Indiana Tribüne, Volume 25, Number 131, Indianapolis, Marion County, 29 January 1902 — Page 7

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Von . Dely. (FortseMg.) Ja. Lotte, Hochmuth kommt vor öem Falle!- sagt Fme Plinke und blickt, verhärmt und blatz. in das sröhliche Gesicht ihrer Landsmännin. Meinst mich doch nich etwa?" ant worlet Lotte Bnr, .so was trifft nich immer zu. Un Kchm1ith!g bin ich gar nich wenn ich nun auch Jemand ge funden habe, der mich heirathen will. En richtiger Künstlers .Ach, üb spreche ja von uns!" seufzt Fine. .Guck Dich blos mäl um. die besten Sachen fehlen, un 'ne feuchte Kellerwohnung, und draußen steht es wieder dran: Uebernimmt Ausbisserungen zu den billigsten Preisen, wendet und bügelt auf.- Es kommt aber Keiner, und wenn auch wcr käme, er kann doch nichts thun, mein armer, kranker Mann." Sie achtet gar nicht darauf, was ihr die Andere sagt, von ihrem Glücke und ihrer Freude sie hzt mit dem eigenen Kummer genug zu thun. Ich meine man, wenn wir geblieben wären, wo wir waren, als die kleine Erbschaft kam, un hatten nich hoch hinaus gewollt! 'Der Kummer frißt noch mehr an D.nrich, als wie die Krankheit, das is ganz gewiß." Lottcns volles Haar ist auf die neueste Art. mähnenartig auf die Mangen herabfallenv. frisirt. Sie fährt mit beiden Handen achtlos hinein und zerzaust es: ihre kleinen Auqen blitzen und die blendeno weißen regelmäßigen Zähne werden von dem großen Munde enthüllt. .iZkine, was habe ich Dich immer bcneidet." meint, sie. .Erst in Wolfshagen, wo Du so gute Kleider hattest und 'ne orcentliche Familie, und ich in Lumpen gehen mußte und kein Mensch etwas anderes vor d?n Hausthüren zu mir sagte, als: Mach, daß Du da weg kommst." Als ob ich räudig wäre oder stehlen wollte. Wie 'ne wilde Katze hätte ich oft um mich beißen mögen. k?ie krampst legt noch die Hände zusammen. .Un war doch kein schlechtes Kmd, und mochte nich ganz ausgestoßen sein!" Fme nickt. .Ja, dadrin sind sie schllinnl wen sie nich für zugehörig halten, wen ste nich wollen...." ste bricht ab, halb mit der Erinnerung beschäftigt, halb wieder mit den Gedanken bei ihrem eigenen Elend. ' .Un denn später hier," schwatzt Lotte weiter. .Du hattest einen Mann und ein Kind und wußtest, wohin Du gehörtest, und hattest Dein Auskommen. Und ich mußte heute hier un) morgen dort sein und versuchen, daß ich nicht verhungerte. Ach, wie neidisch war ich. wenn ich hinter dem Ladentisch stand, müde zum Umfallen, und mich nich mal setzen durste und denn an den alten Großvaterstuh! dachte. Un nu kriege ich es ja so viel besser wie Du." . Fine senkt den Kopf auf die Brust und flüstert mehr sich, als der Anderen zu: .Ich wills Dir auch nich mißgönnen!" .Ja, 'wer Alles im Leben voraussehen konnte." sagt Lotte und stemmt beiöe Hände gegen den modernen Ledergürtel. der ihre Taille noch dünner erscheinen . laßt. ' .Wenn . ich mir das hätte träumen lassen, als ich noch so niedere Arbeit thun . mußte, da zu Hause, uns herumgestoßen und gcfchlagen wurde, daß ich zu was 'Höherem bestimmt wäre!" Fine horcht auf. .Hör nur, wie er stöhnt, was für 'ne Athemnoth er hat," sagt ,sie und deutet nach dem großen Zimmer, in welchem der Kranke liegt, .s sind schon zwei Miether darum ausgezogen, 'ne Plätterin und 'ne Blumenmacherin. Sie müßten ihre Nachtruhe haben, sagten sie. Ja. fremde Leute! Ich habe doch auch keine, und der arme Henrich erst, 'nen Stein kann's, erbarmen." Sie .trocknet mit der Schürze die Augen. .Un sehn darf er's noch nich mal, dann is er immer gleich ängstlich. Ach, und wie oft muß der Doktor kommen, das wird 'ne schöne Rechnung werden." .Ach Du." sagt Lotte und dreht' sich auf den Absätzen mit einer schlenkernden Bewegung herum, .da habe ich auch den komischen Menschen getroffen, der früher bei Euch wohnte, den Telle. Du, das lustige HauS. Er läßt schön grüßen." - .Ja, dec kommt auch nich mehr," meint die Schneiderssrau, .den - hat Waßmann richtig rausgebiffen. Und ich sage Dir, der war der Vernünftigste von Allen. Wenn auf den gehört worden wäre!" .So'n Peijatz!" lacht Lotte. Fine wird ganz roth. .Ein ehrlicher Mensch is es!" .Ja doch, er wallte auch wissen, wie es bei Euch stände. Da habe ich denn gesagt: .Du ahnst es nicht. SchmalHans, der bei vielen Leuten Kllchenmei-, ster wäre, das wäre ein reicher Mann jetzt gegen Plinkcs. Un Hunge.'pfoten wär 'n Gericht, das schmeckte nich Jedem. Du, der is ganz blaß geworden." Fine wendet sich ab. .Man muß sich ja schämen," sagt sie. ..Man bringt sich ja noch durch!" .Aber wie ne, weißt Du. wenn ich das so sebe, wie Du Dich schindest und läufst und sorgst, und nun auch noch bis in die späte Nacht rein nähst und flickst. Aber, weißt Du, das wende ich. Dir se.rne zu ich bin das Nähen

mchi mehr gewöhnt meine Finger wollen nich. seit ich immer Modell sitze." .Ach. wenn ich nur Arbeit habe!" antwortet Fine. .Ja. und Telle sagte zuletzt, wenn er mal mit unter die Arme greifen könnte er wär ja da. Und könnte auch ein paar Schnäpse weniger trinken. . . ." O. der nicht, der nicht!" ruft Fine rasch, und wendet sich aufs Neue ab. Lotte trällert den Ansang eines Liedchens. Geh.doch zu Henrich nin," mein. Fine, .der hat eZ gern, wenn er lustige

Menschen seyen kann. Lotte verzieht das Gesicht, gehorcht dann aber. Der Schneider ist in halb sitzender Stellung im Bett; er wendet das ha gere Antlitz dör Äntretenden zu. .Freilich, da draußen lach! Ihr und singt und ich kann hier liegen, kümmert sich kein Mensch drum," sagt er mit griesgrämigem Tone und streckt Lotte die Hand hin. .Wozu is das kumpige Leben da, als daß man es sich vergnügt macht," lacht das Mädchen und zeigt seine Zähne. .Es is ja auch so kurz." .Hm! Wenn ich man erst wieder ganz auf dem Damm bin," hustet der Schneider. .Dann solls auch anders werden, dann fang , ich die sitzende Lebensweise nich wieder an. Dann such ich mir 'n Vertrauenspöstchen. Kaution habe ich bis dahin. Waßmann seine Geschäfte müssen ja endlich glücken!" .Na. natürlich!" rust Lotte, und sucht eine Fliege zu fangen, die sich in den dumpfigen Raum verirrt hat. Sie rümpft auch ein wenig die Nase sie ist empfindlich gegen schlechte Luft geworden. .Waßmann hat wieder Projekte so was glaubt der Mensch nicht!" erzählt Henrich und sein: Wangen glühen vor Ausregung. .Wenn man den so hört. Un wenn man Geld hätte der Mensch is ein Genie, dem es nur an der rechten Unterstützung fehlt. Ja, wer 'n Millionär wäre." .Hm!" Lotte wickelt einen Faden um die unruhigen Finger. .Du, Henrich, machst auch Projekte." sagt sie. .Ich lern es ja! Un es is was in mir so was Sehnsüchtiges! Waßmann sagt auch, ich hätte Sinn für was Höheres. Deshalb verzweifle ich auch nicht auf meinem Schmerzenslager. Bin ich erst wieder besser, dann will ich es der Welt auch schon zeigen! Blos Fine" er beginnt zu flüstern .die hat sür so was keinen Sinn, die wäre besser auf dem Lande geblieben " ein krampfartiger 5ustenanfall schneidet ihm die Wrte ab. Fine eilt bestürzt herein, um ihm die Medizin zu reichen, und mit ihr kommt Waßmann. Er sieht in seiner Kleidung um einige Grade reduzirter aus, was Lotte, die jetzt auch dafür einen Blick bat, sofort bemerkt. .Mein schönes Fräulein. ..." .Ach, lassen Sie man! So was hör ich nich gern, denn erstens is es nich wahr un zweitens auch so abgedroschen. Un wir Moderne, wir sind ganz auf Natur un Wahrheit! Das bringen Sie man wo anders an, wo es noch paßt," antwortet sie. .Sieh mal, schneidig! Ich bewundere Sie. Fräulein Lotte!" .Auch unnöthig. Der Mensch muß sich menschlich geben, denn er is ja 'n Mensch!" sagt sie und stemmt die Arme wieder in die Seite. Ganz kämpfgerüstet steht sie da. .I, Du meine Güte!" staun! der Agent, .Sie können mir gefallen!" .Sie mir schon lange nich!" lacht das kecke Mädchen übermüthig. Henrich hat seine Tropfen genommen und hebt den Kopf wieder von der Schulter seiner Frau, an welche sie ihn gebettet hatte. .Hast Dich solange nich sehen lassen!" spricht er nach Waßmann hinüber. .Geschäfte. Geschäfte! Du ahnst das nicht da in Deinem Bette, was Unsereins gehetzt wird. Du hast es, sozusagen, gut!" .Gut?" fragt Fine scharf, und stellt sich vor ihn hin. .Schämen Sie sich nicht, das zu sagen? Hier in der feuchten Wohnung, wo das Wasser von den .Wänden läuft und es dumpf und modrig ist? Mit seinem Husteu und ohne Arbeit und Erwerb? Gut? Ja, wenn die klugen Nathgeber nicht gewesen wären!" Sie entwickelt eine plötzliche Schärfe und Schnelligkeit des Nedens, die man sonst nicht an ihr gekannt. .Gut? daß' Gott erbarm! Unsere Sachen stehen auf dem Leihhause, und wenn der Wirth nich Mitleid hätte, weil wir früher im vierten Stock pünktliche Zayler und ruhige Miether ge-' Wesen sind, dann lägen wir schon langst auf der Siraße." .Aber, Madame Plinke, Madame Plinke!" wehrt Waßmann. .Ach, lassen 'Sie schöne Redensarten! das kenne ich nu schon lange! Unser Geld bringen Sie uns lieber!" .Wenn ich das könnte!" seufzt er, .so hätten Sie es schon lange, denn ich mag das ja nun wirklich nicht hören! Das klingt so sonderbar, so anzüglich." Lottes Helles Lachen tönt hinein. .Aber es steht wie das meinige in großartigen Unternehmungen fest. Daran ist nicht zu rütteln!" .Und unterdessen können wir Alle hier umkommen!" . ..Umkommen, Madame Plinke? So weit ist es denn doch noch nicht. Wenn ich mich umsehe Du lieber Himmel, viele Menschen wohnen schlechter. Ich zum Beisp:l muß mich in diesem Augenblick mit einer Dachkammer begnügen die Mittel, über die ich bispyniren ..kann, aeitatten es mir. nickt

anders. Was sage ich mir? Das Dichterwort: In der . Beschränkung zeigt sich erst der Meister! Plinke. Du bist durch mich genug Philosoph geworden, um Dich umzusehen und ebenfalls zu sprechen: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister!" Henrich läßt seine Augen durch den Raum schweifen. Ja' ja! gewiß!" sagt er. Und Fine ist besiegt, sie kann nicht gegen den Menschen an. .Uebrigens bin ich auch da, um meinen Freund Henrich aufzuheitern." fährt der Agent fort, und wirft sich auf einen BretMubl. .Ablenkung von sick

selber ist die beste Sache Deine Krankheit ist ja auch nicht schlimm!" .I. bewahre!" sagt der Schneider zuversichtlich. .Ja. aber mit der Tantow wer das geahnt hätte. Das Ware doch 'ne Spekulation gewesen!" ruft Waßmann und schiebt seine Rechte zwischen die Knopflöcher seines bis zum Halse geschlossenen RockeS. .Was is denn?" fragen die Drei durcheinander. .Mausetodt! Herzschlag! glückliches Ende! Und dreißkgtausend Mark Hinterlassenschaft und kein Erbberechtigter weit und breit aufzufinden!" Lottens Hände beschreiben einen Bogen in der Luft. .Sa dick war sie!" und sie ahmt das Schnaufen und Pusten der alten Frau nach. Henrich und Waßmann lachen, Fine sieht unwillig drein, das Spotten geht gegen ihre Natur. .Nun is die auch hin sie meinte es gut und brachte doch auch immer Arbeit!" Waßmann will seinen Fuß vorschieben, zieht ihn aber wieder zurück, denn er' entdeckt ein neues Loch im Oberleder. .Die Fülle der Gestalt hätte mich nun endgiltig nicht abgestoßen," meint er mit einem Lächeln. .Da sitzt man nun hier in diesem Keller und weiß von nichts!" klagt Plinke. .Sagen lassen hat sie's doch nicht mehr können!" wirst Lotte ein und dreht sich einmal wieder geschmeidig um sich selber. ..Ich hätt's ahnm sollen," deklamirt Waßmann. .Ich hätte sie auf Abbruch geheirathet." Der Schneider lacht und muß wieder husten und dann sagr er: .Sie iß also todt ja, und hat so diel über meine Konstitution zu sagen gehabt." .Die hat die ausgehalten und hält uns Alle aus!" ruft Waßmann. .Sie haben also noch lern Frau gefunden?" fragt ihn Lotte, herantänzelnd. .Wollen Sie mich?" .Danke, ich bin versehe." Schade, sehr schade!" donn reicht er dem Schneider die Hand. .Bruderherz, nu man alert! Kopf oben! die Zeiten müssen besser werden, die Welt ist rund und muß sich drehen." .Muß sich drehn!" wiederholt Henrich und nickt dazu. Waßmann geht an Lotte heran. .Mein gnädiges Fräulein, Sie sehn so wohlhabend aus," flüstert er ihr zu. .Warum?" .Könnten Sie mir nich fünf Mark?" .Bitte, is nich." .Drei?" .Nich 'n Nickel! . Sie kenn ich nu genug. Sie haben hier gerade zur Genüge angerichtet und wenn ich die Frau wäre, ich hätte Ihnen schon lange gezeigt, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat verstehn Sie mich?" Sie hebt beide Hände mit gespreizten Fingern gegen ihn auf. .Sie sind forsch!" sagt er, .und verstehn thut man Sie ja auch. Aber Sie gefallen mir doch." Und er lacht schallend heraus. Sie wendet sich derächtlich von ihm ab. .Da lacht Ihr nun wieder!" schmält der Kranke. .Erzählt mir auch was. Lustig sein is gesund!" Bruno liegt auf der Chaiselongue, die Beine lang ausgestreckt, auf dem einen Fuß balancirt noch ein türkischer Pantoffel, der andere schimmert in weiter Entfernung auf . dem Teppich, wohin er ihn bei dem nachlässigen Spie! geschleudert. .So, Mutter, das ist also Deine Geschichte," sagt er zur Amtsräthin, die am Tische sitzt. .Ich muß gestehen, sie hat mich weder sehr ufeeregt, noch unterhalten. Der Mensch da. der Ba ron, ist in unser Haus gekommen, um der schönen Toni nachzustellen, er sah die vergebene Liebesmüh ein und macht dem Mädchen einen Antrag. Sie hat ihn abgewiesen. ' So was kommt alle Tage vor und ist absolut nichts Besonderes." Er gähnt, seine Gesichtsfarbe ist noch blasser geworden, seine Augen liegen tief im Kopf, von dunkeln Ringen umrahmt. .Nichts Besonderes?" wiederholt Frau von Sill. und ihre Mienen bekommen einen ganz entsetzten Ausdruck. ' .Wenn sie eine beneidenswerth reiche Frau werden konnte? Wenn sie uns Allen mit einem Schlage wieder eine andere Position schaffen konnte?" Bah!" .Du scheinst durchaus kein Verständniß für die Sache zu haben!" klingt es in aufgeregtem Ton herüber. .O doch, doch! ich weiß, daß ich sie wundervoll hätte anpumpen können meine reiche Schwester!" .Bruno!" Er wirft sich auf dem Lager herum. .Ach, wie zerschlagen man ist. Und dazu sind mir alle Zigaretten ausgegangen, Leo nicht da. . . ." .Vielleicht aber Eggert " sagt die CDuU

,AH, ben laß nur unaenork,- wehrt

er. . . . .Ja, dann weiß ich nicht .Auch gut!" Er pfeift eilt paar Takte, ein Wintergartenlied ist's, das j augenblicklich der Masse gefällt. Tom hat's wohl zetzt nicht zum Besten bei Dir. he?" fragt er dann. .Wie ich Dich kenne, wirst Du den Fall bei jeder Mahlzeit auffrischen." .Daß ich daran denke, ist wohl zil natürlich. Du kennst aber Tonis verschlössen Art." ..Acußerlich echausfirt sie sich allerdings nicht sie ist eine von den nachhaltig Stillen." Und wieder ein paar Takte des Liedes und dann ein jäher Abbruch. .Thu mir 'n Gefallen und schaff mir das schlechte Bild da - aus den Augen. Auf die Bodenkammer zu den anderen." .Ja.' vollenden wirst Du's wohl nicht, nach den Vorkommnissen. Und es war doch ein schöner Auftrag," sagt die Amtsräthin. .Schöner Auftrag? hahaha! ich war's ja längst leid, in das blasirte Gesicht zu stieren. Ich hätte es doch nie fertig gemacht so oder so. Der verunglückte Schwager' kann sich ja wo anders malen lassen. Hahaha!" Frau von Sill seufzt sehr schwer, sie steht auf. setzt das Bild herunter und dreht es neben dem Schranke mit dem Gesicht nach der Wand. .Das ist nun wieder das Resultat auf die Bodenkammer, zu den dielen anderen Entwürfen!" Wenn sie nur daran denkt, was die Leinwand und die Farben und die Modelle gekostet haben und sein Ruhm hinter den Lattenverschlagen der Bodenkammer, der Weltruhm, auf den sie wartet, den sie heiß ersehnt für ihren Liebling. .Wo ist Toni?" .Sie kommt heute später nach Hause. Sie ist zum Vorgesetzten bestellt." Der andere Pantoffel flieg: zu Boden. 11m Vrsndi frtrrn 3 fiHf firtnfcTn 40 ff V fc VL V r f kVV4l fährt Frau von Sill fort. .Vielleicht eine kleme Aufbesserung des elenden Gehaltes oder die Zuweisung von ew paar Privatstunden. Sie hat sich darum bemüht. Ach, was ist das? Die Ferien fangen an und alle Welt geht fort. Wir können das nicht und ich habe solche Sehnsucht in der Seele nach grünen Bäumen und frischer Luft." Das Bild des Parkes von Welz steht wieder vor ihren Blicken. .Ein dummes Wort, Sehnsucht," sagt Bruno. .Ich sehne mich -nach nichts, nach gar nichts höchstens taucht so etwas, wie die Ahnung eines Wunsches nach dem Aufhören dieses elenden Daseins auf aber auch nur unbestimmt " er betrachtet seine Hände aufmerksam, bald' nah, bald weiter. Bruno!" ruft die Amtsräthin entsetzt, .kränke mich doch nicht so. Ach. wie bist Du anders gegen Deine Mutter. als wie es früher Sitte war." .Ja, heut leben auch andere Menscheu, vorurtheilsfreiere." -' Sie sieht traurig hinüber. .Nennst Du Respektlosigkeit und Lieblosigkeit" dann erschrickt sie über die gebrauchten Bezeichnungen, sie will ihrem Liebling ja nicht wehe thun, steht auf und kommt zu ihm heran. .Sieh, die modeinen Ansichten " .Ja, laß nur! Man ist doch schließlich Franz Moor sagt übrigens schon so etwas Laß nur, Muttsr, beschwer Dir das Hirn nicht, denk auch nicht nach. Es ist einerlei." Und er nimmt tändelnd ihre Hand und küßt sie, und sie lächelt ganz glückselig darüber. Ich bin wieder scheußlich abgebrannt. Muttir bis auf das Nichts." Früher wäre er auch kaum wohl nach Hause gekommen, muß sie denken. .Und einen helfenden Manichäer findet man nicht mehr Du ahnst nicht, welch unbequeme Lage das ist." .Ach. Bruno ", Ne.ne!" .Wer das vor ein paar Jahren gesagt hätte, als man uns für so reich hielt." seufzt sie. Ja. Ihr Alten habt's genossen." .Du doch auch in Paris hast Du viel Geld gebraucht." .Das ist mein einziger Trost." .Weißt Du. Bruno. Du solltest ein wenig schlafen. Du siehst schlecht aus." .Hahaha! Die Arbeit, Mutter die innere, von der Du nichts' gewaizr wirst." .Ja, was es auch ist, ich mache mir Coit,e um Dich." .Laß gut sein." Sie geht leise hinaus, sie ist erfreut durch seine letzte Freundlichkeit, und sie will nachsehen, ob sie nicht doch irgend wie ein paar Mark abknapsen und vorläufig nehmen kann, um ihm Zizaretten zu verschaffen. Toni steigt die Treppen empor, ganz langsam, Stufe um Stufe so schwer ist ihr das Emporklimmen noch nie geworden. Sie bliibt ab und zu still stehen, sich an das Geländer klammernd, als wolle sie alle Kraft verlassen. Ihr Gesicht ist fahl, ihre Augen haben allen Glanz verloren, ihr halbgeöffneter Mund zuckt zuweilen . Ein paar schnelle Schritte hasten die Ctusen hinter ihr empor, die erste Stiege nehmen sie, nun die andere jetztgnd sie ganz ?ab. (Fortsetzung folgt.) ! P. und L. M. Ravpaport, AnvSlte und Notare sür Rechtssachen Zeder Art. Zimmer No. 819 und 822. Lav Building, Ost Market Str., -wischen Delaware und. Pennsylvania Straße. - Neues Telephon 33457

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