Indiana Tribüne, Volume 25, Number 121, Indianapolis, Marion County, 19 January 1902 — Page 6
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(Cenrrifkt ,,,, ty W. .k cm gtu cujt ivuajun qiuimciivaTis, Und aa den Bergen wachst empor da? Herz. P aul Heyse. Deutschland besitzt nur einen gerinSn Theil d?s 'europäischen Alpenlandes, eine ziemlich schmale und unregelmäbig verlaufendeKette, ungefähr zwischen Bodensee und Salzkammergut belegen.' Einzelne Strecken, wie der Lllgäu und das Berchtesgadener Land laufen in toeit vorgestreckten Zipfeln in die Tiroler Bergwelt hinein, während im Schwangau das deutsche Alpenland eigentlich nur aus Vorbergen besttht und den Uebergang vom Mittelgebirg zur Alpenlandschaft darbietet. Von der bairischen Stadt Füssen, welch noch auf der Hochebene liegt, bis nach Tirol hinein sind es ja nur kaum zwei Wanderstunden. Die bairischen Alpen erreichen nur in der Zugspitze eine bemm'aim fVl WXf. . V
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deutende Höhe (von fast 3000 Metern) tinb sie gelten eigentlich nur als eine Art von Vorhof zu der gewaltigen Herrlichkeit der Eentralalpen, jedoch tväre es ein großer Irrthum, wenn man annehmen wollte, die bairischen Alpen seien ein zahmes Gebirge". 2fcnn gerade diese Kalkalpen bieten herrliche unvergeßliche Bilder hat in ihrem wilden zerrissenen Aufbau, und rvas die Zahmheit" des Gebirges in betrifft, so beweisen die vielen Abstürze und Unglücksfälle, welche sich hier illzährlich ereignen, leider eher das LeAntheil. Zumal der bairische Tpil des Karwendelgebirgs ist wegen seijier Wildheit und Unzulänglichkeit geradezu berüchtigt. Zu der Großartioit , 1, Gerstruben, mit nd Erhabenheit der deutschen Alpen gesellt sich die Anmuth und die Um berate Lieblichkeit der Thäler und eine uahrhaft üppige Baums und Pslanzerrwelt in den Vorbergen. Dazn kommt ein ganz außerordentler Wasserreichthum, der sich überall ycigt in den zahllosen Wildbächen, welche u3 den Schluchten und Seitenthclern hervorftürzen, in den großen wild causchenden Strömen, welche der 2mau zueilen und in den vielen herrlichen Sen, welche das Alpenvorland fdjm tiefen. m V Wir wollen heute nur einen heil ,imJ " " ------- ' ' kks bairischen Oberlandes durchban- : i..- iKm VwnT?ntslfn. der linier dem vienÄlaäu bekannt ist und unMh nta l ?s Quellaebiet der Jller umfakts Es ist der westlichste Theil des deirichen Alvenaebiets und zugleich deriklge. elcher sich am tiefsten nach Guten so eine Art Kon 3iöFeI ik. das 'Äoralberg'sche Land bildend, '.ßum &läu Zahlt man übrigens noKincn
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beträchtlichen Theil deZ Alpenvorlandes und K e m p t e n, die Hauptstadt des Algäu, liegt ziemlich weit vom Gebirge entfernt auf der bairischen Hochebene. Es ist eine alte, schöngebaute Stadt und ihre Geschichte meldet uns von den meisten der Stürme und Drangsale, welche die deutsche Welt durchtobt haben. Als der Saumpfad noch die einzige Alpenstraße war, als der Verkehr nach Italien noch verknüpft war mit Gefahren und Entbehrungen, von welchen die genußsüchtige Neuzeit gar keine Vorstellung besitzt, da stand die Stadt Kempten in großer Blüthe, denn sie war ja die erste feste und Sicherheit gewährende Stadt jenseits der ungeheuren Berge. Hier sammelten sich die Waarenzüge der Augsburger und Nürnberg HandelsHerren, hier hielten sie gesicherte Rast und hier fand schon eine Vertheilung und auch ein größerer Markt der Waaren statt. Kempten hatte sich srühzeitig der Reformation zugeneigt und in Folge dessen waren seine Schicksale während des dreißigjährigen Krieges furchtbarer Art. Zu den Kriegsgräueln kam noch die Pest; in dem einen Jahre 1635 starben in Kempten über 3000 Einwohner an der furchtbaren Seuche. An 'Baiern kam die alte Reichsstadt im Jahre 1802 und es wurde dann viele Jahre still in dem ehemals so lebhaften Orte. Die Neuzeit hat jedoch auch hier fröhlich gewirkt. Viele Industrien sind hier eingebürgert und der Verkehr hat sich der tzössatzspitze. stark gehoben. Kempten ist jetzt der Stape'lort für das Holz und namentlich für die Milchprodukte des Algäu, die Wafferlraft der Zller wird ausgebeutet zu beträchtlichen Spinnereien und Wedeuten. Weit mehr in den Bergen drin als jene Hauptstadt des Algäu liegt der stattliche Ort Jmmenstadt am Fuße zweier Berge, dem Mittag und dem Horn, zwischen denen der rauschende Steigbach hervorbricht. Der schönste Berg von Jmmenstadt's Umgebung ist der verhältnibmäkig leicht zu besteigen-
Mädelesgabel.
de Stuiben, von dessenFelsenhöhe man eine'wunderbare Nundsicht genießt sowohl in die Ebene, wo der Blick bis nach Augsburg und nach Ulm und nach dem Bodensee trägt, als weit hinein in die eisstarrende Älpenwelt Tirols. Jmmenstadt wurde im Jahre 1873 von einer Überschwemmung heimgesucht, veranlaßt durch einen Wolkenbruch. Das Städtchen hat damals ungeheuren Schien erlitten, jedoch
mildthätige Menschen haben einen guten Theil desselben gedeckt und längst ist Alles weit schöner aufgebaut worden. was jener Gewalt zum Opser gefallen war. Uebrigens hätte jene Katastrophe nimmermehr einen so schrecklichen Umfang nehmen können, wenn im Algäu die Ausrottung der Wälder in früherer Zeit nicht in so unvernünftiger Wdse betrieben worden wäre. Freilich war im Algäu der Anreiz dazu größer als anderswo. Das Algäu ist in hervorragender Weise Weideland und wo ehemals die Wälder standen, dehnen sich jetzt riesenhafte Wiesenflächen aus, welche einen besseren Ertrag liefern, als der Forst. In der Neuzeit pflanzt man jedoch wieder bedeutende Waldflächen an, seitdem man erkannt hat, welcher wichtige Faktor der das Wasser zurückhaltende Forst auch im Gebiete der Wiesenculturen ist. Die Chronik von Jmmenstadt biete! manches Merkwürdige und steigt hinauf bis in die Nebel der Mythenzeit. Es wird behauptet, die ersten Ansiedler seien zwei Bauern am Hochried gewesen, welche viele Immen" besaßen und deren Nachkommen allmählich vom Berge ins Thal gezogen seien. Die Abkunft jener Immenzllchter aber wird von den grauen Bergmännlein hergeleitet, welche dort in en Wäldern ehemals ihr Wesen trieben. Noch heute sagt, man, wenn nach langer Regenzeit
.die Dämpfe aus dem nassen Boden aussteigen und als kleine Wolkchen an den bewaldeten Halden entlang ziehen, die Bergmännlein hätten sich dort ein Feuer gemacht und kochten ihre Mahlzeit. In solcher Gestalt klingt die Sage von versprengten Ureinwohnern, die der germanischen Einwanderung vorgingen, noch unter der heutigen Bevölkerung nach. Auch anderes Gespensterhafte wird aus der Gegend von Jmmenstadt erzählt. Westlich von Jmmenstadt gegen den Alpsee hin liegt der sogenannte kleine See", das Mündungsbecken des Achflüßchens, durch welches dieses mit dem Alpsee zusammenhängt. Der Jmmenstadt. Volksmeinung nach ist es unergründlich; der Wassergeist ruft Jedem, der die Messung unternehmen will, warnend zu: Ergründet Du mich, so ertränk' ich Dich!" So blieb es ungemessen bis auf den heutigen Tag. Ja, es soll sogar mit dem entfernten Nieder - Sonthofener See unterirdisch zusammenhängen, und es wird gefabelt, daß Leichname von Schweden, die im Dreißigjährigen Kriege dort ertrunken waren, im Nieder - Sonthofener See wieder zum Vorschein gekommen seien. In der Nähe von Jmmenstadt liegt am Fuße des hofym Grünten, der wegen seiner isolirten Lage der Wächter des Algäu genannt wird, das liebliche Städtchen Sonthofen, welches jetzt, ebenso wie Jmmenstadt, eine Hauptstation der Touristen und der Sommerfrischler geworden ist. Die Hauptsachc in Sonthofen ist aber sein Viehmarkt, der zu einer Art von Volksfest für den gesammten Algäu geworden Lauttnhof im AlgZu. ist. Hier kann inen die Prachtexemplare des berühmten Schlages der Algäuer Rinder bewundern. Der Aufstieg zum hohen Grünten, welcher mcistens von Sonthofen aus unternommen wird, ist nicht sehr beschwerlich und kann auch von solchen rüstigen Spaziergängern ausgeführt werden, welche jede Verwandtschaft mit den Kletterhelden und Bergfexen ablehnen. Den Weg kürzen uns auf langen Strecken herrliche Waldesschatten und diese Bergwanderung bietet nicht iau den einzigen Genuß eines schönen Ausblicks vom Gipfel, sondern der ganze Weg ist reich an freundlichen Bildern. Wer nur die Hälfte des Wegs hinauf zu rücklegt, wird überreichlich belohnt werden.' Von Sonthofen führt ostwärts eine uralte jetzt sehr qut gepflasterte Straße nach Füssen im Thale des Lech. Diese Straße sind schon die Kreuzfahrer gezogen auf ihrem Wege nach Italien, wo die Einschiffung nach dem heiligen Lande stattzufinden pflegte. Die Straße berührt den jetzt viel als Sommeraufenthalt benutzten Flecken Hinbelang, und von hier aus hat man es nicht weit in das Hintersteiner Thal, in welchem es gar keinen Pflug gibt, weil die Sonne selbst um Johanni erst um acht Uhr Morgens die an der breitesten Stelle des Thals bel'gene Kirche bescheint. Die Berge steigen von der Thalsohle fast senkrecht auf. .Die wenigen Bewohner dieses Thals haben außerdem noch mit den furchtbaren, Wirbelwinden zu kämpfen, welche hier zu wüthen pflegen. Und doch bleiben die blutarmen Hintersteiner - in ihrem traurigen Thale.
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Der Glanz!"!nkt deS Älgau ist Obe.rstdorf im südlichsten- Ende des weiten Thals gelegen, schon in der Nähe der Tiroler Grenze. Bis hierher geht die Eisenbahn. Bei Oberstdorf treffen drei Thäler zusammen, die durch die Maler in aller Welt bekannt gewordene Spielmannsau, die Birgsau und das Walserthal, zedes derselben durchzogen von einer rauschenden Ache, welche sich weite? unten zur Jller verbinden. Das Walserthal führt gegen Voralberg hin und dicht an der Grenze liegt in tiefer Schlucht der Zwingsteg, welcher eine gewaltige Klamm überbrückt. Ein einsamer Vergsee, der Freiberger See, glänzt im tiefsten Waldesschatten. Der Wei-
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J:.VrL Zrajgrg 1 Ju t.Wit,.t VvVfe Abzug von ler Gerstruben, welcher einen herrlichen Ausblick auf die schwer zu erklimmende Hoffatsspitze gewährt, ist einer der wichtigsten Ausflugsziele der Oberstdorfer Sommergäste. Der Glanzpunkt de: Gegend aber ist der auf der Grenze von Baiern und Tirol belegene Berg Mädelesgabel, 2643 Meter hoch, einer der schönsten Berge der ganzen Gegend. Der Weg zu ihm führt durch die liebliche Spielmannsau, aber auch über Einödsbach und durch die Birgsau können schwindelfreie und kühne Bergsteiger diesen Gewaltigen überwältigen. Was die Zugspitze in der Partenkir'chener Gegend und was der Watzmann im Berchtesgadener Lande ist. das ist die Mädelesgabel im Algäu, der beherrschende Berg, der König aller umliegenden Gipfel. Oberstdorf, wie überhaupt die Städtchen und Märkte des Algäu, gehört noch nicht zu den fashionabelen Sommerkurorten wie z. B. Berchtesgaden, der Königssee, Reichenhall und in gewisser Beziehung auch Partenkirchen. Das Algäu gilt das Käseland für weniger vornehm, desto mehr wird es aber von den wirklichen Freunden der Berge ausgesucht, von jenen Leuten aus dem Mittelstande. unter welchen man so leicht kortrefflich Wanderkameraden findet. Der Wiener Finanzmann und der Berliner Commerzienrath fehlen hier, Gott sei Dank, in der Gesellschaft, welche das trauliche Bergwirthshaus birgt, und die gesellschaftliche Kälte, dieses Erzeugnis der neuesten auEngland importirten Civilisation, kommt hier noch nicht zur Entfaltung. Die algäuer Bevölkerung unierscheidet sich in vielen Dingen von den übrigen baierischen Stämmen und hat eigentlich mehr Verwandtschaft zu den Schwaben und den Alemannen als zu den Baiern. In früherer Zeit hat eine nicht unbeträchtliche Einwanderung aus Tirol und aus der Schweiz stattgefunden und auch dieser' Zusatz Hai sich geltend gemacht in der Volksmischung, welche den heutigen algäuer Vauernschlag bildet. Die alte Grenze zwischen den Alemannen und Schwaben im Algäu ist trotz fast tausendjährigen. Zusammenlebens noch immer in der Sprache zu erkennen, wo das lang- '? iTfti?"--" fc-Ti-H .y-fyp 'C:;T:m'4 j: . Volkstrachten im Algäu. gedehnte aM in das kurze lo" und das gvea" (gewesen) in das gsi" übergeht. Von Sonthosen aufwärts zeigt, die Bevölkerung den hohen Wuchs und starken Körperbau, die schwarzen Haare und die kleinen Augen der Ale-
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mannen, dagegen sind die Bewoyner des Algäuvorlandes kleiner und schwächer, und die Sprache hat noch unverkennbar schwäbische Anklänge. Fast der gesammte Gau ist Weideland, bis hoch zum Gipfel hin sind die Berge sammtgrün bewachsen, und die Felszacken, welche die mittleren Berge überragen, fallen starr und uuvermittelt zu'den Matten ab. ohne jenen Uebergang aus breiten GeröllschZchten zu bilden welchen wir in den übrigen Theilen der Kalkalpen so oft begegnen. Die Bevölkerung ist im Allgeinewen unternehmungslüstiger und rühriger, als die Bauernschaft der übrigen bairischen Berge, die Milchwirthschaft und die Käsebereitung wird in dieler Ge-
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der Alm. gend rationeller betrieben und mehr nach geschäftlichen Grundsätzen, als im übrigen Baiernlande. Auch finden Neuerungen hier weit leichter Eingang. Die Melkerei und Käsebereitung wird ganz ausschließlich von Mannern besorgt und wenn man in den alg'auer Alpen eine Sennerin antrifft, so ist es wohl meistens eine sog. gezähmte", d. h. eine solche, welche der Fremden wegen- da ist, die sich eine Alpe ohne Sennerin nichts gut vorstellen können. Gebürtig ist eine solche Ser.nerin wohl meistens aus München. Die Algäuer lieben es, ihre Häuser roth zu bemalen und mit weißem und grünem Zierrath zu versehen. In aliM Häusern steht der Kochherd in der Stube und erfüllt seine Bestimmung zugleich als Kamin zu ihrer Erwärmung und als Feuerstätte zu ihrer Bcleuchtung durch Kienspäne. Ueberall herrscht die größte Reinlichkeit und giebt sich ein gewisses Schönheitsgefühl in angenehmer Weise zu erkennen, letzteres namentlich in der von den Fehlen" (jungen Mädchen) betriebenen Blumenzucht im kleinen Hausgarten oder am ZZenster. Nelken, Nosmarin, brnnend üiebe und Gelbveiglein sind besonders beliebt; sie schmücken auch beim sonntägigen Kirchgang die Brust der Fehl". Im Garten siehen auch Malven und Astern und die herbstliche Dahlie. Wildbeuer. Am oberen Lech fehlen die Verschindelung und die Vordächerz dagegen tritt hier die Laube" am Oberstocke hervor und vermittelt den Uebergang zum GebirgshauZ der Tiroler und Baierischen Alpen. In der Tracht der Männer ist das altherkömmliche Kamisol mit kurzer Taille und langen Schößen von brauncm oder olivengrllnem Tuche eigenthümlich, doch wird es jetzt fast nur zum Kirchgange angezogen. Der Algäuer lebt sehr mäßig. Ein Mann, der mehr als ein Liter Bier zu trinken pflegt, kommt bereits in den Ruf eines Trinkers'"'. Das Hauptgetränk im Algäu ist die Milch, welche gegessen und gekocht wird, so lange sie flüssig und süß ist, natürlich nachdem der Rahm zum Buttern abgeschöpft ist. Unabgerahmte Milch zu genießen ist ein Luxus, den sich der Algäuer nur erlaubt, wenn er recht schwere Arbeit hat. oder an Festtagen und bei der Kirchweih. Der Algäuer Landmann läßt sich die Arbeit nicht leid' werden. In den tief eingefchnittenen Thälern sehen wir sorgfältig gepflegte und bewässerte Wiesen, und selbst auf Höhen und Bergen sind die tiefgründigen Lagen noch In solcher Weise gepflegt. ; Di: hohe Lage des Landes macht den .Ertrag des Wintergetreides unsicher und zwingt zu dem Sommerweizen. Sömmerroggen und Hafer zu greisen, wenn nicht gor zu den Ackerbohnen. Dagegen ist alles Dichten .und Trachtendes Algauers auf die Erzieluug vän Futter
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gerichtet, das in ffolge der vielen feuchten Niederschläge trefflich gedeiht. So geben die Wiesen' im Thale gewöhnlich
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' Mädchen auS Oberstdorf, drei Schnitte, nicht selten sogar vier. Kein Grashalm bleibt unbenutzt, fpielte er auch sechstausend Fus; hoch oben im Winde. Der mit Steigeisen bewaffnete Bergheuer holt ihn herab und trägt das duftige Bergheu centnerweise auf dem Nacken ?u Thale. Groß: Dörfer sind im Algäu selten, weniger selten Weiler. Im Allgemeinen wohnt der Bauer inmitten seines Besitztumes, das nicht, wie in Altbaiern. ständige Hausnamen führt, sondern seinen Namen mit dem Besitzer wechselt. Um die Wohn- und Wirthschafisgebäuce weidet im Vor- und Nachsommer das kurzbeinige, trefflich gepflegte Vieh. Gegen Ende des Mai werden die Alpen bezogen, auf denen das Vieh bis Ende September bleibt, um dann auf die Herbstweiden im Thale herabzuziehen. Aus der fetten Milch der wohlgenährten Kühe werden die berühmten Algäuer Käse erzeugt, auf deren Bereiiung besondere Sorgsalt verwendet Alpenrosen, i wird. Was im Reiche als schmackhafter Emmenthaler bezahlt und gegessen wird, stammt zum größten Theile .aus dem Algäu. Uebrigens bereitet jetzt nicht mehr der einzelne Landwirth Käse, sondern er überläßt die Milch täglich zu vertragsmäßig bestimmten Preisen an sogenannte Schweizer", welche in ihren über drei- bis vierhundert Märkte und Dörfer verbreiteten Käsereien die Käsebereitung im Großen betreiben und damit jährlich ein:n Ertrag von vier bis fünf Millionen Gulden erzielen. Gerade die Thallandschaften Oberbaierns sind von wunderbarer Schönheit, es sind malerische Meisterwerke der Natur. Weit breiten sie sich aus, zumal im Algäu, dieser auch im manverlustigen Deutschland noch viel zu wenig bekannten, wunderbar lieblichen Landschaft. Oft bildet in solches Thal einen von wild zerrissenen Kalkbergen umrahmten Kessel, in dessen Mitte. ein Dörfchen inmitten grüner Matten sich ausbreitet, bewässert von einer der vielen Ache" genannten Wildbäche. Der Hang der Berge mit dunklem Föhrenwald bekleidet, dazwi'chen Ivilde Klippen und Felsen und riedliche Bergwiesen mit den malerichen, steinbeschwerten Häuschen der Zebirgsbewohner geschmückt, die sich von unten ausgesehen ausnehmen wi? ein Spielzeug für Kinder. Ein großes Fest wird gefeiert wenn im Herbst das Vieh von der Alm abgetrieben wird, um im Thale zu überWintern. Die Köpfe der Leitthiere tragen bei dieser Gelegenheit - Blumenschmuck. Von den alten Volksbräuchen haben sich im Algäu noch manche erhalten. Zu ihnen gehören die Gebräuche b?i Brautwerbung und Hochzeit. Einige Tage vor der Hochzeit reiten die Brautleute auf einem Pferde zusammen bei den Verwandten und Freunden umher. laden sie zu Gaste und bitten die Braut mit dem geschmückten Spinnrocken in der Hand um Hochzeitsgaben.
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, Lechthalerin. Bei dem Hochzeitsmahl ist dai Brutmus" unumgänglich, ein Brei aus Milch und geriebenem Weißbrot mit Rosinen, Zucker und Zimmt. Außerdem giebt es nur, , was Kuh und Kalb giebt". Dabei wird aber der gebratene Kalbsschlegel so hoch in Ehren gekalten, daß sein Erscheinen auf dem Tische von der Musik feierlich begrüßt wird, was man das Bratesgiga (Bratenzeigen) nennt. .
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