuckte es ihn doch wie mit einem elektrischen Schlag. Noch nie hatte er mit solch vernichtender Gewalt die un widerstehliche, wonnia peinigende An ziehungskraft des Weibes empfunden .'. i&cin Herz pochte heftig, seine Hände zitternden .... eine Art Trunkenheit kam über ihn, die ihn schwindeln, fast straucheln machte. Während die junge Unbekannte, noch immer auf den Arm ihres Vaters gestützt, an ihm vorüberging, begegnete ihr Blick dem Huberts. 6r glauble zu träumen, als er sie erbleichen sah, und an Stelle der ersten Gemüthsbewegung bemächtigte sich seiner eine große Neugierde. Er setzte seinen Weg fort; aber als er das Ende der Gallerte erreicht hatte, wandte er sich um und erblickte zwischen der regelmäßigen Perspektive der Gräber und Bogen des Gewölbes auf der anderen Seite noch die beiden sich gleichgiltig entfernenden Gestalten die eine so kräftig und hoch, die indere so zart und anmuthig. Die beiden Fremden bogen in einen der inneren Gänge ein, die von unten bis oben schubladcnartig mit descheidenen Grabern angefüllt sind, und beaaben sich Offenbar parallel mit feiner eigenen Richtung dem Ausaana zu. Eine tolle Versuchung kam über Br6naz: er mußte um ieden Preis, einer lei unter welchem Vorwande, mit dem Zungen Mädchen sprechen, er mußte dessen Stimme hören. Bald hatie tx einen Vorwand gefunden. Während er dem Thor des Campo Santo zueilte, zog er eine zierliche Borse aus Platin- und Goldgespinst hervor. entnahm ihr eine Anzahl Goldstücke, die er in die Tasche schob, und trat mit der Börse in der Hand aus den Aufseher des Friedhofes zu. Soeben habe ich dies in der Galeria Inferiore aus der Erde gefunden. Vermuthlich hat es ein Fremder verloren. Waren heute schon viele Besucher hier?" Santa Maria!" rief der Italiener. Was für eine hübsche Börse! Die gehört gewiß dem schönen Fräulein, das ich vorhin in Begleitung eines alten Herrn habe kommen sehen.... Aber, da sind sie ja eben!" Sehr befriedigt, im Gespräch mit dem Aufseher betroffen worden zu sein, was sein Vorgehen natürlicher erscheinen ließ, beeilte sich Herr von Vr6naz nicht, die Fremden anzusprechen, und erst, als sie im Begriff standen-, durch die Pforte zu schreiten, hielt er sie mit einer tiefen Verbeugung auf. Ich bitte um Vergebung. Signorina," sate er auf italienisch, indem er dem zungen Mädchen das Geldbeutelchen hinhielt, haben Sie vielleicht diese Börse verloren?" Erstaunt, zögernd blickte sie ihn an, und schien ihn nicht recht zu verstehen. Dann schüttelte sie mit leichtem Lächeln den Kopf und wandte sich ihrem Begleiter zu. Nein, mein Herr, ich danke Ihnen, das gehört nicht uns," erwiderte der Greis auf französisch, indem er höflich die Hand nach seinem Reisehut führte. Sie gingen weiter, und bemerkten vielleicht nicht einmal, daß Brönaz. um seinen Vorwand wahrscheinlicher zu machen, dem Aufseher die Börse übergab, nach der niemals ein Fremder zu fragen kam. Hubert schritt hinter ihnen hinaus, und konnte noch sehen, wie sie in den Wagen stiegen, während der Photographiehändler sie mit seinen Anerbietungen verfolgte: Sehen Sie, Signora. ... Look here!" rief der Mann, "II Carnpo Santo.... il Duorao. ..." ' Der Wagen setzte sich in Bewegung es war eine gewöhnliche Miethskutsche, auf deren, Bock Hubert mit Freude einen kleinen Kutscher erkannte, einen jungen Florentiner mit schwarzen Augen und krausem Haar, den er selbst den Tag vorher gemiethet hatte, und von dem er sicher wußte, daß er ihn binnen Kurzem an der Haltestelle der Droschken vor dem Bahnhof werde auffinden können'. FattZetzunc; kolqt.) Verschiedene Werthschätzung. Erster Herr (erzählend): Ich kenne eine gefeierte Sängerin, die ein ganzes Zimmer ihrer Wohnung piii alten Blumenkörben, . welken Blumen und vergilbten Lorbeerkränzen decorir! hat." Zweiter Her?: Und ich kenne einen berühmten Opernsänger, der besitzt eine Bettdecke aus den aneinander.zcnähten Bändern seiner Kranzschleijen." Erster Herr. Ah! Der kann sicb also buchstäblich in seine Triumphe ; fällen!- . ;

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