Indiana Tribüne, Volume 25, Number 123, Indianapolis, Marion County, 21 January 1902 — Page 7

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V Jndiaua Tridune. 21. Januar 1904

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M alson. 202 Nord Noble Str. VlteS Televhsn 702 GaU 2. H. A. KÖLKER, Wirthschaft und Billiard-Zimmer, feiner unch,N)eine u. 5iqSre. 901 Oft TYafhington Str. ReueS Telephon 2834. Indianapolis Union Station Hotel No. C West caHicna Stieße, gegenüber dem Cfleafre der Kffion statten S Ast!. HORIllE, Eigenthümer. Die feinste Bar in der Stab. Alles ncud erster Msffe. Televdsn 8771. eZie ander. P?Sstdevtin. iflcr S!sl,oaeh. ,rfTCSann. UNIONGÜ OPERATIVE LADÜORY. John F.Mhite. LchaSmetJrr und Seschösikführer XelTphon Z269. Agenturen fcderaE. Progress L&imdry, ZHaupt-Offiee: Z Ko. 312314 Oft Market Strahe. ) 228 MeffachusetlS vc. Ztveig-Offlceu: 203 Nord JllinciL Q.ati. ) 22 Ost Washington Stt. . , MaSt torzggkkd Lascharbei?en. ?eleviovtrk R 1121 für den ikeqen. I3IA(G und der grofte Nordweften via Väw e) (mVZVzi?WR gag ((a ' Alaska-Sawaii-Pdilivvike Inseln. - Vier tägliche Schnellzuge nc:ch Chicago. k??" V?n der Monvn47. Srr. Ctatizn. Cdicazo. in'nu?s Tiinn!fn mitiilft elctiriidjcr Kar nach tn Ur.ion Fiehdefeu Einzige Linie nach Frencli Liek Sprins, in dem Oraae Eonn Hochland, S-tHnilien -fcotel unter nenrr UVf1iilcitiimi. Wvto, irotpcriu? tnii Bou'leS Quellen. cs:cs Miuerelnzajlcr der Seit. .:rei Züge iiaViäi pto Ereeurakttk. iitfct Offtckn : Union lalicn, Müichusett5 Ave. und West Washingko Sttabe. N. P. A ! g e 0, Tisinlt Fc?J. Äget, Jiidiaiierolis, Ind. .Y.WkToel. .H.Ävl?well, Pras. nu eir. T?gr. rnUUletter, ?irank?. Reed, Sien. Vaff. gent. Shirago. Jll. Durch Rex königliches v?n- dem Edikt König kündigt die Big H Bahn niedrige Fahrpreise -jn:r. an. Rundreise Tickets ach New Orleans .und ...Mobile.... werden zum Terlaus aufliegen ,u sehr niedrigen Rcüen vcn allen Punkcn der ig our und D.AIL Bahn vom 3. bis einschließlich g.Zcb. 02. (luch am 10. Februar für Reisende, die am Bestimmungsorte nicht später elS um 12 Uhr Miltaa am 11 Februar anlangen.) TicketS qü::ig für die Rückfahrt, loelche von?!ew drleanö cder Mobile mcht später als am 15. Februar l92 erfolgen muß. Weczen Ewzeldcikrn ptnu man sich an genlen der .Viz Four floate- der schreibe an Unterzkichncte: Warren I. Lynch. Gen. Pass. & Ticket-Agent. . P.Dme.Asstft,G.P.T. A. Cincinnati, O. H. TL Arrnsen. Zl. G. P. A.. Indianapolis.

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Von G. Vely. (Fortsetzung.) Sie sind oft in 2lin, Herr Baron?" Er schnellt zurück. Wollen Sie mich auf .Phrasen kalt stellen? Seien Sie doch barmherzig! Diese Frage höre ich -ja oft genug bei uns daheim, beim Tennis. Sie müssen wissen, jedes Gut hat jetzt seinen Tennisplatz. Dos muß eben sein. Und bei den Tänzen nach irgend einer Waldpartie und bei den Diners mit den tiefen Knizen der jungen Damen denken Sie. es ist noch Alles so, wie es war. Wir halten uns rccch für ungemein vornehm, weil wir anständig essen, uns korrekt vorstellen lassen und nicht einen Laut ungezwungener Fröhlichkeit äußern bei den Diners.Toni lacht, sie sieht voi sich, was ci schildert, sie erinnert sich der steifen Damen auf denEophaplatzen uirb ihres gnädigen Lächelns bei den Handküssen, ör faßt düs günstig für sich auf. Ich bin ja doch nun hier, um mich in e:r:em etas größeren Horizont umzublicken. ja, unö ich möchte, daß Sie neugierig wären und mich fragten, uri: ich S caibeckte?Mcimn Bruder Vruno Ach!" Er bewegt den Kopf hin und her. Sie habe ich gesehen mit eine: schwarzen Mappe und schnellen, stolzen Schritten und hinterher bin ich. Und mehrmals wieder in der GZnthiner Strafe. So geht nur .Eine, trägt nur Eine den Kopf und richtig, ich sah Sie wieder und folgte Ihnen hierher. Und das Uebrige fand ich aus." Sie ist unwillig, Blutwellen steigen in ihre Wangen. ,.5-eir Baron!". Littend legte er die Finger zusammcn. Nicht schelten, nicht so blicken ich sage Ihnen, ich konrkte nicht anders " redet er schnell und halblaut, beschwichtigend. Da öfsnet sich die Thür und Heinz Eggert tritt ein. Verzeihung!" Aber bitte!" antwortete Toni, noch immer verwirrt, unwillig über daö Benehmen des Barons, über sich selbei jetzt. Eggert ist ja dock, in feinem Recht, der Weg in sein Atelier sührt hier durch und sie ist froh über die Störung aber ihm das nicht sagen, beweisen zu können, macht sie besänge. Der Baron springt auf. Lieber Meisier. da sind Sie! Einer der Diosluren. Nun habe ich wohl Aussicht, auch den andern bald zu sehen!" Und er schüttelt dem Bildhauer die Hand. Nämlich die Personal! habe ich von meinem Freunde Leo von Sill! Wir frischten unsere alte Bekanntschaft in einigen fröhlichen Kneipabenden wiede: auf. Ich bin heute zu eine? Sitzung bestellt haben Sie vielleicht em Urtheil über die gelben Töne?" Heinz Eg-gert steht ganz steif da. Nein, Herr Baron, aber ich will Bruno benachrichtigen." Toni erhebt sich. Verzeihen Sie. das hätte ich schon lange thun so!len " Eilt doch nicht. Im Gegentheil!" ruft Kleyden. Sie geht hinaus und Heinz folgt ihr. Ah", sagt sie. als sie vor der Thür des brüderlichen Zimmers zusammentreffen. wenn Sie bitte, er muß nun kommen Sie werden ihn eher herausbringen." Ja, das schon, wenn's sein muß, gewaltsam. meint der Bildhauer, aber ich habe wohl gestört." Er wird ein wenig verlegen, als hätte er etwas Ungeschicktes gesagt. Sie sind ja alte Bekannte. Sie haben gewiß manche gemeinsame Erinnerung . . ." Toni wirft den Kopf zurück und ihr Ton ist fchroff. Mit der ganzen Vergangenheit habe ich nichts mehr zu thun die liegt jenseits. Dann ist sie davon gehuscht. Eggert sieht ihr verblüfft nach. Auch auf seinem Gesicht kommt und geht die Röthe. er faßt mit zwei Fingern in sei nen Hemdkragen, als brauche er etwas mehr Luft. Dann klopft und ruft exi Bruno. Tu hast ja eine Sitzung.Ja doch ich komme gleich!" Und darauf wird Leos Stimme vernehmbar. Schaffner, lieber Schaff, ner," trällert er, reißt Einen aus dem Schlaf..." Bruno guckt durch eine Thurspalte. Ist es denn wirklich schon . ." So spät, daß Ihr Euch Beide schämen könntet ..." Wenn das nicht eine antiquirtc Sache wäre lacht Bruno. Also lichtig da? Wie kann ein Mensch so beharrlich sein! Du, Heinz, versuch doch ihm beizubringen, daß es vornehmer ist. sich modelliren zu lassen, und übernimm Du ihn. Mir wäre da' mit eine ganz verteufelte . Arbeitslast von den Schultern genommen. Ne, wirklich, ernstlich!" Und fein Kopf verschwindet wieder. Der Bildhauer muß lachen. Du kennst dcch meine Spezialität, ich soll drch nicht . . " Bah, ein Asse ist er auch." Still! Wie viel Zeit brauchst Du noch?" Knappe fünf Minuten." HeinzEggert entschließt sich, die Biertelstunde, die es unbedingt dauern! wird, dem Baron zu widmen. Er fmdet ihn, als er wieder eintritt, über die Schulhefte gebeugt. .. Sie miiFen wirkliÄ entschuldign.

Verr aron, mein Freund hat einen anstrengenden Tag ..." Na, ist nicht besser gesagt ,Nacht' gehabt?" wendet sich Meyden herum. Wir waren nämlich pokulirend zusammcn. Sie müssen wissen, wegen 'der bewußten Töne, die noch in mein Gesicht kommen sollen! Alles im Jnteresse der Kunst nämlich. Hahaha!" Und Heinz, der nach einer Entschuldigung für dnFreund gesucht hat. muß nothgedmngcn mitlachen. Die schlanken Finger des Barons heben eines der Hefte in die Höhe. Morgenstunde hat Gold im Munde." liest er mit ironischem Tone. Das muß Fräulein Toni nun wohl fünfzig Mal nachlesen schändlich, whrhaftig keine standesgemäße Beschäftigung für unsere angebetete Sphinz!" Eine Falte zieht sich zwischen den buschigen Brauen des Bildhauers zusammen. Wie nennen Sie Fräulein von Sill? fragt er. Wie sie unser ganzer Kreis nannte, die Räthsel Aufgebende war sie ja unter uns und ich glaube, sie ist noch nicht über das Metier hinaus.Er seufzt leicht und zieht an seinem Schnurrbart. Was lätzt sich denn aus diesen verschlossenen Zügen lesen? Ich habe mir vorhin wirklich Mühe gegeben. cincnZug, eine A:us:?rng zu erhäschen,' die mir von ihrer Unzufriedenheit mit ihrer jetzigen Lage einen Beweis gäbe. Nichts von allcdcm! G:oße. unnahbare Dame auch mit der schwen Mappe im Arm. welche die Hefte aus der Gemeindeschule umschließt." Heinz Eggerts Augen sind weit aufgerissen, er starrt den schlanken Menschcn mit dem näselnden Ton an. Eine vornehme Natur wie die Fräulein Tonis " dann kommt in seine Stimme ein Beben. Aha " ver Andere schaut schnell auf. Auch Du. Brutus? ja. so war's immer! Wer nur in Seh- un!. Hörweite kam. Das kann sie also auch noch." Aber es ist Spott in dem Ton. Ich verstehe Sie nicht, was wollen Sie damit sagen?" fragt der Bildhauer und es kommt etwas Kampfgerüstetes in seine Mienen. Der Baron bläst erst ein Stäubchcn von seinem Rockarmel. Schon gut. mein Lieber!" Er verbessert sich noch und legt vertraulich dem Kleineren die Hand auf die Schulter.

Mein bester. Meister, die Weiber sind eben alle voller Heienkünfle. Sollten Sie das noch nicht erfahren habe? Und die Verstellung ist einmal ihr Privilegium. Meinen Sie nicht auch, daß die feinen Nasenflügel von Fräulein von Sill doch immer wieder beben, wenn sie den Armeleutegeruch riecht, den die Schulkinder mitbringen. Aber ja nicht merken lassen. And um die Welt ließ sie ja auch keinen Verehrer merken, wen sie bevorzugt. Damals! Na. die Schaar. die in Stillenberg Reichthümer vermuthe! hatte der Alte hatte ja bi- letzten Augenblick den Schein zu wahren verstanden, die stiebte ja dann schnell cnuig auseinander." Er schnippt mit dem Daumen. Ecfahrungen aber nicht dergleichen thun, das ist die Art von' Fräulein er bricht ab, denn die Thür öffnet sich wieder. Gu'n Morgen!" sagt Bruno. Sie sind aber von einer Pünktlichkeit, wahrhaftig. von einer künstlerisch ganz unbequemen, mein bester Baron! Wir hätten solch nächtlicheStunde wirklich nicht verabreden sollen bitte. Platz zu nebmen! Da! so! Nein, lieber in den anderen Lehnstuhl recht faul, rech! nachlässig, recht na, als ob Ihnen die aanze Welt schnuppe wär', und ein Geficht dazu Quatsch. Alles, was die Menschheit redet! ! Da steht man doch drüber! Was sagst Du. Heinz, das kann ein Bild werden?" Und er tritt vor und zurück von' seinem Objekt. Aber viel zu korrekt angezogen, viel zu geschniegelt. Da fleht man doch auch drüber. Wenn Sie wiederkommen, bitte, in einem vertragenen Rocke!" Kletzden lächelt. Wenn Sie wollen und wenn Sie. denken obwohl meiner Frau Mutter Bruno von Sill stützt sich an einen Tisch und blickt hinüber und fährt dann über sein kurz geschnittenes Haar Das muß ich. bitte, bemerken, in der Anordnung und all dergleichen lasse ich mir absolut nicht einreden. Wenn Sie nicht meiner Meinung, so zu sagen dem, was sein muß, unterordnen, dann ver". Aber ich beschwöre Sie, ja, ja!" ruft der Baron hastig. Bruno stößt eine langgezogenen Pfiff aus. Und daß Sie mich nicht etwa treiben. Das muß ich noch ausdrücklich betonen. Ich arbeiie nur, wenn ich absolui in Stimmung bin nur Pfuschet gch'n in's Tagelohn, in's Handvwl" . Aber ich konzedire ja Alles,- antwortet der Baron. Zeit und Preis ganz nach Ihrem Belieben." Bruno beißt die Lippen auseinander. An den schnöden Mammon bin ich nun am allerwenigsten gern erinnert entweder ich male oder lch male nicht. Ich glaube, ich habe Ihnen meine künstlcrischen Prinzipien schon auseinander gesetzt." - - Heinz Eggert gibt ihm. seitwärts stehend, einen leichten Puff. Er soll sich den Auftrag nicht im letzten Augenblick verscherzen. Ich werde ganz und gar mit Ihrer künstlerischen Individualität rechnen sagt Kleyden mit einer Verbeuauna un läkt es geschehen, daß der Maler seinen !

Haaren eine andere Richtung in der Stirn gibt. So. nein, so! Das ist Verständniß, was Sie da sür Unsereinen beweisen," spricht er dabei. Aber, Sie wissen gar nicht, wie Unbehaglich Sie mir sind mul Ihrer Fügsamkeit. Verehrtester! Wenn Sie opponirten. könnte ich ja gleich den Stift niederlegen. Ich danke, mein Herr! Ja. die Arbeit ist eine Sache, die Einem wirklich das Leben verleiden kann." Atelier für Herren-Äelleidung von H. Plinke." Waßmann und der Schneider stehen mdcneinander in der Pallasstraße und sehen das Schild in Schwarz und Gold an. das am Balkon einer erststückigen Wohnung angebracht ist. ES leuchtet weithin mit seinen geschwungenen Schnörkeln. Pikfein," nickt der Agent. So was gehört dazu." Und dann kneift er die Augen zu. Du, für' was Grünes und Buntes da auf dem Balkon könnte Deine Frau auch sorgen. Das gehört hin das gibt so das Letzte na ich wollte wohl 'n Fremdwort brauchen, aber das, verstehst Du ja doch nicht. Wenn Du so' was könntest, ließe sich auch noch drunter setzen: "0n parle frin;aU English 'spoken". Henrich sieht den Freund bewundernd an. Wenn das mal is, denn mußt Du aushelfcn " Topp, soll 'n Wort sein." Nich umsonst, das verlang' ich gar .nicht." Ach was, eine Hand wäscht die andere." Die Balkonthür öffnet sich und da5 Gesicht von Fine taucht auf, sie späht vorsichtig hinunter. Nu. sieh bloß mal," stößt Waßmcnn ftinen Freund an, als wenn sie sich nich traute ja, was so was nicht gewöhnt is." Und dann legt er beide

Hcinoe an den Mund und brüllt h:n .auf: Frau Meisterin, kommen Sie doch bloß mal heraus. Das Ding macht sich ganz kolossal." Fine schiebt sich, das Kind auf dem Arme, hinaus auf den Balkon. Sie hat ihre Freude daran gehabt, daß drüben im Botanischen Garten die Bäume ansangen zu knospen. Man sieht ja sonst von dem Frühling in Berlin nicht viel; sie muß oft an dle Helmach den kcn, wie das so anders war. Nun lächelt sie verlegen, der Name groß an dem Schilde. Waßmanns stets laute Art ist ihr auch pemllch. Nun kann's alle Welt lesen ja! Nu steht's da!" ruft er. Ein ' paar Vorübergehende werden aufmerksam, das maalt die iunge Frau wieder befan gen. Sie schlüpft hinein in's Zimmer. Bald darauf Hort sie die Beiden kommen; eh' sie am Korridor, ist, schrillt die Klingel.. Na, Frau Plinke, nu machen Sie mal auf. Ich will Ihnen eine regelrechte Visite machen. , Ich hätte ja 'n Bouquet mitbringen können, aber sür so was sind Sie ja nicht. Und ich nehme immer Rücksicht auf die Damen." Die Wohnung besteht aus drei Räumcn und der Küche und sie kommt Fine so groß und weitläufig vor, daß sie sich roch immer in den Thüren irrt. Was. das ist 'ne andere Sache, clö wie da in dem Hinterhause. Gibt ja auch ein ganz anderes Anseh'n." sagt der Agent und schiebt die Hand in die Weste und sieht da, wie ein Feldherr, ganz sieghaft. Die Frau nickt. Ein; gewisse Furcht vor dem redefchnellen Mnschen überwindet sie nicht. Die gute Stube." sagt der Schneider. Kommen Sie rein." Beileibe nich. Salon heißt das! Daß Sie mir ja zu den Kunden sagen: Bitte, in den Probirsalon. Das macht Eindruck." Wenn man erst welche da waren." meint Plinke. Ich' bin da!" - Und der Geselle, der nichts zu thun hat, auch " wirst Fine hin. Der kann doch man lediglich spazieren ged'n." Kommt Alles in die Reih', macht sich Alles. Kommt Zeit, kommt Rath: Das ist mein Wort na,', hat's nich gestimmt? Die Erbschaft is gekommen und nun muß auch die vornehme Kundschaft ran." Ein großer Spiegel blitzt in dem lleinen, Raum, dessen Fenster die Balkonthür bildet; frisch polirte Möbel stehen umher, ein Sopha mit buntem Bezug, ein Brett darüber an der Wand. Die kleinen Porzellandosen und Gläser, meistens Gewinne von den Jahrmärkten und Schützenhosen zu Hause her, die, Fine . sorgsam ' aufgehoben, - sehen . etwas seltsam dazu aus. Den bunten . Teppich mit einem Rosenmuster Hai Henrich im Ausverkauf erstanden, sie war nicht dafür. Ueber der Tischplatte liegt eine gehäkelte Decke und eine grünblaue Wasserflasche mit zwei Gläsern steht in der Mitte., ' Macht sich" lobt Waßmann. Gar kein Geld, die Abzahlung bedenk bloß mal. Na, is ja auch Bekannter von mir. deshalb hat er schon ein Uebriges gethan. Ja, es geht nichts über gute Freunde." und er schlägt den schmächtigen Plinke gegen die Schulter, daß er zusammenzuckt. . Telle meinte, es wären doch Laflen!" wirft die blonde Frau ein. ' Der!" macht Waßmann verächtlich. Es gibt Menschen, die müssen immer in Alles einreden. Du. auf das Schild müssen wir mal mit 'nem kleinen Bittein anstoßen. Ist Dir doch' zugeschickt vi n Hindersin drüben? Habe drei Bud. dcl bestellt, krieast's natürlich billiger."

PrcT.p! geliefert!" bestätigt Plinke und geht voran nach dem Nebenzimmer. das als Arbeitsraum und Wohngemach dient. Ein junger blonde? Mensch, der vor der Maschine sitzt, setzt dieselbe beim Eintritt der Männer in Bewegung. Reinicke,- was machen Sie denn d?' Die Meisterin will 'n Ueberzug über das Sopha " . Na ja!" Is woll praktisch, aber nich nobel. In nabeln Häusern gibt's das nich " sagt Waßmann. Plinke holt Schnapsgläser herbei, schenkt ein, sie stoßen an. Der ist gut. Ich kann noch 'ne neue Auflage verträgen!" sagt Waßmann und - setzt das Glas mit einem lauten Rucke hin. Ste wollen nich. Frau Plinke? Na, auch gut. Aber Sie müssen noch anders werden und Werdens auch, das kommt von selber in der Berliner Luft. Immer forsch! .Ja, Sie haben Glück! Wi ?s Ihnen denn', daß Sie nich mehr bei anderen Leuten zu scherwenzen brauchen was.' wob) pikfein?" Ach. wenn Sie meine , Aufwartung meinen?" antwortet sie. Das thut mir leid ich hab's gerne gethan. Und so gut ' und gebildet , und freundlich mit Einem " ' Eigener Herr sein, ist aber besser!" Freilich," bestätigt Herr Plinke. Man hat so gar keine Ansprüche mehr," setzt Fine hinzu. I, damit meinen Sie gewiß den Telle; na, das Rauhbein, das hat mir nie recht gefallen wollen." Ne, Henrich, is eben so gut. Du bist 'n los, sag' ich Dir!" Bin ich auch! Besuchen kann er uns ja noch aber reinreden, nein!"

Vernünftig!" Waßmann saßt nach der Flasche. Auf zwei Beinen kann der Mensch stetn, aber 'n Stuhl is auch 'ne gute Sache. Ich brauch 'n Stuhl aller gute Dinae sind drei." Dann macht er eine große Handbewegung nach dem Bctamschen Garten. . Dahin LZnnen Sie nun alle Tage mit dem Wurm da gehen und so thun, als gehört er Ihnen. Wer hat es denn so in Berlin, frage ich, so 'ne Lage? Freilich hat sie auch gesucht sein wollen. so was muß man versteh'. Dazu muß man die Topographie rm Kopfe haben. a. Du. Du!" bewundert der Schneider wieder. Wie Du Dich hier ingesunden hast! .Anpassunasvermöaen!" . nickt der Agent. Du meine Güte, du meine Güte so 'n Schild. Und siehst ja aus. als wenn man zu Fürstens kommt." Die Tantow, ihren Korb am Arm, zeigt sich. Wenn mir das nu wer erzählt hätte, dem hätte ich's ja nich geglaubt. Was man. aber mlt eigenen Augen sieht. Sie pustet ordentlich den Athem aus und sinkt auf den Stuhl, welchen ihr Fine hinschiebt. Ja, der Mensch soll nichts sagen, aber dies ist ja der leibhaftige Luxus!" Und ihre groß aufgerissenen Augen wandern in dem Zimmer herum, haften an jeder Kleinigkeit, sie zählt gewissermaßen, die bekannten Dinge. Aber die Betten?" fragt sie dann. Schlafzimmer!" antwortet Plinke und deutet nach rechts. Und dann off net er links die Thür. Und hier kommt erst die wahre Herrlichkeit! Das ist nämlich" er macht eine ganz wichtige Pause der Salon . Die Tantow steht auf und stellt ihren Korb auf den Boden, damit sie die Hände fr hat und sie zusammenschlagen kann. Du ahnst es nicht!" lachte Waßmann. Der runde Kopf der Grauhaarigen bleibt an emem Schütteln. Das ist ja großartiger, als meine erste Cbamdregarnlstenstube! Da kann ja kein Mensch damit konkurriren. Was wollt Ihr denn da for'n Preis nehmen und wer soll denn in dieserGegend dahineinzieh'n, so weit von's Gericht." Das ist nicht zum Vermuthen, das ist der Salon, der Probirsalon, in den ich, mein? Kundschaft . bitte," spricht Plinke feierlich. ' Ach so, ach so!" Sie zieht ihren Mund ganz eng zusammen. So'ne feine Leute, die Spiegel und 'ne Marmorkonsole brauchen, die soll'n jetzt kommen? Na. da kann ich die paar Flickereien, die ich für meinen Stubenten hertrage und die er billig und schnell haben will, ja man wieder mitnehmen taute peLe wasZ" ; Fine wirft sich ihr entgegen. Aber beste Frau Tantow,' was denken Sie denn, bei uns bleibt Alles beim alten." Aber natürlich, natürlich," ruft der Schneider und hebt den Deckel ab. Auch die kleinen Arbeiten führe ich prompt aus vorläufig da, Reinicke!" er wirft dem blonden Menschen den Rock zu. Seh'n.Sie gleich, mal - " ' iiuu;. En Geselle auch?" wundert dieTantow. Mir ist's lieber, Sie machen es selber . ' Soll er auch!" beruhigt Fine. Der trennt man bloß erst, der da " Wenn Leute zu Gelde kommen!" ruft die Wittwe, nich zu sagen, wie denn die Ueppe wächst. Na, aber" und. sie hebt warnend die rothen Finger. Bedenken Sie man auch, daß es ein Sprichwort gibt: Hochmuth kommt ror'm Fall!" . Ach, liebe Frau Tantow, hochmüthia is. Unsereins doch nick " . :. (Fortsetzung solgt.) ' ,

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