Indiana Tribüne, Volume 25, Number 133, Indianapolis, Marion County, 31 January 1902 — Page 7

Jndiana Tribune. 31 Januar ltiü'

7

j

5 . s ' v i s F r't

y y"1

j

2

KjüW-MWchr

von niiianaBOlis Fnrnace?, Eisen und lBlech-Arbcitcn. Jvse?h Gardner. 3711 Keatucky Avenue. Telephon 322. Blecharbeiten aller Arten an neuen Häusern Denen ausgeiuyi. Hufschmied. W. W- Knight. 108 Tirginia Avenue und 215 Oft Narvland St. Neues Tel 45. Landwirthschaftliche Errathe u.Waacu b. T. Conde Jmplement fco., 27 N. Capitol Ave. Baukontraktoren. t). &. Kattau A Sohn. 464 Cedar Str. KofteRvoranschläge werden frei geliefert. Altes Phone 1272 Zuckerwasren (Wholesale). Daggett & Co., 18 West Georaia Str. Schnittwaaren. Sibben. öollweq & Co . 1330. Meridian Str. Eisen und Vlechwaarcn, Gewehre. Layman & Carey Co.. 111 115 S. Äerid. Leder. Treibriemen, Packmaterial. Side,LeatherBcltingCo.. 227 S. Meridian Str. Taylor & ernitt), 247 Meridian Str. Bauholz. Eeburn. 5enry, Gcorgia Str. Weißblech. . Tanner Sullivan. 216 S. Mrridian Str. Hüte, Handschuhe etc. kxndrickson. Lefler & Co.. 131 S. Meridian. Eisen- und Tchmicdewaaren. Vonnegut Hardware Co., 120124 Ost Washington Str. Eisen und Stahl. Holliday, W. I. & Co.. 107 S. Meridian. Spiele und Spielwaareu. Mayer, Charl:S & Co., 29 W. Washington. Truggiften (Wholesale). Indianapolis Trug Co., 21 O. Maryland. Truft-Compaguien. Jndiana Trust Co. & Lafety Vault. Safe Teposit VaultS. FletcherS Ease Teposit. 30 Ost Washington. Boxes 55.0J und auswärts. Banken. XU Capital National Bank, 23 S. Meridian Str. M. B. Wilson. Präs. W. T. Churchman. Kassirn. ' VrocerZ (Vholesale). Vrinkmeycr, Äuhn & Co., 211 S. Meridian Str. Jcc Crecra. The R. W. Furnace Co.. 131 Alabama Str. Farben uud Eiseuwaoren. LuilderS Eupply Co., 342 Oft Washington. Dreschmaschinen. NicholS Shepard Co., 42 Kentucky Ave. Advokaten. Barrett, Broron, Bamberger & Feibleman. deutsche Vdvokaten. Lcl.417. 70 Stevenson Gebäude .Pianos und Orgeln. kJulsckner Music Co.. 128 Pennsylvania Str. Wir haben ein volles Lager von Herbft- nd Winterwaaren, die wir zu den möglichst niedrigen Preisen verkaufen. THE MONITOR, No. 306 West Washington Straß'. 3 Thüren westlich vom Staatshause. 8. BII1ZER, Eigenthümer Spezialitäten. " Kommen Sie und besichtigen Sie die feinste uswahl t , :-: Pelze :-: Inder Stadt. Wir werden Ihre Pelze repariren k remodeliren zu raisonablen Preisen bevor tot AaltwetterAndrang kommt. W. LOWENTHAL, der ttürschncr. Oberhalb der ig Four Ticket Offike. eide Vh,e 1713. Zu vermiethen : Zimmer im - Majestic :: Gebäude zu rednzirten Preisen. DaS feinste Office-GebSue in der Stadt. LoUftandig f. uersichcr. E chneZe Fahrstühle uad alle modernen Beq"cmlichkeiten Nachzufragen bei lZreoi'X & Appl. Aaenten, für die 5ndianaro!i? Gas Cs.

Adolph Frey, 014 h4m " DoIary.Pnbll Translator, Oorrcsjciiflont etc No. 070 West Watod ZI a& TMxV C. Ofts.

Erbschaft.

Von E. Vely. (Fortsetzung.) Sie springt aus. dreht sich, daß das Geräusch .des seidenen Unterkleides laut wird und sagt: Ja. röir könnens jetzt. Frousrou nämlich heißt das!" Ein Lächeln zieht über sein Gesicht. Was haben wir denn?" Sie biegt den schlanken Oberkörper vor und reißt die Augen weit auf. Verlobt hab ich mich und geheirathet wird." Na nu! Wer ist denn der m Wt," macht sie. dumm is er nich. Richard Vloom doch. Ihr Freund, der kleine blonde Weidenbloom. Ja der 2oiic keine Lügen! Ich bin nicht in der Stimmung!" Sie streift rasch ihren Handschuh ab und hält ihm die Linke unter die Augen und deutet auf den schlichten goldenen Reif. Kommt in drv Tagen auf die rechte Hand. Alles, wie es sich gehört. Und einen Abend in der Woche werden wir zu Hause sein, und bann könneu alle Freunde kommen. Sie auch! Na, die paar Verheiratheten werden nu wohl nicht gerade ihre Frauen mitbringen, indem daß Richard ein Modell geheirathet hat. Uno man kennt mich ja. als Mädchen unter der Weide" aanz genau, weil das Bild so viel Glück gemacht hat. Na. bis sich das verwischt, nämlich, daß man Einem seine Herkunft nachrechnet. Und langstielig soll es bei uns nich hergehn, dafür sind wir Beide nich. Und wer sich langweilt, der kanns sagen und nach Hause gehn, und ein anormal trifft er's denn vielleicht besser." Bruno hat den Arm aufgestemmt. Hahaha! Hahaha!" lacht er und nickt uns sagt: Is gut! Aber ich kann nicht mal 'ne Zigarette anbieten ganz abgebrannt, ganz." Na, da werde ich helfen!" Sie zieht ein Etui aus der Tasche. Das gehört jetzt mit dazu?" Dann springt sie auf, sucht nach Feuer und bringt ihm das. Es ist man gut, Fräulein Becker, zukünftige Frau Bloom, daß man mit Ihnen als alter Bekannter nicht so viel Umstände zu machen braucht. Paßte mir nämlich jetzt gar nicht. Ich bin noch bequemer geworden, Lotte Fräulein Becker, Frau Bloom in spe!" Sie lacht. I wo! Weißt Du. habe ich zu Richard gesagt, dem faulen Bruno muß ich es selber erzählen. Der hzi jinen Spaß dran. Is das jn& so?" Ja. den haö ich!" . Sie sitzt ihm gegenüber und bläst kunstgerecht blaue Ringe in die Luft. Wie ist denn Richard auf den Einfall gekommen? Ich, meine, mit Eurer Heirath." Sie lacht gutmüthig. Seine Mutter, die Färberswittwe mit dem vielen Gelde, auf dem sie so fest sitzt na, kriegen muß er's ja mal die wollte nun absolut, daß er heirathete. Eine Verwandte. Die nich!" sagte Richard. Ich .saß ihm gerade für 'ne Bettlerin auf 'nem Dorfe. Na, so was hat keine raus, wie ich! Die is steifledern, 'ne Schöneöerger Millionärstochter," erzählt er, sieht aus, als hinge der Grünkramkorb ihr noch überm Kopf nämlich die Verwandte, Helene Meier. Da nehm ich lieber " ' Am Ende mich! sage ich, und denke mir nichts bei!" , Warum nich, Lotte?" fragt er, und macht plötzlich ganz ernste Augen, und spricht davon, daß ich künstlerischen Instinkt hatte. Und ein Naturkind, das wäre noch das einzigste, unv:rsälschtes Volksthum. Und dies ewige in den Ohrenliegen' von Heirathen uns Häuslichwerden. das könnte er nicht mehr aushalten, das hinderte ihn am Arbeiten und .brächte ihn aus der Stimmung. Un findet denn endlich raus, daß ich wirklich das hätte, was für 'ne Künstlerssrau taugte. Modell sitzen kann ich ja, das is wahr. Un so is es denn gekommen. Und passen thun wir zusammen. Und die Mutter, die auf 'ner Reise nach dem Nordkap is, fein mit'm Hamburger Dampfer Auguste Victoria heißt er muß ja heute Alles hin, nach dieser Gegend, die soll, überrascht werden. ..Na, . diese Auguste Bloom, was die Mutter is, wirdne Freude haben! Schadt nichts, jetzt hält sie Richard knapp, mal muß er's doch kriegen. Na und denn, Herr von Sill, können Sie uns so viel anpumpen, wie Sie wollen. Jetzt werden wir wohl mal was haben, und mal nich! Schadt, nich. gehört mit zum Künstlerstand. Bis an- die Ellben hineingreisen in den Geldsack, das is keine Kunst." Bruno hat der Erzählung zugehört, streckt jetzt die Hand aus und sagt: Noch 'ne Zigarette! Und Richard hat Recht ganz Recht. Unverfälschte Natur, wer daran noch Gefallen haben kann ja, ja ich auch nicht mehr." Nachdem das -Streichholz - brennt, ruft Lotte: Ja, und was die Hauptfache ist. Auf's Standesamt soll'n Sie mit, Zeuge. Wir bitten schön. . . ." Kann nicht, thut mir leid. J verreise!" Nu aber! Schieben Sie's doch aus." Kann ich nicht mag auch nicht!" So was!" sie veziehr den Mund.! Auf Sie halt ich gerade. Aber denn ! muß Richard wen anders noch finden." , Sie steht auf und kreuzt die Arme über ' der Brust.- but mir wirklich leid...."

i i

Ja, Lotte ras x:e?en und der Spaß und Überhaupt die ganze Geschichte Frau Bloom in spe, das Kastchen da. . . . Sehr schön!" sagt sie und tritt an den Nebentisch und. legt die Hände darauf. Das woll n Sie mir wohl schenken? Zur Hochzeit, was?. Wir kön nen Alles brauchen und nehmen auch Alles! So sind wir nicht!" Na. Sie können mal Ansprüche darauf machen ich hab's noch für die Reise nöthig." Sind Sie aber schäbig!" Unglaublich, Lotte. Ganz heruntergekommen!" Ein gelungener Mensch sind Sie" sie sieht ihn blinzelnd an aber Sie hätte selbst ich nich genommen, und wenn Sie mich zehnmal hätten heirathen wollen!" Hahaha! Lotte, das ist ein ehrliches Wort, und ich danke Ihnen dafür. Nicht mal Sie sehen Sie wohl, wie ich heruntergekommen bin!" Sie zuckt die Achseln und springt auf. Na, wenn e denn mit der Hochzeit nichts ist, denn auf ein andermal." Oöer halten wir uns an das Jetzt?" Versteh ich nich Sie werden eigentlich auch immer duseliger." Sie ist doch ein wenig ärgerlich. So 'n Adeliger, sehn Sie. das hätte sich gemacht. Na, denn nich. is auch gut, und Anderen wird der Sekt ja auch wohl schmecken." Sekt. Lorte, und gute Zigarren, die erschweren den Abschied, das ist noch das Einzige," sagt er, und wirft den Rest der Zigarette weg. Sie bietet ihm die Hand. Adje auch!" Dann fällt ihr noch etwas ein. Kirche auch, natürlich, weißes Kleid und Myrthenkranz, auch in Schöneberg. Denn ich bin vom Dorfe, und ohne das. da glaubte ich es gar nich recht. Er hat erst nich gewollt modern is modern, und ich bins auch. Aber das muß fein und hat richtig nachgegeben. Mit dem weißen Kleide will er denn gleich 'ne Freilichtskizze machen Sektglas in der Hand und Schleier dahinter es kann sich machen. Nu aber is Zeit Adje auch!" Ihre zwitschernde Stimme verstummt. Hab' die Ehre. Lotte Becker zukünftige " Das haben Sie doch genug gesagt .Habe ich auch. Lachen Sie noch mal. Lotte, daß ich alle Zähne sehe. diese gesunden, Ihr Mund erlaubt Ihnen das ja. So ist's recht. Danke schön!" Ein Händeschütteln, sie lacht noch ein paar Mal, und er sieht ihr ohne aufzustehen nach. Hm! Za!" , ütn Weilchen bleibt er in Gedanken versunken sitzen, dann tritt er an den Tisch, auf dem neben dem Pistolenkästen das Schreibzeug steht. Das wenigstens hat er um mich verdient. An ihn oder an Toni. Sie sie. die eine Ahnung hat, soll's auch wissen. An, sie adressiren ja: Lieber Heinz, guter Kerl ich mag die Komödie nicht mehr, der Vorhang kann herunter. Wozu soll ich immer anfangen, Bilder zu malen und sie nie fertig machen? Das ist zu langweilig. Ueberhaupt ist mir Alles langweilig, am meisten die Menschen; auch die Weiber! Und ich ihnen. Lotte Becker hat mir soeben erklärt, daß sie mich ganz gewiß nicht heirathen würde. Kann es noch etwas Niederschlagenderes geben? Eine Anständigkeit will ich begehen, und Dir sagen, daß ich die Checks auf den Namen Deines Va iers ausstellte; Deine Unterschrift ließ sich so leicht nachmachen, and ich war in Noth Spielschulden und sonstige Dummheiten. Dir damals sagen ah, ich mochte nicht. Und vorhin? Ich war drauf und dran, .aber dann hättest Du mir in liebevoller Verzeihung vergeben und eine Moralpauke gehalten und wärst, um Deinen Freund nichts zu blamiren, bei Deinem Alten zu 'Kreuz gekrochen. Jetzt kannst Du auftrumpfen. Toni ahnte so etwas, die hat Augen; sie ist das einzige Frauenzimmer auf der Welt, vor dem ich Respekt gehabt habe. Ich mache sie zu meiner Testamentsvollstreckerin. zur Ueberbringerin dieses Briefes an Dich. Nicht, .daß Du denkst, die Schreibübung beschleunigte meine Abreise. Ich habe genug, ich mag nicht mehr. Du denkst woh! noch ab und zu an mich so v kenne ich Dich. -Dir ist .gleickgiltlg gewesen, was die lieben Mitorüder " von mir gehalten haben, noch mehr, was sie hinterher sagen. Für Deine ferneren Stationen wünsche, ich Dir Glück! Du bist ein Mensch, der die Lebensarbeit fertig bringt. Ich streike. Bruno." Er schreibt seinen Namen langsamer, als das Uebrige, schiebt das Blatt in ein Kouvert, steht vom Sessel auf und sieht nach dem Kasten. . ' Dem Alten wird es schwerer geworden sein er hing an dem Leben!" murmelt er. jetzt zum Druck den Finger hebend, ab:r er läßt die Feder nicht springen. Ist ja gar nicht nöthig es gibt eine geräuschlosere Art." Ein Griff nach seiner Westentasche, er befördert ein kleines, ledernes Flacon daraus hervor. Sie hatte damals keinen Muth! Märe auch eine zu dumme Romantik gewesen und seitdem habe ich's immer mit mir herumgetragen, 's ist doch eine Rücksicht für die alte Frau kein Knall wie bei,Jenem!" Er wirfl sich auf . das Ruhebett. schließt die Auaen und letzt das I?lä5cb- !

a;en an vie lppen. 'rqu von Sill kommt die Stiegen empor, sie hat sich auf jedem Absatz auf dem dort stehenden Stuhle ausgeruht nun der letzte Absatz. Ihren Bruno darben, enibehren zu wissen, ihn um seine Stimmung gebracht zu sehen, ein paar lumpiaer Zigaretten halber! Das war lhr erster Gedanke, als sie die Summe vorhin einschob. Sie kennt seine Lieblingsmarke genau und hinunter, sie selber einkaufen. Darin liegt ja die ganz: Freude. Er ist schön, gerade so sah damals ihr Mann aus, als er kam, um bei ihrem Vater um sie zu werben ach. die Zeiten' Welch' ein BeHagen, mit dem sie drüben an der Ecke, im Tadakladen. sagen konnte: Die Marke, die mein Sohn, Herr von Sill, hier öfter kauft. 'Sie wissen ja!" Selbstverständlich, gnädige Frau!" und eine respektvolle Verbeugung. Sie hat sich auf der Straße umgeblickt: die Menschen scheinen sämmtlich so fröylich in die Welt zu gucken. Sie selber muß auch so aussehen sie fühlt sich leichter, wohler. Es ist etwas in der Luft, das ihr von kommenden guten Zeiten spricht ja, sie ahnt sie auch. Das Glasgemälde auch eins, über das Bruno immer seinen Zorn ausläßt da, ein Fenster, zeigt einen lustigen .Herold, der in die Welt hinauZblast. Wenn . doch einmal noch Alles um sie her klingen und singen könnte. Wenn sie den Ruhm ihres Sohnes, auf den sie Alles setzt, in die Welt hinaus blasen! Ja, das kommt, muß. wird kommen. Es geht etwas wie ein wörtliches Stoßgebet über ihre Lippen. Dann erhebt sie sich und besteigt die letzten Stufen. Wenn Bruno in guter Laune ist. thut sie, was sie bei ihrem Manne nie gewagt, sie fährt ihm durchs Haar. Und guter Laune wird er jetzt schon werden. Sie kann es begreifen, wie ihm, während er die blauen Wolken in die Luft bläst, lustige, bunte Künstlerträume kommen! Sie kann das ihr Unverständliche begreifen, wenn Bruno es sagt. Leo ist ja auch ein lieber Mensch, ebenfalls an den Vater erinnernd, aber der Aeltefte steht ihr am nächsten. Toni das ist eine Fremde, sie fühlt so gar nichts Verwandtes mit sich in ihr, sie sucht vergebens eine Charaktereigenschaft, die sich mit einer des Mannes deckte, den sie so sehr geliebt hat, und der sie so grenzenlos unglücklich gemacht hat. Aber Bruno! Der wird ihr Halt, ihre Stütze im Alter werden jetzt gährt, tobt, wirkt und wogt noch Alles in ihm. Toni schmält sie allein nur hat Verständniß für ihn. Leise die Thür auf und zu! Sie horcht. Das lustige Modell ist nicht mehr da. Sie öffnet wenn er schläft, dann will sie das Schächtelchen neben ihn setzen. Einmal hat sie, es war in der ersten Zeit ihrer.. Ehe, den Gatten, den sie schlafend glaubte, mit Rosen bestreut. Wie er lachte und sie sentimental und kindisch nannte sie 'hat Thränen in den Augen gehabt, und es nie wieder gethan. Man muß sich nicht lächerlich machen am 'wenigsten vor seinem Manne! Das Wort saß! Ach, damals! So behutsam, als es ihr möglich ist, . kommt sie herangeschlichen, freilich, auf den Fußspitzen kann sie's nicht mehr; die Zeiten sind vorbei. Wirklich, er schläst. Ja, nach den Extravaganzen, zu denen ihn die Anderen verleitet haben immer Andere! Die haben überhaupt viel an ihm verschuldet. Als Schulknabe klagte er ihr das oft: Weißt Du. Mütterlein, die Anderen! Und gegen den Hauslehrer und den aufbrausenden Zorn ihres Mannes beschützte sie ihren Liebling. Mütterlein. Du stehst mir doch bei!" Und sie nickte und legte den Finger aus den Mund, und es war so hübsch, mit dem jungen Sausewind ein Geheimniß zu haben. . Nur einmal noch, Mütterlein, Durchsteckerei, weißt Du!" Wie bleick, wie fahl, wie verzerrt sein Gesicht' aussieht sie schleicht näher. Allmächtiger Gott, das ist keine natürliche Farbe, dss ist ein entsetzensvoller Ausdruck, qualvoll starr Bruno, Bruno!" flüstert sie erst, dann sagt sie es lauter, faßt in ihrer Angst seine Schulter, rüttelt ihn. . Kein Laut, keine Bewegung. , Bruno, Bruno! so hör' doch " " Er öffnet die Augen nicht. Sie saßt nach seiner Stirn, sie gleitet mit den zitternden Händen über seine Wangen, legt das Ohr an seine Lippen kein Athemzug. .Er ist todt!" Ein schriller, wilder Schrei. ' Toni hört ihn in dem Hinterzimmer, wo sie am Fenster gesessen und zu dem Stückchen Himmel aufgeblickt hat, das zwischen "den grauen Steinmauern sichtbar ist.' Auf dem Dachfirst' gegenüber sitzt ein Spatz, der schwatzt in ihr gedankenloses Träumen hinein nur wie sie vom polternd zurückgestoßenen Stuhl emporspringt, flattert er davon. Toni, Toni!" ist die Fortsetzung des Schreies von drüben. - In ihrer Herzensangst, begehrt die unglückliche Mutter nach der Stärkeren. Er ist todt! todt, mein Liebling, mein Bester, mein Einziger!" Mutter, arme Mutter!" sie. sieht, daß Jene die unerbittliche Wahrheit ahnt. Kannst ihn nicht aufwecken ich konnt's ja nicht!" jammert die Amisräthin. Kein Doktor kann's!" als sie sieht, daß Toni nach der Stirn, den Lippen fühlt. Toni wird so bleich, wie der stillgewordene Mann da auf dem Ruhebette. Und sie blickt umher ein Brief da obne. daß dieZZutter s ge-

wahrt, schiedk sie n"ln'dle Tasche und dann löst sie das Fläschchen. aus den es umklammernden Fingern, während jene sich über den Sohn beugt und mit beiden Händen in sein volles Haupthaar faßt: Du. mein Kind, mein Kind!" Toni stützt die Schwankende. Ein Arzt muß kommen, arme Mutter aber " Ich weiß, ich weiß! Nie wieder legt er seinen Kopf an meine Schulter! Keiner kann ihn aufwecken, wenn's seine Mutter nicht kann." Dann faßt sie in die Luft, eine zuckende Bewegung, ein qualvoller Laut und ohnmächtig gleitet sie zu Boden. Es ist ein ganz kleines Gefolge, das an der offenen Grube auf dem Schönebenzer Friedhof steht neben den Angehörigen Bruno von Sills drei Kämeraden Leos, die Portiersfrau, die sich kein Begräbniß aus dem Hause, in dem sie die Verwaltung hat, entgehen läßt, und ein Schuhmacher, der künstlerisch angehaucht ist, und dem die Redensarten Brunos immer imponirt haben, 's war ein guter, wunderlicher Herr! Und der hätt's weit gebracht, wenn er leben geblieben wäre. Der hätte der Wett was Anderes gezeigt. Denn war dem etwa ein Schuh recht aus irgend 'nem Laden? Nein, ganz was Besonderes mußte es fein, und das konnte ich ihm nur machen. Un der kleine Posten, der bei mir noch steht, der wird mir doch wohl sicher sein! Der Herr Bruder sind ja Offizier!" hat er zu der Portiersfrau 'gesagt, wie sie hinter dem Sarge hergegangen sind, zwischen den Hügeln .und Kreuzen und Obelisken am Wege mit den vielen Inschriften von Wiedersehen und Schmerz, mit den bunten Blumen und dem traurig-ernsten Immergrün. Groß und Klein. Alt und Jung und droben vom Thurm der kleinen Kirche das Läuten. Sänger sind keine da!" sagt eine Frau aus dem Publikum, ohne Gesang macht sich gar kein Begräbniß, das is nu mal wahr. Ifte, ohne Musik gefällt. es mir nich. Es rührt Einen viel mehr." Auch Fine Plinke steht da, ihr Kind auf dem Arme. Sie trägt eine schäbige Trauerkleidung, einen verbrauchten Rock und eine Bluse, die sie von Lotte Becker bekommen hat. Für das Delchen hat eö zu weiter nichts gereicht, als wie zu einem schwarzen Band: um den weißen Strohhut; das bunte Kleidchen hat es verwachsen, die Aermchen ragen weit aus den Aermeln heraus. Da.5 Kind sieht mit ernsthaften Augen die Leute an, und wenn sein Blick auf die 'cunten Blumen fällt, erhellen sich sein: Mienen. Gestern um die Abendstunde haben sie Fines Mann auf dem ArmenkirchHof in Friedrichsfelde begraben, auf diesem riesigen Todtenselde der Namenlosen. Nur sie und Deichen sind hinter dem Sarge hergegangen. Gerade so wie jetzt hat das Kind die kleinen warmen Hände um ihren Hals geschlungen gehabt und stumm mit den großen Augen zugeschaut. Fine sieht sehr elenv aus. alle Frische ist weggewischt aus dem Gesicht, und der Kops hängt vorgebeugt; die Augenlider sind roth vom Weines, aber seit sich die Grube übe? ihrem Henrich geschlossen hat, findet sie leine Thränen mehr. Es ist ein dumpfes Gefühl über sie gekommen, sie geht hin, wie unsicher tappend in halber Dunkelheit., Zuweilen hat das Delchen, nachdem sie ihren Henrich abgeholt haben nach der Leichenhalle, gefragt: Wo is der Papa?" dann hat sie keine Antwort geben können, nur still den Kopf geschüttelt, und heute fragt es schon nicht mehr. Während der Pastor da gesprochen hat von Schmerz und Ergebung, vom schweren Abschiednehmen und frohen Wiedersehen, hat sie erst gedacht, es könnte eine Grabrede für ihren Henrich sein. Da ist nichts gewesen.wie ein stilles Gebet vom Todtengräber. Aber ganz hat sie doch nicht folgen können Schmerz," ach, der Henrich hat ihn nicht übermäßig .mehr gefühlt, der Slutsturz ist so plötzlich gekommen, in der Nacht, wie's dunkel war. und sie sich erst aus dem schweren Schlaf hat emportappen müssen. "L3is dann Licht war. und er sie ansah, eher verwundert, als traurig, und dann, wie er unter ihren Händen war, 'schon die Augen zumachte und nie mehr öffnete wie sie auch rief und rüttelte. Und wie dann der Arzt kam und nicht', mehr ' zu machen war todt! Ergebung !" tönt die Stimme deS Pastors.' J, drin finden müssen Sie sich, hat der gutmüthige Hauswirth gesagt. Sie stnda eine fleißige Frau, und ich werde t nicht drängen. :; Da ist noch viel geblieben die Kinder." Sie hat' auch ihr Deichen, freilich, fest bat sie's an sich gedückt,' dem muß sie nun Alles fein, Vater und Mutter getreulich. .Erbschaft des G;!5." , (Fortsetzung folgt.) mißverstände n. Tante: Ach, ein Bouquet von meinem Neffen, dem Studiosus ... und gar noch Rosen um diese Zeit!" Dienstmann: Gelt da schau'n S' am 29tcn!!" Neues Wort. Sind die Expcrimente JhresNeffcn, des Erfinders, kostspielig?" Und ob! Der hat schon ein ganzes Vermögen vererfunden!" ' Kaserne n ho fb l ü t h e. Unterofficier (zum Rekruten ,heim Turnen): Machen Sie doch.nicht ein so trauriges Gesicht, wie ein Affe, der erfahren hat, daß Sie von ihm abstammen!" '

i .

??5L5S:L5 S CONICAD rijEltS, S 5 DeutfcheWirthfchaft, 8 H Oft Washingto Straße. fl h v JvdianafolS. 6 Ter beste Geschaftelunch in der Stadt. Feine Weine. Liköre und igarreii. H. A. K0LKE11, Wirthschaft und Billiard-Zimmer, föiner kunch, weine it. Qquöre. 901 Ost Washington Str. eueö Telephon 2834. Indianapolis Ottmar K'eÄer, 217 Ost Washington Str. : Feine : lveine, (iquöre und Cigarren. krtra-Lunch servirt auf Order zu Zeder Zeit. öauvtauartier der NSSer. Badens 1 Netzger und anderer Vereine. , Telephon 3327. aloott. 202 Nord Noble Str. MeS Telephon 702 Call 2. FlllIfl BAlflTj Süd Delaware Str. Deutsche Wirthschaft und Billiard-Zimmer. Feine Weine, Liquore und Cigarren. Warmer Lnuch von 9 bis 1. Inder Deutschen Wirthschaft von WM. FKICK, 5!o. 507 Oft Washington Straße, findet man feinstes Home Brew mit schmack haftn Lunch zu jeder Stunde deS TageS. Jacob lolier, 301 w. Washington Str. Restaurant und Sample Noom. SuterAunch und vorzügliche Geträllke. Offen Tag und Nacht. Union Station Hotel No. 6 West Louisiana Straße, gegenüber dem Ostende der Union Station SAM. II 0R HIE, Mummet. Die feinste Bar in der Stadt. MeSenId erster Klasse. Ttlevbou 8771. Deutsche Wirthschaft d0N . T G. LEUKHARDT, I Gemüthlichen Ecke, No. 02 Nord Noble Straße , Heden Samstag Tuttelsuppe und euSgczcichucter v armer Lunch. ' . Neues Phone 2011. Arcade Kneipe. Feine importirte und einheimische ÜHWeZne.,

wm

Stoeffler

Gute Cigarren. Das beste Bier in der Stadl . . . . . .stets frisch an Zapf. ..... JOHN WEBER, atntbiwut.

- t . .