Indiana Tribüne, Volume 25, Number 136, Indianapolis, Marion County, 3 February 1902 — Page 7

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Von e.' Vely. iZZortsetzung.) ' Gewiß, Miß Smith, ich weiß eö ja. wie sehr. Gras Schmettling und der kleine Vrunshausen haben mir st kürzlich von ihnen vorgeschwärmt." Ja, ich gefalle den deutschen Hernn!" sagt sie, und let die Hände zusammen, und sieht mit kühlen, blauen Augen zu ihm empor. Aber nicht Alle gefallen mir! Ich bin wählerisch, ich bin launisch nun, ich habe auch das Recht dazu. Ich weiß das sehr gut.- Wir amerikanischen Damen tverden praktisch erzogen. Wir missen, was wir gelten." Mr. Seo. Taylor spricht auf Toni ein, da Frau von Sill sein Englisch nicht versteht. Sieht sehr respektabel aus, Ihre Mama! Echt deutsch, aber respektabel. Sagen Sie ihr, daß Geo. Taylor mit ihr zufrieden ist, Sie hübscher Dolmetsch Sie nämlich. Sie wissen. was ich meine. Und daß tch glaube, die Beiden da drüben na, sie wird auch schon ihre Freude haben, was?" Meine Mutter ist von dem schweren Verlust bis in's Herz getrrffen," sagt Toni,, sie' denkt und spricht weiter nichts, und ist gegen alle anderen Dinge sehr, theilnahmlos. Sie müssen ihr verzeihen, der Schmerz ist noch zu frisch." . Kenn ich, kenn ich! Habe doch meine Nettie. die geborene Smith, derloren. Und wie ein paar Turteltauben sind wir mit einander gewesen. Was sie wollte, wvllte ich auch, lly Jovel Aber, was hilft's. Sie ist auf und davon in den Himmel. Ich bin nämlich positiv, ich glaube, an einen Himmel! Und ich laufe hier noch auf der Erde herum, und der Cocktail schmeckt mir auch wieder, trotzdem ich damals ganz miserabel traurig war." Er klopft Frau von Sill auf die Schulter, die ganz erschreckt zusammenfährt. Das wird sich geben, Ma'am, das gibt sich darum sind wir Menschen." Was meint er?- fragt die Amts räthin7 Wenn er Bruno gekannt hat. soll er jeden Trostversuch unterlassen. Dann muß er doch einsehen, was ich verloren habe." Der Leutnant zeigt Miß Nettie die Aussicht auf den Platz da unten. Berlin ist heiß Onkel Taylor will jeden Tag fnii Ich weiß auch nicht recht, warum wir noch hier sind Sie blinzelt unter den langen Wimpern hervor, aanz unschuldsvcll. .Miß Smith!" ruft Leo erschreckt. Wissen Sie eS vielleicht?" fragt sie. Er wird ganz roth. Mein Gott, so, zerbrechen Sie sich doch den Kopf ein toenig, seien Si? nicht so schwerfällig." Miß Nettie!" - Nämlich, zu den allergeduldifle7. Wesen gehöre ich nicht, mein Herr! Und Unentschlossenheit kann ich gar nicht vertragen. Sie haben ein deutsches Wort, frech" es klingt so so . Nun, ich glaube, ich mag es ganz gern leiden." , Miß Smith, Sie müssen ja längst gefühlt hab,...." Natürlich . . aber Andere ' haben mich auch merken lassen sehr nette Andere, die L)nkel Geo. den Hof machen, wie mir daö heißt, seinen Millionen. Illusionen haben wir drü den nicht, wir sagen: Zweimal zwei ist vier. Ihr Deutsche, addirt nicht immer ganz korrekt. - Leo seufzt tief auf. Miß Nettie. vielleicht ist das. was Sie da berühren. ..." Ah bah. ich weiß doch ga-4Z genau, daß Sie nichts haben, als Ihr hübschcs Ich und den bunten Rock; das Sie einen Engel in Menschengestalt nicht heirathen können, wenn er keine Mitgift mitbringt. . . ." Jetzt, die große Trauer " Er stockt und wirft einen Blick nach, der Mutter hinüber. Gewiß ich bin auch sehr antheilsvoll. Solch' ein armer Mensch muß aus dem. Leben heraus, das so schön ist. Aber das ist nun einmal nicht zu ändern. Die Todten sind todt, und die Lebenden haben ihre Rechte. . ." Ihre Hand fällt herunter und kommt ganz nahe neben die des Leut-? nants auf dem Fenstersims zu liegen, und er faßt nach ihr und hält sie fest. Miß Smith NetLe. der Augenblick ist, vielleicht ungünstig gewählt" ' sie rührt sich nicht aber Nettie. ich habe Sie so sehr, sehr gern. Wür den wollen Sie meine Frau werden?" Er sieht sie unsicher, erwartungsvoll an; er weiß, wie viele Körbe sie aus--getheilt hat; in den letzten Tagen erst hat man ihm davon gesprochen. Sie zieh! die Anbeter an. wie das Licht die Motten, und schickt sie dann mit verbrannten Flügeln heim.. Und sie nl kokett bis auss Aeußerste, und erzwingt die Geständnisse, und man kennt sich nie aus, woran man mit ihr ist. Bei Maria La Zazzera. ja, da ist's freilich anders; da brauchte er nur ein Wort zu sprechen, die trägt ihr ganzes Herz in den Augen, und er weiß, daß es ihm gehört, baß er nur die Hand auszustrecken braucht. . . . Endlich!" sagt Nettie Smith, Ohne mit. ihren kühlen Fingern den Druck seiner Hand zu erwidern. Ja ich will! ich'' habe es mir sozusagen in den Kopf gesetzt, Ihre Frau zu werden." Nettie wie glücklich Sie mich machen." murmelt er und iü dock nock

unsicher, od er recht, gehört. Fr hat sich eine Werbung und eine Zusage eigentlich anders vorgestellt. Nettie lächelt. Sie sind nun mal der hübscheste unter all' den Kavaliren, die mir hier den Hof gemacht haben. Und Berlin gefällt, mir. und wie wir in der Größe zusammenpassen, gerade das richtige Maß. Und wir wollen ein elegantes, großes Haus machen, nicht wahr?" ' H Alles, Nettie und recht, recht glücklich werden." Das steht ja fest es paßt Alles!" Ich habe schon mit Onkel Geo abgemacht, wie ich's will. Ein Haus da in der Thiergartengegend, möglichst in American st jle. Wir versteh zu leben! Gute Pferde, hübsche Wagen. Geo muß in's Haus Ätrs. Leavitt schicken wir nach New Fork zurück Geo. Herr von Sill. ist ein Faktor, mit dem man rechnen muß. Er hat ein bischen seine eigenen Wege, aber that's 110 matter, genieren wird er uns nicht. Abgemacht!" Liebe Miß Nettie, wenn ich Sie jetzt der armen Frau dort drüben auch als ihre zukünftige Tochter bringen wollte sie hat in ihrem Schmerz kaum das richtige Verständniß, jedenfalls nicht die Freude " entschuldigt Leo unsicher. Ist auch nicht nöthig! Wir sind ja einig. Und Ihre Schwester mit den klugen Augen, die weiß schon, was es mit uns besagen will, das wette ich!" Mr. Taylor kommt zu dem Paar, sie lächelt ihm entgegen. Du," und sie leg: die Hand auf den Arm des Amenkaners, es ist Alles in Richtigkeit. Ich will dem seine Frau werden!" Mr. Taylor, ich bitte " sagt der Leutnant, aber der alte Herr läßt ihn gar nicht ausreden. Na, hat er endlich die Kourage gefunden? Lange genug hat's gedauert; wenn ich Nettie gewesen wäre! ungeduldig genug ist sie ja auch qewesen. Aber, denn ist es ja gut. Geben Sie mir die Hand, junger Freund! So. das ist gesettelt. Hahaha! na. nun kann's Rennen beginnen! Hinein in die Ehe! Hahaha!" St!" macht Nettie. die alte Dame soll. ..." Na, natürlich! Aber wir Drei gehen jetzt zu einem Frühstück. Das muß begossen werden, das Aerlöbniß. Dressel? Sie munen nicht? zu öffentlich sür Ihre Trauer. Dann user Salon im Hotel Bristol. Aber. das sage ich Dir. Nettie, Kinder, das bedinge ich: keine Kontrolle, heute kann ich so tief in's Glaö sehen, wie ich will!" Nettie lacht. Leo druckt ihm die breZ ten Finger, zu einem wohlgesetzten Spruch läßt ihn Geo. Taylor 'gar nicht kommen. , Toni .braucht wirklich nur daö Gesicht ihres Bruders zu sehen, dies lebhafte Mienenspiel, diese Unruhe, das Ausblitzen von Freude, die nicht voll auktönt. um zu wissen, daß die Würfel gefallen sind, und er blickt in ihre All:n, und liest, daß sie weiß, was geschehen. Die Amerikaner verabschieden sich. Ich danke, danke für die TheUnähme." sagt Frau von Sill. Er war ein so oortrefflicher Mensch! Sie werden auch ihn nicht vergessen wer ihn gekannt hat...." Und die Stimme versagt, un sie hebt daö Tuch an ihre Lipp, die sich noch bcwegen. zitternd. Leben Sie wohl. Ma'am!" ruft' Geo. Taylor. Wir sind Freunde, well, wir werden noch größere Freunde sein, daö sollen Sie sehen! Ja, ja! der Leutnant! Und den nehm wir mit. Der muß hinaus, sehen Sie, 16 lad)', die Jugend hat ihre Rechte, dagegen können wir uns nun mal nicht sträuben." Nettie rauschi auf Toni zu und umfaßt sie. Liebe Miß Toni wir werden auch gute Freunde sein in Zukunft, wenn Sie auch ganz anders sind, als ich. Ich bin sicher, wir werden es." Ich hoffe. Miß Nettie." Sie blickt über die Schulter der Amerikanerin hinüber nach dem Bruder; sein hübsches Gesicht ist ernst, er betrachtet die Szene gespannt und sie neigt leise, wie zum Gruße für ihn. das ernste Haupt. Dann, als Jene gegangen, bietet sie der Mutter den Arm. Komm hinüber, leg Dich nieder, die Fremoen haben Dich angegriffen. Ruh Dich, Mutter." . , Die AmtZräthin nickt. Ja. ja, er. Bruno, n hielt auch so viel von der Ruhe. Und nun hat er sie da draußen. Habt Ihr den Platz daneben für mich gekauft? Ach was wissen die fremden Leute, was er mir gewesen ist!? r Als Toni .ihr aufhilft, sieht sie die Karten auf dem Tisch. Ueber der mit dem Namen La Zazzera liegt die der Amerikanerin ja, die hat gesiegt. Das Wort von der Zähigkeit der Smittschen Natur hat sich bewahrheilet. Sie kennt die. kleine, südlich warme Schönheit von Maria La Zazzera ' nur aus dem Bilde, aber sie meint, sie kann sich die großen, schwurzen Augen in Thränen schwimmend vorstellen. Armes Kind, eine erste, herbe Enttäuschung! ' Nachdem sie die Mutter drüben auf dem Sopha gebettet, schließt sie leise die Thür und. geht hinaus. Was nun thun? Sonst hat sie Hefte gehabt, den gleichen Spruch unzählige Male das würde ihr gut thun jetzt, und. sie vermißt die einförmige Arbeit fast sie fürchtet sich vor den eigenen Gedanlen. Und doch sie muß . sich mit ihnen abfinden, . ganz allein. Nur tavser! ' .

Vor oer Atelierthür trifft sie F'rne. Herr Egge:! ist drin ich sollts sagen. ! Aber er könnte auch warten." Eine Sekunde denkt sie an Heinz, dann an den Vater darauf drück! sie die Klinke auf. , Heinz .ist's. Sie! Tanke!" sagt sie und streckt ihm die Hand hin. Sie mir?" gibt er zurück. Toni schüttelt Un Kopf. Lassen Sie das ruhen! Ihr Vater war sehr gut gegen mich! Ich bin ihm dankbar! Und es ist schön, daß Sie so schnell zu ihm eilten. ..." Ich. wollte vor allen Dingen hier....'Sie seufzt. Wir tragen es, Leo und ich! Die arme Frau , ist ganz gebeugt und natürlich ahnungslos. Wir müssen Alles thun, ihr das zu erhalten." Sie sitzen da nun nebeneinander und schweigen eine Welle, Beide haben einen tiefernsten Ausdruck im Gesicht: Heinz sucht vergebens Tonis Blick; er ist auf den Boden geheftet. Sie , kehren nicht wieder in Ihre Stellung zurück?" beginnt er dann wieder. Haben Sie schon irgendwelche anderen Pläne?" ' Sie schüttelt den Kopf. Nein.. ich konnte noch nichts bedenken, nichts unternehmen. Es wird und muß sich ja Alles ändern! Leo nun, der wird in die Lage kommen, für seine Mutter sorgen zu können. Ich will das für mich selber thun, selbstverständlich. Bei der alten Mutter sein, aber arbeiten. Daß die Arbeit unser bester Freund ist im Leben, das habe ich einsehen gelernt, und das ist eine groß: Erkenntniß." Ja. ja!" sagt er. aber zerstreut, als seien seine Gedanken wo anders. Sie begreift das, er ist zum ersten Male wieder in dem Raume, wo er so oft mit Bruno zusammen war, wo sie im Ernst und Scherz geredet und da, an dem Schreibtisch, hat Bruno seine Beichte niedergeschrieben, die Tinte ist noch nicht vertrocknet, in die er die Feder, getaucht. Wenn das Bruno hätte einseben wollen. Talent, Genie ohne den echten Fleiß sind trügerische Geschenke, sie bringen dem kein Glück, dem sie in die Wiege fallen, wenn nicht die vollste Energie aufgewendet wird. Doch was sage ich da?" unterbricht sie sich. Sie wissen das Alles viel besser, als ich, Sie handeln ja danach " Dann in einem anderen Ton: Ich behellige Sie mit mewen Gedanken behandle Sie wieder als guten Kameraden!" Fräulein Toni!" Nein, nein! Solche findet man nicht häufig auf dem Bürgersteige, auf dem man auf der Lebensstraße einherschreitet. Man muß schon für einen dankbar sein!" Sie spricht so ruhig, fast erkünstelt sie will es, um den Gedanken zu entgehen, die hier auf sie einstürzen, um sich Haltung zu geben vor dem Manne, der ihres Bruders bester Freund war, und den er verrieth. Das ist im Leben nie gut zu machen, völlig nie, das weiß sie wohl. Der buschige Kopf ist, geneigt, die Hände tasten unruhig an der Tischkante, sie hört wirklich, sie Hort hier drüben seine Athemzüge. Eö ist ihm peinlich, dieö Alleinsein mit ihr. sie fühlt, es und denkt an ein Mittel zur Abbilfe. Soll sie vorschützen, daß sie nach der Mutter sehen muß? Er wird ihr ja dankbar sein, wenn er seinen Hut nehmen und igehen kann. Dann ist er plötzlich neben ihrem Stuhl. Meinem Vater haben Sie es angethan Fräulein Toni. Sie, meinte er. könnte er sich als Hausgenossin den-km.-..." Sie sieht das vornehme, kleine Gebäude in dem Garten, däö Thiergartengrün und fühlt die wohlthuende Ruhe. Vielleicht ist gerade die Stelle einer Hausdame dort frei, und der alte Herr bietet sie ihr an, theils aus Mitleid, venn die Lage der Familie von SÄ mag ihm durch Heinz geschildert worden sein, theils aus wirklichem Wohlgefallen an ihr. wie er's ihr beim Gehen so höflich bewies. Und dann hier die Wohnung müssen sie verlassen, schon der die Treppen hassenden Amerikaner wegen, und das Atelierleben für Heinz hört ohnehin auf. In der kleinen, Pillen ThiergartenVilla würde sie ihn häufig sehen, das wäre auch eine liebe Gewohnheit. Sie streicht über ihr Gesicht fort mit den Träumen, mit sentimentalen Anwandlungen. Der, welcher Bruno nachklagt: Es thut mir leid um Dich' mein Bruder Jonathan," soll damit genug gethan haben.' Noch ein Händeschütteln, dann ist's vorbei. . und sie gehen Beide ihres Weges er dahin, sie nach einer anderen Richtung, er hinauf auf dir Höhe des Ruhmes, sie thalabwärts, wo es recht dunkel und einsam sein wird. Aber jetzt muß sie antworten. An eine solche Stellung als Hausdame kann ich nicht denken der Mutter wegen. Sonst. . . .. nein." ' sie schüttelt den Kopf.Heinz beißt sich auf die Lippen, in seiner breiten Brust arbeitet es. Mein Vater).. Plötzlich hält er ihre beiden Hände und beugt sich ganz nah zu ihr hin, meinte es anders. Er dachte, an was ich nicht zu rühren wagte was ich nicht.... Toni, er sagte: .Junge. Mensch, die da hast Du taglich gesehen und hast nicht versucht, ihre Liebe zu gewinnen? Junge,' so gar schlecht bist Du nicht innerlich, und sie ist klug genug, um Dich auch zu kennen. Soll ich sür Dich werben gehen?" Es ist wie ein Brechen seiner Stimme,

eine Art Aufschluchzen. Toni! Ich ' bab' Sie ia lieb von dem ersten Auaen-

blick an, wo ich über diese Schwelle g!

kommen bin. Aber ich kam mir viel zu klein Ihnen gegenüber vor! Und das wollte ich nur sagen. Und nur aus meinem Munde sollten Sie das wissen der närrische Alte ist ja imstande und kommt und wenn Sie mich jetzt auch nun wegschicken, mit ihm machen Sie's milde, denn er. hat mich sehr lieb, seinen Einzigen. . . ." Er sinkt an ihrer Seite nieder, und sein Kopf berührt fast ihre Knie. Da zieht sie ihn heran, legt die Hände über sein Haupt, und flüstert, sich herabbeugend: Heinz ich könnte ihm nur sagen: Ich hab ihn auch lieb sehr lieb diesen Heinz." Mit einem Schrei taumelnder Freude springt er auf und blickt in ihr Gesicht. Das ist von heller Freude, von verschämtem Roth Übergossen, und in den Augen blitzt es, und jung sieht sie aus, über der vorhin der drückende Kummer lag. und schön, schön, wie er sie noch nie tzesehen. Sie hätte nichts zu sagen brauchen, er hätte doch um sein Glück gewußt, um dieses große, ihm unerreichbar scheinende. Toni, Toni!" flüstert er, und feine rauhe Stimme klingt weich wie die eines Kindes. - Und er küßt ihre Hände, und dann zaghaft ihren stolzen Mund. Mein, mein!" Sie legt den Kopf an seine breite Brust und sieht glücklich zu ihm auf: Deine Kameradin!" Fine Plinke hat eben das Deichen zu Bett gelegt; nur die eine Bettstatt ist ihr geblieben, in der jetzt das Kind an ihrer Seite schläft. In das leere Zimmer nebenan ist eine ältere Frau gezogen, die Federn sür ein Geschäft kräuselt, lahm ist und immer zu Hause bleibt. Das ist eine glückliche Fügung, die Fine dankbar hinnimmt; der kann sie tagsüber das Kind anvertrauen, denn sie hat nun mehrere Bedienungen angenommen. Die alte Marun ist kinverlieb dazu und freut sich der Gesellfchaft des kleinen Plaudermäulchens. Die Thür zu dem Zimmer der Mietherin ist offen, dort ist schon .Licht, und der Schein fällt herüber in daö Zwielicht, das hier herrscht. Die alte Marun muß jede Minute ausnützen, sie macht ihre Arbeit gewissenhaft, und ihre Arbeitgeber sehen auf Pünktlichkeit. Sie leidet auch an einem quälenden Husten, Winter und Sommer, sagt sie. Der belästigt Fine Plinke nicht. sie ist daran gewöhnt durch Henrich. Bete, Deichen!" Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm!" v Amen! sagt die Mutter. Muttchen!" Deichen richtet sich auf. Ich möchte den lieben Gott noch um etwas bitten." Daß er den Vater wieder schickt?" fragt Fine. Den müssen wir oben lassen, da hat er's besser." Nein!" Und das Kind faltet seine Händchen wieder. Lieber Gott, beschütz auch meine neuen Schuhe." Fine erscheint die Bitte etwaö profan, aber sie sagt nichts. Sie schiebt die Schuhe mit dem Fuße zur Seite. Dann geht sie nach der offenen Thür: Haben Sie's gehört. Frau Marun?" Lassen Sie das Kind man, .lvaö man auf dem Herzen hat, kann man dem da oben sagen. Lassen Sie man, ich finde da nichts Lächerliches drin. Un bei meiner stillen Arbeit denke ich über viel nach." Die Stimme der Alten ist schrill, ihr Haar fast weiß, ihr Gesicht faltig. Die hat noch mehr erlebt, als Fine. Wenn die erzählt, da schrumpft ihr eigener Kummer auf ein geringes Maß zusammen. Sie hört es aber auch mit einer gewissen Genugthuung: der Mann schlecht, ein Verbrecher, Kinder, die sie verlassen haben und auch dem Laster in die Arme gefallen sind. Ja, ja, liebe Frau! das is noch schlimmer. Was wollen Sie? Und Sie sind jung und da kann Alles noch ganz anders kommen." Sie küßt ihr Deichen. Draußen schlägt's an, hören Sie denn.nich?" ruft die Marun herüber. Un wenn's wer is, der mich drängen will ne. denn sagen Sie man. ich wär nich zu Hause." Wo wollen Sie denn hingegangen sein?" fragt Fine. I, mich kann ja wer geholt haben, in 'ner schönen Glaskutsche!" lacht die Alte, der doch zuweilen noch eine Lustigkeit ankommt. Un einmal fahre ich ja sicher auch noch tvenn's rauö geht nach FriedrichLfelde." j Ach, lassen Sie doch solch 'ne Witzt'" 'meinj die -junge Frau, und geht Hinaus .- ' Gu'n Abend!" sagt .ine bekannte Stimme, als sie die Thür geösfnet. Ach. Telle. Sie! Da will ich Licht machen, es is drin schon schummerig." - Meinetwegen können Sie's auch sparen." Doch doch!" Und sie zündet geschäftig die Lampe an, die aus einem Tischchen im Korridor steht, und keuchtet ihm in's Gesicht. Sie sehn gut aus," sagt sie leise. Was ich von Ihnen nicht behaupten kann!" antwortete er. Ach, über mich is ja auch genug hergegangen." Weiß ich. Frau Plinke! Konnte aber nich eher." Er hält ihr die Hand hin. Ja. Henrich, den finden Sie nun nich mebr." (Schluß folgt.) in 1 Raucht Charles Major Lc Cigarren

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