Indiana Tribüne, Volume 25, Number 119, Indianapolis, Marion County, 17 January 1902 — Page 7

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Jndiana Trwnne. 17. Januar IVOS.

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LKW Von &. Ncl?. (FortfeHung.) '2a, 5enn aucy gurr' r nrrnrnt es rasch. .Ich schreibe es Dir an mit den anderen Aleinigkeitea. Kriegst's denn auf einmal wieder mit Zinsen, sage ich Dir, alter Knabe, mit ganz Hohen. Denn ein immenseL Geschäft steht vor der Thür fla. ja bestätigt. Plinke. .einmal mutz es Dir ja glücken." Wieder schlagt die Glocke an. -und tonn kommt mit Fine eine junge Person hereingetänzelt, sie hat einen FeerHut auf und ein Cape um. Rausrrerfen werdet Ihr mich ja wohl nich?" fragt sie, an der Thür stehen bleibend. .Ach, Lotte Becker! .Nämlich wie ich so da bin. habe ich keine Wohnung. Großer Krach mit meiner Wirthin! Na. ich sage, das war eine! Todtärgern konnte man sich. Und wirft sogar, mit der Wasserflasche nach mir. Na. da war meine Geduld zu Ende. Nicht 'ne Nacht mehr unter Sei ihrem Dache. Und deshalb bin ich heraekommen Landsleute halten zu einander. Kann ich Hierbleiben wenn nicht, dann sagt's man gleich. Dann weiß ich freilich nich " .I, Jott bewahre " .I, doch natürlich," ruft das junge Ehepaar zu gleicher Zeit. Na. die fino fo, die werden Rath schaffen, das habe ich mir gleich gedacht meint Lotte, und schleudert den Hut hinüber auf's Tett und fährt mit beicen Händen in das, braune, volle Haar. , Und dann blinzelt sie nach Waßmann hinüber. .Wer aus Wolfshaaen is. der länt 'nen Landsmann nich im Etiche." . Der Agent macht, einen Fuß vorsetzend, eine Verbeugung. .Das wären wir auch ich heiße Waßmann. mein Fräulein?" und wie sie bejahend nickt: .Wenn ich auch nicht das Vergnügen habe. Sie srüh:r gekannt zu haben, nzas bei Ihrer Jugend und meinem Fortgange aus der Heimath nicht wahr, Hinrich? sich ja nicht geben konnte es ist mir eine Ehre. Ihnen meine Dienste, Ritterdienste, anzubieten. Verfügen Sie über Mick!" Zotte lachte hell auf. .Das haben Sie gut gesagt ne, wirklich, als wenn Sie's aus dem Buche hätten oder aus Berlin W. wären.". .0 bitte unsereiner " Sie ' cht noch heller, und der große, volle '.tfurid enthüllt dabei tadellos schöne Zähne. .Na, man nich gleich hochmü.hiz, so war es ja nich gemeint'. Ich hök so was auch ganz gern, denn ich kanme doch jetzt in ganz feine Kreise, und das bildet!" Sie ist nich! hübsch, ihre GesichtZ.' sarbe ist braun, sie ha! kleine grau: Augen und eine keck aufgestülpte Nase und breite Vackenkr.ochcn. Aber ihre drollige Beweglichkeit und ihrc Lebhastigkeit flehen ihr gut. Wie ein Wirbelwind huscht sie in dem Zimmer u.-?.hcr. wirft den Mantel auf das Scpha, gackt in den Arbeitskorö. der auf dcr Kommode steht, streicht dem Kinde über die Backen und läßt sich dann in die ' Scphaccke nieder. .Fine, Tu hast ja 'n Hängeboden, gib mir ein Kopfkissen und 'ne Dee ich habe in meinem Lel-en sck.on md schlechter geschlafen. Was?" ' ' .Nein, Lotte, ich quartiere mich bei Tell? ein!" sagt Henrich. Und da sind Sie also Jugendbekannte?" frag! Waßmann.. .Ach was," lacht sie. .Fine und Henrich kenne ich von der Schule wenn ich rein kam, nämlich denn ich mußte mehr schwänzen, als wie sie mich hinschickten. Un die Beiden, na, die sagten auch nur so 'bei Wege mal guten Tag zu Beckers Lotte die waren ja viel feiner. Fine ihr Catet war doch 'n Bäcker Henrich. was Deiner war, habe ich partu vergessen." Der Schneider erhebt sein blasses Gesicht. .Mein Vater is ein adeliger Kutscher gewesen auf'm Rittergut." .Sehn Sie wohl!" Sie reibt diY Handflächen zusammen und senkt den 5kopf auf die. linke Schulter und blin-, zelt empor. .Naund'da haben 'wir uns denn in Berlin zufällig wieder getroffen. Hier kennen wir uns bessers ich bin ja auch mehr 'rauf gekommen inzwischen." , . , .. Waßmann setzt sich der Schwatzenden gegenüber. ,, .Becker Becker?" sragt Waßmann, .ich kenne doch keine solche Familie in Wolfshagen." .Geben Sie sich man auch s keine Mühe" ruft Lotte. .Die soll'n Sie wohl nich finden. Meine Eltern sind Tagelöhner gewesen und früh gestorben, und mich hat die Gemeinde aus-, gethan für fünfzig Pfennige die Woche bet Eänschirtens.' Mehr Schläge wie Brot habe ich gekriegt. Aber 'n sideler Kerl bin ich immer gewesen! Un gesund ist man bei der Beschäftigung geworden. Früh 'raus aus'm Bett und den rollen Tag in Gottes freier Luft." Sie reckt ihre Arme und dehnt sich mit kaenartiger Geschmeidigkeit. Un nervös wird man auch nich bei' dem Gänse geschrei und Geschnatter. Obwohl die Leute ja jetzt sagen, nämlich besonders die Maler, das hörte mit" dazu heu.zutage." Wie sind Sie denn nach Verin gerathen, mein Fräulein?" Ganz einfach. Katasterkcntrolleurs ! nahmen mich als Kindernrädchen'nit

nach Schlesien, sie brauchten Eine, die nich viel Lohn kriegte und weltdumm

war und sich schubsen neß. Das war ich ja nun Alles. Aber in Görlitz wurde ich schon kluger und ging mit ner Osfiziersfamilie nach Berlin. Man lernt doch was bei den Leuten. Dann habe ich's mal als Verkäuferin dersucht, zuletzt in einer Farbenhandlung. Da bin ich aber auch nich mehr. Habe noch was Besseres gefunden." .Das ist eine. Die versteht es!" meint der Agent. .Man hat doch auch seinen Ehrgeiz!" ruft Lotte. .Das wußten, wir noch gar nicht, daß Du Dich verändert hast; bist ja auch lange nicht hier , gewesen, sagt Fine." .Veränderung macht Pläsier," trällert Lotte und wirft dem Kinde eine Kußhand zu. .Mach' das mal nach. Deichen!" .Und wenn es Dir besser geht, hast Du ja gewiß Recht gehabt." Lotte nestelt an der rothbraunen Wollbluse. die sie trägt. .Der Mensch will höher, das is mal so. Auf der untersten Leitersprosse bleibt nur der Dumme oder der Schwache stehn." .Wie' Du so sprichst," sagt verwundert Fine. .Ja. ja so ist die Welt." Hm! Sie haben auch so was an sich, was sich in die Welt findet. Sie verstehn sie, Fräulein. Und darauf kommt viel an." Und Waßmann macht eine seiner Verbeugungen.Gegessen haft Du gewiß noch nicht?" fragt Fine. Rein ich bin gleich nach dem Krach fort. Wenn ihr ein Stück Brot für mich über habt?" Mehlsuppe woll'n wir essen." Waßmann dreht sich mit Lebhaftizkeit herum. ' , Da thu ich auch mit, Frau Blinke. Das ist nämlich mein Leibgericht." .Wenn Sie forlieb nehmen wollen!" .Und Du nimmst das Kind so lange. Lotte? Deichen geht zu Jedem." Wie sie so vor der Landsmännin steht und ihr das Kind reichend voll in's Gesicht sieht, sagt sie dann plötzIrdö: .Und ich meine. Du müßtest es doch sein..,.' . .Was denn?" Aus dem Bilde da am Rollendorsplatz, fünf Treppen." Lotte fährt ganz erstaunt in die Höhe. .Wie hast Du denn das herausgekriegt?" Was? was?" fragen Plinke und Waßmann zu gleicher Zeit. Ich habe doch bei von Sills die Aufwartung und" der Maler hat was gemalt, Movell heißt das. und ist ein Frauenzimmer " sie steht ganz starr vor der Sitzenden. Man sieht die weißen Zähne blitzen, als Lotte lacht. Lotte" sagt Fine ganz leise, .wie hast Du Dich denn aber so hinstellen können? Das schickt sich doch gar nich?!" .Ach was? ist das schlimmer, als wie die ff Inen Damen auf die Balle gehn? gewiß nich! Nur nennen sie das d:kollirt. und sie Habens nrh nöthig und thun's doch. Unsereins verdient aber sein tägliches Brot damit. Und ist weiter nichts dabei. Blos, daß ich im Anfang nich so stille stehn konnte. Aber, das lernt sich auch. Un jetz: loben sie' mich immer." Sie sind also Modell?" fragt Waßmann. Ja, es is besser bezahlt und unterhaltsamer, als wie Ladenmädchen sein. Un man lernt was: was Kunst is, nämlich. Herr von Sill hat mich entdeckt" in der Faröenhandlung und sagte, so 'n Gesicht und Wesen, wie mich, könnte er gerade brauchen. Es wäre gradezu neue Richtung. Un nun bin ich schon in seinem ganzen Kreise gesucht. Vereinigung der Wagenden" heißt er. Und bald nennen sie denn das, was ich sein soll: Traum oder Wassergeister, Prinzeß oder Frechheit mir is es eins. Mal hängen sie mir Lumpen an und dann wieder Seide, und mal muß ich Mohnblumen im Haar haben und mal Schilf is mir auch egal. Ich kann mir was sparet. da5 is die Hauptsache." Sehn Sie mal an sehn Sie mal an!" sagt Waßmann. Ich habe doch eine künstlerische Be schäftigung. Das ist doch was!", meint Lotten Und manchmal noch Pläsier dazu! Denn was , das für verrückt? Kerle sind, diese Maler! Aber sie hol-' ten" was 'von" mir, sie sägen, ich hakte zeitgemäße- Augen' und- Instinkt"- na, mir kann's recht sein." li: so was paßte ich nich!" flüstert! Fine, und dann geht, sie hinaus, und ! Henrich folgt ihr noch ein paar Mrnu itni Er will ihr zureden, daß sie der Gäste wegen den Rest. Wurst aus der Heimath, den' sie immer noch sür ihn schont, mit auf den Tisch setzt. Lotte Becker läßt das Kind auf ihren Knien tanzen. Waßmann beugt sich mit lächelnde! Miene zu ihr. .Fräulein, es macht mir wirklich ganz außerordentliches Vergnügen, Sie kennen za lernen. Sie haben so etwas ! ja. 'was Schickes haben Sie! Ich mache-Ihnen mein Kompliment!" .Legen Sie's man dahin!" ruft Lotte. Er nimmt eine gefällige Pose ein. Menn ich einer alleinstehenden Dame mit Rath und That, mit der sogenannten Ritterpflicht, dienen kann verfügen Sie. über mich." Sie blinzelt ihn an. nach ihrer Gewohnheit den Kopf nach links haltend. ! .Na. leichtsinnig bin ich nich ich habe 'ne harte Schule hinter mir. Ich habe -auch was vom. Leben aefekn." .

Fräulein Becker, keine Mißverstand nisse!" betheuert er.

Ne, man ja nich!" rust sie, und kichert. Sie sprachen von Sparen, das ist solide und recht wenn ich Ihnen die nen kann. Ihre Ersparnisse anzulegen, so bin ich bereit. .Ach für so grün halten Sie mich? Ne. is nich." .Aber Fräulein Becker einem Landsmann kann man doch sertrauen. .So weit, wie man 'n sieht." Er erhebt sich. .Das müßte mich eigentlich beleidigen. Ich bin. wie Sie m:ch da sehen, ein angehender Mmionär. Ich habe großartige Ideen!" .Na, denn man zu!". .Sie werken sich ja eines Tages da von überzcuaen, Fräulein Lotte." .Mir sells recht sein.'" . Er sieht sie mit vertraulichem Lächeln an. .Guten Abend und auf Wiedersehn. Ich werde hier wohl immer Ihre Adresse erfragen können, denn ich habe ein Interesse an Ihnen genommen." Er schüttelt ihr die Hand. Jetzt mache ich mir einen vergnügten Abend!" .Keine Mehlsuppe?" fragt sie. Ne! man muß doch den guten Leuten etwas sagen. Sie sind anhänglich, nämlich, und ich bin ja gerade nicht, was man stolz nennt. Leben und leben lassen, mein Fräulein! Kann man Ihre Bilder nicht mal sehn erst auf der Ausstellung? Da muß ich meine Geduld ja lange noch zügeln." Wenn Sie's man aushalten!" sagt das lustig: Mädchen, und steht auf und singt dem Kinde ein paar Töne vor. Sie haben eine Art, Fräulein Lecker." Un Sie 'ne Schnauze, die konnte für 'ne echte Berliner gelten: Sie brauchten sich nich für aus Wolfshagcn auszugeben." .Ihr Diener. Ihr gehorsamer Diener!" Von der Thür her grüßt er noch einmal: .Auf Wiedersehn!" Dann 'hört ihn Lotte draußen eine Entschuldigung vorbringen, daß ihm plötzlich ein wichtiger Geschäftsgang eingefallen sei. Und während die S::men verklingen, laßt sie das müde g:ordene Delchen wieder tanzen und singt: .Eia. popeia der glaubt, wir sind dumm! Eia, popeia da irrt er sich aber sehr. Was Delchcn? lach mal so, lach mal! Bruno von Sill tritt in sein Atelier, r ist sehr modern, fast etwas gigerlhaft, gekleidet, seine Haare sind kurz geschnitten und bilden über der Stirn eine Spitze. Seine Augen haben einen müden Ausdruck und ein Gähnen überkommt ihn. .Er macht langsam ein paar Schritte in den Raum, faßt den Ofen an, sieht nach seiner Staffel hinüber, dann nach dem kleinen Eichentisch auf welchem sein Malgeräth liegt, blickt nach der Uhr und gähnt wieder. Vkcnn man das schon sieht, am früh:n Mtoaen," murmelt er und reibt mit beiden Händen seinen Kopf. Dann pocht er an die Nebenthür. . Heinz, bist Du schon vorhanden?" 2lber eine Ewigkeit!" gibt eine tiefe, rauhe Stimme zurück. Dann wird geöffnet und ein untersetzter jungcr Mann fleht auf der Schwelle, im weißen Arbeitsflaus, die Spachtel in der Hand. Ich weiß ja wohl. Du!" sagt Bruno, jch bin aber mal keine Arbeits-Na-tur! Das kann sich Keiner geben. Wie Du denn auch eine robuste Arbeitskraft hast ganz " .Plebejisch, unmodern na, sag nur. was Du willst! erleichtere Dein Gemüth, mein Junge!" ruft der Bildrauer, und komm' herüber. Ne, Hand kann ich Dir nich geben, zuten Morgen, so!" Ach. was. es hat kein guter Morgen bei mir anaefangen!" ist die Antbort. .Ich fühle es jetzt schon, ich werde heute absolut nicht in Stimmung kommen. Es wird sich nicht einmal verlohnen, anzufangen." .Wie gewöhnlich! Der Kieme, der ein breites, unschönes Gesicht hat, sieht zu dem schlanken, hübschen Menschen auf. .Das kennen wir doch leider, Bruno, leider! Und es ist schade um Dich, mein Sohn recht schade! Wenn zu Deinem Talent nur ein wenig Energie käme " .Aber so laß!" ru t,der Maler und wirst sich auf einen Stuhl, .so sing mir doch, die alte Melodie nicht. Es verstimmt mich! Ich bin ein nervös veranlagter, sehr fein besaiteter Mensch ein Instrument. , auf, dem nicht alltazlich zu spielen ist." .Das sagen Dir Deine Kumpane, die es machn wie Du! die ihr Talent und ihre Anlagen verkommen lassen die mit einem Wort Faulthiere sind, wie Du eins bist. Bruno, mein Sohn! Dem Himmel sei's geklagt, daß ich Dir das immer sagen muß. Bruno zuckt die -Achseln. .Mich wundert, daß Du nicht die Geduld verlierst." .Das thu ich Nicht Dir zulied' er wird ganz roth .und mir zulieb. Das ist nun man meine Besonderheit meine Verrücktheit, wenn Du das so nennen willst. Denn unter allen Euren Verrücktheiten kann mir auch ein Quentchen gestattet sein! Er lackt wieder. Komm mal rein und sieh Dir meinen kleinen Affen an er wird wirklich hübsch." .Ach. laß mich! In der Stimmung, in der ich bin, verderbe ich Dir auch nur die Freude an Deinen Schöpfungen. Ich sage Dir. Heinz, ich habe ja Ge.. danken ich sehe hundert Bilder in meinem Kopf aber, so lange sie nicht klar vor mir flehen...." ci ja. preist sind!" Er kneift die

Augen zusammen. 7iatü:lich hast Du wieder gebummelt gestern Abend." .Man wacht doch erst gegen Mitternacht eigentlich auf bei der heutigen Lebenseintheilung." ' Heinz Eggert lehnt am Thürpfosten und sieht nach dem Freunde hinüber. .Mein alter goodv, an Dir ist Hopfen und Malz verloren. Ich habe da eben auch ein Bild vor Augen, sehr malbar und dabei noch lehrhast. Als ich auf Trinidad ' vom schwankenden Landungsholzsteg den Weg einschlug nach dem Asphaltsee, bot mir ein Negermädchen ein in seinem Schooße liegendes Faulthierchen an es lag da. den Kopf nach unten, das Maul weit offen, die Sonne brannte ihm hinein, es rübrte sich nicht Goody" nannte es seine Herrin, die bereit war, sich für einen Schilling davon zu trennen. Damals hatte ich keine Vsrwendung der Thierbildner steckte ja zwar schon in mir. ..." Er wirst die Spachtel hinüber in einen Thonhaufen, wo sie wie ein Pfeil sitzen bleibt, und ist dann mit einem Schritt bei Bruno. .Mensch, nicht mal wüthend wirst Du iivtf einen solchen Vergleich! statt mir ein Tonnerwetter an den Hals zu schleudern, verziehst Du keine Miene!" Wozu! Ich bin ein müder Mensch!" .Wovon müde?" .Vom Dasein von diesem ganzen Lebensschwindel, von diesem täglichen Einerlei des Aufstehens und des Zubettgehens." Die Röthe des Zornes steigt dem Anderen in's Gesicht. .Wirklich, man sollte Dir sagen. . . Bruno macht eine ganz lässige Handbewegung und erwidert mit tonloser Stimme: .Ich weiß ja was unterbrichst Du Dich denn? Befreie Dich und Andere, hast Du gemeint na. ja, mir wär's schon recht und den Frauenzimmern auch wohl eine Erlösung. Aber siehst Du, ich bin selbst dazu zu schlapp ja. das ist eben eine Zeitkrankheit man kann sich nicht den nöthigen Ruck geben Eggert ballt und löst seine Faust. So sprichst Du nun v3 Mutter und Schwester in der Ton. Sre leben doch nur für Dich und Deinen Bruder, sie arbeiten " Kannst ruhig sagen, sie darben." .Ja, warum thun sie's? Das ist auch solch eine altmodische Sache. Schränken sich ein, weil sie Weiber sind, stellen noch den Mann nach der alten Mode höher, wo er die besten Bissen bei Tisch kriegte. Hahaha! Die besten Bissen holt sich der Mann ja immer aus dem Leben heraus hahaha!" Deine kluge, gute, schöne Schwester!" Bruno legt den Kopf ganz langsam auf die andere Seite des gepolsterten Stuhles und schlägt die Augen auf und zu. .Ja, die! Schuftet sich da bei den unnützen, gemeinen Rangen ab, statt das Leben zu genießen, das man doch nur einmal lebt'. Wenn meine'Mutter sich von dem, was ihr aus dem Schiffbruch geblieben ist. das Wenigste zuwendet na, sie ist alt und immerhin die Urheberin unseres herrlichen Daseins. und hat so was wie eine gewisse Verantwortlichkeit deshalb aber diese wirklich sehr schone Toni! Vertrauert ihre Tage!" .Das ist Dein Dank?" .Dank ist etwas Absurdes, ganz aus der Mode Gekommenes; wenn Du den, mein guter Heinz, etwa von mir erwartest, weil Du. öfter Deine milde Hand aufthust, irrst Du Dich. Warum bist Du ein Millionärssohn?" Er biegt sich mit einiger Anstrengung ein wenig

vor. Thust's ja auch gar nicht um meinetwillen. Meinst Du. ich glaube, daß Du Dir den Winkel da ausgesucht hast, weil sich besonders gut darin arbeiten läßt? Hast ja noch 'n anderes. schönes Atelier. Deine Großmuth sucht mit dem Miethzins den Weibern eine Erleichterung zu verschaffen, und da werden doch Deine' Sympathien für meine Mutter kaum den Löwenantheil davon bekommen. Bist ein blonder. thörichter Schwärmer, mit einem Wort: i cm ... r i u ein ganz unmooerner cencu: Heinz Eggert hat den Anflug von Verlegenheit . schnell , überwunden. Fehlgeschossen, mein goodj! Mein Hiersein hat einzig den Zweck, einem Gegenstände nahe zu sein, über den ich mich täglich argcrn'und erregen' ann;

so was brauch ich, um in rechte Arbeltsstimmung zu kommen.". Mit einem Ruck wird die Thür aufgerissen, und Leutnant Leo, zum Ausgehen gerüstet,' tritt ein. ' Seryus, meine Herren Künstler, servus! Störe hoffentlich nicht?" . Mich stört man immer," sagt Bruder Bruno. .Hast ja nicht mal den Pinsel in der Hand." . .In meinen Gedanken oder meiner Gedankenlosigkeit." ' Eggert, kommen Sie mit?" .Muß arbeiten! Haben Sie denn nicht Dienst?" ... . .Erst Nachmittag. Jetzt habe ich was Anderes Wichtiges vor. mir 'nen Kater vom Halse zu schaffen. Ich würde mir ein Vergnügen daraus machen, Sie einzuladen, Eggert!" .Ist das keine Begriffsverwechslung?" fragt Bruno. Na, ich muß schon bitten! Ich bin glänzend bei Kasse." ; Wir sind doch aber nicht mehr ganz nah beim Ersten, glaube, ich. Wo hast Du denn noch Jemand gefunden, der so dumm ist wie Heinz?" ' , .Doch meiiu'Sscke." . , '? i ' ' '... (Fortsetzung folgt.)

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