Indiana Tribüne, Volume 25, Number 127, Indianapolis, Marion County, 25 January 1902 — Page 7
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Von e. Vely. (Fortsetzung.) d), Telle, er ist ja krank und roeifc nicht, was er thut,- sagt sie und sieht ihn mit ihrem todesblah gewordenen Gesicht still an. Ich weiß schon, und es ist gut. Er hat es auch nich aus sich. Aber treff ich den Anderen. ..." er schüttelt seine Faust. Und wie sie ihn herausläßt, da spricht er von der Thür her: Wenn Sie wen brauchen was ich auch da gesagt habe für Sie bin ich immer zu sinken. Denken Eie, Sie hätten einen Bruder ja?" Und dann ist er in ein paar Säen die krachenden Stufen hinunter. Fine wischt über ihr Gesicht, über ihr Haar, athmet tief auf und geht zurück in das Zimmer. .Und da sitzt ihr Äann in seinem Stuhl und schluchzt wie ein Kino. Fine. Frau ach, Fine. sei blos gut." Und sie hockt sich neben ihm in die Knie und streichelt seine zuckenden Hände und wischt seine Thränen von den inFiebergluth brennencen Wangen. Ja. Henrich! Und da is Deichen. Sieh doch blos, Delchen, der Vater twas Deichen, er ist gut. der Vater!" . Das ist aber wirklich " Frau von Sill blickt ganz vecstört in das Gesicht des Barons unverantwortlich von Vru7.o. Bestellt Sie zur Sitzung uns - ist nicht da." Künsilcrlaunen enigegnet der und zieht an seinem Schnurrbart, das ist eine Rubrik. unter die läßt sich Vieles gruppiren." Sie ist ängstlich, er ist augenscheinlich beleidigt, und rc-enn er das auch unter guten Formen verbirgt, aus dem Ton glaubt sie's zu vernehmen. Und sie möchte ihn so gern umstimmen. Sie sieht unbehilslich umher. Er muß an seine Mutter denken, mit der stattlichen Haltung, mit der trenae um die Lippen und dem kühlen Blick. So steht sie da auf der Scholle, die ein paar hundert Jahre in r Familie ist. mit der Sicherheit, die Nelchttum und alter Besig gibt, er weiß, ob sie das nicht auch Alles mit einem Schlage verloren hätte, die Ha!tung. das Selbstbewußtsein, wenn das Schicksal sie herausgeschleudert hätte über die Begrenzung des Ritterguts vogelfrei, wie diese da. Ach, glauben Sie das nicht...." , Er lächelt. Ich meine auch, es wäre die Lust für meinen Auftrag gar nicht mehr vorhanden wie Anfangs. Die Sache geht ein wenig -angsam." Ach sie sucht mit den Blicken die Thür, als müsse Jemand zu ihrem Beistand erscheinen, sie weiß es ja, rnch gestern hat Bruno geäufzert. er würfe lieber den Pinsel an die Wand, als daß er weiter malte, das Objekt würde ihm langweilig.... ach, lieber Baron, da irren Sie aber mein Sohn. . . ." Sie sind eine gute Mutter!" sagt Kleyden. Im Vorübergehen hat er eine Hznd voll Rosen gekauft, die Verkäuferin sah blaß und müde aus. Darf ich, gnädige Frau...." Sie ist glücklich. Wirklich, zu gütig ach, und gerade Tonis Lieblingsrosen. sie wird auch Freude daran haben." ' . Und sie athmet den süßen Dust mit Wohlbehagen ein. In Sillenbera habe ich die Rosen ganz besonders gepflegt." ' Dann faßt er nach seinem Hut. Ich muß also wohl oder übel gehen, denn der Herr Künstler scheint noch ausschlafen zu wollen!" Nein, nein!" wehrt sie, er ist nämlich gar nicht nach Hause gekommen!" Ah!" Irgend ein Fest wieder. Sie feiern immer Feste in seinem Kreise, und wenn er dann davon erzählen soll, haben sie sich nicht einmal amüsirt. angwellia, wie immer. Ja. ich habe 'mich geschämt, das zu gestehen, Herr
Baron r Sie seufzt. Aber nun. wo es heraus ist Toni wollte gleich. daß ich die Wahrheit sagte." Wie geht es Ihrer Fräulein Tochter?" Gut. gut!" Immer zusriedcn in diesem ernsten Berufe?" Sie ist eine verschlossene Natur." Ja." Er legt seinen Hut wieder hin. So gar keine Abwechslung?" Woher sollte die kommen?" Aber aus die natürlichste Weise der Welt durch die Bekannten und Freunde des Hauses." Wir haben ja keine mehr seitdem. . . ." Aber gnädige Frau." Er weist auf die Nebenthür. Eggert?" Sie fängt seinenBlick auf. Der ist ein Freund und Genosse Brunos, geht auch wohl einmal mit Leo wir Frauen sprechen ihn selten." Hm!" Er spitzt die Lippen, schiebt mit dem Fuße ein Bänkchen zur Seite und sagt: Ich wäre da ich wäre jede Stunde bereit, mich den Damen anzuschließen. Da habe-ich nämlich meine hübschen Rappen kommen lassen es macht mir Freude, in Berlin herumzukutschiren. Und es würde mir noch mehr Freude machen, wollten Sie mir erlauben, daß ich Sie und. Fräulein Toni wir sind ja alte Freunde, nicht wahr?" Das sind wir, Herr von Kleyden aber Ton! "
Nun, da brauchen Sie doch nur-den Wunsch nach ein wenig Freiheit, nach dem Grünen zu äußern sie ist ja eine so gute Tochter." Frau von Sill streichelt die Lehne ihres Armstuhls. Ach, freilich jetzt kommt man ja gar nicht hinaus.- Und Sie glauben nicht, welch eine Sehnsucht man hat. wenn man das Landleben gewöhnt ist und so in den Mauern sitzen muß." Uebermorgen beginnen die Rennen in Karlshorst!" Die Augen der Frau bekommen einen sehnsüchtigen Glanz. Früher sind wir ja oft zu Rennen gewesen. Sie wissen,.welch' ein leibenschaftlicher Sportsmann mein Gatte war." Und sie blickt vor sich hin. Manch beträchtliche Summe hat er verloren. Mit Anstand, sagten seine lebenslustige Freunde. Sie wußten nicht genug zu preisen, wie ihm nichts die Laune verdarb." Sie tastet nach dem Häubchen, ob das wohl ordentlich sitzt. Wenn Sie erlauben, fahre ich Sie und Fräulein Toni hinaus. Sie kennen doch meine Rappen?" Prachtthiere; mein Mann hat Sie darum beneicet." Und sie erinnert sich deutlich, wenn Baron Kleyden damit auf den Hof gefahren kam. Sie hat sich die letzten Male gesagt: Fährt er wohl als Tonis Verlobter wieder herunter?" Und dann war Alles vorbei. , Und auch er hat ein Gesicht wenn ihm das gelingt, die Sphinx da hinaus zu bringen, wo so viele Bekannte sind Donnerwetter, Kleyden!" hört er schon sagen. Er macht eine kleine Verbeugung. Da haben Sie Augenweide. Also bestimmt! Lasse noch durch meinen Anton sagen, wenn ich mit den Rappen vor der .Thür bin. Das Uebrige ist Ihre Sache, gnäöige Frau nämlich cie Zustimmung von Ihrem Fräulein Tochter. Pber Sie bürgen mir dafür." Er schüttelt ihr beide Hände, die sie vor sich hingestreckt hat; sie lächelt, versucht ein paar Mal den Ansatz zu einem ..Aber," kommt aber nicht weiter. Sie liebkost den Gedanken, einmal wieder in der Welt zu sein, die sie ausgestoßen hat.
Gnädige Frau ach, gnädige Frau!" . Sie dreh: sich erschreckt um. Das Gesicht der Aufwärterin hat sich durch die Thür geschoben und aus dem zahnlosen. Munde hastet es ihr zu: Ich kann nich vor das machen sie immer so Fuß zwischen die Thür und denn drin, eh man sich's versieht." Ihr magerer Arm gestikulirt dazu. Habs ja auch schon bei genug Herr schaften erlebt, und wenn Sie man blos vorher gesagt hätten, daß wir uns das vermuthen sein könnten, denn wär's noch ne Sache gewesen. Aber nu schelten Sie man nich, nu is er drin!" Wer wer?" fraat sie und versieht das vertrauliche Winken absolut nicht. Die hagere Person zuckt die Achseln. Na. doch der Gerichtsvollzieher. Und er is nich mal 'n schlimmer, er hat gesagt, ich soll Sie erst rufen. Immer sind sie so nich' das habe ich doch schon oft genug erlebt! Gleich los und kleben " Frau von Sill will das schreckliche Wort wiederholen, aber die Lippen zittern zu sehr. Dann nach ein paar Sekünden gelingt ihr ein Kopfschütleln. als wolle sie dem Baron damit andeu ten. daß es ein Irrthum sein müsse. Mit dem Hute in der Hand bleibt der aber stehen. . Gu'n Morgen!" ' . Die unterste Gestalt eines Mannes mit einem dicken, rothen Gesicht, das ein graublonder Schnurrbart wie in zwei Halsten theilt, wird hinter dem Frauenkopfe sichtba. Frau von SM schnellt aus dem Sessel empor. Aber ich bitte Sie " stöhnt sie qualvoll. Es werden ihr ein paar Papiere'entgegen gehalten Gewußt haben Sie das doch " die Stimme des Gerichtsvollziehers ist eine quäkende, als käme sie aus einem Kinderspielzeug. Gewußt " die geängstigte Frau wiederholt das Wort und weiß gar nicht, daß sie das thut. Die kleinen Augen des Mannes schweifen prüfend im Zimmer umher; er legt seine schwarze Mappe' auf den Tisch. Ihr Eigenthum, die Möbeln? Na. 's wird hier schon reichen." und denselben Sessel, in dem Frau von Sill gesessen und angenehme Zukunftsbilder geträumt hat, dreht er um. Sie ringt die Hände. Um des Himmels willen sie wirft einen flehenden Blick nach Eggerts Zimmer hinüber. Der muß nun gerade nicht da sein! Den Baron wagt sie nicht anzusehen, nur vor sich hin murmelt sie: Wenn Toni dazu kommt, die von nichts weiß " und dann ist ihr, als müsse sich der Boden unter ihr aufthun. Die Schande da vor dem sie wird es nie verwinden. Gnädige Frau, ich stehe zu Diensten!" sagt Kleyden. der sofort die
ganze Sachlage begriffen hat. Uiu dann wendet er sich an den GerichtsVollzieher, der eben die Hand auf die Staffele! legt. Mann des Gesetzes nicht etwa mein Konterfei," wehrt er halb belustigt, und dann sagt er in geschäftsmäßigem Tone: Wie viel ist es? Ich meine die Summe Steht doch da 134 Mark 23 Pfennige, so und so oft aemabnt und
angezeigt, Alles wie Pch's'geHörk. 'Forderung von Kobalt, Kaufmann, dazu an Gerichtskosten und Gebühren " Die schlanke Hand des Barons winkt ab. Schon gut!" Dann saßt er in seine Tasche und zieht einen Schein und Münzen heraus und wirft sie auf den Tisch. Da bitte " Ach so!" sagt der Beamte mit derselben Gleichgiltigkeit, mit der er vorhin an sein Geschäft gegangen ist, zieht einen Stuhl heran und beginnt zu schreiben. Denn is ja auch gut." Kleyden tritt an's Fenster, die erregten Athemzüge der Amtsräthin hört er bis dorthin. Ihr ist zuerst, als träume sie das Alles, daß der fremde Mann da ist, daß sie sich geängstigt, daß es wie befreiend von ihr fällt. Dann faßt sie nach den Schläfen und setzt sich, ganz still jetzt. So!" Der Beamte legt das unterschriebene Papier vor sie hin, steht auf, löst das Gerichtszeichen unter dem Stuhle ab, faßt nach seiner schwarzen Mappe, nimmt seine Mütze, grüßt höflich. Na, das war ja schnell abgemacht," sagt d'raußen die schrille Stimme der Aufwärterin Schulz. Nu kommen Sie auch man so bald nicht wieder." Und sie lacht über ihren Witz. Dann verklingen die Männerschritte. Die Matrone hat den Kops gesenkt, als horche sie ihnen nach, wie's über die protzigen Teppiche der großen Treppe hinabgeht sie schämt sich so sehr. Es ist eine ganze Weile still in dem Raume, wo nur leise eine Uhr tickt. Baron Kleyden steht jetzt neben der Staffelei. die Brunos Arbeit trägt; die Hülle ist herabgesunken. Die Skizze, über die ist die Arbeit nicht hinaus, zeigt ihn in nachlässiger Stellung in einer Sopha-Ecke hingesunken, in der niedergefallenen Hand die Zigarre. Herr Baron," flüstert die Matrone endlich, ich ich schäme mich." .Aber gnädige Frau!" sagt er mitleidig. , Ja." sie wischt sich über die Stirn, so häßlich ist es jetzt bei uns. So unwahr. Sehn Sie. Toni weiß nichts davon. Sie glaubt es immer so ein zurichten, daß wir keine Schulden machen. Aber ich statt richtig zu bezahlen, habe es aufsummen lassen, und immer gedacht, es müßte sich einmal unter der Hand IM nein, die überwände es nicht ganz gewiß nicht " Sie sieht ihn angstvoll an und legt bittend die Hände zusammen. Aber, was denken Sie denn!" wehrt er. Ja, Sie sind ein Kavalier!" sogt sie. Ach, ich stand ja auch immer so gut mit Ihrer Mutter. Eine liebenswürdige Frau " sie umzieht mit dem Finger ein' paar Figuren der bunten Tischdecke, und sie weiß dann gar nicht mehr, was sie sagt. Ja. Toni, die ihr das immer ablieferte. Nun sorg für schnelle Bezahlung, Mutter! Aber die Jungen, bald der Eine, bald der Andere. Alte, ein paar Markstücke wirst Du doch wohl haben? Ein paar elende Markstücke? Und dann mußte sie daran denken, was das früher für sie gewesen war. und daß es so schrecklich wäre, abzuschlagen, und so war's gekommen. Angeschrieben und angeschrieben, bis der Kaufmann nicht mehr warten wollte. Sie hatte die Mahnungen und Zustellungen immer vertuschen und verbergen können das war ihr vorerst das Wichtigste gewesen. Was kannte sie auch von dem Gang solcher Gerichtssachen? Ihr Mann hatte ihr Alles ferngehalten. Sie erlauben, daß ich mich jetzt empfehle, gnädige Frau, unser Maler " Sie nickt zerstreut, ,sie kann solch vielen über sie einstürmenden Gedanken nicht standhalten, ihr armes Hirn thut ihr weh, sie fühlt das Herz so angstvoll klopfen. Es ist unverantwortlich . Bruno ich meine der Einfluß dieser Kämeraden, dem er sich nicht entziehen kann, oft auch nicht darf." Sie muß cntschuldigen ihrem Naturell nach, ihrem Liebling zu Liebe es sind so viele Rücksichten da zu nehmen." Allerdings!" Und. sie bekommt wieder ein wenig Festigkeit; Ihre Güte nur ein paar Tage wollen Sie sich geduldigen, dann wird, muß Rath geschafft wer den." Aber, meine gnädige Frau " Empfehlen Sie mich der Baronin, wird man sie nicht einmal in Berlin sehen? Freilich, unsere hohen. Stie gen, sie ist ein wenig korpulent. Mir macht das nun gar nichts aus!" versichert sie eifrig; ihr Lächeln wird zu einem nervösen Zucken. Gewiß, gewiß!" murmelt der Baron und beugt sich über die zitternde Hand. Da steht Toni auf der Schwelle, er hitzt vom raschen Gehen, athemlos vom Ersteigen der Treppen. Kleyben fühlt die kalten Hände beben, die er in den seinigen hält, er versteht den flehenden Blick, der ihn trifft. Ah, gnäöiges Fräulein, zwischen Thür und Angel! Sie sehen, daß ich Unglücklicher schon im Begriff war, zu gehen. und so muß ich denn mit flüchtigem Aufblick zu Ihnen vorüberhuschen. Gnädige Frau also bitte, das Versprechen zu halten." Toni geht langsam in's Zimmer, als sie das Einschnappen der Thür in's Schloß hört, sagt sie: Nach einer Sitzung sieht - das hier nicht aus. Was wollte er denn? Was soll das mit dem Versprechen heißen?" Sie zieht dabei die Handschuhe ab.
Ja, die Baronin nämlich, sie will uns besuchen ja. sie hat's sagen lassen." Frau von Sill fühlt es heiß in ihre Backen steigen, aber sie muß. sie kann nicht anders und ha soll ich versprechen, sie anzunehmen." Sie fühlt, sie lügt ungeschickt, es ist auch so schwere, unaewohnte Arbeit. Die Baronin Kleyden?" Toni ist zerstreut, sie denkt noH an' eine unangenehme Szene mit einer widerspenstigen Schülerin und sieht die Mutter nicht an. Die gerade will sich herablassen, zu uns heraufzusteigen?" Du thust, als ob wir nicht die Gleichcn geblieben wäre bedenke doch Leo und Bruno " Laß gut sein, Mama! Ist Bruno endlich, nach Hause gekommen?" Nein!" Unverantwortlich! Und der war also vergeblich da?" O, er hat es absolut nicht übel genommen, er ist wirklich ein liebenswürdiger Mensch er hat Verständniß für Künstlernaturen." Vielleicht zu sehr für unsere Lage," murmelt das Mädchen. Dann wirft sie einen Blick nach der Staffelei, hin über. Es wäre vielleicht anständiger, ihm zu sagen, daß Bruno das doch nie fertig machen wird " Um des Himmels Willen nicht es könnte doch einmal sein!" wehrt die Amtsräthin. Toni hat ihre Handschuhe und das Buch, das sie getragen, auf den Tisch gelegt ' und erblickt das Quittungsformular. Was ist das. Mutter?" Mit einem Ruck entreißt es ihr die Amtsräthin. Laß das ist vom Gericht, und eine Sache Brunos; es ist bezahlt " Du weißt um seine leichtsinnigen Streiche. Du. Mutter?" Es wird es wird Alles schon wieder gut werden," stammelt die Matrone, und verbirgt das Papier mit einer letzten Anstrengung in der Tasche. Doch nicht" Toni sieht angstvoll aus nicht Eggert?" Wo denkst Du hin! Er hat selber gesorgt es ist doch seine Sache, und wir Frauen haben eigentlich gar nicht ju fragen " Sie kann nicht weiter, es ist schwarz vor ihren Augen, und Toni fängt die Zusammensinkende in ihren Armen auf. iss lt der 55ag nach Pfingsten, kurze Zeit nach dem frühen Mittagsmahl der Familie von, Sill. Fine Plinke steht in der Küche, die Hand auf den Tisch gestützt, und sieht zu der Amtsräthm auf. Sie ist in einem ganz einfachen Kattunkleide, wie sie es früher getragen hat, und blasser ist sie, mit einem kummervollen Zug um den Mund. Frau Amtsräthin. wenn Sie mich wieder gebrauchen könnten, ich käme wieder!" sagt sie mit leiser, bittender Stimme. Ich bin hier gern gewesen, und Sie waren ja zufrieden." Ja, aber Frau. .. ." Ich weiß wohl, was Sie meinen ich habe damals angekündigt, weil es uns besser ging." , Sie streicht an ihrer Schürze herunter. Das is aber nich lange gewesen, ne, die Erbschaft hat uns kein Glück gebracht, und mit der Vergrößerung vom Geschäft und der schönen Wohnung " sie stockt, erst nach ein paar Sekunden kann sie weiter. Wir haben jetzt eine Kellerwohnung, und mein Mann is bettlägerig, und da muß ich denn zusehn, was zu verdienen und wenn Sie mich wie der brauchen können aber," sie blickt sich nach, der Schulz um, die eben in die Küche getreten ist und das Geschirr mit einem Krach niederstellt. Ja " auch Frau von Sill schaut ein wenig unschlüssig umher, liebe Frau. Plinke. ..." Da hat die Schulz beide Arme in die Seite gestemmt. Na, sagen Sie man ja, gnädige Frau, passen wird es Ihnen doch Beiden und mir auch. Mir paßt es nämlich schon lange nich. viele Arbeit und sonst nichts los. Un wenn der Herr Maler des Morgens früh nach Hause kommt, wenn Unsereiner schon an der Arbeit is und einen denn 'ne schlot ternde Lemure nennt, wovon ein richtiger Christenmensch nich mal weiß, was es is, das brauche ich mir nich gefallen zu lassen. Unsereins findet Stellen genug, denn ich bin 'ne Frau ohne Anhang, ich hab: keinen Mann und keine Kinder! Un hier 'ne, Schmalhans Küchenmeister rnd Gerichtsöollzieher und en adeliges Fräulein uf'm Hängeboden ne, ich geh lieber heute, wie morgen, und wenn Sie mir meine paar Märker gleich geben können, denn geh ich noch lieber auf der Stelle. Ja. nu sagen Sie nichts! is auch besser. Sie sagen nichts aber mit de Markstücker. wie is es da?" Ne, so was!" wundert sich Frau Plinke. Ja, das is leicht gesagt. Der Herr Maler hat den Himmel für 'n Dudelsack angesehn, und das is seine Sache, wenn er angetrunken nach Hause kommt, wenn er mich aber 'ne schlotternde Lemure nennt, das is meine. Laß ich. mir nich gefallen, brauch ich nich und thu' ich nich!" Sie schüttelt jetzt die Hände in die Luft, ihr zahnloser Mund ist weit geöffnet, die Worte sprudeln förmlich hervor. Un was meine Bekannte sind, die Großkopfen und die Holzäpfeln, die sagen, so was hätten sie noch nie gehört, und das könnte ja die größte In jurie sein, und wenn ich wollte, könnte ich damit vor den Schiedsrichter. Re icklottende Lemure." lFortsejung folgt.)
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