Indiana Tribüne, Volume 25, Number 126, Indianapolis, Marion County, 24 January 1902 — Page 7

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Dr. j. A. Sutclisfo, ' Wund-Arzt, Geschlechts, Urin- undRectum. Arankheiten.

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Erbschttft.

Von E. Vely. (Fortschung.) Ich wkitz ja, Sie Haben das nicht nöthig uno Sie sind edel genug, armen Leutnants leine Konkurrenz machen zu wollen BeideZ stimmt nicht! Und Ihr Spott ist unverdient es ist weil ich nur eins denke. . . Ein Ruck, der Wagen ist aus dem Geleise gerathen, und Kleydens Rede abgebrochen. Und Toni erhebt sich rasch. .Es sind ja nur noch ein paar Schritte." Aber er läßt sich nicht eher verabschieden, als bis sie an dem Hause sind. Den Gesprächsstoff hat er freilich nicht wieder aufgenommen, Toni hat den Weg über den Platz, wo eine Anzahl von Kindern wimmelt, eingeschlagen. Man muß immerfort auf der Hut sein, daß Einem nicht eins vor die Füße läuft richtig, da kommt sogar ein größeres, das vor der gestrengen Lehrerin einen Kni? macht und verschämt dazu aussieht. Aber eine Hand bekomme ich doch, ti:t in alten Zeiten sagt er. Sie reicht sie ihm und er behält sie ein paar Sekunden. .Auf Wiedersehen!" sagt er dringlich und versucht, ihr in die Augen zu blicken. Sie sieht aber eben Heinz Eggert aus dem Hause treten. Ist' ein Ah das sie halblaut von seinen Lippen vernimmt? sie kann sich auch getäuscht haben. Der Varon läßt in diesem Augen blick ihre Hand los und erwidert den Gruß des Bildhauers: sie glaubt, sie hat auch genickt. Aber sie weiß es nicht recht; ihre Wangrn brennen es r,i so viel nach einander gewesen am heutigen Nachmittag. Sie steigt langsam .treppauf. Hans Eggert. der ist noch der Einzige unter diesen Männern von heutzutage, den sie achten kann. Er arbeitet, um das Erbe seines Vattrs zu erwerben, es liegt etwas darin, in Goethes Nath. Und sonderbar, der muß sie immer mit Kleyden antreffen. Sie möchte ihm doch einmal sagen nein, Unsinn, der denkt so wenig darüber nach, der iß scheu und schüchtern beinah ihr gegenüber. Was braucht sie sich den Kops noch voll zu stopfen mit unnützen Gedanken. Gut, daß die Hefte auf sie warten, die ewigen Hefte, sagt sie sonst. Heute sreut sie sich, da muß alles Andere zurück. Und sie klingelt in fast freudiger Erwartung an der Thür des vierten Stockes. Kleyden knüpft einen Handschuhknöpf, der bisher allen Versuchen seiner ZZestimmunz widerstanden, plötzlich mit Energie ein, wirft dann einen Blick nach den Glasscheiben der hohen Thür, durch welche Toni verschwunden iur und tritt ; den Rückweg schlendernden Schr::tZ an. Nun ist er auf einmal wieder nüchtern. Immer, wenn sie ihm entschwunden ist, für eine Zeitlang wenigstens. Und die Entgleisung war auch gelegen gekommen, er hätte sich wahrhastig hinreißen - lassen können, ihr ernstlich zu sagen Nein, nein! ein solcher Thor wird er doch nicht sein, er muß sich selber zu rechter Zeit beim Ohkzlpsil nehmen. Heinz Eggert hat das Ah!" wirklich hervorgestoßen; er hat Furcht, das Paar habe es auch deutlich vernommen. Und er hat doch gar kein Recht dazu, nicht das mindeste,, was geht's ihn an. wenn die schöne, stolze Toni sie hat den Mann gekannt, er hat ihr den Hof gemacht, mit all seinen gefälligen Formen. Und nun ist er ihr wieder in den Weg getreten. Was geht's ihn. den plumpen Gesellen, an, der nur Thiere bilden, kann un.d von. den Frauen absolut nicht beachtet wird, wenn sie Gefallen daran findet, sich wie bisher huldigen zu lassen? Sie hat's wahrhaftig hart genug. Keiner weiß das besser, als er. wie sle arbeitet, sich sorgt, entsagt, ja gewiß auch manchmal darbt. Er knirscht mit den Zähnen. Gar nichts geht's ihn an, seine Wege soll er marschiren und nicht rechts und links sehen! War das nicht auch eine Ungeschicklichkeit von ihm,. daß er just aus der Hausthür kam? Ihre Wangen hatten eine leichte R'öthe angenommen Unwillen über ihn, natürlich. , Und nun ein Fluch und mit der Hand über die Augen und fortgestürmt seinen Weg nach der Villa, in der sein Vater so einsam sitzt und ihn fast alle Tage fragt: Junge, denkst Du denn gar nicht daran, wie viel Zimmer wir haben und den großen Garten, und daß man sich fast fürchtet, so hallt und schallt Alles? Und eine Tochter, die ich' nie gehabt habe,- wie die's wohnlich machen würde? Heinz, Schelm, verliebe Dich doch." ' Und noch ein Fluch. Heute könnte er ja sagen: Vater, laß sein, ich habe den Anschluß versäumt, bin zu spät gekommen bei der, die mir gesallen könnte, und eine Andere, nein, nie. Dein Junge ist nun mal so." Und jetzt ein Laut, der fast wie ein 2lufschluchzen ist. Fine hat ihren Mann wie ein kleines Kind angekleidet, er ist ja auch .so schwach das Delchen ist ihm schon über mit seiner Kraft. Und nun schleppt er sich, auf die Schulter der blühenden, jungen Frau gestützt, nach dem großen Armstuhl, den sie an's Fenster gerückt hat. Ihr Großvater soll schon drmaesessen baben. hat ihre Mutter aesaat. i Er ist das Rrspektstllck im Hause, sie ' bürstet ibn immer mit aanz besonderer

Vorsteht, TeUe lzat auch geschont, als er in seinem Besitz war, den Großvaterstuhl". sie hat ihm das immer besvnders im Stillen gedankt. UeberHaupt, wie der so sein konnte, so gutmüthig, wie ein Kind! Das wußten die Anderen gar nicht. Und bei all seinem Uebermuth und der Lust zum Kneipen doch so ordentlich. Wie manche Stunde er jetzt wohl Henrich mit seinen Späßen vertrieben hätte! Die Nähmaschine ist zur Seite gestellt und mit einem Tuch verhängt und der Schneidertisch steht ganz 'blank da keine Arbeit darauf.

Die Sonntagsruhe liegt über dem Häuserviertel hier; geputzte Menschen gehen in den Straßen, langsam, im Feiertagsschritt. der ohne Eile ist. Kein Lastwagen fährt; Droschken rollen vorüber und andere Wagen, die an Werktagen zuGeschäftsfahrten dienen, haben jetzt Menschenfracht geladen, die fröhlich dem Freien zustrebt: Männer. Frauen und Kinder. Man fährt noch lieber demüthig, 'eng an einander gepackt, als daß man stolz zu Fuße geht. Es ist voller, heißer Sonnenschein und Schwüle liegt über der Stadt. Da hast Du nun was zu sehen. Henrich, guck blos, wie schön grün und bunt es drüben im Votanischen is." Reingekommen bist Du mit'm Kinde gar nicht!" sagt er vorwurfsvoll. Wenn Du doch krank .rarst." Aber mit der dummen Wunde am Kopf, das hat nicht viel auf sich gehabt. . . ." Schwach bist Du geworden. . . ." Ja. das is Pech," nickt er und blickt müde in dem Raume umher, und wenn man nich arbeiten kann, dann kömmt es so...." Denk nich immer dran. Mann!" Delchen hat ein feines Sonntagslleiö an, das hat damals auch hergemußt, als sie zu G:lde gekommen sind. Sie war nicht dafür.. Aber hübsch sieht es drin aus, wie ein vornehmes Kind aus der Thiergarten Straße, hat Lotte Becker gemeint. Nun muß das Kleid getragen werden, denn wie bald wird es herauswachsen. Und hinaus hat sie es in der Herrlichkeit kaum führen können. Sie hat ihm eine große Schürzevorgebunden nd oft hebt sie den Finger und mahnt zur Ruhe und Sauberkeit. Nich dran denken soll ich?" Plinke fährt unruhig in die Höhe, daß sie uns die Möbel abgeholt haben, die schönen Sachen, daß der ganze Salon...." Ach, den brauchen wir gar nicht," fällt sie ein. Ist ja doch kein Mensch drin gewesen." Das verflehst Du nicht!" sagt der Schneider eigensinnig. Das gehört mit zu 'nem großen Geschäft, Klimpern gehört znit zum Handwerk, und Sand in die Augen auch!" Waßmann seine Redensarten!" seufzt Fine. 'Henrich reibt seine hageren Finger über einznd:r. Bei r)t"?.ti Tage noch dazu um d!e Mittagsstunde. Ich habe mich ja so geschämt, so furchtbar." Die Frau sieht ü&r ihn hin nach den Wipseln der großen, alten Bäume, die dort drüö:n rauschen. d Laß man. was aebt das fremde Leute an." Leere vier Wände!" Wir brauchen nich rein zu gucken!" Un sah aus mit dem Teppich!" Den haben wir doch noch!" tröstet Fine. Was Du's leichtfertig nimmst," schmält er. Wie sie die Sachen runter getragen haben. Stück sür Stück, da ist es mir gewesen, als rissen sie mir Haut und Fleisch vom Leibe. So'n Sopha! Un denn meine Rerutatikn!" Er saat das Wort mit Pathos, wie er's don se:nem Freunde, dem Agenten, gelernt und angenommen hat Du ' weißt nicht, was davon abhängt, von der Reputation. Das ist 'ne Sache." Sie legt ihm die Hand auf die Schulter. Werde man erst ordentlich wieder gesund. Henrich!" Er schüttelt sie unwillig ab. Ich bin gar nicht krantt Aber, ich habe doch die Sorge für 'ne Familie auf den Schultern. Ja. das heißt was. Waßmann kennt so was nich der is ein freier Vogel. Un Geldpartien werden ihm angeboten alle Tage. Ne, krank bin ich nich. mir fehlt man blos die Kraft!" murmelt er. Un dann daß Waßmann auch gerade hat fort sein müssen, nu kann uns Keiner rathen. Drei Tage is er schon weg, und wer mag wissen, wie lange den seine großartigen Geschäfte noch aushalten. Un hier geht es drunter und drüber derweil." Das nu doch nich. Henrich." meint sie. mit einem Versuch, zu lächeln, es geht hier ganz stille zu." Verstehst Du nich. schwatzt wie'n Frauenzimmer. Grade, daß es so stille is. Leben muß doch in die Bude. Un mit 'ner Mannsperson könnte man doch mal reden." Sie wischt über die Augen, es ist, als ob sie Muth braucht zu dem, was nun kommen soll. Henrich, ich habe gestern an Telle 'ne Karte geschrieben, er hat sich gar nich sehn lassen. Heute, wo Sonntag is, kommt er doch wohl mal rauf." Der" der blasse Mensch gibt sich eine veränderte. Lage in dem Stuhl aber wenn kein Anderer da is. 's is doch immer 'ne Mannsperson." Siehst Du wohl! Und gut meint er's auch mit uns." Aber die höhere Intelligenz so zu sagen, das Unternehmenslustige, was in die Zeit hört, das kriegt er nicht raus." Sie erwidert nichts.' bückt sich und

scyiedt dem ranken v:e Juoank unter. Hättest Dich am Ende auf den Balkon setzen können, da is die Luft noch besser." Ueber das große Schild, daß die Menschen raufgucken un mich sehen ne, man das nich." Er trommelt ungeduldig mit den Fingern an der Fensterkante. Auf Telle is auch kein Verlaß." Sie horcht auf; es war ein Klingelzeichen. Da is er schon!" Dann sagt sie draußen an der Thür in fliegender Haft: Telle. Sie sind gut. ich weiß es ja. Sei'n Sie auch geduldig mit Henrich. er ist kränker, als er weiß, meint der -Doktor. Ach. Du lieber Gott, Telle! Und soll sich gar nicht ausregen." Der Maler sieht ihr in's Gesicht. Na, na, man Kurasche. Man blos die Puste nich ausgehen lassen. Doktors! die Scrte! Ich bin noch nie beim Doktor gewesen. Un was bin ich? 'ne Eiche." Er ist im Sonntagsstaat, sein Rock ist sauber, sein Hemde; eine keck gebiuidene Krawatte ist um den Halskragen geschlungen. Den Hut mit der großen Krempe hängt er an den Nagel draußen und fährt mit der Hand durch sein Haar. Ach. Sie Wirthschaften auch drauf lös," sagt Fine, das kenne ich doch, um guter Tag geht Ihnen über Alles." Warum nlch ich bin 'n lediger Mann, ich lriege keine Gardinenprediaten. Wenn ich Ihre auch vermisse, Frau Plinke." Und er lacht gutmüthig. Wenn, ich früher in Ihre Hände gekommen wäre, dann hätt's vielleicht aeholfen." Mit festen Schritten geht er dem Zimmer zu. Henrich. altes Haus! Habe zwar in Deine Vornehmigkeit nich schon wieder kommen wollen. Na. da bin ich aber. Zankst Dich doch wohl mal gerne. Na, und das Delchen! Komm her, Delchen! Der Telle-Onkel hat was in der Tasche da, lang mal rein! Kannst Du nich? guck blos, 'ne qanze Menge Bonbons gut for'n Husten!" Laß mal sehn, ich huste auch!" sagt Henrich und greift mit Eifer nach der ausgestreckten Hand des Malers. Süßes mag ich auch!" Das Delchen lacht; es läuft nun schon ganz sicher auf den kleinen Füßen. Groß geworden!" bewundert Telle, ganz Ihr Ebenbild, Frau Plinke. Na, wird auch wohl so ordentlich im Haushalt werden. Da, wo ich jetzt hause, 'ne Wirthschaft, nich zum Aushalten." Henrich ist schon ungeduldig, er macht ein paar scharrende Bewegungen mit den Füßen. Ich denke. Du bist meinethalben hergekommen. Telle! Laß doch die Frauenzimmer für sich bleiben," sagt er mit eigensinnig kränklichem Tone. Hm! freilich! Was hast Du denn mit Deinem Kopfe angefangen, Mensch?" ,Ach!" Fine, die nach einem Strickzeug gegriffen und sich seitwärts gesetzt hat, ergänzt: Der Spiegel da nebenan is runter geschlagen. der große, neue!" Und konntest nichts Klügeres thun, wie Deinen Schädel unterhalten? Da wirst aber jetzt mal.'n offenen Kopf haben, mein Sohn!" Und Telle lacht. Solch' ne liederliche Bauart is auch nur in Berlin, wo kein Nagel halt," schimpft Henrich Plinke. Ja, ne Klamottenburg wird dies Haus auch sein, warum nich?" meint der Maler. Sonst bist Du aber zufrieden?" Der Schneider antwortet nicht, da sagt Fines leise Stimme: Die alten Kunden sind weggeblieben, die dachten gewiß, nu würde es zu theuer. Un den Gesellen haben wir weggeschickt, und nun seine Gesundheit aber das wird bald wieder und denn...." Denn freilich, denn geht's mit Dampf!" renommirt der Kranke. Hm!" Telle blickt hinüber und sieht den besorgt kummervollen Zug auf dem Gesicht Finens. Hm! Hm!" macht er wieder. Einstweilen aber haben wir Soracn." wirft die Frau ein. und wie nach einer längeren Pause ihr Mann nichts sagt, setzt sie hinzu: Den Abzahlungstermin auf die Möbeln haben wir nich innehalten können, und da sind sie ," sie muß schlucken und wird ganz purpurroth, wieder abgeholt, gestern. Der Mensch wollte absolut nicht mit sich reden lassen. Un Rath wußten wir nich." Henrich macht eine Faust. Ja. wenn ich nich elend wäre." Un den Spiegel haben wir voll bezahlen müssen. Und die Anzahlung ist verloren!" Telle streicht über sein Gesicht. Seid Ihr denn mit der ganzen Summe von damals schon fertig?", I bewahre, bewahre!" ruft d Schneider. Na, denn...." Aber Miethe und so was. So'n Geld rinnt durch 'die Finger," sagt Henrich. das glaubt gar Keiner. Un die Hälfte haben wir fest angelegt. . . ." I. denn aber...." Nein, nein, so nich. In feste Unternehmungen...." So o! in Waßmann'sch: natürlich." Fine wirft ihm einen bedeutungsvollen Blick zu. und ihr Mann sagt: Der hätte ja nu gleich ausgeholfen, is aber verreist. So mußte ich's denn gehen lassen und das hat mich gewurmt." So Waßmann is verreist?" Telle nickt mit dem Kopfe. .Dann muß

es wohl sein Geist gewesen sem. der

mir vorhin -an der Ecke bei Zellbachs Destille entgegengekommen is." Ach. Unsinn!" ruft der Schneider, ein Schatten fliegt über sein Gesicht. Er hat es doch geschrieben." Den Tag vom Verfall kannte er natürlich!" Ja!" sagt Fine aus ihrer Ecke heraus. Hm! hm! hm! Das hätte ich nich gedacht ..." Was denn?" Daß Ihr so schnell mit der Summe fertig werden würdet. ..." Ich s?lge Dir doch " Waßmann und da weiß ich g: -img. Habe Dich auch gewarnt." Nun wird Henrich gereizt: Als ob ich 'n Dummerjahn bin. Immer stellst Du mich so hin! Als ob ich gar nichts versteh. Acht Prozent Zinsen hat er cüt doch auf einmal gegeben. .'.'." Das wird auch Alles sein, was Du je davon sehen wirst." Um des Himmelswillen!" Fine läßt die Arbeit sinken und schlägt die Händt zusammen. Un mir hast Du nichts davon gesagt, daß der Dich 'wieder beschwatzt hat.... Henrich. Henrich! Hast Du denn an gar nichts gedacht, nicht an das Kind und mich und an Deinen elenden Körper!" Erst sieht Plinke betroffen aus, es ist etwas in dem vorwurfsvollen Ausbruch der Frau, das seine Berechtigung hat. Dann kommt ein langsames Besinnen iiber ihn. Nu gar!" ruft er. ..Nu seh einer das Weib. Es steht doch Alles in meinem Kopfe und in Waßmann seinen Büchern. Lieber Himmel, da steht noch mehr drin, wie unsers." Glaube ich auch!" wirft der Maler mit seinem trockenen Tone hin. Un denn, bin ich der Mann oder nich? Un habe ich's Geld geerbt oder Du? Un Keiner hat ein Recht, einzusprechen, auch Du nich, Telle. Dich geht das auch nichts an " er besinnt sich auf ein Wort und hat es dann, das sind, sozusagen, meine eigenen Finanzoperationen!" Und beinah lächelnd legt er sich an die Lehne des Sessels zurück, Finanzoperationen!" noch einmal halblaut sagend. Ja auch Deine eigenen Schafsköpfereien!" ruft Telle und steht auf und ballt die Fauft vor Zorn und läßt sie wieder sinken. Wirst's ja ausbaden müssen! Ganz allein da wollt ich nichts sagen, daS wäre Deine Sache. Aber da ist Deine Frau und das Wurm. Daran mußtest Du denken, wenn Du ein ordentlicher Kerl sein wolltest. Und vor dem Schwindler und Schwätzer, und wenn er nicht noch was Schlimmeres is, davor habe ich Dich gewarnt. Zehnmal!" . Ja. das hat er." fällt Fine ew. ehrlich hat er das. Und der Andere hat's wohl gewußt, daß ihm Telle in die Karten guckte, und das paßte ihm nich! Rausgebissen hat er ihn darum ich hab's wohl gemerkt, Henrich! Aber Du nich! Der is Dir über Du bist man ein einfacher Mensch und der is 'n Abgefeimter. Und herkommen nach Berlin hätten wir gar nich müssen wie passen wir denn hierher? Unter alle die. die ihren Vortheil zu wahren und zu kriegen wissen! 's ging uns doch so gut auf dem Lande, wo wir hingehörten!" , Nun hat sie Alles erschöpft, sie senkt den blonden 'Kops wieder. ' Der Schneider springt in die Höhe und klammert sich mit beiden' Händen an die Armlehnen, um eine Stütze zu haben. Der Athem kommt keuchend aus seiner Brust. Ein Schafskopf bin ich? Kein ordentlicher Menfch bin ich? Ich kann nich mit meinem Eigenthum machen, was ich will? Wer das sagt . . . .der is. . . . der is. . . ." Henrich!" ruft Fine geängstigt und eilt an seine Seite. Den weise ich...." er ringt nach Luft. Gewarnt? mich hat mein Freund Waßmann gewarnt vor dem Schleicher und Nachsteller. Ja, das könnte wohl so passen ich elender Mensch und wohl gar todt.... und denn die Erbschaft antreten und verbringen, das liederliche Weib...." Henrich!" ein qualvoller, gellender Schrei ist es, und sie will die Arme um ihn schlingen und ihn besänftigen. Ach was!" Er stößt sie fort, daß sie ohne Telles Hilfe zu Boden geglitten wäre. Dafür bm ich aber noch da. Un sage: Raus. Raus!" Ich geh schon!" antwortet Telle. Un ich komme auch nich wieder. Und wenn ich ruhig weggehe und Dir keinen Knochen im Leibe zerbreche, denn is es, weil Du'n elender Mensch bist und die da 'ne anständige Frau." Er faßt nach Fines Hand. Adje. auch, Frau Plinke. Das mit der Aufregung, das habe ich nun schlecht Morai. . . ." (Fortsetzung folgt.) Zwei Offi eiere der italienischen Armee geriethen in einenStreit, welcher schließlich so heftig wurde, daß eine Herausforderung zum Zweikampf auf Säbel die Folge war.' Am nächsten Morgen begann das Duell. Man focht zwei Stunden, ohne daß auf der einen oder anderen Seite auch nur die kleinste Verwundung zu constatiren gewesen wäre. Die Kampfbegierde der Officiere war nun noch keineswegs gestillt. Die beiden Parteien begaben sich vielmehr mit den Zeugen in ein Restaurant, wo man sich stärkte. Dann kehrte man auf den Mensurplatz zurück, und ein neuer Waffengang begann. Jetzt war das Duell nach wenigen Minuten zu Ende, da der eine der Duellanten eine lebensgefährliche Verletzung am Kovfe ivontrug.

Zur gefi. Notiz!

Meinen Frcunden und Bekannten zur gefl. Mittheilung, daß ich die früher von Herrn Fred. Rasemann gefühlte Wirthschaft No. 119 Nord Weft Straße, käuflich übernommen habe und mich freuen erde, sie dastlbst begrünn zu können. Die besten Weine, Vier und Cigarren sind stets bei mir zu finden. Matthcw Lewis, 11 Nord West Strafte, Indianapolis. n PMlin Zapf, Wirthschaft und Restaurant. 42 Virginia Avenue. Lunch täglich von 11:30 Vormittags bis 2 Nachmittags. Auster Crew 15c. Rohe Auster 10c. 5 Christ. Eilerkamp, Deutsche irthfchnft. 6 prospect Straße. Feinste Getränke nud Cigarren, sowie . schmackhafter Lunch. Henry's Platz ist jetzt nicht mehr in 431, sondern in M ki Umm ta Pabft Bier an Zapf. Jlnpottirte und einheimische Weine. Feine Liquöre und Ciganen. Venrz W. Kurz, 428 S. Delavare Str. 4mHm M M MM Jno. T. Barfoee & Co., l Louisvillc, Ky. t X Destillirer von 5 Md :: Etanrtoee, l Bourfaon und Rye. : Woodford Co., Ky. Ko. S2, 7th Difci. Ky. X X Eigenthümer der folgenden Marken : : TOM TAYLOR Bourbon & Rye I MAJOR HUGHES Bourbon. TIP TYLER Bourbon. BARBEE RyeMalt Whisky. I Vertreten durch X Harald Schmidt, t i 132 Süd Delaware Straße, i X Telephon Main 2405. X X Indianapolis, Ind. i D HDfieirÜifiimg ist immer noch auf brm alten Platze. Gerade erhalten : Ein Waggonladung von rühlings s japeten. E wird sich für Sie lodnen, dieselben zu besichtigen. Preise niedriger alt je. C. DIBBKING, 407 Virginia Avenue, Ter Fletcher Place Kirche gegenüber. Teled hon 2401. JOSEPH HAAS, No. ?05-?0r ZNaxwell Str., Empneylt dem deutschen Publikum sein neuestes System der geruchlosen Reinigung von Senkgruben. relevhon (alt) 1039 (neu) 2578. RcBle Lander, Präsidentin. fixiert Mahoney, Sekretärin. UNIONCO OPERATIVE UüilDRY. John F.lWhite, Echatzmeifter und Seschiftiführer Telephon 1269. - - Agenwren überall. krvAress :: Laundry, Z Haupt. Ofsice: Z klo. 312-314 Ost Market Ctratze. ) 223 Massachusetts verme. Lroeig-Ofstceu: V 203 NordJllinoiS SKaße. ) 22 Oft Washington Str. dacht vorzügliche t3 schort cKen. Xcle&t&iren Pl Ei 1121 tut den Wage.

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