Indiana Tribüne, Volume 25, Number 130, Indianapolis, Marion County, 28 January 1902 — Page 7

Jndiana Tribune. 28. Januar

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Indianapolis. .

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Bon E. Vely. (Fortsetzung.) Herr von Kleyden hat den Drücker der Thür schon in der Hand, da kommt ein Zögern üöer ihn. . Er fühlt, es gibt leine Wiederkehr über diese Schwelle, wenn er sie einmal überschritten hat er wird diese schlanke Gestalt nicht wieder erblicken, dies nervöse Zucken der Nasenflügel, das hochmüthige Schürzen der Mundwinkel, den wundervollen, flimmernden Glanz der großen Augen nie wieder sehen. Und das Alles ist doch ein seltsamer Reiz, ein Studium für ihn gewesen. So oft er sich damit hat abfinden , wollen, es ging nicht ein Trotz, ein Verlangen haben ihn erfaßt. Und jetzt fallen sie über ihn her! Sollte es denn nicht möglich sein, diefen wilden, so unbändig mit den Flügeln schlagendenVogel einzufangen. Liebe? Ach, wie hat er nun schon so lange über diesen Begriff lächeln gelernt. Was ist es denn? 6:n so mächtiger Anreiz, daß er sie hassen könnte? Er weiß es nicht zu bezeichnen. Aber er könnte es sich deutlich vorstellen, wie er sie bändigte. Er ist kein Mann der Illusionen, er fühlt es sicher, daß sie ivin nie auch nur einen Anflug von Neigung entgegenbringen würte aber sie hat so viel Vernunft in ihrem öto?fch:n. neosn dem auflodernden Trotz, der ihm fo gefällt, ihn so zornig macht. Die anderen Manöver sind verunglückt er ist gescheitert -als hofincchendcr Kavalier,' und die. MarthaNatur der Muttkr. die unbewußt in so mancher ganz rechtschaffenen Frau steckt, hat ihn erst vollends in's Entgleisen gebracht. Nun bleibt nur noch eins. Zum Teufel, warum soll er denn das nicht und so klug, so vernünftig ist sie doch, die sich so unglücklich in den engen, aufgezwungenen Verhältnissen fühlt und mit den Flügeln an die Wände schlägt und die klirrende Kette von den zierlichen Fängen abschütteln möchte. . . , Edelfalke, Du brauchst einen anderen H:rrn. als die Nothwendigkeit! Und er will es werden, ihr Herr! Deine Räthfel sollst Du mir enthüllen. Du schöne Sphinx! Ihr Herr! Und das Sträuben wird den Reiz noch erhöhen! Er ist Menschenkenner genug, um zu wissen, daß sie zum mindesten Gleichgültigkeit ihm gegenüber hat und gerade darum! Ihr Herr! 7 Es ist allerdings ein anderes Lachen, das er vernehmen wird, als wie er es sich vorhin noch hat in die Ohren klingen lassen, wenn er dachte, welch ein Aufsehen es draußen erregen wird, wenn er die schöne Sphinx hinausbringt Hahaha Obsicger im Kampf! Hahaha Sie haben also doch schon immer Chance gehabt. Nur nicht so thun! Wen hat denn da Kl:yden in seinem V'.ererzug! Eine komplette Schönheit wo mag er denn die ? aber Kinder, das ist ja Toni Sill, 'die. schöne Sphinxl" Sie würden für ein paar Minuten den Start und die Wetten veraessen haben und zugeben, daß er ihnen Allen über ist. Seit ein paar Tagen hat er sich das vorgesprochen, und still in sich hineingelächelt, erwartungsfroh. Das wird nun anders werden, er muß eine Parole ausgeben, aber die wird die Welt noch mehr in Erstaunen setzen. Jetzt wird es heißen: Zum Kuckuck. Kleyden! Das ist eine Ueberraschung, ungeahnt; hähä!" Wen geht'S was an. Er kann den Kopf hoch tragen, sie ist schön, sie ist besonders! Und er schon der Mann, der nicht nach der Cüablone zu ver3$ versteh nicht " Kleyden w:ndet sich mit seinem, lächelnden G:sicht tviedcr zu der junaen Dame. .Nicht so ist der Istzte Augenblick aufzufassen,- spricht Toni mit völlig ruhiger Stimme. ich habe soeben erst von Ihrer Aufforderung erfahren. Sonst würde ich mich beeilt haben, Ihnen früücr mitzutheilen, daß wir derselben nicht folgen können." Ah!" ruft er überrascht, und dann kommt über den sonst so Ruhigen eine Erregung. - .Mein gnädiges Fräulein, Sie ahnen nicht, ' welch eine Enttäuschung ich möchte fast sagen. Krän kung - , . ! - Sie. macht rasch eine. abwehrende 23:wegung mit der Hand. .Nicht das.Wort, 'Herr Baron, ich bitte! ' Sonst müßte ich Ihnen sagen, daß ich. eher Ihre Einladung als solche empfinden konnte wohlverstanden, heute. Nicht in früheren Zeiten. . . Er beißt sich auf die Lippen. .Ihre Frau Mutter ist in der Beziehung an derer Meinung gewesen." .Sie Hat nicht die richtige Empfindung dafür, als was die Ml was Sie so Ihre und unsere einstige nennen, Herr Baron dies Auftauchen unsererseits auf dem fashionabjen Rennplatz ansehen würde, als ein leichtes Abenteuer Ihrerseits, eine Bloßstellung von uns.. Ich bin graufam hellsehend in der letzten Zeit geworden." Ihre Nasenflügel zittern und ihre Stimme bebt leicht. Sie sieht sie Alle vor sich, die Bekannten von früher, wie sie sie anblicken würden, lächelnd, vielsagend, vertraulich Baron Kleyden stößt nur ein halblautes .Ah!" hervor, er wird czanz araufahl, wie bei einem plötzlichen Schrecken, und dann arbeitet es in ihm. ! ein Kämpfen ist , sem Vleichmutl) ver läßt ihn aanz und aar. , . .

, Über Hemz ügger! thut einen vefreienden Athemzug, seine kleinen Arme fuchteln in der Lust herum, seine Augen blitzen Toni an, sein ganzer Ausdruck ist Staunen und Bewunderung, die er nicht verhehlen kann. . Frau von Sill steht auf. .Toni, Toni, das ist ja verehrter Herr Baron, Sie sehen mich in der peinlichsten Verlcgenheit! Das sind Ideen, die einer junaen Dame absolut fremd sein sollten. Wie hätte ich je als junges Maschen Kind, es ist ja eine Herabsetzung unsererseits es ist ja " sie schüttelt immer wieder den Kopf, immer rathloser und hilflofer. .Mein bester Baron, seien Sie nicht böse für all Ihre Freundlichkeit, für Ihre große Güte, für die ich so dankbar bin glauben Sie mir, ich, ich bin schuldlos daran " und die Thränen, mit denen sie bis dahin tapfer gerungen, dringen ihr in die Augen. . .Meine gnädige Frau sagt er. .bitte." und beugt sich über ihre Hand. Aber Toni tritt argwöhnisch näher. Das Wort Dank und Undank ist ihr so oft und so ängstlich über die Lippen ihrer Mutter gekommen. H:n Baron, wollen Sie mir, ich bitte dringend darum, sagen, ob meine Mutter nein, ich muß Ihnen sehr sonderbar vorkommen, sie hat Ihnen doch nicht etwa für andere Freundlichleiten, außer dieser Einladung, zu danken?" .Nein, mein gnädiges Fräulein!" .Ah!" sie stützt sich gegen den Tisch. .Verzeihen Sie. ich bin wirklich so mißtrauisch geworden." .Ich muß mich Ihrer Entscheidung unterwerfen." sagt Kleyden. der jetzt wieder seine gewöhnliche Haltung geWonnen hat, .wenn auch mit dem lebhaftesten Bedauern. Meine ganz Harmlose Absicht, Frau von Sill und Ihnen ein Vergnügen zu bereiten, sieht nun in der Beleuchtung ungeschickt und unbescheiden aus." Er legt die Hand gegen die Brust. .Ich bin da in einer wenig beneidenswerthen Lage und muß all' meinen Humor zusammen nehmen, um mich herauszusinden." Um so erregter ist Frau von Sill wieder, sie springt auf's Neue mit ungewohnter Lebendigkeit auf.- .Baron, nein, nein, das leide ich nicht, daß Sie so verkannt werden, daß Sie fortgehen sollen von unserer Schwelle mit Ux Empfindung, als hätten Sie Menschen verlassen, dte Ihr gutes Herz nicht zu würdigen wissen." Sie faßt nach seinem Arm. .Hat Herr Eggert gehört, wie unfreundlich meine Tochter Ihre Aufmerksamkeit abgelehnt hat, so mag er auch wissen, uno Toni dazu, wie sehr ich in Ihrer Schuld bin, und welche Dankbarkeit " sie wischt den Angstschweiß von der Stirn und achtet nicht darauf, daß Kleyden sie beschwichtigen möchte. Nein, nein ich. gerade ich alte, geängstigt Frau. Als neulich der Gerichtsvollzieher kam, wegen meiner Schulden, meiner, ja, nich! Brunos, wie ich hinterher gesagt habe, da hct cr ja " Sie ist wieder zu Ende mit ihrer Kraft und sinkt zurück in den Sessel. .Mutter!" Nur das einzige Wort ruft Toni, es-geht ein Schütteln und Zittern durch den schlanken Mädchenkc'rper. es liegt eine Empörung und Qual in dem Laut, daß beide Männer sie entsetzt ansehen. .Mutter! das thatest Du? nahmst Du an? und dann, dann" sie ballt die Faust in den Falten ihres Kleides und löst sie wiedcr und streckt die Hand gegen Kleyden aus. und matt und verklingend kommt es nach: .Dann ist es noch anders, dann haben Sie mir, uns eine Schmach angethan, mit dieser Einladung, der unerfahrenen Frau und mir." .Aber,. Fräulein, von Sill!" Sie lieht mit großen Augen in dem fahren hat. Einen Paradiesvogel sich einfangen unter die blondgescheitclten. kiizenden, erröthend verstummenden Landfräulein, die seine Mutter um stch versammelt, um sich devot die Hand küssen zu lassen und welche er auch unter ihnen wählte , zu wissen, daß ihr keine Konkurrenz erwächst, daß sie weiter die Regierende sein kann. Eine Schwächeanwandlung wird sie iedenfalls haben, die stolze Frau. Er kann ihr nicht helfen , es ist so mächtig in ihm, ein Treiben, ein Taumel Und er läßt die Hand von dem Thürgriff sinken, und thut ein paar Schritte, zurück in das Zimmer. Da, der so seltsam verzückt das Mädchen anstarrende Künstler, natürlich, der ist aucb in ihrem Bann. Es kam ja Keiner in ihre Nähe, dem sie's nicht anthat. Ach, Du lieber Himmel, der -kleine, unscheinbare Kerl, er hat wahrhaftig jetzt, eine Mitleidsregung für ihn. Der Mensch hat ihn schon neulich so ergrimmt angesehen, wie er Toni an das Haus begleitete, hat der etwa? Na. solchen Personen ist ja leicht eine Ueberhebung, zuzutrauen. Wirst Dich wundern, mein Bürschchen, mein ahnungsloses. . Ganz weltmännisch unbefangen, als wenn absolut vorher nichts vorgeaangen wäre, sagt er: .Die Gäule dort unten müssen sich noch ein wenig gedulden nämlich den Viererzug von Victor von Malsdorf soll ich hinausfahren Prachtexemplare. Und dann: Fräulein von' Sill!-' Es ist außergewöhnlich, was ich Ihnen zu sagen habe bitte, hören Sie mich noch ein paar Sekunden an." Sie beugt den Oberkörper ein wenig

vor, stumm zustimmend. , .Durch ein unseliges Mißverstand-, niß, durch meine-unverzeihliche Un-' o.?schickljchkeit baden . Sie meinen Ber-

such, mit'h'ien zusammen sein zu wollen, anders aufgefaßt ich beklag? mich nicht ich will mich nicht recht fertigen. Fräulein von Sill, die Volksschullehrerin. hat es nicht für passend gehalten, sich in Gesellschaft ihrer Mtter mir anzuvertrauen. Aber " ein ganz leiser, pfeifender Athemzug, der feine gewaltsam niedergedämmte Erregtheit bekundet .die Braut des Barons von Kleyden würde am End: einwilligen, mich hinauszubegleiten. Fräulein Toni, ich bitte um Ihre Hand. Frau von Sill. geben Sie uns Ihren mütterlichen Segen." .Baron," -stammelt die, mit beiden Häneen nach ihren Schläfen fahrend. Sie kann das Gehörte nicht fassen, nicht glauben das große, große Glück sollte nun wirklich da sein? Nicht leise hat es an ihre Thür gepocht mit einem wilden Satze, mit jauchzendem Laut springt es herein. .Ach. ach." ächzt sie und sieht sich in dem Zimmer um. Ja. da sind sie Alle, der Bildhauer. Toni da steht die Staffelei, da ist der Brautwerber, Varon von Kleyden auf Welz. .Ich hatte nämlich draußen," fährt der mit seiner wiedergewonnenen Leichtigkeit fort, unterwegs, auf eine Gelegenheit gehofft. Das Ungewöhnliche meiner jetzigen Werbung erklärt der Vorgang von vorhin ich war Ihnen die Genugthuung, vor diesem Herrn zu sprechen, schuldig." Baron," sagt die Amtsräthin noch einmal, jetzt erst kommt sie zum vollen Begreifen. Und sie sieh! Toni an, die da ganz unbeweglich vor ihrem Bewerber steht, als habe er ihr eine Phrase über das Wetter gesagt. Kein Wunder. die muß das Glück auch erst fassen Herrin soll ihr Kind auf Schloß Welz werden und sie sieht sich schon an der stattlichen Rampe vorfahren die Schwiegermutter. Sie faltet die Hände zu einem kurzen Stoßgebet. O. nun ist doch Alles, Alles gut geworden. Ihr Vertrauen hat sie nicht verlassen. .Lieber Baron, liebe Toni, mein gutes,.einziges Kind, an meinem Seaen soll es nicht fehlen." Und sie sieht sich auch neben der Baronin, der geborenen Gräfin, mit der langen, tadellosen Ahnenreihe sie hat ja immer etwas Furcht vor ihr gehabt, wird sie auch noch haben. An,angs. Was Bruno und Leo sagen werden! Baron 5tteyden hat ein ganz leises Lachen. .Pardon, es kommt mir zuerst darauf an, was Fräulein von Sill sagt. Habe ich die Ehre, meine zukünftige Frau Gemahlin hinauszufahren?" , Die großen Augen sehen ihn an, es kommt der leuchtende Schein und verdrängt das Starre, das der Blick hatte. .Das ist allerdings eine ungeahnte Genugthuung." spricht sie mit wogender Brust. '.Ich glaube, nun sollte ich etwas sagen von " .O nein, nein!" wehrt er hastig. .Keine Redensarten! Wir sind ja über das hinaus, Toni, mit einem Schwung. Wir sind doch keine Menschen, wie die Hunderte das sind Sie nicht, und das habe ich doch eben auch bewiesen." Sie läßt den Blick über seine Gestalt gleiten, da steht er vor ihr. wie früher so oft, tadellos . in der Haltung und eingebildet auf sein Hab und Gut. und in 'sich wenig Gediegenes und viel überflüssige Kenntniß von dem, was oberflächlicher Lebensgenuß heißt. Und dort drüben? Kann denn, das sein, da guckt ein todesblasses Gesicht zu ihr hinüber, Lippen, die beben, wollen sich zu einem Lächeln verziehen. Es wird nur ein Zerrbild daraus lächelt der tiefernste, feinsinnige .Künstler, für dessen Wesen sie volles Verständniß hat. über den Aristokraten, der sich da eben einen Ausnahmemenschen heißt? Er sieht jetzt wieder da. wie sonst. Heinz Eggert, in seiner höflich bescheidenen Haltung. Es mag ihn ja auch wenig interesstren, den ernsten Arbeiter, was hier vorgeht. Der Zufall hat ihn zum Zeugen gemacht, der wäre lieber jenseit der Thür wie sie ihn kennt. Uno sie? Heraus aus dem Elend, aus dem Armeleutegeruch, den die Schulkinder in ihren Kleidern mitbringen, aus der Enge, in die frische, sreie Luft unter die hohen, rauschenden Bäume, die sie so sehr liebt hinein in wohlige Räume. Eine Heimath wieder, eine Stellung heraus aus diesen Verhältnissen, die ihr wie schlecht sitzende Kleider erscheinen . ein Ja nur. Wie die jagenden Gedanken durch ihr Hirn schießen, wie die bunten Bilder sich drängen! Wieder hinauf auf das Piedestal. von dem man sie jählings heruntergestürzt hat sie hat sich ja so gern huldigen und bewundern lassen! Freilich, den dazu, der sie jetzt erwartungsvoll lächelnd anschaut. Sie sieht in seinem lauernden Blick etwas, das dem Funkeln gleicht, mit dem der spähend: Jäger an seine Beute heranschleicht. Ein Ja nur Heinz Eggert bezwingt sich mit unmenschlicher Kraft. Wie eines der wilden Thiere, das er drüben im Zoologischen Garten nach der Natur modelliit. möchte er sich, aufbäumen, ein rauhes Gebrüll ausstoßen und auf den Menschen da zuspringen. - Der streckt die begehrliche Hand aus nach seinem Ideal der, den er noch vor einigenTagen, als er nach Bruno suchend durch die Berliner Abendlokale ging, in sehr minderwerthiger Frauengesellschaft aesehen, lärmend, lachend? Dieser Hohlköpf, der fade veraltete Ansichten kürzlich in engerem Kreise vortrug, dieser blasirte Mensch, neben dem seine verlotterte Gestalt Toni aussiebt, wie

Venus neben Äephästos. tSiri geistig so ungleiches Paar! Aber, dann kommt er zu sich, er hat auf seine Unterlippe gebissen, daß es schmerzt soll er da stehen in feiner dummen Rolle? Soll er das Nachfolgende ansehen, wie sie ihre schlanke Hand in die Finger jenes Mannes legt und sich ihm verkauft für den Titel und das Geld? Sie wird sie muß es ja thun. Es wäre unvernünftig, es wäre unbegreiflich, wenn sie es nicht thäte es ist menschlich, es ist entschuldbar. Er wird immer milder und er fühlt es heiß in seine Augen dringen. Selbst nicht in seinen Trarmen hat er an sie zu rühren gewagt, h boch steht sie über ihm d:e zutun i iiat Schloßfrau. Die Amtsräthin hat ihm ja . oft genug die Herrlichkeit beschrieben, den Reichthum des Barons geschildert und seufzend hinzugefetzt, welch' ein großes Loos die einmal zieht. die er würdig erachtet , natürlich kann er ja Ansprüche machen an Namen, Geld. Schönheit, und der Seufzer, mit dem sie geschlossen, har ganz deutlich von Wünschen, denen man hat entsagen müssen, gesprochen. Ein wenig lange scheint dem Baron die Pause, er faßt nach den Enden seines Schnurrbartes. Dann sagt Toni: .Baron Kleyden, Sie wollen keine Redensart, sie wäre sogar unpassend. Ich danke Ihnen für die Genugthuung nach dem Rennen hinaus müssen Sie -aber doch allein fahren." Er wird wieder fahl, grau. .Das bedeutet ein...." .Nein!" sagt sie fast unhörbar. Er verneigt sich. .Leben Sie wohl, Fräulein von Sill, habe die Ehre, gnädige Frau!" den Bildhauer übersieht er. .Leben Sie wohl. Herr Baron!" entzegnet Toni mit leiser Stimme. Die Amtsräthin begreift erst, als er draußen ist. Sie sinkt mit einem Auf schrei zurück. .Du hast ihn abgewiesen den Baron Kleyden auf Welz! Was Dein Vater und ich damals für das größte Glück angesehen hätten, das weist Du in Deiner jetzigen Lage zurück? Das ist geradezu Frevel, das ist Sünde, gegen Dich und mich! Herr Eggert, begreifen Sie das?" st: fuchtelt mit beiden Armen in der Luft umher. .Sag mir nur, wie Du das konntest, mir unglückseliger Mutter! Warum?" Tonis Blick gleitet nach dem Fenster hin, aber wie in's Leere, er scheint kei nen Gegenstand zu erfassen. Warum?" wiederholt sie leise, und dann zuckt es um ihre Lippen. .Warum? weil ich nicht konnte und nicht wollte!" . Und sie hebt die Hand und streicht das Haar aus der Stirn, als liege es da mit zu schwerem Druck. Du bist ein Charakter, sür den hab ich kein Verständniß!" schluchzt die Wittwe. Begreifen Sie das Mädchen, Herr Eggert?" Der steht erst da. wie erstarrt, dann erglänzt sein unschönes breites Gesicht von einem Lächeln, das es förmlich verklärt, und er stürzt zu Toni hin und faßt ibre beiden Hände: .Nun g-ht es mit mir durch, jetzt kann ich mich nicht mehr halten. Fräulein Toni, Fräulein Toni!" Und cr beginnt, die schlanken Finger zu küssen. Sie wehrt ihm nicht, während er hastig weiter redet. Ach. Sie paßten ja nicht sür ihn, ganz und gar nicht. Und ich habe gezittert, sehen Sie ich dummer Junge, all die Zeit...." .Nein, ich passe nicht für ihn." Und" er senkt beschämt den Kopf .menschlich begreiflich wär' es ja am Ende gewesen." .Ja. auch das! Es gibt aber etwas, was darüber hinaus geht und davor bewahrt die Selbstachtung." Ja. Fräulein Toni!" Er läßt ihre Hände endlich sinken. Wie hoch Sie immer in meinen Augen standen und jetzt erst!" sagt er. Die Amtsräthin nimmt ihr Tuch von den Augen. .Ich schulde ihm ja 134 Mark wie entsetzlich ist das!" wimmert . die Wittwe. . .Geradezu demüthigend." Die nehmen wir sofort von der Miethe! Die Last soll uns noch heute von der Seele!" ruft Toni, als habe sie den lustigsten Einfall von der Welt. So leichtfertig kennt ihre Mutter sie gar nicht und auch keine Vorwürfe für ihr Schuldenmachen? Sie kommt üöer den Augenblick und die ungeahnte Erleichterung, welches er bringt, ' gar nicht hinweg. Und. Toni ist auch schon hinaus, ehe - sie etwas sagen tarnt. .Decken Sie doch die Staffelei zu, lieber Herr Eggert, ich kann das Bild, jetzt unmöglich sehen." sagt sie dann. Ader es kommt keine Antwort, es rührt sich nichts, und auf's Neue muß sie sich Verwundern, auch der Bildbauer hat das Zimmer verlassen. So schickt ste sich denn selber an, Baron Kleydens Kontersei zu verhängen. Das wird nun natürlich nicht fertig ach, ihr armer Bruno kommt auch um den Verdienst! Es ist. als verschwöre sich die Arbeit geradezu gegen ihn Und ihr ist das Herz so voll, und sie hat nun jetzt nicht einmal Jemanden, gegen den sie jammern kann über Tonis verscherztes Glück. (Fortsetzung folgt.)

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