Indiana Tribüne, Volume 25, Number 135, Indianapolis, Marion County, 2 February 1902 — Page 6
w V G Jndiana Tribüne, onnlag, 2. Februar 1902.
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StreWge i'lirch ZciltsAmd.
An den Seen i nd
Obprbäicrns.
(Ceryrigkt y ysm. Menn du. Iiefcr Leser, an inm klaren Tage in München's Vorsädten. oder auf einem weiten freien Pte stehst, so siehst du aus weiter Fe'ne du weißlich grüne Kette der HoMpen schimmern, denen die sogenannt rische Hochebene vorgelagert ist.' Diese Hochebene selbst erscheint von jenem Standpunkte aus als ein erdloses Flachland, als eine unübersk-hbare Fläche. Das ist sie aber durchaus' nicht, obschon weite Strecken Faches Mvor- und Waldland, SeeeN?' und Sumpfboden, weite Wiesen-'ui'l Getreldeflächen sich darbieten. Dazwchen aber finden wir wellenförmiges 'gel land, unterbrochen von tief auZk toa--schenen Flußbetten oder von t fltigen grabenartlgen Senkungen, li . :ren tief tem ett ich trage em gN iger. Bach dahinschlängelt; wir findn auch kammartige Erhebungen, we5?e uns fast wie Ueberreste von Gigantelbauten anmuthen. D ganze Landsaft ist ein sich über hundert englische Meilen vom Hochgebirge vorschiebendesTrümmerfeld, aufgebaut aus Alpenfzutt in rastloser, Millionen von Jaha andauernder Arbeit der schaffeni'V Natur. Ja selbst in der bcjischen Hauptstadt, welche so ziemlichln der Mitte zwischen dem Hochgebr? und der Donau liegt, haben wir uiip unseren Füßen noch Theile diesengeheuren Alpenschuttmassen, tüt'U sich noch viel weiter gegen Norden,' Alngefäbr bis an die Donau binaui vorstrecken. Durch diese Hochebene' , , i enden die Alpen ihre wilden Strome Welche sich tiefe Betten in das Kiesg W g:graben haben, die Jsar und d4 Lech, Jller. Wodie Salzach, den Jnn und bi Alle wälzen sie ihre weißgrün cen dem Schwarzwaldkinde, nau. zu, deren Speisung haupiächlich aus Alpengewässern besteht. 2 i dies: Ebene entstanden ist, das erza rn uns aber nicht nur die tiefeing Wnen ctn die Z sieikiesigen Ufer der Ströme, so Naturforscher haben die stunl ncrne Schrift zu lesen , veßanden. welche in gewaltigen, von iji Gletschern in'sUnterland getragen Felsblöcke?ns Kunde gibt, undamentllch die Tiefbauen der Neuzeü EisenHahn und Canalanlagen, habi jene Erkenntniß bestätigt. jj Einst war ein großes Meer ort. wo sich jetzt die Hochfläche viel'Meilen weit ausbreiiet, in den Sßerjnerun oen der Thierwelt ferner Zei zlfinden wir diese Annahme bestätigt, l' Jenes Meer fluthete zurück und es Vm eine Zeit, wo auf dem Schlamme z!zeheur: Wälder entstanden. Und nenWasser kamen, bedeckten jene Wälderllit Geroll und Schutt und die Wällr wurden darunter zu Kohle. Und Zermals . ; t - L iiii iv. Ter Koilee mit hob sich das Land empor, w! j neue Pflanzenwelt entstand, um wu'cr unterzugehen. Die Naturforsche.öeweisen es unzweifelhaft, daß die Ahn sich nicht mit einem einzigen- genltigen Nuck aus dem. Erdinnern emgehoben haben, sondern daß die Eöebungen, durch uns unbekannte Krte be wirkt, wiederholt stattfanden, Ilß also die Alpen in Zwischenräumen emporwuchsen, welche viele Zehntause von Jahren auseinanderliegen. Fad eine solche Erhebung statt, so wuri das angrenzende Flachland in Meiden schaft gezogen. Bei jeder ungsPeriode gab es aber ungeheuce "ummermassen, den Bauschutt der, wie man sie geziemend nenn:" ' Diese Trümmer wurden dbirgZwasser und bejond''
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in den Borbcrgcn
KtafaiaO (Kii D die Gletscher der Eiszeit in das Vorland gespült und dort aufgehäuft. Ja die 'Schuttmassen, welche die Gletscher ins Land trugen, sind heute noch als Moränenwälle deutlich erkennbar und man kann sogar zwei bestimmte Arten derselben unterscheiden, woraus die Annahme bestärkt wird, daß es meh-rere.-mindestes zwei, Vergletschermigs - Perioden gegeben haben muß. Das deutsche Alpen - Vorland, als,' wesentlich die bairische Hochebene, ist heute ein sehr abwechselungsreiches, wenn auch nicht immer ein besonders schönes Land. Du findest hier meilenweite öde Fichtenwalder und. gewaltige Moor- und Sumpfgebiete," die' Rest? ehemaliger Seen, sowie eine große Anzahl größerer und kleiner Wasserspiegel vom kleinen teichzrtigen Moorsee bis zu dem großen Starnberger(Würm) und Ammersee, deren Ufer von herrlich angebauten, mit Dörfern, Städtchen und Einzelhöfen übersäten' Landschaften umrahmt sind. Große Flächen fruchtbaren Getreidelandes wechseln 'ab mit Wiesenfluren und Wäldern, dazwischen erheben sich inselartig einzelne Höhen, während wieder größere reichgegliederte Höhenzüge sich an das Hochgebirge anlehnen.Bei vielen Bergflüssen bemerken wir. daß ihr Austritt aus den Bergen durch einen See bezeichnet wird, den sie zu durchströmen haben, um dann erst ihren eigentlichen Lauf durch das Land zu beginnen. Diese Erscheinung tritt auch bei den Flüssen Ammer und Würm zu Tage, welche südlich von München die beiden größeren Wasserdecken des Ammer- und des Würmsee (Starnberger See) bilden. Der An:mersee ist noch nicht so sehr von der Kultur beleckt. Dort sieht man wohl noch denEinbaum, den aus einem ausgehöhlten Eichenstamm gebildeten ro hen Kahn, als Ueberbleibsel einer rasch dahnschwindenden alten Kultur. Der EInbaum und das moderne Dampfboot kann man sich größere Contraft: denken? Die Ufer sind noch ländlich am Ammersee, das alte Diessen spiegelt seine Häuser im See wieder und von der Höhe grüßen uns die Thürme und Giebel von Andechs. Das ist ein altberühmter Wallfahrtsort des mittleren Baierns und im Mittelalter sollen hier oft bis an 50,000 Pilger zufammengekommen sein, welche zu den in Andechs aufbewahrten Reliquien beteten. Diese Reliquien sind im Jahre 9-19 vom Grafen Ratbod von Andechs aus' Jerusalem hierhergebracht und während der vielen Kriegswirren angeblich stets sicher versteckt worden. Einmal hatte man sie so sicher versteckt, daß Niemand sie wiederfinden konnte, da aber kam, so erzählt die Legende, dem Herzogenstand. ein weißes Mäuslein und brachte dem vor dem Altar stehenden Priester einen Zettel, worauf ganz genau die Stelle bezeichnet war, wo man die Reliquien finden würde!! ' Dieses Wunder hat Andechs als Wallfahrtort wohl noch berühmter gemacht, als die Reliquien es schon gethan hatten. Noch immer ziehen fromme Pilger nach Andechs. die Pilger" jedoch, welche an schönen Sonntagen in Massen aus München kommen, haben ganz andere Zwecke im Auge. Das von den Laienbrüdern zu Andechs gebraute Bier ist ein wundervoller Stoff und so ist Andechs eine großartige Bierstation der Münchener geworden. DieAndechser Laienbrüder fungiren auch als Kellner und als Köche und im Braustübl zu Andechs läßt sich vortrefflich rasten. Die Ge-
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gend deS Ammersee wird beherrscht
von dem so lieblichen und freundlichen hohen Peissenberg, einem der bevorzug ten Ausflugsziele der stets wanderlu stigen und durstigen Münchener. Der Peissenberg ist ein alter Wallfahrtsort, jetzt jedoch weit mehr 'eine Bergnü gungsstaticn. Der Rundblick von dort oben ist wundervoll und die Besteigung nur ein kleiner pazierganc. Weit A ffJük Eedächtnißkai"? für König Ludwig II. am ötarnbergersee. dankbarer als nach dem Ammersee ist. jedoch von München aus ein Ausflug nach dem Würmsee oder, wie er in der Fremde bekannter ist, nach dem Starnbergersee. Dahin ist es von München aus mit der Eisenbahn ja nur ein K tzensprung, viele Züge verkehren hier und man glaubt in einem Münchener Bolksgarten zu sein, wenn man Sonntags an den herrlich angebauten Ufern dieses Sees weilt. Da liegt Schloß Berg, das die Leser noch kennen aus unseren Schilderungen der bairischen Königsschlösser, eine mächtig wirkende Gedächtnißkapelle erhebt sich jetzt an der Stelle, wo der unglückliche Ludwig sein Leben endete und den zu seiner Rettung herbeigeeilten Dr. v. Gudden mir in den Tod' riß. Da liegt auch die prächtige Roiimannshöhe, welche den Namen des großen Landschaftsmalers Rottmann verewigt. Dort steht sein Denkmal, um welches herum man t nem allgemein gefühlten Bedürfniß zu genügen" ein Wirthshaus gebaut hatl Da liegen B e r n r i e d unr Feldafing, da liegt das prächtige T u- ' WolfratZhausen. dort finden wir zahllose stil- und hing, versteckt unter Obstbäumen, schmuckvolle Villen reicher Münchener und auch solche von auswärts herb'eigi:eilten Freunden der Natur, welche sich an diesem lieblichen See angebaut haben. Da liegt an Ende des Sees das herrliche Seeshaupt. Wohl Jedem bleibt der Anblick unvergessen, wenn er auf dem blitzenden Wasserspiegel dabingleitet, welchen schön geschwungene, waldbekränzte Höhen umfassen, während im blauen Dust der Ferne die Alpenketie immer näher, immer klarer, immer hinreißender heranschwebt. Aber auch traurige Gedanken steigen auf. Dieser See gibt angeblich seine Opfer nicht wieder zurück, wegen der vielen Schlingpflanzen, welche auf seinem Boden wuchern, und deshalb ist er von Selbstmordcandidaten sehr bevorzugt. Wie manches lebensmüde Haupt hat hier die ewige Ruhe gesucht, wie manches Opfer unserer modernen -Ue-bercultur halten die Schlingpflanzen umfangen, deren hoch aus der Tiefe emporstrebende Triebe unser Auge erfreuen. -fVi LsuWW ?lfePP frvSIMiilröra Klösterchen am Walchensee. . Auch Possenhofen liegt an' diesem wundervollen See, doch kennt man es jetzt nicht wieder, denn das Schloß und der es umgebende Park sind ganz modernisirt worden. Das war die Heimath der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, welche den einzigen Sohn derlor auf so schmachvolle Weise, und we!che dann als das Opfer eines Fanatikers enden mußte. Ihren Trost fand diese schicksalsgeprüfte Frau in den Dichtungen Heimich Heine's und diesem großen Dichter, für den sich in dem ganzen großen, von Denkmalen sirotzenden deutschenVaterlande. wegen der albernenAntisemitenhetze noch nicht ein einziger Denkstein gefunden hat, setzte Elisabeth in ihrem Parke auf Eorfu ein herrliches Monument aus Marmor und als Inschrift das ihre Stimmung wohl bezeichnende Heine'sche Lied: Was will die einsame Thräne." Die Roseninsel im Starnberger See ist eine der bedeutendsten Fundorte von .Pfahlbauresten. Um die ganze Insel herum ziehen sich Pfähle; die äußersten derselben sind gegen West und NordWest bis 60 Fuß. gegen Nordost 30,' Tutzing am Starnbkrgersee. cegen Ost bis 200 Fuß von ihremUfer entfernt. Älle imo tuxiP, von iqwar zer Farbe, und stehen 5 bill ter dem Wasser. Südll"
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sel entdeckte man schon...-1865. , einen
halben Fuß unter dem Boden des See's. ein hölzernen Rost. 8 Meter lang. 7 Meter breit, aus Rundhölzern bestehend, die mittels hölzerner Nägel zusammengefügt waren. Südlich vom Wurmsee liegen weit ausqebreitet Moor und Sumpflandschaften, jedoch wird die traurige Oede derselben wesentlich gehoben dadurch daß wir, weiter südlicher fahrend, immer naher der gewaltigen Gebirgswelt gerückt werden. Bald erblicken wir schon die hochragenden Zinnen des München am nächsten liegenden Hcchbergs. der Benedlltenwano, fast emGebirge für sich hebt er sich in seinen höckisten Punkten zu der stattlichen Höhe von 1800 Metern. An den Ausläufern der Benediktenwand liegt das jetzt aufgehobene, ehemals weit berühmte' und reiche Kloster Venediktbeuern. Jetzt dienen die wciten Räume desselben einem Invalidenheim. Nach seiner Aufhebung alsKloster sah der Bau aber noch eine Zwischenzeit. welche zu dem alten Ruhm als Stätte forschender Wissenschaft i. Burg Schwaneck neuen hinzufügte. Denn hierher verlegte I. von Fraunhofer, der als elftes Kind einer armen Glaserfamilie 311 Straubing am 6. März 1787 geboren wurde, nach einem dornenvollen und wundersamen Lebensgange 1807 seine optische Werkstatt von München aus. Joseph v. Utzschneidcr hatte den tapfer vorwärtsstrebenden Jüngling unterstützt, ihm eine Stelle als Optiker im Institut von Reichenbach verschafft, und ihm auch hier eine Stätte für seine bahnbrechenden Erfindungen bereitet. In Venediktbeuern ist es denn gewesen, wo er die sogenannten Fraunhofer'schen Linien" entdeckte, jene dunklen Linien in dem durch ein Glasprisma
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Alpenblumen. 1. Felsknwildhalm. 2. Alpenklee. 3. Ruchbrändli (Nigrisella). 4. Großblumiges Fingerkraut, ö. Alpenwegerich. 6. Alpenknoll kraut.
erzeugten und mit einem guten Fernröhre befrachteten Farbenspektrum. Hier war es. wo der geniale Mann die wichtige Lehre von den Beugungserscheinungen des Lichtes festseizte. Bis zum Jahre 1819 verblieb Fraunhofer in Venediktbeuern, dann verlegte er seinen Aufenthalt nach München. Ein früher Tod setzte seinem. Schaffen bereits am 7. Juni 1826 ein Ziel. MZt Recht schrieb man aus seinen Grabstein biV stolzen Worte; Approximavii sidera!" (Er hat uns die Sterne nähergebracht.) Im Bräuftübchen DasEnde der Moorregion bildet der Kochelsee, welcher von seinem größeren Bruder, dem Walchensee durch den gewaltigen Rücken des Herzogenstand getrennt ist. Letzterer heißt nicht mit Ünrecht der Rigi Baierns. denn seinen Fuß schmücken die beiden Seen und nicht weit entfernt liegt auch der Staffelsee, während die. langgestreckten Spiegel des Würm- und des Ammersee's aus der Ferne hervorleuckten. So ist die Verbindung des Wassers und der Gebirgswelt, welche dem schweizerischen Rigi seinen Weltruf gegeben hat, auch hier vorhanden. Der Gipfel ist sogar etwas höher, als derjenige des Rigi. er reckt sich 1757 Mc4 ?n St (Vnfv itnh pt 9sit2fTtff ritt j Vfe 141 V V V 7 V- v die Hochal?en. namentlich auf das wilvc. zerrissene Karwendelgebirge, tfi tta
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unbeschreiblicher Schönheit. Der Herzoaenstand ist ein gahz zahmer Berg-, leine Besteigung ist völlig .gefahrlos
ÄaPSiPfc" MKMVU " 1 f'j. '',' ,f'p.jssv:'i : T, tj Hohen Peissenberg. . und die Wege hinauf sind zum Theil wie Promenadenwege in bequemen langen Schlingen, angelegt; jedoch kostet e dem Stubenhocker immerhin manchen Schweißtropfen,, bis der Gipfel überwältigt wird. Tannen und Fichten begleiten uns ein gutes Stück, dann nimmt uns ein freiliegendes Hochthal auf" und mit Entzücken schweift das Auge zum ersten Male in die Tiefe hinab. Oben findet man gute Unterkunft, mehr als dem Naturfreund lieb ist, namentlich unterhalb des Gipfels befindet sich eine stattliche Zahl von Erfrischungshäusern. Der Berg ist eine sich scharf abhebende Py'ramide. Hat man Glück und trifft eben alles klar und nebellos, so erkennt man in weiter Ferne die gewaltigen und Jsarthal. Vergriesen Tirols, die schimmernden Eisketten des Großglockners und Venedigers. Daran reihen sich die näheren Hochberge Baierns vom Karwendel bis zur Lugspitze. Hier am Frühmorgen den Sonnenaufgang zu beobachten, zu sehen, wie das Tagesgestirn die fernen Firnen röthet und allmälich das Licht die Thäler mit neuem Leben erfüllt, wie die Nebel zerreißen' und die weite Tiefebene bis fern über München hinweg sich wie eine breite Landkarte entrollt, das ist ein Zauber, der wahrlich das Herz höher schlagen macht. Der Walchensee ist nach dem Königssee der schönste Wasserspiegel Baierns. Es ist ein richtiger Bergsee mit felsstarrenden Ufern, über welchen dichter, außerordentlich wildreicher Wald sich ausbreitet. Nur wenige menschliche Ansiedlungen finden sich hier, das Dörfchen Urfeld am Nordufer ist das einzig bedeutende. Stiel beschreibt ihn so: Der Walchensee ist wie ein unglückliches Genie. Großartlg angelegt Mlt edlen Linien und co lossalen Mitteln hat er doch etwasEin gekerkertes und Verstörtes. Sein Reichthum ist ohne Segen. Etwas Rathsei Haftes und Mystisches bleibt übrig in seiner Pracht und der Volksgeist hat zu AndcchS. ein feines Gefühl gehabt, daß er gerade diesen See mit den meisten und dunkelsten Mythen umgab." Dunkle Tannenzweige hängen hinab in die Fluth, klaftertief liegen die morschen Stämme auf dem Grund, nur dann und wann ragt über dem schwarzen Spiegel ein Felsblock hervor. Dieser See hat furchtbare Stürme und wehe dem Schiffer, der von ihnen überrascht wird! Während des Erdbebens in Lissabon gingen die W?gtn des Walchensees thurmhoch und man fürchtete sogar in München, daß er übertreten -und die ganze bairische Hochebene unter Wasser setzen würde, denn das abergläubig Volk hält ihn für unergrü tief und glaubt, seitdem er if dem Lissaboner Erdbeben so ' daß er mit dem Atlantischen
Ocean in Verbindung stehe! Zur Sühne des See's wurde damals in Münch:n täglich eine Messe gelegen. Gegenüber der. Station Post ragt eine Halbinsel hinein in den See und darauf liegt ein kleines zerallenesKloster. welches auch unser Bild zeigt. Von Sachenbach am Walchensee führt einPfad in dieJachenau, ein lan
ges, waldiges Thal, das von einer et centhümlichen Bevölkerung bewohnt wird. Hier wird auch noch eine oe sondere Volkstracht getragen. Die Jachenauer bleiben stets in ihremThal, es gibt hier keineAuswanderer und nur wenn der Bursch zum Militär eingezogen wird, kommt er einmal in d;: Fremde. Haben wir dies Thal durch wandert, so ist es nicht mehr 'weit nach Lyyv " ijSv VPW iJL-' ' sf7Jl 1 w MM i.VV.i mmM?.mrs SSÄ. Länggries. LänggrieS, wo die alte Schützenherrlichkeit so lange im Flor stand, bis sich die Regierung, wegen der vielen Raufereien, ins Mittel legte und die Schützenfeste beseitigte. Aber der Schütz steckt der derben Länggrieser Vevölkerung nun einmal im Blute und als der legitime Gebrauch der Büchse verboten wurde, da kam der unrechtmäßige E? brauch derselben in Schwung. In dieser Gegend gibt es viele Wilderer und die Förster und die Gerichte haben ihre liebe Noth mit ihnen. In diesen ver schwiegenen Bergen hat sich manches unaufgeklärt geblicbeneTrauerfpiel abgespielt. Und wenn irgendwo ein Haberfeldtreiben stattfand, da durften die Burschen aus dieser Gegend gewiß nicht dabei fehlen. u. Jachenauer Tracht. Hier in Länggries ist eine derHc:uptstationen der Flößer und dieses Handwerk, dessen Betrieb so gefahrenreich ist, bringt die Burschen weit in dieWelt hinaus. So ein Flößer lebt oft wochenlang auf seinen Brettern und Balken und in früheren Zeiten machten diese Flöße oft sehr weite Reisen, die Jsar hinab zur Donau und aus diese: stromab bis nach Wien., Dort wurde das Holz verkauft und der Flöße: reiste dann, häufig zu Fuß, nach der Heimath zurück. Jetzt ist das auch anders geworden. Selten, daß ein solches Jsarfloß bis über München hinaus kommt. Auch das Jsarthal ist außerordent lich reich an landschaftlichen Schönhei ten und es hat Punkte aufzuweisen. welche den berühmtesten und oft besungenen Glanzpunkten des Rheins durchaus nichts nachgeben. - Einen solchen Punkt bringt unserBild Jsarthal mit Burg Schwane ck", welches uns fast wie das verkörperte Rnterthum anmn tbut. Herrlich schon ist auch die Jsarlandschaft bei Wolfraths. h a u s e n, wo sich die Loisach m di Jsar ero:eßt. Tampsschiff auf d:r.i Ctarnbcrgersee. Gerade vor den Hochbergen liegt das liebliche. Tölz, 'wegen seiner Heilkraft:gen Jodquellen auch als Badeort viel besucht..' Die Stadt liegt an beiden Ufern der Jsar und von einer dort erbauten . Hochwarte aus. genießt oer Fremde gum ersten Male einen Einblick in die Bergwelt, Baierns. Wer die Anhöhe mit derCalvarienkirche und den Kreuzwegstationen erstiegen hat und nun in das. zu seinen Füßen ausgebreitete Jsarthal hineinsieht, ohne daß es ihm unter Weste, oder Miede: warm wird, der mag sich getrost sagen lassen, daß er keiner Regung fähig se'. Der Anblick gehört zu den vollendetsten, in sich geschlossensten und schönsten Landschaftsbildern, die irgendwo aufgefunden werden und Mancher, de: hier gestanden, zumal wenn ein weiches. warmes Abendroth die ' dunklen Dernwied am C'tarniergerske. Berge umflorte, mochte sich in die reizenden Thalgelände des deutschenSüdtirols, an die Ufer der Etsch zuriickversetzt glauben unter die Weinberge uno Kastanien vojl Meran.
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