Indiana Tribüne, Volume 25, Number 117, Indianapolis, Marion County, 15 January 1902 — Page 7

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Erbschaft

Ton E. Pel?. (Fortsetzung.) Sm, ja!" Die A.-nts?äthin hat einen Ausdruck von Verlegenheit. 23:an reit von dem Kaufmann Holzapfel fortgehen, denn sehen Sie, denn schickt er gleich und will die Rechnung bezahlt haben. Und für den Augenblick, sehn Sie man theilt sein? Einkünfte doch immer ein da paßt es nicht." Fine nickt; ihr Eesichtsausdruck sagt: Das ist doch selbstverständlich, kenn ich! Wie oft paßt es bei uns nicht! Das Wollkleid der alten Frau sieht schäbig aus, eine Küchenschürze verdeckt es halb. In dem Gange stehen Schränke. Reisekörbe,man muß sich zwischen ihnen und sonstigem Hausrath hindurch winden. Fine macht das geschickt, reißt wecer an den scharfen Kanten der Kiste, die einen Vorrath von HeizungsMaterial enthält, ein Loch in die Schürze, noch stößt sie sich an der Leiter, die vor d?m Hängeboden steht. Das Hciuö bilde! eine Ecke, und so besitzt die Wohnung das herkömmliche Berliner Zimmer, den Lllgemei.ieN Durchgang, nicht. An seinem vorderen Theil n?ir) der Korridor heller und geräumiger; bis? sind auch ein Paar Bilder und ein Spiegel angebracht. Nu, woll gleich in's Atelier?" fragt Fin?, und hat Besen und Wischtücher und den Korb mit Ariletts schon zur Hand. Wer die vornehme Vordertreppe, die teppichöelegt ist, hinauskommt, wird durch ein schwarzes Schild über dem Löioenkopf. der die Klingel im Rachen hält, belehrt, daß von Sill" hier im fünften Stock wohnt, und daß Bruno von Sill. Maler" und Bildhauer Hei7.z Eggert" ihre Ateliers daselbst haben, besagen weiße Karten. Ein mächtig hohes, buntes Glassenster, über dem eine große Glasrosette prangt, beleuchtet den oberen Treppen absatz. Auf dem Fenster ist eine buntgewandete Viktoria bargestellt, die einen Lorbeerkranz in der Hand hält, den Emporsteigenden damit entgegen winkend. Als Fine zu dem Atelier des Malers aufrückt, sieht von einem dicht an's Fenster gerückten Tisch ein Frauenkopf auf. Morgen, gnäd'ges Fräulein!" .Ack?. Sie schon, Frau Plinte? guten Morgen." Und Sie schon wieder bei die Bücher, gnäd'ges Fräulein können ja kaum sehn!" Die junge Frau kauert sich vor dcm Kachelofen nieder, dessen weiße Wände mit egyptischen Figuren bedeckt sind, und beginnt, die Asche herauszunehmen. Das läßt sich nu nich ändern, das muß sein," sagt sie, bei ihrer Arbeit, entschuldigend. Die Sitzende, die in ein Tuch gehüllt ist, nickt stimmend. Hier bin ich am Ungestörtesten, und dznn, der Oscn hat immer noch ein ivenig Wärme " Ja. das thun sie ja nun, anhalten thun sie die Wärme, diese Berliner aber, wenn's mal Pickelsteine friert, ne. denn is nichts. Un so'n eiserner Ofen, wenn der glüht und prasselt, das is gemüthlicher." - Sie bekommt keine Antwort, redselig ist das Fräulein nun mal nicht. Wenn auch lange nicht so stolz, wie ihre Lrüder, der Leutnan) und der Maler. Ra. der! denkt die Plinke. und nimmt die paar Holzstücke zum Anzünden und schiebt sie ein und lächelt. Den treibt es freilich meistens erst um eine recht späte Stunde aus den Kissen, dann ist die fleißige Schwester längst bei der Arbeit unter ihren Schulkindern. Wenn ihr Henrich das auch nicht recht zugeben will, sie glaubt doch an die Gelehrsamkeit von Fräulein von Sill. und daß sie sich anstrengt, das sieht man aus den Mienen des blaffen Gesichts, das verrathen die Schatten unter den großen, klarblickenden grauen Augen. Toni. Dein Kaffee!" , sagt die Stimme derAmtsräthin. welch? mit einem kleinen Tablett erscheint. Trink ihn nur recbt heiß." Danke. Mutter!Sie hat das Buch in der Linken und' saßt mit der Rechten nach der Kasseetaste. Frau von Sill setzt sich in einen großen, altmodischen Lehnstuhl, zieht den Wollkragen enger um die Schul tern, sieht nach dem Himmel, der trüb durch das große Glasfenster blickt, und seufzt. Es ist ihre Gewohnheit, zu seufzen; ihre 2lngehörigen achten wenicl darauf, für Fremd klingt der Laut aber immer ganz besonders bedeutungsvoll. Woll wieder die Gliederschmerzen?" fragt Fine. Plinke, die sich jetzt damit beschäftigt, die Briketts über'dem Holz aufzuschichten. Ach ja und und dann mußte ich auch gerade an Sillenberg denken; das war nämlich unser Gut." So! hm! ja, auf'ni Lande, da is es auch schön." Die Aufwärterin bleibt mit erhobenem Arm sitzen. Wolfshaaen. wo wir her sind, das ist mindestens so schön wie Berlin, wenn i ich es auch vor Plinke nich sagen darf. ! Da hat uns nichts gefehlt, so die ersten Jahre man blos, daß uns die bei-' den Kinder sterben. Na, dafür ist ja nun Delchen da Der Kopf unter der Mullhaube,;

bewegt sich, ein halblauter Seufzer kommt. Warum sind Sie denn fort vom Lande?" Ach da is ja nun mal der Zug nach Berlin wie Waßmann sagt. Nämlich der Agent. Und der hat ja Plinke so lange zugesetzt. Und da sind wir her " sie schließt die erste Ofenthür, man hört das Feuer lustig drennen, und erhebt sich von den Knien. Ja!" sagt die Amtsräthin. wer sich auf dem Lande wohl fühlt, für den ist es gewiß nicht leicht, fortzugehen. Mir ist es auch schwer geworden recht schwer. Und wenn es nicht hätte sein müssen " Mutter!" klingt es wie mahnend herüber. Ach, ja nun, man gewöhnt sich," fährt sie mit einem verlegenen Lächeln fort, liebe Frau, man gewöhnt sich. Sie werden das auch noch thun ja, gewiß!" Und ein Seufzer. Fine macht recht ernste Augen. Daß wir es nu gleich besser gefunden hätten ne, das nich! Aber mein Mann sagt, das muß kommen, und das würde kommen." Dann nimmt sie den Besen in die Hand. Ja nu aber " Wollen Sie mich vertreiben!" sagt Toni. Sie blickt nach ihrer Uhr, die sie in einem Lederarmband trägt. Zehn Minuten wär' ich aber noch gern hier. Denn in ds unaufgeräumte Zimmer möcht' ich nicht." Na, enn bleiben Sie man, qnädiges Fräulein, bleiben Sie man. Ich kann ja erst " und sie schiebt die Stühle zur Seite, und legt ein Paar Decken, die ihrer Meinung nach immer sehr zwecklos herumliegen, provisorisch auf einen anderen Platz. An den Stafseleien zu rücken, ist ihr verboten. Da stößt sie beim Umdrehen an die größte, und das sie bedeckende Tuch fällt ab. Jemine!" sagt sie. und wie sie es wieder überhängen will, prallt sie zurück. ;Ne aber!" Was denn?" fragt Frau von Sill. Wenn ich nich wüßte, daß es nich sein könnte " und sie zeigt auf die dargestellte weibliche Gestalt, die nur bis zu den Hüften völlig bekleidet ist, und über den Schultern nur spärliche Lumpen hat , denn sagte ich, das wär' die Lotte Becker aus Wolsshagen, das Frauenzimmer sieht .ihr ganz gefährlich ähnlich; aber die, ve, die geht ganz anders rum, die zieht solche Lumpen nich an " und sie lacht und deckt das Bild wieder zu. Daran kommt Bruno auch gar nicht weiter!" sagt die Amtsiäthin zu ihrer Tochter hinüber.. Er meint, er müßte warten, bis er wieder in Stimmung ist. . . ." Ja. und das kann lange dauern!" antwortet Toni, Schärfe in der Stimme. Aber, ich bitte Dich, bei einem Künstler ist Stimmung doch die Hauptsache. Wie oft hat er uns das schon klar gemacht. Es ist ja auch leicht bcgreislich; geniale Menschen sind nicht mit gewöhnlichem Maßstabe zu messen. Nur, daß auch das Genie ohne Fleiß nichts erreicht." Toni schlägt ihr Luch zu und steht auf. Den 5iopf trägt sie ein wenig hochmüthig zuiückgebogen, vielleicht liegt das an der schweren, schwarzen Haarfülle, die im Nacken in einen Knoten geschlungen ist.' Sie hat große, graue Augen und sehr lange Wimpern, die dem Gesicht einen eigenen Reiz verleihen, denn it werfen förmlich einen Schatten auf die blassen Wangen. Der Mund ist klein und streng, die Nase gerade, und die ovalen Flügel derselben haben etwas Nervöses, jetzt leicht Zitterndes. Sie zieh als wäre ihr plötzlich wärmer geworden, das Tuch auseinander, und steht nun da, schlank und doch voll in dem gutsitzenden, grauen Kleide, das ein weißer, schmale? Kragen abschließt. Sie hat etwas Vornehmes bei aller Einfachheit. Hm!" Die Mutter hüstelt. Seine Kameraden glauben an ihn, Alle sagen, daß er eine Zukunft hat, daß man seine Entwürfe nur erst reifen lassen soll." Monate, Jahre freilich, sie sind, wie er. Wenns nicht zur Gestaltung kommt, ist's auch gut." Du bist immer hart gegen Bruno." Und Du vielleicht " Das ernste Mädchen vollendet den Satz nicht. Von der Thür her sagt die Altstimme: Ich komme heute später, ich gebe eine AusHilfsstunde." Ja. aber Ich muß. Bei uns wird eben nicht gefragt, ob ' wir in Stimmung sind." Dann ist sie draußen. Die Amtsräthin seufzt und schüttelt den Kopf. Fine sieht erwartungsvoll, den Besen in der Hand, nach ihr hinüber. Ja, nu kann ich ja woll " Da legt jene die Hand auf die Swffelei. . . Also eine Aehnlichkeit fanden Sie heraus. Sie mögen ja das Modell einmal gesehen haben " Modell nein!" betheuert Fine, so was kenne ich gar nicht." Ich meine nun ja, das ist auch einerlei. Er ist ein großes Talent, mein Sohn. Er glzubt auch an sich 'und das' ist ja heutzutage die Hauptsache. Er hat es mir klar gemacht. Ja, ja!" Nu woll'n wir's bald kriegen. Frau Amtsräthin!" unterbricht Fine.. und hält den Besen wieder kerzengerade. Ja. so!" Die alie Dame geht, mit leisen Schritten hinaus und an dem Zimmer der Söhne vorbei in den Raum, wo ihr Bett hinter einem gro- & rAiittin frfirm ?

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der Kissen und Decken, das sie nie den

Händen d?r Aufä:terin überläßt. Sie ste.'t oft dabei still und übcrblickt den Raum; er ist ganz behaglich mit den braunen Ripsmöbeln, den tiefen Sesseln, dem Mahazonischrank, dem Pfeilerspiegel. Alles Reste von einst. Ach, an dies Einst darf sie ja nicht denken! Sillenberg mit dem stolzen Herrenhaus, dem uralten Park, dem blinkenden See und den Dörflern, die zu der Herrschaft mit fo großem Respekt emporsahen und hier in dem Häusermeer. wo man so weiter gar nichts ist, als eine Nummer in der Einwohnerzahl, und für den Portier die im fünften" kaum beachtet. Sie streicht die Bettdecke glatt und rückt den Schirm, und nimmt das Staubtuch, uno während si? über das blank polirte Holz hinwischt und auf der Fläche des Spiegels reibt, denkt sie an Leo und Bruno. Die empfinben's ja weniger, die athmen die Großstadtluft ein und träumen von einer Zukunft, der Maler von Ruhm und Geld, und Leo, der hübscheste Leutnant weit und breit, dem kann es an einer reichen Partie nicht fehlen; für die Beiden ist es ja, daß sie sich einschränken, Toni und sie. Sie fröstelt und schließt das Fenster. Wer damals gedacht hätte, als ihr Mann über die ehrgeizig? Grille" der einzigen Tochter, im Institut ihr Examen als Lehrerin machen zu wollen, lachte und spottete: Ein Mädchen wie Du hat das doch nicht nöthig." daß man noch froh darüber sein würde! Ihre Toni, die unentwegt arbeitet, ihr früher so gefeiertes Kind, die beste und eleganteste Reiterin und wie sie's brav genommen hat, die Einzige, die dei'der Katastrophe nicht den Kops verloren! Da nun auf dem Hängeboden Nachts, und am Tage in der dumpfen Luft einer Gemeindeschule! Ihr Blick gleitet nach dem Bilde ihres verstorbenen Mannes; ein kleiner Maler aus der Provinz hat es gemacht, und Bruno ist immer außer sich über das Schauderkunstwerk," und will es nicht im Atelier haben. Aber ganz verbannen, nein, das wäre doch zu pietätlos. Und es gibt wenigstens eine Idee von ihm, wie er war. Der guisitzende Frack mit den Orden und dem gestickten weißen H:mde, die sind am besten geworden. tr sah viel vornehmer und lustiger und lebensfroher aus, mit dem melirten Kopf und dem flotten, schwarzen Schnurrbart, dem er in der Farbe immer in der Stadt nachhelfen ließ. Freilich, auch sie glaubt nicht, daß überhaupt je ein Maler das Leuchten seiner blauen Augen getroffen hätte. Und that selbst dazu, daß sie sich viel zu frühzeitig schlössen da. in die linke Seite gerade in's Herz, war die Kugel gegangen. Wie sie ihn ge liebt hat mit all' seiner Lebensfrisch und seinem Egoismus, seinen Fehlern und seiner Untreue. Ach. wenn er liebe, alte Liese" sagte. das war so unnachahmlich, das ging so zu Herzen. Sie vergaß dann Alles über dem treuherzigen Ton daß sie den Ruin vor Augen sah, daß alles Vermözen dahin ging, daß sie. die reiche Erbin, durch ihn zur Bettlerin wurde. Liebe, alte Liese!" Sie war aber so demüthig seinem sieghasten Wesen gegenüber geblieben, wie in der Stunde, als er um sie warb in solch' sicherer, übermüthiger Weise. Kein Mädchen hätte den mit einem Korbe heimgeschickt, keine Frau konnte sich dem Eindrucke seiner Liebenswürdigkeit cntziehen der prächtige, flotte Sill" hieß er, wohin er kam. Ihr Bild, das als Gegenstück gemalt war. hing auf Tonis Hängeboden. Das wollte Bruno absolut nicht unten dulden die spitze, weiße Atlastaille und den hölzernen Hals und das glatte Gesicht unter den Stirnlocken fand er gar zu beleidigend. Nein. Muttchen, da bist Du uns lieber ergraut und mit den sprechenden feinen Fältchen um Mund und Augen." Ja, der Kummer, der hatte seine Schrist eingegraben, und ihre Augen waren trübe geworden von dem vielen Weinen. Erst von Sills Tod und dann der völlige Zusammenbruch und endlich der Abschied von dem lieben Sillenberg, in dessen Nähe ihr elterliches Gut Zag. Ja, an der Wiege ist's ihr nicht gesungen, das von heute. Sie legt die Tischdecke auf und eine Serviette darüber. Wenn die Jungen zum Kaffee kommen, dann ist Alles in Ordnung. Toni hat draußen ihren Hu! genommen und müht sich, den Paletot anzuziehen. Da öffnet sich die Thür nebenan halb. Pst! Du. Toni " und wie sie sich wendet, gewahrt sie den Kops Leos. Komm doch mal näher. Du. Ich kann's nämlich nicht, zu mangelhaft adjustirt. weißt Du." Ich habe Eile." Das hast Du immer. So 'n Morgen. Schwesterchen. Ach, Du kannst in die frische Luft. Wollte, ich wär auch schon so weit." Er sagt Alles mit halber Stimme. Habe nämlich 'nen gewaltigen Brummschädel." Doch Deine Schuld." Nein die eines Liebesmahles. Du, Toni pump mir zehn Mark.".. Unmöglich." Ach mach's möglich." Sein hübscher Krauskopf beugt sich weiter vor. Ich schulde sie von gestern Rumpenstein, und habe gesagt, er kriegte sie heute wieder. Laß mich nicht stecken, Toni. Sei dies Mal noch ein. guter Kerl." Wir haben Miethe zu zahlen." . ' Aber die liegt bereit?" , Muß sie doch." Dann pump es von der lieber

Himmel, zehn Mark. Die werden sich doch wohl noch auftreiben lassen. Siel.'

wenn Egzert schzn anwesend wäre . . . Nein, von dem nicht!" wehrte Toni hastig. .Na, also!" Sie zieht ihr Geldtäschchen und drückt ihm mehrere Stücke in die Hand. Du weißt nicht, in welche Lag: Du mich bringst. Ich muß wieder um Vorschuß bitten." Du kannst so was noch, sieh mal " Eh Du fremde Menschen " Na, ja doch, ich habe Eggert auch schon zu oft...." .Leo!" Was hast denn nur gegen den netten Menschen?" fragt der Leutnant. Er kann's ja doch." Der hat einen Wechsel von zu Hause na. so dick und lang. ..." Muß denn Jeder in unsere Noth Einblick haben?" Ach. der ist doch nicht Jeder. Das ist ein Freund von Bruno na, und auch von mir. Und ein ganz Vorzuglicher Mensch, sage ich Dir! " Sie hat wieder die hochmüthige Bewegung wie vorhin ihrer Mutter gegenüber. Dann begreife ich eben nicht, daß er gerade Bruno sich erwählt.... und " Willst wohl sagen mich. Schwester!? Na, sei gut. Ich bin leichtsinnig, aber ich habe Dich lieb und das ist was. Und Du weißt es ja auch. St! und Bruno nichts verrathen, der jagt mir sonst was ab " Ueber das hübsche Gesicht mit dem flotten Schnurrbart und den großen, lebenslustigen Augen zieht ein zuckendes Lächeln, er müht sich vergeblich, es zu unterdrücken. Die beiden Bruder sehen dem Vater ähnlich. Bruno noch mehr, als Leo und sie weiß wohl, sie haben auch seine ganze Leichtlebigseit geerbt. Vielleicht ist Bruno der größeren Aehnlichkeit halb-er der Liebling der Mutter sie hängt mehr an Leo, er ist nicht der kalte Egoist, wie der Maler. Ich denke... ihre Brauen falten sich zusammen. Ja doch, Rumpenflein kriegt sieben Mark na, und Toni, die drei anderen brauch ich selber, bin ganz abgebrannt." Zum wievielten Male. ..." Engel von einer Schwester, wirst doch nicht zählen?" Er hascht nach ihrer Hand und drückt einen Kuß darauf. Sollst mal sehen, wie ich das AlleS gut mache, wenn ich erst das große Portemonnaie habe, das mir unfehlbar in den Schooß fallen muß." Toni erwidert nichts, ihre Züge behalten denselben Ernst. Guten Morgen. Der da schläft noch mein Kopf! ich muß mir 'n Katerfrühstück verschossen." Dann fällt die Thür ganz leise in's Schloß. Sie knöpft den letzten Knopf an ihrem Paletot zu. zieht rasch die geflickten, wollenen Handschuhe an. saßt nach der bereitliegenden kleinen schwarzen 'Mappe und geht nach der Treppe. Liebesmahl natürlich und standesgemäß mitthun! Er kann ja nicht anders, und soll es auch nicht, standesgemäß muß. er auftreten. Ihn kennt man. er hat seine Kameraden, seine Stellung, sein Stand bedingt besondere Rücksichten. Was kommt auf .sie an? Sie ist zum Arbeitsthier geworden, verschwunden in der Menge anderer Arbeitsmenschen, die hier in Berlin den Kampf um das tägliche Brot kämpfen. Niemand kennt sie weiter, Niemand fragt nach ihr. Wenn sie ihre Schuldigkeit thut, keine Klagen über sie kommen von Vorgesetzten und Eltern, so kann's weiter gehen, Jahre. Jahrzehnte Vielleicht, daß hier und da mal Jemand von denen, die vor dem Zusammenbruch ihres elterlichen Hauses ihr den Hof gemacht haben, fragt: Was mag denn aus der kleinen Sill geworden sein?" Sie hört den schnarrenden, nachlässigen Ton förmlich, und auch die Antwort irgend eines Anderen: Ach hübsches, hochmüthiges Ding. Ganz aus den Augen gekommen wahrhaftig." Oder es fragt einmal Jemand Leo. Sie haben doch eine Schwester?" Der wird mit der Bemerkung abgethan: Sie lebt mit meiner Mutiee." (Fortsetzung folgt.) E'i'ne schreckliche Famil i e n t r a g L d i e hat sich in Livorno zugetragen. Der Lotterieeinnehmer Leonido Trebbi, ein ehemaliger italienischer Officier, lebte - in sehr zerrütteten Vermögensverhältnissen; fast alle seine Möbel befanden sich in den Händen der Gläubiger. Bei einer Eassenrevision fand sich ein Fehlbetrag v?n 600 Lire vor, den nicht z'r decken vermochte. Zur Verzweiflung getrieben, legte er Nachts Feuer an die noch in seinem Besitz - befindlichen Möbel'. Seine Frau erwachte und versuchte ihren Mann an der Ausführung seines Vorhabens zu hindern. Er schoß sie mit einem Revolver nieder. Darauf schrieb er auf ein Blatt Papier die Worte: Dieses Geld wird zu unserem Begräbniß dienen," und legte diese letzte Nachricht auf eine Eassetje. Jnzwischen züngelten die Flammen aus dem Salon in das Schlafzimmer. Trebbi warf sich auf das Bett und schoß sich dann eine Kugel durch den Kopf. In diesem Augenblick betraten die Polizei-agentfn-das Haus mit dem Befehl, Trebbi zu v(7haften. Sie fanden nur noch die Aufgabe vor, zwei Leichen vor dem Verbrennen zu retten und daZ euer zu löschen. ......

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