Indiana Tribüne, Volume 25, Number 122, Indianapolis, Marion County, 20 January 1902 — Page 7
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Erbschafi.
9?o.e. DelY. (Fortsetzung.) Xjann Hort men laute Glimmer, draußen. Nun sollt Ihr Euch aber ttimn:! sagt der Schneider, und bleibt in der Mtte' des Zimmers flehen und nickt Fine zu. Nu paß blos auf!" Lotte, Tklle und Waßniann lonztn fast zu gleicher Zeit. Telle stürmt ganz blaß herein, sieht Henrich, Fme und das Kind &n und sagt: Na, wenn Ihr ma lebendig seid, denn is es a gut!" Ich habe gar nichts gedacht ich bin da!" ruft Seite. Herrjch," sie sieht das viele Bier. Das wird w?h! 'n vergnügter Abend?Is etwa der Gerichtsvollzieher da? fragt Waßmann. ehe er eintritt, .vdc? wollt Ihr rücken?" Die Tantown sagt," bestellt Schi; ster Michels' Aeltestc. ur.d drängt sich hinter den Anderen herein, o waZ psstrt wäre, dahin taugte si: nich. Sie h2tte so 'ne Nerven! Da müßte Jeder selber fertig werden. Und wcnn'c besser wäre, denn käme sie." Henrich Plinke reröd sich die Hände. ..Setz! Euch. Kinder, setzt Euch. Es bedeutet ja was Gutes! Ne. tonnn erst mal zu Athem. Un denn rathet mal' Todtaeschlagcn wirst Du wohl Hei nen haben!" meint Telle. Aber wenn's wirtlich Bier geben soll" und cr össnet eine Flasche und schenkt ein. und saat räch seiner Gewohnheit zu sich selbst: Prost, liebe? Telle! Danke cr-g-bcnst!" Waßmann rückt seinen Stuhl neben Loltcns. Freut mich, ein Fräulein!" und zu Hcnrich ruft er hinüber: Du wirst ja wohl ich in der Lotterie g:spielt haben. Wie ich die Sache lenn?. so is sie Dir nich erlaubt. Was. Madame Plinke?" Der Schneider reckt sich in die Höhe. Ge:rbt haben wir ,15 Mark u.id 37 Pfennige." .Ah - ah!' Na, denn gratulire ich!" Ne schöne- Sache muß das sein' Waßmann springt auf und schüttelt dem Ehepaar die Hände, Lotte fallt Fine um den Hals. Telle ruft: Dies mal auf die Gesundheit des rerstorbenen Erblassers! Er lebe hoÄ!" Ja. nu sind wir reich: Leute un) können uns 'ren guten Tag machen!" Kot Henrich Plinke. Und dann faßt er in die Tasche und zieht einen Nickel hervor und drückt ihn dcn halöerwacksenen Mädchen in die Hznd. Da!" und nach einer Flasche Bier fassend: Das is for Batern so. nu lauf!" i.'i:c legt den klopf an die Stuhlicynk. streckt die Füße, die sehr zierlick. sind. ab. reckt ihr Stumpfnäschen in tlt Lust und fragt: Kinder, wie habt Ihr das man blos angefangen?" Ja " Hcnrichs dünne Gestalt scheint noch länger zu werden wenn man so seine reichen Verwandten hat. Wenn die Anderen nich mit dazu gehorten, denn, solltet Ihr erst was crleben, denn wär's r.och drei Mal so v(X. ..Nu werdet Ihr wohl aanz vornehm und zieht in 'ne Bel-Etage?" ruft Lotte, und lacht laut und lustig. Wenn Ihr denn noch mit Unsereinem umgeht." Waßmann schiebt an seiner blauen Krawatte, thut einen mächtigen Schluck und 'lächelt milde: Unsereiner ist doch sozusagen auch was. Ich sahre noch auf Gummi es dauert gar nich mehr lanae " .'.Na. ich wart's ab!" sagt Telle. Henrich saßt durch sein dünnes Haar. Fine. nu wünsch Dir was! Man blos was Ordentliches. Willst 'n Sammt mantel? Wie wir noch ' Brautleute war'n. weißt Du.' da hatte die Frcm Doktern einen, der gefiel Dir immer so aanz besonders Ach. 'n modernes Cape ist besser. Zch will's mit ihr aussuchen!" ruft öotie. .Ja. Du verstehst so was!" meint Henrich. aber wegen, dem Stoss, da mß ich doch 'mit. Ich b'm sor- was Gutes, und anlege können ir ja was!" 'Hast ganz Recht, Henrich hast ganz Recht!", .sagt Waßmann. Nu is Schmalhans nich mehr Küchenmeister. Ja. das ist ' Gefühl, so was!" Telle setzt sein Glas mit einem Ruck nieder. . KinderkenS, nu man aber besonnen! Nu man nich gleich gefragt: Wat lost't die Welt?!" Oho" sagt Wäßmann. Habe Du mal L115 Mark baar ausbezahlt so gut wie baar," und Henrich schwenkt sein Schreiben. Ja, Herr Telle.- sozusagen können die doch sich jetzt regen und rühren.". Sie möchten wohl dabei helsen?" ruft der Maler. Ach. red doch nicht immer rein!" herrscht der Schneider. Wenn ich meinem Freunde Henrich Plinke 'nen guten Rath geben kann, ich steh' mit meiner Erfahrung und meiner ausgedehnten Bekanntschaft zu Gebote! Ich bin der Agent Waßmann!" Un wenn ich 'n Rath geben kann" Telle nickt Fine zu und steht auf und tritt an den Schneider, heran, Henrich. das Geld is ne schöne Sache; halt's - zusammen, leg's. Dir an und arbeite weiter wie bisher. Dann habt Ihr 'n Grundstock." ' .Ach ist. Telle. wenn ich das so.be-
Jl.diana Tribuns
en!c. ich glau'ce, das wäre d,s Beste!" fällt Fine ein. Jh. sieh mal! Na ja " Waß mann räuspert sich. Das is nu meine unmaßgeblich: Meinung nicht. Ich kenne ja auch die Welt. Fräulein Lotte. was denken Sie? Das Mädchen lacht und rust: Ich wachte mir gute Stunden man lebt doch blos einmal! Trauer blasen kann man noch genug. Wem's gut geht, der soll lustig sein. Hu, wenn ich so viel Geld hätte!" Sie bläst gegen ihre Fingerspitzen. Waßmann verbeugt sich vor ihr und sagt: Alle Achtung, Fräulein Lotte! Sie kennen die Welt und sind ein guter Kamerad." Das Delchen wacht mit einem krä henden Laut auf. und die Mutter geht hin, um es aus den Kissen zu nehmen. Lotte trippelt mit. Ja, Du Hast's gut, Du bist jetzt ein reiches Fräulein." schwatzt sie mit ihrer zwitschernden Stimme auf das Kind ein Auch Telle tritt heran. Frau Plinke. der Waßmann. wenn er jetzt Ihren Mann in die Iinaer kriegt, dann wird er 'n ja wohl von der Erbschaft erleichtern. Passen Sie -auf!" Ach. Telle...." Bor allen Dingen mußt Du Dein Geschäft vergrößern." sagt Waßmann. Aus der kleinen Kundschaft mußt Du 'raus und 'ne feine kriegen. Dafür laß mich man sorgen, das macht der Agent Waßmann. Natürlich müßt Ihr hier aus dem Hinterhclse raus, denn was Fees steigt keine vier Treppen...." Ich sagte doch Vel - lAage!" ruft Lotte. Nu wird's Tag!" spricht der Maler zu sich selber. .Ich wcß für Euch auch sehen 'ne hübfche Wohnung, sogar mit n Balkon, in der Pcllas Straße. Drei Zimmer un'n Balkon wie für Euch aeschaffen." Un Teppiche auf den Treppen, un Diener in Livree, nich wahr?" ruft Tclle. Was Dich das angeh4!" sagt Henrich geärgert. Gar nich theuer! Der Wirth is ein Frend von mir! . Wean ich's fertig dringe, thu ich dem und Sir 'nen Gefollert. Soll' real sehn. Frau Plwke. aufleben werden Sie in d freundlichen Wohsung. Werden ir noch so dankbar sein, wie alle Welt, und sogen: Dieser Waßmann. ja. das is 'n Haupkeil. Fräulein Lotte, das sagen nämlich die Leute von mir immer." Ich weiß nich. Henrich " Fine sieht in dezi Simmer umher, hier ist's doch ganz hübsch Platz genug haben wir auch." Hörst doch, daß ich's Geschäft dergrößern will." sagt Henrich. hierher kann ja keine seine Kundschaft kommen sonst hätte ich sie schon lange gehabt." .Das ist's! Da liegt der Hund begrab?n!" ruft Waßmann voll Anerkennung. und schlägt den schmächtigen Schneider so derb auf die Schulter, daß er zusammenzuckt. Aus der Firma Henrich Plinke muß was gemacht werden. Ne Weltsirma! Morgen früh seh'n wir die Wohnung an. denn weiß ich auch, daß Du die nich mehr ausläßt...." Ne. das werde ich wohl nich. . . ." Wohnzimmer.Werkstatt und Schlafzimmer. stimmt just!" zählt Waßmann her, und denn der pikfeine Balkon!" So großartig ne. das beanspruchen wir doch gar nicht 'ne besondere Werkstatt? was Henrich? und wo soll denn Telle bleiben?" Fine kommt ganz verängstigt heran. Der muß sich " Henrich sieht ein wenig verlegen nach dem Fenster hin ja. der muß sich wo anders umsehen. Xc paßt es nich " O, für den weiß ich auch schon was!" fällt der Agent ein. Wollt mich also rausschmeißen?" fragt der Maler. .Ach. Telle, wie können Sie so was denken!" sagt Fine. Wir sind doch alle Drei so aneinander gewöhnt...." Haptschi!" niest Waßmann. Henrich bekommt einen ganz rothen Kopf, die grinsende Miene Waßmanas ärgert ihn. Ne. ne. . . ." rust er, die Wohnung soll ganz allein für uns sein, ich will ren Batton für mich und nich sor'n Chambergarnisten ne, wir können's Äuch gut!" sagt der Maler. Prost. Telle, danke ergebenst!" Dann steht er aus. Morgen seh ich mich um. Ja. Frau Plinke, wenn mir fremde Leute man nich an mein Museum gehen. Da haben Sie so 'n höll'schen Respekt vor gehabt flu'n Abend." Er ist sehr schnell auö der Thür. Dem is es über die Leber gelaufen," meint Lotte. Henrich. die lange Zeit is er bei uns gewesen!" sagt Fine. Eben drum! Mal muß 'n Ende sein!" 'Da sprichst Du 'n wahres Wort!" ruft Waßmann. Fräulein Lotte. Sie woll'n auch fort darf ich meine Begleitung...." Ne, is.nich nöthig; ich finde schon alleine!" Sie zieht Fine hinaus, um ihr eine Mittheilung zu machen. Waßmann schiebt seinen Arm in den Henrichs. Kommst doch mit an meinen Stammtisch heute?" Fine. ..." Ach was. dies eine Mal! Die sollen Augen machen über Dein Glück! Bist doch Herr, was? Un freihalten darfst Tu mich aixäL Tu Glückspilz!
20 Januar
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Du. die sind in der Küche. Man fix vorbei, man alert!' Und sie huschen hinaus. Als Lotte gegangen, tritt Fine herein; kopfschütteln sieht sie sich in dem leeren Raume um. So einsa und wunderlich und beklommen hat sie sich noch nie gefühlt, als an diesem Tage, wo das Glück in ihr Haus gekommen ist. .. Es ist Sonntag Morgen. Toni und ihre Mutter sind l.iit häuslicher Arbeit in der Küche beschäftigt. Ein Glück." sagt die Amtsräthin, .daß das nicht an einem Werktage passirt ist. Dann hätte es ja wohl, kommen können, daß Du ohne Früh stück fort gemußt hättest." . Toni zuckt nur die Achseln. Und daß die Beiden so lange schlasen. ..." Das thun sie doch meistens." Leo nicht wenn er Dienst hat." Sie setzt sich einen Augenblick auf den Küchenstuhl. Das viele Gehen und Stehen! Ich fühle mich jetzt oft so augegriffe." Du bedienst Deine Herren Sohne zu eifrig." Ach, es sind doch Männer, die Anspräche machen dürfen. Und wie sind sie erzogen? So recht im Vollen! Und keinen Wunsch mochte der Vater ihnen abschlagen." Leider!" Doch auch Dir nicht." Toni zieht die Lippen zusammen, und ihr Blick wird düster. Die Amtsräthin sieht nach der Uhr und schüttelt den Kopf. Der Plinke muß wirklich was pas sirt sein! Immer noch nicht? Und die Frau ist die Gewissenhaftigkeit selber." Ein Seufzer. Es kann dem Menschen ja allerlei Passiren." Da hört man dcrs Glockenzeichen, und sie springt geschäftig auf. . Sie. Plinken?" Ach ja, Frau Amtsräthin. Sei'n Sie man blos nich böse!" Was ist denn passirt?" Ach, Frau Amtsräthin an mir hätte es ja nich liegen sollen aber so 'n Mann! Rein des Deubels is er ja geworden. Un gestern und vorgestern, da konnte ich nich dazu kommen, es Ihnen zu sagen. . . ." F'mes hübsches Gesicht ist von Röthe überzogen, und sie athmet hastig. Sie ist. hinter Frau von Eill hergehend, bis an's Küchenfenster gekommen, wo das volle Licht auf sie fällt. . Toni hat sich umgedreht, und sagt jetzt auf das Guten Morgen!" ein: Ja. wie sehn Sie denn aus?" Ein schwarzer Sammetkapothut liegt über den blonden Haaren und ein braunes Frühjahrsmäntelchen mit seiden gefütterter Kapuze verhüllt die Gestalt. Ja...." sagt Frau von Sill, sie langsam musternd. . Ach er hat es ja gewollt Henrich. Sehn Sie doch. Frau Amtsräthin, darum is es ja, daß ich zu spät gekommen bin. Zum ersten Male, nich wahr? Er is ja selber noch zur Frau Münzern nach der Markgrafen Straße gegangen, und hat 'n geholt, den Hut nämlich. Un hat mich partutmang eingeschlossen so lange. Denn wo anders kriegte man nichts, was ein schicker Hut wäre, hat Lotte behauptet. Un die allerfeinsten Leute und Künstlerinnen kauften bei Frau Münzer un gestern hab ich 'n aufprobirt. un nur die rothe Blume is noch dran gekommen und nu is es ein schicker Hut sehn Sie!" Die alte Dame schüttelt den Kopf. Das verstehe ich ja gar nicht. Eingeschlossen hat er Sie?" Toni blickt mit ihren ernsten Augen über die Gestalt hin, die in ihren natürlichen Bewegungen gehemmt scheint durch den ungewohnten Putz, den sie trägt. Sagen Sie doch, was bei Ihnen passirt ist!" meint sie. Ja, das war's ja eben, daß Henrich wollte, daß Sie mir das gleich ansähen, daß wir zu Gelde gekommen sind 3115 Mark baar geerbt von Onkel Bienenkamp." Sie legt die Finger, die in dunkelgelben Handschuhen stecken, über die Magengegend zusammen. Das ist ja recht hübsch für Sie," sagt Toni. Da haben Sie einen NothPfennig." ' .Ach, gnädiges Fräulein, wo denken Sie hin." fällt Fine wichtig ein. Das wird nu ganz anders mit so viel Geld; ganz anders. Wir vergrößern uns, erst das Geschäft ne, nu soll es im Großen gehn." .So!" Und die beiden Tage habe ich eö ja nich fertig gekriegt, denn eö gina mir zu nah. Aber das mit der Aufwartung will Henrich nu auch nich mehr haben. Ich bin ja so gern 'hierher ge kommen. Denn das hätten wir nich mehr nöthig, sagt er." Wenn Sie meinen!" lächelt Toni. Aber Frau von Sill ringt die Hände. Sie wollen die Arbeit nicht mehr bei uns thun? Wir sollen uns an fremde Menschen gewöhnen hier in diesem schrecklichen Berlin, wo so viel unzu-. verlässige Menschen sind? Sie sin... vom Lande, Ihnen traut man aber " sie ist ganz zerknirscht. Weil wir nu mal zu Geld? men sind." Ja, liebe Fine. das is: itcr ooch noch kein Reichthum." Toni wehrt der MutLr u:f: wendet sich an Fine. D-V.n V: Sie auch heute wohl zu U 'i " Ach. nein, rein u ' .gt Fine treuherzig, und r.rrr.d :r Mantel ab und greift nach '& .:deln. Nein, gnädiges Fräi'l?'.':'. .ch. überhaupt, was ich se' er ib. Aber Henrich! Un dur es ein Sammetmantel
sew. weil ich mir den früher mal gewünschen hatte. Aber Lotte meinte, die wären nich so modern. Un das habe ich meinem Mann gleich gesagt, in der Verlegenheit lasse ich Sie nich sitzen nein, von heute cuf morgen laufe ich
nich weg." Toni geht durch den Korridor, es warten Schulhefte in dem Atelier auf sie. Sie greift eben nach der Feder, da meldet Fine: .Ein fremder Herr, gnädiges Fräulein den Namen habe ich nich ordentlich verstanden," und ehe ihr eine Weisung werden kann, klingt von der Thür her eine Stimme. Baron Kleyden! Gestatten Sie die Selbstanmeldung, mein gnädiges Fraulein! Wie freue ich mich!" Ein langgedehntes Ah!" kommt über Tonis Lippen, dann steht sie auf, macht ein paar Schritte auf den Besucher zu und grüßt mit einer Bewegung ihres stolzen Kopfes. Sie wußten, daß ich in Berlin bin?" fragt er mit der Geschmeidigkeit. die in seinem Wesen ist, und prüsenden Blickes über sie hin. Sie ist unstreitig ein wenig blaß, nervös, die matten Ringe unter den Augen, die von Ermüdung reden, kleiden sie aber gut. Und auch das einfache Gewand statt der früheren so geschmackvollen Toiletten, in denen sie zu glänzen wußte. . Meine Brüder 'erwähnten, glaube ich. Ihren Namen!" sagte sie. etwas zurücktretend.' Er folgt ihr weiter in das Zimmer hinein. So ganz uninteressant war Ihnen also die Thatsache? Wir sind doch alte Sillenberger Bekannte!" Seitdem wir das waren, hat sich viel geändert." Leider, leider sind Sie aus meiner Nähe entschlüpft. Aber ich habe Glück! Jch'habe Sie wieder entdeckt." Sie macht nur den Versuch eines zerstreuten Lächelns, deutet auf einen Stuhl und sagt: Bitte." Er läßt sich nieder, lächelt und streicht scin Bärtchen. Wissen Sie, daß Ihnen Berlin gut bekommt, mein gnädiges Fräulein?" fährt er dann fort, sich zu ihr herüber beugend, und ehe sie antwortet: ' .Sie haben so etwas Selbstbewußtes, Beftimmtcs in der ganzen Erscheinung etwas das mich angenehm frappirt." Ihre Finger spielen mit dem Stift, der neben den Heften liegt. Selbständigeres," sagt der Baron. Zum Beispiel, unseren Landgewohnhciten nach würden Sie ja in der ersten Minute, in der Sie meinen Besuch empfangen, nach Succurs geschickt haben. Ich danke Ihnen für dies löte-ü-Me ganz besonders." Herr Baron, ich habe Rücksicht auf den Morgenanzug meiner Mutter und die allerdings unverantwortlich späten Stunden meiner Brüder genommen. Und dann, die gesellschaftlichen Moden pflegen sich ja auch zu verschieben. Wir stehen nicht mehr auf dem gleichen Bodcn " Aber, ich bitte Sie " Sie- deutet nach dem Stoß Hefte. Fzagen Sie doch einmal all die. welche sich meine Freundinnen nannten, ehrlich." Und dann macht sie eine Bewegung mit beiden schlanken Handen. Nur. daß ich mir in der Beziehung doch nicht beraubt vorkomme, denn ich habe stets so etwas gehabt wie Menschenkenntniß." Er macht ihr eine halbe Verbeugung. Sie haben immer um Hauptes Länge hervorgeragt über Alle in der Runde, und Sie wissen, wie bewun dernd ich stets zu Ihnen aufgeblickt habe. Freilich war's ein Bild ohne Gnade, zu dem ich die Hände aufhob; nicht ich allein, Viele mit mir. Sie sind sehr angebetet worden, gnädiges Fräulein, und weil sie so gar unbewegt blieben wir fanden etwas RäthselHaftes in Ihnen und nannten Sie nun. es war ja schmeichelhaft...." Seine kühlen, grauen Augen nehmen einen Glanz an, er wendet sie nicht einmal von ihrer Gestalt. Ach ich weiß." . Er hüstelt leise. Natürlich, und wie werden Sie über uns arme Götzendiener gelächelt haben, so mit dem kleinen mokanten Zug, der da eben um Ihre Lippen spielt. Ach,' der ist auch nicht von mir vergessen wor-' den." Sie ttickt nach der Thür; seine Art langweilt sie; jetzt nach der Mutter zu sehen, sie wie einen Wandschirm zwischen sich und ihn zu schieben, daskäme ihr aber 'doch lächerlich unwürdig vor. Sie 'muß aegen diese Kundschaft -ibreS Bruders so lange gleichgiltig-höflich sein, bis er kelv'r kommt. (? 7lZc5,:nq folgt.) . . IE:.'-. Dunkles Home Brau bier jjattr unch von 9 Morg. bis ll'M. hinter 123 N. Penn. Str. I. Eigenthümer. " 'eZ.e matte CabinetS ZI.Dj. Nur fr.iij Tage. BenntttS. 28 E.Waflz. (D.'MöVrköiÄ ist immer roch auk dem alten Platze. Gerade erhalten : fj ut.i ZLaggoniasung ron M rühlings s iapcttll. z ES wird sich für Ze lohnen, dieselben zu Ji beilchiigen. Prei,c nieoilger eliie. , ji f C. DIERKING, A 407 Virginia Avenne, I rer FlttcherPlace Kirche gegenüber. 7i Telephon 4Sl. f
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