Indiana Tribüne, Volume 25, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1902 — Page 6

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ndtanartbuneDontNagi 26. Januar 1902.

Slreifzilge toj ZMlMd. Zwei Wclfnftädtc.

(Copyright l9l fcy w Wenn wir Hannover und Braunschweig als Welfenstädte bezeichnen, so ist das eine nur auf geschichtlicher Ueberlieferung beruhende Angabe, die in der Neuzeit kaum noch Berechtigung hat. Denn die politischen Bewegungen, welche auf dieMedereinsetzung des Welfenhauses in beiden Ländern abzielen, finden gerade in den beiden Hauptstädten am wenigsten Förderung. Die Stadt Hannover hat sich in wirklich märchenhafter Weise entwickelt, unter allen deutschen Großstädten, selbst Berlin, Leipzig, Hamburg und München nicht ausgenommen, ist Hannover diejenige, welche am schnellsten in dieser Richtung vzranschreitet. Als önig Ernst August 1837 in Hannover einzog, fand er eine Stadt von 30,000 Seelen vor, als sein I'linderSohn 1866 vor den Preußen flüchtete, verließ er eine solche von 75,000 Einwohnern, die Volkszählung von 1900 ergab aber für die eigentlicheStad! Hannover 235.666 Gcorgftraßk. Seelen und für das angrenzende und nur durch einen seichten Fluß davon getrennte Linden 50.623. So kann man jetzt die Gesammtbevölkerung von Groß - Hannover auf nahezu 300,000 veranschlagen. Es hat sich hier eine Großstadt - Entwickelung vollzogen, wie man sie auch in den Ver. Staaten nicht oft erlebt hat. Die Hauptursach ist die Eisenbahn gewesen. In Hanno-t ver kreuzen sich zwei der wichtigstes Bahnlinien Deutschlands, die von Hamburg nach Frankfurt und die voij Berlin nach Paris, dazu kommt, daß Bremen die wichtigsten feinet Eisen? bahnverbindungen in Hannover findet. Der preußische Staat hat Hannover ganz außerordentlich begünstigt durch Ausbau des Eisenbahnwesens, obschcn der Anfang dazu allerdings noch aus der althannoverschen Zeit stammt. Der Bahnhof in Hannover war einer der ersten, welcher nach großen Gesichtspunkten angelegt wurde, und er ist musteqiltig geworden für so viele der großen Bahnhöfe Deutschlands. Dieser BahnHof stammt jedoch noch aus der Zeit d?r Welfenherrschaft. Die Stadt liegt auf der Grenze zwischen den Heide- und Moorlandschaftn der norddeutschen Tiefebene und dem fruchtbaren und kornreichen Flachla.ide, welches die Vorberge des Harzes und des Wesergebirges umgibt, ein außerordentlich wohlhabender Bauernschlag hat seine Wohnstätten in weitem Umkreise um die Stadt, auch der Bauernstand der angrenzenden HaidezZstricte gehört keineswegs zu dem imBe güterten. So ist zu dem ungewöhnliRathhvuZ chen Aufschwung der Industrie, we'hen die günstige Eisenbahnlage Hannovers so mächtia förderte, auch noch der &or theil gekommen, das Centrum ein aus weiten Flächen sehr stark entwick lten Landwirtdschast zu sein. Hannover ist naturgemäß 'eine ganz modern: Stadt und der Alterthumsfreund wird hier weit weniger finden, als zum Beispiel in der benachbarten, durch eine elektrische Eisenbahn mit Hannover verbundenen Stadt Hildesheim, jedoch auch Hannover birg: in seiner Alistadt noch eine große Arzahl alter Gebäude, welche ans vor' der durchaus nicht uninteressanten Geschichte der. alten Residenz crzchlen. Da- sind vor Allem die Schlösse, des reichen Welfenhauses, das große königliche Schloß an der Lsine, das sögenannte kLnizl. Palais, in welchem die Königin Luise. von Preußen geboren wurde, das weitberühte moderneWelftnschloß. welches noch nicht fertig war, als 1866 die hannoversche KönigZherrlichkeit aufhörte, und welches .unter preußischer Verwaltung der techr ischen. Hochschule überwiesen worden ist Zund dann das große Schloßgebäui im Parke zu Herrenhausen. Nebei dem mittelalterlichen alten Rathhause dem Veguincithurm und mehrerennterflankn Zlirchenbauten der V' hat das alte Hannover noch eine i Jfeche Anzahl Patricierhauser au 7en, unier weicyen vci aus,

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- Kaufman) (Xo. 46) uvld in welchem der Dichter und Schau- ' ieler Jffland geboren wurde, wohl n hervorragendsten Platz einnimmt. .ieser Prachtbau stammt aus dem siebhnten Jahrhundert. Er wurde von lm Könige Ernst August erworben, damit das Haus unverändert weiter zsugen sollte von der Kunst und dem Geschmack jener Zeit. Zu erwähnen ist ferner noch ein Haus an der Leinstraße, tvelches 1619 von der reichen PatricierFamilie von Windhcim erbaut wurde Und von dem Dichter Blumenhagen unter dem Titel Ein Haus der Väter" beschrieben worden ist. Die Faade desselben ist außerordentlich reich geschmückt mit allerhand sagenhaftem Gethier in reicher Steinbildarbeit, aber auch mit freundlichem Bidwcrk. ! Außer dem großen Philosophen p,?fn7, hni die alte Stadt Hannover Noch eine Anzahl anderer Berühmthei- ' . . C C JT. en auszuweljen. ier wuroe rieoria) Hannover. Wilhelm Herschel 1738 geboren, der größte Astronom seiner Zeit, den die Engländer gern a!2 einen der Jhrigen reklamiren, weil Herschel, vom Könige Georg III. nach England berufen, dort , feine größten Entdeckungen machte (ähnlich wie der Eomponist Händel, der in England damals ein besseres Feld für die Oratorienmusik fand, als in Deutschland). In Hannover wurde das Dichterpaar August Wilhelm und Friedrich Schlegel geboren. Der Erstere der beiden Brüder hat Shakespeare (respective Francis "Bacon, denn so hieß vielleicht der Verfasser der sogenannten Shakespeare'schen Werke) so wunderbar schön übersetzt, daß der große Brite in Deutschland ebenso gut eingebürgert wurde, als in seiner Heimath. Daß Jffland Hannoveraner war, erwähnten wir schon, aber auch des Dichters Hölty Wiege stand an den Ufern der Leine. Die technische Hochschule Hannovers ist eine der ältesten und berühmtesten in ganz Deutschland. Sie besitzt die großartigsten Anlagen und hat als Muster gedient für eine große Zahl ähnlicher Anstalten im In- und Auslande. Die meisten der Einrichtungen stammen aus hannoverscher Zeit, doch ist anzuerkennen, daß die preußische Verwaltung ungemein viel gethan hat zurHebung und Ausdehnung derselben. Die Zahl der Hörer beträgt ungefähr tausend. Preußen hat nach Hannover die königliche Reitschule, das erste Institut dieser Art in Deutschland, verlegt. Hier finden die Officiere der Reiter- und der Artillerie - Regimenter in Hannover. lh Ausbildung, und gegen fünfhundert Officiere der vornehmsten Regimenter haben hier als Lehrer und als Schüler jenes Instituts Aufenthalt, so daß Hannover, welches außerdem och eine sehr starke Garnison und den Stab des zehnten Armeecorps besitzt, oft den Eindruck einer Soldatenstadt macht. Die vielen neuen Straßen Hannovers machen nicht den langweiligen, sich immer wiederholenden Eindruck, den man in anderen modernen Städten, namentlich den amerikanifchen, erhält" weil hier in Hannover, untrer den EinWirkungen der technischen Hochschule eine Architektenschule wirkt, welche es verstanden hat, auch den modernen Prachtbauten eine künstlerische Stim.mung zu verleihen. Die Baumeister haben in erfreulicher Weise zusammengewirkt, um durch abwechslungsreiche, oft wahrhaft künstlerisch gegliederte Fanden den neuen Straßenzügen den Eindruck der Monotonie zu nehmen. Wenige Städte verfügen über eine solche Zahl schöner Plätze und breiter, luftiger und geschmackvoll ausgebauter Straßenzüge. Der frühere Stadtdirector (Oberbürgermeister), Karmarsch hat in dieser S.'ung große Verdienste si if erwork.?, denn er war bestrebi, den vielen neuen öffentlichen Gebäuden, auch den Schulen, einen hohen künstlerischen Schmuck zu verleihen. So ist Hannover, welches in Folge sei-

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ner Lage an der Grenze von Haide und ebenem Ackerland und in Ermangelung eines mächtiges Stromes, der Natur-

schonheiten m nächster Nahe recht entbehrt und in dieser Beziehung weit unBeguinenthurm, Hannover. günstiger gestellt ist. als z. B. Dresden, Stuttaart oder Frankfurt a. M.. doch eine der schönsten Städte Deutschlands geworden. Freuicy besttzt aucy Hannover eine herrliche Gabe der Natur, um welche es alle Schwesterstädte beneiden, das ist der wunderbare Wald Eilenriede. der die Stadt in einem wenen Halbkreise mit einer grünen Guirlande herrlicher Buchen bekränzt. Die Kunst hat aus diesem Walde einen großartigenPark geschaffen, der mit Fahr- und Promenadenwegen durchschnitten ist und in welchem sich eine Anzahl ländlieh eingerichteter Gasthäuser befinden, das Ausflugsziel der großstädtischen Bevölkerung. Die Eilenriede umfaßt 650 Hektar, schon als Waldkomplex ein Terrain von ungewöhnlicher Ausdehnung. Im Osten der Stadt befindet sich der wohlgepflegte zoologische Garten, der allerdings mit dem Hamburger oder dem Berliner nicht in Wettbewerb treten kann, aber doch eine der schönsten Anlagen dieser Art in Deutschland ist. Der Glanz des Welfenhauses tritt uns besonders entg'eaen in dem eine halbe Stunde von Hannor belegenen Leibniz- und Jfflandhaus, Hannover. Lustschloß Herrenhausen, zu welchem eine pracktvolle, mit vierfachen Baumreihen alter Linden geschmückte Allee führt. Die Gartenanlagen von Herrenhausen sind im französischen Stil gehalten mit geschnittenen Bäumen und Hecken, das Orangeriehaus ist 60 Meter lang und eine Fontäne springt 40 Meter hoch. Der seitwärts gelegene Berggarten enthält ein Palmenhaus, welches für das bedeutendste inDeutschland, wenn nicht in Europa gilt. Auch das Theaterleben ist m Hannover von alter Zeit her sehs gut entwickelt und in hannöverscher Zeit aalt das Hoftheater für eine der allerersten Bühnen Deutschlands. Hier wirkten einst Friedrich Händel, Heinrich Marschner, Joseph Joachim und Hans von Bülow als Operndirigenten und eine große Zahl der bedeutendsten deut schen Bühnenkünstler haben lange hier gewirkt. Wir erinnern nur an HendrichsEarl Devrient, Döring. Marie Baumeister, d Nottes, Marre Seebach, den Tenoristen Niemann, Carl Sonntag u. s. w. Auch heute noch ist die hannoversche Bühne eine der ersten in Deutschland, wenn auch ihr Glanz nicht mehr so weithin leuchtet, als zu Am Himmelreich, Hannover. der Zeit, in welcher der reiche hannoversehe König hier das Geld mit vollen Händen ausstreuen konnte. Daß eine so ausblühende, mit so reichen Kunstschätzen und einem so großartigen Apparat von Lehrmitteln ausgerüstete Stadt ein Hauptziel der Deutschland besuchenden Fremden werden mußte), liegt auf der Hand. Besonders groß ist die Zahl der Fremden

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hier, welche zum Zwecke des Deutschlernens nach Teutschland kommen. Hannover gilt im Auslande als diejenige Stadt, in welcher das reinste Deutsch gesprochen wird.' Allerdings findet man in Hannover, keinen so ausgeprägten Dialekt, wie z. B. in Stuttgart, München, Dresden oder Berlin, aber auch der Hannoveraner spricht sein reinstes" Deutsch mit einem singenden, süßlich und gemacht klingenden Tonfall, so daß z. B. der Vokal a stets als äh" erklingt. Immerhin kommt die Sprache des Hannoveraners der

auf . der Bühne gesprochenen Musterspräche wohl am nächsten. Unter den vielen Denkmälern, welche die Stadt schmücken, ist das WaterlooDenkmal entschieden das hervorragendste. Es ist eine gewaltige, auf dem gleichnamigen weiten Platze sich erhebende Säule von nahezu 160 Fuß Höhe, gekrönt von einer Victoria aus Bronce und umstellt von acht bei Waterloo eroberten französischen Kanonen. Gewidmet ist das Denkmal den tapferen Hannoveranern, welche bei WaterMarienburg bei Hannover. loo unter englischer Führung kämpften und bluteten. Die Säule erinnert mit Recht daran, daß der Ruhm jener gewaltigen Schlacht, welche überhaupt erst durch das Eingreifen der Preußen zu? Entscheidung führte, nicht von den Engländern allein beansprucht werden darf, wie es in den englischen Geschichtswerken und in der Auffassung der jetzigen Generation der Engländer (und auch der Amerikaner!) geschieht, sondern daß den Deutschen mindestens der gleiche Antheil daran gebührt. Dankwarderode mit LSwensaule, Braunschweig. Neben Hannover, nur durch das kleine Flüßchen Jhme davon getrennt, breitet sich die Industriestadt Linden aus, welche jetzt schon über 50.000 Einwohner zählt. Es ist eine Äadt der Schornsteine und ohne jedes andere Interesse. Begründet wurde die Lmdener Industrie durch den Kaufmann Georg Egestorff, einen Mann, dessen Lebensgang ähnlich ist, wie derjenige des älteren Krupp und anderer Schlotbarone. Linden besitzt übrigens noch mehrere andere großartige Fabriken und entwickelt sich immer mehr zu einem der bedeutendsten Mittelpunkte der deutschen Jndustriethätigkeit. Die VerHandlungen zur vollständigen Verschmelzung Lindens mit der Stadt Hannover werden wohl bald zum Abschluß gelangen. In der Nähe Hannovers, bei Nordstemmen, liegt die Marienburg, eine der schönsten modernen Schloßbauten Deutschlands. V r a u n s ch w e i g, die zweite bedeutende Welfenstadt, ist von HannoTrachten i. d. Gifhorn'schen Gegend, 5annover. ver nur kaum zwei Eisenbahnstunden entfernt. Es ist eine der ältesten Städte Deutschlands und galt als eine der ersten im Kranze der deutschen Städte zu einer Zeit, als Hannover noch ein erbärmliches Dorf war. Ueber Braunschweig führte die große Handelsstraße von Lübeck und Hamburg nach dem Süden und später der ostwestliche Hcerweg. welcher Elb? und Rhein verknüpfte. An dieser Stelle ließen sich Bruno undDankwart, die Söhne des Sachsenherzogs Ludolf, nieder und gründeten am östlichen Ufer des Flusses man nimmt an 861 eine Ansiedlung. die nach Bruno den Namen Brunswik (.Brunos Ort") erhielt, woraus in der hochdeutschen Zunge das verderbte Bnnmschweig", ein sprachliches Unding, wurde. Zur rechten Blüje gelangte jedoch der. Ort erst, als dZrbe der Brunonen in die Hände deixMelfen übergegangen war und Heinilch der Löwe muß als der eigentliche Gründer der Stadt angesehen werden'. Er machte LZraun-

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schweig zur Festung und stellte vor seincr Burg, der Dankwarderode, im Jahre 1166 den ehernen Löwen auf,

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Tom mit Heinrichslinve, Braunschweig. der heute noch dort steht, ein Meisterstück byzantinischer Arbeit und ein Wahrzeichen der Stadt. Im Dom liegt Heinrich der Löwe begraben und nicht fern davon ruht fein Sohn, Otto IV., der deutsche Kaiser, und in der Krypta unter demDome eine lange, lange Reihe von Särgen mit edlen Welsen. Da ruht Ferdinand, der tapfere General Friedrichs des Großen, neben ihm der Lifter-Thurm, Hannover. unglückliche Karl Wilhelm Ferdinand, der bei Jena das Augenlicht und den Thron im Ringen mit Napoleon verlor, und dabei sein tapferer Sohn, der schwarze Oels. Doch hinaus aus den Grüften, denn draußen blüht noch frisches Leben, dort grünt 'immer noch neben dem Dome die ungeheuere alte Linde, die der Volksmund vom Löwen gepflanzt sein läßt. Um den Dom herum, der den MittelPunkt der Stadt bildet, gruppirten sich die fünf Weichbilder derselben die Altewiek, Altstadt, Neustadt, der Sack und der Hagen, welche ebenso viele gesonderte und abgeschlossene Städte mit eigenen Magistraten waren, welche erst 1671 zu einem Ganzen vereinigt wurden. Predigt in Braunschweig auch Manches von Fürstenmacht, so mahnt Braunschweiger Bauern. es uns doch weit mehr an Bürgermuth und Bürgerstolz, an Kämpfe des Raths und der Gemeinde, ur.d an den gemeinschaftlichen Streit Beider gegen die Welfenherzoge. Mit Gent und Brügge stand Braunschweig in directem Handelsverkehr und 10,000 gewappnete Bürger sorgten dafür, daß keine Stadt des nordwestlichen Deutschland ihm an Kriegstüchtigkeit verglichen werden konnte. Wie Halberstadt das Pfaffenhaus. Lüneburg das Salzhaus, Lübeck das Kaufhaus dcs alten Sachsenlandes waren, so Braunschweig das Rüsthaus. Neben dem Handel, und der Wehrhastigkeit blühten gleichmäßig die Gewerbe, zumal Tuchmachern und das Waffenschmiedehandwerk. . Noch heute trägt die innere Stadt einen vorwiegend mittelalterlichen Charakter. Als Zeugnisse einer durch Jahrhunderte andauernden, stets gesteigerten Blüthe sagt Lübke, weist sie eine Anzahl hervorragender Denkmäler aus allen Epochen des Mittelalters auf, großartige kirchliche Bauten der romanischen Lnd gothischen Epoche und emes der schönsten Rathhauser des Mittelalters.- Eng, krumm und Winkelig sind viele der alten Gassen neben stolzen und breiten Straßen; die Häuser, meist in Riegelbau. zeigen oft prächtige Holzarchitektur und geschmückte Treppenfr'.ese und die alten Namen der Straßen, uns kaum noch verständlich, weisen zurück auf die Zeit, als hier noch unverkümmert die plattdeutsche Sprache herrschte. Martinilirche und RathhauS, Braunschweig. Mit Macht fürmt das Mittelalter auf uns. wenn tdir den Altstadtmarkt betreten. Von dem alten Reichthum der Stadt zeugt dort das altehrwürdige Rathhaus, ein schön verzierter go thischer Prachtlau, mit Laube?,, und

Bogengängen. Da steht ferner, lustig sein Wasser in ein weites Becken hinabplätschernd, der schöne Brunnen, ein würdiges Seitenstück zu jenem in Nürnberg. Gleich diesem ist er überreich mit Inschriften, Wappen und phantastischen Verzierungen lxrsehe.',. Im Hintergrunde erhebt sich die gothi-

' sche Martinikirche, reich an monumen- --' v l r . laiem cymua, ver zum .yeii von ienem Steinmetz Hans Jürgen herrührt, welcher im nahen Dorfe Wolfenbüttel das Spinnrad erfand. Dem Braunschweizer ist sein Altstadtmarkt an's Herz gewachsen und wenn Neubauten dort nöthig wurden, führte er sie pietatvoll im alten Stile auf, so daß der Eindruck des schönen Platzes ein durch- l aus oarmonlzcyer :n. Das kräftige Geschlecht, das Braunschweig bewohnt, hat allezeit am Materiellen und Geistigen gleiche Freude gehabt. Bis wie weit ist nicht der Ruhm der braunschweiger Mumme gedrungen? Nahe am Petrithor wird noch das Haus gezeigt, in welchem von t Alte Wage zu Braunschweig. 1498 an Christion Mumme sein nach ihm benanntes berühmtes Bier versellete" (verkaufte). Das Braunfchweiger Mummenlied, das bis zum heutigen Tage sich erhalten hat stammt aus dem Jahre 1718; es ist zwar nicht besonders schöne Poesie, hat aber schon als Dialectprobe hier seine Berechtigung: Brunswik, du leive Stadt Vor vel tusend Städten, Tei sau schöne Mumme hat, ' Ta ick Worst kann sreten ' Von jeher spielte in Braunschweig das Bier eine große Rolle; schreibt doch 1555 Sebastian Münster in seiner Wf W ' ' '" .-ij---M-r-i V iwr-ri .yritv.5fg SiaB3SS Ter Löwe auf demBurgpla.Vraunschwcig. Kosmographie: Trinkwassers halben ist Mangel in der Stadt; darum gemeiniglich jeder Bier trinkt." Braunschweig ist so reich an Monumenten, wie keine zweite Stadt von gleicher Größe in deutschen Landen. Vom prachtvollen Residenzschlosse herab lenkt Rietschels herrliche Brunonia ihr Viergespann; vor dem Schlosse erheben sich die in Kupfer getriebenen mächtigen Reiterstandbilder der Her zöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm; auf dem Brunren des Hagenmarktes steht Heinrich der ?raunschivciger Trachten. . Löwe alles vortrefflich gelungene Skulpturen. Dazu die schönen alten Brunnen, die Denksäulen wahrlich, in dieser Richtung hat der berechtigte Localpatriotismus der Braunschweiger viel geleistet. Das heutige Braunschweig ist eine deutsche Mittelstadt von 128,000 Einwohnern; noch immer herrscht aus alter Zeit viel Wohlstand dort und die Neuzeit hat viele Industrien daher geführt. Eine Specialität Braunfchweigs besteht jetzt in den Gemüseconserven, welche hier in. besonders guter Sorte hergestellt werden. Der Braunschweige:: Nisenspargel hat sich in der Wett ü'xn Platz erobert, wie ehemals Zqraunschweiger Mumme, ein Getränk, L?as man übrigens am besten den Bunschweigern ganz überläßt. Der Qierruhm BraunschweigZ gekört vergatenen Zeiim an. .

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